{"id":1735,"date":"2023-05-16T07:41:24","date_gmt":"2023-05-16T05:41:24","guid":{"rendered":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/?p=1735"},"modified":"2023-06-14T11:56:05","modified_gmt":"2023-06-14T09:56:05","slug":"digitale-diplomatik-text-mining-und-netzwerkanalyse-mit-iberischen-papsturkunden-des-12-jahrhunderts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/1735","title":{"rendered":"Digitale Diplomatik \u2013 Text Mining und Netzwerkanalyse mit iberischen Papsturkunden des 12. Jahrhunderts"},"content":{"rendered":"\n<p><br><span style=\"color:#590f68\" class=\"tadv-color\"><strong>Alina Ostrowski<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das DFG-Projekt \u201eDelegierte Gerichtsbarkeit auf der Iberischen Halbinsel im 12. Jahrhundert\u201c verkn\u00fcpft die Edition spanischer Papsturkunden mit Fallstudien zur Entwicklung der p\u00e4pstlichen delegierten Gerichtsbarkeit in der Region. Dabei wird nicht nur ein digitales Korpus von \u00fcber 1000 Papsturkunden erstellt, sondern es kommen auch computergest\u00fctzte Methoden aus dem Bereich des Text Mining und der Netzwerkanalyse zum Einsatz. Der Beitrag stellt die verwendeten Methoden sowie die Ziele des Projekts vor und diskutiert Herausforderungen, die mit dem Einsatz der digitalen Methoden verbunden sind.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Oktober 2022 startete das DFG-Projekt \u201eDelegierte Gerichtsbarkeit auf der Iberischen Halbinsel im 12. Jahrhundert. Struktur und computergest\u00fctzte Analyse eines urkundlichen Massenkorpus\u201c (im Folgenden \u201eDelGe\u201c), welches in Kooperation zwischen dem <a href=\"https:\/\/www.geku.uni-passau.de\/dh\/projekte\/projekt-delegierte-gerichtsbarkeit\">Lehrstuhl f\u00fcr Digital Humanities<\/a> der Universit\u00e4t Passau (Projektleiter: Malte Rehbein) und der <a href=\"https:\/\/adw-goe.de\/forschung\/weitere-forschungsprojekte\/delegierte-gerichtsbarkeit-auf-der-iberischen-halbinsel\/\">Nieders\u00e4chsischen Akademie der Wissenschaften<\/a> zu G\u00f6ttingen (Projektleiter: Klaus Herbers) durchgef\u00fchrt wird. Es verkn\u00fcpft die Edition von Papsturkunden im Rahmen der Vorarbeiten zu den Regestenb\u00e4nden der Iberia Pontificia<sup><a href=\"#footnote_1_1735\" id=\"identifier_1_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Zuletzt erschienen: Daniel Berger, Klaus Herbers, Thorsten Schlauwitz (Hgg.): Papsturkunden in Spanien. Vorarbeiten zur Hispania (Iberia) Pontificia. III. Kastilien, Berlin\/Boston 2020, DOI.\">1<\/a><\/sup> mit Fallstudien zur Entwicklung der p\u00e4pstlichen delegierten Gerichtsbarkeit im 12. Jahrhundert.<sup><a href=\"#footnote_2_1735\" id=\"identifier_2_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Im Fokus des Blogposts stehen die verwendeten digitalen Methoden, darum soll zum Thema der delegierten Gerichtsbarkeit nur allgemein verwiesen werden auf Harald M&uuml;ller: The Omnipresent Pope. Legates and Judges Delegate, in: A companion to the medieval papacy. Growth of an ideology and institution, hg. von Keith Sisson und Atria A. Larson, Boston 2016, S. 199&ndash;219, DOI.\">2<\/a><\/sup> Dabei werden zugleich Methoden aus der Computerlinguistik und der historischen Netzwerkforschung angewendet und ihr Nutzen f\u00fcr die \u201aDigital History\u2018 evaluiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Forschungsgrundlage bilden rund 1250 Papsturkunden, von denen ca. 200 im Rahmen des Projekts als hybride Neuedition, d.h. online und im Druck, publiziert werden (Papsturkunden in Spanien IV). Anhand dieses Korpus\u2019 kann die delegierte Gerichtspraxis in einen breiten r\u00e4umlichen und zeitlichen Kontext eingeordnet werden. Dazu werden alle Urkunden mit Metadaten annotiert, die sp\u00e4ter sowohl f\u00fcr einen statistischen \u00dcberblick als auch f\u00fcr vertiefende Analysen genutzt werden k\u00f6nnen. Ein besonderer Fokus liegt auf der computergest\u00fctzten Untersuchung der Beziehungen zwischen diversen juristischen Akteuren sowie der Entwicklung spezifischer formelhafter Wendungen in den Justizbriefen, die den Verbreitungsprozess der neuen Rechtsform widerspiegeln.<sup><a href=\"#footnote_3_1735\" id=\"identifier_3_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. die Projektwebsite.