Was der Krieg Heinrich Echtermeyer lehrte.
Lukas Boch/Michael Boch
Bereits der erste überlieferte Feldpostbrief, den der Landwirt Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard schreibt, enthält die Bitte, ein Urlaubsgesuch beim örtlichen Amtmann einzureichen.[1] Diesen Wunsch formuliert er über seine gesamte Briefkorrespondenz hinweg immer wieder. In seinen überlieferten 58 Feldpostbriefen und Postkarten an seinen Bruder kommt das Wort „Urlaub“ in jedem dritten,[2] der Begriff „Gesuch“ in jeden fünften[3] Schreiben vor. Die enorme Wichtigkeit des Themas Urlaub lässt sich folglich schon an der schieren Quantität der Erwähnungen in seiner Korrespondenz erkennen. Dabei hat es den Anschein, als entwickele Echtermeyer regelrechte Gesuchsstrategien. Die Entwicklung dieses Systems manifestiert sich in den immer komplexer werdenden Anweisungen an seinen Bruder und wohl auch seine Frau, von denen wir über die Briefe an Bernhard Kenntnis erlangen. Offenbar ist für Echtermeyer ein Kompetenzzuwachs in einen Bereich nachzuweisen, den der Landwirt zuvor nicht berührte.[4]

Urlaub ist dem Historiker Gerd Krumeich zufolge eines der knappsten Güter des Frontsoldaten.[5] Wann Soldaten in den Urlaub geschickt werden durften, wurde einzig und allein von der Obersten Heeresleitung bestimmt. Ein wichtiges Kriterium für die Bewilligung von Urlaub war dabei das Vorhandensein von freien Plätzen in den Zügen, die von der Front in die Heimat fuhren. Ob ein Soldat schließlich in die Heimat geschickt wurde, hing dabei von verschiedenen Faktoren ab. Einige dieser Faktoren spiegeln sich in den Briefen Echtermeyers an seinen Bruder Bernhard wider, so beispielsweise die Position in der Urlaubsreihenfolge des Bataillons,[6] die Urlaubsdauer der vergangenen Urlaube, besondere religiöse Festtage oder berufsspezifische Sperrzeiten.[7] Die zu Beurlaubenden wurden stets auf Divisionsebene ausgewählt, die sich vorher mit dem Regimentsstab auseinandergesetzt hatte, der sich wiederum auf Informationen des Kompaniechefs berief. Ein gutes Verhältnis zu den Vorgesetzen konnte demnach die Chance auf Urlaub ebenso erhöhen wie ein schlechtes diese deutlich verringerte.[8]
Ab dem Frühjahr 1915 legte die Oberste Heeresleitung fest, dass jeder Soldat wenn möglich mindestens einmal im Jahr Urlaub erhalten sollte. Dafür sollten stets drei bis sieben Prozent der Mannschaften gleichzeitig beurlaubt werden. Das Ziel dieser Maßnahmen war es, die drastisch zurückgehenden Geburtenzahlen zu bekämpfen.[9] Ab 1916 gab es zusätzlich spezielle Anträge, mit denen um die Beurlaubung von Soldaten für die Ernte gebeten werden konnte. Die Anträge waren von der Heimatgemeinde auszufüllen und per Bezirksamt an das für den Soldaten zuständige Generalkommando weiterzuleiten. Hinzu kam die Bevorzugung bestimmter Berufsgruppen. Landwirte waren bei der Ernte nicht zu entbehren, weswegen diese eher als zum Beispiel Bürger und Akademiker nach Hause geschickt wurden. In den zwei Wochen Urlaub halfen sie bei der Erhaltung der Grundversorgung. Diese seit 1915 gezielt vorangetriebene Bevorzugung beschreibt der Historiker Benjamin Ziemann als „ein Mittel der Sicherung des landwirtschaftlichen Arbeitskräftebedarfs“.[10] In den Briefen Echtermeyers lässt sich nachweisen, dass er diese Vorgänge während seines Frontaufenthalts mehr und mehr zu durchschauen lernte.
