Waschbar bei 40°

Meine Tochter hat ein elektronisches Spieledingens in Form eines Mobiltelefons, das bei irgendeinem Heft als Gimmick dabeiwar. Da ist eine Art Tetris drauf und noch ein, zwei Spiele. Seit einer Weile hat das Ding nicht mehr funktioniert. Ich habe neulich neue Batterien reingemacht, aber das hat auch nicht geholfen. Also hatte ich mich schon darauf vorbereitet, meiner Tochter schonend beizubringen, dass ihr geliebtes Spielhandy leider das Zeitliche gesegnet hat.

Heute ist das Gerät versehentlich mit der Jacke in der Waschmaschine gelandet. Ich dachte, jetzt können wir es wohl wirklich wegschmeißen.

Überleben Batterien eigentlich einen Waschgang? Zufällig Weiterlesen „Waschbar bei 40°“

Spielplatzterror

Ich bin öfters mit meinen beiden Kindern auf einem der Spielplätze in der Nachbarschaft. Manchmal finde ich es bedrückend, dass die immer nur unter Aufsicht spielen gehen dürfen, aber in einer Großstadt kann ich Vorschulkinder nicht gut allein auf die Straße lassen. Schon gar nicht in Bahnhofsnähe. Aber wenn ich schon in Sichtweite bleiben muss, will ich sie möglichst in Ruhe spielen lassen. Ich bin dann ansprechbar, spiele auch gern mit, lasse sie aber entscheiden, was sie wie machen wollen. Einschreiten tue ich eigentlich nur, wenn es wo gefährlich wird.

Wenn ich dann so auf der Bank sitze und meinen Gedanken nachhänge, fallen mir immer wieder Eltern auf, die ihre Kinder nicht in Ruhe lassen. Spielen ist wertvoll und fördert die kindliche Entwicklung, und das Potential wollen wohlmeinende Eltern so weit wie möglich ausschöpfen. Stillstand ist Rückschritt, und Leerlauf darf nicht sein. In der Folge werden schon zwei- oder dreijährige gnadenlos über den Parcours gehetzt, als wäre der Spielplatz ein Kasernenhof.

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Grenzen der Technik (2)

Neulich hatte ich hier die Idee ausgebreitet, kindliches Kleiderchaos durch Einsatz von RFIDs einzudämmen. Das war natürlich nicht ganz ernstgemeint, aber doch irgendwie faszinierend. Es wäre schon praktisch, jedes Kleidungsstück in der Wohnung sofort orten zu können („Die andere Socke? Moment, [klick, klacker, klick, bzw. (im Zeitalter des allgegenwärtigen Smartphones 2018 ergänzt) wisch, antipp, antipp, wisch, tipp] liegt unter dem Sofa…“).

Außerdem – und hier fängt es an unheimlich zu werden – wäre es möglich, bestimmte Kleidungsstücke zu sperren. Alles, was nach dem morgendlichen Anziehen noch im Kleiderschrank ist, darf diesen nicht verlassen. Sobald ein Kleidungsstück aus dem Schrank genommen wird, gibt es einen Alarm. Wenn wegen eines Unglücks neue Kleidung benötigt wird, kann man die ja freischalten. Man könnte natürlich auch einfach den Kleiderschrank abschließen, aber das wäre so archaisch, so brachial, so gar nicht auf der Höhe der Zeit. Und wenn man das schöne RFID-System schonmal hat, wäre man ja blöd, es nicht zu nutzen.

