
Genauer müsste es heißen „Sirius in all seinen farbigen Zuständen“ und selbst diese Bezeichnung wäre nicht genau genug. Denn was wir sehen ist eine Aufnahme des vom Balkon aus gesehen hellen Sterns am Horizont, der durch ein intensives farbiges Flackern auffällt. Dieses Farbspiel lässt sich entfalten, wenn man aus freier Hand fotografiert. Die natürliche Zitterbewegung der Hand führt dazu, dass man das Hintereinander der Farben in einem Nebeneinander zu sehen bekommt. Zwar geht dabei die Punktförmigkeit verloren – sie ist eh aus dieser Perspektive langweilig – aber man fängt ein naturschönes Farbspiel ein.
Die so fixierten Farben sind nicht etwa reale Schwankungen der Farbe des Sterns, sondern entstehen auf ähnliche Weise wie bei der Zerlegung des weißen Lichts mit einem Prisma in die bekannten Regenbogenfarben. Man hat es hier jedoch nicht mit einem Übergang von einem optischen Medium in ein anderes zu tun, sondern mit den Schwankungen der Dichte und damit des Brechungsindex der Luft durch turbulente Bewegungen in der Atmosphäre. Da die Dichteschwankungen besonders groß sind, wenn der Lichtweg durch die Atmosphäre lang ist, ist das Farbphänomen besonders auffällig, wenn die Sterne am Horizont stehen.
Diese Szintillation ist bei Planeten nicht zu beobachten, weil sie der Erde so nahe sind, dass sie noch als leuchtendes Scheibchen wahrgenommen werden, während die punktförmigen Fixsterne vereinfacht gesagt nur einen Lichtstrahl aussendet, deren Schwankungen wir sehen. Demgegenüber kommt das Licht der Planeten von verschiedenen Punkten dieses Lichtscheibchens. Dadurch werden die Dichteschwankungen der Atmosphäre statistisch ausgeglichen. Auch wenn ein Teil des Lichts abgelenkt wird, erreicht uns ein anderer ungestört.

Obwohl der Frühling in vollem Gange ist und die aufblühende Natur ihre ersten Farben präsentiert, freue ich mich, wenn Hilfe auch noch von anderer Seite kommt. Die Sonne hat an einem der letzten Tage anlässlich ihres Untergehens Dämmerungsfarben hervorgebracht, die uns auf schöne Zeiten einstimmen.
Eigentlich wollte ich gestern nur eine schöne Aufnahme eines weißen Eis vor weißem Hintergrund zeigen, das ich in dieser Schlichtheit und Symbolkraft für Potenzial und Ursprung schlichtweg naturschön und irgendwie passend zum Osterfest fand. Ich fotografierte das Ei auf weißem Papier als Hintergrund. Dabei zeigte sich jedoch, dass sich das Weiß des Papiers leicht vom Weiß des Eis unterschied, indem das Papier einen leichten Blauschimmer aufwies.
Den Blauschimmer kann man leicht erklären: Das Himmellicht, das ich als Lichtquelle benutzte, ist ein wenig bläulich, was nicht immer durch die Chromatische Adaptation unterdrückt werden kann. Aber wenn dem so ist, müsste dann nicht auch das weiße Ei diesen Blauschimmer aufweisen?
Bei genauer Betrachtung stellte ich jedoch fest, dass das Ei insbesondere im hellen Licht etwas gelb-rötlich wirkt (unteres Foto). Weil die Eierschale und das Eiweiß im Ei leicht lichtdurchlässig (transluzent) sind, mischt sich – so meine Vermutung – das von der Eidotter reflektierte rotgelbe Licht additiv mit dem Blau des Tageslichts. Und da die beiden Farben sogar teilweise komplementär sind, resultiert eine eher weiße Mischfarbe.
Schaut man sich den Schattenbereich des Eis (bezogen auf die Richtung des einfallenden Lichts) genauer an, so zeigt sich die so erfolgte Verfärbung des Lichts beim Durchgang durch das Ei ziemlich deutlich (Foto). Ich habe sogar den Eindruck, dass das oval geformte Eiweiß das Licht zumindest schemenhaft wie eine Linse auf einen Brennfleck fokussiert.


