Wetterwechsel

März 6, 2026 § 6 Kommentare

Viele hadern mit dem Winter. Sie nehmen ihn als potentielles / tatsächliches Hindernis im Alltag wahr. Als Ausbremsen routinierten Fortkommens durch das Aufkommen von Eis und Schnee, durch langwieriges An- und Ausziehprocedere. Selbstgemachtes Verkehrsaufkommen ist auch ärgerlich, wird aber weit eher hingenommen als das Wirken eines Wettergottes. Früher als Strafe erlebt, entfällt nunmehr die Rückkoppelung an das eigene Tun, das sich stets nur belästigt fühlt durch das Wirken nicht beeinflussbarer Faktoren. Dabei liegt im Wechsel, und eben auch im Wetterwechsel, die potentielle Kraft für neuer Impulse, für das Runterfahren des eigenen Motors und staunendes Wahrnehmen unbegreiflicher Schönheiten, für ein Sicheinlassen auf Phänomene der Welt ringsherum. Und wie könnte es einen Frühling geben, ohne zuvorigen Winter? Das Potential sinnlich erfahrbarer Sensationen wächst mit ihrer Spannweite. Nicht jeder muss darob aber gleich die Extreme suchen. Den Kick im Alltag gibt’s frei Haus, oft reichen ein paar Schneeflocken.

Zwei Mal Acryl auf Buchdeckel.

Noch mehr Schnee!!

Februar 14, 2025 § Ein Kommentar

(Alle Fotos heute morgen im Tiergarten) auch auf instagram

Schnee!

Februar 13, 2025 § Hinterlasse einen Kommentar

(Heute im Tiergarten)

Am Horizont

Februar 25, 2024 § 4 Kommentare

Acryl auf Leinwand 28×36 cm

Eine kleine Fotostrecke…

Dezember 5, 2023 § 3 Kommentare

… zwischendurch. Immer wieder gerne steige ich auf meiner täglichen Radtour zur Arbeit ab um hier und da zu knipsen. Motive bieten Spree und Tiergarten zuhauf, um so mehr jetzt, da Herbst und Winter sich die Klinke in die Hand geben und dabei erstaunlich gut vertragen. An eine solche Kälte noch im November und Anfang Dezember erinnere ich mich aus meinen frühen Berliner Tagen Ende der Achtziger. Meine damals täglich zu absolvierende Fahrradstrecke betrug zweimal eine halbe Stunde, inzwischen ist sie auf zweimal eine viertel Stunde geschrumpft. Bin halt ein alter Antizykliker. Wo andere in bestimmter Lebensphase irgendwann bauen und/oder aufs Land ziehen, bleib ich dran am Geschehen und erspare mir weite Wege oder andere zum Beispiel winterlich bedingte Kalamitäten. Sicher ein Erbe meiner Mutter. Als mein Vater bei allgemein prosperierender Wirtschaftslage bauen und raus aus der Stadt ziehen wollte, hielt meine Mutter dagegen. Ihren Kindern wollte sie nicht weite Wege mit Schulbus etc. zumuten. PKW-Kutschieren kam eh nicht in Frage. Und sie setzte sich durch.

Schneewärts

Mai 13, 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

Weil wir uns den Schnee erwandern wollten, fuhren wir nur bis zur Mittelstation hinauf. Unterwegs dann die Vegetation teils um Wochen hinter der unten im Tal zurück, zarte Knospen erst, aber saftiggrüne Wiesen in hübschem Kontrast zu Felsengesprenkelten Schneegipfeln im Hintergrund. Ein paar Schafe aufs Fressen konzentriert mit wenig Sinn für die erhabene Bergwelt.

Dann vereinzelt Schneereste, schnell aber großflächig krustig tauender schließlich feinster Pulverschnee. Wer wie ich den Winter über keinen Schnee abbekam, holt ihn sich eben im Mai im Hochgebirge. Passt schon, im Nachhinein. Höhe gewinnen aber ist anstrengend:

Oben auf der Alm tapfer draußen gesessen, eine gnädige Sonne gibt sich, vielmehr uns die Ehre, das Bergpanorama fest im Blick.

Später aber drinnen am offenen Kamin aufgewärmt, bevor‘s hinunter ging, fast im Galopp weil Knieschonender. Merke: Abwärts immer die Schwerkraft mitnehmen anstatt sich dagegen zu stemmen, ist effizienter. Und Papas alte Wanderschuhe, rechtzeitig neu besohlt, gewährleisteten sicheren Tritt. Jetzt sitzen wir im Ort auf dem Balkon und schauen hinauf zum Schnee, dessen Weiß nahtlos in den Himmel übergeht. Und dieser Himmel glänzt wie ein Spiegel der nur Licht reflektiert.

