0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
216 Ansichten20 Seiten

Untitled

Hochgeladen von

Josef_Maria_Mayer
Copyright
© Attribution Non-Commercial (BY-NC)
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als TXT, PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen
0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
216 Ansichten20 Seiten

Untitled

Hochgeladen von

Josef_Maria_Mayer
Copyright
© Attribution Non-Commercial (BY-NC)
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als TXT, PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen

ODE AN APHRODITE Von Josef Maria Mayer Dich will ich singen, himmlisches Mdchen...!

(Homer) ERSTER TEIL ERSTER GESANG Singe, o Muse, die preisende Hymne der gttlichen Venus! Nicht wie die trichten Theologien antikischer Dichter Will ich fabeln von der heiligen Mutter Dione, Jener Tochter der Doris und des Ozeanus, weder Glaub ich, dass Zeus im Meer begehrt die Mutter Dione, Noch dass der titanische Kronos den Vatergott hasste Und verstmmelte Gottvater an dem mnnlichen Gliede. Nein, wir griechischen Philosophen als Monotheisten Glauben, die Liebe sei Tochter des himmlischen Vaters alleine. Nmlich der Same des himmlischen Vaters trieb in dem Meere, Meerschaum entstand aus dem Samen des himmlischen Vaters, Aus dem Meerschaum geboren die Gttin der Liebe Hob sich aus den gischtenden Fluten und wandelte nackend Auf dem Wasser und wrang den Schaum aus den flutenden Haaren Und bedeckte mit ihrer rechten das weibliche Schamteil. Schamerfreute ist Anadyomene, die Gttin, Keusche Mdchengttin ist sie der himmlischen Liebe. Wohlgebildet ist ihr weier weiblicher Krper, Schlank die Taille, aber breit das weibliche Becken, Schlank die weien nackten Arme, doch mchtig der Busen, Weiblich ihr Antlitz, meerblau ihre zrtlichen Blicke, Schwarz, wie passend zur griechischen Schnheit, die wallende Haarflut, Klein die Nase, empfindsam zitternd die Flgel der Nase, Zrtlich zitternd die Lippen, volle wollstige Lippen! Anadyomene stand auf der rosigen Muschel, Stand auf der rosigen Muschel des femininen Geschlechtes, Schwamm so durch das Meer, vorber der Insel Kythere, Darum heit sie auch Kythereia und Gttin Cythere, Aber sie wollte nach Zypern, wollte zum heiligen Paphos, Darum tauchte beim Felsen Petra tou Romiou nackend Sie aus dem Meeresschaum, trat an den heien weilichen Sandstrand, Schlielich erhob sie sich, wanderte in das Innre der Insel, Unter den kleinen khlen Fchen, den schneeweien Fchen Blhten stolze Rosen und bescheidene Veilchen. Kypris traf nun die immerbetenden Horen, Da sie im Mittag spazierte ber die zyprische Insel. Unter allen den reizenden und jungfrulichen Horen, Eben geschlechtsreif gewordnen, hchst liebreizenden Mdchen War die Sext die Herrscherin in der Stunde des Mittags. Alle die Horen kleideten nun die gttliche Kypris, Reichten der Gttin Kypris den Slip, den schwarzen, gestickten, Reichten ihr dann den Bstenhalter, den schwarzen, gestickten, Gaben ihr dann das Kleidchen, ein kurzes, bis zu den Schenkeln, Bis zu den Oberschenkeln reichte das reizende Kleidchen, Welches frei lie und sichtbar die weien Elfenbeinschultern, Welches so fein gewoben war aus serischer Seide, Da die hingehauchte Seide war durchsichtig, siehe!

