Au weia

Wieder einmal haben wir ein Königinnenproblem: offenbar haben tatsächlich gleich zwei von drei Völkern keine. Null Brut, null Stifte, Alles voll mit Nektar und Pollen.

Beim Mondvolk hatten wir ja halb beseitigte Weiselzellen gefunden, außerdem waren sie hochentspannt – wahrscheinlich also braucht da einfach eine junge Königin noch Zeit, bis sie reif genug ist, mit dem stiften zu beginnen.
Die Krux ist, daß WAHRSCHEINLICH nicht SICHERLICH ist.

Bei den Kringelchen siehts noch blöder aus, weil da auch keine Weiselzellen waren. Aber auch die waren heute sehr entspannt, und wenn sie ohne Königin sind, sind das die Völker meistens eher nicht.

Aber nuja – beiden haben wir eine Wabe mit jungen Stiften des Mondvolks eingehängt – nächste Woche werden wir sehen, was los ist: entweder sie bauen sich eine Königin – oder nicht, was bedeuten würde, daß da jeweils eine junge vorhanden ist.

Für das Mondvolk bedeutet das, daß es ganz schön hergenommen wurde. Dessen Königin ist wacker bei der Arbeit – aber hat nun mehrere Brutwaben weniger. Das muß es auch erstmal wegstecken….

Wir hatten ja schon mehrfach solche kritischen Situationen, und meist gings gut aus. Erst ein, zwei Mal mussten wir ein Volk auflösen, weil nix mehr ging: drohnenbrütig …

abwarten!

 

1. Mai war Bienentag!

In diesem Jahr sind wir superspät dran mit dem erstmaligen Duchgucken unserer Bienenvölker. Kalt, kalt, kalt – und an den paar warmen Tagen, die es mittendrin gegeben hatte, war „Kranksein“ angesagt. Jetzt aber war’s schon länger wärmer – aber die Zeit hat gefehlt. So ist das, wenn Herr und Frau F. ganz pflichtvergessen ihr Wochenende bei satay-spiess und RincewindHH sowie im Miniaturwunderland verbringen….

Heute dann folgendes Bild:

  • Beim schwächsten, dem Mondvolk, mehrere ausgefressene Schwarmzellen* und null Brut – entweder ist hier ein Schwarm abgegangen, oder sie haben sich eine Königin nachgezogen, nachdem ihre verstorben war oder ihnen nicht mehr getaugt hat.
  • Bei den Kringelchen, seit Jahren unserem stärksten Volk, ein Mischmasch aus verdeckelter Brut, Pollen, Nektar – letzterer auch schon im Honigraum – aber auch keine Stifte* zu sehen. Nächste Woche nochmal gucken….
  • Bei den Sternchen gab es Stifte, aber auch einen Mix aus Allem statt gut getrennter Waben. Immerhin habe ich zwei Waben mit Drohnenbrut* entnehmen können und eine mit gemischter. Hier gabs zwar viele Bienen im Honigraum*, aber gebaut haben sie noch nicht.

Inzwischen sind wir nicht mehr so besorgt, wenn wir sowas sehen. Wir gucken nächste Woche nochmal und hoffen dann, bei den Sternchen genügend Waben mit Stiften zu finden, um bei Bedarf den Kringelchen eine geben zu können (zum Nachziehen einer Königin, falls nötig) Und als Weiselprobe* auch dem Mondvolk eine.


Wer sich jetzt fragt, was ein bestimmter Begriff bedeutet, lese bitte unter Imkerlatein nach 🙂 Da hab ich in diversen Beiträgen Alles ganz gut (glaub ich) erklärt.

Versteh Eine Biens….

Wir hatten ja letzten Mittwoch jedes Volk mit einem Glas Honig notversorgt. Und gestern dann, beim Rausholen (denn JETZT, seit gestern, ists wirklich warm und trocken genug für Selbstversorgung) DAS:

  • Das Volk mit den größten eigenen Futtervorräten, das Mondvolk, hatte das halbe Glas leergemacht.
  • Das mittel versorgte, die Sternchen, hatte Alles blitzblank ausgeleert
  • Und DAS Volk, das nah am Verhungern gewesen war, die Kringelchen, hatte den Honig kaum angerührt!
    Na gut, wir hatten ihnen ja auch zuvor eine Futterwabe vom Mondvolk reingetan. Aber das war keine volle, und die haben ein riesiges Brutnest gehabt, und sämtliche Vorräte, die wir beim ersten Nachsehen noch gesehen hatten, auch die kleinen Restecken der Futterkränze, waren am Mittwoch restlos leer gewesen.

