{"id":4874,"date":"2026-02-27T16:30:00","date_gmt":"2026-02-27T15:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/?p=4874"},"modified":"2026-04-18T22:54:09","modified_gmt":"2026-04-18T21:54:09","slug":"die-kufen-des-respekts-der-helm-des-anstoses-und-die-tranen-des-krokodils","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/4874","title":{"rendered":"Die Kufen des Respekts, der Helm des Ansto\u00dfes und die Tr\u00e4nen des Krokodils"},"content":{"rendered":"\n<p>Von <a href=\"https:\/\/www.ieg-mainz.de\/institut\/personen\/sing\">Manfred Sing<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Welt des Sports hat in den vergangenen Tagen mehr als ein Fenster auf unsere verwirrende Gegenwart zwischen V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und Kulturkampf er\u00f6ffnet. Wir vom IEG haben den olympischen Mehrkampf an acht italienischen Orten satzungsgem\u00e4\u00df aus rein transnationaler Perspektive verfolgt. Der Versuch, sich einen Reim auf das Anschauungsmaterial zu machen, b\u00f6te allerhand Anlass zum Kulturpessimismus, w\u00fcrden wir nicht so unverdrossen an unserer positiven Grundeinstellung arbeiten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wie es bei Olympia um Fairness und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung steht? Nun gut, hier und da wurde einem Athleten, wenn er seinen Skistock zerbrochen hatte, von einem Fremdtrainer ein Ersatzutensil angereicht. Wenn jemand auf der Buckelpiste oder im Eisoval allzu schwer gest\u00fcrzt war, hielten Snowboarder oder Skater kurz inne, um sich zu vergewissern, dass die Verletzung im Rahmen des \u00dcblichen geblieben war; wenn ein Abtransport ins Krankenhaus zu bewerkstelligen war, wurde ganz gestoppt. Ein Biathlet schleifte versehentlich den Stock eines Konkurrenten vom Schie\u00dfstand mit und hatte die Gr\u00f6\u00dfe, anzuhalten, umzukehren und den Stab nahezu bis zu dessen Besitzer zur\u00fcckzubringen. Mehr geht fast nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Heftige Wortgefechte lieferten sich hingegen Kanadier und Schweden, die gerade noch gem\u00e4chlich ihre Steine \u00fcbers \u201eSheet\u201c, das pr\u00e4parierte Eis, dahingleiten lie\u00dfen. Vorwurf: Doppelber\u00fchrung des Steins mit dem Zeigefinger. Da versteht selbst der gem\u00fctlichste Curler <a href=\"https:\/\/www.kicker.de\/schummel-vorwurf-beim-curling-verpiss-dich-einfach-1193421\/artikel\">keinen Spa\u00df<\/a> mehr. Und eine schwedische Skil\u00e4uferin, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ebba_Andersson\">Ebba Andersson<\/a>, stapfte nach zwei St\u00fcrzen l\u00e4ngere Zeit auf einem Ski einsam durch die \u00d6dnis, w\u00e4hrend die norwegische Staffell\u00e4uferin an ihr vorbeiglitt und ihr Gold wegschnappte. Die Schwedin r\u00e4chte sich sp\u00e4ter im 50-Kilometer-Rennen, indem sie allen davonlief.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz anders als etwa im Radfahren, wo das Ausnutzen eines Missgeschicks als unsportlich gilt, geh\u00f6rt auf glitschigem Untergrund das Hinfallen, Wiederaufstehen und Ausscheiden zum Wettbewerb dazu. Bei Schrauben und Salti \u00fcber Schanzen oder in der Halfpipe gibt es fast so viele Patzer wie gegl\u00fcckte Versuche zu bestaunen, und bei Kontaktsportarten darf der Gegner regelkonform weggek\u00f6rpert werden. Speziell mit dem Eiskunstlauf wurde eine Sportart erfunden, die ohne Missgeschick weder spannend w\u00e4re noch je einen gl\u00fccklichen Sieger f\u00e4nde&nbsp;\u2013 <a href=\"https:\/\/taz.de\/Olympia-und-Weinen\/!6152676&amp;s=olympia\/\">einen etwa<\/a>, der im Kurzprogramm zu Tode betr\u00fcbt die Hebefigur vermasselt, dem in der K\u00fcr dann aber alles gelingt, w\u00e4hrend es alle anderen verbocken: hier den dreifachen Flop, da den Sitzberger, Fallchow, Kraxel, Puh-Loop oder wie sie alle hei\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ungesunder Ehrgeiz und Fun im Sportjournalismus <\/h2>\n\n\n\n<p>Denjenigen, die die schwierigsten Verrenkungen vollbringen und die steilsten H\u00e4nge hinabrasen, rufen derweil die Sportreporter hinterher, sie sollten es jetzt aber mal laufen lassen, entlang der Falllinie, und den Schwung mitnehmen, blo\u00df nicht verkanten und, bitte sch\u00f6n, die Schl\u00fcsselstelle etwas mutiger angehen. Der Unfall der bedauerlichen <a href=\"https:\/\/www.kicker.de\/vonn-der-arzt-hat-mein-bein-vor-einer-amputation-gerettet-1196123\/artikel\">Lindsay Vonn<\/a>, die den Reporter-Rat bis in die Haarspitzen befolgte, schaffte es in den Weltnachrichten beim ZDF immerhin auf Rang 1. Bis aufs Alpenvorland, wo man den Tr\u00fcmmerbruch ihres linken Beins mit einem Gott ergebenen \u201eJo mei, des is\u2019 die Lindsee, so kenn\u2019n m\u2019r se\u201c quittierte, war das dann aber auch wieder nicht recht, sondern ungesunder Ehrgeiz: eine Frau!, mit 41!!, und vom Start weg mit zwei l\u00e4dierten Knien!!! Da musste die Fernsehkommentatorin die Augenbrauen hochziehen und mal ein ernstes W\u00f6rtchen \u00fcber das Recht der Frau am eigenen K\u00f6rper sagen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass Vorzeigeathleten auch eine gesellschaftliche&nbsp;\u2013 aber welche?&nbsp;\u2013 Verantwortung haben, wie es selbst in der Pr\u00e4ambel der Olympischen Charta hei\u00dft, kam dabei genauso wenig vor, wie der naheliegende Gedanke, dass Leistungssport eh von Grund auf ungesund ist. Die famose Freestylerin <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eileen_Gu\">Eileen Gu<\/a> wird ihren \u201eSignature Move\u201c, den Double Cork Sixteen-Twenty mit zwei Off-Axis-Flips und viereinhalbfacher Rotation, auch nicht bis ins Rentenalter ausf\u00fchren, so ist zu vermuten. Doch die Fernsehkameras fangen gerne die gut gelaunten \u201eM\u00e4dels\u201c mit der Beteuerung ein, jede noch so krasse Bauchlandung sei ein gro\u00dfer \u201eFun\u201c. Daumen hoch, Bussi f\u00fcr die Menge und weiter geht\u2019s.