Gestern entdeckte ich zum ersten Mal den Scharlachroten Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea), einen Pilz, den ich schon lange gesucht habe. Aber erst Jahre nachdem ich die Suche aufgegeben habe, fand ich ihn gestern am frühen Morgen. Sein makelloses, leuchtendes Rot ist beeindruckend. Dieser in ganz Deutschland als selten geltende Pilz besitzt in der Roten Liste der gefährdeten Großpilze den Status „gefährdet“ (RL 3).
Er fiel mir durch seine fast perfekte halbe Hohlkugelform aus, die in der trüben Umgebung abgestorbener Zweige und Blätter besonders wirkungsvoll hervorstach.
Die Frage wie er dort gelandet ist, wo ich seit vielen Jahren vorbeigehe und er in diesem Jahr zum ersten Mal seine eindrucksvollen roten Kelche öffnet, wird wohl unbeantwortet bleiben.
Bei einer Teepause im Familienkreis (bei der nur ich Tee trank) hatte ich wieder einmal ein schönes optisches Phänomen in der Tasse. Leider regte sich Widerstand gegen meine Untersuchungen, trotz der schönen Farben. Es blieb bei einem Foto. Da mir das Phänomen schon seit langem bekannt ist, ging es eigentlich nur darum, ein schöneres Foto als das obige zu machen. Das habe ich dann zu einem späteren Zeitpunkt gemacht. Da gelang es dann auch, die volle Korona einschließlich farbiger Quételetstreifen zu fotografieren, wenngleich eine Wolke (rechts) versuchte, mir das Spiel zu verderben.
Hervorgerufen wird das Phänomen durch winzige Wassertröpfchen, die dicht über der Flüssigkeit schweben. An ihnen wird das Licht gestreut und zu dieser doppelten Farbenpracht angeregt.
Eine genauere Erklärung findet man hier.

Hier blickt man auf eine zugefrorene Wasserpfütze, die ein etwa 15 Zentrimeter großes Auge geöffnet hält, das zwar nicht sehen kann aber dafür sehenswert ist. Ich weiß nicht, wie die hier in der Farbsättigung etwas erhöhte Szenerie unterhalb einer transparenten Eisschicht zustandegekommen ist. Der gelbe Sand in der Wasserschicht, der in der Mitte dominiert, wird eingerahmt von dunkleren Erdbrocken und profitiert außerdem vom blauen Himmellicht, das hier auch im übrigen vom der mit Eiskristallen bedeckten Schicht einen blauen Schimmer hervorruft. Diese Entdeckung machte ich noch vor der Schneeinvasion, die bislang noch alles unter ihrer weißen Decke hält.

H. Joachim Schlichting Spektrum der Wissenschaft 2 (2026)
Wie viel Stunden habe ich damit verbracht,
den Spiralbahnen des fallenden Schnees
im fahlen Licht der Straßenbeleuchtung zuzusehen
Anita Albus, deutsche Schriftstellerin
Wenn bei Windstille Schneeflocken fallen, erzeugen sie faszinierende Spiele von Hell und Dunkel. Im Lichtkegel einer Straßenlaterne etwa laufen die Schatten der Flocken auf dem kreisförmig erleuchteten Boden von außen nach innen.
Endlich schneit es mal wieder! Offenbar hat der Schnee die Sonne überrascht, denn sie ist noch durch die üppig fallenden Schneeflocken zu sehen. Die Welt erscheint plötzlich in Grautönen: Die Schneeflocken stellen nicht nur ihr angestammtes Weiß zur Schau, sondern sehen mitunter nahezu schwarz aus.
Da die Schneeflocken alle demselben Himmelslicht ausgesetzt sind und es in gleicher Weise streuen, müssten jedoch sämtliche Flocken gleich hell oder gleich dunkel sein. Der vermeintliche Unterschied kann daher nur das Ergebnis einer optischen Täuschung sein.

Dass dem so ist, davon kann man sich anhand eines Fotos des Geschehens leicht überzeugen. Dazu muss man den jeweiligen Hintergrund ausblenden, indem man die entsprechenden Teile auf dem Foto abdeckt. Man kann auch in einem Bildbearbeitungsgramm eine helle Flocke vor dunklem Hintergrund herauskopieren und vor den hellen Hintergrund verschieben.Dann stellt man fest, dass der scheinbare Helligkeitsunterschied verschwindet. Erst der Kontext macht den Text; diese Weisheit bestätigt sich hier einmal mehr eindrucksvoll.
Die weißen Schneeflocken absorbieren im Unterschied zur übrigen Landschaft wenig vom einfallenden Licht und reflektieren einen Großteil. Deshalb sind sie heller als dieser Hintergrund – aber dunkler als der Himmel. Von diesem bekommen sie den wesentlichen Teil des Lichts, jedenfalls sofern man wie hier entgegen der leicht bedeckten Sonne blickt.
Das Beispiel zeigt, dass optische Täuschungen nicht unbedingt künstlich hergestellt werden müssen. Auch die Natur kann uns narren.
Künstlerisch geschaffene Illusionen, die auf dem Prinzip basieren, gibt es reichlich. Eine einfache Variante ist ein einheitlich grauer Streifen vor einem Hintergrund, dessen Helligkeit von Schwarz nach Weiß variiert. Genau derselbe Effekt lässt die Schneeflocken in unterschiedlichen Grautönen erscheinen.

