Die Spiele der Tomb-Raider-Reihe verkauften sich seit 1996, als der erste Teil erschien, rund 35 Millionen mal. Parallel entwickelte sich die Heldin Lara Croft, ein weiblicher Indiana Jones mit Gardemaßen, zur popkulturellen Ikone und zum Sexobjekt, dem Angelina Jolie 2001 und 2003 in zwei Verfilmungen höchst passende leibliche Konturen verlieh. Seit damals ist viel Zeit vergangen: Das Tomb-Raider-Videospiel-Franchise wurde 2013 einer Generalüberholung unterzogen. Nicht nur gab man der weiblichen Abenteurerin ein fotorealistisches Aussehen, eine neue Backstory und generell mehr Persönlichkeit, auch das Gameplay ist heute deutlich actionlastiger und weniger auf das Lösen von Puzzles und das Absolvieren von Sprung- und Kletterpassagen ausgerichtet.
Zum spielerischen Neustart gehörte auch der filmische: Roar Uthaugs TOMB RAIDER (seinen FRITT VILT habe ich damals gehasst, würde ihm aber eine neue Chance einräumen, da so viele Menschen auf ihn zu schwören scheinen) wartet mit der schönen Alicia Vikander in der Titelrolle auf, ist wie die aktuellen Spiele deutlich ruppiger als die Filme von Simon West und Jan de Bont und etabliert seine Heldin als selbstbewusst, ungehorsam, unbeugsam und leidensfähig. Letzteres macht dann auch ihren neuen Sexappeal aus: Wie dieser Hardbody da über zwei Stunden geschunden und gepeinigt wird, auf in Stürmen zerberstenden Schiffen landet, Wasserfälle hinunterstürzt, von Metallsplittern durchbohrt oder von gedungenen Killern verdroschen wird, vor Schmerzen stöhnt, aber immer wieder aufsteht, appelliert zweifellos an verschüttete sadistische Impulse. Aber Vikander ist durchaus mehr als ein schöner Körper: Sie trägt den inhaltlich dünnen (wie könnte es anders sein?), fast ausschließlich über Schauwerte funktionierenden Film ganz allein und schafft es, das Interesse des Zuschauers kraft ihres Charismas wachzuhalten. Ohne sie wäre TOMB RAIDER weniger als Luft – was eher ein ausdrückliches Lob in ihre Richtung als eine Kritik am Film ist.
Denn seien wir ehrlich: Niemand hat von einem neuen TOMB RAIDER ein cineastisches Meisterwerk oder einen feinsinnigen Film zur conditio humana erwartet. Was man erwarten durfte – einen actionreichen Abenteuerfilm mit Drive, Kinetik, einem Hauch Fantastik und schönen Bildern sowie eben einer scharfen Heldin -, liefert Uthaug ohne nennenswerte Abstriche. Die Vikander ist so überzeugend, dass einem versierte Charaktermimen wie Dominic West und Walton Goggins daneben fast leid tun: Das Drehbuch ist an ihnen aber auch nur insofern interessiert, als ihre Handlungen eine Wirkung auf die Heldin haben. Die Suche nach den Überresten eine angeblich dämonischen Königin ist spektakulär, temporeich und schön anzusehen, aber aufgrund dieser Tatsache auch ein bisschen leer. TOMB RAIDER macht Spaß, aber es bleibt nicht gerade viel hängen. Den nächsten Teil würde ich mir trotzdem geben. Wegen Alicia.