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"500\" src=\"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-4_2020-01-20_Freestyle_skiing_at_the_2020_Winter_Youth_Olympics_\u2013_Womens_Halfpipe_\u2013_Mascot_Ceremony_Martin_Rulsch_06_cropped-400x500.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4903\" srcset=\"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-4_2020-01-20_Freestyle_skiing_at_the_2020_Winter_Youth_Olympics_\u2013_Womens_Halfpipe_\u2013_Mascot_Ceremony_Martin_Rulsch_06_cropped-400x500.jpg 400w, https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-4_2020-01-20_Freestyle_skiing_at_the_2020_Winter_Youth_Olympics_\u2013_Womens_Halfpipe_\u2013_Mascot_Ceremony_Martin_Rulsch_06_cropped-240x300.jpg 240w, https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-4_2020-01-20_Freestyle_skiing_at_the_2020_Winter_Youth_Olympics_\u2013_Womens_Halfpipe_\u2013_Mascot_Ceremony_Martin_Rulsch_06_cropped-768x960.jpg 768w, https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-4_2020-01-20_Freestyle_skiing_at_the_2020_Winter_Youth_Olympics_\u2013_Womens_Halfpipe_\u2013_Mascot_Ceremony_Martin_Rulsch_06_cropped.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 85vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stylische Freestylerin Eileen Gu aus den USA, f\u00fcr China am Start (Wikipedia <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eileen_Gu#\/media\/Datei:2020-01-20_Freestyle_skiing_at_the_2020_Winter_Youth_Olympics_%E2%80%93_Women's_Halfpipe_%E2%80%93_Mascot_Ceremony_(Martin_Rulsch)_06_(cropped).jpg\">2020-01-20 Freestyle skiing at the 2020 Winter Youth Olympics \u2013 Women&#8217;s Halfpipe \u2013 Mascot Ceremony (Martin Rulsch) 06 (cropped) &#8211; Eileen Gu \u2013 Wikipedia<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In punkto Gesundheitssch\u00e4dlichkeit ist selbst das Internationale Olympische Komitee (IOC) unfreiwillig ehrlicher, bewirbt es seine Spiele doch fast nur mit ungesunden Nahrungsmitteln und umweltsch\u00e4dlichen Produkten, speziell von fossilen Sponsoren. 20.000&nbsp;Sportler verwunderte das so sehr, dass sie eine flammende <a href=\"https:\/\/taz.de\/Petition-an-das-Olympische-Komitee\/!6152208\/\">Petition<\/a> dagegen starteten. Inhalt der Klage: die Winterspiele schm\u00f6lzen buchst\u00e4blich dahin. Es wird in der Tat immer schwieriger, schneesichere Gebiete aufzutun, weshalb die Veranstalter mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schneekanone#Snowfarming\">Schneekanonen und Snowfarming<\/a> gegensteuern, was klimasch\u00e4dlich ist und die nat\u00fcrlichen Schneemassen noch weiter schrumpfen l\u00e4sst, weshalb es noch mehr Schneekanonen braucht und so weiter. Sie wissen schon: so wie in der <a href=\"https:\/\/www.e-periodica.ch\/cntmng?pid=neb-001:1978:104::2698\">Geschichte mit dem Elch<\/a>, der wegen der Abgase pl\u00f6tzlich eine Gasmaske braucht, weil im Wald eine Gasmaskenfabrik aufgemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn es dann doch mal schneit, weil ein Tief reinzieht, m\u00fcssen die <a href=\"https:\/\/taz.de\/Nachhaltigkeit-der-Winterspiele\/!6155603\/\">Wettk\u00e4mpfe verschoben<\/a> oder abgebrochen werden, denn damit konnte ja, wie bei der Deutschen Bahn, niemand rechnen, dass im Winter pl\u00f6tzlich Winterwetter herrscht. Dieses Winterwetter zog nat\u00fcrlich speziell zum Nachteil der deutschen Athleten herauf, wie man der Berichterstattung entnehmen konnte, weil sie, wenn der Wettkampf abgebrochen wurde, einer Medaillenchance <a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/olympia\/abbruch-im-super-team-deutschen-skispringern-fehlen-03-punkte,skispringen-super-team-raimund-wellinger-100.html\">beraubt<\/a> wurden, h\u00e4tten sie im Schneetreiben doch locker und l\u00e4ssig noch 0,3&nbsp;Punkte aufholen k\u00f6nnen, oder weil sie, wenn der Wettkampf doch weiterging, mit den Bedingungen <a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/olympia\/nordische-kombination-sturz-von-geiger,video-olympia-noko-sturz-geiger-100.html\">nicht zurechtkamen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit allzu viel Nachdenken, was hinter all den Hochleistungen an physischen und psychischen Opfern, an materiellem und medialem Aufwand steckt, will der Sportjournalismus sein Publikum besser nicht vergraulen. Lieber arbeiten sich die Journalisten am angekratzten nationalen Selbstbild ab, weil schon ab dem zweiten Olympia-Tag ein \u201eentt\u00e4uschender\u201c Tag f\u00fcr Deutschland auf einen \u201ebitteren\u201c folgte und die Moderatorinnen gar nicht mehr aus dem Lamentieren herauskamen, dass es schon wieder weniger Medaillen als letztes Mal und vorletztes Mal und auch das Mal davor schon gegeben habe. In einer endlosen Schraubenpirouette ersehnt der Sportjournalismus zudem den Fall der Helden herbei, d\u00fcrstet nach neuen Heroen und tr\u00e4umt vom Comeback der alten K\u00e4mpen. Wie \u201eunbek\u00fcmmert\u201c doch die 17- bis 20-J\u00e4hrigen auftreten, dass es eine wahre Freude ist! Oder wie sie, oder wahlweise irgendwelche Favoritinnen, \u201edem Druck\u201c leider, leider nicht standhalten k\u00f6nnen&nbsp;\u2013 einem Druck, der nat\u00fcrlich besonders von den Medien selbst heraufbeschworen, gesch\u00fcrt und verwunschen wird. Wie man so h\u00f6rt, werden die Wettk\u00e4mpfe vornehmlich im Kopf gewonnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Deutsche nicht mehr \u201egierig\u201c und \u201ebissig\u201c, nur noch \u201ebrav\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>Ganz gleich, wer welche Wettbewerbe gewinnt, als erste Faustregel gilt: irgendwer verliert immer, und die gr\u00f6\u00dften Deppen in Punkto Fairness stammen aus dem gleichen Land wie der Athlet, den sie \u201ehaten\u201c. Auf den Sozialen Medien gilt ohnehin die anlasslose Beleidigung als Norm&nbsp;\u2013 ganz gleich, ob es um Gewinner oder Verlierer geht oder ob eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jutta_Leerdam\">Sportlerin<\/a> sich auf Insta