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Psychische Krankheitsbilder

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Psychische Krankheitsbilder im

forensischen Kontext
Fachreferat für freiwillig Mitarbeitende im Justizvollzug

Volkshaus, 14.09.2013
Dipl. Psych. Stefan Schmalbach
Inhalte

 Definition, Modelle

 Klassifikation - Systeme

 Spezifische Störungen

 Diagnose vs. Prognose

 Behandlungsstrategien, Umgang mit Störungen

Psychische Krankheitsbilder, Volkshaus, 14.09.2013


Definition - Modelle

Psychische Krankheitsbilder, Volkshaus, 14.09.2013


E
r
k
r
a
n
k
u
n
g

Erkrankung Erkrankung

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Verhalten - Gedanken - Gefühle -
Körperreaktionen - Konsequenzen

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Definition

Devianz

Beeinträchtigung Leidensdruck

Gefährdung

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Psychopathologische Modelle

biologisch
• psychodynamisch

behavioristisch
• kognitiv

humanistisch-existenziell
• soziokulturell

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Biologisches Modell

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Psychodynamisches Modell

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Behavioristisches (lerntheoretisches) Modell

Vor der Konditionierung:


CS: Ton – keine Reaktion
UCS: Fleisch – UCR: Speichel

Nach der Konditionierung:


CS: Ton – CR: Speichel
UCS: Fleisch – UCR: Speichel

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Kognitives Modell

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Humanistisch-existenzielles Modell

„Immer heisst es ‚Sitz‘, ‚Kusch‘, ‚Bei Fuss‘ – niemals ‚Denke‘, ‚Erfinde‘, ‚Sei du
selbst‘.“

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Soziokulturelles Modell

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Diathese-Stress Erklärung
Menschen besitzen zuerst eine biologische,
psychologische oder soziokulturelle
Prädisposition für eine eine Störung und müssen
dann einer unmittelbaren psychischen Belastung
ausgesetzt sein, um bestimmte Formen gestörten
Erlebens und Verhaltens zu entwickeln

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Klassifikation - Systeme

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Aktuelle Diagnosesysteme

DSM-
ICD-10 IV

APA, 1994
WHO, Kapitel V

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DSM-IV – multiaxiales System

DSM-IV - Achsen
Achse I floride klinische Syndrome
Achse II Persönlichkeitsstörungen und
Geistige Behinderung
Achse III allgemeinmedizinische
Beschwerden
Achse IV Schweregrad psychosozialer
Probleme
Achse V GAF

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ICD-10 Kap. V
10 deskriptive 2-5-stellige Kategorien

 F0: Organische, einschliesslich symptomatischer psychischer


Störungen
 F1: Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope
Substanzen (F10-F19)
F14.21 = Störung durch Kokain, Abhängigkeitssyndrom
gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung
F14.55 = Störung durch Kokain, psychotische Störung,
vorwiegend manische Symptome

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ICD-10 Kap. V Übersicht
 F2: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
(F20-F29)

paranoid – hebephren – kataton

Wahn – Affekt - Psychomotorik

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ICD-10 Kap. V Übersicht
 F2: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen (F20-F29)

Exkurs: Schuldfähigkeit und deliktpräventive


Behandlungsstrategie

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ICD-10 Kap. V Übersicht
 F3: Affektive Störungen (F30-F39)

manisch – bipolar – depressiv

rezidivierend – anhaltend

Bipolar I und II

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ICD-10 Kap. V Übersicht
 F3: Affektive Störungen (F30-F39)

F30: manische Episode

F31: bipolare affektive Störungen

F32: depressive Episode

F33: rezidivierende depressive Störungen

F34: anhaltende affektive Störungen

F38: sonstige affektive Störungen

F39: nicht näher bezeichnete affektive Störungen


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ICD-10 Kap. V Übersicht
 F4: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (F40-F48)

a. F40: Phobische Störungen

b. F41: sonstige Angststörungen (Panik, generalisierte)

c. F42: Zwangsstörung

d. F43: Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen

e. F44: Dissoziative Störungen

f. F45: Somatoforme Störungen

g. F48: sonstige neurotische Störungen

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Verbreitung der Diagnose PTBS

 Prävalenz auf Lebenszeit von traumatischen Ereignissen:


40 - fast 90%

 Prävalenz auf Lebenszeit von PTBS: 5 - 14%

 Noch höhere Werte haben Psychiatriepatienten und Straftäter

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PTBS bei Straftätern

Männliche Straftäter mit Missbrauch in der Kindheit: 40% PTBS (Fondacaro et al.,
1999)

Weibliche jugendliche Straftäter: 65% früher mit PTBS, 49% zur Zeit der Studie, nur
11% ohne traumatische Erfahrungen (Cauffmann et al., 1998)

