Bewusstsein für Achtsamkeit
Achtsamkeit in Verbindung mit Achtsamkeitsübung und Achtsamkeitstraining sind seit ein paar Jahren sehr gefragt und viel genannte Wörter. Achtsamkeitsübungen findet man zuhauf im Worldwideweb. Achtsamkeit klingt theoretisch einfach,
Einfach im Moment leben.
So leicht wie es klingt, ist es jedoch nicht umzusetzen. Wir sind es gewohnt immer irgendwie beschäftigt zu sein und am besten 3-4 Dinge gleichzeitig zu machen. Dass die Qualität jeder einzelnen Aktivität darunter leidet, dessen sind wir uns oft nicht wirklich bewusst.
Zum ersten Mal wurde ich 2014 mit dem Begriff der Achtsamkeit konfrontiert, es faszinierte mich sofort, denn die Person die mir davon erzählte, hatte diese besondere Ausstrahlung. Es war eine Art angenehm positive Energie und Wertschätzung, Empathie, Offenheit, kurz gesagt, die Person lebte Achtsamkeit, ich wollte das auch.
Um Achtsamkeit wirklich in mein Leben zu integrieren brauchte es Zeit. Um es zum Lebensgefühl oder besser gesagt zur Lebenseinstellung werden zu lassen, brauchte es noch ein wenig mehr Zeit und Geduld. Es brauchte eine Regelmäßigkeit und Routine, die ich durch tägliche Achtsamkeitsmeditation in meinen Tagesablauf integrierte, anfangs fiel es mir noch schwer und ich sah die Regelmäßigkeit teilweise eher als Pflicht und weniger als „Zeit für mich“ an , doch nach ein paar Wochen stellen sich erste Veränderungen ein:
Innere Ruhe und bessere Konzentration
Gerade als (innerlich) hyperaktiver und chronisch nervöser Mensch ist es alles Andere als einfach, das penetrante Kopfkino liebevoll zu akzeptieren. Ich musste feststellen: Das geht mal nicht schnell innerhalb von ein paar Stunden oder Tagen. Und doch merkte ich ziemlich schnell, dass ich innerlich ruhiger wurde, meine Gedanken begannen weniger zu kreisen, meine Konzentrationsfähigkeit verbesserte sich enorm. Mittlerweile schweife ich in geführten Meditationen kaum noch ab, wie es z.B. am Anfang der Fall war, da kamen die Gedanken einfach nicht zur Ruhe. Doch nun ist es kein Aushalten mehr, ich genieße diese Zeit für mich, auch wenn mir nicht jede geführte Meditation gefällt, fühle ich mich meist danach frisch und sanft.

Wertfreiheit und Beobachtung
Ich muss nicht mehr alles bewerten, nicht zu allem eine feste Meinung haben. Vor allem muss ich nicht immer zu allem meine Meinung kundtun, das hat aber nichts mit falschem Anpassungsvermögen zu tun. Ich empfand es einfach als angenehm, beobachten zu dürfen ohne bewerten zu müssen. Ich muss auch keine Gespräche führen, die ich für sinnlos halte, für Zeitverschwendung oder welche, die mich belasten, und kann mich dabei abgrenzen ohne jemanden zu verletzen. Ich kann mich von meinen Gefühlen und Gedanken besser distanzieren, dies heißt nicht, dass ich nun gefühlskalt bin, sondern, dass ich die Wahl habe, wie ich auf das Gefühl und den Gedanken reagiere. Das war anfangs auch etwas, was mir schwerfiel zu glauben, dass es möglich ist, wahrscheinlich deshalb, weil ich mich manchmal von meinen Gefühle überschwemmt fühlte.
