097.2026: Aufgeschrieben

Aber damit ist es nicht – wie sonst so oft – aus meinem Kopf.

 

Ich kämpfe einmal mehr mit einer meiner Phantasien, mit einem meiner unerfüllten Wünsche. Also saß ich heute in der stromlosen Zeit am Schreibplatz. Meine Hand zittere, als ich notierte, was mich so heftig beschäftigt – dementsprechend krakelig erscheint mir meine Handschrift. Wieso? Nun, es war diesmal eben kein phanta­sier­ter Text, keine erfunden, nichterlebte Szene. Was da auf dem Papier zu finden ist, das ist ein sehr klar formulierter Wunsch, einer, den ich schon lange habe. Einer, dessen Erfüllung ich zum größten Teil schon vorbereitet habe. Es fehlt aber noch dies, das und jenes, um ihn bald … Um das Gewünschte endlich erleben zu können. Es macht bis jetzt „nur” ein wundervolles Kopfkino.

Ich könnte innerhalb kürzester Zeit … Aber ich tu es nicht. Aus Angst. Das habe ich heute auch erkannt mit dem Aufgeschriebenen. Nein, ich habe keine Angst vorm Aufwand oder vor Kosten oder vom Bitten um (notwendige) Unterstützung. Das ist alles zu schaffen, das alles ist machbar. Und ich stelle es mir sehr interessant, sehr er­füllend, sehr schön vor, wenn ich mir diesen Wunsch erfülle. Aber da ist eben Angst. Angst davor, daß es bei weitem nicht so gut wird, wie ich es mir erträume – oder daß es so gut wird, daß ich es immer wieder erleben will (ja, es geht um Erleben, nicht um Besitz oder ähnliches). Und die hindert mich daran, die Verwirklichung weiter voranzutreiben, die läßt mich zögern.

Natürlich. Es besteht immer, wirklich immer ein Risiko, eine Unsicherheit, denn hundertprozentige Sicherheit gibt es nur in einigen wenigen Wissenschaften, nicht aber im menschlichen Leben (außer dem Tod). Ich finde meine Angst vor einem (zu) guten Ausgang gerade sehr sonderbar, absurd sogar. Und auch deshalb bleibt diese Phantasie, bleibt dieser Wunsch in meinem Kopf mitsamt der blöden Angst. Deshalb schaffte ich es nicht, all das aus meinem Hirn rauszuschreiben, wie ich das doch bei so vielen anderen Gelegenheiten schaffte und schaffe.

Ich bin schon eine sonderliche Kanaille …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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096.2026: Verdienst

Das Glück währt uns nie lange genug.

 

 

Es ist wohl ein Teil der menschlichen Natur, daß wir mit einem glücklichen Tag nicht zufrieden sein wollen; es müssen doch viel mehr davon sein, schließlich haben wir sie uns verdient? Womit nur, lautet die berechtigte Frage.

 

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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095.2026: Pornographie

Und ich bin nicht ganz unschuldig daran.

 

 

Da liegt sie, die Schenkel weit gespreizt. Geschafft und so scharf wie nie. Alles an ihr glänzt feucht. Ich habe die Lampe so gedreht, daß ihre Mitte gut ausgeleuchtet ist und mache ein paar Fotos von ihr, wie sie so offen daliegt …

 

 

 

Ja, ich habe meine Schere zum ersten Mal selbst geschliffen.

 

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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094.2026: Bestätigung

Wiedereinmal kehre ich Inneres nach außen.

 

Manchmal muß ich schön längst Geklärtes erneut zur Sprache bringen. Vielleicht, weil ich nur vergaß, daß da nichts mehr unklar ist. Vielleicht, weil ich in manchen Bereichen immer und immer wieder die Bestätigung der Richtigkeit meines Denkens und Handelns benötige. Dieses Vergewissern kann natürlich nerven, zu Augen­ver­drehen führen oder zu Unverständnis. Im besten Fall wird mein Bedürfnis akzeptiert und verstanden und geteilt und erwidert.

Es ist wohltuend, dieses Gefühl der Klärung, der Bestärkung. Da erfahre ich etwas, das ich radikale Akzeptanz, gegenseitige radikale Akzeptanz nenne (in der ich mich noch üben muß, vor allem in der Selbstakzeptanz). Da ist ein Einverständnis, wortreich und wortlos, das sich ausbreitet, wenn alles Gesagte stimmig ist. Den Zustand nannte ich früher Seelenverwandtschaft. Heute habe ich kein Wort dafür, aber ein grandioses, warmes Gefühl dabei.