Jugendliche Straftäter: 50% mit traumatisierenden Gewalterfahrungen, 32% mit


PTBS (Steiner et al., 1997)

Männliche Straftäter: Lebenslange Prävalenz für PTBS: 33% (Powell et al., 1997)

Generell: Lebenszeitprävalenz für PTBS variiert von 33 - 36%,


Punktprävalenz von 17% und 21%

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PTSD in a Swiss offender population

F. Urbaniok, J. Endrass, T. Noll, S. Vetter, A. Rossegger,


Swiss medical weekly 2007; 137: 151-156

Stichprobe von 86 Straftätern im JuV, aufgeteilt in 3 Gruppen


(1. U-Haft, 2. verurteilt im Gefängnis, 3. verurteilt und in Freiheit), von 11.2003 bis
04.2004.
Benutzung der Posttraumatic Diagnostic Scale (PDS) zur Selbsteinschätzung
Ergebnisse:
• Kein Unterschied in den 3 Teilstichproben
• 27% Punktprävalenz für PTBS (konservative Schätzung)
• 75% mit mindestens einem traumatischen Ereignis
• Median für traumatische Ereignisse: 4

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Gehirnentwicklung und Trauma

B. Rothschild (2000)
 Die frühkindliche Bindung an die primären Versorgungspersonen
ist massgebend, um in der Interaktion zu lernen, zunehmend
höhere Niveaus von Stimulierung verarbeiten zu können

Ausgehend von den Grundbedürfnissen


(Durst, Nässe, Kälte, Schmerz…)
zur emotionalen Regulierung und Affektabstimmung
(Frustration, Ärger, Einsamkeit, Furcht... )
bis zur Fähigkeit, die Umgebung sinnvoll aufzunehmen und
darauf zu reagieren.

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Gehirnentwicklung und Trauma

B. Rothschild (2000)
Bei Entwicklungstraumata und / oder fehlender gesunder
Bindung

ist die Fähigkeit zur Stressregulierung reduziert

können spätere traumatische Ereignisse nicht integriert


werden

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Gehirnentwicklung und Trauma

A. Schore (1994, 2000)

 Ein chronisch beziehungstraumatisierendes Umfeld kann “einem


in der Reifung befindlichen Kind auch ohne das Vorhandensein
physischer Misshandlung oder sexueller Übergriffe schwerste
Schäden zufügen”

 Die Schäden reichen bis weit in die physiologischen


Regulationsvorgänge hinein und hinterlassen bleibende Schäden in
den Hirnstrukturen

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Gehirnentwicklung und Trauma

Schore (1996), van der Kolk (1987, 1998), Siegel (1999), De


Bellis et al. (1999), Perry et al. (1995)

Stressereignisse während der frühkindlichen Entwicklung schaffen


eine Prädisposition für spätere psychische Störungen inkl. PTBS :

Dauernde Vernachlässigung, physischer und sexueller


Missbrauch, fehlende Zuneigung und Bindung

Sowie individuelle traumatische Ereignissen wie


Hospitalisierung, Tod eines Elternteils, Autounfall etc.

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Symptomdiagnostik von Posttraumatischen
Störungsbildern

I. Schock-Traumen
Plötzlich, II. Chronisch
unvorhersehbar, im kumulative Traumen
Erwachsenenalter
Personaler
PTBS Politische Gewalt Nahbereich in der
Intrusionen Kindheit
Emotionale Betäubung
Vermeidungsverhalten Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (DESNOS)
chronische Übererregung Störung der Emotionsregulierung, depressive Symptomatik
dissoziative Phänomene, Somatisierungsstörungen,
Sexualstörungen, körperliche Erkrankungen, Angststörungen,
Essstörungen, Substanzmissbrauch…

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ICD-10 Kap. V Übersicht
 F5: Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren

F50: Essstörungen

F51: nichtorganische Schlafstörungen

F52: nichtorganische sexuelle Funktionsstörungen

F53: psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett

F54: psychische Faktoren und Verhaltenseinflüsse bei andernorts


klassifizierten Krankheiten

F55: Missbrauch von nicht abhängigkeitserzeugenden Substanzen

F59: nicht näher bezeichnete Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und


Faktoren
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ICD-10 Kap. V Übersicht
 F6: Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

F60: spezifische Persönlichkeitsstörungen

F61: kombinierte und sonstige Persönlichkeitsstörungen

F62: andauernde Persönlichkeitsänderungen, nicht Folge einer Schädigung oder


Krankheit des Gehirns

F63: abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle

F64: Störungen der Geschlechtsidentität

F65: Störungen der Sexualpräferenz

F66: psychische und Verhaltensstörungen in Verbindung mit der sexuellen


Entwicklung und Orientierung

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ICD-10 Kap. V Übersicht
 F65: Störungen der Sexualpräferenz

