Amanuel (ABC-Etüde)

Birte zieht die Decke enger um sich, umklammert ihren Bauch, spürt die Bewegungen des Kindes.

In diesem Moment ist ihr Kind Amanuel, genauso wird Semire ihn gehalten haben auf dem langen Weg, ganz und gar spürt sie Semires unermesslichen Schmerz, die Leere, die Hoffnungslosigkeit.

Sie streichelt ihren Bauch als sei das Urteil über das Ungeborene schon gefällt. Krieg‘ dich ein, mahnt sie sich selbst, so brutale Grenzerfahrungen werden sie und ihr Kind niemals machen, haben doch lebenslanges Wohnrecht in der Festung Europa.

Weiterlesen

Septemberseide

Im September, wenn die Sonne scheint, die Früchte reifen und die ersten Blätter rascheln, fühlt die Luft sich anders an, wie ein seidiges Tuch, das uns umhüllt.

Die sonst so bescheiden auftretende Luft wird zum spürbaren Element, in dem wir uns bewegen wie Fische im Wasser oder viel mehr wie Krebse am Meeresgrund.

Septemberluft, Apfelduft und eine blanke Kastanie in der Hand sind wunderbare Voraussetzungen für einen Wimpernschlag reinster Lebensfreude..

Warum fühlt sich das ausgerechnet im Septembers so an? Vielleicht noch in der ersten Oktobertagen.Aber nicht zum Beispiel um Ostern herum, wenn die Lichtverhältnisse, die Tageslänge und die Temperaturen vergleichbar sind?

Liegt es an der Vegetation?

An den fallenden Blättern? Am Boden, auf den diese Blätter fallen? An den Äpfeln und Kastanien?

An der im Boden gespeicherten Sommerwärme?

Ich wüsste es wirklich gern.

Aber auch wenn ich dieses Phänomen nie verstehen sollte, trinken werde ich immer davon und plötzlich werde ich ihn schmecken, den süßen Moment der Freude genau hier und jetzt zu sein

Ich freue mich immer über Likes und Kommentare zu meinen Texten, muss aber darauf hinweisen, dass WordPress.com – ohne dass ich daran etwas ändern könnte — E-Mail und IP-Adresse der Kommentierenden mir mitteilt, die Daten speichert, verarbeitet und an den Spamerkennungsdienst Akismet sendet. Ich selbst nutze die erhobenen Daten nicht (näheres unter Impressum und Datenschutz). Sollte das Löschen eines Kommentars im Nachhinein gewünscht werden, bitte eine Mail an [email protected], meistens werde ich es innerhalb von 48 Stunden schaffen dieser Bitte nachzukommen.

Globaler Klimastreik – nur in Gedanken

Heute ruft Fridays for Future zum Globalen Klimastreik auf. Nur noch wenige Schüler und Schülerinnen verweigern tatsächlich noch freitags den Unterricht, sondern sie treffen sich nach Schulschluss und nehmen ihr Grundrecht zu Demonstrieren wahr, manchmal -Hand und mit denen, die sie unterrichten.

Ich werde weder streiken noch dabei sein, ich gehe zur Spätschicht ins Kinderkrankenhaus, da werde ich gebraucht.

Aber egal was wir den ganzen Tag so Gutes und Wichtiges tun, ohne den Erhalt unserer Lebensgrundlagen, wird auf Dauer alles unendlich hart und schwierig werden

Es gab Zeiten, da bin ich zu jeder irgendwie erreichbaren Demo gegen die Zerstörung der Natur und zum Erhalt der Menschenrechte gerannt und das ist mir heute kein bisschen peinlich, im Gegenteil.

Ich merke, wo ich langsam auch dem Loch der letzten Jahre krabbele, kann ich mir wieder vorstellen an der politischen Willensbildung aktiv und sichtbar mitzuwirken.

Die beiden großen Vögel habe ich zu vielen politischen Aktionen mitgeschleppt , sie haben dort viel Wertschätzung und Zuwendung bekommen, haben viele Erinnerungen und Erfahrungen gesammelt, natürlich auch mal gequengelt, und sind auch mitgekommen, als sie nicht mehr mussten.

Weiterlesen

Komplimente (ABC-Etüde)

Ganz schön mutig, sagst du. Ich könnte das nicht.

Du sagst nicht: Das würde ich mir nicht antun, aber ich sag dir, da sind genügend, die sagen auch das.

Auch auf deinen Worten kaue ich herum, sie sollten mir schmecken und tun es nicht. Tun ein bisschen weh.Ich sollte das einfach abhaken, doch dazu hab ich dich zu gern.

Warum so genervt?, fragst du ein wenig empört. Du hast das keineswegs abfällig gemeint. Du könntest einfach nicht über Jahre mit einem hochauffälligen Kind zusammenleben, mit einem, der sich kaum regulieren kann, verweigert, schlägt, tritt, wegläuft. 

Ja, murmele ich, du musst das ja auch nicht, müsstest du nicht mal, wenn das dein Kind wäre, gibt ja Kinderheime, Internate, Intensivwohngruppen.

Weiterlesen

#mehr als 28 Tage

Wenn Menschen pflegebedürftig sind können sie in Deutschland einen Pflegegrad beantragen und bekommen dann je nach Grad Pflegegeld. Ich bezahle von dem Geld, das ich auf diese Weise für den Kleinen Fundevogel bekomme, den Herrn AuPair, reicht nicht ganz, macht die Sache aber möglich.

Muss der Mensch dann aber ins Krankenhaus gibt es nach dem 28.Tag nichts mehr, die Idee dahinter ist, dass das Krankenhaus ja nun die Pflege übernimmt.

Nur fangen die Angehörigen ja nicht, kaum ist ihr pflegebedürftiger Verwandter mehr als vier Wochen im Krankenhaus , Vollzeit an zu arbeiten. Das Geld reicht schnell vorn und hinten nicht. Den Herrn AuPair würde ich in so einer Situation auch nicht gleich entlassen.

Eltern pflegebedürftiger Kinder begleiten diese in der Regel ins Krankenhaus und versorgen sie dort rund um die Uhr. Als Kinderkrankenschwester sage ich: Gott sei Dank tun sie das, nicht nur weil es für die Kinder schöner so ist, sondern weil die Pflege sonst von vorn bis hinten mit der Arbeit nicht nachkäme.

Klar, gibt es auch unbegleitete schwer pflegebedürftige Kinder und die waren auch nach Kräften versorgt, getröstet und bespaßt, aber eigentlich klappt das nur, weil andere Eltern das kompensieren.

Zur Sorge um das Kind kommt dann schnell die finanzielle Not.

Simone Rouchi, Autorin und Mutter eines schwer kranken Kindes, hat deshalb folgende Petition ins Leben gerufen

https://innn.it/mehrals28tage

Vielleicht mögen Sie ja unterzeichnen. Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg.

Die lesenswerten Texte von Simone Rouchi finden sich im Kaiserinnenreich und auf Instagram.

Ich freue mich immer über Likes und Kommentare zu meinen Texten, muss aber darauf hinweisen, dass WordPress.com – ohne dass ich daran etwas ändern könnte — E-Mail und IP-Adresse der Kommentierenden mir mitteilt, die Daten speichert, verarbeitet und an den Spamerkennungsdienst Akismet sendet. Ich selbst nutze die erhobenen Daten nicht (näheres unter Impressum und Datenschutz). Sollte das Löschen eines Kommentars im Nachhinein gewünscht werden, bitte eine Mail an [email protected], meistens werde ich es innerhalb von 48 Stunden schaffen dieser Bitte nachzukommen.