Ihr verzeiht mir, daß ich euch von dieser sonderbaren Art meines Glücks erzähle. Aber wes das Herz voll ist, des gehet der Mund über (oder die Tastatur). Es ist ähnlich wie das wiederholte Sprechen über Grundsätzliches, dieses Schreiben über die eigenen Gefühle. Nur ist es mir hier verwehrt, zu klar zu formulieren – aber ich denke, das geht so, wie ich es jetzt hier tue. Diesmal weiß ich auch sicher, daß ich mit dem nicht alleine bin.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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093.2026: Ganz „schröklich”

Ich will es wirklich nicht, kann es aber nicht abstellen.

 

Heute schrieb ich zwei Texte, die ganz wunderbar herausflossen aus mir, aus meinem Denkicht. Und jetzt stehen sie in meiner Immerdabeikladde.

Nachdem ich mich heute um Vereinsangelegenheiten und das Fliewatüüt kümmerte, wollte ich sie hier veröffentlichen. Beide. Der eine eine wütende Reaktion auf die Politik im Lande, der andere eine Auskunft über mein privates Beziehungserleben. Am Ende löschte ich beide Entwürfe – sie bleiben in der Kladde verborgen. Und kreiseln deshalb weiter in meinem Kopf. In dem Kopf, in dem die ganz private Schere der Selbstzensur heute wieder zugeschlagen hat. Weil ich Arschlöcher nicht Arschlöcher nenne zu dürfen glaube. Weil ich „gierige Mischpoke” anders, gesitteter ausdrücken müßte. Und weil ich bestimmte Körperteile und Handlungen in einem subkulturellen Kontext nicht vulgär (aber authentisch) bezeichnen kann, wenn ich die Texte öffentlich herzeigen will. Glaube ich zumindest – und das habe ich sehr, sehr weit verinnerlicht.

Ja, klar, ich habe andere Blogs, in denen solche Texte Platz finden würden. Aber … Ich will diese Seiten von mir nicht mehr verbergen, nicht mehr abspalten. Am liebsten würde ich all meine Pornos hier integrieren („Aber das geht doch nicht?”) und mich endlich zu all meinen absonderlichen Vorlieben bekennen. Und auch meine okkulte Vergangenheit und meine Verbindungen zur (Chaos-)Magick herholen. Aber wer würde denn den pornösen Blog eines verwirrten Hexers, der regelmäßig über Politiker sich auskotzt, am End noch lesen wollen?

Die Selbstzensur ist erbarmungslos. Denn die funktioniert auch in persönlichen Gesprächen. Und ganz hervorragend bei all dem, was ich herzeigen möchte. Ganz schröcklich ist das und für mich nicht zu vermeiden.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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092.2026: Danach aber

Es soll so werden, wie es immer wurde.

 

 

Es wird hoffentlich so werden, wie es jedes Mal wurde. Sie wird die Momente genießen, die sie sich seiner Zuwendung hingibt. Unein­ge­schränkt übrigens, so, wie sie es im Geheimen abgesprochen haben und es sich jedesmal wieder bestätigen. Und es wird, wenn es nach ihr geht, nichts, überhaupt nichts anders werden als bisher. Sie bereitet sich vor wie immer: ein Bad, das Kleid, Strapse, Parfüm. Auch den Wein stellt sie bereit.

Danach aber, danach, so hat sich Tante Erdmute vorgenommen, wird sie ihn nicht ihres Schlafzimmers verweisen, sondern ihn erst­mals bitten, bis zum Aufstehen mit ihr im Bett zu bleiben.

 

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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091.2026: Vorher

Ich denke mal wieder von einem zum nächsten Phänomen.
Blick in meine Denkerei.

 

Zu dritt stehen sie am Brückengeländer. Drei Menschen, die sich zufällig begegnet sein können hier oben. Oder sind sie gemeinsam, mit einem gemeinsamen Ziel hergekommen? Wer sich nicht traut, sie darauf anzusprechen, oder keine Mög­lich­keit dazu hat, wird es nie erfahren.

 

Es ist ein Phänomen: Aus einer gegebenen Situation können nur wenige Menschen Rückschlüsse auf das ziehen, was zur Situation führte. Ich zum Beispiel sehe mir eine Fotografie an, kann, was in eben jenem Moment der Aufnahme war, erkennen – und zum Vorher, zu dem, was zu eben dem Abgebildeten führte, nichts wissen; ich kann nur phantasieren, spekulieren, vemuten. Und das ist etwas, was ich mühsam lernen mußte. Ich kann nichts über Ursachen, Gründe, Beweggründe wissen, ich werde nie erfahren, welche Zufälle (oder welche Vorhersagungen, Vorbestimmungen) maß­geb­lich waren, zu einer deutlich erkennbaren Folge führten. Und ich begriff, daß diese Unwissenheit auch eine Art Schutz ist: Davor, etwas um jeden Preis durchzusezten oder zu vermeiden, das doch notwendig sein kann.