als Glamour-Girl mit einem Trump-Fan als Freund inszeniert, der n\u00e4chste Athlet seinen ICE-Protest in den <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/olympia\/article69871e76eaacbece9fd1ef0a\/olympia-ice-kritik-pinkel-protest-von-britischem-freestyler-bleibt-ungeahndet.html\">Schnee pinkelt<\/a> oder <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Amber_Glenn\">eine dritte<\/a> mit ihren Storys die LGBTQ-Community wunderbar unterh\u00e4lt. Alle erhalten sie Fanpost, die von Aufmunterung \u00fcber Schm\u00e4hungen bis hin zu Todesdrohungen reicht. \u201eVierfachgott\u201c <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ilia_Malinin\">Ilia Malinin<\/a> aus den USA, der schon vor den Spielen nicht nur die theologisch Interessierten und Kenner der Trinit\u00e4tslehre aufhorchen lie\u00df, beklagte sich v\u00f6llig zu Recht \u00fcber eine Flut von Hassnachrichten, nachdem er in seiner K\u00fcr ausgerechnet vier Spr\u00fcnge verhauen hatte. Selbst in der linksliberalen <em>taz <\/em>war sich ein Autor f\u00fcr H\u00e4me nicht zu schade und sah in Franziska Preu\u00df \u201e<a href=\"https:\/\/taz.de\/Deutsche-Biathleten-am-Abgrund\/!6156103\/\">das Gesicht des Niedergangs<\/a>\u201c im Biathlon, wo die Deutschen doch im Schie\u00dfen und Wegrennen immer so gut gewesen seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Als zweite Faustregel darf gelten, dass Entt\u00e4uschung im Sportuniversum ein dehnbarer Begriff ist. Selbst die \u00e4u\u00dferst erfolgreiche und bestbezahlte Frau Gu sah sich mit der herablassenden Reporterfrage, ob sie denn nun zwei Silbermedaillen gewonnen oder zwei Goldmedaillen verloren habe, konfrontiert, wusste darauf aber genauso <a href=\"https:\/\/www.msn.com\/de-de\/sport\/other\/olympia-star-bricht-in-h%C3%B6hnisches-gel%C3%A4chter-aus\/vi-AA1WB7x9?ocid=msedgdhp&amp;pc=U531&amp;cvid=6996c9a3bd9b454492267507b427f925&amp;ei=25\">stylisch zu antworten<\/a>, wie sie sich \u00fcber H\u00e4nge respektive in der Halfpipe bewegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schizophrenie auf den Punkt brachte unbewusst ein Autor des <em>Kicker <\/em>in seiner <a href=\"https:\/\/www.kicker.de\/das-deutsche-olympia-fazit-da-stimmt-was-nicht-1195671\/artikel\">Olympia-Bilanz<\/a>. Er urteilte erst, die Deutschen seien heute kaum mehr \u201ewirklich gierig, bissig, verzweifelt nach dem Sieg jagend\u201c: \u201eDas ganze Team wirkte sympathisch (\u2026), doch irgendwie auch brav.\u201c Nahtlos stimmte er dann in den Klagegesang ein, der Hass auf den Social Media sei aber auch \u201ewirklich schmerzhaft\u201c und \u201ev\u00f6llig inakzeptabel\u201c. Den h\u00e4tten unsere gro\u00dfartigen Sportler nicht verdient, die tagt\u00e4glich alles f\u00fcr ihren Traum g\u00e4ben, viele Opfer br\u00e4chten und denen am Ende blo\u00df ein paar Hundertstelsekunden fehlten. Eine knappe Niederlage \u201e\u00e4ndert nichts am Respekt, den jeder verdient hat\u201c&nbsp;\u2013 den der Journalist aber offenkundig selbst in seiner \u201ekommentierenden Analyse\u201c (Titel: \u201eDa stimmt was nicht!\u201c) hatte vermissen lassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer will denn da \u201eGeschichte schreiben\u201c?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ganz \u00fcberrascht haben wir da&nbsp;\u2013 einer <em>d\u00e9formation professionelle<\/em> zum Opfer fallend&nbsp;\u2013 die Meldung zur Kenntnis genommen, der Langl\u00e4ufer Johannes Hoesflot Klaebo greife <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/sport\/olympia\/Koenig-Klaebo-greift-nach-dem-Geschichtsbuch-id30378064.html\">nach dem Geschichtsbuch<\/a>, und uns erfreut gefragt, f\u00fcr welche Region jenseits von Trondheim und f\u00fcr welche Epoche sein Herz ganz besonders schlage und wie er bei all seiner ausgedehnten Langlauferei noch zum Lesen komme. Bis wir entt\u00e4uscht feststellen mussten, dass uns einmal mehr eine journalistische Stilbl\u00fcte in die Irre gef\u00fchrt hatte. Best\u00e4ndig fragt man sich, was sich die Damen und Herren der schreibenden Zunft eigentlich unter den vielbesungenen \u201eEintr\u00e4gen in den <a href=\"https:\/\/www.kicker.de\/das-deutsche-olympia-fazit-da-stimmt-was-nicht-1195671\/artikel\">Geschichtsb\u00fcchern<\/a>\u201c vorstellen und woher sie die Idee nehmen, jemand habe \u201eGeschichte geschrieben\u201c, wenn er oder sie irgendeinen Rekord aufstellt, der in ein, zwei oder 50 Jahren wieder gebrochen wird. Als k\u00f6nne ein einzelnes, fl\u00fcchtiges Ereignis \u201eGeschichte\u201c sein! Wer im Zeitalter des Digitalen, wo man kaum mehr die Ergebnisliste von vergangenen Freitag findet, B\u00fccher beschw\u00f6rt, wenn \u00fcber ein trauriges Zeugnis der Verg\u00e4nglichkeit berichtet wird, der m\u00fcsste zur Strafe eigentlich solange ins Archiv verbannt werden, bis er die komplette Geschichte des \u00dcberstrapazierens der Geschichtsbuch-Metapher geschrieben h\u00e4tte. Vielleicht w\u00fcrde ihn das die eigene Substanzlosigkeit lehren&nbsp;\u2013 vielleicht auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Boulevard indes l\u00e4sst noch deutlich tiefer blicken, tritt er doch bei jeder Goldmedaille aufs Neue breit, dass das Geheimnis des Erfolgs von \u201eK\u00f6nig Klaebo\u201c darin liege, dass er immer in <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/sport\/wintersport\/freundin-von-olympia-superstar-osflot-klaebo-packt-aus-er-traegt-jetzt-jeden-tag-dieselbe-unterhose-94176122.html\">derselben Unterhose<\/a> laufe. Der Monarch sah sich mittlerweile sogar gen\u00f6tigt klarzustellen, dass er sie jedes Mal wasche&nbsp;\u2013 was durchaus internationalen Standards entspricht, den IOC-Regeln pers\u00f6nlicher und politischer Neutralit\u00e4t in keinster Weise zuwiderl\u00e4uft und, schenkt man <a href=\"https:\/\/www.dailymail.co.uk\/lifestyle\/article-7363657\/Half-people-dont-change-underwear-day-shocking-study-reveals.html\">Umfragen<\/a> Glauben, sogar \u00fcber dem