Dieser Täuschung glaubte ich eines Tages zu erliegen, als ich bei regem Schneefall an einer Bushaltestelle unter einer Straßenlaterne auf den nächsten Bus wartete. Beim Blick auf den Boden glaubte ich, lebhaft bewegte dunkle Flocken zu sehen. Bei näherem Hinsehen zeigte sich, dass die vermeintlichen Flocken nicht nur dunkel waren. Sie schienen sich außerdem wie Tierchen zu bewegen: über den von der Laterne kreisförmig erleuchteten Boden vom Rand her kommend, schwankend, aber stets in Richtung Zentrum. Dabei wurden sie langsamer und verschwanden früher oder später auf eine geheimnisvolle Weise spurlos.

Natürlich dachte ich daran, Schneeflocken zu sehen. Das dunkle Erscheinungsbild irritierte mich zunächst weniger, weil ich mir ja schon am helllichten Tag die Farbwechsel von Schneeflocken klargemacht hatte. Aber die einheitlich nach innen gerichtete, leicht torkelnde Bewegung über den Boden blieb zunächst rätselhaft. Bis ich feststellte, dass das, was da an dunklen Wesen über den Boden krauchte, weitgehend immateriell war.
Als ich nämlich meine Hand dicht über dem Boden mit der Bewegung mitführte und die immateriellen Wesen gewissermaßen in Händen hielt, stelle ich fest: ich hatte es mit den Schatten einzelner Flocken zu tun. Erst im letzten Moment ihres Verschwindens materialisierten sie sich in meiner flachen Hand zu realen Exemplaren.
Nach der ersten Verblüffung erschien das Geschehen plötzlich sehr einleuchtend. Die horizontale Bewegung der Schatten wird verständlich, wenn man sich den Lichtkegel als zusammengesetzt denkt – aus Lichtstrahlen, die schräg von der Lampe ausgehend.
Sinkt eine Schneeflocke senkrecht vom Himmel herab und tritt von oben in den Lichtkegel ein, so erscheint ihr Schatten am äußeren Rand des kreisförmig erhellten Bodens. Während sie sich weiter dem Straßenbelag nähert, gerät sie in zentraler liegende Lichtstrahlen. Dadurch läuft ihr Schatten nach innen. Das Herabtorkeln der Schneeflocken wird durch ein schwankendes Krabbeln ihrer Schatten über den Boden abgebildet.
Wenn dann die Flocken den Boden erreichen, treffen sie mit ihrem eigenen Schatten zusammen und lassen ihn – und letztlich auch sich selbst – verschwinden. Das ist der Moment, in dem ich die Schneeflocke auf meiner Hand fühlte, die ich dem Schatten nachführte.
Da etliche Flocken über den ganzen Lichtkegelmantel verteilt ins Licht rieseln, laufen gleichzeitig viele Schatten an verschiedenen Stellen – weit außen beginnend, mehr oder weniger weit in Richtung Fußpunkt der Laterne. Ich war so fasziniert von diesem Schauspiel, dass ich fast enttäuscht war, als der Bus schließlich eintraf.
Das Polarlicht ist ein leises Lichtspiel am Himmel. Es ist als ob die Welt für einen Moment den Atem anhält. Grüne, rote und violette Schleier ziehen über die Dunkelheit des nächtlichen Himmels. Kein Geräusch begleitet dieses Schauspiel. Man kann nur staunen und die Schönheit der Natur auf sich wirken lassen. Das Polarlicht erinnert uns auch einmal mehr daran, dass es Dinge gibt, die man nicht festhalten, sondern nur genießen kann.
Diese natürliche Lichtinstallation war gestern Nacht in Norddeutschland zu sehen. Das Foto wurde durch ein Dachfenster gemacht, um das Phänomen festzuhalten, bevor es vorbei ist.
Der Ursprung des Polarlichts liegt in einem Zusammenspiel des von der Sonne ausgehenden Sonnenwinds und dem Magnetfeld der Erde.
Da die bewegten geladenen Teilchen aus dem Sonnenwind und auch der kosmischen Strahlung einen elektrischen Strom darstellen, sind sie selbst von Magnetfeldern umgeben. Diese werden vom Magnetfeld der Erde so abgelenkt, dass sie die Erde umkreisen. Da die Erdmagnetfeldlinien in der Nähe von Nord- und Südpol in die Erde eintreten, gelangen die geladenen Teilchen, die die Feldlinien in engen Spiralbahnen umrunden, in die Atmosphäre. Dabei treffen sie auf Sauerstoff- und Stickstoffatome und ionisieren sie: Das heißt: Elektronen der Atome dieser Gase werden auf ein höheres Energieniveau angehoben. Und wenn sie dann wieder auf ihr altes Niveau zurückfallen, wird die freiwerdende Energie in Form von Licht ausgesandt.
Immer dann, wenn der Sonnenwind ziemlich stark ist, kann man dieses Polarlicht auch in unseren Breiten erleben. Dabei wird man Zeuge des ästhetisch ansprechenden lichterlohen Ausdrucks der Abwehr des für das Leben auf der Erde schädlichen Sonnenwinds.

