//
Artikel Archiv

Mond

Diese Schlagwort ist 61 Beiträgen zugeordnet

Systembruch

Der ewige Mond am Nachthimmel, für kurze Zeit festgesetzt im stählernen Netz der Zeit. Er wirkt wie eine leuchtende Trophäe, die sich in den schwarzen Geometrien der Oberleitungen verfangen hat – ein Gefangener der Infrastruktur.
Hier trifft Kosmisches auf Alltägliches. Während die Drähte den Strom für die Hektik unserer modernen Lebenswelt leiten, illuminiert der Mond für einen Moment die geraden Linien, die die Menschen hier vor den Himmel gezogen haben. Ein kurzer, grafischer Stillstand, bevor er weiterzieht.

Leuchtender Kristallknoten im Mondlicht

Mit Eiskristallen besetzte verknotete Ranke von wildem Wein. Die Reif-Kristalle entstanden in einer kalten Nacht, wobei Wasserdampf direkt an den sehr kalten Ranken kristallisierte.

Die Mondfinsternis vom 7.9.2025

Die gestrige Mondfinsternis fand bei uns leider teilweise hinter dem Vorhang diffuser Wolken statt, sodass mit meinen Fotos nichts anzufangen ist. Jedenfalls sind viele im Netz kursierenden Fotos wesentlich ansprechender. Daher präsentiere ich hier eine Zeichnung der Mondfinsternis vom 3. September 1876. Es war zwar keine totale aber dafür eine, die mit einem Halo gekränzt wurde (Muss man sich farbig vorstellen.)
Die Zeichnung hat den Vorteil, dass einige didaktische Hinzufügungen möglich waren, wie etwa die schemenhafte Andeutung des Erdschattens außerhalb des Mondes und der sehr klar hervorgehobene Rand des Mondes.
Das Bild entnahm ich dem damals sehr einflussreichen Buch Astronomie Populaire von Camille Flammarion. Paris 1889.

Einen Tag nach der partiellen Sonnenfinsternis

Gestern hatten wir in bestimmten Regionen eine partielle Sonnenfinsternis erlebt. Der Mond wurde nicht nur wie üblich bei Neumond von hinten angestrahlt, sondern lag auch fast in der Flucht Sonne-Mond-Erde, sodass er zu einem kleinen Teil die Sonne (aus unserer Perspektive gesehen) abdeckte. Nun ist der Mond ein kleines Stück weiter gewandert und das Sonnenlicht trifft ihn heute, also einen Tag später, ein wenig von der Seite. Man sieht daher einen feinen Randstreifen des Mondes beleuchtet (siehe Foto).
An den Dämmerungsfarben (links unten) erkennt man, dass der Sonnenuntergang noch nicht allzu lange her ist. Die Sonne befindet sich rechts von der Bildmitte unter dem Horizont. Das erkennt man auch an der Lage des erleuchteten Streifens des Monds.
Bei der Aufnahme hatte ich insofern Glück, als die Wolken nur kurze Zeit den Blick auf den sehr jungen Mond erlaubten.

Der Sichelmond von La Palma

Als ich vor einiger Zeit eine nächtliche Flugreise nonstop von Frankfurt nach Johannisburg (Südafrika) unternahm (Abflug abends, Ankunft morgens), hatte ich den Sichelmond im Blick, der erst einige Tage alt war. Ich habe zwar nicht die ganze Zeit aus dem Fenster geschaut, aber immer mal wieder und erlebt, wie der Mond allmählich von der fast aufrechten Lage, wie wir sie in Deutschland gewohnt sind, in eine flache Lage kippte. Als er wie ein Bötchen flach im dunklen Blau des Himmels trieb, wusste ich, dass wir uns in der Nähe des Äquators befanden. Von da an richtete sich der Mond wieder auf, indem er sich einfache weiter drehte und schließlich bei Ankunft in Johannisburg entgegengesetzt zur Lage orientiert war, die er beim Abflug eingenommen hatte.
Doch nicht der Mond hatte sich gedreht. Wir waren es, die um die runde Erde flogen und in Südafrika gewissermaßen auf dem Kopf standen. Die alte Regel, dass wenn die Krümmung wie ein „a“ aussieht, es sich um einen abnehmenden Mond handelt gilt dort nicht mehr. Aber es reicht aus, das zu wissen, um herauszufinden, ob der Mond abnehmend oder zunehmend ist.
Das obige Foto wurde auf der Kanareninsel La Palma gemacht, die in der Nähe des Äquators liegt und daher den liegenden Sichelmond zeigte.

Der Sichelmond in der Kastanie

Der Mond am 2.1.2024 um 20:00 Uhr.

Als ich gestern Abend den Sichelmond durch die Äste des kahlen Kastanienbaumes sah, wie er den schemenhaft schimmernden Restmond in den Armen hielt (genau hinschauen) und Venus ihm dicht auf den Fersen war, wurde ich an die Betrachtungen über das Weltgebäude von Johann Peter Hebel (1760 – 1826) erinnert, der in einfachen, dichterischen und zutreffenden Worten den Mond beschreibt. Ich habe mir das entsprechende Buch hervorgeholt und die Beschreibung des Monds wieder einmal mit großem Genuss gelesen. Ich gebe hier den Text dazu wieder. Ich denke, dass die eine oder der andere diese „Erzählung“ gerne lesen wird.
Vor längerer Zeit habe ich schon einmal auf Hebel aufmerksam gemacht und möchte bei dieser Gelegenheit auch noch einmal an diesen Beitrag erinnern.