Durchschnitt liegt. Aber das ist nun wirklich eine andere Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Respekt in allen Farben, aber bitte neutral und nicht zu pers\u00f6nlich<\/h2>\n\n\n\n<p>In diesem medialen Umfeld erstrahlt der Fall der Eisschnelll\u00e4uferin Josephine Schl\u00f6rb ganz unverhofft in hellem Licht. Nicht nur in Hinblick auf die Weltlage, sondern wohl auch in eigener Sache hatte sie mehrere bedenkenswerte Statements auf ihr Arbeitsger\u00e4t aufgedruckt, etwa \u201eHass ist keine Meinung\u201c, \u201eFrauenrechte sind Menschenrechte\u201c oder \u201eDiskriminierung ist ein Verbrechen\u201c. Als offenkundige Anh\u00e4ngerin einer regelbasierten Weltordnung legte die Vize-Europameisterin ihre Kufen vorab dem Deutschen Olympischen Sportbund vor, der angesichts der heiklen Sache das IOC einschaltete. Dieses wiederum entschied nach einem halben Jahr kurz vor dem Startschuss mit Verweis auf Regel 50 der olympischen Charta, dass das so nicht gehe: Das Spielfeld, junge Dame, muss frei von politischen Gedanken bleiben. Daraufhin \u00fcberklebte die Dresdnerin die Aufschriften, was dem IOC nun aber auch wieder nicht behagte. Die Unkenntlichmachung er\u00f6ffne ein Spielfeld der Nachfragen dar\u00fcber, was denn \u00fcberklebt worden sei. So legte Frau Schl\u00f6rb schlie\u00dflich Schlittschuhe zur Genehmigung vor, auf denen das Wort \u201eRespekt\u201c in verschiedenen Farben und Sprachen zu lesen war. Erst das war dann dem IOC neutral genug. Wer solche Regelh\u00fcter hat, braucht sich um deren Gegner nicht zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"320\" src=\"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-2__josephine_schloerb_7d8f3a19c9.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-4895\" srcset=\"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-2__josephine_schloerb_7d8f3a19c9.webp 320w, https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-2__josephine_schloerb_7d8f3a19c9-300x300.webp 300w, https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-2__josephine_schloerb_7d8f3a19c9-150x150.webp 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 85vw, 320px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die deutsche Eisschnelll\u00e4uferin Josephine Schl\u00f6rb. Foto: Team Deutschland (<a href=\"https:\/\/www.teamdeutschland.de\/team\/details\/josephine-schloerb\">Josephine Schl\u00f6rb | Team Deutschland<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In seinem Versuch, V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung, Fairness und den Kampf gegen Rassismus in vollkommener, politischer Neutralit\u00e4t voranzutreiben, ist das IOC stets eifrig bem\u00fcht, sich nach Strich und Faden l\u00e4cherlich zu machen. Die Disqualifikation des Ukrainers Wladyslaw Heraskewytsch und sein <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/kommentar-olympia-ioc-ausschluss-wladislaw-heraskewytsch-skeleton-ukraine-100.html\">Ausschluss aus Olympia<\/a> kamen daher nicht wirklich \u00fcberraschend. Stein des Ansto\u00dfes war in diesem Fall der <a href=\"http:\/\/Fall Heraskewytsch - wenn ein Helm zum Politikum wird\">Helm<\/a>, auf dem der Skeletonpilot 20 Fotos von Sportlerinnen und Sportlern drucken lie\u00df, die im russischen Angriffskrieg ihr Leben gelassen hatten, darunter auch Nachwuchs-Olympioniken. <\/p>\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit bestand f\u00fcr das IOC darin, einen regelbasierten Ausschlussgrund zu finden. Offiziell wurde schlie\u00dflich ein Versto\u00df gegen Regel 40 festgestellt, welche besagt, das Spielfeld m\u00fcsse frei von kommerziellen oder pers\u00f6nlichen Botschaften bleiben. Den Helm-Bildern war freilich gar keine, auch keine pers\u00f6nliche, Botschaft beigesellt, au\u00dfer eben der indirekte Hinweis darauf, dass es einen schon pers\u00f6nlich mitnehmen kann, wenn Freunde und Bekannte so mir nichts, dir nichts dahingerafft werden. Das IOC nutzte Regel 40 lediglich, weil Regel 50 (politische Neutralit\u00e4t) ja nicht ging. Die Frage des Politischen musste umschifft werden, hatte das IOC doch selbst Russland und Belarus wegen des Krieges, also aus politischen Gr\u00fcnden, von den Spielen ausgeschlossen&nbsp;\u2013 wegen \u201eSt\u00f6rung des olympischen Friedens\u201c. So schloss das IOC nun also einen Athleten aus, der Position gegen eben jenen Krieg bezog, wegen dem das IOC daselbst Russland ausgeschlossen hatte. H\u00e4tte das IOC nicht aufgepasst und rechtzeitig mit dem Nachdenken \u00fcber die ganze Sache aufgeh\u00f6rt, w\u00e4re es wom\u00f6glich noch zu dem Entschluss gekommen, sich selbst von den Spielen ausschlie\u00dfen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders hohl ist an der Anwendung von Regel 40, dass sie eigentlich die Meinungsfreiheit der Athleten sch\u00fctzen soll, jetzt aber genutzt wurde, um eben diese <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Hb9IxolXTnc\">einzuschr\u00e4nken<\/a>, so was kennt man ja nicht nur aus dem Sport. Hohl ist die Anwendung der Antikommerz-Regel auch deshalb, weil die Spiele von A bis Z durchkommerzialisiert sind; zwei Dutzend Top-Funktion\u00e4re des IOC greifen Berichten zufolge j\u00e4hrlich einen Betrag um die <a href=\"https:\/\/taz.de\/Medienereignis-Olympische-Spiele\/!6156536\/\">15<\/a> Millionen US-Dollar oder <a href=\"https:\/\/www.sportandpolitics.de\/rekord-gehalter-ioc-direktoren-kassieren-mehr-geld-als-samtliche-olympiasieger-und-olympische-fachverbande\/\">mehr<\/a> ab. In den F\u00e4ngen des IOC und als Repr\u00e4sentanten ihrer jeweiligen gro\u00dfartigen Nation werden Athleten aber wie unm\u00fcndige Kinder behandelt. Die Profisportler m\u00fcssen so tun, als w\u00e4ren sie keine, und k\u00f6nnen ihre Medaillen erst nach den Spielen versilbern. Auf den Sozialen Medien wiederum d\u00fcrfen sie derweil treiben, was sie wollen. Der Pinkel-Protest des Briten gegen ICE blieb genauso <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/olympia\/article69871e76eaacbece9fd1ef0a\/olympia-ice-kritik-pinkel-protest-von-britischem-freestyler-bleibt-ungeahndet.html\">ungeahndet<\/a> wie das <a href=\"https:\/\/taz.de\/MAGA-Party-in-der-Kabine-der-US-Eishockeymannschaft-Direkte-Verbindung-zu-Trump\/!6157397\/\">MAGA-Gegr\u00f6le<\/a> der US-Eishockeyspieler. Bei deren Match gegen D\u00e4nemark zeigten die Zuschauer eine <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/olympia\/article6991700983d9d9ddb8c2c1f6\/olympia-als-groenland-flagge-beim-usa-spiel-gezeigt-wird-schreiten-sicherheitsbeamte-ein.html\">Gr\u00f6nland-Flagge<\/a>, und die gr\u00f6nl\u00e4ndische Biathletin Ukaleq Slettemark f\u00fcgte erl\u00e4uternd hinzu: \u201e<a href=\"https:\/\/www.eurosport.de\/biathlon\/olympia-mailand-cortina\/2026\/donald-trump-ist-ein-riesiger-idiot-groenlands-biathleten-vertreten-starke-meinung_sto23268610\/story.shtml\">Donald Trump ist ein riesiger Idiot<\/a>.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Zur Erinnerung: Da der Kampf gegen Rassismus \u2013 speziell in den USA und wegen Herrn Trump \u2013 als umstritten gilt, hatte das IOC 2021 bei den Sommerspielen in Tokio einen Formelkompromiss f\u00fcr symbolische Handlungen gefunden, nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr den tats\u00e4chlichen Kampf gegen Rassismus. Fu\u00dfballerinnen, die per Kniefall gegen Rassismus demonstrieren wollten, durften dies kurz vor und nach dem Spiel tun. Das IOC wollte den eigenen Mitarbeitern lediglich verbieten, Bilder davon auf den eigenen Social-Media-Kan\u00e4len zu posten. An der Stelle entpuppte sich das IOC aber dann doch nicht als so durchsetzungsstark. <\/p>\n\n\n\n<p>Der ukrainische Schlittenfahrer hatte also, wie alle anderen auch, das gute Recht, vor dem Rennen so viele Fotos zu posten, wie er wollte, und in Interviews seine Motivation so oft zu erl\u00e4utern, wie es eben ging. Nur Bilder von den Helmfotos w\u00e4hrend des Rennens wollte das IOC partout verhindern. Keine Rolle spielte bei dieser Entscheidungsfindung, dass die aufgedruckten Fotos bei 130 Stundenkilometern im Eiskanal sowieso nicht zu erkennen gewesen w\u00e4ren. Auf das \u201eAngebot\u201c des IOC, mit einem neutralen Trauerflor seiner pers\u00f6nlichen Best\u00fcrzung Ausdruck zu verleihen, lie\u00df sich Herr Heraskewytsch nicht ein; er beharrte auf seiner eigenen Kopfbedeckung. Als neutraler Beobachter wunderte man sich da, dass das IOC nicht l\u00e4ngst auf das Argument gekommen war, wer so einen Dicksch\u00e4del habe, m\u00fcsse eben ohne Helm die Bahn hinabsausen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das IOC im Tal der Tr\u00e4nen<\/h2>\n\n\n\n<p>So richtig befremdlich wurde die ganze Sache aber erst, als IOC-Chefin Kirsty Coventry, die erste Frau und Afrikanerin im h\u00f6chsten Amt der Olympier, meinte, die Urteilsverk\u00fcndigung gegen den Ukrainer durch das Vergie\u00dfen eigener Tr\u00e4nen untermalen zu m\u00fcssen. Mit Fug und Recht darf hier von den Tr\u00e4nen eines Krokodils gesprochen werden, da die ehemalige Top-Schwimmerin aus Simbabwe wegen ihrer jahrelangen Best\u00e4ndigkeit im Becken den Shona-Beinamen <em>mangwenya<\/em> (Krokodil) tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl sie zur wei\u00dfen Minderheit im Land geh\u00f6rt, \u00e4u\u00dferte sie sich nie kritisch \u00fcber den heimischen Diktator <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Mugabe\">Robert Mugabe<\/a> und seine Anti-Wei\u00dfen-Politik. Nach ihren Erfolgen 2004&nbsp;\u2013 Psst!, Sie haben das nicht von mir, Sie k\u00f6nnen das ja alles selber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kirsty_Coventry#Bedeutung_in_Simbabwe\">nachgoogeln<\/a>&nbsp;\u2013&nbsp; schenkte ihr Mugabe 50.000&nbsp;US-Dollar, die sie dankend an das Simbabwische Olympische Komitee weiterreichte, und 2008 gab es noch einmal 100.000&nbsp;US-Dollar. Als Mugabe dann endlich von einem langj\u00e4hrigen Weggef\u00e4hrten wegputscht wurde, gab es noch eine Farm als Geschenk und den Posten der Sportministerin obendrauf. V\u00f6llig nachvollziehbar, dass Menschen mit ihrem moralischen und politischen Kompass der Ansicht sind, dass Hautfarbe keine Rolle spiele und die Olympischen Spiele \u201epolitisch neutral\u201c sein m\u00fcssten, wie sie etwa 2021 sagte. International galt Frau Coventry als enge Verb\u00fcndete des gleichfalls untadligen Sportsmanns Thomas Bach, dem sie 2025 im Amt nachfolgte. Auch er, in dessen \u00c4gide die Spiele von Sotschi 2014 und Peking 2022 fielen, verstand sich bestens auf politische Neutralit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich erinnert der Ausschluss des Ukrainers an den Protest gegen Rassismus durch die US-Sprinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Black-Power-Protest_bei_den_Olympischen_Spielen_1968\">Tommie Smith und John Carlos<\/a>, die 1968 nach ihrem Rennen von den Spielen in Mexiko-City ausgeschlossen wurden, aber wenigstens ihre Medaillen behalten durften. Beide Sportler wurden jahrelang wegen ihres Protests verfemt, aber ab den 1980er Jahre allm\u00e4hlich rehabilitiert &#8211; John Carlos arbeitete sogar f\u00fcr das Organisationskomitte der Sommerspiele in LA von 1984. In den USA wurden sie sp\u00e4ter sogar verschiedentlich geehrt. Nur das IOC hat sich bis heute nicht offiziell entschuldigt. Bei den panamerikanischen Spielen in Lima 2019 reckte US-Hammerwerferin Gwen Berry wie dereinst ihre Landsleute die Faust in die H\u00f6he, wurde allerdings anders als diese nicht sofort suspendiert, sondern nur mit einer Bew\u00e4hrungsstrafe belegt. Es gibt also durchaus eine Lernkurve beim IOC, auch wenn sie flach ausf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"357\" height=\"500\" src=\"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-3_John_Carlos_Tommie_Smith_Peter_Norman_1968cr-357x500.