F65.0: Fetischismus

F65.1: fetischistischer Transvestitismus

F65.2: Exhibitionismus

F65.3: Voyeurismus

F65.4: Pädophilie

F65.5: Sadomasochismus

F65.6: multiple Störungen der Sexualpräferenz


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ICD-10 Kap. V Übersicht
 F7: Intelligenzminderung
 F8: Entwicklungsstörungen
 F9: Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der
Kindheit und Jugend

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Persönlichkeitsstörungen: allgemeine
diagnostische (Eingangs)kriterien (DSM-IV)
A. Ein überdauerndes Muster von innerem Erleben und
Verhalten, das merklich von den Erwartungen der
soziokulturellen Umgebung abweicht. Das Muster
manifestiert sich in mindestens 2 der folgenden Bereiche:
1. Kognition (also die Art, sich selbst, andere
Menschen und Ereignisse wahrzunehmen)
2. Affektivität (also die Variationsbreite, die Intensität, die
Labilität und Angemessenheit emotionaler Reaktionen
3. Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen
4. Impulskontrolle

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Persönlichkeitsstörungen: allgemeine
diagnostische (Eingangs)kriterien (DSM-IV)
B. Das überdauernde Muster ist unflexibel und
tiefgreifend in einem weiten Bereich persönlicher
und sozialer Situationen
C. Das überdauernde Muster führt in klinisch
bedeutsamer Weise zu Leiden oder
Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder
anderen wichtigen Funktions-bereichen
D. Das Muster ist stabil und langandauernd, und sein
Beginn ist zumindest bis in die Adoleszens oder ins
frühe Erwachsenenalter zurückzuverfolgen.

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Persönlichkeitsstörungen: allgemeine
diagnostische (Eingangs)kriterien (DSM-IV)
E. Das überdauernde Muster lässt sich nicht besser als
Manifestation oder Folge einer anderen psychischen
Störung erklären
F. Das überdauernde Muster geht nicht auf die direkte
körperliche Wirkung einer Substanz (z.B. Droge
oder Medikament) oder eines medizinischen
Krankheitsfaktors (z.B. Hirnverletzung) zurück

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ICD-10 Kap. V Übersicht
 F60: spezifische Persönlichkeitsstörungen

F60.0: paranoide Persönlichkeitsstörung

F60.1: schizoide Persönlichkeitsstörung

F60.2: dissoziale Persönlichkeitsstörung

F60.3: emotional instabile Persönlichkeitsstörung

.30 impulsiver Typus

.31 Borderline Typus

F60.4: histrionische Persönlichkeitsstörung

F65: anankastische Persönlichkeitsstörung

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ICD-10 Kap. V Übersicht
 F60: spezifische Persönlichkeitsstörungen Forts.

F60.6: ängstlich (vermeidende) Persönlichkeitsstörung

F60.7: abhängige Persönlichkeitsstörung

F60.8: sonstige näher bezeichnete Persönlichkeitsstörungen

F60.9: nicht näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung

Narzisstische, schizotypische tauchen nur im DSM-IV auf

(unreife gar nicht!)


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DSM-IV Cluster PS

A: Paranoide, schizoide,
schizotypische PS
A:
C: ängstlich-
furchtsam
sonderbar- B: antisoziale, emotional-
exzentrisch instabile, histrionische und
narzisstische PS

C: vermeidend-
B: dramatisch,
emotional, launisch selbstunsichere, dependente,
zwanghafte PS

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Persönlichkeitsstörungen („Extremvariante des
Normalen“
Problematische Beziehungs- und
Interaktionsmuster in Kindheit
und Jugend
„Lösung“:

manipulative
Beziehungsstörung Strategien

Funktion: wichtige Motive


befriedigt zu bekommen

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Persönlichkeitsstörungen
 ich-synton (Wahrnehmung von Kosten, aber nicht, wer
Kosten verursacht)
 deutlich grössere existenzielle Bedeutung als Achse I –
Störungen
 Empathie, Respekt und Fingerspitzengefühl nötig im
Umgang!
 In (extrem) hohen Masse beziehungsmotiviert

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Persönlichkeitsstörungen
zentrale Beziehungsmotive

Anerkennung

Grenzen/Territorialität Wichtigkeit

Autonomie Verlässlichkeit

Solidarität

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Doppelte Handlungsregulation

• Authentische Beziehungs- und


Motivebene
interaktionelle Ziele

Dysfunktionale • Selbstschemata, Beziehungsschemata,


Schemata Diskrepanz, Tests

• Manipulativ,
Spielebene
Images, Appelle,

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Persönlichkeitsstörungen
Motivebene: zentrale Beziehungsmotive

 Hierarchische Organisation: bei konsistenter Befriedigung


Abnahme von Relevanz, bei Frustration hoher Status in
Hierarchie
 Wenn ein Motiv lange zentral wichtig, dann wird Exekutive
besetzt, was andere Motive nicht mehr ausreichend befriedigt
(andauernde, diffuse Unzufriedenheit)

Frustrierte Motive bleiben hoch in der Motivhierarchie!

