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bangkok

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Noch frieren mir die Finger ab, wenn ich länger als ein Stündchen im zugewucherten Beet herumzupfe. Dabei geht das Unkraut – oh pardon, man sagt ja heute „Wildkraut“– gerade sehr leicht raus. Die Wurzeln sind kraftlos, das Wachstum zögerlich, die Pflänzchen wissen ganz genau, dass ihre Zeit noch nicht gekommen ist. Und wenn sie dann kommt, dann freuen sich all diese Kräuter bloß um so wilder über die Plätze, die ich ihnen jetzt frei gerupft hab. Nach dieser Logik könnte man derzeit ebenso gut Zuhause im Warmen bleiben. Man könnte ja Gartenbücher lesen! Und Pflanzpläne malen, die man dann eh nie so umsetzt. Aber natürlich hält uns nichts, sobald die ersten trügerischen Sonnenstrahlen herüberblinzeln. Außerdem hab ich als gute Biogärtnerin alle herbstlichen Ordnungsmaßnahmen vernachlässigt, Staudengestrüpp, Blätter- und Totholzhaufen, überhaupt alles, was irgendwelchem Kleingetier Schutz oder Nahrung versprach, steht oder liegt noch krakelig herum und kann jetzt zusammengesammelt und zu neuen Haufen umgeschichtet werden. Die aufgeräumte Leere entwickelt ihren eigenen Sog. Aber in der Natur gibt es keine nackten Erdflächen. Nicht mal nackte Steine. Über den Winter haben sich die Wegplatten mit feinem Moos überzogen. Moos besiedelt gerne fast nährstofffreie Standorte wie Felsen, Borke und Blätter, dunkle Waldböden sowie „gestörte Standorte“. Das Moos ist „konkurrenzschwach“– welch wunderbar antidarwinistische Eigenschaft.