Schon vor seinem Aufbruch an die Ostfront bittet Echtermeyer seinen Bruder ein erstes Mal, ein Urlaubgesuch einzureichen. Er habe sich sowohl mit seinem Feldwebel als auch mit seinem Hauptmann über Urlaub unterhalten beziehungsweise sich nach diesem erkundigt und allein Ablehnungen erhalten. Daher bittet er den Bruder, sich direkt an das Oberkommando zu wenden. Allerdings scheint er sich nicht sicher zu sein, wohin das Gesuch geschickt werden muss, vertraut aber darauf, dass die Beamten im Postamt genaue Auskunft geben können. Zu den Angaben, die zu seiner Person gemacht werden sollen, scheinen die Informationen des Einzuges zu reichen.[11]

Im weiteren Verlauf des Krieges sammelt er Informationen zu den genauen Adressaten der Urlaubsgesuche. Zuerst empfiehlt er, es direkt an das Regiment zu schicken, ist sich aber unsicher und schlägt vor, erneut beim Amt nachzufragen.[12] Nur einen Tag später schreibt er indes, der Brief müsse an die Kompanie geschickt werden – eine Einschätzung, die sich erst über ein Jahr später ändern sollte.[13] Denn kurz nach der letzten Bekräftigung schreibt er, die Post müsse an den Kompanieführer gerichtet werden, was allerdings nicht so einfach sei, da dieser ständig wechsele.[14] Am 2. September 1917 scheinen diese Bemühungen Früchte zu tragen, allerdings wurde hier das Urlaubsgesuch laut Bruder durch das Generalkommando genehmigt. An dieser Stelle bekommen wir auch die Information, dass Echtermeyer bewusst ist, durch wie viele Instanzen ein solches Gesuch erst wandern musste, nämlich Generalkommando, Regiment, Bataillon und Kompanie.[15] Augenscheinlich hat sich der Horizont Echtermeyers im Bezug auf die richtigen Adressaten der Urlaubsgesuche erheblich erweitert.
Ein zweites Themenfeld, das Echtermeyer immer wieder aufgreift, ist das der Entlassung spezifischer Berufsgruppen und anderer. Es beginnt mit seiner Beobachtung, dass sein anderer Bruder Hermann Urlaub bekommen hat – und zwar schon im Mai 1916. Er beauftragt daraufhin seine Frau herauszufinden, wie lange er denn Urlaub bekommen habe.[16] Der Urlaub seines Bruders scheint die Chancen für Echtermeyer auf seinen eigenen Urlaub geschmälert zu haben.[17] Aber nicht nur seinen Bruder, sondern auch seine Kameraden hat er im Blick. So beobachtete er, wie verschiedene Berufsgruppen anscheinend bevorzugt entlassen wurden.[18] Zweimal erwähnt er, Arbeiter aus Rüstungsfabriken seien entlassen wurden.[19] Interessanter ist allerdings für ihn, dass immer wieder davon gesprochen wird, Landwirte würden entweder entlassen[20] oder beurlaubt.[21] Allerdings stellte sich schon bald heraus, wie wenig zuverlässig diese Informationen waren. Bereits im April 1917 macht er klar, dass er solchen Informationen nicht mehr traue.[22] Noch im Juni werden offenbar viele Landwirte entlassen,[23] im Oktober scheint dies nicht mehr der Fall zu sein.[24] Echtermeyer ist ganz offenbar nicht nur in der Lage, relevante Informationen auszufiltern und aufzunehmen, sondern weiß diese unter den gegebenen Umständen auch zu reflektieren und infolgedessen alte Überzeugungen zu überdenken. Er gleicht Gerüchte mit der Wirklichkeit ab und versucht die Chancen für seine Berufsgruppe auf Urlaub genau zu erfassen.

Aus anderen Briefen wird deutlich, welche Rolle Echtermeyers Vorgesetzte bei dem Streben nach Urlaub spielen. So spricht er beispielsweise am 25. November 1916 davon, sein Gesuch um Urlaub sei erneut abgelehnt worden, er könne dagegen aber nichts machen, schließlich sei „der Hauptmann“ dagegen. Im selben Brief schreibt er zudem, er glaube nicht, dass ein Bittbrief seiner Frau an den Hauptmann helfen würde. Vor einem offenbar angedachten Versuch der Bestechung in Form von Zigaretten warnt er sogar ausdrücklich.[25] Es zeigt sich, wie genau sich Echtermeyer darüber informiert hat, an wen er sich zu richten hat. Dabei holt er zusätzlich Informationen über diese Personen ein wie beispielsweise im Falle seines Feldwebels.[26] Diese Informationen helfen ihm, eine Verschlechterung seiner Situation durch ungeschickte Handlungen wie den angedachten Bestechungsversuch an seinen Hauptmann zu verhindern. Er rät seiner Familie ausdrücklich dazu, von einem solchen Bestechungsversuch abzusehen, um damit seinen angenehmeren Posten nicht zu gefährden.[27] Die gesammelten Informationen helfen ihm also nicht nur, seine Situation zu verbessern, sondern auch diese nicht zu verschlechtern.