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Persönlichkeitsstörungen
dysfunktionale Selbst- und Beziehungsschemata

 führen zu negativen Erwartungen

 führen zu negativen Interpretationen von Situationen und


Affekten
 determinieren eine schnelle, hoch automatisierte
Informationsverarbeitung („hyperallergische Reaktionen“)

minimale Auslöser – maximale Reaktionen!

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Persönlichkeitsstörungen
Ebene der intransparenten Handlungen
(Spielebene)

Kinder, deren zentrales [Link] frustriert wird, haben im


Prinzip zwei Möglichkeiten:
 Resignation, aufhören zu handeln, depressive Entwicklung

 oder:

 Handlungen entwickeln, mit deren Hilfe sie ihre


Interaktionspartner doch dazu kriegen, zumindest Aspekte ihrer
Motive zu befriedigen

= Entwicklung strategischen, manipulativen Verhaltens

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Manipulatives Handeln

ist ein Handeln, das dazu dient, Interaktionspartner zu


Verhalten zu veranlassen, das sie von sich aus nicht
ausführen würden

(bzw. von dem der Handelnde annimmt, das sie es nicht


ausführen würden)

und zwar mit Strategien, deren tatsächlichen Zweck der


zum Handeln Veranlasste nicht durchschaut

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Strategien
 positive: andere Intentionen und Motive des
Interaktionspartners werden genutzt
um positive Effekte zu erzielen

 negative: Normen und Vermeidungsziele von


Personen werden genutzt, um
Effekte zu erzielen

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Zentrale Beziehungsmotive - ANERKENNUNG
 von anderen positive Rückmeldungen über die eigene
Person zu erhalten

Positives Selbstschema: „Ich bin OK, liebenswert, etc.“

Positives Beziehungsschema: „In Bez. wird man anerkannt,


in Bez. werde ich gemocht, etc.“

Negatives Selbstschema: Ich bin ein Versager, ich bin nicht


OK, etc.

Negatives Bez. Schema: in Beziehungen wird man


abgewertet, von Partnern wird man nur kritisiert etc.

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Zentrale Beziehungsmotive –
WICHTIGKEIT
 im Leben einer anderen Person eine bedeutende Rolle
zu spielen

Positives Selbstschema: „Ich bin für andere wichtig“

Positives Beziehungsschema: „In Bez. erhält man


Aufmerksamkeit“

Negatives Selbstschema: „Ich störe andere, ich bin toxisch


für andere...“

Negatives Bez. Schema: „in Beziehungen wird man


ausgegrenzt etc.“

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Zentrale Beziehungsmotive - Verlässlichkeit
 Signale zu erhalten, dass eine Beziehung beständig,
andauernd und berechenbar ist

Positives Beziehungsschema: „Beziehungen sind verlässlich“

Negatives Bez. Schema: „in Beziehungen wird man


verlassen, können jederzeit gekündigt werden etc.“

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Zentrale Beziehungsmotive - SOLIDARITÄT
 Hilfe und Unterstützung zu bekommen, wenn man sie
benötigt

Positives Beziehungsschema: „Wenn man bedroht wird,


erhält man Schutz, man wird nicht im Stich gelassen, etc.“

Negatives Bez. Schema: „man kann sich nur auf sich selbst
verlassen, in Bez. erhält man keine Unterstützung“

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Zentrale Beziehungsmotive - Autonomie
 (auch in Beziehungen) noch als eigenständige Person
existieren zu können und zu dürfen, eigene Entscheidungen
treffen zu dürfen, eigene Lebensbereiche zu haben

Positives Selbstschema: „Ich kann eigene Entscheidungen treffen,


etc.“

Positives Beziehungsschema: „In Beziehungen darf man eine


eigenständige Person bleiben, etc.“

Negatives Selbstschema: „Ich kann nicht über mein Leben


bestimmen etc.“

Negatives Bez. Schema: „In Beziehungen wird man kontrolliert


etc.“

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Zentrale Beziehungsmotive –
Grenzen/Territorialität
 Ein eigenes Territorium zu definieren, das sichere
Grenzen hat und man selbst bestimmen kann, wer
dieses Territorium betreten darf und wer nicht

Positives Beziehungsschema: „In Bez. werden meine


Grenzen beachtet.“

Negatives Bez. Schema: „In Beziehungen wird man


kontrolliert etc.“

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PS: Beziehungsgestaltung

komplementär versus konfrontativ ?

Beides?

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