Display Stream Compression
Display Stream Compression (DSC) ist eine von VESA entwickelte Technologie zur Kompression von Bildschirmsignalen. DSC ist zwar nicht verlustfrei, allerdings sind praktisch keine Qualitätseinbußen sichtbar. DSC ermöglicht höhere Übertragungsraten bei Schnittstellen wie DisplayPort oder HDMI, wodurch es zum Beispiel möglich ist, hohe Bildwiederholraten bei zugleich hohen Auflösungen zu erreichen. So können beispielsweise bei DisplayPort 1.4 mit einer 4K-Auflösung 240 Hz statt 120 Hz ohne DSC erreicht werden. Mit DisplayPort 2.1 sind es bei 4K mit DSC mehr als 480 Hz statt über 240 Hz ohne DSC. Bei HDMI 2.1 können bei 4K mit DSC 240 Hz anstatt von mehr als 144 Hz erreicht werden.[1] Die verwendete Datenrate soll mit Display Stream Compression um bis zu 67 % reduziert werden können.[2]
Technischer Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der DSC-Kodierungsalgorithmus basiert auf Differential Pulse Code Modulation (DPCM) mit einer Indexed Color History (ICH, Indizierte Farbhistorie). Zur Kodierung wird der Farbraum von RGB nach YCoCg-R konvertiert.[3] Obwohl der Algorithmus nicht mathematisch verlustfrei ist, wurde durch Tests subjektiver Bildeindrücke mit verschiedenen Probandengruppen sichergestellt, dass DSC visuell verlustfrei (visually lossless) ist.[4]
Historie und Unterstützung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]DSC in der Version 1.2 wurde 2016 mit DisplayPort 1.4 eingeführt.[5] Mit dem Schnittstellenstandard DisplayPort 2.1 ist die Unterstützung von Display Stream Compression vorgeschrieben.[2] DSC ist zudem bei HDMI 2.1 sowie durch die Unterstützung des DisplayPort-Protokolls mit USB möglich.[6]
DSC wird von verschiedenen Monitorherstellern unterstützt. Grafikarten der Nvidia-GeForce-RTX-40- und -30-Serie unterstützen DSC über DisplayPort 1.4a und HDMI 2.1, solche der RTX-20-Serie und mit Einschränkungen die der GTX-16-Serie über DisplayPort-1.4-Verbindungen. AMD-Radeon-Karten der RX-7000- und RX-6000-Serie unterstützen DSC über DisplayPort 2.1 und 1.4a sowie HDMI 2.1, die der RX-5000-Serie (Navi) über DisplayPort 1.4.[7] Intel unterstützt DSC mit DisplayPort 1.4a ab der Ice-Lake-Architektur.[8]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Lorenz Rittirsch: Der beste Gaming-Monitor 2026: Empfehlungen für 4K, WQHD, Full-HD und Ultrawide im Vergleich. In: GameStar. 17. Juni 2026, abgerufen am 18. Juni 2026.
- 1 2 Andreas Schilling: Neue Spezifikation: DisplayPort 2.1 wird deutlich flexibler in der Nutzung. In: Hardwareluxx. 18. Oktober 2022, abgerufen am 18. Juni 2026.
- ↑ Frederick Walls, Sandy MacInnis: VESA Display Stream Compression. Hrsg.: VESA. 3. März 2014 (vesa.org [PDF; abgerufen am 18. Juni 2026]).
- ↑ VESA Display Compression Codecs. VESA, 9. Mai 2018, abgerufen am 18. Juni 2026 (englisch).
- ↑ Michael Günsch: VESA: DisplayPort 1.4 ermöglicht Ultra HD mit HDR bei 120 Hz. In: ComputerBase. 2. März 2016, abgerufen am 18. Juni 2026.
- ↑ Tim Brookes: What Is Display Stream Compression, and Why Does It Matter? In: How-To Geek. 2. Oktober 2021, abgerufen am 18. Juni 2026 (englisch).
- ↑ Display Stream Compression (DSC) – Erläuterung. Corsair, abgerufen am 18. Juni 2026 (englisch).
- ↑ Intel Gen11 "Ice Lake" iGPU unterstützt DisplayPort 1.4a und DSC mit 5K und 8K. In: Hardware-Inside. 3. Oktober 2018, abgerufen am 18. Juni 2026.