48.501 km: Fakten statt Wunschdenken?
Ein Beitrag über einen Blick auf den Kilometerzähler vom Auto, Gedanken im Stau und Zahlen, die man sich mit Hilfe diverser KI’s zusammensuchen lässt. 
Bei zähflüssigem Verkehr falsch auf das Display vom Auto getatscht und wirklich zufällig in die Nachrichten eines öffentlich-rechtlichen Radiosenders geraten, der mir gerade erklärt, wie böse es ist, dass ich einen CO2-Fußabruck hinterlasse, weil ich eben existiere. Auch, weil ich mit dem Auto unterwegs bin, welches eben einen Verbrennungsmotor besitzt.
75.201 Kilometer auf dem Tacho lügen nicht, auch wenn manche (in Berlin?) das vielleicht gerne hätten.
Von dieser Strecke habe ich 48.501 Kilometer selbst abgespult, seit ich den Fiesta im Oktober 23 in Benutzung habe. Das ist schon ein bisschen Asphalt und da fängt man zwangsläufig an zu rechnen, gell?
Jedenfalls dann, wenn man hier und da ein schlechtes Gewissen haben soll, dass man einfach sein Ding im Alltag macht, machen muss, weil die Brötchen nun mal verdient werden müssen.
Viele Klischees rund um die Unwelt exitieren und die ökologische Bilanz ist eben ein kühles Zahlenspiel, das man nicht mit Meinung gewinnen kann.
Zahlen, die man kennen möchte
Ich wollte einfach wissen, ob die ganze Rechnerei zugunsten der Elektromobilität eigentlich aufgeht, wenn man mal die nackten Fakten statt der üblichen Polemik hernimmt.
Mein Benziner hat auf diesen 48.501 Kilometern insgesamt 13.969 kg CO2 auf dem Deckel, wobei die Produktion vom Auto schon mit drin ist. Ein vergleichbarer Stromer aus der gleichen Klasse, zum Beispiel ein Opel Corsa-e, käme heute auf 15.186 kg.
Da schluckt man erst mal, denn ich bin fast 50.000 Kilometer (selber) gefahren und stehe rechnerisch immer noch besser da als jeder, der sich gerade frisch ein Elektroauto geholt hat. Das liegt schlicht an diesem massiven Rucksack aus der Batterieproduktion, den man erst mal mühsam über die Straße abarbeiten muss, is‘ ja klar. Wäre kein Thema, wenn man die Lebensdauer moderner Autos auf Jahrzehnte anlegen könnte, aber … 
Wo ist der Moment?
Wann kommt denn eigentlich der Punkt, an dem die berühmte schwarze Null fällt?
Bei meiner Fahrweise wäre der Gleichstand erst bei etwa 64.103 Kilometern erreicht. Ich müsste also noch eine ganze Ecke weiterjuckeln, nur damit die Bilanz überhaupt mal neutral wird.
Dass man davon in den Hochglanzbroschüren nichts liest, ist logisch, da wird lieber mit gefühlten Wahrheiten gearbeitet als mit realen Kilometern. Und wenn man dann über die Haltbarkeit nachdenkt, wird es richtig finster.
Statistisch gesehen, fängt das große Zittern bei der Batterie oft schon an, bevor die 100.000 Kilometer voll sind. Wenn so ein Akku dann die Grätsche macht, kostet der Austausch locker 15.000 Euro, was bei einem Kleinwagen quasi der wirtschaftliche Exitus ist. Muss nicht so sein, ist aber realistisch und wird nicht selten so kommen.
Ein neuer Akku knallt dann direkt wieder 5 bis 8 Tonnen CO2-Schulden oben drauf, womit die ganze Rechnung wieder von vorne anfängt, während mein Verbrenner einfach weiterläuft.
Was ich mir auf diesen 48.501 selbst gefahrenen Kilometern aber wirklich erspart habe, lässt sich gar nicht nur in CO2 messen.
Während andere sich vielleicht on the road stundenlang vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit irgendwelchen Umerziehungsversuchen beschallen lassen, lief bei mir meine eigene Musik. Zu 80 % Bruce Springsteen, is‘ ja klar.
Sicher, der Boss hat seine eigene Meinung zur US-Politik, aber das soll er mal schön mit seinen Amerikanern ausmachen. Das juckt mich hier wenig. Mir werden hier in Deutschland die Zahlen für jeden Atemzug vorgehalten und CO2-Preise um die Ohren gehauen, da brauche ich nicht auch noch das Oberlehrer-Gequatsche aus dem Radio.
Ich verlasse mich lieber auf das, was ich selbst nachgerechnet habe. Solange die Bilanz der E-Karren erst dann ins Plus rutscht, wenn die Technik eigentlich schon fast reif für den Schrottplatz ist, bleibt das Ganze für mich ein teures Experiment auf Kosten der Logik, wenn man es denn am Ende am Co2 festmacht, wozu ich einen langen Artikel zusätzlich schreiben könnte. Am Ende zählen eben die Zahlen und nicht das, was man sich irgendwo als Meinung zusammenreimt, nun ja.
Und über die Reichweite möchte ich mal gerade gar nichts sagen 
Wie immer, nur mein Senf … 
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