Oberlausitzen
Mai 13, 2024 § 2 Kommentare
Vier Tage Oberlausitz, Basislager Bildungsgut Schmochtitz, ehemaliges Rittergut in ländlicher Umgebung eingebettet in liebevoll gepflegte Parkanlage. Eine dort aufgestellte Sphinx, geschaffen im Auftrag einer ortsansässigen Gräfin von einen Dresdner Bildhauer soll an Napoleons Feldzug in Ägypten erinnern. Mir diente die Steinfigur als Vorlage fürs Zeichnen:








Eine weitere Anregung zum Zeichnen bot sich mir in Cunewalde. Vis-a-vis der dortigen, imposanten Dorfkirche stand folgende Plastik zum Gedenken an die Toten zweier Weltkriege:








Nike
März 9, 2024 § 9 Kommentare

Im Gegenwind voranstürmende, barbusig leicht gekleidete Damen wirken aphrodisierend auf kriegslüsterne junge Männer und verheißen Lohn für die Zeit nach entbehrungsreich geschlagener, hoffentlich gewonnener Schlacht. Ein unbekannter griechischer Bildhauer schuf in der als Nike von Samothrake bekannt gewordenen Skulptur die prototypische künstlerische Ausformung. Eine Replik der im Louvre aufgestellten rekronstruierten Plastik steht im Lichthof der TU in Berlin und wirkte dort auf mich immer schon seltsam deplaziert. Als ich Ende der 80er Jahre während des Studiums häufiger dort vorbeikam, setzte die beschwingte Erotik in ihrerer marmornen Anmutung wenig Energie frei. Zu sehr belasteten mich Planspiele einer sich nirgends abzeichnenden beruflichen Zukunft. Übrigens trieb ich dort nicht, wie es der Hochschulename nahelegt, technische Studien, sondern war am kleinen aber sehr feinen geisteswissenschaftlichen Fachbereich zugange. Illustre Persönlichkeiten wie Walter Höllerer, Norbert Miller, Peter Wapnewski, Carl Dahlhaus, Thomas Cramer, Harald Hartung gaben sich dort die Klinke in die Hand. Die Zeichnung der Nike entstand vor längerer Zeit auf chinesischem Papier.
Mit der Zahnbürste durchs Bode-Museum
Februar 12, 2017 § 2 Kommentare
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Warum verhehlen, dass der Pinsel ein unbeholfenes Instrument ist? …Das ist, als wolltet ihr den lichtgleißenden Kosmos mit einer Zahnbürste angehen.
Die frisch aus der Bibliothek ausgeliehenen Tagebücher Witold Gombrowiczs (1904 – 1969), ein stattlicher Wälzer von gut 900 Seiten, lagen auf meinem Tisch. Ich schlug sie wahllos in der Mitte auf, und – bam – ein Paukenschlag: ich war mitten in einer Polemik gegen die Malerei, die sich gewaschen hat. Gleich von zwei Seiten nimmt dieser faszinierende Autor, von dem ich bisher nur wenig gelesen habe, die bildende Kunst in die Zange. Einmal als diejenige unter den Künsten, die das Leben nicht in seiner Bewegung darstellen kann – und Leben ist, laut Gombrowicz, Bewegung. „Das Wort entwickelt sich in der Zeit, das ist wie ein Ameisenzug, jede bringt etwas Neues, Unerwartetes… Der Maler aber ist mit einem Satz restlos ausgeworfen, ganz auf der Fläche, reglos auf der Leinwand – wie ein Klumpen.“ Zum anderen über das, wie er es nennt, Milieu der Maler und ihrer Anhänger, die einer törichten Mystifikation der Kunst das Wort reden. „Zunächst einmal zwingt euch jener komplizierte Herdenmechanismus, der sich historisch herausbildet, vor dem Gemälde in die Knie – und erst dann versucht ihr, euch mit einer raffinierten Argumentation weiszumachen, ihr wäret deshalb in Begeisterung geraten, weil das Werk begeisternd sei.“ Gombrowicz, Skeptiker durch und durch, mistraut der Begeisterung, dem Überhöhten und der auf den Schild gehobenen Idee. Soweit der Anfang meiner Beschäftigung mit diesem Autor. Fortsetzung folgt. Hier nun einige Versuche, die im Nachgang zu einem Besuch des Bode-Museums in Berlin mit der Zahnbürste auf chinesische Papier entstanden. Da ist zunächst eine Tonfigur von Caius Gabriel Cibber, „Sinnbildliche Darstellung von Wahnsinn und Raserei“. Sodann eine Plastik aus dem späten 16. Jahrhundert, betitelt „Schreiende Frau“, die mich immer wieder fasziniert. Als nächstes die „Kopfstudie eines Afrikaners“, schließlich ein Detail aus der Gruppe „Samson und Delila“ von Artus Quellinus d. Ä.
(Alle Zitate aus: Witold Gombrowicz, Tagebuch 1953 – 1969. Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Hanser Verlag 1988.)
Nachlese Ethnologische Sammlung DahlemTeil Eins
Januar 10, 2017 § 6 Kommentare
Die Maya – Sprache der Schönheit
Mai 30, 2016 § 2 Kommentare
So lautet der Titel einer zur Zeit laufenden Ausstellung im Berliner Gropius-Bau. Spektakuläre Einblicke in eine grausame und – aus sicherer zeitlich/räumlicher Distanz heraus betrachtet – beeindruckend schöne Welt. Eine größere Distanz zu unserer auf Sicherung/Absicherung bedachten, behüteten Welt scheint kaum denkbar. Obwohl – verstärkte Tendenzen zu Bodyart in Form von Piercings, Tattoos etc. weisen ja wieder in eine andere Richtung…
Im folgenden drei Eitempera- bzw. Kohleskizzen nach Ausstellungsexponaten.

























