Der Begriff „divers“ galoppiert gerade in eine komische Richtung. Ich glaube, wir müssen ihn wieder einfangen, denn diese Richtung ist nicht gut.
Nicht der Startpunkt, aber eine wichtige Station des Irrwegs war die Einführung des dritten positiven Geschlechtseintrags Ende 2018. Unter mehreren denkbaren Bezeichnungen (alternativ wären etwa „X“ oder „nicht-binär“ in Frage gekommen) wählte man ausgerechnet den Begriff „divers“ aus. Problematisch war dabei von vornherein, dass hier ein Begriff, der eigentlich eine Vielzahl unterschiedlicher Identitätsbegriffe zusammenfasst (nicht-binär, agender, genderfluid, genderqueer, androgyn etc.), der also eine Pluralität beschreibt, als Bezeichnung für je einzelne Personen anwendbar gemacht wurde. Ein Pluralbegriff wurde in den Singular gebogen, und damit begann ein Teil des holprigen Weges. [1]
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