\">3<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Digitale Edition und Datengrundlage<\/h2>\n\n\n\n<p>Voraussetzung f\u00fcr die digitale Edition und auch die sp\u00e4tere Auswertung ist die Kodierung der Urkunden in maschinenlesbarer Form. Hierf\u00fcr nutzt das Projekt den an TEI<sup><a href=\"#footnote_4_1735\" id=\"identifier_4_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"TEI, benannt nach der herausgebenden K&ouml;rperschaft, der Text Encoding Initiative, bietet vordefinierte XML-Tags und -Attribute f&uuml;r die Auszeichnung von Textdokumenten und hat sich in den nun mehr als drei Jahrzehnten seit der Gr&uuml;ndung der Initiative als eine Best Practice f&uuml;r Digitale Editionen und die Erstellung von Textkorpora in den Digital Humanities etabliert.\">4<\/a><\/sup> angelehnten XML-Standard CEI. CEI wurde von der <a href=\"https:\/\/www.cei.lmu.de\">Charters Encoding Initiative<\/a> entworfen und stellt spezielle Tags f\u00fcr mittelalterliche und fr\u00fchneuzeitliche europ\u00e4ische Urkunden bereit.<sup><a href=\"#footnote_5_1735\" id=\"identifier_5_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. Georg Vogeler: Towards a Standard of Encoding Medieval Charters with XML, in: Literary and Linguistic Computing 20.3 (2005), S. 269&ndash;280, DOI.\">5<\/a><\/sup> Seine Entwicklung war eng verkn\u00fcpft mit der Entstehung des digitalen Urkundenrepositoriums <a href=\"https:\/\/www.monasterium.net\/mom\/home\">Monasterium<\/a>, welches den Standard in der digitalen Diplomatik bekannt machte.<sup><a href=\"#footnote_6_1735\" id=\"identifier_6_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Neben Monasterium verwenden z.B. auch die Regesta Imperii Online sowie die Vorab-Edition der Urkunden Karls IV. in der MGH-Constitutiones-Reihe CEI f&uuml;r ihre Urkunden bzw. Regesten.\">6<\/a><\/sup> CEI enth\u00e4lt zum Beispiel Tags f\u00fcr die unterschiedlichen Urkundenabschnitte wie <em>intitulatio<\/em> oder <em>dispositio<\/em> sowie f\u00fcr die diplomatische Beschreibung der Quelle.<\/p>\n\n\n\n<p>CEI orientiert sich zwar an TEI, ist aber nicht direkt damit kompatibel. Die Arbeit an dem Standard f\u00fcr Urkunden ging darum 2018 in die zweite Runde: Unter der Leitung von Georg Vogeler (Universit\u00e4t Graz) wurde ein <a href=\"https:\/\/github.com\/GVogeler\/CEI2TEI\">Entwurf<\/a> f\u00fcr die Integration von Elementen aus der Diplomatik in den TEI-Standard erarbeitet.<sup><a href=\"#footnote_7_1735\" id=\"identifier_7_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. Sean M.&nbsp;Winslow: Modelling charters in TEI P5. The TEI_CEI ODD, in:&nbsp;TEI 2019 Book of Abstracts, 2019, Link.\">7<\/a><\/sup> Dieser abstrahiert die urspr\u00fcnglich explizit auf europ\u00e4ische vormoderne Urkunden ausgerichteten Konzepte, um die Interoperabilit\u00e4t zwischen urkundlichen Dokumenten aus verschiedenen Epochen und Regionen zu verbessern.<sup><a href=\"#footnote_8_1735\" id=\"identifier_8_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Zum regionalen Aspekt siehe Georg Vogeler: Digital Diplomatics. The Evolution of a European Tradition or a Generic Concept? In: Studies in Historical Documents from Nepal and India, hg. von Simon Cubelic, Axel Michaels u. Astrid Zotter, S. 85&ndash;109, Heidelberg 2018, DOI.\">8<\/a><\/sup> Au\u00dferdem erlaubt er die Verwendung zahlreicher verbreiteter TEI-Elemente, die zuvor nicht im CEI-Standard enthalten waren. Der Entwurf wurde mittlerweile dem TEI-Consortium <a href=\"https:\/\/github.com\/TEIC\/TEI\/issues\/2376\">pr\u00e4sentiert<\/a> und wartet noch auf eine Entscheidung \u00fcber die Aufnahme in den Standard.<\/p>\n\n\n\n<p>Das DelGe-Projekt verwendet als eines der ersten Projekte im Bereich der digitalen Diplomatik den neuen TEI-CEI-Entwurf, um eine bessere Kompatibilit\u00e4t der Urkundendaten mit f\u00fcr TEI entwickelten Tools zu erreichen. Bei der Erstellung des Datenmodells<sup><a href=\"#footnote_9_1735\" id=\"identifier_9_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Der Begriff Datenmodell bezeichnet in der Informationstechnologie im weitesten Sinne ein Regelwerk bzw. eine formalisierte Beschreibung zur Repr&auml;sentation von analogen Objekten oder Daten bzw. Informationen in einer digitalen Struktur. In diesem Fall sind damit also die Regeln gemeint, die vorgeben, welche Informationen aus der historischen Urkunde in das XML-Dokument &uuml;bernommen werden, unber&uuml;cksichtigt bleiben oder erg&auml;nzt werden sowie die Art, wie diese Informationen in XML annotiert werden.