Digital resources in the Social Sciences and Humanities OpenEdition Our platforms OpenEdition Books OpenEdition Journals Hypotheses Calenda Libraries OpenEdition Freemium Follow us

„angegraut, nicht allzu groß“: Marc Bloch als erster Historiker im Panthéon

Aux grands hommes, la patrie reconnaissante – „Den großen Männern das dankbare Vaterland“. Seit der Zeit der Französischen Revolution dient das Pariser Panthéon als Ehrentempel der Nation. Für die Aufnahme existiert im Französischen sogar ein eigenes Verb: panthéoniser. Es markiert die wohl höchste, stets postume, Auszeichnung, die eine Person vom französischen Staat erfahren kann. Die Runde der hier Versammelten umfasst unterdessen auch Frauen wie Marie Skłodowska-Curie, Simone Weil und Josephine Baker – und sie wird am 23. Juni 2026 um ein Mitglied erweitert: Mit Marc Bloch wird ein Historiker „pantheonisiert“, der sich 1934 in einem Brief an Richard Koebner so beschrieb, wie der obenstehende Titel vermerkt: „angegraut, nicht allzu groß, mit einer Hornbrille versehen und von wenig britischem Erscheinungsbild“[1].

Verkündet wurde die Ehrung des sich bescheiden gebenden Mediävisten von Präsident Emmanuel Macron bei einer Rede in Straßburg am 23. November 2024[2], als sich die Befreiung der Stadt zum achtzigsten Male jährte. Das Staatsoberhaupt, dem diese Entscheidung von großer politisch-symbolischer Tragweite in der Fünften Republik alleine zusteht (zuvor war sie jeweils Gegenstand parlamentarischer Debatten), wurde wohl auch durch Initiativgruppen von Blochs Ausnahmestatus überzeugt. In Deutschland weitgehend unbemerkt, haben französische Historikerinnen und Historiker seither fieberhafte Aktivität entfaltet.

Mit Bloch wird ein herausragender Gelehrter geehrt, dem allerdings zeitlebens die angestrebte Professur am berühmten Collège de France versagt blieb. Den Sohn des Althistorikers Gustave Bloch führte seine Karriere von der École normale supérieure in der Pariser rue d’Ulm über den Gymnasialbetrieb zunächst an die Universität Straßburg (ab 1919), bevor er ab 1936 an der Sorbonne in Paris lehrte. Gemeinsam mit Lucien Febvre gilt er als Vater der Annales, jener Zeitschrift die beide 1929 ins Leben riefen und die mit ihrem innovativen Forschungsprogramm zu einer vergleichenden und interdisziplinär arbeitenden Sozialgeschichte legendären Status erreichte.

Über sein wissenschaftliches Wirken hinaus wurde Bloch auch zu einer bedeutsamen moralischen Instanz – eine Besonderheit für Historiker (unter den wenigen parallelen Beispielen könnte man etwa an den in der Friedensbewegung engagierten Ludwig Quidde denken, der 1927 den Friedensnobelpreis erhielt). Zentral für seine Rezeption wurde zunächst seine schonungslose Bestandsaufnahme zur französischen Niederlage im kurzen Krieg gegen Deutschland in den Jahren 1939/40. Schon am 1. Weltkrieg hatte Bloch aktiv teilgenommen und sich ausgezeichnet; 1939 meldete sich der 53jährige freiwillig und legte seine Erfahrungen und Einschätzungen in einem Werk nieder, das er selbst als „Zeugnis“ (Témoignage) bezeichnen wollte. 1946 durch Georges Altman als L’étrange défaite („Die seltsame Niederlage“, dt. 1992) herausgegeben, zählt es zu den bedeutendsten Dokumenten für die damalige Wahrnehmung der Ereignisse.