Auch einschneidende Ereignisse wie der Tod engster Familienmitglieder haben indirekt mit dem Heimaturlaub[28] zu tun.[29] Im Feldpostbrief vom 20. September 1916 bittet er seinen Bruder, falls seine Tochter Therezia sterben sollte, möglichst schnell ein Telegramm zu schicken, damit er zu ihrer Beerdigung anwesend seien kann.[30] Echtermeyer liegen offenbar auch hier spezielle Informationen vor, ansonsten würde er in seinem Brief nicht explizit den Unterschied zwischen Telegramm und normalem Brief erklären. Ob Echtermeyer zum Begräbnis seiner Tochter fahren konnte, erschließt sich aus seinen Briefen nicht. Beim Tod seiner Schwester Maria klappt die Heimkehr allerdings definitiv nicht. So beschwert sich Echtermeyer in einem Brief an seine Familie vom 27. März 1917 bei dieser, kein Telegramm geschickt zu haben – und dies, obgleich er ihnen das Prozedere doch schon einmal erklärt hatte. Ein solches hätte ihm ermöglicht, der Beerdigung beizuwohnen. Seine Verärgerung über das ausgebliebene Telegramm –
„ist ja gerade so als wenn ich nicht herüber kommen soll“[31]
–lässt sich erst mit diesem Wissen verstehen. Aus diesem Umstand wird ersichtlich, dass es nicht ausreichte als Soldat Informationen über den genauen Ablauf von Urlaubsgenehmigungen erlangt zu haben. Sie mussten eben auch an die Familie daheim weitergeleitet werden und diese in der Lage sein, die Informationen richtig anzuwenden.
Neben der Hoffnung, infolge eines Urlaubsgesuchs für eine begrenzte Zeit nach Hause zu kommen, formuliert Echtermeyer auch immer wieder den Wunsch, der Front für immer den Rücken kehren zu können. Zunächst berichtet er nur beiläufig von der Entlassung von Fabrikarbeitern.[32] Später scheinen auch Landwirte entlassen worden zu sein – von da an interessiert er sich auch für diese Perspektive. Im Jahre 1917 bemüht er sich schließlich genauere Informationen zu den Adressaten eines entsprechenden Gesuches[33] und zu den Voraussetzungen einer Entlassung wie die Größe des Landbesitzes[34] herauszufinden. Zu Beginn des letzten Kriegsjahres gibt er diese Bemühungen dann allerdings wieder auf und bittet, die Urlaubsgesuche wieder stärker voranzutreiben.[35] Doch auch während dieser ganzen Zeit sollten weiterhin Urlaubsgesuche gestellt werden. Zwar eröffnete sich hier zunächst für ihn noch eine weitere, bessere Alternative, die er allerdings rasch wieder aufgibt und auch nie im gleichen Maß verfolgte, wie das Ziel Urlaub zu bekommen.[36]


Echtermeyer setzt sich mit den bürokratischen Bedingungen intensiv auseinander, erweiterte sein Wissen über die Dauer des Krieges stetig und gibt diese Erkenntnisse an seine Familie weiter. Es gelang ihm, ein immer spezifischeres Wissen über die Wege zu erlangen, die es einem Soldaten ermöglichen, Fronturlaub zu erhalten. Er ist in den Krieg gezogen und hat dort gelernt, wie er diesem am besten wieder entfliehen kann – zumindest theoretisch. Denn trotz all seiner Bemühungen und Kenntnisse über die Mechanismen der Bürokratie, ist es ihm nur einmal gelungen, Urlaub zu erhalten.[37] Dieser Umstand tat seiner Motivation hinsichtlich der Beschäftigung mit den Systematiken der Urlaubsersuchung keinen Abbruch. Daraus lässt sich allerdings keine Informationen über die Qualität des Urlaubes schließen.