:-)

Lang ists her……

(Und: Richtig gemacht :-))

P.S. Im Rahmen ist eine der Hochzeitskarten, die wir von BookCrosserInnen bekommen haben. Hat mir so gut gefallen, daß ich sie gerahmt hab. Sie hängt immer noch im Bad an der Wand.


Was GANZ Anderes: Der Raps steht in Vollblüte, Schlehe und Löwenzahn ebenso – und die Bienen sind kurz vor dem Verhungern. Bei einstelligen Temperaturen mit Nachtfrost und/ oder Regen, Regen, Regen seit Beginn des Vorfrühlings bis jetzt haben Biens einfach keine Chance!
Ein Volk haben wir am Sonntag schon notgefüttert mit einer Futterwabe eines Volkes, das noch ganz gut dasteht. Und gestern haben wir Allen jeweils ein Glas Honig vom letzten Jahr reingestellt, zur Sicherheit*.
Ab dem Wochenende soll es endlich wärmer UND trockener werden.

*Bitte komme jetzt NIEMAND auf die Idee, draußen nett gemeint ein Glas Honig für notleidende Bienen aufzustellen! Erstens wisst Ihr nicht, ob in Eurem gekauften Honig Faulbrutsporen sind (was SEHR häufig vorkommt, und Faulbrut ist eine meldepflichtige Bienenseuche, die zu Sperrbezirken und dem Tod vieler Völker führen kann), und zweitens kann sowas Räuberei bei nahe stehenden Völkern auslösen!
IMMER NUR EIGENEN HONIG füttern, und das IM Bienenstock!!!!

After-Ernte-Show, Teil zwei: kratzen und spannen

Ich kratze in der Küche. Nämlich Wachsplatten ab.

Unten: vorher. Schaum und/ oder Schmutz.
Oben: nachher: saubere Platte

Beim abkühlen setzen sich Honigreste, Wasser, Schmutz etc unten ab, weil sie schwerer sind als das Wachs. Je langsamer es abkühlt, desto besser der Effekt, deshalb kommen die Formen mit dem heißen Wachs bei späteren Klärungen in Styroporboxen. Jetzt aber gehts um die schnelle Säuberung soweit, bis ameisenfreie Lagerung möglich ist.

Der Herr F. kratzt draußen: er kratzt nicht nur, er kratzt und kratzt und kratzt und kratzt und kratzt und kratzt und kratzt und kratzt und…….. nämlich die Zargen sauber (Wachs, Propolis). Und die Rähmchen (dito) Das ist VIEL Arbeit und mühsam. Danach spannt er. Nicht in Frau Nachbarins Fenster, sondern die Drähte, die später dafür sorgen, daß auch sehr schwere Waben nicht abreißen.

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Andere Imker geben zu Saisonende ihre Rähmchen zu Firmen, die die mit Lauge säubern. Hier in S-H haben die meisten Styroporbeuten, auch die werden mit Lauge gesäubert. Für uns keine Option.

Außerdem kratzt der Herr F. in NOCH mühevollerer Kleinarbeit die Absperrgitter sauber. Ich bin für sowas nicht geduldig genug. Ich würde grob das Wachs abkratzen und die Zwischenräume mit dem Bunsenbrenner sauberflämmen.

Gut, daß wir so verschieden sind – der Herr F. hat nämlich ebensowenig Lust auf die Wachsverarbeitung wie ich auf die Kratzerei und das Honigabfüllen. Zumindest nicht auf die Art, wie der Herr F. das macht: meditativ füllt er mit dem Eßlöffel Zehnlitereimer voller Honig in 500-g-Gläser um – etwas, das mich schon beim Zusehen wahnsinnig macht!!!

