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(Post)Koloniale Entwicklungspolitik

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden „Modernisierung“ und „Entwicklung“ der überseeischen Kolonien zentrales Thema nicht nur des Britischen wie Französischen Kolonialimperiums. Aus der Warte eines dual mandate (Lugard) oder des mise en valeur (Sarraut) war es vornehmlich zur Absicherung kolonialer Herrschaftsansprüche gedacht. Zeitgleich wurden im Völkerbund jedoch Konzepte entwickelt, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung stärker verschränkten. Dieser Prozess wurde flankiert von einer zunehmenden Verwissenschaftlichung von Planung, Technisierungsschüben etwa im Bereich der Wasserenergiegewinnung, sowie einer Engführung von volkwirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung, die in der Gründung der weitgehend von Keynes konzipierten Weltbank einen Höhepunkt fand und u. a. vom karibisch-britische Autor W. Arthur Lewis theoretisiert wurde. Anhand von Projekten zu Energiegewinnung, Ressourcennutzung und Wasserregulierung in Ägypten, dem Sudan, Uganda, der afrikanischen Föderation, Kamerun, Ghana, Guinea, Mosambik und dem Senegal untersuchen dieser Blog, wie sich Vorstellungen von Modernisierung und Entwicklung sich anhand von Infrastrukturen materialisieren und welche Effekte diese tatsächlich hatten.