Stellen wir uns vor, die vom Sonnenlicht beleuchteten Sanddünen ein Wüstenlandschaft würde in seine Komplementärfarben übergehen und auf diese Weise die farbliche Gegenwelt erschaffen, so müssten wir uns auf eine neue visuelle Realität einstellen: Die lebendigen Töne des Sandes weichen der eisigen Kühle des Schnees. Wo einst der Sand in sanften Ocker- und Brauntönen schimmerte, breitet sich nun ein kaltes, kristallines Blau aus, wie der Schatten des Schnees, der kein direktes Sonnenlicht, sondern nur das blaue Himmellicht empfängt.
In dieser Traumlandschaft mutieren die tiefen Schatten, die früher in dunklem Grau und Braun versanken, zu einem hellen Grau. Das vertraute Bild von Sonne, Hitze und trockenen Dünen wird zu einer Märchenlandschaft aus eisigen Gipfeln und weiten, verschneiten Tälern.
Es ist die Metamorphose der Wahrnehmung: Eine einfache Inversion der Farben, und plötzlich sehen wir das, was in den Dünen verborgen lag – die kalte, stille Weite des Schnees. Diese Verschiebung zeigt uns, wie unsichtbar und doch immer präsent das andere Extrem in unserer Welt ist. Die Farben der Natur sind nicht nur Schattierungen von Wahrnehmung, sondern auch von Gegensätzen, die uns die Tiefe des Erlebens erst richtig begreifen lassen.

An diesem Morgen ergießt sich das Orange der Dämmerung in das dominiernde Grau der hochnebelartigen Bewölkung. Doch plötzlich tut sich eine Lücke auf und ein intensives Blau schimmert farbenprächtig durch die Kulissen mit dem Versprechen, dass es auch noch andere Töne gibt. Das sollte man nicht vergessen.
Vor einiger Zeit war ich mal wieder in einem verlassenen Steinbruch. Man findet dort Stellen, die noch nicht von der Vegetation überwuchert wurden und uns Einblicke in eine Zeit gewähren, als dort noch Meeresboden war. Die Ablagerungen sind infolge erdgeschichtlicher Umwälzungen zu Stein geworden und zeigen Sedimentschichten, die nur locker miteinander verbunden sind und durch äußere Einwirkungen in kleine Steinplatten zerfallen.
Die bräunlich-gelbe Farbe ist auf das Vorkommen von Eisenoxiden zurückzuführen, die durch die normale Verwitterung von Eisen in den Sedimenten entstanden sind. Der blaue Bereich ist vermutlich dadurch entstanden, dass während der Verfestigung des Sediments dort spezifische Elemente (wahrscheinlich Kupfer) hingelangt sind.
Man könnte sich mit einiger Fantasie auch vorstellen, dass dort der damalige blaue Himmel einen bleibenden Abdruck gefunden hat.