(Allerdings: das ginge DEUTLICH einfacher und schneller, indem man den Honig in den Hobbock umfüllt und von diesem per Zapfhahn in die Gläser lässt.
Warum er das nicht macht?
„Dann müsste ich ja nachher den Hobbock sauber machen!“

Okay…..
Wir sind SOOOOOO verschieden!!!! 🙂
Und hatten doch am letzten Sonntag unseren 19. Jahrestag…)

After-Ernte-Show, Teil eins: wässern, waschen, Wachsplatten

Nach der Honigernte – wenn also möglichst viel Honig aus den Locheimern durch die Doppelsiebe in die unteren Eimer geflossen ist, sieht es tagelang in der Küche etwa so aus:

Von links nach rechts: Abwasch – wässerndes Wach – abgewaschenes – Wachsplatten, abtropfend, Wachsplattenformen, Schüssel mit einweichendem Doppelsieb

Zur Erklärung: der Honig wartet jetzt brav in den Eimern bis er so weit ist, daß er kristallisiert. Das dauert unterschiedlich lange. Aber jetzt will das viele Wachs bearbeitet sein – das bedeutet zunächst: wässern, immer wieder und längere Zeit. Damit sich möglichst viel verbliebener, anhaftender Honig sich aus den Wachsteilchen herauslöst.

Das ginge besser und schneller mit heißem Wasser – nur daß dann das Wachs gruslig klebt und schmiert. Also Geduld und viel kaltes Wasser. Links sieht man die beiden Eimer: Locheimer oben, geschlossener unten, kaltes Wasserr auffüllen, warten. Locheimer mit Wachs raus, abtropfen lassen, Wasser dem darbenden Garten zugute Kommen lassen, neues Wasser auffüllen, warten. Undsoweiter, bis das Wasser (beim 3.-4.) Mal nicht mehr süß schmeckt.

Dann kommt das Wachs portionsweise mit Wasser in einen Topf und wird aufgekocht. Jedesmal bin ich verwundert, wieviel süßer Seim trotzdem noch drin ist. Der setzt sich, wenn das Wachs in die runden Silikonformen geschüttet wurde, ab. Bei den ersten beiden Malen ist der Seim so schaumig, daß ich die Wachsplatten erstmal austropfen lasse, wenn sie aus den Formen kommen. Dann ists nicht gar so eine große Sauerei, den Seim abzuschaben.

Diese Prozedur wird 2x wiederholt, bis die Wachsplatten schaumfrei sind. Nun sind sie zwar noch nicht so weit, daß sie zu Kerzen verarbeitet werden können (dazu müssen sie noch 2-3x OHNE Wasser geklärt werden, dazu später mehr), aber so weit, daß ich sie ohne Ameisengefahr oben im Schrank lagern kann, bis Zeit ist. Meist im Winter.

Diese Schüssel hat eins der Doppelsiebe und Wasser aufgenommen. Denn nach dem durchtropfen bleiben immer etwas Nektar und viele Wachsteile im groben Sieb (weil die Locheimer recht große Löcher haben, durch die auch kkleine Wachsteile im Überschwang mittropfen). Und im feinen Sieb, darunter, setzen sich kleinste Wachsteile vermischt mit schon entstandenen Kristallen des Honigs fest. Das muß sehr vorsichtig geweicht und gespült werden, damit die Teilchen wirklich rausgehen und nicht die winzigen Siebporen verstopfen.

Das Ganze ist VIEL und, wegen der Warterei auch TAGELANGE Arbeit und Sauerei.

Und während ich damit beschäftigt bin, sitzt der Herr F. draußen mit Stockmeißel und Drahtspanner – siehe Teil 2, demnächst in diesem Blog – denn eine saubere Küche macht noch kein Arbeitsende….

 

 

Ich glaube, wir müssen ins Marketing einsteigen…

Noch vom letzten Jahr haben wir allerhand Honig stehen – und haben schon jetzt mehr Frühjahrshonig als wir je zuvor von drei Völkern hatten: jedes Volk hatte einen ganzen Honigraum schon vor völligem Ende der Rapsblüte prall gefüllt – und als unser Besuch letzten Sonntag mit dem Herrn F. zusammen die Völker durchgesehen hat, hörte ich „eigentlich könnten wir schon wieder ernten, aber GANZ voll ists noch nicht.“

Den Kringelchen haben sie außerdem eine große Brutwabe voll Honig entnommen, weil die unten zusätzlichso viel eingetragen hatten, daß wir fanden, die müssen besser mit Wabenbau beschäftigt werden – weitere zwei Kilo Honig.