Offenbar nahm nicht nur der Urlaub an sich, sondern auch die Beschäftigung, diesen zu erreichen, einen immer höheren Stellenwert in seinem soldatischen Alltag ein. Für Echtermeyer ist nicht das Gewinnen des Krieges und das Erlernen des Kriegshandwerks Ziel seiner Anstrengungen, sondern vielmehr die Auslotung und die Ausschöpfung aller ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um durch Urlaub dem Schrecken der Front zu entfliehen.[38]
Anmerkungen und Verweise
[1] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 26. Mai 1916: „Bitte frag, mahl aufs Amt ob meine Frau nicht Urlaubs Gesuch erreichen kann“.
[2] 44-mal in 17 Briefen.
[3] 26-mal in 12 Briefen.
[4] Zur Urlaubsthemathik an der westfront siehe auch den Kommentar von Eike Klausing.
[5] Gerd Krumeich, Der Erste Weltkrieg. Die 101 wichtigsten Fragen. München 2014, S. 86.
[6] Hier und im Folgenden Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 18. Februar 1917.
[7] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 26. Januar 1918.
[8] Krumeich, Der Erste Weltkrieg, S. 85.
[9] Ebd.
[10] Ebd., S. 86.
[11] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 26. Mai 1916.
[12] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 20. August 1916.
[13] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbriefe vom 18. Februar 1917 und 1. März 1917.
[14] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 2. März 1917.
[15] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostkarte vom 12. Juli 1917.
[16] Zur Beziehung von Echtermeyer zu seiner Frau, über seine Kommunikation mit seinem Bruder, siehe auch die Kommentare von Leonie Volmer.
[17] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 26. März 1917.
[18] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 18. Februar 1917.
[19] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbriefe vom 25. September 1916 und 18. Januar 1917.
[20] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 18. Januar 1917.
[21] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbriefe vom 12. April 1917 und 24. Juli 1918.
[22] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 12.April 1917.
[23] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostkarte vom 4. Juni 1917.
[24] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 17. Oktober 1917.
[25] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 25. November 1916.
[26] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 26. März 1917.
[27] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 25. November 1916.
[28] Zum Thema heimat siehe auch die Kommentare von Niklas Maximilian Schepp und Florian Steinfals; (West) Pascal Pawlitta.
[29] Sie können aber auch wie beispielsweise die Erstkommunion eines Kindes die Chancen auf Heimaturlaub erhöhen. Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 18. Februar 1917. Zum Thema Tod (Westfront) siehe auch den Kommentar von Maximilian Wiech.
[30] Zu Echtermeyers Beziehung zu seinem Bruder siehe auch den Kommentar von Leonie Volmer.
[31] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 27. März 1917.
[32] Hier und im Folgenden Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 18. Januar 1917.
[33] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostkarten vom 18. Februar 1917 und 4. Juni 1917.
[34] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostkarte vom 4. Juni 1917.
[35] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostkarte vom 18. Februar 1917.
[36] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostkarte vom 26. Januar 1918.
[37] Vom 20. April bis zum 30. Mai 1917. Siehe dazu den Kommentar von Max Möllering.
[38] Zum Aspekten dieses Schreckens an der Front siehe auch die Kommentare von Oleg Alex Bachmann. Zum Thema Kriegsmüdigkeit bei Echtermeyer sieh auch den Kommentar von Hanna Lena Hertzel; (West) Kathrin Schulte.
