Fernab von Beziehungslosigkeit

Du bist zu sensibel, das hatte man mir oft gesagt. Es war damals keineswegs als Kompliment gemeint. Mittlerweile wird Sensibilität ja von einigen Menschen schon als Stärke anerkannt.

Manchmal finde ich es jedoch seltsam für Stärken gelobt zu werden, die ich mir nicht selbst ausgesucht habe. 😅 Ist das nachvollziehbar?

Gelegentlich wird meine Fähigkeit gelobt, Dinge auf den Punkt zu bringen, prägnant zu sein. Eigentlich hat die Entstehung dieser „Stärke“ aber nicht unbedingt einen schönen Hintergrund. Zum Teil wird sie jedoch auch deshalb existieren, weil das introvertierte Gehirn nicht während des Redens nachdenkt, sondern erst nachdenken muss, bevor es eine Lösung präsentieren kann. Wenn ich dann eine Stunde still war, und dann eine Antwort gebe, wirkt das für Andere manchmal wie aus dem Nichts. Aber nachdenken ist nun mal nicht sichtbar. Also Nachdenklichkeit vielleicht schon, aber meine Gedankengänge nicht. 😅 Jedenfalls, hohe Empathie ist vielleicht nicht angeboren. Sie wird nicht in die Wiege gelegt.

Sensibilität und Empathie – für mich ist beides eng miteinander verbunden. Menschen können sich oft nicht gut in die Lebenssituation anderer hineinversetzen. Sie können vielleicht darüber sinnieren, wie sie selbst denken und handeln würden, aber sie vergessen, dass das Gegenüber vielleicht etwas anderes möchte und braucht.

Anders kann ich mir nicht erklären, wie Menschen glauben können, man hätte kurz nach einer langjährigen Beziehung inklusive Scheidung den Wunsch nach einer neuen Beziehung. Aber eigentlich geht es darum nicht. Eigentlich geht es generell darum, dass ich keine Lust mehr auf Beziehungslosigkeit habe.

Menschen, die empathisch sind – man sieht sich gegenseitig, man erkennt sich, man ist loyal zueinander – solche Menschen sind Gold wert.

Joggen ist überbewertet und Yoga das Non plus ultra


Ich habe genug vom ewigen Jogger-Bashing. Für mich persönlich ist Joggen eben nicht nur Leidenschaft, sondern auch absolut hilfreich für Körper und Seele. Neben den körperlichen Vorteilen ist es schmerzlindernd, hilft mir meine Emotionen zu regulieren und war für mich sogar schon mehrfach lebensrettend gewesen.

Menschen, die nie joggen gehen, empfinden joggen als überbewertet, das ist natürlich einfach – und ja mich ärgert diese Abwertung. Sport ist sowieso überbewertet – also lassen wir es doch besser sein. Oder wie?

Bei starken Übergewicht ist joggen ungeeignet und schadet den Gelenken, ebenso ist harter Boden, wie Asphalt nicht so gut geeignet, da man schnell Knieprobleme bekommt.
Dafür brauchts keine Studien, logisches Denken reicht aus. Jedenfalls kommt es generell eben immer auf die Zusammenhänge an und natürlich soll Sport Spaß machen und keine Leistungsüberprüfung sein. Wer absolut nichts am Joggen findet, muss sich ja nicht dazu zwingen. Es gibt doch jede Menge andere Möglichkeiten, sich physisch und psychisch fit zu halten.

Es ist nun mal so – nicht jeder Sport, nicht jede Entspannungsmethode passt zu jedem.
Und ja – Joggen trainiert halt nur einen Teil der Muskeln, es reicht also nicht aus. Aus Sicht der physischen Gesundheit braucht es zusätzlich Krafttraining. HIIT ist ja schon länger im Trend. Auch Yoga ist schon länger Trend und hilft vielen Menschen ganzheitlich.
Für mich ist SUP ebenso ganzheitlich. Wenn der Trend hierzu abflaut, wird es für mich immer noch ein Teil meines Lebens sein.

Nein, ich halte Cardio nicht für überbewertet, im Gegenteil, mir persönlich hilft es sehr.
Ich habe kaum mehr Rückenschmerzen, so gut wie nie Infekte, nur noch ganz selten mal Migräne und es geht mir auch seelisch gut.

Bei Yoga kann ich hingegen nicht davon ausgehen, dass man auf die Skoliose und die ganzen Rückensyndrome Rücksicht nimmt. Erwarte ich auch nicht und geht natürlich auch nicht. Ich habe selbst ein ganzheitliches Programm, welches zu mir passt. Schwimmen, (Berg)wandern, Joggen, Walken, Paddeln und Rückenübungen, im Winter Langlauf.

Am liebsten bin ich draußen, in der Bude sitzen kann man ja immer. Außerdem schätze ich den Kontakt zu anderen Läufern, SUPlern & Co. sehr, es ist schön gemeinsame Leidenschaften zu teilen. ❤️ Und jeder sollte selbst ausprobieren, was ihm persönlich am besten tut und zu ihm/ihr passt. Es gibt nicht nur die eine Patentlösung – also hören wir doch bitte auf, so zu tun als ob.

Hast du eine Leidenschaft, die dir schon in vielen Momenten geholfen hat?

Bild: StockSnap von Pixabay

Die letzten drei Jahre aus Sicht einer Abtrünnigen

Als im Herbst 2021 der Frust über die Abtrünnigen der Pandemie und der Herzmuskelentzündungsverweigerer immer weiter zunahm, steigerte sich auch meine Angst. Es wurde eng und das war so gewollt.

Im Sommer hieß es noch, jeder solle selbst entscheiden. Im Herbst waren plötzlich Ungeimpfte an allem schuld, an Corona, an der steigenden Inzidenz, an den Maßnahmen der Regierung, am Regen und daran, dass Geimpfte trotz Impfung an Corona erkrankten.

Wer die Impfung verweigerte aus Sorge vor Impfschäden und Langzeitschäden wurde belächelt, beleidigt, beschimpft, verleumdet und in zahlreiche Schubladen verfrachtet.

Ein Schutz vor Corona war nicht gegeben. Und das Ausmaß möglicher Nebenwirkungen nicht vollumfänglich absehbar.
Was dann der Nutzen dieser Impfung?
Und wie hoch waren die Kosten?
Das konnte niemand beantworten, auch wenn einige so taten.