Puh!!!

Und nun, wo der Raps völlig „durch“ ist, haben wir schon wieder geerntet! Diesmal nicht gar so viel – einerseits, weil die Waben nicht ganz ausgebaut waren (siehe Foto), andererseits auch, weil wir den Sternchen und dem Mondvolk je zwei volle Waben gelassen haben. Für die nun folgende karge Zeit zwischen Raps und Linde. In der wir schon regelmäßig zufüttern mussten, wie alle ImkerInnen. Etwas, das noch als wir begonnen haben, also vor elf Jahren, undenkbar war.

Kleiner Exkurs: Ich weiß noch, daß etwa drei, vier Jahre danach aus Nordfriesland erste Berichte kamen, daß Völker zwischen der Raps- und der Lindenblüte verhungert waren – da dachten wir noch: Imkerfehler? Pech?
Dann häuften sich diese Berichte (Nordfriesland entwickelte sich rapide zur Maiswüste). Und schließlich ging es auch hier los.
Wo Glyphosat, Rasenmäherroboter und Schottergärten, da keine Blüten. Wo keine Blüten, da hungernde Bienen.
Honigbienen werden zugefüttert. Hummeln und solitär lebende Wildbienen sterben unbemerkt.

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Tja, das dazu. Egal, worum es geht – immer wieder komme ich auf dieses leidige Thema. Es begegnet mir aber auch überall! Traurig macht mich das! Aber weg damit, weiter mit unserer Ernte:

Kleine Anekdote am Rande: von der ersten Ernte musste das meiste dringend auch schon gerührt und in Gläser gefüllt werden – Rapshonig kristallisiert sehr schnell aus und wird dann unabfüllbar. Und noch VOR der 2. Ernte hat der Herr F. denn auch noch einen Eimer der ersten Ernte in Gläser gefüllt und sagt zu mir: „guck mal, der Karton da“
Ich gucke – es ist ein verschlossener (bedeutet: gekaufte Gläser)
„Na und?“
„Das sind die LETZTEN Gläser!
„Kann nicht sein!“
„Ich hab jedenfalls keine mehr gesehen, kannst ja mal gucken gehen“
„Ja, ich geh mal, das KANN nicht sein“

Dazu muß ich erwähnen, daß ich oft Dinge „verräume“, an denen der Herr F. dann vorbeischaut.
Also runter in den Keller.
Ihr ahnt es schon: noch in dieser Woche gehn wir Gläser kaufen…..
Dabei hatte ich noch zu mehreren Anfragenden gesagt: „ach, Ihr braucht grad nicht extra zu sammeln/ zu schicken…, wir haben sooooooo viele Gläser…..“, hatte aber durchaus natürlich zurückgebrachte weiter angenommen oder im Laden welche mitgenommen (wir haben dort Honig in Pfandgläsern, aber nur eine besondere Art, und die „normalen“ Imkerbund-Gläser nehmen wir nicht gegen Pfand an. Aber wenn Leute dann verzweifelt gucken, biete ich an, sie OHNE Pfand anzunehmen. Nehm ich dann mit heim. Das passiert öfters….. *gg*)

Fast HOFFE ich, daß die (bei uns normalerweise größere) späte Ernte aus irgendwelchen Gründen nur schmal ausfällt. Denn eigentlich haben wir keine Lust auf „richtigen“ Honigverkauf. Zu groß der Verwaltungsaufwand, zu hoch die Anforderungen…. unendlich viel vorgeschriebene Dinge müssen auf Etiketten gedruckt, Chargennummern müssen vergeben, pro Charge muß ein Glas mindestens zwei Jahre lang aufgehoben werden, die Twist-off-Deckel dürfen nicht wiederverwendet werden usw.
Kein‘ Bock auf den Aggewaas!

Abwarten!

Inzwischen ist der Honig durchgetropft, und ich zeige Euch demnächst mal, was danach noch so Alles ansteht.