Frank Walsh (Nicolas Cage) verdient sein Geld damit, seltene und gefährliche Tiere zu fangen und an diverse Zoos zu verkaufen. Sein neuester Coup ist ein weißer Jaguar, den er mit diversen Giftschlangen und aggressiven Affen auf einem Schiff nach Übersee transportiert. Mit auf dem Seelenverkäufer sind der NSA-Mann Freed (Michael Imperioli) und seine schwer bewaffneten Männer sowie die Militärpsychologin Dr. Ellen Taylor (Famke Janssen). Im Schlepptau haben sie den psychopathischen Söldner Loffler (Kevin Durand), der sich nur wenig später natürlich aus der Gewahrsam befreien kann, sofort anfängt, Jagd auf seine Häscher zu machen und dazu auch noch Walshs Biester freilässt …
Hatte mir der direkte Vorgänger
Streng genommen ist Joe Johnstons JURASSIC PARK III der Film, der das Franchise tötete, das keine zehn Jahre zuvor noch einen Aufbruch zu neuen Effektufern bedeutet (und zu schier unerschöpflicher Rendite versprochen) hatte. Er erwirtschaftete zwar einen deutlichen Gewinn und gehörte zu den erfolgreichsten Filmen seines Jahrgangs, spielte aber weniger Geld ein als seine
Damals, als das Sequel zu
Meine Erstsichtung dieses Kindheitsklassikers für Menschen, die zwischen 1960 und 1980 geboren wurden (ich erinnere mich daran, dass der Film auch unter einigen meiner Klassenkameraden Pausenhofthema war), war kompliziert und hat ungefähr fünf Anläufe gebraucht. Der erste Teil der Dudu-Reihe ist ein ultrabilliges, ultrafadenscheiniges und streng genommen unverschämtes Vehikel, dem man aufgrund seiner naiven Machart aber nicht wirklich böse sein kann. Angelehnt an den drei Jahre zuvor erschienenen Disney-Film THE LOVE BUG schickte Regisseur und Hauptdarsteller Zehetgruber einen gelben Käfer auf eine Rallye durch Westafrika, der mit sehr inkonsistenten Fähigkeiten ausgestattet ist und frecherweise aus Überresten des Disney-Autos bestehen soll.
In Mersabad, einer asiatischen Stadt im römischen Reich, plant der böse Oniris (Erno Crisa) einen Putsch gegen die gutmütige Königin Thalima (Scilla Gabel): Mithilfe der sieben schlagkräftigen Gladiatoren des Geschäftsmannes Rufo (Vittorio Sanipoli) will er sie vom Thron stürzen und ihre verräterische Schwester Resia (José Greci), mit der er ein Verhältnis hat, an ihre Stelle setzen. Doch der tapfere Maciste bzw. Marcellus (Mark Forest) kommt den Bösewichten auf die Schliche.
Niemand wird jemals auf die Idee kommen, ausgerechnet Francos unterfinanzierte Ausflüge ins Abenteuer- oder Fantasygenre zu seinen besten Leistungen zu zählen: Mit seinen persönlichen Interessen, Obsessionen und Fetischen sowie seiner ästhetischen Sensibilität war er im dunkelromantischen bis sadistischen Horror-, Erotik- und Sexfilm sicherlich am besten aufgehoben und fühlte sich dort auch zu Hause. Das zeigt auch X312 – FLUG ZUR HÖLLE, der gewiss auf keiner Franco-Best-of-Liste landet, aber trotzdem ganz vergnüglich ist, wenn man sich auf seiner kargen Reize einlassen kann. Der Film hat auf seiner Habenseite aber auch eine Top-Besetzung und einer launige deutsche Synchro zu verbuchen, die über seine traurigen Production Values – eigentlich der Genickbruch eines Abenteuer- und Actionfilms – hinweghelfen und wenn schon nicht für Begeisterung, so doch für angeregtes Amüsement sorgen. Was X312 – FLUG ZUR HÖLLE gegenüber anderen Versuchen Francos im klassischen Erzählkino auszeichnet, ist seine Geradlinigkeit: Während etwa seine „Thriller“
Man könnte die neun Filme, die Jess Franco zwischen 1968 und 1970 für den Briten Harry Alan Towers drehte – DER TODESKUSS DES DR. FU-MANCHU,
Der ehemalige Agent und jetzige Universitätsprofessor Jonathan Hemlock (Clint Eastwood) wird von seinem ehemaligen Auftraggeber, dem „Drachen“ (Gordon Thayer), reaktiviert, um dem Mörder eines alten Freundes und Partners Hemlocks unschädlich zu machen. Der Haken: Die Identität des Mannes ist unbekannt, es steht lediglich fest, dass er vorhat, die Eiger Nordwand zu besteigen. Um sich für die Bezwingung des Berges zu wappnen, an der er bereits zweimal gescheitert ist, lässt sich Hemlock im Monument Valley von seinem Kumpel Ben Bowman (George Kennedy) ausbilden.