Der Mond.
Der geneigte Leser wird nun recht begierig seyn, auch etwas Neues von dem Monde zu erfahren, der ihm des Nachts so oft aus der Stadt nach Hause leuchtet, oder aus dem Wirthshaus.
Erstlich der Mond ist auch eine große Kugel, die im unermeßlichen Weltraum schwebt, nicht anderst als die Erde und die Sonne, aber in seiner körperlichen Masse ist er fünfzig mal kleiner als die Erde, und nicht viel über 50,000 Meilen von ihr entfernt. Man sieht hieraus, daß der Hausfreund nicht darauf ausgeht, mit großen Zahlen um sich zu werfen, wenn’s nicht seyn muß, und den gutmüthigen Leser im Numeriren zu üben, sondern daß er gerne bey der Wahrheit bleibt.
Zweitens, daß der Mond wie die Sonne, je in 24 Stunden um die Erde herum zu gehen scheint, will nicht viel sagen. Gesezt er stehe unbeweglich still an seinem Ort, so dreht sich ja die Erde um ihre Axe, daraus erfolgen in Rüksicht auf den Mond die nemlichen Erscheinungen, wie bey der Sonne, und wenn von ihm ein langer gelber Faden ohne Ende auf die Erde herabreichte, und auch an dem Cruzifix im Felde angeknüpft würde, so müste sich der gelbe Faden ebenfalls in 24 Stunden um die Erde herum legen. Aber der Mond ist deßwegen nicht um die Erde herum gegangen, sondern die Erde durch die Umdrehung um ihre Axe hat den Faden selber an sich aufgewunden.
Drittens, der Mond muß auch sein Licht und sein Gedeihen von der Sonne empfangen. Eine Hälfte seiner Kugel ist erhellt, die gegen die Sonne gekehrt ist, die andere ist finster. Damit nun nicht immer die nemliche Hälfte hell, und die nemliche finster bleibe, so dreht sich der Mond wie die Erde ebenfalls um sich selber oder um seine Axe, und dem Hausfreund thut die Wahl weh, will er sagen in 27 Tagen und 8 Stunden, oder in 29 und einem halben Tag. Denn beides ist richtig, je nachdem man’s ansieht. Wir wollen aber sagen in 29 und einem halben Tag, weil’s die Calendermacher so ansehen. Daraus folgt, daß in dieser langen Zeit der Tag und die Nacht nur Einmal um den Mond herum wandeln. Der Tag dauert dort an Einem Ort so lange als ungefähr 2 von unsern Wochen und eben so lang die Nacht, und ein Nachtwächter muß sich schon sehr in acht nehmen, daß er in den Stunden nicht irre wird, wenn es einmal anfängt 223 zu schlagen oder 309. – Aber
Viertens, der Mond bewegt sich in der nemlichen Zeit auch um die Erde. Dies sieht man abermal an den Sternen. Wie wenn man einen langsam gehenden Postwagen aus weiter Ferne beobachtet, meint man er stehe still. Wenn man aber bemerkt, wie er doch nicht immer neben dem nemlichen Baum an der Straße sich befindet, sondern nach ein paar Minuten neben einem andern, so erkennt man, daß er nicht still steht, sondern auf die Station geht. Wenn er aber in einem großen Kreis um den geneigten Leser herum führe, so müßte er doch zuletzt wieder zu dem nemlichen Baum kommen, bey welchem er zuerst stand, und daran müste man erkennen, daß er jezt seinen Kreislauf vollendet hat, also auch der Mond. Er hält sich nicht jede Nacht bei dem nemlichen Sternlein auf, wenn’s noch so schön ist, sondern er rükt weiter von einem zum andern. Am andern Abend um die nemliche Zeit ist er schon um ein beträchtliches vorgerükt, aber ohngefähr in oben benannter Zeit, etwas früher kommt er wieder zu dem nemlichen Stern, bei dem er zuerst stand, und hat seinen Kreislauf um die Erde vollendet.
Fünftens, da sich der Mond also um die Erde bewegt, so ist daraus leicht abzunehmen, was es mit dem Mondwechsel für eine Bewandniß hat. Der Neumond ist, wenn der Mond zwischen der Sonne und Erde steht aber etwas höher oder tiefer. Alsdann ist seine ganze erleuchtete Hälfte oder sein Tag gegen die Sonne gekehrt, und seine Nacht schaut herab gegen uns. Vom Neumond an, wenn der Mond auf seinem Umlauf zwischen der Sonne und Erde heraus tritt, und sich gleichsam mit ihnen in den Triangel stellt, erbliken wir zuerst einen schmalen Streif von der erhellten Mondkugel, der immer größer wird bis zum Ersten Viertel.
Das Erste Viertel ist, wenn der Mond so steht, daß gerade die Hälfte von der erleuchteten Halbkugel, oder der vierte Theil von dem Mond gegen uns im Licht ist, und die Hälfte von der verfinsterten Halbkugel im Schatten. Da kann man recht sehen, wie Gott das Licht von der Finsterniß scheidet, und wie auf den Weltkörpern der Tag neben der Nacht wohnt, und wie die Nacht von dem Tag biß zum Vollmond allmählig besiegt wird.
Der Vollmond ist, wenn der Mond auf seinem Kreislauf um die Erde, hinter der Erde steht, also daß die Erde zwischen ihm und der Sonne schwebt, aber etwas tiefer oder höher. Alsdann können wir seine ganze erleuchtete Hälfte sehen, wie sie von der Sonne erleuchtet wird, und aus unserer Nacht hinaufschauen in seinen Tag. Vom Vollmond an, wenn der Mond sich wieder auf der andern Seite herumbiegt um die Erde, kommt wieder etwas von seiner finstern Hälfte zum Vorschein, und immer mehr bis zum lezten Viertel.