Der Druck wurde im Laufe der Zeit immer größer. Die Impfung galt nun als einziger Weg in die Freiheit. Für Ungehorsame sollten Repressalien gelten.

Freundschaften und Beziehungen bekamen Risse, zerbrachen. Es wurde chaotisch, verletzend, traumatisch.
Es gab aber auch Beziehungen, die sich intensivierten und es entstanden eine ganze Reihe neuer Bekanntschaften und Freundschaften.

Aber zunächst einmal machte man es den Abtrünnigen immer schwerer, überhaupt noch am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Soziale Kontakte und Teilhabe sind aber wichtige Grundbedürfnisse. Es gab Geimpfte, die die Ungläubigen verhöhnten, „Ihr habt doch keine Einschränkungen, ihr könnt euch doch impfen lassen, hahahaha.“
Nein, nicht jeder konnte das.

Schwurbler, Coronaleugner, Reichsbürger, Nazi, Aluhut, Covidiot, Mörder, unsolidarische Asoziale, Fake-News-Verbreiter, Trottel, Unterschichtler, Staatsfeind, Wissenschaftsleugner, Egoisten, Narzissten und Persönlichkeitsgestörte – all diese „netten“ Bezeichnungen warf man Ungeimpften an den Kopf.

„Sollt ihr doch verrecken!“
„Alle zwangsimpfen!“
„Beugehaft für Ungeimpfte!“

Und viele weiteren wohlwollenden Wünsche. Bis heute hat man diese Aussagen nicht zurückgenommen. Manche der oben genannten Begriffe treffen wohl auf sogenannte Solidarische selbst zu. Insbesondere das Leugnen und das Verbreiten von Fake-News ist seit Monaten an der Tagesordnung.

Im Herbst 2021 stieg der Unmut, die Stimmung lud sich immer weiter auf. Forderungen nach einer Impfpflicht wurden laut. Am 24.11.2021 hat die österreichische Regierung dann tatsächlich die allgemeine Impfpflicht beschlossen. Am 25.01.2022 hat fast das gesamte „hohe Haus“ dafür gestimmt. Mit Ausnahme der FPÖ und zwei Mitgliedern der NEOS. Alle anderen stimmten für eine Impfpflicht für alle, die in Österreich leben, ab 16 (!) Jahren.

In Kraft trat die Pflicht zum 1.Februar 2022. Was war die Folge? Jeder, der bei einer Kontrolle ohne „gültigen Impfnachweis“ erwischt würde, sollte zunächst eine Geldstrafe zahlen. Was man als überaus großzügig darstellte – alle Abtrünnigen sollten doch noch einmal die Chance bekommen, umzukehren, ihre Sünden zu bekennen und die heilige Kommunion zu empfangen.

Zu diesem Zeitpunkt hörte man bereits von zahlreichen Impfschäden. Diese wurden allesamt als Fake abgetan. Konnte ja nicht sein, dass die als Gamechanger angepriesene Impfung solche Schäden verursacht. Zudem infizierten sich auch C-Geimpfte weiterhin mit Corona, an der Pflicht hielt man trotzdem fest, denn die Impfung sollte ja vor schweren Verläufen schützen.

Alle möglichen Symptome ordnete man stattdessen Corona-Infektionen zu. Sogar Personen, die nie an Corona erkrankten, erhielten mitunter die Diagnose Long Covid. Zusammenhänge mit der Impfung wollte kaum jemand sehen. Auf Forschungen dahingehend hatte man auch keine Lust. Vieles wurde als psychosomatisch abgetan.

Es gibt Long Covid, es gibt aber ebenso Post-Vac, auch wenn das immer noch viele Menschen nicht hören wollen. Man verhielt sich also genau so, wie man es Impfkritikern vorwarf. Man verhielt und verhält sich unwissenschaftlich. Long Covid ist keine „neue Erkrankung“. Long-Viruserkrankungen gab es auch schon vorher z.B. durch das Pfeifferische Drüsenfieber.

Bis zum Inkrafttreten der Pflicht im Februar 2022 wurden „Nicht-Immunsierte“ jedenfalls zu einem mehrwöchigem Lockdown verdonnert. Es sollte unbequem für die Sündigen werden (war es längst).
Ungeimpfte sollten gar nichts mehr dürfen.
Ausschließlich Lebensmittelmärkte und Apotheken waren erlaubt, die Abtrünnigen sollte man an ihrer FFP2-Maske erkennen. Ein Label, ein Stigma. Studierende sollten freigestellt werden, bis sie sich impfen ließen und ansonsten exmatrikuliert werden. Sogar Spazierengehen wurde kriminell. Wohnort verlassen war nicht erlaubt. Land verlassen sowie nicht. Und für die, die Abtrünnige dahin wünschten, wo der Pfeffer wächst – selbst wenn man dies wollte – man durfte es nicht.

Viele Arbeitgeber wollten außerdem keine ungeimpften Arbeitskräfte. Sie hatten die Wahl: Entweder impfen oder gehen. Manche Arbeitgeber boten ihren Mitarbeitern 500,00 Euro als Anreiz. Und dann gab es ja noch diese Impflotterie. Allein die Idee ist absurd!

Es gab weiterhin Druck, obwohl längst bekannt war, dass diese Impfung niemanden vollständig schützt. Ungeimpften drohte nun ein Bußgeld und bei Nichtzahlung des Bußgeldes tatsächlich Beugehaft. Der Wunsch vieler hasserfüllter Menschen ging somit in Erfüllung. Hartes Durchgreifen und heftige Bestrafungen für Ungläubige.

Jedoch konnte man das Ganze nicht mehr vollstrecken. Die Polizei weigerte sich, die Konfession zu überprüfen – aus Zeitgründen. Die Behörden, die das Raster für Kriminelle und Nicht-Kriminelle erstellen sollten, verschafften sich zwei Monate Zeit. Strafen sollte es demnach erst ab April 2022 geben. Die Gerichte forderten mehr Personal an, und informierten, dass die Umsetzung der neu angeordneten Regeln und Strafen für Ungeimpfte mehr Bearbeitungszeit bräuchte.