\">9<\/a><\/sup> ergeben sich trotz der Nutzung des vordefinierten XML-Standards einige Herausforderungen. Einerseits ist der TEI-CEI-Standard noch jung und bisher nicht ausgiebig in der Praxis erprobt worden, wodurch die konkrete Anwendung oft noch mit Unklarheiten verbunden ist.. Andererseits m\u00fcssen die Spezifika des Projekts ber\u00fccksichtigt werden, d.h. es m\u00fcssen sowohl verschiedene Arten von Papsturkunden abgebildet als auch spezifische, ggf. noch nicht in CEI oder TEI ber\u00fccksichtigte Informationen f\u00fcr die geplanten Fallstudien zu personellen Netzwerken und formelhafter Sprache aufgenommen werden. Das Datenmodell soll zudem nicht nur f\u00fcr die digitale Neuedition der Papsturkunden geeignet sein, sondern auch die Aufnahme der bereits im Druck erschienenen Editionen sowie die \u00dcbertragung der neu edierten St\u00fccke in eine Druckversion erm\u00f6glichen. Bei all diesen \u00dcberlegungen muss stets die Balance gehalten werden zwischen dem Anspruch, durch eine sorgf\u00e4ltige und breite Annotation ein f\u00fcr verschiedene Forschungsfragen nachnutzbares und mit digitalen Methoden auswertbares Korpus zu erarbeiten, und dem Hauptanliegen des Projekts, in begrenzter Projektlaufzeit eine historisch-kritische Edition mittelalterlicher Papsturkunden zu erstellen und diese f\u00fcr die Untersuchung zweier konkreter Fragestellungen zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lokale und rombezogene Netzwerke delegierter Gerichtsbarkeit<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Untersuchung der \u201ean den Gerichtsverfahren beteiligten Personen (Streitparteien und Richter) in ihren Beziehungen untereinander und zum Papsttum\u201c werden Methoden der Historischen Netzwerkforschung angewendet. So k\u00f6nnen nicht nur Personencluster aufgedeckt, sondern es kann auch \u201edanach gefragt werden, ob sich f\u00fcr bestimmte Personen(gruppen) eine Vorreiterrolle abzeichnet oder ob gemeinsame Merkmale hervortreten, die es erlauben, die Verbreitung\u201c der delegierten Gerichtsbarkeit \u201emit bestimmten klerikalen Gruppen oder Milieus in Verbindung zu bringen.\u201c<sup><a href=\"#footnote_3_1735\" id=\"identifier_10_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. die Projektwebsite.\">3<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die Historische Netzwerkforschung nutzt Methoden, die urspr\u00fcnglich zuerst in der Soziologie verwendet worden sind. Der Grundgedanke einer Netzwerkanalyse ist dabei, (nicht zwangsl\u00e4ufig aber meistens: soziale) Beziehungen in Form von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Graph_(Graphentheorie)\">Graphen<\/a> zu modellieren und anhand der Graphen genauer zu untersuchen. Solche Graphen bestehen aus Knoten (die Personen) und den sie verbindenden Kanten (die Beziehungen). Beziehungen k\u00f6nnen dabei st\u00e4rker oder weniger stark ausgepr\u00e4gt sein (z.B. Liebe vs. Freundschaft) und Personen k\u00f6nnen nicht nur in Paaren, sondern in Gruppen, sogenannten Clustern, miteinander verbunden sein. So werden Muster und besonders wichtige Verbindungen sichtbar. Die Methode wurde in den letzten Jahren f\u00fcr diverse historische Fragestellungen angewendet und in ihren spezifischen geschichtswissenschaftlichen Herausforderungen epistemologisch eingeordnet.<sup><a href=\"#footnote_10_1735\" id=\"identifier_11_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Allgemein: The Power of Networks. Prospects of Historical Network Research, hg. von Marten D&uuml;ring, Florian Kerschbaumer, Linda von Keyserlingk-Rehbein, Martin Stark, Abingdon\/New York 2020, DOI; speziell zu Mittelalter und Fr&uuml;her Neuzeit Robert Gramsch-Stehfest: Von der Metapher zur Methode. Netzwerkanalyse als Instrument zur Erforschung vormoderner Gesellschaften, in: Zeitschrift f&uuml;r Historische Forschung 47.1 (2020), S. 1&ndash;40, DOI.\">10<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1417\" height=\"1030\" src=\"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/files\/2023\/05\/NWA.