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Herzlichen Glückwunsch zum Hundertzwanzigsten!

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. Dies gilt auch für das 425-jährige Jubiläum des Aachener Kaiser-Karls-Gymnasiums, das 1601 unter dem Namen Gymnasium Marianum von den Jesuiten in der Nähe der heutigen Annastraße gegründet wurde. Im Schatten dieses Ereignisses hat sich am 4. April 2026 von der Öffentlichkeit völlig unbemerkt ein anderes Jubiläum ereignet: Der 120. Geburtstag des seinerzeit “neuen Schulgebäudes”, des heutigen repräsentativen Altbaus der Schule. Nach Abriss des überwiegenden Teils des zuvor als Schulgebäude genutzten, aber baufällig gewordenen Kreuzgangsgebäudes des Aachener Augustinereremiten-Konvents fand der Unterricht von 1902 bis 1906 behelfsmäßig im ehemaligen Konventsgebäude der Franziskaner-Rekollekten in der heutigen Großkölnstraße statt. Im Zeitraum von 1903 bis 1906 errichtet, konnte das “neue Schulgebäude” am 4. April 1906 bezogen werden, wie der damalige Stadtbaurat Joseph Laurent in einer eigens zu diesem Anlass herausgegebenen Schulschrift berichtet. Wo derweil Aachens historische Gymnasialbibliothek während dieser zahlreichen Auf- und Umbrüche untergebracht war, bleibt eine offene Frage.

Abb. 1: Aufnahme um 1903: Die Fundamente für das neue Schulgebäude sind gelegt; im Hintergrund die heutige Aula Carolina und der Rest des Augustinerkonventsgebäudes. Quelle: Historische Sammlung KKG; digital bearbeitet von Rayhana Yousfi 2026.

 

Quelle:

Laurent, Joseph: Kaiser-Karls-Gymnasium zu Aachen. Beschreibung des neuen Schulgebäudes von Joseph Laurent, Stadtbaurat. Mit 10 Tafeln = zugleich: Scheins, Martin: Kaiser-Karls-Gymnasium zu Aachen. Jahresbericht für 1905-1906 von Dr. Martin Scheins, Director. Inhalt: Schulnachrichten (Progr. Nr. 525), Aachen: Hermann Kaatzer 1906.

Lehrerbibliothek deluxe: Die Schlossbibliothek Oels (Oleśnica)

Der kleine Ort Oleśnica, einige Kilometer nordöstlich von Wrocław gelegen, hatte etwas, das im Nischenbereich der Schulbibliotheksforschung sehr besonders ist: Eine Schlossbibliothek, die über mehrere Jahrhunderte hinweg von Lehrern und Rektoren des Gymnasiums gepflegt und zu Forschungszwecken genutzt wurde. Die Zusammenarbeit der herzoglichen Bibliothek mit der örtlichen Schule schien so gut ineinander zu greifen, dass das Gymnasium erst Anfang des 19. Jahrhunderts, also mehr als 200 Jahre nach seiner Gründung, anfing, eine eigene Lehrerbibliothek anzulegen.

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Ein Kölner Professor, ein glühender Gegenreformator und ein beflissener Chronist – Lateinische Texte legen in Aachen beredtes Zeugnis über drei Augustiner-Eremiten ab

[Die Druckfassung dieses Beitrag ist in Heft 27 (2026), p. XXXI-LX von Pro Lingua Latina publiziert.]

I. Einleitung

Am 8. Mai 2025 ist der Augustiner-Orden (Ordo Sancti Augustini; Ordenskürzel: OSA) mit der Wahl seines ehemaligen Generalpriors Robert Francis Kardinal Prevost zu Papst Leo XIV. unerwartet in das Interesse der Weltöffentlichkeit gerückt. Im deutschsprachigen Raum nahm bekanntlich durch den Reformator Martin Luther nicht nur die Ordensgeschichte der Augustiner – seinerzeit noch Augustiner-Eremiten (Ordo Eremitarum Sancti Augustini; Ordenskürzel: OESA) genannt – , sondern die Kirchengeschichte als ganze eine ihrer bisher wohl nachhaltigsten Wendungen. Diese Wendung hatte zur Folge, dass sich in der frühen Neuzeit insbesondere Angehörige des Augustiner-Ordens mit umso größerem Eifer der Gegenreformation, d. h. der Bekämpfung der Lehren Luthers, widmeten.

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Bibliothek des Gymnasiums Georgianum könnte in Lingen erhalten bleiben

Martin Gerekamp, Erster Kreisrat des Landkreises Emsland, betont in einem Artikel der Neuer Osnabrücker Zeitung, “dass dem Landkreis als Träger der Schule bewusst ist, dass der Bestand ein großer Schatz ist und dieser in Lingen erhalten bleiben soll. Nicht in Kartons, sondern in Räumen, die konservatorisch geeignet für die Bücher sind. Wenn nicht im Georgianum, dann aber in der Nähe der Schule.”

