Laut Asterix-das Kartenspiel bestand das römische Heer vor allem aus Generälen, Legionären und Hornisten. Wer vier Hornisten in seine Truppe sammeln kann, bekommt 100 Bonuspunkte.
Die Benutzung einer Küche macht mehr Spaß, wenn die Spülmaschine und vor allem der Wasseranschluss in der Küche problemlos funktioniert.
Noch 13 unausgepackte Umzugskartons, derzeit aber auch noch einige neu angebrachte ungenutzte Regalbretter.
Madame nutzte die Chance der funktionierenden Küche zum Einkauf bei Ledo, brachte guten frischen Kimchi, noch frischere Artischocken und Doraden mit. Das Suppenhuhn hatten wir an Neujahr aus dem Suppenhuhnautomat nahe der Latifundien gelassen.
Es waren die letzten Tage zwischen Weihnachten und dem zurückkehrenden ernsthaften Ernst des Lebens. Einer davon mit Arbeit, einer mit Besuch aus Wien, und zwei Filmen.
Der wir-Schwimmen-zu-Hause-Streak hielt zumindest bis zum 4. Januar. Wenn ich richtig rechne, waren wir am 2. und am 4. im Becken. Madame besorgte sich eine Monatskarte und beschloss, sich mit Total Immersion zu beschäftigen. Das bringt uns gerade einige Zeit ins Nichtschwimmer– Lehr-Schwimmbecken, um lustige Übungen zu machen. Auch wenn wir verschiedene Startpunkte haben, profitieren wir beide stark davon.
(Immer noch mit dem eigenartigen Gefühl, dass vermutlich jede Person am Beckenrand weiß wer wir sind und im Zweifel interessiert zuschaut).
Der Yorck-Unlimited-Pass verleitete zu zwei Kinobesuchen in den ersten drei Tagen des Jahres (damit bisher 119 Euro/Besuch). Beide Filme waren auf ihre Art episch, manchmal schwierig, aber hochspannend: New York, New York im Rahmen der Reihe Boulevard Noir im Yorck-Kino und Sinners im Odeon.
Start spreading the news
Das Jahr beginn mit einem Martin-Scorsese-Musical. New York, New York von 1977 bewies warum das Genre des Depri-Musicals sich nicht durchsetzte. Aber was für ein Film. Ein Film
- Der eine Hommage an die Hollywood-Musicals der 1940er war
- Aber sich in einem 1970er gritty Sozialrealismus zu Hause fühlte
- Ein Vehikel für Robert de Niro und Liza Minella darstellte
- Zeigte, dass der Mensch der künstlerisch auf der „richtigen und wahren“ Seite steht trotzdem ein totales Arschloch sein kann
- Jazz und Swing der 1940er feierte (in seiner BigBand- und seiner Harlem-Club-Version. So spannend wie verschieden sich eine eigentlich sehr ähnliche Musik im Film anhören kann)
- Der auf Rassentrennung der USA in den 1940ern/1950ern hinwies
- Vollkommen zurecht Liza Minellas Hairstylist im Vorspann erwähnte (Sydney Guilaroff – „a British-American hair stylist during Hollywood’s Golden Age, and the first to receive on-screen credit in films“)
- Großartige Musiknummern hatte
- Halb ausversehen eine Hymne in die Welt setzte. (eben jenes New York, New York – man musste sich beim Zusehen immer wieder sagen, dass der Song dem damaligen Publikum komplett unbekannt war, weil eben nur für den Film geschrieben)yout
- Mit seit einer Woche einen Ohrwurm in den Kopf setzt
- Großartige immer wieder Tricktechniken der 1940er zitierte
- Ein spaciges Musical im Musical vorführte
- Das vermutlich unpassendste und schlechtgelaunteste Liebes- und Ehepaar der Musicalgeschichte porträtierte
This movie ain’t no fun. Aber so so spannend und mitreissend beim zusehen.
Ain’t no Haints
Sinners (Titel im deutschen Verleih: Blood and Sinners) ist fast 50 Jahre jünger als New York, New York, aber wie dieser Film auch ein unfrohes Musical. Bei Sinners sind die Probleme Vampire und Rassismus.