Als ich auf der Suche nach einem Nikolausgeschenk etwas planlos durch diverse Geschäfte schlenderte, blieb ich schließlich etwas verdutzt an dem im Foto gezeigten Korb mit silbern spiegelnden Weihnachtsbaumkugeln stehen. Mir war zwar sofort klar, dass die mir meinem Ziel kaum näherbringen würden. Aber bevor ich weiterging begann ich mich darüber zu wundern, dass die Kugeln weich gebettet in einem Gestrüpp von leuchtenden Fasern zu lagern schienen. Das leuchtete mir zunächst in doppelter Weise ein: Wegen ihrer Zerbrechlichkeit müssen die Kugeln weich gebettet sein und weil sie das Licht sehr gut spiegeln, werden die Fasern intensiv beleuchtet.
Doch irgendetwas stimmte hier nicht. Das faserige Material erwies sich bei näherem Hinsehen nämlich als immateriell, es bestand aus nichts anderem als Spiegelungen von Spiegelungen von Spiegelungen usw.. Mit einem Wort: die Kugeln spiegelten sich gegenseitig ab und die Spiegelbilder taten es ihnen gleich, nicht nur einmal oder zehnmal, theoretisch sogar unendlich oft, auch wenn es realiter soweit nie kommt. Einen Ausschnitt aus diesem Spiegellabyrinth der besonderen Art findet man in einem früheren Beitrag.) Das optische Ergebnis sind sogenannte Fraktale, selbstähnliche Gebilde, bei denen der Ausschnitt, des Ausschnitts usw. vom Original kaum zu unterscheiden ist.
Jedenfalls ist dieses Phänomen nicht nur optisch beeindruckend, sondern auch – ich möchte fast sagen – philosophisch interessant. Aber diesen Punkt werde ich heute an einem Nikolaustag nicht weiter vertiefen.
Dennoch nimmt das Wundern kein Ende: Wieso wird das Licht nach den vielen Reflexionen der Reflexionen so gelb, dass man kaum glauben kann, dass es ursprünglich weiß war.
Woher kommt also das Gelb? Die Antwort ist verborgen in der Tatsache, dass spiegelnde Metalle, so wie sie zum Beispiel auch in unseren Badezimmerspiegeln verwendet werden, nicht nur Licht reflektieren. Zu einem ganz kleinen, in der Praxis nicht zu bemerkenden Teil wird auch ein wenig Licht absorbiert und in Wärme verwandelt. Diese Absorption betrifft aber vor allem die kurzen Wellenlängen, also vor allem die violetten und blauen Lichtwellen, stärker als die langwelligen Anteile des weißen Lichts, also rot und gelb. Und wenn sich auf diese Weise infolge der vielen Reflexionen der Verlust an Blau und Violett ivergrößert, wird das Restlicht immer röter und gelber.
Hier kippt also Quantität in Qualität. Kommt uns das nicht aus anderen Zusammenhängen irgendwie bekannt vor?
Auf einem längeren Spaziergang in der Krummhörn (Ostfriesland) bei jahreszeittypischem Schmuddelwetter machte sich die Sonne äußerst rar. Da die Bäume inzwischen ihre Blätter zum größten Teil losgelassen und der Erde überlassen haben, war von daher keine aufmunternde Farbe mehr zu erwarten.
Doch plötzlich mutierte vor mir eine fast monochrome Baumfront zu einer von Farben beleuchteten Leinwand. Der Effekt war wegen des Gegensatzes gewaltiger als es das Foto zu vermitteln vermag: Hinter mir war eine Lücke in der fast geschlossenen Wolkendecke entstanden und die Sonne hatte die Chance genutzt, sich in den Tropfen einer heranrückenden Regenfront zu „spiegeln“ und einen farbigen Regenbogen in die Landschaft zu stellen, von dem zu einem geringen Teil auch die vor mir aufragende Baumfront profitierte.
Was hier wie kleine wassergefüllte Bäche aussieht ist knochentrocken. Wir blicken vielmehr auf nahezu parallele Sandrippel, die durch die Einwirkungen des Winds erzeugt wurden. Dabei wurde der aus hellen und dunklen Körnern bestehende Sand außerdem weitgehend entmischt.
Während die dunklen Sandkörner das blaue Himmellicht sehr gut reflektieren, wird es von den hellen Sandkörnern stark absorbiert, so dass es zu dieser deutlich Farbdifferenzierung kommt.
Da das Rippelfeld fast parallel zum Kamm einer Düne verläuft, von dem aus je nach Einwirkungen des Windes Lawinen abgehen, macht sich vor allem der dunkle Sand der Rippel an diesem steilen Abhang als durchgehende Streifen bemerkbar. Dadurch wird der ursprüngliche Eindruck des fließenden Wassers noch verstärkt.

Der Frost hat mich in meiner diesjährigen „Sandserie“ unterbrochen. Denn ich wollte zumindest das erste Frostbild in diesem Jahr auch fristgerecht zeigen. Denn gestern und heute zeigten sich bei uns die ersten Strukturen gefrorener Wasserpfützen des bevorstehenden Winters.
Die im Foto gezeigten Eiskreationen werden von der tief stehenden Sonne illuminiert und teilweise in ein orangenfarbenes Licht getaucht. Zusammen mit den komplementären blauen Reflexen des Himmels in den Schattenbereichen der Eisschicht ergibt sich auch rein farblich gesehen ein harmonisches Ganzes.
Der Eiswurm, der sich an der unteren Kante der oberen Eisschicht entlangwindet, strebt offenbar sogleich der Sonne entgegen, so als wüsste er nicht, was er von den Sonnenstrahlen zu erwarten hat. 😉

Die Sonne ist bereits untergegangen. Die Kontraste schwinden. Die Kühe grasen unbeeindruckt weiter. Demnächst werden sie wohl für ein paar Monate durchgehend im Stall verbringen müssen.
Am frühen Morgen betrete ich in dem Moment einen einsamen Waldweg als die Sonne hinter mir aufgeht und vor mir wie aus dem Nichts einen roten Teppich aus Blättern ausrollt. Als erster macht sich darauf mein Schatten lang, so als wollte er mir den Weg durch die unter meinen Schritten knisternden trockenen Blätter bahnen.
Ich denke darüber nach, wie sich hier alles passend gefügt hat:
– Die Sonne geht an diesem Tag an einer Stelle auf, die mit der Richtung des Waldweges zusammenfällt.
– Ich betrete just in dem Augenblick diesen Weg, da die Sonne so weit über den Horizont gestiegen ist, dass sie streifend über die Blätter fällt.
– Dabei strahlt sie diese so intensiv an, dass es scheint, sie würden wie abertausend Lämpchen aus sich heraus leuchten.
Bislang habe ich nur erlebt, dass anderen ein roter Teppich ausgerollt wurde, bewundert und vielleicht beneidet von vielen Zuschauern. Hier erlebe ich nun, dass mir die Natur im passenden Zusammenspiel von Erddrehung, Himmelsrichtung und Blätterfall etwas viel Größeres beschert. 😉

