Digital resources in the Social Sciences and Humanities OpenEdition Our platforms OpenEdition Books OpenEdition Journals Hypotheses Calenda Libraries OpenEdition Freemium Follow us

Geschichtswissenschaftsdidaktik Blog

0

„Wie machen Historiker:innen das eigentlich?“ als Leitfrage, um Sachunterrichts-Studierenden geschichtswissenschaftliches Arbeiten zu vermitteln

Der Grundkurs Historische Lebenswelten an der Universität Bielefeld ist für angehende Grundschullehrer:innen im Rahmen des Studienfachs Sachunterricht konzipiert. Ziel ist es, Studierende die „Historizität gegenwärtiger Lebenswelten“ erfahren und diskutieren zu lassen und sie „exemplarisch in historisches Denken und grundlegende Operationen geschichtswissenschaftlichen Arbeitens“[i] einzuführen. Die kontinuierlich gestellte Frage „Wie machen Historiker:innen das eigentlich?“ dient als nützlicher Leitfaden, um professionelle Arbeitsweisen zu erkunden und erproben. Friederike Neumann (Bielefeld)

0

Ein Weg zu digitaler Quellenkritik: In der Hochschullehre und im Geschichtsunterricht mit KI-Tools experimentieren

Wie können Studierende und angehende Lehrerinnen und Lehrern im Umgang mit KI geschult werden? Ein Zugang ist das experimentelle Lernen. Im Folgenden werden drei Bereiche beschrieben, in denen es sich lohnt, mit Studierenden innerhalb universitärer Lehrveranstaltungen den KI-Einsatz zu erproben und die Ergebnisse kritisch zu reflektieren: die Herstellung von Arbeitsblättern und Tafelbildern, die inhaltliche Recherche und die Generierung von Bildern bzw. der Entwurf von Denkmälern. Moritz Pöllath (München)

0

Historisches und engagiertes Sprechen. Ein Seminar zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine

Ein Seminar zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als Teil des Bachelorstudiums Geschichte anzubieten, ist nicht ohne Herausforderungen: Nicht nur deshalb, weil es sich nicht um ein im engeren Sinne geschichtswissenschaftliches Thema handelt, sondern vor allem wegen der politischen Brisanz. Ich habe mich dennoch für dieses Wagnis entschieden, weil ich unter Studierenden seit dem Februar 2022 ein wachsendes Bedürfnis nach Orientierungswissen erlebte. Um es vorweg zu nehmen: Interesse und Engagement der Studierenden waren geradezu überwältigend, der Lernerfolg außergewöhnlich groß. Einen Höhepunkt des Seminars bildete die letzte Sitzung, als die Studierenden einen Text von Jeffrey Sachs mit bemerkenswerter Präzision analysierten und Narrative und Strategien russlandfreundlicher Propaganda überzeugend identifizierten. Martina Winkler (CAU Kiel)

0

Geschichtstheorie in die Lehre bringen? (Teil 2)

Im Rahmen eines Austauschs zwischen dem „Geschichtswissenschaftsdidaktik-Blog“ und „Geschichtstheorie am Werk“ wurde die Frage diskutiert, wie Geschichtstheorie in geschichtswissenschaftlichen Studiengängen thematisiert wird, was darunter zu verstehen ist und wie sie gelehrt werden kann. Der Beitrag erscheint auf beiden Blogs parallel. 1. Wie ist die eigene Erfahrung mit Geschichtstheorie?2. Wie hängen Theorie, Arbeitsprozess bzw. Forschungsprozess eigentlich miteinander zusammen?3. Was sind Theorien, die man sich in einem geschichtswissenschaftlichen Studium aneignen sollte?4. Welche Seminartypen, Texte, Momente in den Seminarstunden bieten sich für uns an, um mit Studierenden über Theorie zu sprechen?5. Was ist mit der Normativität von Geschichtstheorien?6. Und wie betreuen man die Auswahl und Nutzung von theoretischen methodischen Angeboten bei der Betreuung von Abschlussarbeiten?

0

Geschichtstheorie in die Lehre bringen? (Teil 1)

Im Rahmen eines Austauschs zwischen dem „Geschichtswissenschaftsdidaktik-Blog“ und „Geschichtstheorie am Werk“ wurde die Frage diskutiert, wie Geschichtstheorie in geschichtswissenschaftlichen Studiengängen thematisiert wird, was darunter zu verstehen ist und wie sie gelehrt werden kann. Der Beitrag erscheint auf beiden Blogs parallel. 1. Wie ist die eigene Erfahrung mit Geschichtstheorie?2. Wie hängen Theorie, Arbeitsprozess bzw. Forschungsprozess eigentlich miteinander zusammen?3. Was sind Theorien, die man sich in einem geschichtswissenschaftlichen Studium aneignen sollte?4. Welche Seminartypen, Texte, Momente in den Seminarstunden bieten sich für uns an, um mit Studierenden über Theorie zu sprechen?5. Was ist mit der Normativität von Geschichtstheorien?6. Und wie betreuen man die Auswahl und Nutzung von theoretischen methodischen Angeboten bei der Betreuung von Abschlussarbeiten?