Zeit ist Gold wert
Das Alles brauchte etwas Zeit und natürlich braucht Achtsamkeit Übung, denn die Gewohnheit, Situationen aber auch Menschen zu bewerten hatte sich tief eingebrannt. Auf die Idee, dass es auch anders geht, kommt man wahrscheinlich ohne, dass man sich mit Achtsamkeit beschäftigt, gar nicht. Im Vergleich zu anderen, fällt mir auf, dass ich schwierige Situationen mittlerweile viel gelassener ANnehmen kann. Die regelmäßigen Meditationen, (Selbst)akzeptanz und Mitgefühlsübungen zeigten Wirkung. Zeit wird dabei immer wichtiger, wie und mit was/ mit wem verbringe ich meine Zeit qualitativ?
Klopftechnik, Tapping/ PEP nach Dr.Bohne
Empfehlen kann ich dabei auch die Klopftechnik nach Dr. Bohne, die ich anfangs eher skeptisch beäugte und als energetischen Esomüll abtat. Neben dem Abklopfen verschiedener Akupunkturpunkte an der Hand und des Gesichts, geht es darum
„sich selbst sowohl als auch zu akzeptieren“,
Und das ist der große Unterschied, die Bedingungslosigkeit, im Gegensatz zu unserem Selbstwertgefühl, dass wir oft von Bedingungen abhängig machen. „Ich bin gut, ich habe keine Angst…“

Niemand muss immer gut sein, niemand muss immer angstfrei sein. Möglicherweise nimmt die Bedingungslosigkeit auch inneren Druck. Auch das ist eine sehr gute Möglichkeit sich in Achtsamkeit zu üben, besonders bei Ängsten wirksam. Wie ich bereits sagte, zweifelte ich auch hier anfangs stark an der Wirkung und bin mittlerweile immer noch geflasht von dem was diese „Selbstakupunktur“ scheinbar bewirken kann. Mit einer so starken Wirkung hätte ich nicht gerechnet, als aktuellstes Beispiel kann ich dafür meine Prüfungsangst angeben. Seit ich denken kann, habe ich starke Prüfungsängste, in den letzten Wochen „tappte“ ich regelmäßig mit diesem Satz:
„Auch wenn ich Angst vor der Prüfung habe, liebe und akzeptiere ich mich, so wie bin“
und ich konnte in der Prüfungssitutation im Vergleich zu früher sehr gelassen auftreten und mit einem guten Ergebnis abschließen. Ich glaube allerdings, dass man wenn man nicht gerade Psychologie studiert hat, Ängste und Süchte nicht unbedingt in Verbindung mit Selbstakzeptanz bringt.
Gelassenheit und warum Stress Zeitverschwendung ist
Achtsamkeit lehrte mich Gelassenheit und Akzeptanz. Ich habe gemerkt, dass Stress, (den ich selbst produzierte), Verschwendung meiner wertvollen Lebenszeit ist. Das liebevolle Annehmen der Situation und meiner Person brachten mir sehr viel Lebensqualität, Lebensfreude und Sinn. Es ist eine Verschwendung wertvoller Lebensenergie, sich in Situationen aufzuregen, die nicht veränderbar sind. Denn auch dort entsteht Stress – sinnloser Stress. Wenn wir die Situation, auch wenn sie unangenehm ist, stattdessen erst einmal annehmen, wie sie ist, fällt es uns auch leichter uns selbst zu akzeptieren. Wir fühlen uns außerdem gestärkter, diese Situation bewältigen zu können. Also sollten wir unsere Energie doch lieber dafür aufsparen. Ich finde man sollte Achtsamkeit schon früh in den Lebenslauf integrieren z.B. bereits im Kindergarten oder als Schulfach: Achtsamkeit in der Schule.
Hab Geduld!
Veränderungen sind selten einfach, aber oft spannend und lehrreich, können auch schmerzhaft sein, aber auf jeden Fall lohnend. Skepsis ist erlaubt, aber manchmal gar nicht nötig. Habt Geduld mit euch – Achtsamkeit bedarf Übung.
Alles Liebe,
Sara ❤️