Das lezte Viertel ist, wenn wieder die eine Hälfte der Halbkugel, die gegen uns steht, erleuchtet, und die andere verfinstert ist, und jezt kann man sehen, wie die Nacht den Tag besiegt, bis sie ihn im Neumond wieder verschlungen hat. Dieß ist der Mondwechsel.
Sechstens aber, und wenn der Mond und die Erde einmal in schnurgrader Linie vor der Sonne stehen, so geschehen noch ganz andere Sachen, die man nicht alle Tage sehen kann, nemlich die Finsternisse. Wenn der dunkle Neumond je zuweilen in seinem Lauf gerade zwischen die Erde und die Sonne hineinrükt, nicht höher und nicht tiefer, so können wir vor ihm am hellen Tag die Sonne nimmer sehen, oder doch nicht ganz, und das ist alsdann eine Sonnenfinsterniß, die Sonnenfinsterniß kann nur im Neumond Statt finden. Wenn aber im Vollmond die Erde gerade zwischen die Sonne und zwischen den Mond hineintritt, nicht höher und nicht tiefer, so kann die Sonne nicht ganz an den Vollmond scheinen, weil die Erde ihren Stralen im Wege steht. Dies ist alsdann die Mondsfinsterniß. Die Dunkelheit, die wir am Mond erbliken, ist nichts anders als der Schatten von unserer eignen Erde, und ein solches Exempel am Mond kann nur im Voll-Licht statuirt werden. Alle diese Finsternissen nun, die einzig von der Bewegung des Monds und der Erde herrühren, wissen wir Sternseher und Calendermacher ein ganzes Jahr, und wer’s verlangt, auf weiter hinaus vorher zu sagen, und der Hausfreund gibt jezt wenig gute Worte mehr, wenn einer kommt, der nicht glauben will, was bisher von den Himmelslichtern gesagt worden ist, und ferner soll gesagt werden. „Woher wißt ihr, fragt der vorsichtige Leser, daß die Sonne und der Mond so groß ist, oder so, so weit oder so nahe; und daß sich die Erde und der Mond auch ganz gewiß so bewegen, wie’s euch vorkommt? Wer ist dort gewesen und hat’s gemessen? Antwort: Wenn wir das nicht gewiß wüsten und auf das Haar, so könnten wir nicht auf ein ganzes Jahr, und wer’s verlangt, auf weiter hinaus eine Finsterniß voraussagen, auf welchen Tag, ja auf welche Minute sie anfängt, und wie tief sie sich in den Mond oder in die Sonne hineinfrißt. Oder sagts auch voraus, wenn ihr könnt, und warum sucht ihr es im Kalender, wenn ihr meint, wir falliren.
Siebentens, und wenn der Mond in seinem vollen Licht am Himmel erscheint, sieht er bey allem dem kurios aus mit seinem trüben Gesicht, und mit seinen helleren und blassern Flecken. Denn bekanntlich ist die Helle nicht gleichmäßig über ihn verbreitet, sondern ungleichmäßig. Damit hat er die Gelehrten lange Zeit vexirt, und ihnen weiß gemacht, die helleren Theile seyen Land, von welchem die Lichtstrahlen wieder zurükprellen, und die dunkleren seyen Wasser, welches die Lichtstrahlen verschlukt. Allein mit einem kapablen Perspectiv, wie es in vorigen Zeiten keine gab, hat ein rechtschaffener Sternseher, namens Schröter, ganz andere Dinge auf dem Mond entdeckt als Land und Wasser, nemlich auch Land, aber kein Wasser, sondern weite Ebenen, hohe Berge und tiefe Abgründe von wunderbarer Gestalt und Verbindung. Hat er nicht ihren Schatten sogar beobachtet, und wie er sich von Abend gegen Morgen bewegt, verkürzt und verlängert? Hat er nicht zulezt sogar aus dem Schatten der Berge ihre Höhe ausgerechnet, gleichsam wie ein Exempel aus der Regel detri? Die höchsten Berge auf dem Mond sind höher als die höchsten auf der Erde, nemlich 25,000 Fuß. Der Hausfreund hat Respekt vor dem Sternseher, und vor der göttlichen Allmacht, die einem schwachen Menschenkind den Verstand und die Geschiklichkeit geben kann, auf 50,000 Meilen weit Berge auszumessen, die unser einer (der geneigte Leser ist gemeint) gar nicht sieht. Fragt man nun noch
Achtens und leztens, was denn eigentlich der Mond am Himmel zu verrichten hat. – Antwort: Was die Erde. Soviel ist gewiß, er erhellt durch sein mildes Licht, welches der Wiederschein von seinem Sonnenschein ist, unsere Nächte, und sieht zu, wie die Knaben die Mägdlein küssen. Er ist der eigentliche Hausfreund und erste Kalendermacher unserer Erde, und der oberste General, Nachtwächter, wenn die andern schlafen. Hinwiederum scheint die Erde mit ihrem Sonnenglanz, in wechselndem Licht, an die finstere Halbkugel des Monds, und erhellt ihre lange, lange Nacht. Was will der geneigte Leser sagen! Sieht man nicht in den ersten Tagen des Neulichts, wenn der Mond noch wie eine krumme Sichel am Himmel steht, sieht man nicht auch den übrigen dunkeln Theil seiner Scheibe, oder seine Nacht durch einen schwachen grünlichen Schimmer erhellt. Das ist eine Wirkung des Sonnenscheins, der von der erleuchteten Halbkugel unserer Erde auf den Mond fällt, oder ist der Erdschein im Mond.
Zudem ist es gar wohl möglich, daß auch jener Weltkörper allerley vernünftige und unvernünftige Geschöpfe von kuriosen Gestalten und Eigenschaften beherbergt, die uns alles besser sagen könnten, und die sich in ihrer Nacht auch über den milden Erdschein freuen. Vielleicht glauben die einfältigen Leute dort auch lange her, die Erde gehe um den Mond herum, und sey blos wegen ihnen da, und wir könntens ihnen auch besser sagen.