Zeitverzögerung und Unlust, weitere Befehle auszuführen. Keiner von ihnen wagte es jedoch, das Unübersehbare klar zu kommunizieren. Keiner von ihnen hatte den Mut.

Warum? Weil jeder und insbesondere die, die einen öffentlichen Posten hatten, bei kleinster BERECHTIGTER Kritik an den Maßnahmen der Regierung oder bei Sorgenbekundung bezüglich der Impfungen einfach gecancelt wurde.

Es gab Menschen, die bereit waren, 10.000 Euro zu zahlen, um diese Impfung nicht zu bekommen. Eine Strafzahlung für die eigene Gesundheit?

Die Schuld allein in der Politik zu sehen, erfasst nicht das Ausmaß.
Es gab so viele Menschen, denen harte Strafen gegen Ungeimpfte nicht schnell genug gehen konnten, geschweige denn, dass sie streng genug sein konnten. Die Impfpflicht und die Verachtung gegenüber Ungeimpften hätte sich niemals durchsetzen können, wenn nicht so viele Menschen mitgemacht und unterstützt hätten. Menschen, die sich weltoffen nennen, die andere als Antisemiten betiteln und verleumden – und im gleichen Atemzug so viel Verachtung gegenüber Andersdenkenden hegen und „Lager“ für die Abtrünnigen wünschten.

Von sogenannten Herstellern kann man wohl nicht erwarten, Fehler bei der Einschätzung des Kosten-Nutzen-Verhältnis zu reflektieren. Wobei dies nicht das Hauptproblem beschreibt.

Von Ärzten hätten man eigentlich schon einen gewissen Respekt vor der Gesundheit der Menschen erwarten können. Ist das nicht ihr Job? Es gab ein paar wenige, mutige Ärzte. Allerdings musste die ja bei jeglicher Kritik um Job oder gar Zulassung bangen. Aber Ärzte sind eben auch Unternehmer.

Es gab zahlreiche Suizide und -versuche, von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die all das nicht mehr aushalten konnten.
All das ist nur ein kleiner Teil der Erlebnisse der letzten drei Jahre.

Und es gibt immer noch Menschen, die glauben, all das, war genau so richtig?

Vergessen sind die letzten drei Jahre nicht. Aber vielleicht gelingt es uns, trotz andauernder Ungerechtigkeiten irgendwie, irgendwo, irgendwann Frieden zu schließen.

Selbstliebe – ein Modewort?

In den letzten Jahren wurde das Wort Selbstliebe immer populärer. Wir sollen uns selbst lieben, Selbstliebe praktizieren – das wäre der Schlüssel zu Heilung und einem glücklichen Leben.

Selbstliebe wird inzwischen – meiner Beobachtung nach – nicht mehr ganz so inflationär genutzt, aber immer noch als Basis von allem betrachtet.

Eine Antwort auf die Frage, was denn echte Selbstliebe sei, blieb man uns schuldig. Nein sagen? Ein Schaumbad? Eine eigene Hochzeitszeremonie? Den inneren Schweinehund streicheln? Auf Sport verzichten? Menschen meiden?

Liebe ist doch ein so großes Wort. Leichter schienen da – mit etwas Übung – Selbstakzeptanz und was mir persönlich noch mehr zusagt: Selbstmitgefühl. Ein wohlwollender und milder Umgang mit sich selbst – auch in schwierigen Zeiten. Mitgefühl anstatt Verurteilung oder gar Verachtung.

Bedingt Selbstliebe nun aber alles andere? Ich habe mich gefragt, ob es nicht eher Selbstwirksamkeit ist? Ziehen wir unseren Wert, unsere Akzeptanz, unser Mitgefühl nicht eigentlich daraus, dass wir uns als selbstwirksam erleben?

Damit meine ich nicht, dass wir große Leistungen vollbringen müssen, Selbstwirksamkeit sehe ich schon in den kleinen Dingen. Es geht nicht um Leistungsdenken, und es geht nicht unbedingt darum, dass wir etwas für andere tun müssen, das kann auch für uns selbst sein.

Wenn wir eine Blume täglich mit dem nötigen Wasser versorgen, beginnt sie irgendwann zu blühen, weil wir sie versorgt haben. Würden wir uns gesund ernähren – nicht übertrieben, aber so, dass es guttut, obwohl es uns schwer fällt, werden wir das auch körperlich spüren und merken, dass wir etwas beeinflussen konnten.

Einfluss hat allerdings auch einen bitteren Beigeschmack. Wie oft erleben wir, dass Macht und Einfluss missbraucht werden?

Was machen wir nun mit der Selbstliebe? Ist sie essentiell? Ist sie überhaupt greifbar? Oder ist anderes wichtiger?

Du bist toxisch!

„Du bist toxisch!“
„Du bist zu viel!“
„Du bist nicht gut für mich!“

In der aktuellen Zeit werden Menschen diese Label schnell aufgedrückt.
Vielleicht war man lange zu lieb, zu nett, zu nachgiebig, zu unterwürfig, hat zu viel ausgehalten oder zu viel einseitig investiert – und ist nun um Erkenntnisse reicher.

Inzwischen haben wir gelernt, dass wir negative Menschen meiden sollten. Wir haben gelernt, dass wir Freundschaften und Beziehungen beenden dürfen. Dass wir uns von energieraubenden Menschen distanzieren dürfen. Das ist okay. Das sind essentielle Erkenntnisse. Abgrenzung ist wichtig, und Loslösung in bestimmten Situationen notwendig und sogar unumgänglich.

Trotzdem ist nicht jeder, mit dem wir einen Konflikt haben, gleich toxisch. Ich habe das Gefühl, dass man heutzutage sehr schnell ist, dem Gegenüber dieses Label aufzudrücken. Nicht jeder, dessen Meinung wir nicht vollumfänglich teilen ist „schädlich“. Doch heute können wir Menschen besonders leicht canceln.

Wir haben gelernt, dass wir auf uns selbst schauen dürfen. Das ist wichtig. Das heißt aber nicht, dass es in Ordnung ist, wie selbstverständlich die Ressourcen anderer Menschen zu beanspruchen und im Gegenzug (immer) zu sagen: „Du bist / das ist mir jetzt zu viel!“ Gute Beziehungen und Verbindungen sind nicht einseitig.