Aphrodites Krper schimmerte wei durch die Seide. Dann die reizenden Horen schminkten die Zehen der Fe Der liebreizenden Gttin mit der Rte des Henna, Von der zyprischen Kopher-Traube. Sie schminkten die Lippen Der liebreizenden Gttin mit dem dunkelsten Scharlach. Dann begannen die Horen, die Gttin Venus zu schmcken, Um die Knchel der nackten Fe banden sie Kettchen, Silbern klingelnde Kettchen mit kleinen goldenen Glckchen. Um den runden Oberarm der himmlischen Venus Schmiedeten sie einen Armreif in der Form einer Schlange, Einer Schlange, die den Schlangenschwanz in das Maul nimmt. An die muschelfrmigen Ohrlppchen hngten die Horen Silberne Ohrringe mit dem Schmuck von schneeweiem Mondstein, Um den schlanken langen Schwanenhals hngten die Horen Eine silberne Kette mit Lapislazuli, blauem Lapislazuli aus dem fernen Lande gypten. In die schwarze Haarflut der Venus steckten die Horen Eine goldne Spange, der Heiratsmndigkeit Nadel. So betrat die mit ber alle Mae mit Reizen Ausgestattete Gttin allen Liebreizes lchelnd Die olympische Burg, die Halle der himmlischen Gtter. Alle Olympier gleich begehrten die reizende Gttin! Als die reizende Cypria in den Olympus gefahren, Fuhr die Gttin der Lust im balsamischen Chariot-Wagen, Der ward gezogen von den immerturtelnden Tauben. O wie die Venus liebt die immerturtelnden Tauben, Wenn vom Kastanienbaume ruft der Tuberich gurrend Seine Taube zum heitergeselligen Treffen der Liebe, Wenn der Tuberich und die Taube in ehlicher Liebe ffentlich rechtlich verbunden in heiliger ehlicher Liebe Fliegen vom Kastanienwipfel zum Wipfel der Eiche, Gehen spazieren, immer turtelnd, die engere Gasse Oder im hchsten Wonnemonat des seligen Maien In den Wipfeln der Tannen spielen Spiele der Liebe, Da sie picken mit dem Schnabel spitz in den Busen, Spreizen die Schwingen, schlagen die Flgel beim Spiele der Liebe, Da die Tannenwipfel krachen vor brnstiger Wollust! Aber wie liebt auch die Venus den Schwan, den Knig der Wasser, Knig der Wasservgel, aller der Enten und Gnse Und der schreienden Lachmwen, kreisend um Elfenbeintrme. Aphrodite ritt auf dem Schwan, dem schwrzlichen Schwane, Hielt sich fest mit der reizenden Hand an dem Halse des Schwanes, Wild der Schwan mit den Schwingen schlug, der Schwanenhals zuckte, Aphrodite bumte sich auf auf dem Rcken des Schwanes, Ihre Mhne flatterte, mchtig bebten die Brste, Als mit den straffen Schenkeln sie presste die Flanken des Schwanes. Singend wie in unsterblichen Teichen Elysiums jauchzend Stieg der Schwan hinan zur olympischen Halle der Gtter. Hera empfing die Gttin, die lilienarmige Hera, Schwester und Gattin des allerhchsten Kronion. Hestia blies in die Flamme, die Hterin war sie des Herdes. Artemis kam von der Jagd, die jungfruliche Jgerin jagte Einen Hirsch und hetzte den armen Akton zu Tode. Jungfrulich weise blickte die Zeustochter, Strahlaug Athene, Die den einfallsreichen Odysseus immer gefhrt hat. Seine goldenen Locken schttelte Schnling Apollon, Alle Musen bemhten sich, ihrem Gott zu gefallen. Seine blaue Mhne schttelte mchtig Poseidon, Der sich gestritten mit Amphitrite, der znkischen Hausfrau. Hermes, der Gott der Diebe, der Fhrer gestorbener Seelen,