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1745\" srcset=\"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/files\/2023\/05\/NWA.jpg 1417w, https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/files\/2023\/05\/NWA-300x218.jpg 300w, https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/files\/2023\/05\/NWA-500x363.jpg 500w, https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/files\/2023\/05\/NWA-768x558.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1417px) 100vw, 1417px\" \/><figcaption>Netzwerkdarstellung der Pontifikate und ihrer Verbindungen zu den \u00c4mtern von zus\u00e4tzlich zu den Empf\u00e4ngern erw\u00e4hnten Personen in einem Teildatensatz der Iberia Pontificia I\u2013V.<sup><a href=\"#footnote_11_1735\" id=\"identifier_12_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Abbildung aus: Marlene Ernst, Alina Ostrowski, Malte Rehbein: Delegated Jurisdiction in the Iberian Peninsula of the 12th Century. Considerations on a Digital Approach to Personal Networks and Formulaic Language, in Vorbereitung.\">11<\/a><\/sup> Grafik erstellt mit Palladio.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Netzwerkgraphen k\u00f6nnen zu zweidimensionalen Bildern transformiert werden. Ein Beispiel ist diese Darstellung der Beziehung zwischen P\u00e4psten und diversen Amtstr\u00e4gern, die einen ersten \u00dcberblick dar\u00fcber gibt, welche \u00c4mter \u00fcber mehrere Pontifikate hinweg besonders h\u00e4ufig in den Urkunden genannt werden. Netzwerkvisualisierungen wie diese k\u00f6nnen dabei komplexe Beziehungsgef\u00fcge verst\u00e4ndlich darstellen. Sie sind jedoch nur ein Teil \u2013 und genau genommen nicht einmal der wichtigste \u2013 der Historischen Netzwerkanalyse als Methode. Um bei der sp\u00e4teren Arbeit mit dem aktuell in Vorbereitung befindlichen Volltext-Urkunden-Korpus einen analytischen Mehrwert und belastbare, historisch interpretierbare Ergebnisse zu erreichen, ist ein genaues Verst\u00e4ndnis davon n\u00f6tig, wie die historischen Informationen in Graphen \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen und was der Graph aussagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits muss definiert werden, was eine Beziehung \u00fcberhaupt kennzeichnet. Denn die blo\u00dfe gemeinsame Nennung in einer Urkunde reicht nicht aus, um sinnvolle Schl\u00fcsse \u00fcber komplexe Beziehungen zwischen zwei Personen zu ziehen. Verbindungen m\u00fcssen zudem nicht ausschlie\u00dflich zwischen Personen bestehen, sondern k\u00f6nnen in multimodalen Netzwerken auch zwischen Personen und Institutionen oder \u2013 besonders relevant f\u00fcr das Vorhaben des DelGe-Projekts \u2013 zwischen Personen und den von ihnen verwendeten Urkundenformeln bestehen, wodurch auf einer abstrakteren Ebene wiederum Gruppen erkennbar werden, die eine \u00e4hnliche rechtssprachliche Pr\u00e4gung aufweisen. Andererseits muss der auf Basis der ausgew\u00e4hlten Daten modellierte Netzwerk-Graph nicht nur augenscheinlich, sondern auch mathematisch-statistisch auf seine Besonderheiten hin getestet werden. Zentralit\u00e4tsma\u00dfe<sup><a href=\"#footnote_12_1735\" id=\"identifier_13_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. Peter Mutschke: Zentralit&auml;ts- und Prestigema&szlig;e, in: Handbuch Netzwerkforschung, hg. von Christian Stegbauer u. Roger H&auml;u&szlig;ling, Wiesbaden 2010, S. 365&ndash;378, DOI.\">12<\/a><\/sup> k\u00f6nnen zum Beispiel Aufschluss dar\u00fcber geben, welche Teilgruppen besonders eng verbunden sind, und welche Personen aus rechnerischer Sicht besonders zentrale Positionen in einer Gruppe oder gar Schl\u00fcsselpositionen als Br\u00fccke zwischen zwei Gruppen innehaben. Die finale Interpretation der solcherma\u00dfen gemachten Beobachtungen muss unter Ber\u00fccksichtigung sowohl des historischen Kontextes als auch der Funktionsweise der verwendeten Algorithmen geschehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Urkundenformeln im Wandel<\/h2>\n\n\n\n<p>Neben den in den Urkunden zum Vorschein kommenden Akteursgeflechten \u201euntersucht das Projekt die Urkundensprache, speziell die Verbreitung formelhafter Elemente in den p\u00e4pstlichen Justizbriefen. Hier stellt sich unter anderem die Frage, inwieweit sich Genese und Verfestigung solcher Formeln an konkrete Streitverl\u00e4ufe r\u00fcckkoppeln lassen und ob sich bei deren Verbreitung ebenfalls Cluster abzeichnen, die zu den personalen Verflechtungen in Beziehung gesetzt werden k\u00f6nnten.