Frisch geduscht klingele ich an der Stationstür, desinfiziere die Hände vorsichtshalber mehrfach. Schwester Irina erwartet mich schon, ach wie schön, Anatol freut sich schon.
So einen Winzling hatte ich noch nie, sage ich und blicke beklommen auf Anatol, 1000g geschafft lese ich auf einem Luftballon, der über seinem Brutkasten baumelt, datiert auf vorgestern.
Irina komplimentiert mich in einen Liegestuhl und sortiert routiniert den zappelnden Anatol mitsamt Schläuchen und Kabeln auf meiner Brust. Irina drückt mir noch eine Klingel in die Hand bitte nicht allein zurücklegen und wuselt zu ihren anderen Patienten. Anatol wird ruhiger, vorsichtig lege ich meine Hand auf seinen Rücken, ertaste winzige Wirbel, spüre rasche kleine Atemzüge, schaue in ein Gesichtchen, das größtenteils von Mütze und Atemmaske bedeckt ist.
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