Es ist schon (ich wiederhole mich, ja) ein seltsames Ding mit meinem Denkicht: Darinnen steckt eine überschäumende Phantasie, die machmal zu groß zum Heraus­lassen ist. Dennoch versuche ich immer wieder, mir zu Gesehenem, zu Gehörtem oder Gelesenem ein Vorher zusammenzureimen. Mir eine stimmige Variante davon zu erschaffen in der Hoffnung, damit und daraus etwas herleiten zu können, was sinnvoller- und realistischerweise gewesen sein muß könnte. Weil ich selbst bei guten Bekannten mich manchmal nicht traue, Fragen zu stellen, die für mich wirklich wichtigen Fragen zu stellen, habe ich auch da nur vage Ahnungen und Vermutungen über das, was ich sehe. Ja, das ist nicht immer oder sogar oft nicht notwendig. Dennoch scheint es für mich, für meine Fähigkeit, so manches einzuordnen, immer wieder notwendig zu sein. Auch ein Phänomen, nicht wahr?

Und da bin ich wieder bei einer der Fragen, die ich mir nicht selbst beantworten kann. Bin ich allein mit meiner Unfähigkeit, das Vorher zu erfassen – und mit der nachzufragen, um dann einordnen zu können? Ich weiß, daß es wahrscheinlich nicht so ist … Nein, ich vermute. Begründet zwar, aber ich vermute nur. Und manchmal will ich mich nicht mit Vermutungen zufriedengeben; dann springt mein Denkicht an und konstruiert etwas, das mir hilft, mich mit Dingen abzufinden, sie zu akzeptieren, wie sie zu sein scheinen. Wie oft ich schon erlebte, daß meine Variante so absolut nichts mit der wirklichen Vorgeschichte, dem echten Vorher gemein hatte? Fast jedes Mal, wenn ich davon dann erfuhr.

Und zuweilen geschieht es sogar, daß ich mit dem zufrieden bin, was ich mir da ausdenken konnte.

 

Ach ja, die Drei ganz oben im Beitrag: Sie sind sich zufällig begegnet, wollten alle ein bestimmtes Motiv fotografieren. Und ganz nebenbei fragten zwei die dritte Person nach dem Weg. Jaja, klingt gut, aber: Was war vorher …

 

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Der Emil


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090.2026: Träumereien

Noch weiß ich nicht, was überhaupt daraus werden kann.

 

Ich schaffte es soeben, noch ein paar andere Gedanken niederzuschreiben, die vom Wochen­ende übriggeblieben waren. Die drehten sich alle um eine Phantasie, eine am Wochenende von mehreren Menschen gesponnene. Und vorerst bleibt es eine reine Phantasie, für die es weder Plan noch Möglichkeit zur Umsetzung gibt. Aber genau die hat sich über Jahre (ja, wirklich) entwickelt, von sehr vorsichtigem Heran­tasten über zweideutige Eindeutigkeiten bis hin zu dem halbwegs Konkreten, was es jetzt ist bzw. werden kann.

Noch weiß ich nicht, in welcher Form ich das Notierte verarbeiten kann. Ob daraus vielleicht eine Miniatur werden wird? Ob ich das Tante Erdmute als Erinnerung unterschiebe? Für sie kann ich mir ein entsprechendes Erlebnis gut vorstellen. Schön wärs schon …

Solch besondere Dinge passieren einem auch nur im Leben draußen – mir jedenfalls geschehen sie nur dort. Im Netz hat da noch nie etwas so gut gepaßt. Hach. Ich glaube, ich seh mir das Aufgeschriebene gleich nochmal an und beobachte, was dabei in meinem Denkicht passiert. Hoffentlich fallen mir nicht zu viele Sätze ein, die ich noch hätte sagen sollen, zuviele verpaßte Gelegenheiten (das dazuzuschreiben konnte ich mir nicht verkneifen, echt nicht). — Nein, alles gut. Denn es war ein sehr harmonisches Gepräch, was geführt wurde, da war kein Stutzen und kein Stottern, bei niemandem.

Es muß auch einiges erstmal weiter besprochen werden, deswegen.

 

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Der Emil


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089.2026: Gelegenheiten

Ein sehr langes Wochenende liegt hinter mir.

