Albanien, 01.10.2025
Unser nächstes Ziel ist Kruja. Von der dortigen Burg organisierte Skanderberg den Widerstand gegen die Osmanen. Die Burg gilt den Albaner’*innen als Heiligtum.
Genau auf dieser Burg haben wir eine Übernachtung gebucht.
Aber erst mal müssen wir dahin kommen.
Da wir aus dem Alpinehouse bis 10:00 Uhr auschecken müssen, laufen wir nach dem Frühstück die wenigen Meter zu den Bussen und nehmen das erste Furgon nach Skodra.
Dort werden wir vier Stunden Aufenthalt haben, denn der Minibus nach Kruja fährt erst 16:00. Wir werden die Zeit in der Fußgängerzone tot schlagen und ich freue mich drauf, denn heute ist der letzte sonnige Tag. Ab morgen soll es regnen und in Theth sogar schneien. Angesichts der engen kurvigen Straße bin ich recht froh, dass wir das Tal heute verlassen. Und während wir uns den Pass hochschrauben und wieder runter und hoch, freue ich mich immer mehr, hier nicht bei Schnee in einem kleinen Bus zu sitzen.
Der Fahrer des Furgon schmeißt uns irgendwo im Zentrum Skodras raus.
Bevor wir in die Fußgängerzone wackeln, wollen wir herausfinden, wo unser Minibus nach Kruja fahren wird. Das ist ein bisschen schwierig. Und natürlich erzählen uns die Busfahrer, dass wir erst nach Tirana müssten und von dort weiter nach Kruja. Das ist ja Quatsch.
Wir setzen uns erst mal in ein Café und trinken, naja, Kaffee.
Die Freundin wird sichtlich nervös. Ich will nicht Schuld sein, wenn wir hier nicht wegkommen und so nehmen wir den Bus nach Tirana. Es ist ein richtiger, ein großer Bus, und die Fahrt furchtbar. Im Bus stinkt es, es ist stickig warm und auf den letzten 30 km geht im Prinzip nichts mehr. Dabei fahren bzw stauen wir uns an Kruja vorbei.
Als wir den Bus Terminal erreichen, sehen wir den Furgon nach Kruja gerade abfahren.
Eine Stunde Zeit. Der Bus Terminal North South hat keine Toilette. Und auch keinen Imbiss, Kaffee oder so was. Dafür liegt er an einer sehr befahrenen Straße, die es zu überqueren gilt, um sehr „gemütlich“ die Wartezeit in einer Café Bar zu verbringen. Wir sind hier in Albanien allerdings zu der Erkenntnis gelangt, dass der Einheimische gern in Café Bars am Rande lauter, zugestopfter Straßen sitzt. Die Einheimische auch. Keine Ahnung, warum das so ist.
Wir jedenfalls sind die ersten am Furgon und warten nun, dass es losgehen möge. Fliegende Händler bieten Wasser, Bananen und Äpfel an.
Wir wollen nur nach Kruja.
Der Stau reicht im Prinzip bis Fushe Kruja, das ist sozusagen Neu-Kruja.
Und der Fahrer sammelt alle ein, die an der Straße stehen und winken. Irgendwann ist der Minibus so voll, dass ich nicht mal mehr richtig sitzen kann.
Nein, über Tirana nach Kruja zu fahren, war die dümmste Entscheidung, die wir in diesem Urlaub getroffen haben.
In Fushe Kruja steigen die meisten aus. Aber durch das ständige Angehalte hat der Fahrer viel Zeit eingebüßt und will die jetzt offenbar aufholen. Nach Kruja hinauf geht es in engen, unübersichtlichen Serpentinen.
Ich verlasse mich immer auf die einheimischen Fahrer. Die kennen die Strecken und Gefahren und wollen irgendwie auch leben, denke ich mir. Aber dieser hier hat den Schuss nicht gehört.
Und dann hält er nicht mal an der Haltestelle, sonder schmeißt uns irgendwo raus. Da nützt mir meine sorgfältig offline gespeicherte Route nun gar nichts. Wir stehen irgendwo in Kruja, fernab der Burg und wurschteln uns durch.
Am Aufweg zur Burg liegt der Basar, der schon zu sozialistischen Zeiten restauriert und rekonstruiert wurde und auf dem es bis zur Wende sogar noch Handwerker wie Uhrmacher und Schuster gegeben haben soll. Als wir auf diesem Basar stehen, wissen wir, dass wir richtig sind. Der Burgberg oberhalb der Altstadt ragt als Felsensporn aus dem Gebirge. Bei gutem Wetter hat mensch hier gerantiert phantastische Sicht.
Wir aber müssen unsere Herberge finden, die auch noch fast am höchsten Punkt der Burg ist.
Natürlich können wir auch hier, wie überall bis jetzt, nicht mit Karte zahlen. Na da hoffen wir mal, dass es hier im Ort nicht nur ATM Automaten gibt. Zwar haben wir eigentlich genug Bares, aber der Basar…
Die Unterkunft ist also Teil der Burg. Mit einer schönen Terrasse und einem Restaurant.
Allerdings wurde das Haus neu gebaut, nach Fotografien des früher hier stehenden Eckpavillon des Konak des türkischen Landrates
Leider ist das Zimmer eine Enttäuschung. Wir haben extra ein Zimmer mit ZWEI Betten gebucht, nun finden wir uns in einem Zimmer mit einem französischen Bett, ca 140cm breit, wieder. Natürlich gibt es nur ein Bettlaken, was ja hier als Zudecke gilt. Wir holen uns ein zweites. Bettlaken meine ich. Im Vorraum wird das Kabel für den Router durch das Fenster geführt, weswegen sich dieses nicht schließen lässt. Dabei ist alles hübsch eingerichtet und es wurde versucht, den orientalischen Stil zu kopieren.
Na egal, wir laufen wieder Richtung Basar und essen im ersten Restaurant, das wir finden. Hier können wir sogar mit Karte bezahlen.
7 Stunden hat die Fahrt gedauert. Ok, die Strecke Theth – Skodra beanspruchte schon 2 Stunden (diesmal gabs keine Stopps an Bistros oder so), aber von Skodra nach Kruja dauert es gewöhnlich nur 1,5 Stunden. Ein verschenkter Tag.
Ein paar wenige Fotos. Wer sie komplett sehen will, klickt drau






























































































































































