Es erstaunt mich immer wieder, wieviel Kleidungsstücke Kinder in kürzester Zeit verbrauchen können. Meine vierjährige Tochter zum Beispiel hätte kein Problem damit, den gesamten Bestand an frischen Sachen in ihrem Kleiderschrank innerhalb von zwei, drei Tagen zu verbrauchen. Sie hat, wie wohl jeder, ihre Lieblingssachen. Und sie zieht sich gern nach Stimmung an. Die Strumpfhose von gestern ist heute meistens nicht mehr genehm und kann auf keinen Fall angezogen werden. Und zu der neuen passt natürlich der Pullover nicht, also muss ein neuer Pullover her. Dann kratzt das Etikett vom Unterhemd. Außerdem will sie sich verkleiden und zieht dann noch ein Kleidchen über alles drüber. Dann merkt sie, dass es das falsche Kleid ist, weil dieses entweder zu eng ist, oder zu lang oder zu kurz oder die falsche Farbe hat. Also noch ein Kleid. Dann werden beim Händewaschen die Ärmel nass, und der Pullover muss sofort gewechselt werden. Dann kommen die normalen Unglücke dazu, die jedem mal passieren: Beim Essen gekleckert, das Klo nicht rechtzeitig erreicht, die kleine Schwester patscht mit Brei und man kriegt es ab usw.
Sie könnte den ganzen Tag damit verbringen, sich umzuziehen, zu verkleiden, neue Sachen anzuprobieren. Das macht sie überall in der Wohnung, und die ausgezogenen Sachen lässt sie meistens da liegen, wo sie grad ist. Oder sie legt sie ordentlich auf einen Stuhl, in ein Regal, aufs Sofa. Und die kleine Schwester zieht dann mit Triumpfgeheul durch die Wohnung und verstreut alles, was sie erreichen kann, gleichmäßig auf dem verfügbaren Fußboden. Das führt dazu, dass man in der Regel nichts wiederfindet, vor allem nicht dann, wenn es eilig ist.
Die Socken? Keine Ahnung, wo hast Du die denn hingelegt? Weiterlesen „Grenzen der Technik“