Wenn wir über die Reflexionen auf diesem Foto reflektieren, wird uns vielleicht bewusst, wie wesentlich diese Art der Zurückwerfung mit unserer Lebenswelt und in unser Leben verwoben ist. Das Sonnenlicht wird teilweise von den Pflanzen aufgenommen, der Rest, z.B. das Grün der Wiesen, wird abgegeben.
Es wird aber auch von Wassertröpfchen reflektiert, die zum Beispiel in Form von Regen auf die Erde niedergehen. Dabei wird das Licht auch noch gebrochen und in Farben zerlegt, die wir hier als Teil eines farbigen Regenbogens wahrnehmen. Selbst das in der Wasserpfütze im Vordergrund reflektierte Licht der Wassertröpfchen zeigt sich in Form eines Regenbogenfragments usw. usw. Hinzu kommt hier das Reflektieren über das Reflektieren…
Beim Wandern durch den herbstlichen Wald ragte mir ein mit bunten Blättern besetzter Zweig in den Weg und widerlegte auf farbenfrohe Weise das Wort von der dunklen Jahreszeit.
In der Tat habe ich den Eindruck, dass die leuchtenden Gelb-, Orange- und Rottöne dazu beitragen, die Stimmung aufzuhellen um besser auf die anstehende dunkle Jahreszeit vorbereitet zu sein.
Vor allem von den Farben Gelb und Orange geht die Wirkung von Licht und Wärme aus, was wiederum in einer ausgewogenen Kombination mit hellem Grün zu einer optimistischen Stimmung beitragen kann. Ein Spaziergang in diesem Ambiente ist so etwas wie eine herbstliche Variante des Waldbadens.
Warum sehen wir diese Herbstfarben?
Im Herbst baut der Baum das grüne Chlorophyll ab, das zuvor die anderen Farben überdeckt hat. Dadurch treten die im Blatt vorhandenen gelben, orangenen und roten Farbstoffe (wie Carotinoide und Anthocyane) deutlich hervor.
Es sieht fast wie Absicht aus, so als wollte die Natur mit dieser Show der Farben ein positives Zeichen des Übergangs zum Winter setzen und eine angenehme Wirkung auf das menschliche Wohlbefinden ausüben.
Kürzlich stand ich im „Regen“ sich massenhaft in virtuosen individuellen Bahnen herab bewegender bunter Blätter und fühlte mich wie Goldmarie. Es ist als wollten die Blätter eine letzte Grazie in ihren Fall legen.

Dass ich beim Anblick dieses Ahornblatts an einen Apfelbaum erinnert werde, kann ich nur dadurch erklären, dass ich kurz vorher die vorletzten Äpfel von unserem sehr ertragreich Baum gepflückt habe.
Faszinierende optische Phänomene entdecken.
H. Joachim Schlichting. Berlin: Springer 2025
Wir sind umgeben von faszinierenden optischen Phänomenen, die im Alltag meist unbemerkt bleiben. Doch was verbirgt sich hinter den strahlenförmigen Heiligenscheinen, die um den Schatten unseres Kopfes erscheinen, wenn wir in ein trübes Gewässer blicken? Haben Sie jemals die geheimnisvollen Lichtkreuze in Lichtkreisen wahrgenommen, die insbesondere am Morgen oder Abend an Häuserfronten zu sehen sind? Selbst verzerrte Mehrfachspiegelungen auf glänzenden Autokarosserien entgehen den meisten von uns.
In diesem Sachbuch nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch die Welt der verborgenen Lichterscheinungen. Entdecken Sie Phänomene wie die Quételetschen Ringe, die leuchtenden Glorien im Nebel oder die faszinierenden Strukturfarben von Spinnennetzen, die sich nur aus der passenden Perspektive offenbaren. Selbst bekannte Erscheinungen wie der Regenbogen, der eigene Schatten oder der Heiligenschein im feuchten Gras enthüllen bei genauer Betrachtung völlig neue Details und eröffnen ungeahnte Einsichten.
Diese alltäglichen Phänomene werden ohne Formeln physikalisch beschrieben. Dabei erfährt vor allem die ästhetische und erlebnisorientierte Dimension durch reiche Bebilderung und Diktion eine besondere Wertschätzung.
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Kartoniert, xiii, 465 S.XIII, 465 S. 361
Abb., 347 Abb. in Farbe.