Und wo man das schöne System schonmal am Benutzen ist, könnte man auch gleich Weiterlesen „Grenzen der Technik (2)“

Grenzen der Technik

Es erstaunt mich immer wieder, wieviel Kleidungsstücke Kinder in kürzester Zeit verbrauchen können. Meine vierjährige Tochter zum Beispiel hätte kein Problem damit, den gesamten Bestand an frischen Sachen in ihrem Kleiderschrank innerhalb von zwei, drei Tagen zu verbrauchen. Sie hat, wie wohl jeder, ihre Lieblingssachen. Und sie zieht sich gern nach Stimmung an. Die Strumpfhose von gestern ist heute meistens nicht mehr genehm und kann auf keinen Fall angezogen werden. Und zu der neuen passt natürlich der Pullover nicht, also muss ein neuer Pullover her. Dann kratzt das Etikett vom Unterhemd. Außerdem will sie sich verkleiden und zieht dann noch ein Kleidchen über alles drüber. Dann merkt sie, dass es das falsche Kleid ist, weil dieses entweder zu eng ist, oder zu lang oder zu kurz oder die falsche Farbe hat. Also noch ein Kleid. Dann werden beim Händewaschen die Ärmel nass, und der Pullover muss sofort gewechselt werden. Dann kommen die normalen Unglücke dazu, die jedem mal passieren: Beim Essen gekleckert, das Klo nicht rechtzeitig erreicht, die kleine Schwester patscht mit Brei und man kriegt es ab usw.

Sie könnte den ganzen Tag damit verbringen, sich umzuziehen, zu verkleiden, neue Sachen anzuprobieren. Das macht sie überall in der Wohnung, und die ausgezogenen Sachen lässt sie meistens da liegen, wo sie grad ist. Oder sie legt sie ordentlich auf einen Stuhl, in ein Regal, aufs Sofa. Und die kleine Schwester zieht dann mit Triumpfgeheul durch die Wohnung und verstreut alles, was sie erreichen kann, gleichmäßig auf dem verfügbaren Fußboden. Das führt dazu, dass man in der Regel nichts wiederfindet, vor allem nicht dann, wenn es eilig ist.

Die Socken? Keine Ahnung, wo hast Du die denn hingelegt? Weiterlesen „Grenzen der Technik“

Lernpotentiale entwickeln… (2)

Es reicht nicht, einfach nur hochtrabende Texte auf Spielzeugverpackungen zu drucken. Wer auf sich hält, verkauft sein Zeug ja auch in alle Welt. Gerade die Exportnation Deutschland nimmt das sehr wichtig. Zunächst erklären wir die Welt des Spielens auf Deutsch:

Herzlich willkommen in unserer Spielwelt, in der Kinder spielerisch erste Erfahrungen mit Farben und Formen sammeln und durch Erkennen von Zusammenhängen Lernpotentiale entwickeln. Spiel und Spaß verbinden dabei Generationen.

Der natürliche Werkstoff Holz in vielfältiger Gestaltung weckt besondere Emotionen. Jedes Produkt ist ein Unikat in Design und Qualität und entspricht nach EN 71 und ASTM nationalen und internationalen Normen, geprüft vom TÜV.

Das muss natürlich auch auf Englisch in die Packung, und das Weiterlesen „Lernpotentiale entwickeln… (2)“

Lernpotentiale entwickeln…

Meine Tochter hat gerade ein Holzwägelchen geschenkt gekriegt. Das hat zwei elastische Stangen, auf die man Holzringe steckt, die eine Katze und einen Hund darstellen. Man zieht das Ding an einer Schnur hinter sich her oder schmeißt die Einzelteile in die Gegend. Ganz hübsch das, aber eben auch nicht weiter besonders. Der Hersteller sieht das natürlich anders:

Herzlich willkommen in unserer Spielwelt, in der Kinder spielerisch erste Erfahrungen mit Farben und Formen sammeln und durch Erkennen von Zusammenhängen Lernpotentiale entwickeln. Spiel und Spaß verbinden dabei Generationen.

Der natürliche Werkstoff Holz in vielfältiger Gestaltung weckt besondere Emotionen. Jedes Produkt ist ein Unikat in Design und Qualität und entspricht nach EN 71 und ASTM nationalen und internationalen Normen, geprüft vom TÜV.

Früher war alles so rückständig, so ungeregelt und hopplahopp. Da gab es Spielzeug, Weiterlesen „Lernpotentiale entwickeln…“

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