!["Mein einzig liebstes Herzchen! Mein Liebling! Dein liebes Briefchen vom 18ten habe ich gestern abend erhalten, auch das Paketchen mit Butter und Brot habe ich bekommen. Aber Herzchen, das Brot scheckt aber gewiß auch nicht. Über das Zettelchen was Alma geschrieben hatte, habe ich mich doch gewundert, sag Ihr man ich hätte geschrieben, Sie könnte ja schon schön schreiben. Du schreibst auch [...]" August Jasper an seine Frau Bernhardine, erste Seite des Feldpostbriefes vom 22. März 1917.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/09/Jasper_1917_03_22-187x300.jpg)












!["Innigst geliebte Dina herzallerliebste Frau du liebe kleinen Kinder! Jetzt liebe Dina kann auch Dir mal einen Brief schreiben. Es geht mir ganz gut, was ich auch von Euch hoffe. Weine doch nicht, daß ich fort bin, denn es geht ja fürs deutsche Vaterland. Hoffentlich werde ich auch von Dir bald einen Brief bekommen, denn ich habe Dir schon zwei Karten geschrieben, die du doch jedenfalls erhalten hast. [...] Weiter wüßte ich Dir liebe Frau heute nichts zu schreiben und will nun hiermit schließen. Viele herzliche Grüße und tausend Küsse von deinem Dir ewig treuen August" August Jasper an Bernhardine Jasper, Feldpostbrief vom 2. August 1914:](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/09/Jasper_1914_08_02_komplett-500x254.jpg)
!["[...] Das waschen für die Wachtmannschaften laß man sein, wenn Du auch etwas damit verdienen würdet, dann würde ich dir ja lieber meine ganze Lohnung schicken, denn man kann doch die Kerls nichts trauen, und man hört jetzt zuviel von den Leuten die in Urlaub waren, das sich in Deutschland so viele Weiber mit anderen Männern abgeben. Man sollte es ja kaum für möglich halten, denn eine Frau die sich darüber nachdenkt, was die Männer hier draußen aushalten müssen, macht doch so was nicht, wenn Sie auch nur etwas Liebe zu Ihrem Mann hat. Ja solche Biester müßten auch hier vorne in den Schützengraben. [...]" August Jasper an seine Frau Bernhardine, Seite 2 und 3 des Briefes vom 2. August 1915:](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/09/Jasper_1915_08_02_Seite2-3-300x235.jpg)















![Bocholt 26.5.1916 | Lieber Bruder! Da mir wenig Dienst habe, so will ich dir Worte schreiben, bin noch gut Gesund, und solches auch von Euch alle hoffe. Gestern sind hier wieder welche weggegangen es wurde gesagt nach den Waffen nach. hinter der front, so hieß es gewiß weiß ich es nicht, den das wird nicht bekannt gemacht Wie lange ich hier noch bin weiß ich nicht kann bald, und auch noch länger dauer, das ist gerade wie anderforder werden, es kommen auch öfter wieder neue zu der [...] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, vom 26. Mai 1916; erste Seite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/09/Seite-1-190x300.jpg)
![[...] Kompanie, heute sind 12 Mann gekommen, von Land- str Bataillon 19, alle Leute von meinen Alter. Bitte frag, mahl aufs Amt ob meine Frau nicht Urlaubs Gesuch erreichen kann zum Heuen, den es wird Zeit, den wenn ich hier weg bin, ist zu spät das muß von Amt über Tecklen burg, Generalkomando, den unser Hauptm hält nicht von Urlaub, und Feldwebel auch nicht, das muß von Oben kommen, dann müs- sen sie uns gehen lassen, Ihr müßt nur angaben von mitte Juni. Ich Bitte dich reiche sofort mir, in meiner Frau seine Namen, und dann dringen Aufsetzen auf Amt, und dort werden [...] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, vom 26. Mai 1916; zweite Seite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/09/Seite-2-190x300.jpg)
![[...] sie auch wissen wo sie es an ein reichen müssen. Meine Frau schrieb ob sie den Bullen in die Weide täte, wenn dir das dünkt so laß sie das nur machen, Ich Bitte hilf Ihr so gut zu recht wie du kannst. Auch von frei- willich. Speck abgeben, das nicht machen, den ich kann hier gutwas gebrauchen. Nun will schießen und hoffe das du bald wieder schreibst, wie es meiner Frau geht, und mit das Urlaub Gesuch ist Herzlich Gruß von B. Heinrich Gruß an kleinen Heinrich Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, vom 26. Mai 1916; dritte Seite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/09/Seite-3-192x300.jpg)