Nach seiner Demobilisierung folgte für den Juden Marc Bloch die Demütigung durch das Vichy-Regime und 1943 der Gang in den aktiven Widerstand. Am 8. März 1944 wurde er in Lyon festgenommen, wochenlang von der Gestapo verhört und gefoltert und schließlich am 16. Juni 1944 gemeinsam mit 29 Résistants erschossen. Zuvor hatte er ein weiteres Werk verfasst: Die ebenfalls postum publizierte Apologie pour l‘histoire („Apologie der Geschichtswissenschaft“, dt. 1974, 2002) bietet grundlegende Reflexionen über das historische Arbeiten: Ihr Autor diskutiert nicht nur methodische Fragen im engeren Sinne, sondern unterstreicht auch die moralischen Verpflichtungen des Metiers. Wer in Frankreich seit den 1980er Jahren Geschichte studierte, lernte unausweichlich Bloch und seine Apologie kennen.

Blochs Leben und Werk führen mit Blick auf die anstehende Ehrung zu Deutungskonkurrenzen: Seine um sein Erbe bemühte Familie hat nachdrücklich unterstrichen, dass er Patriot, nicht Nationalist gewesen sei. Für die Zeremonie am 23. Juni bedingt sie sich den Ausschluss der extremen Rechten aus (Le Monde, 8.2.2026)[3]. Aber welcher Marc Bloch wird nun ausgezeichnet? Der Historiker als moralische Instanz? Der Zeitzeuge? Der engagierte Patriot und Kämpfer für seine Nation, der vom Vichy-Regime als Jude von der Gemeinschaft ausschlossen wurde, für die er bereit war, sein Blut zu vergießen (so jüngst die Zeithistorikerin Alya Aglan in einem schmalen Band zum „zweifachen Tod von Marc Bloch“)[4]? Oder doch vor allem ein Widerstandskämpfer, der zu den anderen jüngst pantheonisierten Résistants stößt? 2021 wurde mit Josephine Baker eine gebürtige US-Amerikanerin bedacht, die erst 1937 die französische Staatsangehörigkeit erhielt (und mit dem métis Alexandre Dumas die kleine Gruppe der wenigen geehrten Schwarzen bildet). Ihr folgten 2024 Missak und Mélinée Manouchian, armenische Geflüchtete, denen die Naturalisierung in Frankreich trotz wiederholter Beantragung versagt blieb und die als Kommunisten im Widerstand kämpften. Bloch repräsentiert hier eine weitere Kategorie der Résistants: jene, die von Vichy als Juden ihrer Rechte beraubt, verfolgt und deportiert wurden.

(Auf-)Klärung zu den durchaus schwierig zu beantwortenden Fragen versprechen die seit November 2024 angestoßenen historischen Projekte – Tagungen, Diskussionsrunden, Ausstellungen – deren Vielzahl kaum zu überschauen ist. Manche Grundlagenarbeiten werden für künftige Forschungen anhaltende Bedeutung haben: An der Pariser Universität Panthéon-Sorbonne zeigt eine Ausstellung Bücher aus dem Besitz von Marc Bloch. Parallel dokumentiert eine Datenbank fast 2800 Titel der von den Nazis 1942 konfiszierten und dann zerstreuten Bibliothek Blochs[5]. Dieses wichtige Analysewerkzeug verzeichnet über 500 deutschsprachige Werke: Bloch nahm die historische Produktion in Deutschland intensiv wahr, machte sie mit zahllosen Rezensionen in Frankreich bekannt und wurde so zu einem bedeutenden Vermittler. Wie sich der Zugriff auf seinen archivalischen Nachlass entwickelt, muss sich noch zeigen. Aktuell hängt die Nutzung eines Großteils der Bestände weiterhin von der Familie ab, die aber der Forschung sehr zugewandt ist.