\u201c<sup><a href=\"#footnote_3_1735\" id=\"identifier_14_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vgl. die Projektwebsite.\">3<\/a><\/sup> F\u00fcr das Aufsp\u00fcren der in den Urkunden vorkommenden formelhaften Wendungen sollen u.a. Methoden aus der computergest\u00fctzten Text Reuse Detection (TRD) angewendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>TRD ist f\u00fcr moderne Texte schon l\u00e4nger im Einsatz, unter anderem zur Plagiatserkennung. F\u00fcr die Anwendung im geschichtswissenschaftlichen Kontext wird es seit circa zehn Jahren genauer erprobt.<sup><a href=\"#footnote_13_1735\" id=\"identifier_15_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Grundlegend: Marco B&uuml;chler: Informationstechnische Aspekte des Historical Text Re-use, rer. nat. Diss., Leipzig 2013, Link.\">13<\/a><\/sup> Das Ziel ist hier meist die Erkennung ungekennzeichneter Zitate und Anspielungen oder die Zuordnung von Vorlagen bzw. Quellen zu sp\u00e4ter entstandenen Texten. Im medi\u00e4vistischen Bereich legten j\u00fcngst Hiltmann, Keupp, Althage und Schneider eine Studie am Beispiel von Kreuzzugsberichten vor, in der sie auch eine differenzierte epistemologische Einsch\u00e4tzung der Methode f\u00fcr geschichtswissenschaftliche Fragestellungen vornehmen.<sup><a href=\"#footnote_14_1735\" id=\"identifier_16_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Torsten Hiltmann, Jan Keupp, Melanie Althage, Philipp Schneider: Digital Methods in Practice. The Epistemological Implications of Applying Text Re-Use Analysis to the Bloody Accounts of the Conquest of Jerusalem (1099), in: Geschichte und Gesellschaft 47 (2021), S. 122&ndash;156, DOI.\">14<\/a><\/sup> Im DelGe-Projekt soll TRD, welches auf der Berechnung von sprachlicher \u00c4hnlichkeit zwischen Textstellen beruht, zur Erkennung von h\u00e4ufig vorkommenden Formulierungen in den Urkunden eingesetzt werden. Die grundlegende Idee ist, einen Quervergleich zwischen allen Urkunden des Korpus durchzuf\u00fchren, bei dem jede Urkunde f\u00fcr den TRD-Algorithmus sowohl ein m\u00f6gliches Quell- als auch m\u00f6gliches Zieldokument darstellt, um \u201awiederverwendete\u2018 Passagen zu finden, die wiederum ein Indiz daf\u00fcr darstellen k\u00f6nnen, dass ein formelhafter Ausdruck benutzt wurde.<sup><a href=\"#footnote_15_1735\" id=\"identifier_17_1735\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"&Auml;hnlich gingen k&uuml;rzlich auch Eveline Leclercq und Mike Kestemont: Advances in Distant Diplomatics. A Stylometric Approach to Medieval Charters, in: Interfaces 8 (2021), DOI, f&uuml;r die stilometrische Untersuchung von Urkunden der Bisch&ouml;fe von Cambrai vor.\">15<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1431\" height=\"389\" src=\"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/files\/2023\/05\/Tracer_architecture.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1759\" srcset=\"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/files\/2023\/05\/Tracer_architecture.png 1431w, https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/files\/2023\/05\/Tracer_architecture-300x82.png 300w, https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/files\/2023\/05\/Tracer_architecture-500x136.png 500w, https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/files\/2023\/05\/Tracer_architecture-768x209.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1431px) 100vw, 1431px\" \/><figcaption>Schematische Visualisierung der grundlegenden Architektur von TRACER. Quelle: <a href=\"https:\/\/tracer.gitbook.io\/manual\/manual\/introduction\/tracer-overview\">Franzini et al.<\/a> (<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/\">CC BY-SA 4.