Besuch der Kugelbake

Heute bin ich in Cuxhaven. Und um das symbolisch zum Ausdruck zu bringen, zeige ich auf dem Foto die Kugelbake, der ich bei jedem Aufenthalt in der Stadt einen Besuch abstatte. Das Foto ist bei meinem letzten Besuch an einem trüben Tag an der Nordseeküste entstanden.
Die Kugelbake ist ein altes Seezeichen (heute mehr ein Sehzeichen), an einer Stelle, an der die hier 18 km breite Elbe in die Nordsee mündet. Sie markiert in etwa den nördlichsten Punkt von Niedersachsen.
Wer bei Niedrigwasser eine Wattwanderung zur Insel Neuwerk unternimmt, wird außerdem feststellen, dass die Kugelbake an einem markanten Punkt im Einzugsgebiet von Elbe und Weser steht. Ganz in der Nähe kann man hier gewissermaßen auf ihrer Wasserscheide laufen. Für mich ist es immer sehr eindrucksvoll zu sehen und an den nackten Füßen zu spüren, wie das ablaufende Wasser in unmittelbarer Nachbarschaft zur einen (weserwärts) und zur anderen Seite (elbewärts) fließt. Ich fühle mich dann in Kontakt mit Sonne und Mond, die hier durch die Gezeiten das Zusammenwirken ihrer Gravitationskräfte unmittelbar erfahrbar und erlebbar werden lassen.  

Paraselene – Nebenmonde

Nicht nur die Sonne ist von Zeit zu Zeit von farbigen Nebensonnen begleitet (siehe z.B. hier). Auch der Mond legt sich zuweilen seiner geringeren Leuchtkraft entsprechend lichtärmere Begleiter zu, die aber vor dem dunklen Nachthimmel eine besonders eindrucksvolle Wirkung entfalten. Wie die Nebensonne ist auch der Nebenmond eine Haloerscheinung, die durch Brechung des Mondlichts an Eiskristallen in der Troposphäre entsteht und in einem Abstand von etwa 22° auf beiden Seiten des Mondes zu sehen ist.  
Wegen der im Vergleich zur Sonne geringen Lichtintensität sind Nebenmonde viel seltener und nur bei Vollmond zu beobachen.
Der diagonale Streifen, der durch den Mond hindurchgeht, ist übrigens der Kondensstreifen eines Flugzeugs, das es offenbar nicht sein lassen konnte, die Szenerie zu stören. Oder vielleicht zu bereichern?

Der mond wie ein schnaak oder Breem

Die Physik hat Johannes Kepler viel zu verdanken. Ohne seine Planetengesetze wäre Isaak Newton wohl kaum zu dem gelangt, was heute als Kern der klassischen Physik angesehen wird. Aber Kepler hat implizit noch mehr als die mathematischen Grundlagen geliefert. Er hat die Astronomie vom Himmel auf die Erde geholt, indem er die Himmelskörper aus den Kristallsphären befreit und sie zu Gegenständen gemacht hat, die denselben physikalischen Gesetzen unterliegen wie die irdischen.
Kürzlich stieß ich auf einen für die Alltagsverbundenheit des Keplerschen Denkens typischen Ausspruch: „Die erd ist wie ein reutter, der seinen Weg fortreittet, der mond wie ein schnaak oder Breem, der dem Reutter un Ross umb ihre köpfe herumb sumset, bald hinten, bald fornen, oder wie ein Hund pflegt mützulauffen hin und her zu schwaiffen“. Anschaulicher und erdverbundener kann man sich wohl kaum ausdrücken, wenn es um die von der bewegten Erde aus betrachteten Planeten- und Mondbewegungen geht.

Sommersonnenwende im Blätterdach der Bäume

Die Sonnenwende kurz vor Vollmond. Der Sonnenuntergang zeichnet sich in den rötlich gefärbten Blättern ab.

Die Sonne sank

 Die Sonne sank, der Abend naht
Und stiller wird’s auf Straß‘ und Pfad,
Und süßer Friede, Ruh und Rast
Folgt auf des Tages Sorg‘ und Last.

Es schweigt der Wald, es schweigt das Thal:
Die Vögel schlafen allzumal,
Sogar die Blume nicket ein
Und schlummert bis zum Tag hinein.


Schon rieselt nieder kühler Thau
Auf Halm und Blatt in Feld und Au,
Im Laube spielet frische Luft,
Und Blüth‘ und Blume spendet Duft.

Der Abendstern mit güldnem Schein
Blickt in die stille Welt hinein,
Als rief‘ er jedem Herzen zu:
Sei still, sei still, und schlaf‘ auch du!
*

______________________________________________________________________
* August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 – 1874)

Mond im Wasser

Der Mond gleitet behände durch die Wolken. Jedenfalls sieht es so aus. Und im Wasser spielt sich der gleiche Vorgang wellig aufgehübscht ab. Die doppelte Bewegung von Wasser und Wolken lässt sich in einem Foto nicht darstellen, aber erahnen.

Ich und der Mond

„Wir saßen nebeneinander in der Straßenbahn, und ich wunderte mich die ganze Zeit über den Mond, der hoch über uns mitzufahren schien. Wenn die Straßenbahn hielt, hielt auch der Mond, und wenn sie wieder anfuhr, fuhr auch der Mond weiter bis zur nächsten Haltestelle. Und als wir nach drei Stunden wieder nach Hause führen, war auch der Mond wieder da und begleitete uns fahrend nach Hause. Als wir ausstiegen, stieg auch der Mond aus und ging mit uns zur Haustür. Als Kind hielt ich es für nicht völlig ausgeschlossen, daß es am Himmel eine Straßenbahn gab, eine Extrastraßenbahn nur für den Mond. Seltsamerweise drängt es mich nicht, meine Mutter um Aufklärung zu bitten. Ich wartete nur immer wieder darauf, daß der Mond in seine Straßenbahn stiege und uns begleitete, nur uns, meine Mutter und mich; ich glaubte nämlich, ich sei der einzige, der von der Himmelsbahn des Mondes wüßte“.*