Insgesamt wird im Rahmen der zahlreichen Veranstaltungen und Publikationen die Vielgestaltigkeit Blochs neu entdeckt, dessen Lektüre schon in den 1980er Jahren Otto Gerhard Oexle, damals Direktor des Max-Planck-Instituts für Geschichte in Göttingen, seinen deutschen Kollegen nachdrücklich ans Herz legte. Gewiss war Bloch nicht der Einzige, der im früheren 20. Jahrhundert eine vergleichende Geschichte anmahnte oder – in seinem erst 1998 ins Deutsche übersetzten „Die wundertätigen Könige“ (1924) – radikal interdisziplinäre Perspektiven aus der Soziologie, Ethnographie und Medizin in das historische Arbeiten einbezog. Insgesamt ist er aber eine Ausnahmefigur, die der heutigen Geschichtswissenschaft ungebrochen Anregungen geben kann. Davon zeugen etwa die 25 Beiträge, die Florian Mazel und Yann Potin jüngst in „Marc Bloch. Geschichte im Widerstand“ (Marc Bloch. L’histoire en résistance) versammelt haben[6]. Sie zeigen Blochs engagiertes Leben auf, in dem die Erfahrung des 1. Weltkriegs zu einem Angelpunkt wurde, der sein historisches Arbeiten nachhaltig beeinflusste. Intensiv wird sein Beitrag als Mittelalterhistoriker gewürdigt und seine Beeinflussung durch die Sozialwissenschaften analysiert. Zuletzt rückt auch die dornige Frage in den Fokus, ob Bloch ein „nationaler Historiker“ gewesen sei.

Seit den 1980er Jahren wurden Leben und Werk Marc Blochs intensiv erforscht: Neben zahlreichen Sammelbänden (1990 war das DHI Paris gemeinsam mit der EHESS an einem solchen beteiligt), legten die US-amerikanische Historikerin Carole Fink (1989), der deutsche Historiker Ulrich Raulff (1995) und der französische Zeithistoriker Olivier Dumoulin (2000) Monographien vor. Eine „intellektuelle Biographie“ Blochs von Peter Schöttler, einem der wohl größten Spezialisten, ist jüngst erschienen und bietet die Synthese aus der langjährigen Beschäftigung des Autors mit Leben und Werk Blochs[7]. Neben diesen vorrangig wissenschaftshistorischen Darstellungen bieten die Beiträge im Band von Mazel und Potin innovative Einblicke, die nicht zuletzt deswegen mit überraschenden und weiterführenden Gedanken aufwarten, weil die Autoren – darunter Étienne Anheim, Valérie Theis, Patrick Boucheron und Guillaume Calafat, der aktuelle Chefredakteur der Annales – häufig keine Bloch-Spezialisten sind. Sie nähern sich aus ihren jeweiligen Perspektiven seinem Schaffen und fördern damit zuweilen lange Vernachlässigtes zutage.

Steffen Patzold, der sich selbst ausdrücklich in diesem Sinne positioniert, liefert mit seinem Beitrag über Bloch und Deutschland ein eindrucksvolles Beispiel. Überzeugend erläutert er, weshalb eines von Blochs Hauptwerken, die 1939/1940 in zwei Bänden erschienene Société féodale, in Deutschland bestenfalls eingeschränkt wahrgenommen wurde. Der junge Theodor Schieffer hatte es bereits 1941 und 1942 im „Deutschen Archiv“ durchaus positiv besprochen – nur sei es „für französische Begriffe etwas trocken und schwunglos geschrieben“, so Schieffer[8]. Dass die Rezeption auch nach dem Krieg verhalten blieb, lag an Blochs Zugang: Er war mit seinem Interesse an gesellschaftlichen Formationen und Vorstellungen für die dominierende „Neue Verfassungsgeschichte“ wohl zu fremdartig, zu deren prägenden Vertretern der lange völkisch orientierte Otto Brunner zählte. Hier passte der schmale Band besser, in dem der Belgier François-Louis Ganshof die Frage beantwortete: „Was ist das Lehenswesen?“ (1944; dt. Übersetzung 1961) Blochs Werk wurde dann 1982 erstmals als „Die Feudalgesellschaft“ übersetzt, aber diese Fassung wurde, ebenso wie eine Neuübersetzung von 1999, dem Original nicht gerecht, dessen sozialwissenschaftlich inspirierte Kernbegriffe stark verzerrt wurden[9]. Grundlegender noch schreibt sich das Ausbleiben der Rezeption in einen Rahmen des gegenseitigen Missverstehens zwischen der deutschen und französischen Geschichtswissenschaft ein, das auch mit einer gewissen Herablassung verbunden war.

