Martin Gerekamp, Erster Kreisrat des Landkreises Emsland, betont in einem Artikel der Neuer Osnabrücker Zeitung, “dass dem Landkreis als Träger der Schule bewusst ist, dass der Bestand ein großer Schatz ist und dieser in Lingen erhalten bleiben soll. Nicht in Kartons, sondern in Räumen, die konservatorisch geeignet für die Bücher sind. Wenn nicht im Georgianum, dann aber in der Nähe der Schule.”
(Quelle: Schatz aus dem Georgianum Lingen: Geschichte hinter dem Zepter)
Dies gibt Grund zur Hoffnung – nicht nur für Lingen, sondern auch für andere Standorte mit historischen Gymnasialbibliotheken. Dazu ein Kommentar von Dr. Hermann Krüssel aus Aachen:
“Die Frage ist, wohin mit den kostbaren Bibliotheken. Die Frage ist, wie wir es mit unserer Kultur überhaupt halten. Was passiert mit Büchern, die heute von der Mehrheit nicht mehr zu lesen sind, weil sie in Hebräisch, Griechisch, und jetzt muss man wohl auch immer mehr Lateinisch hinzuzählen, geschrieben sind? Weg damit, weil kein Platz, weil die Wirtschaft sie nicht braucht, weil Geisteswissenschaften ohnehin auf dem Abstellgleis, weil in Niedersachsen die Fremdsprachen in der Oberstufe auf dem Abstellgleis stehen sollen? Ich lese mit Freuden, dass es um Räume und nicht um Kartons für die ausrangierten Bücher gehen soll. Hoffentlich wird diese Hoffnung auch Realität. In Aachen gibt/gab es eine großartige Historische Lehrerbibliothek. Ein Buch habe ich entdeckt, das ich nur noch einziges Mal in einer anderen Bibliothek finden konnte. Das Aachener Exemplar befindet sich (noch) in einem Karton. Burgsteinfurt, Lingen, überall stellen sich die Fragen nach dem Verbleib, besser natürlich nach einer Zugangsmöglichkeit solch kostbarer Bücher. Wir brauchen Kulturschaffende, Politiker mit Weitblick, die nicht von der Uni kommen ohne Berufserfahrung und ihrer Karriere dienen, sondern, die eben eine entsprechende nicht der Wirtschaft verpflichtete, sondern an der Humanitas (latein. Menschlichkeit, Bildung) orientierte Verpflichtung haben. Herr Dr. Spannhoff, Frau Schwegmann, Herr Gerenkamp, Herr Sieberg, alles Gute Ihnen und viel Erfolg. Lassen Sie sich bitte nicht von Wirtschaftlern (Ökonomen) und Parteiideologen von Ihrem Vorhaben abbringen. Ökonomen wissen in der Regel nicht, woher dieses Wort stammt. oikos – das Haus, nomos – das Gesetz. Sie richten sich allzu oft nach den Gesetzen des Marktes, besser wäre es, die Gesetze eines Hauses der Bildung in den Blick zu nehmen. Gilt auch für Minister in Kultur und Schule. Herzliche Grüße von einem im Herzen Emsländer Gebliebenen.”