„Ich hatte mal eine E-Gitarre. Ich hatte mal Goldfische. Ich hatte mal einen Schweden zum Freund. Ich fuhr mal einen alten VW-Bus, als ich Anfang zwanzig war, damit sammelte ich meine Freunde ein, und wir fuhren auf Festivals.“
In Doris Knechts neuem Roman „Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“ (Hanser) blickt eine Frau mittleren Alters zurück auf ihr bisheriges Leben. Der Grund: Bald wird sich einiges ändern – ihre Kinder Mila und Max werden auszuziehen und sie muss sich verkleinern, aufräumen, ausmisten und vor allem herausfinden, wer sie in Zukunft sein will.
Doris Knecht erzählt mit trockenem Humor davon, wie es ist zwischen Erwachsen und Alt, zwischen Alleinerziehend und Alleinlebend, zwischen Freiheit und Unsicherheit. Ihre Heldin ist eine Frau an einem Wendepunkt, die versucht die Wahrheit über sich selbst herauszufinden. Ein kluger Roman in kurzen Episoden und Erinnerungen, getragen von beschwingter Melancholie. Die titelgebende „Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“, kommt natürlich auch vor, und auf ihr befinden sich etwa ein Taschenmesser, die Lieblingsflipflops, eine Ray Ban, ein Embryo, ein Hund und ein Balkan-Trachtentuch.
Ich habe den Roman in meiner Literatursendung bei egoFM vorgestellt – ihr hört alle Folgen der Show hier im Stream (ohne Musik).



