Nach der Narrativität. Warum es für die Lehre essenziell ist, geschichtswissenschaftliches Argumentieren zu lehren
Zeitgemäße Formen des Geschichteschreibens gehen im Erzählen allein nicht auf. Um sich wissenschaftlich legitimieren zu können, müssen Arbeiten in der Geschichtswissenschaft weitere Funktionen erfüllen: Sie müssen theoretisieren, um ihre Voraussetzungen offen zu legen, und sie müssen argumentieren, um in einer vielstimmig pluralistischen Welt Respekt und Überzeugung herzustellen. Dabei müssen sie methodisch und kritisch vorgehen, um wissenschaftliche Standards einzuhalten. Um zu verstehen, warum all diese vom Erkenntnissubjekt einzubringenden Fertigkeiten bisher eher am Rand, denn im Zentrum der Ausbildung zur Historiker:in stehen, lohnt es sich, zunächst die Ursachen aufzudecken. Dadurch wird offensichtlich, worin ein Lösungsweg bestehen kann. Stefan Haas (Göttingen)