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4897\" srcset=\"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-3_John_Carlos_Tommie_Smith_Peter_Norman_1968cr-357x500.jpg 357w, https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-3_John_Carlos_Tommie_Smith_Peter_Norman_1968cr-214x300.jpg 214w, https:\/\/ieg.hypotheses.org\/files\/2026\/02\/Bild-3_John_Carlos_Tommie_Smith_Peter_Norman_1968cr.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 85vw, 357px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ikonisches Bild von den Sommerspielen 1968: Tommie Smith (Gold) und John Carlos (Bronze) demonstrieren bei der Siegehrung gegen den Rassismus in den USA. Der zweitplatzierte Australier Peter Norman solidarisierte sich ebenfalls mit dem Protest. Foto: Wikipedia (gemeinfrei, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Black-Power-Protest_bei_den_Olympischen_Spielen_1968#\/media\/Datei:John_Carlos,_Tommie_Smith,_Peter_Norman_1968cr.jpg\">John Carlos, Tommie Smith, Peter Norman 1968cr &#8211; Black-Power-Protest bei den Olympischen Spielen 1968 \u2013 Wikipedia<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>IOC-Pr\u00e4sident war 1968 \u00fcbrigens der US-Amerikaner <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Avery_Brundage\">Avery Brundage<\/a>, ebenfalls ein versierter Moralkompassbediener. Er drohte, das gesamte Team USA von Olympia auszuschlie\u00dfen, wenn es nicht von selbst Smith und Carlos hinauswerfe. Schon 1936, damals noch als Pr\u00e4sident des US-amerikanischen Olympischen Komitees, hatte er sich unter Verweis auf die politische Neutralit\u00e4t gegen einen Boykott der Spiele in Berlin stark gemacht. Das Bleichgesicht sah beeindruckend hellsichtig, dass Smith und Carlos mit ihrer \u201e\u00fcblen\u201c Geste gegen die olympische Idee versto\u00dfen h\u00e4tten, w\u00e4hrend es sich beim \u201eHitlergru\u00df\u201c nur um den damals \u00fcblichen nationalen Gru\u00df unter Deutschen gehandelt habe. Auch 1972 lie\u00df er wieder zwei US-Sprinter, Vince Matthews and Wayne Collett, von Olympia ausschlie\u00dfen, weil sie widerrechtlich bei der US-Hymne herumgefeixt h\u00e4tten. Und zu guter Letzt pr\u00e4gte er den Satz \u201eThe games must goes\u201c, nachdem elf Mitglieder des israelischen Teams beim <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Munich_massacre\">Olympia-Attentat<\/a> 1972 ermordet worden waren. Ein Satz, der die Gro\u00dfartigkeit der Spiele perfekt zum Ausdruck brachte. Ihr Kr\u00e4merseelen, h\u00e4tte er auch sagen k\u00f6nnen, die Sache, um die es geht, ist viel gr\u00f6\u00dfer als ein einzelnes Menschenleben, und \u00fcberhaupt: Schwamm dr\u00fcber. Erst 49&nbsp;Jahre sp\u00e4ter, bei der Er\u00f6ffnungsfeier in Tokio, gab es erstmals bei Olympia <a href=\"https:\/\/www.sport1.de\/news\/olympia\/2021\/07\/olympia-2021-schweigeminute-fur-opfer-von-munchen-1972-beendet-langen-streit\">eine Schweigeminute<\/a> zum Gedenken an Verstorbene, in die auch die Opfer von \u201972 eingeschlossen waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Im aktuellen Fall ist besonders erstaunlich, dass sich der Ausschluss Russlands anscheinend allm\u00e4hlich dem Ende zuneigt, obwohl der Grund f\u00fcr den Ausschluss fortbesteht. Gerade geht der Krieg in der Ukraine durch den vierten Winter und wird gegen die Zivilbev\u00f6lkerung besonders hart gef\u00fchrt. F\u00fcr die bevorstehenden Paralympics jedoch sind russische Sportler gerade dabei, ihre Fahnen wieder rauszuholen und auszurollen. In Italien waren jetzt schon rund 20 individuelle Sportler aus Russland und Belarus zugelassen, die als \u201eneutral\u201c genug eingestuft wurden&nbsp;\u2013 Bedingung: keine Sportsoldaten, keine direkte Propaganda f\u00fcr den Krieg. Mehrere andere&nbsp;\u2013 wohl rund zwei Dutzend&nbsp;\u2013 hatten rechtzeitig vor den Spielen den nationalen Verband gewechselt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein besonders nettes Beispiel ist Eteri Georgijewna <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eteri_Georgijewna_Tutberidse\">Tutberidse<\/a>, in den Medien manchmal liebevoll als \u201e<a href=\"https:\/\/taz.de\/Russische-Eiskunstlaufschule\/!6153318\/\">das Biest<\/a>\u201c oder die \u201e<a href=\"https:\/\/www.sport1.de\/news\/olympia\/2026\/02\/olympia-die-eishexe-lost-wieder-unbehagen-aus\">Eishexe<\/a>\u201c tituliert, da sie in Milano wieder an der Bande stand. Bevor Sie jetzt ahnungslos rufen: Wer? Ja, das ist die f\u00fcr ihre harten Trainingsmethoden bekannte \u00dcbungsleiterin aus der russischen Eislaufschule, die 2022 <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kamila_Valieva\">Kamila Walijewa<\/a> betreute. Sie wissen schon: die L\u00e4uferin, die nach dem Pflichtprogramm des Dopings \u00fcberf\u00fchrt worden war und dann vom russischen Verband gezwungen wurde, trotz aller Proteste noch ihre K\u00fcr zu laufen. Die erst 16-J\u00e4hrige entpuppte sich dabei auch als eine, die dem \u201eDruck\u201c nicht standhielt und ihren Auftritt v\u00f6llig verpatzte, worauf ihre Trainerin sie vor laufenden Kameras r\u00fcde r\u00fcffelte. Selbst Sportsmann Thomas Bach lief es da eigenen Worten zufolge kalt den R\u00fccken hinunter, und er beklagte eine \u201e<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/sport\/olympia\/olympia-2022-ioc-boss-thomas-bach-kritisiert-umfeld-von-kamila-walijewa-a-4f2fa3c9-2994-4dd7-b620-9f16501c6c05\">emotionale K\u00e4lte<\/a>\u201c, die sich in der Eishalle ausgebreitet habe. Konsequenz&nbsp;1: das IOC erh\u00f6hte das Mindestalter f\u00fcr Eiskunstl\u00e4ufer:innen bei Olympia auf 17, was sicherlich ein gro\u00dfer Schritt f\u00fcr die Menschheit in Richtung Schutz von Minderj\u00e4hrigen darstellt. Konsequenz&nbsp;2: Trainerin Tutberidse betreut in Italien ganz neutral eine russische L\u00e4uferin und ist \u00fcber den georgischen Verband akkreditiert, also: keine Konsequenz, was aber auch irgendwie konsequent ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fluide Grenzen und Professionalisierung f\u00fcr die Jugend der Welt<\/h2>\n\n\n\n<p>Angesichts