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es gibt verschiedene Algorithmen und Programme f\u00fcr TRD. Das DelGe-Projekt nutzt das Programm <a href=\"https:\/\/tracer.gitbook.io\/manual\/\">TRACER<\/a>, welches spezifisch f\u00fcr die Arbeit mit historischen Texten entwickelt wurde und zahlreiche Algorithmen und Workflows zur Erkennung von Textwiederverwendung in sich vereint. Dabei entbindet die Verwendung eines Tools nicht von der Notwendigkeit, zahlreiche Entscheidungen bez\u00fcglich des genauen Vorgehens bei der Text Reuse-Erkennung selbst zu treffen und unter Ber\u00fccksichtigung der sprachlichen wie inhaltlichen Gegebenheiten der Urkundendaten wissenschaftlich zu evaluieren. Nur so k\u00f6nnen die mittels des Programms gewonnenen Ergebnisse aussagekr\u00e4ftig und wissenschaftlich belastbar sein. Diese Entscheidungen betreffen zum Beispiel die Vorbereitung und Vereinheitlichung der Texte oder die Frage, ob nur nach w\u00f6rtlichen \u00c4hnlichkeiten, oder auch nach semantischen \u00c4hnlichkeiten (z.B. Synonymen) gesucht werden soll. Angesichts der Tatsache, dass gerade junge, noch im Entstehen befindliche formelhafte Wendungen m\u00f6glicherweise synonyme W\u00f6rter austauschen, k\u00f6nnte die Ber\u00fccksichtigung von semantischer \u00c4hnlichkeit durchaus entscheidend daf\u00fcr sein, wie erfolgreich der Einsatz von TRD f\u00fcr das Projekt sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt befindet sich noch in der Anfangsphase, doch schon jetzt gehen der konkreten Umsetzung der computergest\u00fctzten Analysen lange Prozesse der Abstimmung und wissenschaftlichen Aushandlung zwischen den Projektmitgliedern untereinander, aber auch mit der Forschungsgemeinschaft auf Tagungen und Workshops voraus. Es muss immer wieder gekl\u00e4rt werden, wie die historischen Zeugnisse und Zusammenh\u00e4nge in formalisierte Repr\u00e4sentationen \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen, so dass einerseits die Quellen f\u00fcr den Computer lesbar gemacht werden, und andererseits die f\u00fcr die Forschungsfrage relevanten Informationen nicht verloren gehen. Jede Entscheidung bez\u00fcglich des Datenmodells stellt eine interpretative Vereinfachung der analogen Quelle und somit einen Informationsverlust dar. Jeder verwendete Algorithmus stellt eine Hypothese \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge zwischen informationstechnischer Analyse und geschichtlicher \u201aRealit\u00e4t\u2018 dar. Darum darf nie der Fehler begangen werden, die Ergebnisse dieser Analysen wegen ihrer mathematisch-logischen Berechnungen f\u00fcr ein objektives Abbild der Realit\u00e4t zu halten. Sie sind ebenso interpretativ und diskutabel wie jede andere historische Untersuchung. Die getroffenen Entscheidungen, die verwendeten Algorithmen sowie die Eingabe- und Ausgabedaten m\u00fcssen dokumentiert werden, um die Forschungsergebnisse \u00fcberpr\u00fcfbar zu machen. Nur durch die Verkn\u00fcpfung der computergest\u00fctzten Analysen mit historischer Quellenkritik kann der Einsatz der Netzwerkanalyse und der Text Reuse Detection sowohl neue Erkenntnisse zur delegierten Gerichtsbarkeit auf der Iberischen Halbinsel erbringen als auch helfen, die Methoden im Kontext der Geschichtswissenschaft zu evaluieren und praktisch weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table is-style-regular\">\n<table class=\"has-text-color has-background\" style=\"background-color: #afc2ca;color: #234c5e;line-height: 125%;width: 60%;margin-left: 40%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><em><a href=\"https:\/\/www.geku.uni-passau.de\/dh\/lehrstuhlteam\/alina-ostrowski\">Alina Ostrowski<\/a> schreibt aktuell ihre Masterarbeit in den F\u00e4chern Mittelalterliche Geschichte und Informationsverarbeitung an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln und ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl f\u00fcr Digital Humanities der Universit\u00e4t Passau. <\/em>[<a href=\"https:\/\/github.com\/AlinaOs\"><em>https:\/\/github.com\/AlinaOs<\/em><\/a>]<\/p><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/figure>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_1735\" class=\"footnote\">Zuletzt erschienen: Daniel Berger, Klaus Herbers, Thorsten Schlauwitz (Hgg.): Papsturkunden in Spanien. Vorarbeiten zur Hispania (Iberia) Pontificia. III. Kastilien, Berlin\/Boston 2020, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1515\/9783110654516\">DOI<\/a>.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_2_1735\" class=\"footnote\">Im Fokus des Blogposts stehen die verwendeten digitalen Methoden, darum soll zum Thema der delegierten Gerichtsbarkeit nur allgemein verwiesen werden auf Harald M\u00fcller: The Omnipresent Pope. Legates and Judges Delegate, in: A companion to the medieval papacy. Growth of an ideology and institution, hg. von Keith Sisson und Atria A. Larson, Boston 2016, S. 199\u2013219, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1163\/9789004315280_011\">DOI<\/a>.