{"id":3173,"date":"2024-10-21T11:23:25","date_gmt":"2024-10-21T09:23:25","guid":{"rendered":"https:\/\/endsofwar.hypotheses.org\/?p=3173"},"modified":"2025-01-29T17:35:53","modified_gmt":"2025-01-29T15:35:53","slug":"allmachtsphantasien-architektur-und-alltag-unter-deutscher-besatzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/endsofwar.hypotheses.org\/3173","title":{"rendered":"Allmachtsphantasien. Architektur und Alltag unter deutscher Besatzung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>19. Oktober 2024 &#8211; 09. Februar 2025 | CK ZAMEK, Pozna\u0144 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"472\" height=\"500\" src=\"https:\/\/endsofwar.hypotheses.org\/files\/2024\/10\/Illusions-of-Omnipotence-472x500.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3193\" srcset=\"https:\/\/endsofwar.hypotheses.org\/files\/2024\/10\/Illusions-of-Omnipotence-472x500.png 472w, https:\/\/endsofwar.hypotheses.org\/files\/2024\/10\/Illusions-of-Omnipotence-283x300.png 283w, https:\/\/endsofwar.hypotheses.org\/files\/2024\/10\/Illusions-of-Omnipotence-768x814.png 768w, https:\/\/endsofwar.hypotheses.org\/files\/2024\/10\/Illusions-of-Omnipotence-1448x1536.png 1448w, https:\/\/endsofwar.hypotheses.org\/files\/2024\/10\/Illusions-of-Omnipotence.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>In Partnerschaft mit dem DHI Warschau. Kofinanziert mit Mitteln der Stiftung f\u00fcr deutsch-polnische Zusammenarbeit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung erz\u00e4hlt von der deutschen Besatzung Polens w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs am Beispiel des Warthegaus \/ Warthelands. Der nationalsozialistische Verwaltungsapparat erschuf in allen Lebensbereichen die Illusion einer Allmacht \u00fcber das neu beherrschte Territorium. Das zeigte sich vor allem in der Architektur, die f\u00fcr den Alltag stets einen Rahmen bildet. \u00dcber die Realien dieser Zeit k\u00f6nnen verschiedene Arten historischer Objekte Aufschluss geben: Entw\u00fcrfe und Bauten, Bilder, Skulpturen, Fotografien, Filme, Plakate, Zeitungen, B\u00fccher und sogar Dinge des t\u00e4glichen Gebrauchs.<\/p>\n\n\n\n<p>Architektur und Alltag unter deutscher Besatzung im Warthegau \/ Wartheland sind im Kontext der weiteren Gebiete des besetzten Polens zu betrachten. Die neue Ordnung, die Gauleiter Arthur Greiser bereits ab 1939 anstrebte, sah eine vollst\u00e4ndige Germanisierung des Gaus vor. Der erste Schritt zur Umsetzung dieses Zieles waren massenhafte Umsiedlungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den neuen Bedingungen bestand die Gesellschaft aus Besetzten und Besatzer*innen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Besetzten waren die polnischen und j\u00fcdischen Einwohner*innen der Zweiten Polnischen Republik sowie Angeh\u00f6rige weiterer Minderheiten. Polen und Polinnen wurden in das Generalgouvernement, ein \u201eNebenland des Reiches\u201c, deportiert. Die im Warthegau verbliebenen Personen wurden als Arbeitskr\u00e4fte ausgebeutet. Viele verloren ihr Leben: durch Erschie\u00dfungen, in Gef\u00e4ngnissen und in Lagern. Durch besondere Brutalit\u00e4t gekennzeichnet war die nationalsozialistische Politik gegen\u00fcber der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung. Diese wurde als eine gesonderte Gruppe unter den Besetzten behandelt, die auf der niedrigsten Stufe der NS-Rassenhierarchie stand. Wie im gesamten Deutschen Reich war f\u00fcr sie kein Platz in der Gesellschaft vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die deutschen Besatzer*innen kamen entweder aus dem Deutschen Reich in den Grenzen von 1938 (die sogenannten Reichsdeutschen) oder von au\u00dferhalb des Reiches (die sogenannten Volksdeutschen). Zu letzteren geh\u00f6rten Gruppen umgesiedelter Deutscher aus den Gebieten der heutigen baltischen Staaten, Rum\u00e4nien, Ukraine und Moldau, die den Platz der vertriebenen polnischen und j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung einnehmen sollten, sowie deutsche B\u00fcrger*innen der Zweiten Polnischen Republik.