 

Nach DIESEM Wochenende brauch ich erstmal Urlaub…. *g*

…. denn nachdem der lange Besuch vorbei war, gings weiter: Bienen durchsehen – und feststellen: Honig zu ernten ist bitter nötig! Die Honigräume aller Völker sind voll bis fast voll, und beim Rapshonig, der zum schnellen kristallisieren neigt, muß man dann einfach ran. Sonst hat man harten Honig in den Waben, den man da nicht mehr rauskriegt…. also die Bienenflucht aufgesetzt und sonntags, vor der Verabredungs zum Picknick an der Ostsee, Sternchen und Mondvolk des Honigs beraubt – und NACH dem Ostseepicknicktreffen  dann noch die Kringelchen.

Jesses – aber, Leute: Das geht wieder! Ich kann wieder Gas geben, weder die Schulter noch die Rest-Kondition machen mir das Leben schwer! Klar, ich bin k.o. Aber ich bin nicht fix und fertig, und nuja – natürlich hab ich keinen Urlaub….. außerdem will natürlich das Wachs, sobald der Honig durchgelaufen ist, geschmolzen sein, all die Eimer, Siebe etc müssen gereinigt, die leeren Honigräume, die bei Biens zum leerschluppen wieder obenauf gesetzt sind, runtergeholt werden.

In zwei Wochen dann HABEN wir Urlaub – und so Einiges vor ….. es bleibt offenbar dabei: 2023 ist das Jahr der Tatkraft…..

Fast 50 Kilo Honig!!!

Boah ej!

Unsere drei Völker haben in diesem Frühling so richtig zugeschlagen! Von Mondvolk und Sternchen haben wir zweimal geerntet, die Kringelchen, die ja im Spätwinter fast verhungert wären, hatten „nur“ einmal den Honigraum gefüllt.

Wo ich mir zuvor schon vorgenommen hatte, keine weiteren leeren Gläser mehr anzunehmen, stehen wir jetzt vor einem Glasproblem: noch genau 12 leere Gläser sind im Regal – und die Somnerernte- bei uns normalerweise die größere Ausbeute- kommt erst noch.

zwei volle Eimer unten, oben auch noch Honig….

Erstens kommt es anders…. *gg* Da müssen wir wohl mal wieder Gläser kaufen gehen!

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Erfreulich ist auch die Wachsernte! Zu wenig, natürlich, es ist immer zu wenig Wachs…. aber doch ein schöner Vorrat!

Hungrige Bienen

Bisher hatten unsere Bienen Jahr um Jahr viel zu viel Winterfutter übrig, wenn sie schon neues sammeln konnten.

In diesem jahr war ich mißtrauisch: es hat im Winter fast nie gefroren, und das bedeutet für Bienenvölker, daß sie kaum bis keine Brutpause einlegen. Das ist in mehrfacher Hinsicht nicht gut für die Bienen:

  1. bedeutet es, daß die Varroen, die sich ja in den Brutzellen weitervermehren, ebenfalls keine Brutpause einlegen – das Volk startet mit hoher Varroenbelastung ins Frühjahr, und
  2. verbraucht das Volk viel Futter, denn der eingelagerte Nektar ist ja eher sowas wie Treibstoff für die Bienen: die Brut muß warmgehalten werden, und das geschieht, indem Bienen ihre Flügel aushaken und den „Flugmuskelmotor“ anwerfen: die Vibrationen der Flugmuskeln erzeugen die nötige Wärme. Das braucht Energie – und die kommt aus dem Treibstoff „Winterfutter“ – das auf diese Art viel schneller verbraucht wird

Also haben der Herr F. und ich uns vorletzte Woche, als es schön warm war, in die Imkeranzüge geworfen und mal nachgeschaut, was denn bei Biens wohl so los ist. Und tatsächlich: während der neu gegründete, kleine Staat der Sternchen gut versorgt war (wie sonst alle: zu viel Futter, eigentlich), hatte das Mondvolk nur mäßig viel Futter – und die Kringelchen, die im Herbst das stärkste Volk gewesen waren, hatten – NICHTS!

Demenstsprechend klein war ihr Brutnest – jetzt, wo sie sich eigentlich beginnen sollten, stark aufzustellen…. da musste schleunigst was passieren, sonst würde uns diese Bienen verhungern!

Als erste Hilfe haben wir ihnen eine Futterwabe der Sternchen eingehängt. Die hatten ja sehr viel Vorrat. Wenige Tage später haben wir nachgeguckt- und tatsächlich: diese vorher volle Wabe war nun schon nur noch knapp halbvoll. Aber: es gab auch oberhalb der Waben einen kleinen Vorrat an frisch gesammeltem Nektar – Biens WOLLEN! Trotzdem: Das langt nicht.

Zweitbeste Möglichkeit: „Fremdfutter“ geben. Also haben wir ein Glas Honig „nachgeschoben“ und weiters auf in Bälde wärmeres Wetter gehofft, denn dann könnten Biens sich selbst versorgen. Schließlich blüht schon genug: Salweide, Kornelkirsche, Mirabelle, viele Zwiebelblumen…. aber nein, das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung: nix da, warm, ganz im Gegenteil: ein Kälteeinbruch zu letzten Wochenbeginn! Was nun? Wir mussten einsehen, daß es nun auch fürs Mondvolk wohl eng werden könnte …. also haben wir uns am Mittwoch auf den Weg gemacht und Futterteig besorgt.

Futterteig ist ein Gemisch aus Zuckern und Wasser, das in unserem Fall in einen 2,5 kg-Folienbeutel verschweißt ist. Unsereine öffnet diesen Folienbeutel, oben bleibt die Folie dran, damit der Teig nicht austrocknet. Dann wird (zu dieser Jahreszeit) der ganze Klumpen offen, die Folienseite nach oben, oben auf die Rähmchen gelegt, damit die Bienen direkt drankommen. Wir haben erstmal den Sternchen und dem Mondvolk je eine halbe Portion gegeben.
Verglichen mit Honig im Glas ist Futterteig besser, weil die Bienen aus dem Teig genug Wasser bekommen. Bei der jetzigen Kälte können sie ja nicht ausfliegen und Wasser sammeln, um den Honig zu verdünnen und verarbeiten zu können.

Allerdings ist auch Futterteig erst ab 5°C so richtig von den Bienen nutzbar, ein wenig „hoffen und bangen“ ist also schon noch dabei.
Gedrückte Daumen für wärmeres Wetter werden gern genommen: bisher zeigt der Wetterbericht an, daß bis zum Wochenende noch Eisekälte herrschen soll, immerhin: die 5° sollten schon ab und an tags geknackt werden *bibber*

Hungernde Bienen….

… während Raps, Obst und Co blühen. Weil sie vor Nässe und Kälte nicht genug rausfliegen können.

Alle drei Völker haben wir heute ein zweites Mal nachfüttern müssen.

Es ist ein Elend!

…und die Bienen?…

Beim ersten durchsehen sah das nicht so doll aus. Die starke varroabelastung und der kalte Frühling sorgten dafür, daß alle drei Völker eher kümmerlich wirkten. Die Brutnester waren sehr klein. Wir haben sehr stark eingeengt (überzählige Futter- und Pollenwaben raus), damit sie, falls es losgeht mit dem Honig, nach oben gehn, zuversichtlich mal die Honigräume aufgesetzt – und jetzt, drei Wochen danach, nochmal kurz geguckt, denn: noch immer ist es zu kalt, und dann soll es auch noch in der nächsten Woche viel regnen (was im Prinzip ja gut ist, aber den Bienen das rausfliegen und nektarsammeln unmöglich macht, sollte es wärmer werden) Und tatsächlich: die Brutnester waren bei zwei von drei Völkern plötzlich schön groß, aber es gab nur wenig Futter. Also haben wir von den Waben, die wir eingefroren hatten, jedem Volk eine wieder dazugehängt und hoffen nun, daß es

  1. wärmer wird
  2. zwischen den Regenschauern auch mal die Sonne rauskommt

Dann nämlich könnten Biens die blühenden Wildkirchen und Schlehen, den aufkommenden Raps gut nutzen, um ihr Futter auch bei vielen schlüpfenden hungrigen Mäulern wieder selbst zu decken – und hoffentlich sogar ein wenig Honig zu produzieren.

Das Sonnenbvolk, DAS Volk, das im letzten Jahr überhaupt keinen Honig gemacht hat, kümmert weiterhin. Wenn das Wetter gut genug dafür ist, werden wir es evtl auflösen. Verstärkung für die anderen beiden, Platz für einen Ableger.

Honig, Honig, Honig

Unsere Bienen verstehe wer will:

Die Kringelchen sind grad fleißig dabei, ihren DRITTEN Honigraum* zu füllen.

Der erste war ja voll mit zähem Honig, der nicht durchfließen wollte. Davon haben wir trotzdem noch ca 11 Kilo geerntet, mit albernen Maßnahmen wie den Raum auf über 20° zu heizen, damit der Honig flüssiger wird (was auch durchaus geholfen hat, aber ja im Grunde eine Energieverschwendung ohne Ende ist) Den Rest haben wir dann mit viel Wasser so angelöst, daß wir nun einen dicken Sirup haben, den wir den Bienen bei Futternot, die ja oft zwischen Raps und Linde entsteht, geben können.

Am 1.6. haben wir dann den 2. Honigraum abgenommen. WIR bedeutet übrigens immer „der Herr F. hat“, denn ich bin so lädiert, daß es mir nicht möglich ist, mehr als Handlangerdienste beizutragen. Dieser Honig hat getan, was er sollte: binnen weniger Stunden war er durchgeflossen, ein ganzer Eimer voll steht nun da und wartet, wie es normal ist, darauf, daß er eintrübt und dann gerührt und schließelich abgefüllt werden kann.

Am 3.6. haben wir geguckt, ob die Kringelchen wieder eine Weiselzelle gebaut haben (haben sie nicht, oder der Herr hat sie nicht gesehen – wir werden es merken *g*) – und dabei merkte der Herr: auch dieser frisch am 1. aufgesetzte Honigraum hat inzwischen Gewicht bekommen…. es ist nicht zu fassen: der Raps ist so gut wie verblüht, die Trockenheit so stark, daß selbst zähe Pflanzen wie die Porzellanblümchen Probleme habe – und Biens sammeln Honig. Wo kriegen sie den bloß her???? Denn nicht nur die Kringelchen sind fleißig, auch das Mondvolk, das vor 10 Tagen noch nur winzige Anfänge im Honigraum überhaupt ausgebaut hatte, hat nun fast den ganzen Raum erobert und vollgetragen, das meiste ist verdeckelt. Da haben wir also die Bienenflucht eingelegt*, um morgen, am 4. ernten zu können. Hoffentlich ist das nicht so zähes Zeug….

Und das Sonnenvolk? Auch das beginnt jetzt, Honig einzutragen. Zaghaft zwar, aber einige Waben sind da. Da warten wir noch ein wenig: nach den Regentagen gucken wir erstmal, ob sie den gesammelten Honig nicht für ihre eigene Ernährung brauchen.

Braucht Jemand Honig ???? 😉

Taubnesseln (und ein Bienen-P.S.)

Sie sind wirklich tolle Pflanzen für einen Naturgarten: Hummeln lieben sie, auch Schmetterlinge und Bienen gehn gern ran, es ist je nach Art ganz unterschiedlich. Hübsch sind sie, bleiben relativ niedrig und geben einen schönen Bodendecker.
Erstmal die eine, die immer schon hier war, die sich auch in Knicks behauptet und die durchsetzungsstark ist (will heißen: lieber nur in Ecken pflanzen, wo es nicht stört, wenn sie sich ordentlich ausbreitet. Durch Wurzelausläufer) Sie wird in guten Jahren auch mal kniehoch und ist damit die größte Derer, die in meinem Garten stehen: Lamium album, die weiße Taubnessel:

Die Weiße Taubnessel wächst am Weg- und Wiesenrand sowie in Gräben, Hecken und auf Schuttplätzen. Sie gedeiht besonders auf stickstoffreichem Böden. Nach Ellenberg ist die Weiße Taubnessel eine Halblichtpflanze, ein Frischezeiger, an übermäßig stickstoffreichen Standorten wachsend und ist in Mitteleuropa eine Verbandscharakterart der Klettenfluren (Arction lappae).

(Wikipedia) Ich kann all diese Aussagen nur bestätigen *gg* Mein Garten ist offenbar ein Superstandort für diese Pflanze. 🙂

Dann gibt es, seit vor drei Jahren plötzlich überall welche standen, auch in meinem Garten nun diese hier, die purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum) Die lieben auch unsere Bienen, besonders, wenn sie im Herbst noch einmal auf dem Acker zur Blüte ansetzt. Dann kommen Biens mit roten Pfeilen auf dem Rücken nach Hause *gg* In meinem Garten ist die Lütte – nur wenige Zentimeter hoch – (noch?) sehr verhalten unterwegs. Sie mag es sonniger, scheint mir, denn an Straßenbanketten ist sie in großen Placken zu sehen.

 

Nicht mehr so beliebt bei mir, wohl aber bei den Hummeln ist die Silber-Goldnessel (persönlicher Spitzname „Sigone“), Lamium argentatum. Die treibt, wie sattsam bekannt, lange oberirdische Ausläufer, die sie an jedem Knotenpunkt sofort bewurzelt *seufz* Und sie rankt auch in Büsche, Stubben etc, so daß sie gern auch schöne Gartenelemente verdeckend zuwächst, wenn frau nicht aufpaßt.

Ich bin fast selbst erstaunt, aus wie weiten Teilen des Gartens ich sie in relativ kurzer Zeit nun doch schon fast vollständig verbannen konnte. (Das will ich, weil sie ein invasiver Neophyt ist – also ein Zuwanderer, der andere, heimische Arten verdrängt)

Als Ersatz hatte ich die heimische Art bekommen, die gewöhnliche Goldnessel Lamium galeobdolon

Es sieht aus, als reißt sie ganz schön das Maul auf – aber von allen Taubnesseln ist sie derzeit am verhaltensten unterwegs. Das soll sie aber auch anders können, aber sie soll wohl nicht so heftig sein/ werden wie die Sigone…. sie ist aber auch mit langen Ranken unterwegs, mal gucken, wie sie sich so entwickelt…..

Last not least die zweite, die ich als Sigonen-Ersatz bekam, die gefleckte Taubnessel Lamium maculatum

Wie man sieht fühlt die sich bei mir SEHR wohl und ist auf Expansionskurs. So sehr, daß ich sie, so gut mir dieser große Flecken im Bild gefällt, nach der Blüte umsiedeln werde, an eine oder mehrere noch auszusuchende Stelle(n), wo sie keine zarteren Pflänzchen unterbuttern kann.

Ich mag die Taubnesseln, weil sie einzeln ganz unscheinbar, aber in der Menge dann richtig hübsch sind. Weil sie sich selbst etwas zurücknehmen und dabei andere, auffälligere Blumen so gut beim strahlen unterstützen. Weil sie tolle Insektennahrung bieten. Weil sie in Dürrezeiten stramm stehenbleiben und den Boden unter sich gut schützen. Und weil ich sie so mag, tut es mir schon auch leid, wenn ich auf Sigonenjagd bin und die zähen, willensstarken Ranken so unerbittlich samt Wurzeln herausreiße. Aber es kommt anderen, zarteren Pflanzen und dem ganzen Garten zugute.

P.S. Gestern beim Mondvolk. Nochmal ne Wabe mit Stiften zu- und eine total krumme (die alte Futterwabe, die mit Wildbau verbaut hinterm Trennschied gewesen war) entnommen – und was? In DER waren jetzt Stifte und kleine Maden!? Kann es wohl sein, daß sie sich tatsächlich eine neue Königin gebastelt hatten, die wieauchimmer nach ihrem Hochzeitsflug HINTERS Trennschied gekommen ist, dort geblieben ist und dort zu legen begonnen hat? Wie blöd kann’s denn laufen, bitte??? Wenn es so sein sollte, dann müsste sie jetzt mitten im Volk sein, durchs abfegen. Oder – Murphy’s law – wir haben sie bei der Aktion aus Versehen umgebracht und haben jetzt das Problem, das vorher nicht dagewesen war. SEUFZ!!