Wilhelm Genazino beschreibt hier sehr schön das Erlebnis, das wohl viele Kinder so oder ähnlich gehabt haben und vielleicht auch noch haben. Wenigstens einige, denn zumindest in den Städten ziehen künstliche Lichtquelle oft eine größere Aufmerksamkeit auf sich als der Mond. Ich möchte auf diesem Wege alle ermutigen Kinder auf das „merkwürdige“ Verhalten des Monds aufmerksam zu machen. Vielleicht kann man sogar die vermeintlichen Unterschiede zwischen dem Verhalten des Mondes und einer irdischen Lichtquelle diskutieren und sie auf diese Weise für den Alltag in der wissenschaftlich-technischen und natürlichen Welt zu sensibilisieren.
In diesem Zusammenhang ist es vielleicht von Interesse darauf hinzuweisen, dass gerade das von Genazino angesprochene Phänomen in früheren Zeiten Lernpsychologen und Didaktiker besonders beschäftigt hat. Hier eine Passage aus einem Werk von Jean Piaget:

SAR (7 Jahre): „Was tut die Sonne, wenn du spazieren gehst? – Sie bewegt sich. Wenn ich mich nicht bewege, bewegt sie sich auch nicht. Und der Mond ebenfalls. – Und wenn du rückwärts gehst? – Dann kehrt sie um.

KENN (7 Jahre): „Hast du den Mond schon gesehen? –Ja. – Was geschieht dabei? – Er folgt uns. – Folgt er uns wirklich? –Ja. – Geht er nicht vorwärts? – Nein. – Also folgt er uns nicht wirklich? – Er folgt uns. – Warum folgt er uns? – Um uns den Weg zu zeigen. – Kennt er den Weg? –Ja. – Welche Wege? – . . . – Kennt er die Wege in Genf? –Ja. – Die Wege auf dem Salève? – Nein. – Die in Frankreich? – Nein. – Und die Leute in Frankreich? Was tut der Mond bei ihnen? – Er folgt ihnen. – Hat es den Mond dort auch? –Ja. – Ist es der gleiche wie hier? – Nein, ein anderer.

Wir haben GIAMB als 7jährigen schon im Zusammenhang mit der Magie kennengelernt (Kapitel IV, Abschnitt 2). Wir konnten das Kind im Alter von 8 ½ Jahren noch einmal befragen: Es glaubte noch immer, die Gestirne würden ihm folgen. „Wenn du spazieren gehst, was tut dann die Sonne? – Sie folgt uns.“ „Und der Mond? –Ja. wie die Sonne. – Wenn jemand dir entgegenkommt, welchem von beiden folgt er dann? – Er folgt dem einen, und wenn der heimkommt, folgt er dem anderen.

BLOND (8 Jahre): Der Mond „geht mit uns, er folgt uns. – Folgt er uns wirklich. oder sagt man nur, er folge uns? – Er folgt uns wirklich.

SART (12 Jahre): „Kann der Mond tun, was er will? –Ja, wenn man geht, folgt er uns.“**

___________________________________________________________________________________________________
* Wilhelm Genazino. Das Licht brennt ein Loch in den Tag. Reinbek 2000
** Jean Piaget. Das Weltbild des Kindes. München 1988.

Begegnungen…

… im endlosen Blau.

Diese Begegnung findet also gar nicht statt, dachte er, weil ihm tatsächlich zumute war, als hielte er einen Teil seines eigenen Körpers, eine schmale gegliederte Oberfläche, die die Unendlichkeit in sich schloß.*

______________________________________________________________________________________
* Thomas Lehr. Zweiwasser oder die Bibliothek der Gnade. Berlin 1998, S.18

Der Mond verstrahlt sein kostbares Silber

Die große Nacht verrichtete ihr Werk und erfüllte allmählich ihre Zeit. Sterne fielen, andere zogen weiter, und der Mond verstrahlte all sein kostbares Silber, wurde langsam rot und sank mit niedergeschlagenen Augen im Westen hinunter.*

Auch wenn der Vollmond im Juni oft als Erdbeermond beschrieben wird, so hat das weniger mit der Rotfärbung beim Auf- und Untergang zu tun. Vielmehr wird damit auf die Reife- und Erntezeit der Erdbeeren im Monat Juni angespielt. Diese hat allerdings wegen des Klimawandels und der Folien- und Treibhauskultur inzwischen bereits einen Monat vorher begonnen.

____________________________________________________________________________

* Felix Timmermans. Palieter. Leipzig: Insel 1931, S. 139

Mondkorona – wie ein Lächeln in der Nacht

Und siehe, durch den blanken Himmel zog noch ein einsames, weißes Wölkchen. Es kam zögernd vorwärts, und es war, als würde es vom Monde angezogen. Es segelte gerade unter ihm vorbei, und siehe, sofort glitten dünne rosige, grüne und lila Farbentöne darüberhin, und es war wie ein zusammengezogener Regenbogen, der am Mond vorbeizog. Aber es glitt weiter, verlor die süßen Töne plötzlich wieder, wurde weiß und schob sich zögernd fort, allein durch die Nacht. Wie ein Lächeln der Nacht war es gewesen. *

_________________________________________________

* Felix Timmermans. Palieter. Leipzig: Insel Verlag 1931, S. 138

Rätselfoto des Monats Mai 2023

Wo und wie kommt es zu diesen Kristallen?

_________________________________________________________________________________________________________

Erklärung des Rätselfotos des Monats April 2023

Frage: Blickt man auf die Sonne oder den Mond?

Antwort: Wenn man nicht auf den Kontext achtet, könnte es sowohl der Mond als auch die Sonne sein. Vom Mond sind die Strukturen nicht zu erkennen, und die Sonne ist bei diesigem Wetter oft so gedimmt, dass sie wie der Mond aussieht. Aber es gibt Hinweise auf die Antwort. Im Vordergrund erscheinen die Blätter eines Baumes in einem roten Licht. Insbesondere die Blätter, deren Seite uns zugewandt ist, reflektieren rotes Sonnenlicht. Die Sonne liegt also hinter uns. Wir blicken daher auf den Mond, der ebenfalls im Licht der Sonne liegt.