<\/p>\n\n\n\n<p>Langfristig sollte der Warthegau als Vorbild f\u00fcr die in Zukunft weit bis in den Osten reichenden deutschen Herrschaftsgebiete dienen. Diese Vorstellung fand Niederschlag in den Planungen f\u00fcr St\u00e4dte und D\u00f6rfer, in den Entw\u00fcrfen einzelner Bauten samt Innenausstattung sowie in der Landschaftsplanung. Die Gesellschaft wurde als \u201eVolksgemeinschaft\u201c vorgestellt. Die Pl\u00e4ne der deutschen Machthaber und der in ihren Diensten stehenden Architekt*innen wurden der Bev\u00f6lkerung in der Presse, dem Radio und im Kino pr\u00e4sentiert, wodurch das Phantasma der deutschen Allmacht in den neu beherrschten Gebieten Verbreitung fand.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Ausstellung wird die Realit\u00e4t der Besatzung durch historische Objekte aufgezeigt, von denen manche die Besetzten und andere die Besatzer*innen repr\u00e4sentieren \u2013 zwei Gruppen, die zwar nebeneinander, aber getrennt voneinander lebten. Die meisten Exponate stammen aus polnischen Museen und Archiven, einige aus deutschen und \u00f6sterreichischen Institutionen sowie aus Privatsammlungen. Im behandelten Zeitraum entstand au\u00dferdem die Innenausstattung des Schlosses. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts f\u00fcr den preu\u00dfischen K\u00f6nig und deutschen Kaiser Wilhelm II. errichtet. In der Zwischenkriegszeit nutzte haupts\u00e4chlich die Posener Universit\u00e4t das Geb\u00e4ude; w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs wurde es zum Sitz von Hitler und Greiser umgebaut. Die Konzeption der Ausstellung entspringt der \u00dcberzeugung, dass der Zweite Weltkrieg eine Mahnung f\u00fcr die heutige Welt sein sollte. Ausdruck findet dies insbesondere in der k\u00fcnstlerischen Installation von Iza Tarasewicz. Ihre Arbeit thematisiert die viele Jahrzehnte zur\u00fcckliegende Vergangenheit, steht dabei aber auch in Bezug zu aktuellen Geschehnissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kuratorin: <strong>Aleksandra Paradowska<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gestaltung: <strong>Wojciech Luchowski<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Graphikdesign: <strong>Piotr Kacprzak<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kuratorische Zusammenarbeit: <strong>Annika Wienert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Historische Konsultation: <strong>Christhardt Henschel, Katarzyna Woniak<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ortsspezifische Installation: <strong>Iza Tarasewicz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Produktion: <strong>Bartosz Wi\u015bniewski<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Textredaktion: <strong>Sylwia Kordylas-Niedzi\u00f3\u0142ka<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Audioguide, Audioinstallation im Ausstellungssaal: <strong>FONORAMA<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-group has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">In den Medien:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\">Auslandsdienst des polnischen Rundfunks: <a href=\"https:\/\/www.polskieradio.pl\/400\/7765\/Artykul\/3465994,besatzungsalltag-im-warthegau\">Radiobeitrag vom 3.1.2025&nbsp;<\/a><br>Bauwelt, 116. Jg. (2025) Heft 2, S. 4-5: <a href=\"https:\/\/www.bauwelt.de\/dl\/2188550\/artikel.pdf\">Rezension (PDF)<\/a><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/ckzamek.pl\/wydarzenia\/11919-iluzje-wszechwadzy-architektura-i-codziennosc-pod-\/\"><strong>Zur Website &#8220;Illusions of Omnipotence: Architecture and Daily Life under German Occupation&#8221;<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausstellung in Partnerschaft mit dem DHI Warschau im CK ZAMEK, Pozna\u0144<br \/>\n19. Oktober 2024 bis 09. 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