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Frank Malina

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Frank Malina, etwa 1950

Frank Joseph Malina (* 2. Oktober 1912 in Brenham, Texas; † 9. November 1981 in Boulogne-Billancourt, Frankreich) war ein US-amerikanischer Raketeningenieur. Als Bildender Künstler wirkte er später hauptsächlich in Frankreich.[1][2]

Frank Malina neben der WAC Corporal

Frank Malina studierte am Texas A&M und am Caltech.[3] Als Doktorand von Theodore von Kármán war er leitend an der Entwicklung der ersten amerikanischen Höhenforschungsrakete WAC Corporal beteiligt. Zusammen mit Theodore von Kármán baute er das Jet Propulsion Laboratory (JPL) auf. Ebenfalls mit von Kármán und anderen war er Mitbegründer des Herstellers von Raketentriebwerken Aerojet. Seine Beteiligung an diesen potentiell zerstörerischen Erfindungen begann er jedoch ethisch zu hinterfragen.[3]

Nach seiner ersten Karriere als Raketeningenieur startete er 1947 eine zweite bei der UNESCO und wurde dort Abteilungsleiter.[4]

Während der McCarthy-Ära geriet Malina wegen seiner Kontakte zu kommunistischen Kreisen in das Visier des FBI und wurde aus der UNESCO gedrängt.[4] Das FBI, welches durch Informanten innerhalb der UNESCO über Malina auf dem Laufenden gehalten wurde, informierte darüber auch das Außenministerium der Vereinigten Staaten. Malina weigerte sich auch, unter Berufung auf den 5. Verfassungszusatz, bei einem Interview durch das FBI im amerikanischen Konsulat Aussagen über seinen Kollegen Qian Xuesen zu machen. Das führte dazu, dass die US-Botschaft sich weigerte seinen Reisepass zu erneuern mit der Begründung, dass weiteres Reisen seinerseits nicht im besten Interesse der USA seien.[5] 1953 kündigte er die Stelle.[3]

Weil er somit in Frankreich festsass startete er eine dritte Karriere als Künstler.[4] Dafür schrieb er sich zu Kursen der traditionsreichen Académie Julian ein, begann aber bald damit, physikalische und astronomische Themen anhand atypischer Materialien zu erarbeiten. 1954 schuf er das Electropainting. Dabei installierte er zunächst eine Glühbirne hinter der Leinwand, die durch diese hindurchleuchtete und die er mit Lichtschalt-, Ton- und Bewegungsfunktionen erweiterte. Diese Arbeiten wurden als cybernetische Kunst bezeichnet.[3]

Galeristen in Paris wurden auf ihn aufmerksam, worauf ihn Henri Tronche 1953 in seinen Ausstellungsräumen präsentierte. 1954 folgte die Galerie Arnaud, 1955 die Galerie Colette Allendy und in den Jahren 1960 und 1965 die Galerie Furstenberg. Salon-Ausstellungen zeigten seine cybernetische Kunst 1954 und 1955 im Format Réalités nouvelles und 1955 und 1964 in der Ausstellungsreihe Comparaison.[3]

1961 folgten internationale Gemeinschaftsausstellungen in Amsterdam, Stockholm, Kopenhagen. 1962 war Malina in Basel und 1964 in London mit seinen Arbeiten zu sehen. 1961 reichte er einen Patentantrag für das Werk Lighted, animated, and everchanging picture arrangement ein. 1968 gründete er die programmatische Zeitschrift Leonardo, mit der er seine inzwischen zahlreichen Anhänger über seine kunsttheoretischen Vorstellungen informierte.[3]

Frank J. Malina: Characteristics of the rocket motor and flight analyses of the sounding rocket. PhD-Thesis, California Institute of Technology, Pasadena, 1940.

Commons: Frank Malina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Fraser MacDonald: Frank Malina and an overlooked Space Age milestone. In: The Guardian. 14. Oktober 2015, abgerufen am 31. August 2026.
  2. PressReader.com - Zeitungen aus der ganzen Welt. Abgerufen am 15. Juni 2023.
  3. 1 2 3 4 5 6 Claire Lebossé, Sophie Lévy, Maud Marron-Wojewódzki (für die Biografien): United States of Abstraction : Artistes américains en France 1946–1964. Musée d’arts de Nantes / Musée Fabre Montpellier / Éditions Snoeck, Gand (Gent) 2021, ISBN 978-94-6161-667-8, S. 234 f.
  4. 1 2 3 Rocketeer Frank Malina’s Life as an Artist - IEEE Spectrum. Abgerufen am 15. Juni 2023 (englisch).
  5. Fraser MacDonald: Excape From Earth: A Secret History of The Space Race. PublicAffairs, New York 2019, ISBN 978-1-61039-871-8.