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Franz Herre

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Franz Herre (* 11. April 1926 in Fischen im Allgäu; † 3. Januar 2026 in Herrsching am Ammersee[1]) war ein deutscher Historiker und Publizist.

Franz Herre wuchs in Augsburg auf. Er studierte ab 1946 Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität München und promovierte 1949 bei Franz Schnabel mit einer Untersuchung über Das Augsburger Bürgertum im Zeitalter der Aufklärung. Anschließend arbeitete er lange Jahre als Journalist, so für die Augsburger Allgemeine und den Rheinischen Merkur. Von 1955 bis 1959 war er dort Leiter des außenpolitischen Ressorts. Dabei unterstützte er publizistisch die Westintegration von Bundeskanzler Konrad Adenauer, den er mehrfach ins Ausland begleitete.

Von 1962 bis 1981 war Herre Leiter der Hauptabteilung Politik der Deutschen Welle in Köln. Von 1968 bis 1981 stand auch der Bereich „Zentrale Dienste“ unter seiner Leitung. Er bewarb sich 1976 erfolglos als Intendant des Deutschlandfunks und 1977 erfolglos als Intendant des Saarländischen Rundfunks.

Herre lebte bis zu seinem Tod als freischaffender Publizist in Herrsching am Ammersee. Er war als Autor zahlreicher, ein breites Publikum ansprechender biografischer Geschichtsdarstellungen vor allem des 19. Jahrhunderts bekannt, in denen er wissenschaftliche Solidität mit erzählendem, anekdotenreichem Stil verbindet.

Herre gehörte mit Brigitte Hamann und Paul Naredi-Rainer zum „Intelligenzteam“ der 26-teiligen WDR-Sendereihe Puzzle – Ein Denkspiel für 3XKluge. Autor und Produzent: Claus Spahn, 1984. Die WDR-Serie war ein großer Erfolg und wurde seit 1984 fast 15 Jahre lang produziert. Die 3xKlugen wurden durch sie populär.

Herr war verheiratet und Vater von fünf Kindern. Er starb Anfang Januar 2026 im Alter von 99 Jahren in Herrsching, wo er auch begraben wurde.

Werke (Auswahl)

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  • Das Augsburger Bürgertum im Zeitalter der Aufklärung (= Abhandlungen zur Geschichte der Stadt Augsburg, H. 6). Diss. 1949, Augsburg u. a. 1952.
  • Nation ohne Staat. Die Entstehung der deutschen Frage. Kiepenheuer & Witsch, Köln/Berlin 1967.
  • Anno 70/71. Ein Krieg, ein Reich, ein Kaiser. Köln 1970, ISBN 3-7632-1468-2.
  • Die amerikanische Revolution. Geburt einer Weltmacht. Köln 1976, ISBN 3-404-64053-5.
  • Deutsche und Franzosen. Der lange Weg zur Freundschaft. Bergisch Gladbach 1983, ISBN 3-7857-0359-7.
  • Die Fugger in ihrer Zeit. Wißner Verlag, 12. Auflage, Augsburg 2009, ISBN 3-89639-490-8.
  • Die Geschichte Frankreichs. Geschrieben von Franz Herre und in Bildern erzählt von Erich Lessing. C. Bertelsmann Verlag, München 1989, ISBN 3-570-07583-4.
  • als Hrsg. mit Hellmuth Auerbach: Bibliographie zur Zeitgeschichte und zum Zweiten Weltkrieg für die Jahre 1945–1950. München 1955.
  • Paris. Ein historischer Führer vom Mittelalter bis zur Belle Epoque. Köln 1972.
  • Der vollkommene Feinschmecker. Einführung in die Kunst des Genießens. Düsseldorf 1977.
  • Wien. Historische Spaziergänge. Köln 1992.
  • A wie Adenauer. Erinnerungen an die Anfänge der Bonner Republik. Stuttgart 1997.
  • Jahrhundertwende 1900. Untergangsstimmung und Fortschrittsglaube. Stuttgart 1998.
  • Rom. Historische Spaziergänge. Köln 1999.
  • Am liebsten Pasta mit Trüffeln. Ein Genießer unterwegs. München u. a. 2001, ISBN 3-7338-0310-8.

Einzelnachweise

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  1. Traueranzeige Franz Herre. In: Merkur.de. 5. Januar 2026, abgerufen am 13. Januar 2026.