Das entschuldigt toxisches Verhalten nicht! Aber vielleicht sollten wir genauer hinsehen und genauer unterscheiden – wer tut tatsächlich nicht gut und welches Verhalten triggert uns vielleicht? Warum triggert uns sein oder ihr Verhalten?
Und wer ist mit uns positiv verbunden, trotz gelegentlichen Konflikten?

Wie siehst du das? Ist man heute zu schnell, zu unvorsichtig mit solchen Labeln, wie „toxisch“?

3 Missverständnisse über Hochsensibilität

1. Hochsensibilität ist eine Krankheit

Nein! Hochsensibilität ist weder Krankheit noch Charakterschwäche, ich meine HS ist einfach ein Persönlichkeitsmerkmal, welches unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.

2. Menschen, die sich als hochsensibel bezeichnen, wollen nur Aufmerksamkeit.

Auch das ist nicht richtig, dafür gibt es den Begriff Hochsensibilität auch schon zu lange, leider wird er eben auch missbräuchlich verwendet und missverstanden sowieso. Sicher kann es einzelne Menschen geben, die Sensibilität als Entschuldigung vorschieben, ich habe allerdings noch nie solche kennengelernt.

Unsere westliche Welt sieht die Sensibilität anscheinend immer noch als Schwäche an, besonders sensible Männer haben es schwer. Auch ich als Frau habe lange dagegen angekämpft, bis ich in der hohen Emotionalität auch Stärken sehen konnte.

Es gibt viele Bücher, Blogs über Hochsensibilität und die Wissenschaft kann bestätigen dass es sowohl Menschen als auch Tiere gibt, deren „Filter“ schwächer ausgeprägt sind, als bei den meisten anderen Menschen, dadurch sind sie reizoffener, können sich schwerer abgrenzen, sie sind schneller überlastet aber meistens auch sehr empathisch gegenüber ihren Mitmenschen und empfänglich für Schwingungen.

Also für mich stellt sich die Frage nicht, ob es Hochsensibilität gibt, denn davon bin ich überzeugt, ob man es dann nun empfindsam, überempfindlich, hypersensitiv oder wie auch immer nennt, ist dabei egal, nur hatte das Kind mit Hochsensibilität einen wertfreieren Namen und Anerkennung (im Sinne von gesellschaftlicher Akzeptanz) bekommen.

Zumindest solange bis die Gesellschaft es als Modediagnose labelte.

Ich finde bevor man Hochsensibilität belächelt, sollte man vielleicht erstmal eine Krankheit und Diagnose wie Borderline hinterfragen. Es erscheint mir sehr unwahrscheinlich, dass jeder dritte psychisch Kranke, oder jeder der sich irgendwann einmal selbst verletzte, ein Borderliner sein soll. Noch dazu wenn Kindern oder Jugendlichen diese Störung diagnostiziert wird, wie kann ein Kind eine Persönlichkeitsstörung haben, dessen Persönlichkeit noch nicht mal ausgereift ist? Natürlich können Kinder und Jugendliche auch mal impulsiv sein, das ist aber nicht krank, das ist normal. Dasselbe gilt für ADHS. Das sind meiner Meinung nach Modediagnosen.

3. Hochsensible halten sich für etwas besseres/Besonderes

Nein, aus Eigenerfahrung kann ich sagen, dass oft sogar das Gegenteil der Fall ist, Hochsensible fühlen sich oft falsch, anders, fehl am Platz. In erster Linie hinterfragen sie aber eher sich, anstatt das Umfeld. Die Stärken von Hochsensibilität kann man nutzen, ich finde es aber auch wichtig, sich mit dem Nachteilen auszusöhnen. Einsamkeit ist nicht negativ und einem Hochsensiblen hilft das Alleinsein oft, um neue Energie zu tanken.

Unterschieden werden drei Arten von Hochsensibilität:

  • kognitiv
  • sensorisch
  • emotional

Ich selbst bin introvertiert, hochsensibel (insbes. sensorisch und emotional), es hat jedoch einige Zeit gedauert, bis ich meine Hochsensibilität verstehen und annehmen konnte. Des Weiteren war es schwierig, einen Beruf zu finden, der sich mit der Hochsensibilität vereinbaren lässt und im Alltag mit meiner Empfindsamkeit umzugehen.

Dafür war es zunächst einmal war es wichtig mir über die Vorteile der Hochsensibilität bewusst zu werden und diese zu wertschätzen. Den für mich passenden Beruf habe ich, nach einigen Jahren mit mehreren wechselnden Arbeitsstellen, erst mit 30 gefunden. Nun bin ich freiberufliche Schriftstellerin. 😊

Bei Hochsensibilität sind im Übrigen nicht unbedingt Medikamente oder eine Therapie notwendig. Letztere kann dir aber helfen, dich mit deiner Hochsensibilität besser zu verstehen der häufig einhergehenden Reizüberflutung besser umzugehen.

Die Hochsensibilität weist jedoch auch viele positive Merkmale auf, besonders häufig treten vor allem die folgenden Eigenschaften auf :

  • Geräuschempfindlichkeit
  • Blick für Ästhetik und Farbnuancen
  • feiner Geruchssinn
  • feiner Geschmackssinn
  • Harmoniebedürftigkeit
  • überdurchschnittliche Empathie
  • sehr guter Zuhörer
  • reiches & komplexes Innenleben

Ich habe einen Ratgeber zum Thema Introversion & Hochsensibilität geschrieben.
Um herauszufinden, ob dich die Hochsensibilität ebenfalls betrifft, kannst du einen Test machen. Hier bekommst du auch einen intensiven Überblick über die Vorteile und Nachteile der Hochsensibilität und Tipps zu einem gesunden Umgang.

Alles Liebe,

Sara ❤

Narzissmus -und warum Narzissten sich gar nicht für so wunderbar halten

Der Großteil der Menschen versteht unter einem Narzissten, eine Person, die sich selbst übertrieben liebt und bewundert werden möchte. Das ist wenn überhaupt nur eine einzige kleine Facette von so vielen des Narzissten. Für Menschen, die narzistischen Missbrauch erlebten, trifft es nicht im entferntesten den Kern des Problems. Von vielen Menschen wird diese Art seelischem Missbrauchs nicht verstanden, nicht gesehen oder herunter gespielt. Trotzdem sollte man mit dem Begriff des Narzissmus vorsichtig sein. Nicht jeder, der narzisstische Züge aufweist ist auch gleich ein pathologischer Narzisst. Gleichzeitig ist es schwierig, die wichtigsten Eigenschaften in ein paar Zeilen auf den Punkt zu bringen, weil das Thema Narzissmus wahnsinnig komplex ist.