Vor diesem Hintergrund wird Oexles Aufforderung, Bloch zu lesen, erst so recht verständlich – und unterstreicht zugleich ein zentrales Anliegen von Mazel und Potin: Marc Bloch sollte nicht im Panthéon verschwinden und in der Erinnerung erstarren. Er, der sich für seinen Grabstein ein schlichtes Dilexit veritatem wünschte, gehört in die Seminarräume, auf die Straße, in die Diskussion, wo er mit seinem Leben und seinem Werk den Mut zur Wahrheit einfordert, der beim Schreiben der Geschichte notwendig ist.

Am 28. Mai 2026 lud das Centre Marc Bloch in Berlin dazu ein, gerade auch diese Dimension vertieft zu diskutieren: Die Tagung „Marc Bloch: Vergleichende Geschichte(n) und deutsch-französisches Engagement“[10] führte konsequent deutsche und französische Perspektiven zusammen und räumte dabei den Aktualitätsbezügen seines Werks breiten Raum ein. Dass die Veranstaltung mit einem Schülerwettbewerb verbunden war[11], hätte Bloch wohl gefreut, der 1942 emphatisch an seinen Sohn Étienne schrieb: „Ich glaube an die Jugend“[12].

Für die Auseinandersetzung mit Marc Bloch markiert die Pantheonisierung am 23. Juni 2026 zwar sicherlich einen Höhepunkt, aber gewiss kein Ende: Schon jetzt ist etwa eine Ausstellung im Panthéon angekündigt, die dazu einlädt, Leben und Werk des großen Historikers näher kennenzulernen. Sie wird vom 25. Juni 2026 bis zum 10. Januar 2027 im Panthéon zu besichtigen sein[13].


Dieser Blogbeitrag bietet die leicht erweiterte Fassung eines Textes, der zunächst unter dem Titel „Ein nationaler Historiker?“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen ist (27. Mai 2026): https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/sachbuch/marc-bloch-wird-in-das-pantheon-aufgenommen-diskussionen-um-leben-und-werk-accg-200842784.html. Der Text ist zugleich eine Besprechung von Florian Mazel, Yann Potin (Hg.), Marc Bloch. L’histoire en résisance. Avec des textes inédits de Marc Bloch, Paris: Éditions du Seuil, 2026, ISBN 978-2-02-154635-4, 27,90 €. Ich danke der FAZ für die freundliche Erlaubnis, den Text hier OA bereitzustellen. Erst nach der Publikation wurde mir folgende ausführlichere Besprechung bekannt, auf die ich gerne hinweise: Kai Nonnenmacher, Marc Bloch im Pantheon: Historiker, Widerstandskämpfer, Märtyrer der Republik, in: Rentrée littéraire: französische Literatur der Gegenwart, https://rentree.de/2026/05/18/marc-bloch-im-pantheon-historiker-widerstandskaempfer-maertyrer-der-republik/.

Zu aktuellen Neuerscheinungen zu Marc Bloch siehe Manuela Lo Sciuto, Ein Blick auf die aktuellen Publikationen zu Marc Bloch, in: Franco-Fil, 17.6.2026, https://francofil.hypotheses.org/13429.

Zu Marc Blochs digital rekonstruierter Bibliothek siehe: Jakob Pruß, Spuren eines Historikers – Marc Blochs Bibliothek digital rekonstruiert (Mittwochstipp 133), in: Franco-Fil, 17. Juni 2026, https://francofil.hypotheses.org/13517.