„Du hast bis jetzt noch nichts geschrieben!“

Februar 5, 2019 § 8 Kommentare

Neulich war über Nacht ein wenig Schnee gefallen. So schnell wir konnten machten wir uns auf den Weg in den nahe gelegenen Tiergarten, um dieses kostbare und so seltene Gut in naturnaher Umgebung in Augenschein zu nehmen. So schnell wir konnten waren dann aber doch drei Stunden, so lange brauchen wir nämlich an einem Sonntag Morgen. Im Tiergarten angekommen war dann nicht mehr viel übrig, es taute bereits mächtig, das Wenige gab aber doch einen schönen Kontrast zum Grün. Und wie ich eben die wenigen dort entstandenen Fotos im WordPress Editor hochlade, und ein wenig an der Präsentation herum probiere, ploppt oben rechts ein gefährlich rot markierter Balken auf:

Du hast bis jetzt noch nichts geschrieben!

Nein, kein Fall von KI, wie mancher jetzt denken könnte. Ein erneutes Beispiel für die Plage unserer Zeit, die permanente Besserwisserei und Gängelei im Alltag. Wie und Was wir leben sollen, ist schon lange keine Frage mehr der Einhaltung von Gesetzen, sondern ein gnadenloses Eingesperrt-Werden in eine Zwangsjacke infantilen, moralinsauren Samaritertums. Zwei Minuten nichts geschrieben, da wird ein WordPress-Knecht in seinem knackig Kaliforniesken Büro schon nervös. Ich sage dazu nur:

Friede auf Erden und allen ein Wohlgefallen 🙂

(Und verlinke an dieser Stelle gerne zum Blog der famosen Frankfurter Künstlerin Phyllis Kiehl, die ihre entspannte Haltung zur „Textpflicht“ im aktuellen Beitrag in locker gebundene Sprache fasst.)

 

Natur und Kunst

April 3, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Über Ostern mit der Bahn nach Chemnitz – Besuch der Conrad-Felixmüller-Ausstellung – und weiter mit der vom Aussterben bedrohten Erzgebirgsbahn – wo man noch so schöne Sätze hört wie „Bedarfshalt. Zum Aussteigen bitte JETZT Haltewunschtaste betätigen“ – nach Olbernhau. Aus der als Frühjahrswanderexkursion geplanten Reise wurde kurzerhand ein nachgereichter Winterurlaub. Herrlich. Schon die Zugfahrt nach Leipzig ließ an meinem Auge eine Welt vorbeiziehen, die ein gnädiger Gott großzügig mit der Puderzuckerbüchse bestreut hatte. Hoch gestimmt nahm ich die entgrenzte und aller Schmuddeligkeiten enthobene Welt da draußen wahr. Allerdings glaube ich nicht ganz normal zu sein, denn umgeben bin ich von Menschen, die in letzter Zeit ob jeden erneuten Schneefalls aufstöhnten. Und das nicht vor Lust. Dabei gibt es nichts Schöneres als Schnee. Wenn er da ist. Es gibt auch nichts Schöneres als lau temperierte, mild riechende Frühlingsluft. Wenn sie da ist. Und am Schönsten ist ein heißer Sommertag, der sich urlaubenderweise bereits am Nachmittag mit einem kühlen Glas Weißwein zelebrieren lässt. Alles zu seiner Zeit wohlgemerkt. Glück ist, hab ich grad gelesen, nicht alles zu wollen und vor allem nicht sofort.  Sehr wohl bewusst bin ich mir der sozialhygienischen Bedeutung geselligen Klagens. Meckern ist der Stuhlgang der Seele. Aber einer muss ja den Spielverderber geben. Ich tu’s gern. Und schweife ab. Im Erzgebirge wanderte ich durch tief verschneite Landschaften und trotze der Kälte immerhin ein paar Skizzen ab:

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Hier der Blick auf Olbernhau-Grüntal, mit Eisenbahnbrücke und Cafe Hüttenmühle, da gibt’s leckere Torten und in der angeschlossenen Pension ein warmes Zimmer mit Bett, Stuhl und Tisch. Die sympathische Wirtin bereitet ein leckeres Frühstück und ertrug tapfer meinen zugegebenermaßen etwas speziellen Humor. Sie wußte nämlich zu berichten, dass in dem beschaulichen Örtchen allerhand Polizei unterwegs sei auf der Such nach Crystal, das in dieser Grenzregion in größeren Mengen an Jugendliche verkauft würde. Woraufhin ich meinte, da müsse man sich ja wenigsten, wie andernorts auf dem Lande,  keine Sorgen machen dass die Jugend abwandert. Ich wurde auf meinen Wanderungen auch nicht gefilzt. Wohl zu alt.

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Olbernhau_Grüntal03

Olbernhau_Grüntal02

Auf dem Rückweg widmete ich mich nochmal der wirklich sehenswerten Kunstsammlung in Chemnitz

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und in Zügen, auf Bahnhöfen und in Cafes gab’s ausreichend Gelegenheit für rasche Skizzen:

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Wo bin ich?

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