Ich mußte daher bei meiner alten Art verbleiben, die mich nötigt, alle Naturphänomene in einer gewissen Folge der Entwicklung zu betrachten und die Übergänge vor und rückwärts aufmerksam zu begleiten. Denn dadurch gelangte ich ganz allein zur lebendigen Übersicht, aus welcher ein Begriff sich bildet, der sodann in aufsteigender Linie der Idee begegnen wird.*
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* Johann Wolfgang von Goethe. Meteorologie. Wolkengestalt nach Howard: Naturwissenschaftliche Schriften II. Berliner Ausgabe Bd. 24 / Züricher Ausgabe Bd. 17, S. 649

Das rotbraun verrostete Fundstück liegt da wie die gestaltgewordene Erinnerung an alte Technik, die vor vielen Jahren in einem von der Natur zurückeroberten Gebiet das Leben bestimmte. Irgendwie pulsiert in diesem sauerstoffveredelten Stück Eisen etwas Lebendiges: die Wechselwirkung von Metall und Atmosphäre. Die Krusten erzählen von Hitze, Dampf und wiederholtem Kontakt mit Wasser; jede Schicht schiebt sich wie eine Schicht Zeit nach vorn. Unter der rauen Oberfläche schimmert eine verborgene Ordnung, ein Muster, das sowohl von Industrie als auch von Natur spricht. Es hat den Blick geschärft: Gleichgewicht zwischen Zweckmäßigkeit und ästhetischer Stille, zwischen Rost und Rast, zwischen dem Zeugnis menschlicher Arbeit und dem stillen Wachstum der Welt.
Das klingt etwas verschroben, trägt damit aber auch dem ersten Eindruck Rechnung, den das Foto mir vermittelte, als ich es von Toralf Förster zugeschickt bekam. Wie er selbst berichtet blickt man von unten auf das Sonnensegel eines Cafés, auf das einige gelbe Blätter gefallen sind. Wohlgemerkt: Die Blätter liegen außen auf dem Segel und wurden von unten gesehen und fotografiert.
Obwohl das Segel nur durchscheinend aber nicht durchsichtig ist, ergibt sich eine ziemlich realistisch wirkende Abbildung. Offenbar liegen die schon herbstlich gelb verfärbten und verhärteten Blätter nicht flach, sondern hochkant auf dem Segel und empfangen das Sonnenlicht aus einem ziemlich steilen Winkel. Davon zeugt der relativ lange Schatten, der von den Blättern geworfen wird.
Die Blätter reflektieren einen großen Teil des Lichts gemäß der Regel: Einfallswinkel = Reflexionswinkel vor sich auf das Sonnensegel, sodass es in diesem Bereich intensiv beleuchtet wird. Daher geht ein Teil des Lichts durch das Segel hindurch und wird von der Unterseite, also vom Café aus, gesehen.
Da nach Auskunft von Herrn Förster das Segel einen bräunlich-orangenen Farbton aufweist (was im Foto nicht so deutlich zum Ausdruck kommt, absorbiert es ähnlich wie die gelben Blätter vor allem Licht der Komplementärfarbe. Da diese bereits von den gelben Blättern absorbiert wurde, geht damit ein großer Teil des auf das Segel reflektierten gelben Lichts durch dieses hindurch.
Die Durchlässigkeit des Lichts ist daher so gut, dass man die Blätter fast im Original zu sehen glaubt.
Alles in allem eine der Beobachtungen am Rande des Alltags, über die man meist hinwegsieht.

Ob dieses Blatt aus Nährstoffmangel, Pilzbefall, Sonnenbrand oder sonstigen Störungen zur Hälfte sein Chlorophyll verloren hat, konnte ich nicht herausfinden. Vielleicht ist es nur ein Vorbote auf die kommende Zeit, in der immer mehr Blätter ihre Farbe wechseln, in welcher Form auch immer.
Aufmerksam wurde ich auf dieses farblich zweigeteilte Blatt allerdings durch die subtile Ästhetik des Zerfalls, der in diesem naturschönen Gebilde seinen äußerlichen Ausdruck findet.

Ein einzelner Grashalm und sein Schatten – mehr braucht es nicht, um die Ästhetik des Minimalen einzufangen. In der Reduktion auf das Wesentliche offenbart sich eine stille Schönheit: die filigrane Linie des Halms, der feine Schwung seines Schattens auf der Wand. Licht und Form treten in einen stillen Dialog, der Raum für Wahrnehmung und Kontemplation schafft. Nichts drängt sich auf, nichts lenkt ab. Es ist gerade das Wenige, das Tiefe gewinnt – ein Bild voller Ruhe, Klarheit und leiser Poesie.


Ich freue mich immer wieder über ähnliche Strukturen in der Natur in völlig verschiedenen Bereichen. Hier haben wir es links im Bild mit dem Ausschnitt aus einer Säule zu tun, die aus einem Naturfels herausgearbeitet wurde und rechts mit einem bewegten Wellenmuster in einem Hafenbecken. Der Gegensatz kann größer nicht sein, würde man meinen. Aber ist es wirklich so? Hat man es beim Felsen nicht auch mit einer erstarrten fluiden Masse aus erdgeschichtlich weit zurückliegenden Zeiten zu tun?