Der Narzisst liebt sich eben nicht

Die narzisstische Persönlichkeit liebt sich nicht wirklich selbst, die gesellschaftliche Beschreibung des Narzissten trifft vielmehr auf einen Egozentriker zu. Der Narzisst oder die Narzisstin gibt nach außen vielleicht vor, wunderbar zu sein und sich für einzigartig zu halten. Im Grunde leiden Narzissten aber unter einem sehr geringen Selbstwertgefühl. Dieses versuchen sie aufzuwerten, in dem sie andere abwerten. Wöllte der Narzisst nur bewundert werden, wäre das sicher irgendwann nervig aber nicht unbedingt verletzend. Der Narzisst liebt sich also eben nicht- und gibt diese Nichtliebe dementsprechend weiter.

Keine emotionale Empathie

Ein Narzisst missbraucht sein Umfeld, er ist nicht in der Lage seine Mitmenschen empathisch zu spiegeln. Betrifft das Familie, Kinder und/oder Partner, kann das besonders schwerwiegende Folgen haben. Denn der Narzisst erkennt meist den Partner oder das Kind nicht als eigenständige Persönlichkeit an, sondern als Erweiterung seiner selbst. Eine narzisstische Mutter oder ein narzisstischer Vater kann für das Kind besonders schlimm sein, denn ein Kind kann sich zumindest bis zu einem gewissen Alter kaum dagegen wehren. Kinder halten den narzistischen Missbrauch in der Kindheit oft für normal, denn sie haben es ja nicht anders kennen gelernt.

Kontrolle aber keine Liebe

Narzisstische Mütter oder Väter lassen ihrem Kind oft kaum Privatsphäre, grenzüberschreitendes Verhalten nennt sich dann „Erziehung“. Gegenstände, die das Kind bekam, gehören nie wirklich dem Kind selbst, sondern können jederzeit an Andere verkauft oder verschenkt werden. Gleichzeitig können narzisstische Eltern ihrem Kind Möbel, Spielsachen und andere Dinge schenken, die es nie wollte. Protestiert das Kind dagegen oder sagt es, dass es das nicht möchte- wird es undankbar genannt. Selbst erwachsene Kinder können dieses Spiel noch erleben.

Der Partner oder die Kinder werden meist kontrolliert, erfahren aber keine echte Liebe, sondern emotionale Kälte, Zurückweisung und Abwertung. Dem Narzissten ist es stets wichtig nach außen gut dazustehen. Das kann sich z.B. so äußern, dass Kinder oder der Partner vor anderen Menschen missbraucht werden, um den Wert des Narzissten aufzupolieren, er prahlt beispielsweise mit den guten Noten des Kindes oder mit dem gut bezahltem Job des Partners. Hinter verschlossenen Türen werden Kind oder Partner aber wieder abgewertet, da sind gute Noten uninteressant und berufliche Erfolge werden klein geredet oder nicht beachtet.

Narzissmus Typen- offen und verdeckt

Neben dem offensichtlichen (offenen) Narzissmus gibt es auch eine verdeckte Form. Verdeckter Narzissmus ist besonders folgenreich für Betroffene, weil dem Missbrauchten meistens nicht geglaubt wird. Leider wird bis heute, diese Art von emotionalem und körperlichen Missbrauch immer noch nur begrenzt ernst genommen. Auch deshalb weil verdeckter Narzissmus von außen oft nicht leicht zu erkennen ist und weil viele Menschen, die ein warmes Elternhaus erfuhren, sich schwer vorstellen können, dass Eltern zu solchen Handlungen fähig sind.

Narzissten erkennen

Es ist nicht immer einfach, einen Narzissten sofort zu erkennen. Da emotionaler Missbrauch durch Narzissmus oft nicht erkannt wird, ist das für Narzissten oft noch die Bestätigung, dass sie richtig liegen und ihre Wahrheit die einzig Wahre ist. Somit kann er den Missbrauchten weiter abwerten und als krank und falsch labeln, der Missbrauchte erduldet dies ohne (therapeutische) Hilfe leider oft auch. Er kann quasi gar nicht anders, denn oft bezieht der Narzisst auch Andere mit ein, die ihm seine Richtigkeit bestätigen und dem Opfer die Krankheit. Der Narzisst nutzt dafür Methoden wie Gaslighting.

Wichtig zu wissen ist: Auch der Narzisst leidet darunter, das ist nach außen nicht unbedingt sichtbar.

Narzissmus und Rollenbilder

Bei Familien mit narzisstischer Struktur und mehreren Kindern, gibt es oft ein oder mehrere weiße und ein oder mehrere schwarze Schafe (Goldkind und Sündenbock). Manchmal wechseln die Rollen auch im Laufe der Zeit. Für beide Kind-Typen ist die Kindheit jedoch kein Zuckerschlecken, das Goldkind ist meist die narzisstische Erweiterung und wird missbraucht, um die Wünsche des Narzissten zu erfüllen. Später kann können Gold-und Sündenbockkinder Probleme haben, eine eigene Identität zu entwickeln. Das Sündenbock Kind ist immer an allem Schuld, es kann den Anforderungen der Eltern nie gerecht werden. Es sucht sich oft aber später eigenständig therapeutische Hilfe, da es verstehen möchte, was an ihm falsch ist.
WICHTIG: Es muss nicht immer diese klare Rollenverteilung geben! Meist ist es in Familien mit narzisstischer Struktur auch so, dass jeder gegen jeden kämpft. Das Kind, das nicht so funktioniert, wie es soll, wird abgewertet, kann aber im nächsten Moment auch wieder idealisiert werden. Es ist wichtig zu verstehen, dass Kinder von Narzissten oft nie genau wissen, woran sie sind.

