
Die Karte stellt die Verteilung der Hilfsangebote in vier Bezirken Berlins dar: Drogenhilfe, Wohnungslosenhilfe und Suchttherapieangebote. Leider sind diese Hilfsangebote unzureichend. Die Drogenhilfe ist zeitlich und räumlich begrenzt und ihre Auslastung sehr hoch. Die vier stationären und drei mobilen Konsumräume sind an ihren Kapazitätsgrenzen und können nicht alle Konsumierenden aufnehmen. Viel mehr Menschen benötigen diese überlebensnotwendige Unterstützung, auch in anderen Vierteln Berlins. Erschwerend kommt hinzu, dass drogengebrauchende Menschen den (Abstinenz-)Regeln der Wohnungslosenhilfe und Suchttherapie folgen müssen, um Anspruch auf Hilfe zu haben. Das verwehrt Vielen den Zugang zum Hilfesystem.
Die Karte basiert auf Daten des Senat Wegweisers für Suchthilfe und -prävention 2020 (Datenerhebung November 2019), die im Rahmen des Projektes NUDRA für die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg ausgewertet wurden. Es wird zwischen Angeboten der Sucht- bzw. Wohnungslosenhilfe und infrastrukturellen Maßnahmen zur Unterstützung des Konsums nach drei Themen unterschieden: Drogen nehmen, Wohnungshilfe, Suchttherapien.
„Eigentlich seit einem Jahr haben wir massive Steigerungen und die sind halt weit über die Kapazitätsgrenze dessen, was der [Drogenkonsum]Raum auffangen kann, hinausgegangen, so dass im Herbst [2018] die einen Aufnahmestopp hatten, das heißt sie konnten keine neuen Leute mehr aufnehmen.“
„Mit auch vielen städtebaulichen Aktivitäten, die dazu führen, dass es so etwas wie Baulücken und Nischen eben nicht mehr so gibt, dass relativ viel Bautätigkeit in der Stadt ist und die Leute keine Plätze mehr finden, wo sie sich verstecken können.“
Zitate stammen aus Interviews mit Behörden der Suchthilfe Berlins (2019), geführt von Christian Herrgesell und Mélina Germes.