[1] Peter Schöttler (Hg.), Marc Bloch: Lettres à Richard Koebner (19931-1934), in: Cahiers Marc Bloch 5 (1997), S. 73-82, hier S. 82 (Nr. IV: Brief vom 25. Januar 1934): „Nous ne nous connaissons pas de vue, mais sans doute n’aurez-vous pas trop de peine à identifier un monsieur grisonnant, pas très grand, pourvu de lunettes d’écailles et d’aspect peu britannique.“ Ich danke Yann Potin (Paris) für die Bereitstellung dieses Beitrags.

[2] Die Rede und Videoaufnahmen der Feierlichkeiten sind verfügbar auf der Website des Elysée: https://www.elysee.fr/emmanuel-macron/2024/11/23/ceremonie-commemorative-des-80-ans-de-la-liberation-de-strasbourg.

[3] Über die Bedingung wurde weithin berichtet, s. etwa L’humanité, 8.2.2026, https://www.humanite.fr/politique/extreme-droite/lhistorien-et-resistant-juif-marc-bloch-entrera-au-pantheon-le-23-juin-sa-famille-demande-que-lextreme-droite-soit-exclue-de-la-ceremonie. Zu den unterschiedlichen Versuchen der ideologischen Aneignung und den Positionierungen der Nachkommen von Marc Bloch (im Verein mit zahlreichen Historiker:innen) s. auch die „Tribune“ in Le Monde, 28.10.2025, https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/10/28/non-jordan-bardella-on-ne-peut-pas-citer-marc-bloch-pour-alimenter-le-rejet-des-etrangers-en-france_6649896_3232.html.

[4] Für eine kurze Übersicht zum Inhalt s. https://shs.cairn.info/la-double-mort-de-marc-bloch–9782080144607?lang=fr.

[5] Die Datenbank ist erreichbar unter https://bibliotheque-marc-bloch.lamop.fr/. Am 28. Mai 2026 wurden in der Französischen Botschaft in Paris sieben Bände restituiert, die einst zur Bibliothek von Simonne (Vidal-)Bloch und Marc Bloch gehörten. Die Bücher wurden in den Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin, der Frankfurter Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg und der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz identifiziert, s. https://www.preussischer-kulturbesitz.de/meldung/artikel/2026/05/28/restitution-geraubter-buecher-an-familie-von-marc-bloch.html. Die Bände gehen unmittelbar in den Bestand der Bibliothèque Louis Halphen ein.

[6] https://lamop.pantheonsorbonne.fr/publications/marc-bloch.-lhistoire-en-resistance.

[7] Das Werk ist am 28. Mai 2026 erschienen: Peter Schöttler, Marc Bloch. Une biographie intellectuelle, Paris: Gallimard, 2026. Dank einer Kooperation mit der EHESS hatten wir am DHIP die Gelegenheit, Teile des Werks mit Blick auf die Rezeption Marc Blochs in Deutschland zu diskutieren. Bei der Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Voix aux chapitres“ am 4. Juni 2026 diskutierte Peter Schöttler mit Pierre Monnet (EHESS) und Xenia von Tippelskirch (Goethe Universität/IFRA-SHS): https://www.dhi-paris.fr/de/termindetails/marc-bloch-und-deutschland.html. Ein Videomitschnitt der Veranstaltung wird in Kürze bereitgestellt.

[8] Theodor Schieffer, [Rezension von] Marc Bloch, La société féodale- La formation des liens de dépendance. Paris 1939, in: Deutsches Archiv für Geschichte des Mittelalters 4 (1941), S. 278-279, hier S. 279, online: https://www.mgh-bibliothek.de/cgi-bin/diginada.pl?seite=278&ident=da041&dir=img; Schieffer rezensierte den 1940 erschienen zweiten Band der „Société féodale“ im Folgejahr in Deutsches Archiv für Geschichte des Mittelalters 5 (1942), S. 285-286, https://www.mgh-bibliothek.de/cgi-bin/diginada.pl?seite=285&ident=da051&dir=img.