Narzisstische Helfer

Verdeckter Narzissmus kann z.B. auch bei Helfern (im sozialen Bereich) auftreten. Der Narzisst kann dort seinem Bedürfnis nach Macht und Anerkennung nachgehen, ohne dass dies bemerkt wird. Über die Hilfesuchenden kann sich der Narzisst erheben und seinen Wert bestätigen, der eigenen Familie kann der Narzisst erfolgreich Schuldgefühle vermitteln. Auch kann der Narzisst Familienmitglieder gegenseitig aufhetzen um z.B. die eigene Verantwortung für Fehler abzuwälzen, dafür verdreht er auch gerne Wahrheiten und bezieht völlig Unbeteiligte mit ein. Um sich selbst zu schützen nimmt er auch in Kauf, Angehörige zu verletzen.

Narzissten und Narzissmus verstehen

Des Narzissten größte Ängste sind, als wertlos zu gelten und dass Andere Fehler an ihm entdecken. Oft haben sie in der eigenen Vergangenheit traumatische Erfahrungen und wahrscheinlich irgendwann eine narzisstische Kränkung erlebt. Mit allen Mitteln versuchen Narzissten die Angst vor Wertlosigkeit abzuwehren und das geschieht oft auf Kosten anderer. Narzissten lügen und sie können Anderen überzeugend vermitteln, dass sie selbst keine Fehler gemacht haben. Die Verantwortung liegt immer beim Gegenüber, auch in Situationen in denen die Verantwortung offensichtlich beim Narzissten selbst lag. Von einem Narzissten wirst du wahrscheinlich nie eine ernsthafte Entschuldigung hören, das käme für ihn mit einem Gesichtsverlust gleich. Da sie so überzeugend Wahrheiten verdrehen können, wird Narzissten ihre verzerrte eigene heile Welt-Wahrnehmung von Außen auch oft so abgenommen. Selbst der Missbrauchte kann durch das manipulative Argumentieren des Narzissten so verunsichert werden, dass er eher an sich, als am Narzissten zweifelt. Kinder die so aufgewachsen sind, bekommen dadurch vermittelt, dass sie und ihre Wahrnehmung falsch sind.

Was können Ko-Narzissten tun?

Die Narzissten selbst begeben sich in den seltensten Fällen in Therapie, wenn dann meistens wegen anderen Problemen. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung bleibt also oft unerkannt. Es ist wichtig. einem Narzissten Grenzen zu setzen und auch in Partnerschaften den Narzissten loslassen zu können. Personen die narzisstischen  Missbrauch erlebten, laufen Gefahr wieder in Beziehungen und Freundschaften mit anderen Menschen zu geraten, die narzisstische Verhaltensmuster aufweisen. Ko-Narzissten und Menschen, die narzisstisch missbraucht wurden sind, müssen daher unbedingt lernen, sich besser abzugrenzen und sich gegen narzisstisches Verhalten zu wehren. Wichtig ist es, narzisstischen Missbrauch aufzuarbeiten.

Hilfe bei narzisstischem Missbrauch und Information über narzisstische Wut findest du hier. Hilfe bei Trauma unter www.traumaheilung.de

Wie Achtsamkeit mein Leben auf den Kopf stellte…

Bewusstsein für Achtsamkeit

Achtsamkeit in Verbindung mit Achtsamkeitsübung und Achtsamkeitstraining sind seit ein paar Jahren sehr gefragt und viel genannte Wörter. Achtsamkeitsübungen findet man zuhauf im Worldwideweb. Achtsamkeit klingt theoretisch einfach,

Einfach im Moment leben.

So leicht wie es klingt, ist es jedoch nicht umzusetzen. Wir sind es gewohnt immer irgendwie beschäftigt zu sein und am besten 3-4 Dinge gleichzeitig zu machen. Dass die Qualität jeder einzelnen Aktivität darunter leidet, dessen sind wir uns oft nicht wirklich bewusst.

Zum ersten Mal wurde ich 2014 mit dem Begriff der Achtsamkeit konfrontiert, es faszinierte mich sofort, denn die Person die mir davon erzählte, hatte diese besondere Ausstrahlung. Es war eine Art angenehm positive Energie und Wertschätzung, Empathie, Offenheit, kurz gesagt, die Person lebte Achtsamkeit, ich wollte das auch.

Um Achtsamkeit wirklich in mein Leben zu integrieren brauchte es Zeit. Um es zum Lebensgefühl oder besser gesagt zur Lebenseinstellung werden zu lassen, brauchte es noch ein wenig mehr Zeit und Geduld. Es brauchte eine Regelmäßigkeit und Routine, die ich durch tägliche Achtsamkeitsmeditation in meinen Tagesablauf integrierte, anfangs fiel es mir noch schwer und ich sah die Regelmäßigkeit teilweise eher als Pflicht und weniger als „Zeit für mich“ an , doch nach ein paar Wochen stellen sich erste Veränderungen ein:

Innere Ruhe und bessere Konzentration

Gerade als (innerlich) hyperaktiver und chronisch nervöser Mensch ist es alles Andere als einfach, das penetrante Kopfkino liebevoll zu akzeptieren. Ich musste feststellen: Das geht mal nicht schnell innerhalb von ein paar Stunden oder Tagen. Und doch merkte ich ziemlich schnell, dass ich innerlich ruhiger wurde, meine Gedanken begannen weniger zu kreisen, meine Konzentrationsfähigkeit verbesserte sich enorm. Mittlerweile schweife ich in geführten Meditationen kaum noch ab, wie es z.B. am Anfang der Fall war, da kamen die Gedanken einfach nicht zur Ruhe. Doch nun ist es kein Aushalten mehr, ich genieße diese Zeit für mich, auch wenn mir nicht jede geführte Meditation gefällt, fühle ich mich meist danach frisch und sanft.

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Wertfreiheit und Beobachtung

Ich muss nicht mehr alles bewerten, nicht zu allem eine feste Meinung haben. Vor allem muss ich nicht immer zu allem meine Meinung kundtun, das hat aber nichts mit falschem Anpassungsvermögen zu tun. Ich empfand es einfach als angenehm, beobachten zu dürfen ohne bewerten zu müssen. Ich muss auch keine Gespräche führen, die ich für sinnlos halte, für Zeitverschwendung oder welche, die mich belasten, und kann mich dabei abgrenzen ohne jemanden zu verletzen. Ich kann mich von meinen Gefühlen und Gedanken besser distanzieren, dies heißt nicht, dass ich nun gefühlskalt bin, sondern, dass ich die Wahl habe, wie ich auf das Gefühl und den Gedanken reagiere. Das war anfangs auch etwas, was mir schwerfiel zu glauben, dass es möglich ist, wahrscheinlich deshalb, weil ich mich manchmal von meinen Gefühle überschwemmt fühlte.

