The Outrun
Juli 9, 2025 § Hinterlasse einen Kommentar

Zum Sommer gehört für mich das Open-Air-Kino. Der Film beginnt, noch dämmert der Tag leise vor sich hin, aber vor der aufsteigenden Schwärze der Nacht beginnt das Geschehen auf der Leinwand zu leuchten, ihre Brillanz zieht uns in die Geschichte. Dieses Mal The Outrun. Die Heldin, eine junge Frau, liebt die Orkney-Inseln und den Alkohol. I can‘t be happy without alcohol, sagt sie in einem Moment des Films. In Rückblenden zeigt der Film ihre Abstürze, die Gefährdungen des Londoner Alltags und ihren Versuch, über eine Therapie von der Sucht loszukommen. Zurück in ihrer Heimat, einer entlegenen Inselgruppe im Norden Schottlands, befreit sie sich von der Sucht, indem sie Kraft aus der rauen, widerständigen Schönheit der Natur zieht. In einem kathartischen Moment steigt sie in das eiskalte Meer und badet im Angesicht eines Seehundes. Aus seinem Blick zieht sie das Vertrauen in ihre eigenen Kräfte. Ein starker Film mit beeindruckenden Bildern und einer intensiven Hauptdarstellerin Saoirse Ronan.
Auf Makulaturkarton
September 12, 2020 § Ein Kommentar










Jeder schöpferische Akt ist Materie abgetrotzt und behauptet sich somit gegen Wiederstände. Energie muss in Stellung gebracht werden, um eine Ziel gegen Wiederstand zu erreichen. Eleganter ist freilich stets, wiederständiger Energie zu folgen und sie sanft in die gewünschte Richtung zu lenken. Einen Eimer Farbe über die Leinwand zu gießen und Schwerkraft im Zusammenspiel mit materialen Eigenschaften für sich wirken zu lassen, kann schon reizvolle Ergebnisse erzielen. Viele Künstler nutzen ganz oder teilweise Zufallsstrukturen für ihre Arbeit. Als ich neulich einem der Müllentsorgung zugedchten Container einen Stapel Kartons entnahm, ahnte ich noch nicht, welch wundervolle Strukturen die leicht glänzende Oberflächenschicht in Kontakt mit wässriger Farbe ermöglichen würde. Zudem hinterließ die mir unbekannte Vorgängernutzung teils fetthaltige Partien auf der Beschichtung, mit dem Ergebnis, dass sich die Aquarellfarbe von manchen Stellen beim Malvorgang auf wundersame Weise immer wieder zurückzieht. So passiert auf dem Malgrund mit der Bildidee, was reale Einflüsse im echten Leben mit Gesichtern machen. Sie hinterlassen Spuren, Einkerbungen, Verformungen. Die Flüchtigkeit eines Gesichts als Symbol für Leben schlechthin, das in jedem Moment seiner Existenz ein fragiles Zusammenspiel harmonierender und divergierender Kräftefelder ist.
20 Variationen über ein Thema auf Schmierpapier
November 21, 2017 § 6 Kommentare
Zur Tusche die Eitempera
Dezember 13, 2016 § 4 Kommentare
Nochmal: Köpfe.
Dezember 5, 2016 § 2 Kommentare


















