Der Mond brennt ein Loch ins Geäst

Nach all den Regentagen bekommt man endlich mal wieder den Mond zu Gesicht und zwar gleich in voller Größe und voller Kraft, sodass er sich ohne weitere Umstände durch das spröde Geäst der winterlichen Bäume brennt.

Der Mond im Geäst verheddert

Wenn die Bäume ihr Laub verloren haben (man sollte vielleicht besser sagen: abgegeben haben), präsentiert sich der Mond oft in naturschönen Kontexten. Diesmal scheint sich der nahezu volle Mond in den Ästen einen Baumes verheddert und damit die Distanz zwischen Baum und Himmel aufgehoben zu haben. Die dem Mond nahezu diametral gegenüberstehende untergehende Sonne verleiht nicht nur dem Baum, sondern auch dem Mond einen rötlichen Teint.
Als ich meine Begleiterin darauf aufmerksam machte, fand sie das ein wenig zu mystisch, was ich wiederum als merkwürdig empfand. Denn ich hatte es rein physikalisch gemeint, um deutlich zu machen, dass trotz ihrer ansonsten großen Unterschiede – der Baum als irdisches und der Mond als himmlisches Objekt – sich hier beide völlig gleich verhalten: Sie reflektieren das rötliche Sonnenlicht.

Der Anblick des Fotos mutet meines Erachtens fast wie eine Grafik an, weil uns das Anschauungsvermögen bei der Zusammenschau an sich weit voneinander entfernter Gegenstände zuweilen im Stich lässt.

Sonnenfinsternis im Wolkenmeer

Sofi am 25.10.22 um 11:53 Uhr in Berlin-Mitte

Als ich gestern zur vorgesehenen Zeit aus dem Fenster blickte, war die Sonnenfinsternis total: Die Wolken deckten alles ab. Schade. Doch dann wurde es plötzlich hell. Ich ging hinaus und sah den angefressenen Apfel etwa so, wie er auf dem Foto dargestellt ist. Also schnell die Kamera geholt. Als ich zurück war, waren auch die Wolken zurück und die Sonne wieder auf die übliche profane Weise verfinstert.
Einem Freund ging es in Berlin ähnlich nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass er noch kurz einen Schnappschuss machen konnte (siehe Foto). Ich finde ihn ausgesprochen schön, weil er die Stimmung perfekt einfängt. Endlich einmal eine Sonnenfinsternis in einem echt irdischen Kontext, die nicht wie auf vielen anderen Darstellungen zu sehen auf exakt geometrische Verhältnisse „reduziert“ ist.
Übrigens schien hier die Sonne anschließend wie zum Hohn noch stundenlang mit voller Intensität. Da ich die Schutzbrille noch zur Hand hatte, habe ich die perfekt gezirkelte helle Scheibe vor dunklem Hintergrund mit großer Ehrfurcht 😉 noch einige Zeit auf mich wirken lassen. Das hat man auch nicht alle Tage, obwohl man es haben könnte.

Vollmond in den Wolken

Der Mond brach aus den jagenden Wolken hervor...“* sagt der Schriftsteller Arno Schmidt (1914 -1979) und meint damit vielleicht eine ähnliche Situation wie sie in dem Foto festgehalten wurde. Ich habe oft einen anderen Eindruck. Ich sehe den Mond am hohen Himmel durch die ruhend erscheinenden Wolken rasen. Am hohen Himmel wo Referenzpunkte fehlen, auf die man die Bewegungen beziehen könnte, scheint die Bewegung des vergleichsweise kleinen Lichtflecks näher zu liegen, als dass sich die ganze Welt in Form eines großen Wolkenmeeres bewegte. Auf dem Foto ist die Situation einfacher. Sobald man den bewaldeten Berg über den die Wolken hinwegziehen mit in den Blick nimmt, bleibt der Mond stehen und die Wolken rasen. Denn jetzt gibt es einen festen Bezugsrahmen.

Der zunehmende Mond

Vor ein paar Tagen wunderte ich mich über einen hellen Fleck in den oberen Tannenspitzen. Dieser entpuppt sich wenig später als der zunehmende Halbmond, der sich auf seiner Reise über den Himmel befindet. Er ist seit Neumond schon ein wenig über die Hälfte hinausgewachsen und wird jeden Tag etwas dicker, bis er dann knapp eine Woche später und auch zu späterer Stunde zum Vollmond mutiert sein wird.
Mit dieser Sprechweise meine ich natürlich, dass die relative Stellung zwischen Sonne und Mond sich so verändert, dass ein immer größerer Teil der uns zugewandten Mondoberfläche angestrahlt wird. Leider hat man es selten, dass man diesen „Fortschritt“ jeden Tag beobachten kann. Der Wald, die Wolken oder andere Hindernisse verbergen ihn zeitweise. Aber vertrauen kann man ihm. Man kann es sogar berechnen und vorhersagen.

Der Mond verrostet nicht

Die rote Färbung lässt erahnen, was dereinst aus diesen im Moment noch stark wirkenden Eisenteilen werden wird – Rost, Staub, schließlich vom Wind verweht… Die Natur duldet keinen Stillstand, alles zerfällt und alles wird wieder neu. In größeren Zeiträumen betrachtet wird es keine Spuren von der menschlichen Zivilisation mehr geben. Was sind schon Millionen Jahre im Vergleich zum Alter der Erde?
Ganz anders ist es auf dem Mond. Wer sollte dort – außer vielleicht abgesehen von einem verirrten Kometen – irgendetwas verändern? Die ersten Menschen auf dem Mond fanden ihn so vor, wie er abgesehen von einigen Kratern in etwa seit seiner Entstehung ausgesehen hat. Die neuen menschlichen Spuren auf dem Mond wird so schnell keiner vernichten und es stellt sich die Frage, ob die Menschen nur deshalb auf den Mond wollten, um – vielleicht unbewusst – ihre Spuren – sogar im wortwörtlichen Sinn – zu hinterlassen. Denn dort ist alles ziemlich sicher vor Erosion und Korrosion.