des Ausschlusses russischer Athleten hat nicht nur das Russischsein Schlupfl\u00f6cher erhalten. Der gesamte Nationalismus, der beim IOC ja Methode hat, wird nicht mehr so streng gehandhabt wie fr\u00fcher. Dass im Paarlaufen bei Olympia anders als bei Weltmeisterschaften nur Duette aus dem gleichen Land antreten d\u00fcrfen, bef\u00f6rdert den Wechsel der Staatsangeh\u00f6rigkeit, nicht nur bei in Russland ausgebildeten L\u00e4ufern, wie etwa bei einer H\u00e4lfte des deutschen Eiskunstlaufpaares, das in Italien an den Start ging und Bronze holte. Auch in anderen Sportarten gibt es Personen, die einen Wechsel vollzogen haben. Frau Gu, die geb\u00fcrtige Amerikanerin, sammelt Medaillen f\u00fcr China, und <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Alysa_Liu\">Alysa Liu<\/a>, Tochter eines Mannes, der nach dem Tiananmen-Massaker aus China floh, gewann Gold im Eiskunstlauf f\u00fcr die USA. Selbst f\u00fcr Brasilien lief es ganz gut, konnte es doch erstmals eine Medaille im Wintersport ergattern: Gold im Riesenslalom. Der Ergatterer, Lucas Pinheiro Braathen, wedelte bis vor knapp zwei Jahren noch als Norweger die H\u00e4nge hinunter. Dann \u00fcberwarf er sich mit seinem Verband, entdeckte seine brasilianische Mutter wieder und wechselte den Verband, auch wenn sich in seiner ganzen Entourage bis heute <a href=\"https:\/\/taz.de\/Gold-beim-Riesenslalom-in-Bormio\/!6154750&amp;s=brasilien\/\">kein einziger Brasilianer<\/a> findet. Obwohl man Brasilien die Medaille ja g\u00f6nnt, erschreckt man doch bei dem Gedanken, das IOC k\u00f6nnte demn\u00e4chst auf die Idee kommen, Winterspiele im brasilianischen Regenwald auszurichten, weil es dort einen noch unerschlossenen Wachstumsmarkt erblickt. So was kann man heutzutage nicht mehr v\u00f6llig ausschlie\u00dfen, wurden doch erst j\u00fcngst die f\u00fcr 2029 in Saudi-Arabien geplanten Asiatischen Winterspiele aus unerfindlichen Gr\u00fcnden&nbsp;\u2013 wahrscheinlich haperte es noch ein wenig bei der Konversion von Schwertern zu Schneepfl\u00fcgen&nbsp;\u2013 abgesagt und nach Kasachstan verlegt. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was den <a href=\"https:\/\/taz.de\/Abschlussfeier-der-Winterspiele\/!6156741\/\">heiligen Ernst<\/a> anbelangt, mit dem Italien seine Nationalflagge bei der Abschlussfeier hisste, so ist doch die Bemerkung angebracht, dass die Winterspiele <a href=\"https:\/\/taz.de\/Fehlende-Repraesentanz-Sueditaliens\/!6156544\/\">S\u00fcditalien<\/a> relativ kalt lie\u00dfen und sich manche Athletin, nur weil sie im Ausland trainiert, fragen lassen musste, ob sie <a href=\"https:\/\/taz.de\/Nationalismus-bei-Olympia\/!6155947\/\">wirklich Italienerin<\/a> sei. Nationen sind eben emotional aufgeladene, manchmal umstrittene Konstrukte mit oftmals k\u00fcnstlichen Grenzen. Rechnete man etwa die ganzen S\u00fcdtirolerinnen und S\u00fcdtiroler heraus, was vor allem in Franz-Klammer-Land ein beliebter Sport ist, w\u00e4re die italienische Bilanz auch nur halb so gut. Aber das ist Schnee von gestern. Viel wichtiger ist, dass Wintersport oftmals ein elit\u00e4rer, weil kostspieliger Sport ist und einen Gro\u00dfteil von L\u00e4ndern und Regionen einfach ausschlie\u00dft. Die sollen ja bitte sch\u00f6n zum Skitourismus in die Alpen oder so kommen, nicht nur weil zu Hause noch weniger Schnee liegt, sondern weil da die Trainingsm\u00f6glichkeiten recht begrenzt sind&nbsp;\u2013 selbst in Deutschland fehlen etwa <a href=\"https:\/\/taz.de\/Deutsche-Ski-Halfpiperin-Cakmakli\/!6155640\/\">gro\u00dfe Halfpipes<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Und da wir hier die langen Linien nicht aus dem Blick verlieren wollen: der Vision\u00e4r <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pierre_de_Coubertin\">Pierre de Coubertin<\/a> sah mit der olympischen Idee den Weltfrieden heraufdr\u00e4uen, allein durch den sportiven Wettkampf der Jugend aller Nationen ohne die Frauen. Hat nicht ganz geklappt, kamen unter anderem zwei Weltkriege dazwischen. Der erste Olympiasieger in der bis 1948 ausgetragenen Disziplin Literatur machte sich im \u00dcbrigen seinen eigenen Reim darauf, dass die Spiele 1936 von einem politischen Regime ausgenutzt wurden. Hauptsache sie seien <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pierre_de_Coubertin\">\u201egrandios\u201c<\/a>, lie\u00df er verlauten.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher abschlie\u00dfend noch folgende Hinweise: Die Ewiggestrigen waren, wie \u00fcberall sonst, auch im Sportbusiness immer da und wittern jetzt gerade R\u00fcckenwind. Doch wenn der Fortschritt eine Schnecke ist, so sind die alten Visionen Schleimspuren, an denen man nicht kleben bleiben sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Olympia d\u00fcrfen eben mittlerweile, anders als von de Coubertin intendiert, Frauen jeden Talents und jeder Orientierung fast \u00fcberall antreten. Im Wintersport sind sie nur noch in der Nordischen Kombination au\u00dfen vor, und hier stellt sich f\u00fcr 2030 nur noch die Frage, ob der <a href=\"\/Users\/brabsche\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/M1CJ2GCL\/die%20Frauen,%20die%20jetzt%20schon%20daf\u00fcr%20trainieren,\">Wettbewerb<\/a> ganz abgeschafft wird, ehe die Frauen zugelassen werden.<sup data-fn=\"f3feabe0-ddca-498b-bf29-b1c9f39347c4\" class=\"fn\"><a href=\"#f3feabe0-ddca-498b-bf29-b1c9f39347c4\" id=\"f3feabe0-ddca-498b-bf29-b1c9f39347c4-link\">1<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Dass zudem das Nationale f\u00fcr die Jugend dieser Welt kein v\u00f6lkisch determiniertes Schicksal mehr ist, sondern l\u00f6chrig geworden ist und fluide Grenzen hat, ist auch ein Effekt der Professionalisierung im Spitzensport. In einer mobilen Welt mit internationalen Trainingsgruppen und Trainingslagern hat nationale Zugeh\u00f6rigkeit einfach an Bedeutung verloren, trotz Medaillenz\u00e4hlerei und Fahnenschwenkerei. Eislauf-Choreograph <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Beno%C3%AEt_Richaud\">Beno\u00eet Richaud<\/a> etwa arbeitete bei den Spielen in Italien mit 16 Athletinnen und Athleten aus 13 L\u00e4ndern zusammen. Und der fr\u00fchere mehrfache Olympiasieger Johannes Thingnes B\u00f8 regte f\u00fcr die deutschen Frauen und M\u00e4nner im Biathlon ein gemeinsames Trainingslager mit Norwegern und Franzosen an, damit sie wieder wettbewerbsf\u00e4higer werden. Und wenn jetzt noch einmal 50&nbsp;Jahre ins Land ziehen, wird bestimmt auch mal das IOC aus freien St\u00fccken irgendetwas Sinnvolles gegen Rassismus, Korruption und Machtmissbrauch unternehmen und ein bisschen konsequenter gegen Krieg vorgehen. Ein paar Trippelschritte w\u00fcrden schon reichen, es muss ja nicht gleich der ganz gro\u00dfe Weltfrieden anvisiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ach, und ehe wir\u2019s vergessen und die Stimmung zu gut wird: Heuer ist noch Fu\u00dfball-WM in Nordamerika. Und in zwei Jahren er\u00f6ffnet Frau Coventry die Sommerspiele in LA zusammen mit Herrn Trump, dem Friedensengel. Da freuen wir uns jetzt schon drauf. Dabei sein ist alles.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><em>F\u00fcr unseren Autoren Manfred Sing sind die Kommentare des ARD-Reporters Daniel Weiss der einzige Grund, Eistanz- und Eiskunstlauf-Wettbewerbe im Livestream anzuschauen. Er findet, es handele sich nicht um die gleiche Sportart, wenn Weiss nicht kommentiert.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><em>Titelbild: Der Helm des Ansto\u00dfes: Der \u201eHelm der Erinnerung\u201c des ukrainischen Skeletonpilots Wladyslaw Heraskewytsch. Foto: Wikipedia (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wladyslaw_Heraskewytsch#\/media\/Datei:Helmet_of_remembrance_03.jpg\">Helmet of remembrance 03 &#8211; Wladyslaw Heraskewytsch \u2013 Wikipedia<\/a>)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<ol class=\"wp-block-footnotes\"><li id=\"f3feabe0-ddca-498b-bf29-b1c9f39347c4\">Update (30.03.2026): Die Frage, wer im Sport als Frau gilt und wer nicht, besch\u00e4ftigt das IOC allerdings weiterhin. Ende M\u00e4rz 2026 k\u00fcndigte Kirsty Coventry an, dass das IOC 2028 zum \u201eSchutz der Frauen-Kategorie\u201c wieder <a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/olympia\/ioc-fuehrt-verpflichtende-geschlechtertests-ein,ioc-coventry-geschlechtertests-transfrauen-100.html\">verbindliche Geschlechtstests<\/a> f\u00fcr Frauen einf\u00fchren wird. Fluide Grenzen in Geschlechterfragen sind dem IOC mehr als suspekt. Geschlechtstests, die es schon 1968 gab, sind indes umstritten, da sie die Frage des Geschlechts auf ein genetisches Merkmal herunterbrechen. 1999 hatte das IOC die Tests eingestellt, da sie als unzuverl\u00e4ssig und wissenschaftlich umstritten galten. Die Wiedereinf\u00fchrung von Tests wird unter anderem auch von US-Pr\u00e4sident Trump mit dem Argument bef\u00fcrwortet, man m\u00fcsse \u201eM\u00e4nner aus dem Frauensport heraushalten\u201c. Auch deshalb wird die Wiedereinf\u00fchrung der Tests von Kritiker:innen als Teil des j\u00fcngsten <a href=\"https:\/\/taz.de\/IOC-fuehrt-Geschlechtertests-wieder-ein\/!6162826\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/taz.de\/IOC-fuehrt-Geschlechtertests-wieder-ein\/!6162826\/\">Kulturkampfes <\/a>angesehen.   <a href=\"#f3feabe0-ddca-498b-bf29-b1c9f39347c4-link\" aria-label=\"Jump to footnote reference 1\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><\/ol>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Versuch einer unverdrossen optimistischen Nachlese zu den Olympischen Winterspielen in Italien &#8211; wider den Kulturpessimismus.<\/p>\n","protected":false},"author":86976,"featured_media":4881,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_license":"CC-BY-SA-4.0","publish_to_discourse":"","publish_post_category":"","wpdc_auto_publish_overridden":"1","wpdc_topic_tags":"","wpdc_pin_topic":"","wpdc_pin_until":"","discourse_post_id":"","discourse_permalink":"","wpdc_publishing_response":"","wpdc_publishing_error":"","footnotes":"[{\"id\":\"f3feabe0-ddca-498b-bf29-b1c9f39347c4\",\"content\":\"Update (30.03.2026): Die Frage, wer im Sport als Frau gilt und wer nicht, besch\\u00e4ftigt das IOC allerdings weiterhin. 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Auch deshalb wird die Wiedereinf\\u00fchrung der Tests von Kritiker:innen als Teil des j\\u00fcngsten <a href=\\\"https:\\\/\\\/taz.de\\\/IOC-fuehrt-Geschlechtertests-wieder-ein\\\/!6162826\\\/\\\" data-type=\\\"link\\\" data-id=\\\"https:\\\/\\\/taz.de\\\/IOC-fuehrt-Geschlechtertests-wieder-ein\\\/!6162826\\\/\\\">Kulturkampfes <\\\/a>angesehen.  \"}]"},"categories":[28],"tags":[550,542,208,539,548,555],"ppma_author":[379],"class_list":["post-4874","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-opinion","tag-geschichtsbuch","tag-olympia","tag-rassismus","tag-sportjournalismus","tag-ukraine","tag-weltfrieden"],"authors":[{"term_id":379,"user_id":86976,"is_guest":0,"slug":"singm","display_name":"Manfred Sing","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/f0eec63235a596c5a029bd1638892ed9566412ef1fb2e03c6edbfc2a16a35bce?s=96&d=blank&r=g","1":"","2":"","3":"","4":"","5":"","6":"","7":"","8":""}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4874","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/users\/86976"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4874"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4874\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5758,"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4874\/revisions\/5758"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4874"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4874"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4874"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/ieg.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/ppma_author?post=4874"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}