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_2_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_3_1735\" class=\"footnote\">Vgl. die <a href=\"https:\/\/www.geku.uni-passau.de\/dh\/projekte\/projekt-delegierte-gerichtsbarkeit\">Projektwebsite<\/a>.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_3_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_10_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_14_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_4_1735\" class=\"footnote\">TEI, benannt nach der herausgebenden K\u00f6rperschaft, der <a href=\"https:\/\/tei-c.org\/\">Text Encoding Initiative<\/a>, bietet vordefinierte XML-Tags und -Attribute f\u00fcr die Auszeichnung von Textdokumenten und hat sich in den nun mehr als drei Jahrzehnten seit der Gr\u00fcndung der Initiative als eine Best Practice f\u00fcr Digitale Editionen und die Erstellung von Textkorpora in den Digital Humanities etabliert.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_4_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_5_1735\" class=\"footnote\">Vgl. Georg Vogeler: Towards a Standard of Encoding Medieval Charters with XML, in: Literary and Linguistic Computing 20.3 (2005), S. 269\u2013280, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1093\/llc\/fqi031\">DOI<\/a>.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_5_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_6_1735\" class=\"footnote\">Neben Monasterium verwenden z.B. auch die <a href=\"http:\/\/www.regesta-imperii.de\/daten.html\">Regesta Imperii Online<\/a> sowie die <a href=\"http:\/\/telota.bbaw.de\/constitutiones\/index.html\">Vorab-Edition der Urkunden Karls IV.<\/a> in der MGH-Constitutiones-Reihe CEI f\u00fcr ihre Urkunden bzw. Regesten.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_6_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_7_1735\" class=\"footnote\">Vgl. Sean M.&nbsp;Winslow: Modelling charters in TEI P5. The TEI_CEI ODD, in:&nbsp;TEI 2019 Book of Abstracts, 2019, <a href=\"https:\/\/gams.uni-graz.at\/o:tei2019.132\/sdef:TEI\/get?context=context:tei2019.panels\">Link<\/a>.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_7_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_8_1735\" class=\"footnote\">Zum regionalen Aspekt siehe Georg Vogeler: Digital Diplomatics. The Evolution of a European Tradition or a Generic Concept? In: Studies in Historical Documents from Nepal and India, hg. von Simon Cubelic, Axel Michaels u. Astrid Zotter, S. 85\u2013109, Heidelberg 2018, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.17885\/heiup.331.c4129\">DOI<\/a>.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_8_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_9_1735\" class=\"footnote\">Der Begriff Datenmodell bezeichnet in der Informationstechnologie im weitesten Sinne ein Regelwerk bzw. eine formalisierte Beschreibung zur Repr\u00e4sentation von analogen Objekten oder Daten bzw. Informationen in einer digitalen Struktur. In diesem Fall sind damit also die Regeln gemeint, die vorgeben, welche Informationen aus der historischen Urkunde in das XML-Dokument \u00fcbernommen werden, unber\u00fccksichtigt bleiben oder erg\u00e4nzt werden sowie die Art, wie diese Informationen in XML annotiert werden.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_9_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_10_1735\" class=\"footnote\">Allgemein: The Power of Networks. Prospects of Historical Network Research, hg. von Marten D\u00fcring, Florian Kerschbaumer, Linda von Keyserlingk-Rehbein, Martin Stark, Abingdon\/New York 2020, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.4324\/9781315189062\">DOI<\/a>; speziell zu Mittelalter und Fr\u00fcher Neuzeit Robert Gramsch-Stehfest: Von der Metapher zur Methode. Netzwerkanalyse als Instrument zur Erforschung vormoderner Gesellschaften, in: Zeitschrift f\u00fcr Historische Forschung 47.1 (2020), S. 1\u201340, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3790\/zhf.47.1.1\">DOI<\/a>.