(Quelle: Schatz aus dem Georgianum Lingen: Geschichte hinter dem Zepter)

Dies gibt Grund zur Hoffnung – nicht nur für Lingen, sondern auch für andere Standorte mit historischen Gymnasialbibliotheken. Dazu ein Kommentar von Dr. Hermann Krüssel aus Aachen:

“Die Frage ist, wohin mit den kostbaren Bibliotheken. Die Frage ist, wie wir es mit unserer Kultur überhaupt halten. Was passiert mit Büchern, die heute von der Mehrheit nicht mehr zu lesen sind, weil sie in Hebräisch, Griechisch, und jetzt muss man wohl auch immer mehr Lateinisch hinzuzählen, geschrieben sind? Weg damit, weil kein Platz, weil die Wirtschaft sie nicht braucht, weil Geisteswissenschaften ohnehin auf dem Abstellgleis, weil in Niedersachsen die Fremdsprachen in der Oberstufe auf dem Abstellgleis stehen sollen? Ich lese mit Freuden, dass es um Räume und nicht um Kartons für die ausrangierten Bücher gehen soll. Hoffentlich wird diese Hoffnung auch Realität. In Aachen gibt/gab es eine großartige Historische Lehrerbibliothek. Ein Buch habe ich entdeckt, das ich nur noch einziges Mal in einer anderen Bibliothek finden konnte. Das Aachener Exemplar befindet sich (noch) in einem Karton. Burgsteinfurt, Lingen, überall stellen sich die Fragen nach dem Verbleib, besser natürlich nach einer Zugangsmöglichkeit solch kostbarer Bücher. Wir brauchen Kulturschaffende, Politiker mit Weitblick, die nicht von der Uni kommen ohne Berufserfahrung und ihrer Karriere dienen, sondern, die eben eine entsprechende nicht der Wirtschaft verpflichtete, sondern an der Humanitas (latein. Menschlichkeit, Bildung) orientierte Verpflichtung haben. Herr Dr. Spannhoff, Frau Schwegmann, Herr Gerenkamp, Herr Sieberg, alles Gute Ihnen und viel Erfolg. Lassen Sie sich bitte nicht von Wirtschaftlern (Ökonomen) und Parteiideologen von Ihrem Vorhaben abbringen. Ökonomen wissen in der Regel nicht, woher dieses Wort stammt. oikos – das Haus, nomos – das Gesetz. Sie richten sich allzu oft nach den Gesetzen des Marktes, besser wäre es, die Gesetze eines Hauses der Bildung in den Blick zu nehmen. Gilt auch für Minister in Kultur und Schule. Herzliche Grüße von einem im Herzen Emsländer Gebliebenen.”

Stadtarchiv Aachen übernimmt historische Bestände der Stadtbibliothek – und wo bleibt Aachens Gymnasialbibliothek?

Nach einer durch eine Presseanfrage zum geplanten “Haus der Neugier” und dem Verbleib von Aachens historischer Gymnasialbibliothek gewissermaßen nebenbei aufgedeckten Unklarheit gibt es seit Beginn des Jahres 2026 nun zumindest für die Altbestände der Aachener Stadtbibliothek Planungsperspektiven:

Gelungene Kooperation: Musikschule und Stadtarchiv übernehmen Teilbestände der Stadtbibliothek | Stadt Aachen

Inwiefern es sich um eine gelungene Lösung handelt, gilt es, abzuwarten. Dazu die Einschätzung von Dr. Klaus Graf: “Stadtbibliothek Aachen schiebt ihren Altbestand ab – Archivalia.”

Trotz anderslautender Überlegungen unter Beteiligung des Stadtarchivs Aachen (vgl. Aachener Zeitung; Nießen berichtete) ist der Verbleib der Bestände von Aachens historischer Gymnasialbibliothek nach wie vor ungeklärt. Die über die Angelegenheit informierten Aachener Stadtratsfraktionen verhalten sich deutlich zurückhaltend.

“Das Koloniale Klassenzimmer” – virtuelle Ausstellung online

Ein weiteres Ergebnis aus der durch das Land Niedersachsen in der Förderlinie Pro*Niedersachsen finanzierten Kooperation im Projekt “Weltwissen als Schulwissen. Geographische Wissensbestände des Kolonialismus in niedersächsischen Schulbibliotheken” zwischen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Landesbibliothek Hannover, dem Arbeitsbereich Geschichte Afrikas, Historisches Seminar, der Leibniz Universität Hannover (LUH, Kuration Dr. Jana Otto) sowie dem Domgymnasium Verden, dem Gymnasium Ernestinum Celle und dem Schiller-Gymnasium Hameln ist nun fertiggestellt und online freigeschaltet.

Zitat aus der Einleitung: “Eine wesentliche Grundlage der Ausstellung bilden zudem Recherchen im Kreisarchiv Verden, im Niedersächsischen Landesarchiv an den Standorten Aurich, Hannover, Osnabrück und Stade sowie im Stadtarchiv Celle.”

Die Ausstellung kann unter der URL https://das-koloniale-klassenzimmer.gbv.de/ besucht werden.

Digitalisate und Index der Jahresberichte der École Secondaire / des Königlichen Gymnasiums zu Aachen 1805 bis 1830

Nach der digitalen Zugänglichmachung des Digitalisats und Index des ersten Bandes der Jahresberichts-Konvolute des heutigen Städtischen Kaiser-Karls-Gymnasiums wird im Folgenden der Inhalt des dritten Bandes veröffentlicht, der Jahresberichte, Prüfungsunterlagen, Namenslisten und Abhandlungen der französischen École Secondaire de la ville dAix-la-Chapelle (1803 bis 1813; Berichtzeitraum: 1805 bis 1813) sowie des Aachener Collegiums bzw. Königlichen Gymnasiums zu Aachen (1814 bis 1886, Berichtzeitraum 1814 bis 1830) enthält.

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Gymnasialbibliotheken und -archive