Zeit ist Gold wert

Das Alles brauchte etwas Zeit und natürlich braucht Achtsamkeit Übung, denn die Gewohnheit, Situationen aber auch Menschen zu bewerten hatte sich tief eingebrannt. Auf die Idee, dass es auch anders geht, kommt man wahrscheinlich ohne, dass man sich mit Achtsamkeit beschäftigt, gar nicht. Im Vergleich zu anderen, fällt mir auf, dass ich schwierige Situationen mittlerweile viel gelassener ANnehmen kann. Die regelmäßigen Meditationen, (Selbst)akzeptanz und Mitgefühlsübungen zeigten Wirkung. Zeit wird dabei immer wichtiger, wie und mit was/ mit wem verbringe ich meine Zeit qualitativ?

Klopftechnik, Tapping/ PEP nach Dr.Bohne

Empfehlen kann ich dabei auch die Klopftechnik nach Dr. Bohne, die ich anfangs eher skeptisch beäugte und als energetischen Esomüll abtat. Neben dem Abklopfen verschiedener Akupunkturpunkte an der Hand und des Gesichts, geht es darum

„sich selbst sowohl als auch zu akzeptieren“,

Und das ist der große Unterschied, die Bedingungslosigkeit, im Gegensatz zu unserem Selbstwertgefühl, dass wir oft von Bedingungen abhängig machen. „Ich bin gut, ich habe keine Angst…“

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Niemand muss immer gut sein, niemand muss immer angstfrei sein. Möglicherweise nimmt die Bedingungslosigkeit auch inneren Druck. Auch das ist eine sehr gute Möglichkeit sich in Achtsamkeit zu üben, besonders bei Ängsten wirksam. Wie ich bereits sagte, zweifelte ich auch hier anfangs stark an der Wirkung und bin mittlerweile immer noch geflasht von dem was diese „Selbstakupunktur“ scheinbar bewirken kann. Mit einer so starken Wirkung hätte ich nicht gerechnet, als aktuellstes Beispiel kann ich dafür meine Prüfungsangst angeben. Seit ich denken kann, habe ich starke Prüfungsängste, in den letzten Wochen „tappte“ ich regelmäßig mit diesem Satz:

„Auch wenn ich Angst vor der Prüfung habe, liebe und akzeptiere ich mich, so wie bin“

und ich konnte in der Prüfungssitutation im Vergleich zu früher sehr gelassen auftreten und mit einem guten Ergebnis abschließen. Ich glaube allerdings, dass man wenn man nicht gerade Psychologie studiert hat, Ängste und Süchte nicht unbedingt in Verbindung mit Selbstakzeptanz bringt.

Gelassenheit und warum Stress Zeitverschwendung ist

Achtsamkeit lehrte mich Gelassenheit und Akzeptanz. Ich habe gemerkt, dass Stress, (den ich selbst produzierte), Verschwendung meiner wertvollen Lebenszeit ist. Das liebevolle Annehmen der Situation und meiner Person brachten mir sehr viel Lebensqualität, Lebensfreude und Sinn. Es ist eine Verschwendung wertvoller Lebensenergie, sich in Situationen aufzuregen, die nicht veränderbar sind. Denn auch dort entsteht Stress – sinnloser Stress. Wenn wir die Situation, auch wenn sie unangenehm ist, stattdessen erst einmal annehmen, wie sie ist, fällt es uns auch leichter uns selbst zu akzeptieren. Wir fühlen uns außerdem gestärkter, diese Situation bewältigen zu können. Also sollten wir unsere Energie doch lieber dafür aufsparen. Ich finde man sollte Achtsamkeit schon früh in den Lebenslauf integrieren z.B. bereits im Kindergarten oder als Schulfach: Achtsamkeit in der Schule.

Hab Geduld!

Veränderungen sind selten einfach, aber oft spannend und lehrreich, können auch schmerzhaft sein, aber auf jeden Fall lohnend. Skepsis ist erlaubt, aber manchmal gar nicht nötig. Habt Geduld mit euch – Achtsamkeit bedarf Übung.

Alles Liebe,

Sara ❤️

Ist Empathie gleich Empathie? Oder: Kann man auch achtsam empathisch sein?

Die Meisten Menschen, die Anderen oder sich selbst die Eigenschaft Empathie zuschreiben meinen damit, dass die genannte Person sich in Andere Menschen hinein versetzen kann.
Wikipedia definiert Empathie so:

Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie wird gemeinhin auch die Fähigkeit zu angemessenen Reaktionen auf Gefühle anderer Menschen gezählt, zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz und Hilfsbereitschaft aus Mitgefühl.[1] Die neuere Hirnforschung legt allerdings eine deutliche Unterscheidbarkeit des empathischen Vermögens vom Mitgefühl nahe.

Mitgefühl oder Empathie?

Mitgefühl ist hauptsächlich kognitiv, es ist die Fähigkeit und Bereitschaft Situationen, Gedanken und Gefühle anderer nachzuvollziehen und motiviert zum Handeln. Mitgefühl ist eine positive Emotion, sie lässt uns klarer denken und freier entscheiden.

Allerdings bedeutet eine alleinige Mitgefühlsbekundung auch nicht unbedingt, dass derjenige auch Mitgefühl empfindet.

Empathie kann wiederum auch ein Zuviel an Mitgefühl sein, das heißt, wir können von Emotionen regelrecht überschwemmt werden. Empathie kann leider auch negativen Emotionen wie Wut und Schmerz auslösen, sie beruht meist auf eigenen Erfahrungen, erfolgt spontan und aus dem Bauch heraus.
Ich denke, dass sich Mitgefühl und Empathie auch oft vermischen, was ich nicht grundsätzlich als schlecht bewerten möchte.