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_11_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_11_1735\" class=\"footnote\">Abbildung aus: Marlene Ernst, Alina Ostrowski, Malte Rehbein: Delegated Jurisdiction in the Iberian Peninsula of the 12th Century. Considerations on a Digital Approach to Personal Networks and Formulaic Language, in Vorbereitung.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_12_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_12_1735\" class=\"footnote\">Vgl. Peter Mutschke: Zentralit\u00e4ts- und Prestigema\u00dfe, in: Handbuch Netzwerkforschung, hg. von Christian Stegbauer u. Roger H\u00e4u\u00dfling, Wiesbaden 2010, S. 365\u2013378, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-531-92575-2_33\">DOI<\/a>.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_13_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_13_1735\" class=\"footnote\">Grundlegend: Marco B\u00fcchler: Informationstechnische Aspekte des Historical Text Re-use, rer. nat. Diss., Leipzig 2013, <a href=\"https:\/\/nbn-resolving.org\/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa-108515\">Link<\/a>.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_15_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_14_1735\" class=\"footnote\">Torsten Hiltmann, Jan Keupp, Melanie Althage, Philipp Schneider: Digital Methods in Practice. The Epistemological Implications of Applying Text Re-Use Analysis to the Bloody Accounts of the Conquest of Jerusalem (1099), in: Geschichte und Gesellschaft 47 (2021), S. 122\u2013156, <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13109\/gege.2021.47.1.122\">DOI<\/a>.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_16_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_15_1735\" class=\"footnote\">\u00c4hnlich gingen k\u00fcrzlich auch Eveline Leclercq und Mike Kestemont: Advances in Distant Diplomatics. A Stylometric Approach to Medieval Charters, in: Interfaces 8 (2021), <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.54103\/interfaces-08-10\">DOI<\/a>, f\u00fcr die stilometrische Untersuchung von Urkunden der Bisch\u00f6fe von Cambrai vor.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_17_1735\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag stellt Alina Ostrowski digitale Methoden aus dem Bereich des Text Mining und der Netzwerkanalyse vor, die im DFG-Projekt \u201eDelegierte Gerichtsbarkeit auf der Iberischen Halbinsel im 12. Jahrhundert\u201c genutzt werden, um die Edition spanischer Papsturkunden mit Fallstudien zur Entwicklung der p\u00e4pstlichen delegierten Gerichtsbarkeit zu verkn\u00fcpfen. Sie geht auf Ziele des Projekts ein und diskutiert Herausforderungen, die mit dem Einsatz der digitalen Methoden verbunden sind.<\/p>\n","protected":false},"author":42576,"featured_media":1740,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_license":"","publish_to_discourse":"","publish_post_category":"","wpdc_auto_publish_overridden":"","wpdc_topic_tags":"","wpdc_pin_topic":"","wpdc_pin_until":"","discourse_post_id":"","discourse_permalink":"","wpdc_publishing_response":"","wpdc_publishing_error":"","footnotes":""},"categories":[16],"tags":[51,89,96,84,95],"ppma_author":[232],"class_list":["post-1735","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-forschung","tag-digitale-editionen","tag-graphen","tag-netzwerkanalyse","tag-tei","tag-text-mining"],"authors":[{"term_id":232,"user_id":42576,"is_guest":0,"slug":"digitrip","display_name":"DigiTRiP-Redaktion","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/0d05de6b036c2251f7f156c4aee5e57b72c3f082f7acfb16c550098081e03acf?s=96&d=blank&r=g","1":"","2":"","3":"","4":"","5":"","6":"","7":"","8":""}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42576"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1735"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1735\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1824,"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1735\/revisions\/1824"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1740"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1735"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/digitrip.hypotheses.org\/wp-json\/wp\/v2\/ppma_author?post=1735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}