![Geschrieben den 25.7.1917 Lieber Bruder! Da ich Dir schon paar geschrieben habe, und keine Antwort zurück, so will ich Dir noch mahls Gruß aus der weite Ferne schicken. Ich bin gut gesund, und von Euch hoffe. Wir sind jetzt in der Gegend von Lemberg, sind in Reserve, hier ist noch wohl Ruhig. Wie es heißt sollen die älteren Leute und die über 6 Kinder haben, aus der | Front, wie meine Frau, ge- schrieben fort, hat Frau Bunge schon Gesuch eingeschickt ob Ihr das auch versucht, den wenn es glücken wollte, das man in die Etappe käme, so wäre man doch Kugel sicher. Sei so gut und frage da mahl nach, und hilft meine Frau damit zurecht. Meine Frau schrieb mir das König gesagt hätte, es könne noch mahl sein, das sie Ihr die Unterstützung abzögen, den sie ist wie die [dazwischen ergänzt: schreib ] höher in die Steuer gekommen. Ihr sollt doch Reklamiert haben da gegen | 1917_07_25_Brief_Seite1](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/1917_07_25_Brief_Seite1-500x398.jpg)
![Man kann hier liegen, geht man kaput von ungeregel Leben, und die Kugel gefahr und das Geld dir armen Frauen das noch nicht gönnen. Das ungerechte Deutschland. Ich bitte dich sorge dafür das sie das doch behält. Von das Urlaubs Gesuch noch nichts von gehört. Ich bitte Dich schreibe doch mahl, es ja gerade als wenn Du nicht mehr schreiben kannsts Und schreibe mir, ob ihr Gesuch einreichen könnst, und wie es mit die Steuer ist wieviel Sie höher gekommen ist, sie hat davon geschrieben, kann da | nicht aus Klug werden, und mit die Unterstützung ist. Nun sch[l]ieße ich, wollen doch hoffen das der Elende Krieg, und das Blut vergießen doch bald ein Ende nihmt, und das man doch noch wieder zurück kommt, und vergeßt das Beten und schreiben nicht Herzlichen Gruß sendet dir dein B. Heinrich Auf Wiedersehen. 1917_07_25_Brief_Seite2](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/1917_07_25_Brief_Seite2-500x397.jpg)




!["Meine innigste geliebte Frau und Kinder! Liebes Herz! [...] Es hat hier vorige Nacht etwas geregnet, und ich glaube das es heute noch mehr giebt. Wir können hier auch recht gut noch welchen gebrauchen. Hoffentlich bekommt Ihr jetzt auch den lang ersehnten Regen. Hier war es übrigens auch in der letzten Zeit recht kühl, gefroren hat es aber nicht. [...] Nur hatte ich dieser Tage starken Durchfall, hatte mich zudem auch sehr erkältet. [...] Man sollte doch meinen die Russen wären..." Feldpostbrief an die Familie Jasper vom 23. Juni 1915, hier die ersten beiden Seiten: "Hier war es übrigens auch in der letzten Zeit recht kühl, gefroren hat es aber nicht."](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/Jasper_1915_06_23_Seite1-2-300x247.jpg)
!["...nun bei Dir, ja Herzchen, die Tage wird es Dir dann nicht so langweilig. [...] Mir meine liebe Seele geht es auch so weit noch ganz gut: Es ist hier aber noch schrecklich heiß, in diesem Sommer haben wir hier so eine Hitze noch nicht gehabt. Ist es bei Euch auch so? Das Korn kommt doch in diesem Sommer gut weg. Wie ist es denn mein Lieb, bist du gut aus gekommen mit deinem Korn. Sieh auch man zu, daß du auch in diesem Jahr nicht zu wenig bekommst. [...] Ich hätte dir auch schon Waschpulver geschickt..." Feldpostbrief an Bernhardine Jasper vom 17. August 1918: "Es ist hier aber noch schrecklich heiß, in diesem Sommer haben wir hier so eine Hitze noch nicht gehabt. Ist es bei Euch auch so?"](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/Jasper_1918_08_17_Seite2-3-300x239.jpg)
!["geschrieben 20.12.15 / Mein liebes Herz Sende Euch hiermit die herzl Weihnachtsgrüße und wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Sonst geht’s noch gut. Mit herzl Gruß Dein lieber lieber Mann" Feldpostkarte an die Familie Jasper zum Weihnachtsfest 1915: " [...] es regnete, da haben ich noch an Euch gedacht."](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/PK_406_V_1915_20_12-300x192.jpg)