Mondsüchtig

Als ich am Abend aus einer bestimmten Perspektive heraus den Mond über den hochstrebenden Pflanzen sah, hatte ich das Gefühl, diese würden zum Mond hinauf ranken wollen…

Der Mond eine glasige Lichtlache

Nach dem gestrigen nahezu Sommertag ist es kaum noch vorstellbar, dass vor gut einem Monat noch Schnee und Kälte herrschten. Indem ich nunmehr feststelle, dass der Vollmond vom Palmsonntag allmählich angeknappert wird, also abnimmt, werde ich an die runde Eisscholle erinnert (siehe Foto), die ich aus der Vogeltränke herausgelöst und dann spielerisch in den Schnee gesteckt hatte, wo sie von der tiefstehenden Sonne lichterloh entflammt wurde. Mir stand sofort das Bild des Vollmonds vor Augen, der durch eine Wolkenschicht hindurchtauchte. Einiges stimmt an dieser Assoziation: das Runde, das im Sonnenlicht leuchtende, die Strukturierung der Oberfläche, das Eisige… Dass diese glasige Lichtlache* eine flache, transparente Scheibe ist und zudem kein Licht reflektiert, sondern bricht und einen Schatten hervorruft, stört dabei nur wenig. Weiterlesen

Wie groß ist der Mond?

Der Mond hat sich im Geäst verfangen. So stellte sich die Situation für mich in einem nicht ganz so klaren Moment dar. Zur meiner Entschuldigung ist zu sagen, dass es ja auch sehr dunkel war. Wenn wenigstens Vollmond gewesen wäre.
Da man ein ungefähres Gefühl für die Größenordnung der Äste des Baumes hat und sich den Mond im Baum verhaspelt vorstellen kann – zumal Äste vor und hinter dem Mond erscheinen – kann man für einen Moment ein Gefühl für die absolute Größe des Mondes haben. Er ist gewiss größer als ein Apfel, vielleicht so groß wie ein Kürbis? Die alten Griechen sahen den Mond in etwa so groß wie einen Menschenfuß an. Jedenfalls sagt Heraklit „Die Sonne ist so breit wie ein Menschenfuß“. Und da Sonne und Mond am Himmel gleich groß erscheinen, gilt das auch für den Mond. Vielleicht hat man die Himmelskörper damals ebenfalls im Geäst eines Baumes hängen sehen.
Wenn eine konkrete Entfernung bei der Einschätzung der Größe eines Gegenstandes fehlt, hat man nur den Sehwinkel – und der erlaubt alle möglichen Größen.
Der tatsächliche Durchmesser des Mondes beträgt etwa 3475 km – von wegen Kürbis.

Mondkorona – wie ein Lächeln der Nacht

Und siehe, durch den blanken Himmel zog noch ein einsames, weißes Wölkchen. Es kam zögernd vorwärts, und es war, als würde es vom Monde angezogen. Es segelte gerade unter ihm vorbei, und siehe, sofort glitten dünne rosige, grüne und lila Farbentöne darüberhin, und es war wie ein zusammengezogener Regenbogen, der am Mond vorbeizog. Aber es glitt weiter, verlor die süßen Töne plötzlich wieder, wurde weiß uns schob sich zögernd fort, allein durch die Nacht. Wie ein Lächeln der Nacht war es gewesen.* Weiterlesen

Der Fisch im Mond

In einem steinernen Kunstwerk im öffentlichen Raum entdecke ich einen in das Gestein hinein modellierten Sichelmond. Vielleicht ist gar kein Mond gemeint. Würde mich auch nicht wundern, denn die Abbildung wäre falsch. Die innere Krümmung ist zu stark.
In dieser Vertiefung hat sich nach dem letzten Regen Wasser angesammelt. Und wo Wasser ist sind Fische nicht fern. Der Rest eines vertrockneten Blatts hat sich hier verfangen und ist gerade dabei, sich in einen kleinen Fisch zu verwandeln. Gleich wird er in dem kleinen See verschwinden.

Heute morgen begrüßte mich der Mond in Begleitung von Venus

Heute Morgen gegen 6:30 Uhr begrüßt mich der bis auf eine kleine Sichel geschrumpfte Mond gemeinsam mit Venus. Die Sonne, von der selbst noch nichts zu sehen ist, strahlt ihn fast von hinten an, sodass man nur den Rand erleuchtet sieht. Übermorgen fällt ihm die Sonne ganz in den Rücken, dann können wir nur noch ahnen – oder wer es genauer wissen will – berechnen, wo er sich gerade rumtreibt. Man spricht dann von Neumond, weil er in einen neuen Zyklus zunehmender Beleuchtung eintritt und uns beginnend mit einer nunmehr umgekehrt gekrümmten Sichel durch den „Monat“ führt. Weiterlesen

Rätselfoto des Monats August 2020

Was passiert hier?


Erklärung des Rätselfotos des Monats Juli 2020

Frage: Welche Naturphänomene sind auf dem Foto zu erkennen. In welche Himmelsrichtung blickt man?

