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Multiple Data Message Format

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Multiple Data Message Format (MDMF)[1] dient zur Übertragung von Kurznachrichten auf analogen Anschlüssen von Telefonnetzen und Telefonanlagen. Die Übertragung erfolgt dabei im aufgelegten Zustand. Am bekanntesten ist die Übermittlung der Rufnummer des Anrufers (CLIP-Funktion).

Nicht zu verwechseln mit der Datenübertragung während des Gesprächs.

Implementierung

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Die Übertragung erfolgt mit einer RS-232-kompatiblen Signalisierung mit 1200 Baud, 8 Datenbits, 1 Stoppbit. Dazu werden die binären Zustände 0 (auch Space genannt) und 1 (Mark) durch zwei verschiedene Frequenzen repräsentiert, es handelt sich dabei um Frequenzumtastung. Die genauen Frequenzen sind im Standard festgelegt. Jedoch haben Untersuchungen ergeben, dass es verschiedene Implementierungen gibt. Daher muss ein entsprechend ausgestattetes Endgerät (z. B. Telefon) mit verschiedenen Frequenzen umgehen können. Den eigentlichen Daten ist ein Vorspann (Präambel) angefügt, der die automatische Detektierung der Frequenzen im Empfänger ermöglicht.

Verwendete Frequenzen
Binärer ZustandETSI-Standard EN 300 659-1 (für Übertragung in der Klingelphase)[2][3]ETSI-Standard EN 300 659-1 (V.23 Modus 2 für sonstige Übertragungen)[4]Bellcore GR-30-CoreDeutschland (gemessen)
1 (Mark)1.300 Hz2.130 Hz1.200 Hz1.400 Hz
0 (Space)2.100 Hz2.750 Hz2.200 Hz1.950 Hz

Beispiel der Übermittlung bei CLIP

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In Deutschland und den meisten Ländern Europas erfolgt diese Signalübertragung in geringer Amplitude zwischen dem ersten und zweiten Klingeln. Je nach Land wird die Anrufzeit mit übertragen oder nicht, in Deutschland ist die Übertragung im analogen Telefonnetz unüblich, bei Anschlüssen mit VoIP-Routern ist dies geräteabhängig. Es ergibt sich das folgende Bild.

Etwa so wird die Rufnummer übermittelt
Etwa so wird die Rufnummer übermittelt
1234567890

Nebenstehend ein Klangbeispiel für die Rufnummer 1234567890.

Diesen Ton bekommt man normalerweise nicht zu hören, weil das Amt beim Abnehmen des Telefonhörers (Herstellung des Schleifenstroms) die Signalübertragung sofort abbricht.

Ein Dekoder wird vom ersten Klingeln geweckt. Er kann die Energie der Rufwechselspannung speichern und für die anschließende Dekodierung verwenden. Danach erwartet er eine Folge aus wechselnden Bits (0-1-0-1…), was der lückenlosen RS-232-Übertragung des Zeichens „U“ (0x55) entspricht. Von dieser Folge bildet der Dekoder den Frequenz-Mittelwert als künftiges Entscheidungskriterium.

Danach erwartet der Dekoder eine konstante, tiefer liegende Frequenz. Dann kann die Dekodierung der Nutzdaten beginnen: Mit jedem Frequenzanstieg über die anfangs ermittelte Frequenzschwelle wird ein RS-232-Startbit erkannt, das Einlesen der Datenbits jedes Zeichens erfolgt mit 1200 Schritt pro Sekunde (Baud). Zwischen den Einzelzeichen sind Lücken (aus 1-Bits) erlaubt, aber unüblich.

Die einzelnen Datenbytes addiert mit der Prüfsumme müssen ein Nullbyte ergeben. Das Datenpaket besteht aus einem äußeren Rahmen (mit der Kennung 0x80 für „Anrufvorbereitung“) und beliebig vielen inneren Rahmen, von denen das Bild die zwei üblicherweise benutzten zeigt. Die Kennung für die Rufnummer des Anrufers ist 0x02, die für die Unterdrückung 0x04. Detaillierte Angaben über die Möglichkeiten stehen im ETSI-Standard. Anhand der Längenangaben der Sub-Pakete kann die Dekoder-Software problemlos unbekannte Sub-Pakete überspringen und somit ignorieren.

Single Data Message Format

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Neben dem MDMF ist auch ein Single Data Message Format (SDMF) definiert.[1] Der Paketaufbau bei SDMF unterscheidet sich von MDMF durch die fehlende Längenangabe des inneren Datenblocks; dadurch kann es nur einen inneren Datenblock geben. Eine praktische Implementierung von SDMF ist nicht bekannt.

  • ETSI EN 300 659-3 V1.3.1 (2001-01) (PDF; 204 kB) Access and Terminals (AT); Analogue access to the Public Switched Telephone Network (PSTN); Subscriber line protocol over the local loop for display (and related) services; Part 3: Data link message and parameter codings
  • Analogue On-Hook Data Transmission. (PDF; 14 kB) Amendment to Section 10 and New Section 12 of 1996 Telecom Public Switched Telephone Network (PSTN) Analogue Line Interface, Telecom New Zealand
  • Sivannarayana Nagireddi: VoIP Voice and Fax Signal Processing Verlag John Wiley & Sons, Hoboken NJ 2008, S. 187 ff

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Telcordia GR-30: LSSGR Voiceband Data Transmission Interface, Section 6.6. (ehemals Bellcore)
  2. ETSI EN 300 659-1: Access and Terminals (AT); Analogue access to the Public Switched Telephone Network (PSTN); Subscriber line protocol over the local loop for display (and related) services; Part 1: On-hook data transmission., Clause 6
  3. 1TR110: Technische Beschreibung der Analogen Wählanschlüsse am Telefonnetz/ISDN der Deutschen Telekom., Abschnitt 2.7 Datenübertragung im V–Verbindungszustand des Anschlusses (Off Hook)
  4. ETSI EN 300 659-1: Access and Terminals (AT); Analogue access to the Public Switched Telephone Network (PSTN); Subscriber line protocol over the local loop for display (and related) services; Part 1: On-hook data transmission., Clause 5