[9] Zur Besprechung der Übersetzung von 1982 s. etwa Heribert Müller, [Rezension zu] Marc Bloch, Die Feudalgesellschaft, in: Geschichte in Köln 13 (1983), S. 132-135, https://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/48 . Müller konstatiert nicht nur: „Übersetzen ist bekanntlich ein schwieriges Geschäft“, sondern kommt zum Urteil: „Die wortwörtliche Übersetzung geht manches Mal bis an die Grenze des Zumutbaren; …“

[10] Das Programm ist hier verfügbar: https://cmb.hu-berlin.de/events/marc-bloch-vergleichende-geschichten-und-deutsch-franzoesisches-engagement/.

[11] Der Wettbewerb sah zwei Auszeichnungskategorien vor. Als „Eigenständiges Projekt“ einer deutschen Schule mit Französischunterricht gewann das Brettspiel „Les fausses nouvelles à prix bas“, das Marika Döring, Susanna Ehlers, Madeleine Köß und Vincent Köster von der Käthe-Kollwitz-Schule in Hannover entwickelt haben. In der Kategorie „Tandemprojekte“ wurden deutsch-französische Teams ausgezeichnet. Hier setzte sich der Vorschlag zur Benennung einer „Marc-Bloch-Straße“ durch, den Valentine Cornu, Raphaël Desbordes, Hiromi Enguehard, Enora-Diane Quéffelec und Theresa von Mentzingen vom Lycée Nelson Mandela in Nantes und dem Gymnasium Othmarschen in Hamburg gemeinsam einbrachten. Die Projekte wurden im Podcast des Centre Marc Bloch vorgestellt: https://cmb.hu-berlin.de/fr/podcasts/84-marc-bloch-au-pantheon/.

[12] Das Zitat lautet im Original: „Je crois aux jeunes“ und entstammt einem Brief Marc Blochs an seinen Sohn Étienne vom 13. September 1942, s. Lettres de la drôle de guerre, in: Les Cahiers de l’IHTP 19 (Dezember 1991), S. 103. Ich zitiere hier nach Manon Pigot, „Je crois aux jeunes“, in: Marc Bloch. L’histoire en résistance, hg. von Floran Mazel, Yann Potin, Paris 2026, S. 23-58, hier S. 23.

[13] Weitere Informationen sind hier zu finden: https://www.paris-pantheon.fr/agenda/marc-bloch-l-esprit-de-l-histoire.

Klaus Oschema
Klaus Oschema
Klaus Oschema est directeur de l'Institut historique allemand à Paris (DHI Paris) et Professeur d'Histoire Médiévale (Bas Moyen Âge) à… Weiterlesen

Nur der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International nutzbar. Alle anderen Elemente (Abbildungen, importierte Anhänge) sind „Alle Rechte vorbehalten“, sofern nicht anders angegeben.


OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Klaus Oschema (15. Juni 2026). „angegraut, nicht allzu groß“: Marc Bloch als erster Historiker im Panthéon. Dialog und Austausch. Abgerufen am 25. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/16e8x


Das könnte dich auch interessieren …

2 Antworten

  1. 17/06/2026

    […] Juni 2026 erhält der Mitbegründer der „Annales“-Schule eine der höchsten Ehrungen Frankreichs1. Neben bedeutenden französischen Persönlichkeiten wie Alexandre Dumas und Victor Hugo finden sich […]

  2. 18/06/2026

    […] als erster Historiker in den illustren Kreis der bedeutendsten französischen Persönlichkeiten ein.1 Die Ehrung gilt dabei nicht nur dem Résistant, der 1944 von der Gestapo hingerichtet wurde, […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.