Wir befinden uns auf der Kanareninsel Gran Canaria und blicken auf den westlichen Morgenhimmel. Der (nahezu) volle Mond ist noch nicht untergegangen und die ihm fast gegenüberliegende Sonne ist gerade aufgegangen. Obwohl man die Sonne nicht direkt sieht, macht sie sich an den hellen Flecken bemerkbar, die auf der Sanddüne schemenhaft zu erkennen sind (Zum Vergrößern auf das Foto klicken). Es handelt sich um Möwen, deren weißes Gefieder das „frontal“ einfallende Sonnenlicht diffus reflektiert.
Überraschend erscheinen auf den ersten Blick vielleicht die leicht rötliche Dämmerungsfärbung am Horizont und die nur schwach ausgebildeten und daher leicht zu übersehenden Strahlen, die perspektivisch verkürzt auf einen Punkt hinter der Sanddüne zu konvergieren scheinen. Dämmerungsstrahlen können es nicht sein, denn die wären am östlichen Himmel zu sehen – dort wo die Sonne aufgeht.
Wir haben es mit einem morgendlichen Gegendämmerungsszenario zu tun. Da das Rot der untergehenden Sonne auch den gegenüberliegenden Horizont erreicht, kann man bei günstigen Bedingungen (Streuteilchen in der Luft) auch dort eine wenn auch schwache Dämmerung erleben.
Und woher kommen die Strahlen? Die Dämmerungsstrahlen, die vom Sonnenlicht hervorgebracht werden, wenn es durch Wolkenlücken bricht, hören nicht einfach irgendwo auf. Sie „laufen“ im Prinzip über den gesamten Himmel und sind unter guten Bedingungen (vor allem bei einer leicht dunstigen Atmosphäre) auch noch am gegenüberliegenden – in diesem Fall – westlichen Himmel zu sehen. Insofern sind es auch Dämmerungsstrahlen – man spricht von Gegendämmerungsstrahlen.
Frage: Gäbe es eine Möglichkeit, dieses Szenario von einem Sonnenuntergang zu unterscheiden, wenn man die Kenntnis der landschaftlichen Gegebenheiten außer Acht ließe?

Der Mond ist keine Scheibe

Wenn man den nächtlichen Vollmond betrachtet, hat man nicht den Eindruck, dass es sich um eine Kugel handelt, obwohl wir wissen dass es so ist. Wir sehen ihn wie auch die Sonne als Kreisscheibe, weil er im Vergleich zur Umgebung so hell ist, dass seine Oberflächenstruktur auch unter günstigen Bedingungen nur schemenhaft zu erkennen ist, ansonsten aber weitgehend überstrahlt werden. Dieses Phänomen der Irradiation kennt man aus dem Alltag. So scheint sich die Sonne ein Loch durch dürres Geäst zu brennen oder der junge Mond scheint einen größeren Radius zu haben als der volle Mond. Weiterlesen

Und in der Nacht besuchte ich den Supermond…

Das Ergebnis meines gestrigen nächtlichen Besuchs sieht man auf dem Foto. Als ich dem Supermond gegenüberstand, war dies schon eine besondere Situation und ich genoss das stumme Zwiegespräch von Angesicht zu Angesicht in dieser relativ warmen, absolut ruhigen Nacht. Ich bereue es nicht, aufgestanden zu sein. Aber ob nun diese Stimmung auf die Supergröße des Monds zurückzuführen oder vielleicht nur dem Gefühl geschuldet war, einem nicht alltäglichen Ereignis beizuwohnen, kann ich nicht sagen. Weiterlesen

Leonardo da Vinci (5) – Der junge Mond hält die ganze Mondscheibe umarmt

Immer wenn ich den aschfahlen Mond am Himmel sehe, denke ich an die Worte Martin Wagenscheins (1896 – 1988), der sich wiederum auf Leonardo da Vinci bezieht: „Leonardo, ein Meister des Sehens und seiner Muttersprache, mit Glanz und Präzision, Kraft und Zartheit. Ich wähle eine Notiz, die er 1508, in seinem sechsundfünfzigsten Jahr, niedergeschrieben hat. Sie führt uns noch einmal zur Mondsichel zurück, und zwar zu ihrem schönsten frühesten Stadium, in welchem sie, noch ganz nah der Sonne, gerade aus der neumondlichen Unsichtbarkeit heraustretend, als ein besonderes Rätsel die Grau schimmernde ganze Mondscheibe umarmt hält. Weiterlesen

Der Mond bleibt uns stets zugewandt

Kaum jemand wundert sich darüber, dass das „Mondgesicht“ immer dasselbe bleibt. Müsste sich der Mond nicht von allen Seiten zeigen, wenn er sich nicht um sich selbst, sondern nur um die Erde drehte? Und wäre das Problem nicht von gleicher Art, wenn der Mond die Erde umkreisend auch noch um sich selbst rotierte? Denn auch dann wären im Allgemeinen wechselnde Ansichten zu erwarten. Nur in dem Spezialfall, in dem er sich während eines Umlaufs um die Erde auch genau einmal um sich selbst drehte, wäre stets derselbe Anblick zu erwarten. Weiterlesen

Der Mond in den Wolken

Goldmond brennt auf am Festungsturm; in Märchenfernen reist ein Sturm, zaust und zaubert. Ich trage Krüge weinbelaubt; der Wein schwatzt innen laut. Mond reitet na mit Söldnerstern: das rasche Heer verbirgt sich gern hoch in Wolken. Die wilde Wolkeninsel steht mit Pässen, die kein Mensch begeht, und schroffen Silberklippen. Mond landet im Wacholdermeer; die kleine Stadt schläft hell und leer hoch im Bergland. Ich steige leicht wie Wind empor, zum Wolkenwald durch Wolkentor; weiß nicht, wie meine Spur verlor. Ich wandre mit der Wolke. – –* Weiterlesen

Wie sieht der Himmel des Mondes aus?

Ein vertrauter Blick auf den Mond vor dem Hintergrund des dunkler werdenden Abendhimmels. Habt ihr euch schon mal vorgestellt, wie es umgekehrt aussehen würde? Wie sieht der Himmel des Mondes aus?
Von der Erde aus sieht man den Himmel durch die Atmosphäre hindurch, die zu zahlreichen optischen Phänomenen (z.B. Dämmerung, Farbwechsel, Lichtsläule, Nebensonne, Wolken, funkelnde Sterne u.ä.) führt, die es auf dem Mond nicht gibt, da er über keine Atmosphäre verfügt. Auf der Erde kommt wegen Streuungen des Sonnenlichts an Teilchen in der Atmosphäre aus allen Himmelsrichtungen Licht: der Himmel erscheint hell, indirekt beleuchtet im vertrauten Himmelsblau. Weiterlesen

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten