Haus-Feldwespe

Zum ersten Mal sah ich sie in Maasholm auf einem Ausflug. Das weiß ich deshalb noch ganz genau, weil wir uns einfach nicht erklären konnten, was DAS wohl war: eine Wespe mit Lähmungserscheinungen???
Denn da flog eine Wespe, die ließ ihre Beine runterhängen beim Fliegen, ganz seltsam sah das aus – wir gingen ihr hinterher, bis sie sich an einen bewachsenen Zaun niederließ – ganz normal, ohne Probleme.
Und da war noch eine – und noch eine, dasselbe Bild…. hängende Beine beim Fliegen!

Ich weiß gar nicht mehr, wie lange das her ist, und ob ich damals schon im Internet nachsuchen und finden konnte – irgendwann jedoch war es soweit:
nein, lernten wir, das war keine behinderte Wespe, sondern eine Haus-Feldwespe (Polistes dominula)
Damals hieß sie noch Gallische Feldwespe, seitdem wurde sie umbenannt, was ich eine höchst blöde Idee finde. Egal….

Seit 2023 sehen wir jeden Sommer auch bei uns dieses hübsche Tier. Immer ganz hinten, hinterm Teich, immer an Stauden unterwegs. Die nächsten Fotos stammen vom letzten Sommer.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

(WordPress zeigt mir die Diashow nur noch im Standcomputer, nicht im Handy. Könnt Ihr sie im Handy sehen? – Drei Fotos wären dort)

Diese Wespenart wird in den letzten Jahrzehnten ständig häufiger und dehnt auch ihr Verbreitungsgebiet aus. Sie baut ihr Nest an einem Neststiel – so ist es gut zu verteidigen – an Gebäuden oder einen Pflanzenstengel oder einen Stein geheftet. Die Tiere sind sehr friedlich, selbst wenn man sich dem Nest nähert, und sie interessieren sich auch nicht für menschliche Nahrung – also bitte nicht ängstlich werden, solltet Ihr solch ein Nest bei Euch finden!

Übrigens: derzeit sehen wir schon die esten Ölkäfer! Frohe Ostern! 🙂

Elstern

Ein ganzes Dutzend Elstern in einer Buche!
Das hab ich noch nie gesehen!! Sonst sind da immer nur zwei zugleich, höchstens.

Bilden die Junggesellengrüppchen?

Offenbar ja:

Die Elster lebt bei uns als Standvogel, der im Winter nicht in den wärmeren Süden zieht, sondern hier bleibt. Es gibt zwei unterschiedliche Lebensweisen bei diesen „diebischen“ Vögeln. Einerseits gehen sie eine lebenslange und monogame Gemeinschaft ein. Stirbt einer der Partner, wird er sehr schnell durch einen jungen, meist einjährigen Vogel ersetzt. Das Paar ist während der Brutzeit zusammen und baut zusammen das Nest, zieht dort den Nachwuchs groß und verteidigt gemeinsam das eigene Revier. Im Winter dagegen leben Elstern in großen Schwärmen zusammen und treffen sich an geeigneten Schlafplätzen. Diese Gruppen können ein Dutzend bis einhundert Vögel umfassen. Nicht in Partnerschaft lebende Elstern bilden auch im Sommer solche Gruppen. Diese Nichtbrütergemeinschaften leben in Schwärmen von bis zu etwa 15 Vögeln.

(Quelle: https://www.wald.rlp.de/wald/voegel )

Und, so ganz allgemein, weil auch mein Eindruck mich getrogen hat:

Der verbreitete falsche Eindruck einer allgemeinen Bestandszunahme ist auf die Umsiedlung der Elster aus der Agrarlandschaft in die Ortschaften zurückzuführen. Wurden etwa 1962 im Kreis Segeberg in einer reich strukturierten Knicklandschaft auf 70 km² noch 45 Reviere erfasst, waren dies 1987 nur noch 8 Reviere, alle in Ortschaften gelegen. Auf Fehmarn nahm der Bestand dagegen von 86 Paaren im Jahr 1975 auf 146 Paare im Jahr 1991 zu, diese siedelten jedoch fast ausschließlich in und am Rande von Ortschaften. In der Feldmark ging der Bestand dagegen deutlich zurück.

Der starke Rückgang der Elster in der offenen Landschaft wirft ein Schlaglicht auf die negativen Auswirkungen der modernen Landwirtschaft. Nach der Unterschutzstellung im Jahr 1987 hat es in Schleswig-Holstein trotz häufig anderslautender Berichte keine generelle Bestandszunahme gegeben. Der Brutbestand liegt landesweit bei etwa 6.000 (1994) bzw. 7.000 Paaren (2009).
(Quelle: https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel )

Wieder was gelernt…. danke, Internet
(und ganz ohne KI! …)

Schneeballblattkäfer

8/25

Einige Insekten, die wir im letzten Sommer bestimmt haben, harren noch ihrer Vorstellung hier. Ich fange mal an….

Das Runzlige sind meine Seniorinnenfinger, das Blaue mit silbern ist ein Ring, den ich beim Nürnbergbesuch mit dem Manne vor vielen Jahren erstanden habe – jetzt, nicht mehr im Lebensmittelbereich arbeitend, kann ich ihn wieder tragen. Und das, wie man sieht, sehr kleine daneben, das ist der Schneeballblattkäfer (Pyrrhalta viburni)

Dieser Käfer lebt ausschließlich an Schneeballarten – womit der häßliche und nicht nur nichtheimische, sondern sogar invasive (wovon ich in unserem Garten allerdings noch nichts gemerkt habe) Runzelblättrige Schneeball (Viburnum rhytidophyllum), er kommt aus China, den wir nur deshalb noch nicht gefällt haben, weil er im Winter immergrünen Sichtschutz aus der Küche zu Nachbars bietet, nun also doch eine Existenzberechtigung bekommen hat 😉

Ui, das war aber jetzt ein Bandwurmsatz *g*

Also, es gibt eine Existenzberechtigung für den Schneeball abseits vom Sichtschutz …. Es sei denn, der Schneeballblattkäfer kommt von weiter her – in unserem Garten gibt es nämlich nur diese eine Art Schneeball.
Immerhin hab ich in unseres Schneeballs runzligen Blättern durchaus schon unregelmäßige Löcher zwischen den Blattadern gesehen – und genau solche hinterlassen die Larven des kleinen Käfers laut Wikipedia.

Den Käfer sieht man von Juni bis September – unseren haben wir im August fotografiert, das paßt also.

Eine weitere Schlupfwespe…

Die Fotos sind von Ende Juli – am Insektenhotel hat dieses große Tier sehr ausdauernd mit den Fühlern unterschiedliche bewohnte Bambusstäbchen untersucht:

Stenarella Domator, so heißt das Tier, ist eine Schlupfwespe – und als solche legt sie ihre Eier in die Larven anderer Wespenarten. Da gibts bei uns ja so Einiges an Angebot…. im unteren Bild sieht man den beeindruckenden Legebohrer.

Weißrandiger Grashüpfer sowie düt und dat zum Tage

Chorthippus albomarginatus

Mitte Juli hat der Herr F. diesen Hübschen aufgenommen, der sich auf meinem Arm häuslich niedergelassen hatte.

Was besonders ist: hier haben wir mal ein Tier, das im Norden deutlich häufiger vorkommt als im Süden!

Da es sonst keine großen Besonderheiten über dieses Tier zu berichten gibt, erzähl ich Euch noch sonst büschen was. Ich komm ja zu nix, weder hier noch im echten Leben…

Tag des offenen Denkmals war, und ich hab keine Ahnung, ob ich dazu wirklich nochmal extra was berichten werde, ist inzwischen schon wieder so lang her….. danach war ich die Malerfeundin in Hamburg besuchen, außerdem wollten die Zwetschgen von Nachbars Baum geerntet und verarbeitet werden (jedenfalls die, an die wir vom Hof aus rankommen. Nachbar lässt sie eh runterfallen), – Zwei Kuchen. Dann auch noch ganz eben schnell 2 Kilo Kreten (Marmelade), weil die nach Hamburg schon nix mehr gewesen wären, und jetzt sammle ich auch noch DIE Haselnüsse, die das Eichhörnchen fallen läßt, bevor sie unten die Mäuse aufknabbern* Die ersten Walnüsse liegen auch schon am Boden, allerdings noch ganz unreif. Ich hoffe, da läßt das Eichhörnchen noch die Pfoten von!

Es ist Herbst geworden inwischen. Sonne plus Windschatten – ja, das läßt sich draußen aushalten. Aber drin ist der Ofen wieder in Betrieb, und wenns wie jetzt windig und wolkig ist, dann locken die momentanen 14° nicht raus. Ich hoffe, da kommt noch was. Letztes Jahr haben wir den Oktober ja im T-shirt verbracht….

Was noch?

Auf dem Norderstraßenfest gab es einen Kunstautomaten! 🙂

Wunsch notieren, Spende einwerfen, und der Roboter macht Wunschkunst….

Witzig waren die Kinder-Reaktionen, sehr schön die Ergebnisse!

*Ergänzung HEUTE: Das Eichhörnchen weiß, was es tut: von Dutzenden Haselnüssen waren genau FÜNF nicht taub *seufz*. Weitere ERgänzung: inzwischen hab ich auch noch Kornelkirschen zu Marmelade verarbeitet, aber noch nicht gekostet. Und welche eingelegt für „Korneliven“, mal sehn, ob uns die schmecken. Und mit zwei Kilo Äpfeln von der B.

einen leckeren Apfelaufstrich mit Rumrosinen und Gewürzen fabriziert. Und einige Fenster mit dem Besenstiel-Wischer von außen geputzt, an die sonst kaum ein Rankommen ist.

Ja, ich bin emsig.

Scharlachrot und andere Farben

Scharlachrot ist kein Farbton, unter dem ich mir so recht etwas vorstellen konnte. Scharlach ist für mich ne fiese Krankheit, sonst nix.

Aber dann:

Scharlachroter Stäublingskäfer

DAS also ist scharlachrot!?

Man findet die Käfer bodennah an verpilzten Laubhölzern wie Birken und Rotbuchen, wo sie sich ebenfalls von Pilzen ernähren. Die Käfer können auch in verrottendem Laub und an Pilzgeflechten unter Rinde angetroffen werden. Die Flugzeit reicht von April bis Juni. (Wikipedia)

Unser Stäublingskäfer war allerdings Ende Juli zu sehen, nuja….. und der Fotoapparat hat die Farbe auch ein wenig verfälscht, der orangene Einschlag ist in echt weniger stark.

Deshalb passt auch dieses Bild recht gut dazu – eins der beeindruckenden Unterwasserfotos aus einer Ausstellung im Schleswiger Stadtmuseum. Seerosen von unten, großartig!

Unser Garten bietet auch Kunst an, einfach so, ganz ohne Einsatz von Filtern, ohne Bewegung, ohne irgendwas außer „Augen auf“.

DAS sind Farben, was? Und der Kontrast – wie das Blatt sich da hindrapiert hat! Also, ich war ganz beeindruckt

Gelber Rosen-Bindenspanner

Ende Juni: Diesen kleinen Falter hat der Herr F. im Gras gesehen. Er blieb da auch brav, bis wir ihn fotografieren konnten:

Cidaria fulvata ist ein Nachtfalter – wie er tags ins Gras kam? Keine Ahnung. Aber nach getaner Model-Arbeit ist er gesund und munter weggeflattert- bis ins nächste Dunkel unter Brennesseln, wenn ich mich recht entsinne.

Der Name ist Programm: Die Raupen ernähren sich an Rosen.

Ein paar ganz normale Tierchen….

… haben wir auch noch für meine Liste fotografiert. Über die ist nichts spektakuläres zu berichten, also einfach mal kurz gezeigt:

 

Tenthredopsis spec., also eine echte Blattwespe der Gattung Tenthredopsis, nicht näher bestimmbar

Sylvicola fenestralis, eine Fenstermücke

Die Garten-Baldachinspinne, Lyniphia hortensis, baut annähernd waagerechte Baldachinnetze in niedriger Vegetation.

 

GROSS

Es brummte laut, dann flog etwas Großes an des Herrn Kopf vorbei, brummte um den Odermennig und die tote Birke. Wir guckten und guckten, aber der Riese ließ sich einfach nicht nieder, flog zum Teich und ich sag so „wart’s ab, der landet gleich da drin“, „Nö“, schaffte der Mann noch zu erwidern – dann zappelte das große Tier auch schon im Wasser.

Zum Glück hat der Herr F. eine SEHR viel schnellere Reaktionszeit als ich. Bevor ich noch piep DENKEN konnte, war er schon auf dem Weg zum Schupf, um unseren Teleskopstab zu holen. Mir fiel die Aufgabe zu, zu beobachten, wo der Käfer blieb, der wacker versuchte, zum Ufer zu schwimmen. Das hätte er vielleicht sogar geschafft, aber vorher war schon der Mann da und holte ihn mit dem Teleskopdings aus dem Wasser.
Und das isser also:

Es ist der Sägebock (Prionus coriarius), ein bis zu 4,5cm langer Bockkäfer (und damit einer der größten bei uns heimischen), bei dem es Glück war, ihn sehen zu dürfen, weil er eigentlich nachtaktiv ist.
Wir haben es hier mit einem Männchen zu tun: die Fühler sind stärker gekerbt und haben ein Glied mehr als beim Weibchen.

Ein wirklich beeindruckendes Tier, fanden wir.

Die nachtaktiven Tiere sind Einzelgänger, die während ihres Lebens als Käfer keinerlei Nahrung zu sich nehmen. Nachts fliegen sie zum Licht, wo man sie am häufigsten beobachten kann. Durch das Aneinanderreiben von Hinterbeinen und Flügeldecken können sie zirpende Töne erzeugen. Die bis zu sechs Zentimeter langen Larven leben, wenn sie noch jünger sind, unter der Rinde von Laubbäumen, seltener Nadelbäumen, wo sie sich vom Holz ernähren. Wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, übersiedeln sie ins Wurzelholz. Nach drei Jahren und insgesamt vierzehn Häutungen verpuppen sie sich. Aus der Puppe schlüpft der fertige Käfer.

Wikipedia

Größenvergleich

Wirklich schön, diesen Käfer hier bei uns gesehen zu haben! 🙂

Drei Käfer

Das hier ist ein Schnellkäfer.
Die Schnellkäfer bilden eine eigene Käferfamilie mit ca 10.000 Arten weltweit. Charakteristisch ist ihre namensgebende Fähigkeit, sich mit Hilfe eines Sprungapparates selbst in die Luft zu katapultieren. Beim Hochschnellen ist ein knipsendes Geräusch zu hören, weswegen diese Käferfamilie im Englischen unter anderem auch „click beetles“ genannt wird.

Dieser Schnellkäfer hier ist laut Obsidentify ein Schwarzer Rauhaarschnellkäfer (Hemicrepidius niger)

Außerdem hab ich noch zwei kleine Käfer für Euch, deren Bilder mir einfach gut gefallen, auch wenn ich ihre Namen nicht weiß

Ein kleiner schillernd grüner Geselle

Keine Ahnung, was das für einer ist, aber einen Käfer im Abflug zu erwischen hat was 🙂 Vielleicht ists ja ein Rüsselkäfer!?

 

Pufferzone

Hinter unserem Garten ist nix Schönes.
Obwohl wir sehr froh sind, daß KeineR uns von dort auf die Bäuche gucken kann – ein glyphosat- und mineraldüngerverseuchtes Maisfeld ist nichts, über das man sich als umweltbewusste Naturfreundin freut.
Deshalb haben wir eine Art Pufferzone eingebaut. In der Diashow sieht man sie in der Reihenfolge „vom Acker bis in den Garten“:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Erst ist da ein breiter Streifen mit Brennesseln, Disteln (ja, da stehn sie also in diesem Jahr. Und blühen.), Klettenlabkraut, Sauerampfer und Quecke. Die Schmetterlinge mögen es. Auf der SEite neben diesem Streifen mähe ich etwa 3-4x im Jahr – immer, wenn Brennesseln und Giersch zu dominant werden oder die Quecke zu blühen beginnen will. Interessantes lasse ich erstmal stehn . Momentan ist das das im 3. Bild zu sehende große Büschel Rainfarn, aber im Frühling gibts auch Lerchensporn und Wiesenknöterich, zum Beispiel..
Da, wo Ihr die Brenntonne seht, ist die Grenze zum eigentlichen Garten. Die seht Ihr auch in den letzten beiden Bildern.

Leider hält sich die Quecke, von der ich eigentlich gar nicht weiß, ob sie es ist, nicht an meine Grenzziehung. Die fast kleinfingerdicken, hellbraunen Wurzeln ziehen sich inzwischen ganz durch die Sitzfläche mit Kräuterrasen bis hin zum Beet – und bis dort hinein. Sehen tu ich sie, wenn die büscheligen Gras-Anfänge herausstoßen. Ich bin hilflos, denn die Wurzeln sind zT tiefer als knietief, und die zwischen all den Stauden auszubuddeln – da mach ich mir Alles kaputt 😦

Auch in den einschlägigen Naturgarten-Veröffentlichungen gibt es nur einigermaßen hilflosen Rat: „Erde vor der Gartenanlage austauschen“, „ausgraben“ – bei mir beides keine Optionen.

Gestern aber habe ich über der Pufferzone zum ersten Mal seit Jahren das schon länger vermißte Landkärtchen in 2. Generation fliegen sehen! *freu* Und dieser kleine Geselle hier saß auf einem Gierschblatt:

Es ist das bleigraue Flechtenbärchen (Eilema griseola), das der Herr F. entdeckt hat. Als Raupe ist es ja schon einmal hier im Blog erschienen, hier

Vielleicht ist es sogar DASSELBE TIER, wer weiß, denn das Räupchen gab es Anfang diesen Jahres zu sehen!

 

Beim Eierlegen beobachten….

konnte ich vorhin einen vierbindigen Schmalbock! 🙂 Das hab ich noch nie gesehen, bei keinem Käfer! Die Dame landete auf dem toten Pappelstück am Teichrand, suchte erst die Rinde ab, lief dann aber zielstrebig gen Schnittkante, wo sie ihre Legeröhre ausstülpte und immer wieder zu versenken versuchte. Wo es klappte, hat sie sie reingesteckt und saß dann ein Weilchen da – wenn ich meinen Eindruck beschreiben darf: für mich sah sie dabei ähnlich in sich gekehrt-versunken aus wie Elsa, wenn sie auf dem Klo sitzt *g*

Ich bin wirklich begeistert von dieser Beobachtung! Ihr könnt auf den Fotos 2 und 3 sehen, wie sie den Legestachel ausfährt, auf Bild No4 hat sie ihn eingeführt. Und das 1. Bild ist einfach ein schönes Portrait

Hier hatte ich diesen Käfer schon einmal vorgestellt – und geschrieben, daß die Larven wohl am häufigsten in WEiden zu finden sind. Na, Pappel ist ja auch ein Weichholz – was man deutlich daran merkt, daß die Stammstücke schon jetzt (ists das 2. oder 3. Jahr, seit wir sie bekamen?) recht weich sind, während die Mirabelle erst nach zehn Jahren merklich zu rotten begann.

Wildes Tier

Nashornkäfer??

Eigentlich dachte ich: eindeutig, da sitzt ein Nashornkäfer auf meiner Liege!!!! Aber dann hab ich nachgelesen: glatte, glänzende Flügeldecke, auffälliger roter Pelz unterseits – hmmmm… aber ich finde Niemanden im Netz, der eine besser passende Beschreibung hat.

Pitzbee aber weiß Bescheid, in den Kommentaren stellt sie mir den Kopfhornschröter (Sinodendron cylindricum) vor. Und tatsächlich, der sieht ganz genauso aus wie mein Tierchen 🙂 Es ist ein Männchen! Und auf der roten Liste ist er, wie schön, daß ich ihn nun schon zum 2. Mal (das erste Mal war 2013) in meinem Garten begrüßen durfte!!

…es ist ein Mädchen! 😉

EDIT 2025: nach mehreren Jahren Pause haben wir 2024 und 2025 wieder Kopfhornschröter im Garten – und in diesem Jahr erstmals auch ein Weibchen gesehen:

Die Larven entwickeln sich hauptsächlich in weißfaulem Holz von verschiedenen Laubbäumen. Zum Spektrum der nachgewiesenen Nahrungspflanzen gehören Eichen, Buchen, Birken, Erlen, Hainbuchen, Espen, Weiden, Linden, Ahorne, Rosskastanien, Eschen, Ebereschen, Äpfel, Kirschen, Birnen, Pflaumen und Tannen. Zudem ist die Art häufig mit dem Flachen Lackporling (Ganoderma applanatum), dem Zunderschwamm (Fomes fomentarius) und dem Eichen-Feuerschwamm (Fomitiporia robusta) assoziiert. Ihre Entwicklung dauert drei bis vier Jahre, die Verpuppung erfolgt im Holz.(Wikipedia)

Erfreuliche Nachricht am Rande: neuerdings ist dieser Käfer nicht mehr auf der roten Liste zu finden, er gilt inzwischen als ungefährdet!

Zu diesem Ereignis werde ich diesen Beitrag von 2018 nochmal nach oben holen und neu veröffentlichen! 🙂


PS Ganze drei Tage warmen Wetters sind grad auch uns wieder vergönnt!! Nach 16°, Laubbläserwind erfreuen mich selbst im Grunde zu heiße 30° (aber Andere knacken jetzt die VIERZIG-Grad-Marke – da bin ich schon froh, nicht mehr im Rheinland zu sitzen) – noch schöner wären allerdings 23°, windstill, aber nuja

Zwei Böcke, aber einer nur zum Schein – und was mit hohem Niedlichkeitsfaktor

Dazu sind alte Staudenstengel (auch) gut!! *g* Seht Ihr ihn sitzen?

Gaaaanz büschen näher ran 😉

Hoch oben auf einer Wegwarte sitzt ein männlicher blauvioletter Scheibenbock (Callidium violaceum) und wartet auf Artgenossen. Auf männliche, um sie zu vertreiben, auf weibliche in der Hoffnung auf Sex.

Wenn das funktioniert hat, schlüpfen im Mai bis Juli 2027 die neuen Käfer. Sie verbleiben oft an den Plätzen, an denen sie sich entwickelt haben, so dass sich über Jahre am gleichen Ort zahlreiche Generationen entwickeln können. Aus Schweden sind Fälle bekannt, wo sich der Käfer bis zu 70 Jahre lang in verbautem Holz gehalten hat.

Da sie nur in nicht entrindetem und fast nur in Nadelholz aufwachsen, vermute ich, daß auch dieser Käfer sich in einer der von den Freunden bekommenen Tannenstammstücke entwickelt hat.

Der zweite Bockkäfer ist nur zum Schein einer oder wurde so benannt, um Verwirrung zu stiften – tatsächlich gibt es nämlich eine ganze Käferfamilie, die sich SCHEINbockkäfer nennen lassen. Dabei wäre es viel besser, wenn sie (wie es denn auch manchmal passiert) SCHENKELkäfer hießen, denn sie haben fast alle verdickte „Oberschenkel“ – aber weil sie wie die Bockkäfer einen langgestreckten Körperbau haben, wurden sie halt Scheinbockkäfer genannt *seufz*
Dieser hier ist der grünliche (Oedemera lurida)

Ein ganzer Trupp der kleinen Kerle fand sich auf den Habichtskrautblüten verteilt. Interessant ist, daß ich lese, sie kommen hauptsächlich auf „blumenreichen Wiesen“ vor.
Ich hab ja schon länger den Eindruck, daß sich meine Beete mehr und mehr von „Staudenbeet“ zu „Wiese ohne Gräser“ verändern. Der grünliche Scheinbockkäfer bestätigt diesen meinen Eindruck, er scheint zu denken, daß er eine blumenreiche Wiese gefunden hat – nicht leicht in unserer Gegend!
Vielleicht hat sich obsidentify aber auch nur zu stark festgelegt, denn überall steht, daß Oedemera lurida von Oedemera virescens kaum zu unterscheiden ist… und außerdem leben sie beide AUCH an Waldlichtungen, aber naja, da die Larven sich in krautigen Pflanzen entwickeln und die Imagines Pollen fressen, brauchen sie auch dann – Blumen 🙂

Hohen Niedlichkeitsfaktor versprach ich noch, also, bitte schön, hier – wenn DAS nicht niedlich ist, was dann? 🙂

Wir sehen es zur Zeit fast täglich in aller Gemütsruhe unsere Futterstelle leerfressen *seufz* Und den Rest erledigen zwei Buntspechtfamilien samt Küken …. Finken, Meisen und Spatzen müssen sich sputen, wenn sie auch satt werden wollen…..

und in der Nacht bedient man sich am Buffet der von unseren erleuchteten Fenstern angezogenen Nachtinsekten, man kreist überm StaudenWiesenbeet:

 

Flechtenbärchen, das zweite schon! :-) Und eine Wespenbiene

Ein kleines Räupchen hatte sich an den Regentagen ein trockenes Plätzchen an der Türlaibung gesucht. Drinnen mochte es sich einfach nicht aufrollen, ich aber mochte es nicht zu lang ärgern – trotzdem meinte obsidentify mit 100% Sicherheit sagen zu können, daß die s die Raupe eines Grauleib-Flechtenbärchens (Eilema lurideola) ist.

Flechten, von denen sich die Raupen ernähren, haben wir ja zu Genüge im Garten. Aber Wikipedia sagt, die Falter seien auf Thymian oder Heidekraut zu finden. Eine einzige spirrewlige Thymianpflanze, von bibo, hat bis heute bei uns überlebt, alle anderen Versuche damit sind gescheitert, egal ob ich bodendeckende oder Gewürzthymiane diverser Arten ausprobiert habe. Aber im Dorf gibts ein paar Leute, die Heidekräuter mögen…. guten Appetit, kleiner Falter…

Und da ich bis jetzt einfach nicht dazu gekommen bin, und um diese Jahreszeit schon fast keine mehr fliegt von den Dutzenden, die überall unterwegs waren, stelle ich Euch fix noch diese Dame hier vor:

Nomada flava, die gelbe Wespenbiene. Man kann sie deshalb gut beobachten, weil die Weibchen auffällig suchend und sehr ausdauernd kurz überm Boden an sandigen Stellen herumkurven. Dort testen sie, ob die dort ihre Niströhren bauenden Sandbienen schon Eier abgelegt haben (und grad nicht aufpassen, weil sie auf Vorratssuche sind). Wenn das der Fall ist, krabbelt die Wespenbiene fix in den Sandbienenbau und legt ihr Ei ab. Die Larve frißt dann das fremde Ei oder tötet die Larve und lebt dann vom Pollenvorrat, der für die andere Larve gedacht war.

Meist sieht man diese Wespenbienen nur fliegend, deshalb auch nochmal ein solches Foto. Wenn sie fliegen, ist auch die wespenartige Färbung besser zu erkennen. In diesem Jahr waren, finde ich, extrem viele dieser Wespenbienen bei uns unterwegs. Hoffentlich überleben ein paar Sandbienen diese Invasion…..

Tadaaaa: Diese Wespenbiene ist Tier No 330 in meiner Liste!