Lichtklang am Thunersee

Juli 31, 2024 § 4 Kommentare

An dem Blick oberhalb des Thunersees Richtung Niesen und Stockhornkette konnte man sich nicht sattsehen. Zu jeder Stunde war das Licht anders, im Wechsel von Tageszeit, Wetter, Sonnenstand, Mond gar – der leicht surreale Lichtschein auf dem nächtlichen, fast schwarzen Wasser entpuppte sich als Widerschein des über der Stockhornkette aufgehenden Vollmondes… Im Nachgang spüre ich dem Lichtklang anhand vor Ort gefertigter Tusche- und Filz-Zeichnungen mittels Wasserfarben nach. Die Fantasie schlägt da durchaus ein paar Kapriolen.

Im Hodler-Land

Juli 17, 2024 § Hinterlasse einen Kommentar

Dass wir uns hier im Postkartenland befinden, fiel natürlich nicht erst uns auf. Mindestens seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert sind die Alpen beliebtes Sujet für Maler (und Malerinnen?). Den gemeinhin eher für seine musikalischen Werke gewürdigten Felix Mendelssohn-Bartoldy entzückte auf der Durchreise in Interlaken die Gegend so sehr, dass er gleich alles abmalen wollte, wie man in einem Brief nachlesen kann. Ein halbes Jahrhundert später bereiste Ferdinand Hodler, gefeiert gleichermaßen für seine symbolistischen Menschendarstellungen wie für beeindruckende Naturschilderungen, die Gegenden am Thuner und Genfer See mit Malkasten und Staffelei. In der Literatur kann man nachlesen, wie sehr er darum bemüht war, das in der Natur real Vorgefundene im Hinblick auf seine Bedürfnisse nach idealisierter Naturauffassung auszuformulieren. Vergleiche ich nun vor Ort seine Gemälde (anhand mitgebrachter Fotografien) mit dem unmittelbar Wahrnehmbaren, so verblüfft insbesondere die virtuose Farbgebung. Die zwischen weiß, blau, türkis und grün changierenden Töne der sich ständig im Licht verändernden Oberfläche des Thunersees hat er genau so auf die Leinwand gebracht. Unsere Wanderungen nutze ich für Skizzen von verschiedenen Standpunkten aus, besonders günstig hierfür das nicht umsonst so genannte Niesenbänkli mit prachtvollem Ausblick auf diesen seltsam kegelförmigen Berg. Die letzte Skizze entstand direkt am See an einer kleinen Badestelle.

Oberlausitzen

Mai 13, 2024 § 2 Kommentare

Vier Tage Oberlausitz, Basislager Bildungsgut Schmochtitz, ehemaliges Rittergut in ländlicher Umgebung eingebettet in liebevoll gepflegte Parkanlage. Eine dort aufgestellte Sphinx, geschaffen im Auftrag einer ortsansässigen Gräfin von einen Dresdner Bildhauer soll an Napoleons Feldzug in Ägypten erinnern. Mir diente die Steinfigur als Vorlage fürs Zeichnen:

Eine weitere Anregung zum Zeichnen bot sich mir in Cunewalde. Vis-a-vis der dortigen, imposanten Dorfkirche stand folgende Plastik zum Gedenken an die Toten zweier Weltkriege:

Totentanz einer Tulpe

Mai 5, 2024 § 5 Kommentare

Gestern, am vorletzten Tag unseres Gnitzer Kurzurlaubes, krümmte sich an den Tulpen ein einzig verbliebenes Blütenblatt, eingekringelt und in sich gekehrt das Ende erwartend. Nichts hatte das Blütenblättchen von seiner rotvioletten, gelb gemusterten Farbe eingebüßt. Aber entfalten konnte sich der schillernde Ton nicht mehr. Die würfelartige Spitze meines permanent marker drehend, schleifend, schiebend und rubbelnd ansetzend versuchte ich, dem eigenartigen Minimalismus der sterbenden Pflanze nachzuspüren. Im folgenden wiedergegeben jede Zeichnung recto und verso (was vom Schreibmittel auf der Rückseite des Papiers sichtbar wurde, nimmt den weiteren Verfallsprozess schon voraus. Sozusagen).

Gnitzer Tulpen

Mai 2, 2024 § 6 Kommentare

Auf der Terrasse sitzend in angenehmst mild spätfrühlingshafter Sonne und vor der Kulisse des im Licht funkelnden Achterwassers springen drei Tulpen ins Auge. Kräftig rot leuchtend aber überschrittenen Zenits stemmen sie sich ihrem Ende entgegen. „Man suche nur nichts hinter den Phänomenen, sie selbst sind die Lehre“ sagt Goethe*.  Einstweilen überlasse ich das Rot der Einbildungskraft des Betrachters, und arbeite mit Permanent Marker auf Moleskine Daily Diary 2023-2024.

zitiert nach Anita Albus, Die Kunst der Künste.

Aktzeichnen

April 27, 2024 § 4 Kommentare

Inmitten der Vorbereitung zur Ausstellung war noch Zeit für einen Termin mit Modell in Mols Landens Atelier. Sehr angenehm entspannte Atmosphäre, wunderbares Modell. Unter anderem auf A3-Karton zeichnete ich in Permanent Marker und Kohle – eine Kombination, die sich spontan ergab und gut funktionierte.

Wo bin ich?

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