Empathischer Stress

Gerade bei Menschen in helfenden Berufen z.B. Ärzte, Therapeuten; gehen wir wie selbstverständlich davon aus, dass diese sich in das Leiden ihrer Patienten einfühlen müssen und daran Anteil zu nehmen haben. Bei zuviel Empathie besteht die Gefahr der Identifikation damit und dann kann es langfristig gesehen schnell schädlich werden. Zu viel Empathie kann uns überfordern und gleichgültig oder krank (z.B. Burnout) werden lassen. Stress wiederum blockiert unser Empfinden von Empathie.
Ist man es gewohnt, auf Emotionen stark zu reagieren, läuft man Gefahr, dies auch von Anderen zu erwarten und (kognitives) Mitgefühl vielleicht sogar als Gefühlskälte und Gleichgültigkeit zu fehlinterpretieren. Des Weiteren kann man, wenn man empathischen Missbrauch erlebte, wahrscheinlich nicht unbedingt immer SOFORT differenzieren, wann jemand ernsthaft empathisch und mitfühlend mit dir ist und wann Mitgefühl als Mittel zum Zweck eingesetzt wird.
Auch ist es nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen (oder man erkennt es, kann es aber nicht glauben), ob/dass jemand mit dir Mitgefühl ODER Mitleid empfindet, jemand der es missbräuchlich erlebte, wird wahrscheinlich erstmal beides abwehren.
Wichtig finde ich es, sich darüber bewusst zu werden, dass eine Abgrenzung von den Emotionen und Situationen Anderer nicht Egoismus, Selbstbezogenheit oder Gefühlskälte bedeutet, sondern notwendig ist, um selbst gesund zu bleiben. Besser ist ein liebevolles (distanziertes) Wohlwollen, anstatt Gefühlsansteckung und Leid.

Empathischer Missbrauch

Es ist mir wichtig auch diesen Begriff zu erwähnen, denn leider kann die Fähigkeit sich in die Gefühle Anderer hinzuversetzen auch missbraucht werden. Um ihr eigenes Selbstwertgefühl zu erhöhen, werten beispielsweise einige Menschen ihre Mitmenschen ab und schwächen diese in ihrem Selbstwertgefühl, nicht immer muss das beabsichtigt sein, aber wenn es über einen längeren Zeitraum systematisch erfolgt, kann das schlimme Folgen für die Betroffenen haben. Noch dazu, wenn sie dem Verursacher gleichgültig sind.
Ein weiteres Problem ist, wenn Menschen daraus ihren Wert ziehen, anderen Menschen(vermeintlich) zu helfen. Dann kann es passieren, dass Menschen in eine Opferrolle gedrängt werden, damit Helfer ihnen helfen können, dies kann für beide zur Abhängigkeit führen.

Der Unterschied zu Mitleid

Gerade in Krisen wie Naturkatastrophen und Terroranschlägen wird unser Mitleid mit den Opfern angeregt. Bei Politik und Medien kann man davon ausgehen, dass diese unser empfundenes Mitleid benutzen um zu beeinflussen und zu manipulieren.
Leider nutzt den Opfern Mitleid nicht, im Gegensatz dazu, ist bei Empathie und Mitgefühl zumindest die Bereitschaft zum Helfen und Unterstützen da.
Mir kommt Mitleid auch oft wie ein Bewerten oder sogar Abwerten von Situationen und Menschen vor, bei Mitleid laufen viele Menschen glaube ich Gefahr, sich über Andere zu stellen und gleichzeitig froh zu sein, nicht in deren Situation sein zu müssen. Ich habe da auch oft das Gefühl, das Mitleid als Tratsch-, Kaffeeklatsch- und Stammtischthema missbraucht wird.
Mitleid hat also im Gegensatz zu dessen Ruf nicht unbedingt altruistische Hintergründe.
Interessant zu wissen ist auch, dass in Deutschland zwischen Mitleid und Mitgefühl unterschieden wird, während das in anderen Ländern nicht der Fall ist.
Ich denke, es ist sehr wichtig offen zu bleiben,
offen für „achtsame Empathie“ und Mitgefühl, beobachten ohne zu bewerten, Anteil nehmen aber nicht leiden, liebevolle Güte.
Im Buddhismus definiert man Mitgefühl in etwa so:
Mitgefühl bedeutet, Lebewesen zu wünschen, frei von Leid zu sein. Es ist nicht Konfliktvermeidung, es bedeutet nicht sich von anderen ausnutzen zu lassen, sich nicht zu wehren, wenn es Not täte. Es bedeutet auch nicht einfach nur ’nett sein‘ oder ‚brav sein‘. Der buddhistische Meditationslehrer und Künstler Chögyam Trungpa nannt diese verdrehte Art des Mitgefühls einfach „Idiotenmitgefühl“.

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Es gibt Meditationsübungen die das Mitgefühl stärken.
Dazu kann ich eine sehr schöne Metta Meditation empfehlen, hört mal rein, wenn ihr mögt.

Eine kleine Anekdote aus meinem Alltag, heute durfte ich mich gleich zweimal in bedingungsloser (Selbst)akzeptanz üben,

Nr.1: Heute früh, als ich zwei Stunden versuchte meinen Drucker mit dem Laptop zu verbinden und alle Möglichkeiten ausschöpfte (Über Treiber neu installieren, Laptop/Wlan neustarten, Drucker suchen, neu einrichten, neu installieren) als ich irgendwann genervt den Drucker direkt neben die W-Lan Box stellte, funktionierte es. Glück gehabt Mr.Drucker, als nächstes hätte ich es mit einem „Drucker-Fenstersturz“ versucht, soll ja manchmal helfen. 🙂

Nr.2: Ich saß etwa drei Stunden an diesem Blogbeitrag, hatte etwa 1000 Wörter geschrieben und wollte übers Handy noch ein Bild einfügen, versehentlich habe ich den Blogpost überschrieben, keine Chance mehr es rückgängig zu machen, bis auf die ersten 5 Zeilen war alles weg, 3 Stunden Arbeit umsonst. War natürlich alles Absicht, um meine Selbstakzeptanz zu stärken. Der Tisch hat meinen Faustschlag gut überstanden, er steht jetzt endlich an der Stelle, an der er immer stehen wollte.
Alles Liebe,
Sara