0

Geschichte der KI, Great Acceleration und Technikhype: KI als Tool und Untersuchungsgegenstand an der Schnittstelle von Umwelt- und Technikgeschichte

Umwelt- und Technikgeschichte liefern aus ihrer jeweils fachlich spezifischen Perspektive zentrale Beiträge zu einem kompetenten Umgang mit KI und tragen so zur Ausbildung einer erweiterten KI-Literacy bei. Entsprechende Lehrveranstaltungen haben das Potenzial, Räume zu schaffen, in denen historische Tiefenschärfe, systemisches Denken und informierte Urteilskraft zusammenkommen – Fähigkeiten, die angesichts wachsender algorithmischer Infrastrukturen nicht nur für das Studium, sondern für demokratische Gesellschaften insgesamt an Bedeutung gewinnen. Es ist an uns, diese Potenziale zu nutzen und so zu einer reflektierteren Debatte über KI beizutragen, im Seminarraum wie auch darüber hinaus. Nicole Hesse (Karlsruhe); Christian Götter (Braunschweig)

1

„Mal runter vom Campus“ – Gehen als Methode in den Geschichtswissenschaften

Neben den sich wandelnden Nutzungsformen des Gehens und der damit verbundenen Situiertheit im Raum interessieren mich als globale Umwelthistorikerin gerade auch partizipative Formate. Das Gehen erlaubt den Studierenden, sich als Teil der Umwelt wahrzunehmen und damit einen für die Umweltgeschichte fundamentalen Perspektivwechsel zu vollziehen. Noch viel zu oft wird bei historischem Arbeiten in den Schulen Natur zur Ressource und Landschaft zur Bühne menschlichen Handelns reduziert. Der Mensch ist entrückt und als Element über statt als Teil einer Umwelt definiert, welche allumfassend und handlungsbestimmend ist. Um diesen Perspektivwechsel didaktisch leichtgängiger zu gestalten, heißt es in meiner Lehre nun regelmäßig: Raus aus dem Seminarraum und runter vom Campus. Simone Müller (Augsburg)

Cover der "Historia Prima" 0

Die Zeitschrift „Historia Prima. Studentisches historisches Jahrbuch Niedersachsen“ als Praxisbeispiel für forschungs- und outputorientierte Lehre

Dieser Blogbeitrag ist ein Plädoyer für den Einsatz von forschungs- und outputorientierter Lehre an Hochschulen. Ich stelle ein erfolgreiches Lehrprojekt an der Universität Hildesheim vor, das Lehr- und Praxisprojekt Historia Prima. Studentisches historisches Jahrbuch Niedersachsen. Dieses Projekt wird im Rahmen des Innovation Plus Programmes des Landes Niedersachsen gefördert und befindet sich im dritten Jahr seiner Umsetzung. Philipp Strobl

5

Geschichte erzählen in Instagram-Posts. Ein Erfahrungsbericht

„Das gewählte Projektmedium verlangte uns zwar viel ab, da es sehr weit entfernt war von allem, mit dem wir bisher gearbeitet hatten, eröffnete zumindest mir aber ein völlig neues Verständnis dafür, wie man Geschichte für Menschen interessant machen kann“. Diese bilanzierende Äußerung eines Studenten stand am Ende eines Hauptseminars, in dem die Studierenden die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit nicht in einer Hausarbeit, sondern in Instagram-Posts präsentierten. Im Folgenden möchten wir berichten, welche Erfahrungen wir in diesem Kontext gemacht haben und welche Herausforderungen und Möglichkeiten sich ergeben können, wenn man Instagram in dieser Weise in der universitären Lehre einsetzt. Bettina Braun, Heidrun Ochs

0

KI in der geschichtswissenschaftlichen Lehre – Gefahr oder Chance?

Lehre ist ein Zusammenspiel der Akteure Lehrende, Lernende und Inhalt. Inzwischen prägt Künstliche Intelligenz alle drei Akteure in irgendeiner Art und Weise mit – sei es durch Hilfe bei der Lehrplanung, durch Hilfe beim schöneren Schreiben, bei der Recherche, bei Übersetzungen oder auch beim Entwickeln von Fragestellungen oder der Abfassung ganzer Texte. Im Folgenden soll mit der Lehrveranstaltung „ChatGPT und Mediävistik. Wie kann ich KI in der mittelalterlichen Geschichte anwenden?“ ein Beispiel präsentiert werden, in dem Künstliche Intelligenz im Rahmen universitärer Lehre eingebunden wird, also einen Platz im didaktischen Dreieck erhält. Miriam Weiss