Unter dem nahen, blauweißen Himmel bewegte sich das Meer in drei Streifen auf uns zu; der fernste schwarz und schwer, der mittlere in beständiger Hebung und Senkung, dunkelflaschengrün, während der nächste sich in Schichten kalkweißen Schaums übereinanderschob; wo der zweite Streifen in den nächsten fiel, entstand in jeder Welle ein lichtgrüner, ungeheuer hell durchscheinender Sturz, durch den ich das Innere der Woge sah, eine Sekunde lang, ehe sie im Schaum ihres eigenen Zusammenbruchs verloren ging. Dann schwoll ein Rauschen und Brodeln auf, vermischte sich mit dem Schaben, das der Sog des ablaufenden Wasser verursachte, wenn es gegen die Kiesel schlug und diese in Bewegung setzte, so daß sie sich rieben und gegeneinanderstießen – keinem blieb sein Ort, keinem seine Gesellschaft, und darüber fauchten die Windböen, deren Bahnen schon von weitem auf dem Wasser als gekräuselte Spuren erkennbar wurden, bis sie uns erreichten, uns schüttelten und mit ihren klammen Fingern nach unseren Gesichtern griffen.*
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*Klaus Modick. Das Licht in den Steinen. Frankfurt 1995, S. 208f

Nach dem ewigen Blau bei einem längeren Spaziergang an der Küste wirkte das plötzlich wie aus dem Nichts auftauchende rote Schiff wie eine lodernde Flamme.
Dieses „Gemälde“ der Natur fand ich auf einer Wanderung. Das Gestein hat einige Gestaltungsvorgänge hinter sich, die sich vor Urzeiten abgespielt haben und nun mit einer anderen Hervorbringung dieses unseres Planeten zusammentrifft. Zumindest die eine Seite dieser Begegnung freut sich darüber und findet es wert, dass es auch anderen gezeigt wird. Ich habe diese Natursteinwand abgetastet und das Haptische mit dem Visuellen versucht in Einklang zu bringen. Das kann diese Abbildung hier natürlich nicht leisten. Aber vielleicht hilft der Vorschlag von Paul Klee, der seine Augen in doppelter Weise einsetzt indem er sagt: Ein Auge welches sieht, das andere welches fühlt.

Nach diesen grauen Tagen, in denen die Wolken einfach bis zum Erdboden durchsackten, sehne ich mich nach etwas Farbe. Diese finde ich im Foto einer Strelizie, die völlig kompromisslos das satteste Blau mit knalligem Gelborange so zusammenbringt, dass es m.E. kein bisschen kitschig wirkt. Die Natur kann das.

…in den mit dem Wellengang bewegten Reflexen tauchte plötzlich diese Wellenmutter auf, die ihr Kind mit blauem Gesicht an der Hand hielt. Sie hatte eine bewegte Figur, die ihr zuweilen (wie auf dem Foto) mehr Rundungen verlieh, als es bei Menschen üblich ist. Außerdem stand sie meist auf einem Bein. Beide bewegten im Rhythmus der Wellen. Was sollten sie auch anderes machen, waren sie doch selbst Wellengeborene. Ein weiterer Kutter, der unversehens in den kleinen Hafen einfuhr, bereitete dem Spiel ein schnellen Ende.

Es war einmal ein kleiner, fröhlicher Schaum namens Iris, der in einem bunten Badezimmer lebte. Iris war kein gewöhnlicher Schaum; er hatte die besondere Fähigkeit, wunderschöne, irisierende Seifenblasen zu erzeugen. Jedes Mal, wenn das Wasser sprudelte und die Seife in die Luft wirbelte, tanzte Iris vor Freude und ließ die Blasen in allen Farben des Regenbogens leuchten. Fortan nannte man dieses Lichtspiel auch „Irisieren“.
Eines Tages beschloss Iris, ein großes Abenteuer zu erleben. Er wollte die Welt außerhalb des Badezimmers erkunden. Mit einem kräftigen Sprudeln sprang er aus der Badewanne und schwebte durch das offene Fenster in den Garten. Dort traf er auf die strahlende Sonne, die seine Blasen zum Funkeln brachte. Die bunten Blasen schwebten hoch in den Himmel und zogen die Aufmerksamkeit der Kinder im Nachbarhaus auf sich.
Die Kinder rannten hinaus, lachten und versuchten, die schimmernden Blasen zu fangen. Jede Blase, die sie berührten, zerplatzte in einem kleinen Regenbogen aus Farben und hinterließ ein Gefühl von Freude und Staunen. Iris fühlte sich wie ein kleiner Zauberer, der Glück und Lachen verbreitete.
Als die Sonne langsam unterging, wusste Iris, dass es Zeit war, zurückzukehren. Er schwebte zurück ins Badezimmer, wo er sich in der warmen Badewanne ausruhte. Von diesem Tag an wusste er, dass er nicht nur ein einfacher Schaum war, sondern ein kleiner Botschafter des Glücks, der mit seinen irisierenden Seifenblasen die Herzen der Menschen erfreuen konnte. Und so lebte Iris glücklich und zufrieden, immer bereit für das nächste Abenteuer.
Im Gegensatz zu diesem langlebigen Schaum im Märchen muss man sich schon sehr anstrengen, um Seifenblasen ein längeres Leben zu ermöglichen.