Der Film, laut irgendwelcher Internetseiten derzeit übrigens Oscar-Frontrunner, ist einerseits ein klassischer Genrefilm Vampire des Jahres 2025 mit demenstprechend viel Blut, Gewalt und Trickeffekten. Brauch ich nicht, kann ich (im Gegensatz zu Madame) aber auch ganz gut ignorieren, und die Genrekonventionen einfach als Mittel zum Zweck ansehen:
Der Film erzählt eine Geschichte über das Schwarze Mississippi der 1930er. Die Sklaverei ist de jure seit über 60 Jahren beendet, de facto existiert sie durch das Sharecorpping-System weiter. Schwarze arbeiten auf den endlosen Baumwollplantagen und werden mit selbstgeschnitzten Holzdollars bezahlt. Wer aufmuckt kommt ins Gefängnis, oder wird vom Ku-Klux-Klan geholt. Die einzige, oft vergebliche Hoffnung: die Great Migration, die Flucht in den Norden nach Chicago, New York und in andere Großstädte.
Erzählt ist er aus einer Schwarzen Perspektive. Ausbeutung und Rassismus werden thematisiert, vor allem aber die schwarze Kultur der Zeit gefeiert. Weiße kommen fast nicht vor. Die einzigen Sympathieträger sind Mary (weiß aussehend mit schwarzem Großvater, damit nach US-Rassenlogik selber schwarz) und der irischstämmige Vampir. Selbst der Vampir ist sympathischer und menschlicher als die Weißen aus Mississippi.
Spannend: der Vampir ist Europäer. Sowohl der Vampir im Film wie auch der Vampirmythos. Die Hoodoo-Wissende der Gemeinde erwähnt mehrmals, dass sie sich mit Haints, den Geistern des Hoodoo, auskennt, von Vampiren aber bisher nur härte und diese nie sah.
Kern des Films sind zwei Musiknummern: das als Blues beginnend Lied to you, das „die Geister der Vergangenheit und Zukunft beschwört, in eine Melange mit Gospel, Rock und Hip Hop übergeht“ und die Vampirnummer Road to Dublin zu der der Obervampir einen Jig tanzt.
Auch ein wirklich spannender Film. Man muss nur halt nur den 2020er-Action-Blut-FX-Schlacht-Teil mögen oder zumindest tolerieren. Ich liebte den Film, schon weil sie die einzige echte und beste Art des Englischen Reden: Delta Englisch – wie es sich gehört.
Schnee!
Auf dem Weg nach Hause: Schnee schippen. Das erste Mal in Berlin. Wenn das Bad abends geschlossen ist, sind wir die einzig Anwesenden. Wenn wir über das große Grundstück zur Straße kommen wollen, empfiehlt es sich den knöchelhohen Schnee aus dem Weg zu schippen bevor er festfriert.
Außerdem ist unserer beider Verbundenheit mit den Besitzern von Wohnung und Grundstück sehr viel höher als in der vorherigen Wohnung.
Freundlicherweise haben die Kolleg*innen Schaufeln und Streugut so im Keller gelagert, dass wir dort herankommen. Dabei gesehen: Der Fuchs ist auch noch da.

Niki Kater Quark
Julia war im Sprengel-Museum Hannover.
Daniel schrieb eine Geschichte.
Thomas schrieb handgemachten Quark. Ha!
Darüber machte ich mir noch nie Gedanken: Wie viel kosten ÖPNV-Monatskarten im Vergleich zur Einzelfahrt. In Europa liegt die der Preis der Monatskarte irgendwo zwischen 12 Fahrten (Prag), 16 (Berlin mit Deutschlandticket) 20 Fahrten (die meisten italienischen Städte) bis zu etwa 35 Fahrten (Paris). Andererseits sind die Monatskarten in London und Istanbul so teuer, dass ihr Erwerb in gar keinem Szenario Sinn ergeben, in Nordamerika liegt die Ratio bei knapp 50 Fahrten bevor die Monatskarte lohnt.
Ein bißchen umherschweifend im Stil, aber im nächsten Leben werde ich Keyboard-Nerd: Non-Canon Wordprocessors und ihre Keyboards.