Du bist herzlich eingeladen zur spektakulärsten Party des Jahrtausends: Wir feiern den 300.000. Geburtstag der Vulva! Zur Feier des Tages lassen wir das Leben der Vulva Revue passieren, erinnern uns an alle witzigen und spannenden Momente, lassen uns überraschen und schenken dem Geburtstagskind unsere volle Aufmerksamkeit!
Hanni Lorenz und Marie-Paulina Schendel lassen als Gastgeberinnen die Korken knallen und bieten den Gästen eine bunte Party, bei denen alle Geburtstagsspielklassiker wie Sackhüpfen, Eierstocklaufen oder heißer Bonbon ausgepackt werden. Auf der Suche nach Mamas Garten wird in Erinnerungen geschwelgt, es wird von Männern, die sich zu sehr dafür interessieren, was als „das weibliche Geschlechtsorgan“ bezeichnet wird erzählt und hinterfragt, warum der weibliche Orgasmus der Gegenwart angeblich so viel schwieriger zu erreichen ist als der männliche.
Mit Leichtigkeit zeigt „Der Ursprung der Welt“, wie absurd und tief verwurzelt patriarchale Strukturen die Vorstellungen von Weiblichkeit prägen. Das Stück nimmt uns mit auf eine Reise von der Antike bis in die Gegenwart, hält der Gesellschaft den Spiegel vor und lädt dabei zu einer besonderen Geburtstagsfeier ein – mal süß, mal sauer, mal hart, mal weich, so wie eine perfekt zusammengestellte bunte Tüte.
kommende Vorstellungen:
monsun.theater 10. + 11.04.2026 | 19 Uhr
Best OFF Festival in Hannover 24.04.2026 | 18:30 Uhr
Theaterhaus Hildesheim 18. + 19.09.2026 | 20 Uhr
vergangene Termine:
monsun.theater 04., 05., 18., 19.04.2025, 27. + 28.09.2025, 06. + 07.02.2026
Theaterhaus Hildesheim 02.09.2025
RENE Festival Braunschweig 05.09.2025
Theaterwerkstatt Pilkentafel Flensburg 19.-22.11.2025
TD Berlin 04., 05. + 06.12.2025
Pavillon Hannover 13. + 14.03.2026

Premiere:4. April 2025 im monsun.theater Hamburg
Spiel: Hanni Lorenz, Marie-Paulina Schendel, Jojo Rösler
Ausstattung: Karolin Wallowy
Konzept & Regie: Meike Krämer, Amelie Möller
Der Ursprung der Welt ist im avant-verlag erschienen.
[...] Im besten Sinn „Scham-befreit“ und „Scham-befreiend“ ist das Eröffnungsstück „Der Ursprung der Welt“. Das junge Theaterkollektiv Frau Emma Gelb erzählt die Geschichte des weiblichen Geschlechtsorgans - nach einer Graphic Novel. „Herzlich willkommen zum 300.000. Geburtstag der Vulva! Wir freuen uns so sehr, dass ihr alle da seid“, heißt es da feierlich. Es ist ein Stück über weibliche Sexualität, weibliche Lust: ein Roadtrip durch die Geschichte, bei dem das Publikum mitmachen, sogar Sackhüpfen, Eier-Laufen und Schleckmuscheln um die Wette lecken darf. Und dem Publikum gefällt‘s: „Es ist ganz toll, denn es löst dieses straffe Korsett auf, das es sonst im Theater gibt. ‚Der Ursprung der Welt‘ will mehr vom Publikum als sitzen und zuhören. Ich darf mitmachen und kann auch ein bisschen meine Scham und mein soziales Korsett verlieren.“ Damit zeigen Hanni Lorenz und Marie-Paulina Schendel, wofür das Monsun steht: temporeiches, lustvolles Spiel - mit Hintersinn. Die vor Fantasie sprühende Performance pendelt zwischen Spiele-Show und Mitmach-Impro, zwischen Comedy und Aufklärung. Ein gelungener Start.
