Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist
September 2, 2025 § 4 Kommentare
Für mich war sie einfach immer da. Sie aber beschloss nach 95 Jahren, es sei genug gelebt worden. Geboren in die Weimarer Republik hinein, erste Erfahrungen während der Nazizeit, Krieg, Nachkrieg, bescheidener Wohlstand, Verlust des eigenen Kindes. Später, viel später gingen fast alle vor ihr. Etwas trug sie durchs Leben. Etwas, das ein wenig aus der Mode gekommen ist. Gottvertrauen. Still, wie es ihre Art war, schied sie nun aus dem Leben.

(Zitat: Psalm 36)
Aufblühendes Ende
November 1, 2020 § 6 Kommentare
Zwiegespräch
April 16, 2020 § 2 Kommentare
Aus der Zeit gefallen
Mai 7, 2018 § 6 Kommentare
Vom Altern in Freiheitskorridoren
Juli 6, 2013 § 2 Kommentare
Woran erkennt man dass man alt wird? Man beginnt die Welt nicht mehr zu verstehen in der man lebt. Ein Düsseldorfer Richter meint, man dürfe in seinen eigenen vier (oder wie viel auch immer) Wänden nicht mehr rauchen, wenn es dem Vermieter nicht passt. Ja, die Geruchshoheit der eigenen Nase ist ein hohes, bestimmt durch die Verfassung geschütztes Gut, das es endlich einmal Höchstrichterlich auszuformulieren gilt. Ich meinerseits rauche zwar nicht (mehr), weiß aber aus eigener Erfahrung um die wohltuende Wirkung des ein oder anderen Genussmittels. Die Risiken und Nebenwirkungen dazu möge ein jeder mit seinem eigenen Gewissen verhandeln. Dachte ich. Von wegen freies Land usw. Wenn wir die Sache jetzt von der anderen Seite her angehen, den Korridor möglichen korrekten Verhaltens also immer weiter einengen, dann bliebe mir entweder: die Welt stoisch ertragen und in Würde alt werden, oder: ich verklage künftig einen jeden an mir und meinem Fahrrad vorbeifahrenden Autofahrer wegen unzumutbarer Geruchsbelästigung. Vielleicht findet sich ein Düsseldorfer Richter, der das Recht auf Unversehrtheit der Atemwege höher einschätzt als das auf individuelle Bewegungsfreiheit (mit einem Verkehrsmittel der Wahl). Bekäme ich recht: das wäre ja mal ’ne Verjüngungskur vom Feinsten! Unterdessen halte ich die Welt weiter in Schach vom Maltisch meines Dilettantestüberls aus und bemale Bücher, die ich nicht immer zuvor gelesen habe.
The Old Grey Whistle Test
Februar 3, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar
In den siebziger und achtziger Jahren sendete die BBC in England ein Musikprogramm, „The Old Grey Whistle Test“. Im Unterschied zum bekannteren „Top Of The Pops“ ging es hier offenbar weniger um Glamour, als um die Musik selbst. Guter Sound war wichtig, und es wurde auch Musik gesendet, die nicht in gängige Hitschemata passte. Eine vierfach-DVD versammelt unzählige der damals gesendeten Auftritte. Sich das jetzt anzuschauen, ist eine Offenbarung. Eine Zeitreise. Der erste Eindruck: Haare, ganz viele Haare, sehr lange Haare. Dann: sehr junge Menschen, Kinder eigentlich noch. Nicht, dass es das nicht auch heute gäbe. Aber man erkennt zweierlei: erstens gibt es zwar auch heute sehr junge Künstler im Musikbusiness. Aber aus einer Musik von jungen Menschen für junge Menschen ist eine Musik von Menschen aller Altersklassen für alle Altersklassen geworden. Zweitens: die Siebziger sind Geschichte, aber ich war schon dabei, ich kann mich erinnern. Und ich war nur ein wenig jünger als die auftretenden Musiker, dennoch wirkten sie d a m a l s so alt. Umkehrschluss: in der Eigenwahrnehmung bleibt man selber der junge Mensch, der man in der für einen selber prägenden Phase der Entwicklung mal war. Und wundert sich dann, dass junge Menschen über die Jahre immer jünger aussehen. Das Tröstliche daran: alte Menschen sehen über die Jahre immer jünger aus. Was ist der menschliche Organismus doch für ein anpassungsfähiges biologisches Wunder! Zurück zur Musik. Beziehungsweise zum Bild. Denn in vielen Fällen gewinnt die Musik durch das Bild. Man versteht sie ganz anders, wenn man ihre Entstehung sieht. Für mich Gelegenheit zu Zeichenübungen. Hier also Skizzen von singenden, spielenden Menschen:
Wird fortgesetzt…



