 

Vier Tage lang hatte ich die Gelegenheit, mich in digitaler Abstinenz zu üben. Es ist mir ehrlicherweise nicht gelungen: Zwar schrieb ich nichts bzw. nicht viel in dieses Internet, aber ich sah immer wieder auf meiner flachgeklopften Hexenkugel nach, was es denn Neues gäbe. Und schüttelte fast jedes Mal, da ich das tat, ziemlich heftig mit dem Kopf. Nein, Einzelheiten muß ich sicher nicht erwähnen.

Drei von vier Tagen hatte ich Gelegenheit, Wissen zu vermitteln, Lächeln zu provo­zie­ren, Lachen auszulösen. Und das trotz und während zeitweise unschönem Wetter. So entstanden und geschahen wieder Begegnungen, die auch mich lächeln und lachen ließen, sei es mit gelungenem Wortwitz oder – ja, das geschieht – anerkennenden Worten für mich und dem daraus entstehenden Gefül, bauchgepinselt worden zu sein. Und mittlerweile gibt es Menschen, die schon mehrere Jahre immer wieder zu mir kommen, weil sie sich jedesmal freuen, mit mir ein paar Worte zu wechseln zu können.

Ich hatte Gelegenheit, viele Namen in Deutschen Buchstaben handschriftlich zu notieren (und natürlich dürfen die dann mitgenommen werden von den Namens­trägern). Ja,es waren auch wieder Kinder da, die sich wunderten über all die Dinge, mit denen man schreiben kann (z. B. mein Holunderästchen und eine Glasfeder). Ich übte im Angesicht von Linkshändern weiter an meiner Fähigkeit, mit der linken Hand zu schreiben – aber auf dem um 90 ° im Uhrzeigersinn gedrehten Blatt, was auch eine Gelegenheit war, diesen Trick weiterzugeben.

Ich hatte Gelegenheit, drei Nächte lang draußen zu schlafen – in einem nicht wasser- und winddichten Zelt. Und ich vermißte weder das zuhause übliche Ticken einer Uhr noch TV oder Radio. Ich hatte Gelegenheit, mit netten Menschen (auch solchen, die ich noch nie traf) um ein Feuer zu sitzen. Ich hatte Gelegenheit, durch das Vorlesen eines kurzen handschriftlichen Textes zu einem „Ach so!” zu verhelfen.

Ihr könnt es lesen: Das waren viele Gelegenheiten mit wohltuenden Erlebnissen, und ich habe bei weitem nicht alle aufgezählt. (So ganz leicht fiel es mir nicht, schon die wenigen hier aufzuzählen; es hatte für mich grad ein Geschmäckle von Eigenlob.)

 

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Der Emil


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088.2026: Altertümlich

Eine Szene in totaler Finsternis und was aus ihr wurde.

 

 

Endlich sind sie unten, die unendlich lange Treppe liegt hinter ihnen. Und gerade jetzt erlischt die Kopflampe. Sie stehen wie versteinert in undurchdringlicher Finsternis. Eine andere Lampe haben sie nicht dabei.

 

 

Nach diesen drei Sätzen wurde ich gestört, mußte ich mich um etwas anderes kümmern. Nach den 15 Minuten abseits vom Text war die Szenerie, die ganze Geschichte einfach weg. Verschwunden. Fast eine Stunde saß ich vor dem Papier und suchte. Nach der Stimmung, die ich damit transportieren wollte (düster, aber nicht hoffnungslos) – doch selbst als die wiedergefunden war, sah ich keinen Weg, sie niederzuschreiben. Das ist die Krux an meiner Arte, Texte zu verfassen: Am Stück runterschreiben, direkt aus dem Kopf in fertige Sätze packen. Wenn ich da aus dem Fließen gerissen werde, ist es i. d. R. vergebliche Liebesmüh', ihn später fortsetzen zu wollen.

Die drei Sätze stehen niedergeschrieben, ein Klebchen ragt in der Kladde etwas über den Seitenrand hinaus und weist mich auf etwas Unvollendetes hin. Hin und wieder sehe ich mir solche Abbrüche an, schreibe sie auf einen Zettel in der Hoffnung, hineinzufinden und so weiterschreiben zu können. Aber die Zettel schmeiße ich regel­mäßig weg, weil sie nichts Neues, nichts Passendes brachten. Hier, bei diesem Beispiel weiß ich noch, daß das Geräusch des Streichholzanzündens eine Rolle spielen sollte – aber welche nur? Mit Bleistift habe ich das zum Anfang dazu­ge­schrie­ben. Und eben diese Streichhölzer bedingten wohl zum Teil das „Altertümlich”.

Drei Sätze und zwei drei Worte. Mehr ist nach der Unterbrechung, die den Abbruch bedeutete, nicht geblieben …

 

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Der Emil


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