[...] Hanni Lorenz und Marie-Paulina Schendel sind die beiden Spielerinnen, die durch das Stück führen. Es ist ein kunterbunter Mix aus Mitmachspielen – wie sie zu jedem Kindergeburtstag gehören – und wissenswerten Beispielen über die Geschichte weiblicher Sexualität und ihre Unterdrückung durch patriarchale Strukturen. 90 Minuten lang präsentieren die beiden Schauspielerinnen eine ganze Reihe von absurden Beispielen, wie bis heute über die Klitoris, den weiblichen Orgasmus und das binäre Geschlechtssystem gedacht wird. Schendel, Lorenz und das ganze Team von „frau emma gelb“ werden mit anhaltendem Beifall für diesen frechen und ernsthaften Theaterabend belohnt. Auch Francoise Hüsges kann stolz sein. „Der Ursprung der Welt“ ist Theater mit Herz.
[...] So vergnüglich hat man selten etwas über die Vulva und weibliche Sexualität gelernt. Die beiden Performerinnen glänzen in ihrer Comedy-Lecture-Performance. Somit treffen die Regisseurinnen Meike Krämer und Amelie Möller vom Kollektiv frau emma gelb genau den witzigen unterhaltsamen und dennoch informativen Stil der Vorlage für diesen Abend: Graphic Novel von Liv Strömquist. Ein toller Eröffnungsabend für das neue Monsuntheater in der Billrothstraße.
[...] Bloß: Wie bringt man eine Graphic Novel auf die Bühne? Noch dazu eine voller Episoden, voller Er- und Aufklärung, mit wenig Szenerie? Unter der Regie von Amelie Möller und Meike Krämer ist diese Aufgabe geglückt. Lorenz und Rösler flitzen, hüpfen und rutschen durch das Bühnenbild in Form eines bunten Klettergerüsts. Ebenso rasch wechseln die Themen, die sie besprechen: Scham, Sexualität, Geschlechterzuschreibungen. [...]
Eine Eigenproduktion von frau emma gelb, unterstützt durch das monsun.theater, die Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung, die Theaterwerkstatt Pilkentafel, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Friedrich Weinhagen Stiftung. Ermöglicht durch die Wiederaufnahme- und Gastspielförderung des Dachverbands freie darstellende Künste Hamburg aus Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien.
Premiere: 01.11.2023
„Ich erblick den anderen Menschen und stelle fest, dass er mich erblickt. Ich bin also Subjekt und mache die Erfahrung, dass ich für den Anderen zunächst ein Objekt bin. Der Andere bestätigt mich - er blickt mich an - und verunsichert mich - er macht mich zum Objekt. Aus dieser Spannung heraus entwickelt sich mein Menschsein.”
Aus Das Sein und das Nichts von Jean-Paul Sartre
Sich fremd treffen sich drei Personen nach ihrem Tod in einem kahlen Hotelzimmer, das sie für immer gefangen hält – die Hölle. Immer bedacht darauf, was sie erzählen sollten und was nicht. Nach und nach enthüllen sie ihre Lebensgeschichten und dunklen Geheimnisse. Sie zwingen einander ihre Geheimnisse zu offenbaren, während sie gleichzeitig versuchen, ihre eigenen dunklen Seiten zu verbergen. Das Stück zeigt, wie diese drei Figuren in einem Strudel aus Schuldgefühlen und Verurteilung gefangen sind.
Die zentrale Botschaft lautet: „Die Hölle, das sind die anderen.“ Hier geht es nicht um physischen Schmerz, sondern um die ständige Beobachtung und die Abhängigkeit von der Meinung der anderen.
In der Inszenierung von frau emma gelb steht der Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen, die Kraft der Selbstreflexion und die Auseinandersetzung mit den eigenen Taten im Mittelpunkt. Die Zuschauenden werden zu Objekten des Dramas, sie beobachten, werden beobachtet und müssen sich zu den Blicken der anderen verhalten.
„Ich sehe euch und ich begreife, daß ich in der Hölle bin. Ich sage euch, alles war vorgesehen. Sie hatten vorgesehen, daß ich hier stehe vor all diesen auf mich gerichteten Blicken. All diesen Blicken, die mich auffressen … Ha! Ihr seid nur zwei? Ich dachte, ihr wäret mehr. Also das ist die Hölle.”
Aus Geschlossene Gesellschaft von Jean-Paul Sartre