Zhlte die Gtter und fragte: Wo ist der gttliche Ares? Spricht man von Ares, siehe, so kommt gleich der herrliche Ares, Ares trat in die himmlische Wohnung olympischer Gtter, Zeus der Vater begrte seinen gttlichen Sprssling: Setz dich zum Mahl und speise Ambrosia, Liebling, Nimm den Kelch, mein Sohn, und trinke vom himmlischen Nektar! So lud Zeus der Vater zum seligen Abendmahl alle, Alle Gtter und Gttinnen ein. Zeus selber den Ganymed-Knaben Bat, den Lieblichsten aller jungen Lieblinge Gottes, Ihm den mchtigen Becher zu fllen mit schumendem Nektar! Ares auch hob den Becher und trank auf den Vater der Gtter, Ares trank auf den Vater der Gtter, den Vater der Menschen, Ares trank auf den Donnerer und den Wolkenversammler, Trank auf die Schwesterbraut, die lilienarmige Hera, Trank auf die Gattin Gottes, die Mutter der ewigen Gtter, Ares trank auf den gttlichen Wein und die gttliche Liebe, Bis der Gott berauscht war, da sah er die reizende Kypris! O wie glhten die schngewlbten Wangen der Venus, Feurig erhitzt und errtet von dem feurigen Weine, O wie glhten die Augen der Venus, wie kosmische Blitze, Hchst elektrisch geladen mit Energieen des Kosmos! Ares sagte: Wer bist du, beraus reizende Gttin? Aphrodite sagte: Komm und siehe, mein Ares, Schau, wie ich wohne, und werde mein Freund und lerne mich kennen! Dann sa Aphrodite wieder gedankenversunken, Tief versunken in die Trume, Mysterien schauend. Geistesabwesend nahm sie vom Tisch den silbernen Lffel, Tauchte den Lffel in den Topf voll hymettischem Honig, Hob den von goldenem Honig triefenden silbernen Lffel An den Mund und leckte den Wabenhonig vom Lffel. Ares schaute sie an, er war verliebt in die Venus! ZWEITER GESANG Als der Knig der Gtter Zeus noch ein Jngling gewesen, Unverheiratet war, da nahm er die eigene Schwester Hera fr die voreheliche Unzucht der Wollust. Dieser Unzucht und dazu noch inzestusen Verbindung Ist entsprungen der Arbeitergott Hephstos, der Bastard. Zeus aber machte Hephstos zu einem Kunsthandwerksmeister. Hera aber verabscheute diesen hsslichen Bastard, Ja, die Mutter warf den eigenen Sohn vom Olympos! Aber die Meeresgttin Thetis erbarmte sich seiner, Zog ihn auf. Er lernte sein Kunsthandwerk, schuf seine Werke, Um der grimmigen Mutter, der lilienarmigen Hera, Zu beweisen, dass er wieder mit der Mutter vershnt war, Schickte er ein Kunstwerk zur Mutter auf dem Olympus, Einen Gtterthron fr die lilienarmige Hera. Zeus Gemahlin, die Mutter Hera, sa in dem Throne, Aber sie konnte sich nicht mehr erheben vom heiligen Throne, Denn Hephstos bannte sie mit magischen Knsten. Hera schickte Dionysos vom Olympus zur Erde, Ihren Sohn Hephstos zu holen, dass er sie befreie. Zeus Sohn und der Semele Sohn Dionysos brachte Heras Bastard Hephstos einen riesigen Weinschlauch. Doch Hephstos war ein nchterner Trinker von Wasser, Aber Dionysos sagte: Knstler, mach einen Becher, Breit und wohlgerundet, draus sollst du schlrfen vom Weine, Aber zuvor sollst du mit deiner Nase schnuppern den Weinduft,

Dann benetze dir der Wein umschmeichelnd die Zunge, Mit den Geschmacksknospen deines Gaumens schmecke den Rotwein, Den ich dir besorgt hab aus dem keltischen Gallien. Kurz, Hephstos war betrunken, er vertrug ja den Wein nicht. Ha, Dionysos lachte ber den Trinker von Wasser, Aber er legte den Bastard Hephstos schlafend in seinen Wagen, der gezogen ward von samtschwarzen Panthern, Ward begleitet von eleganten Raubkatzenweibchen, Sturzbetrunken Silen ritt auf dem brllenden Esel, Auf dem brllenden Eselshengste mit starrendem Gliede. Zu den Trommeln und Zymbeln und Triangeln tanzten Mnaden, Lieen die langen Locken wallen und hpfen die Brste, Schwenkten lasziv die Becken und lieen sie kreisen im Bauchtanz. So kam der Bastard Hephstos zu den olympischen Gttern. Vater Zeus begrte den Bastard, die Frucht seiner Snde: Nun befreie die Mutter, die lilienarmige Hera, Fordere dann was du willst und sei es ein Himmel voll Nymphen! Aber Hephstos sah die unvermhlte Cythere, Sagte: O Zeus, gib mir die unvermhlte Cythere, Will sie doch kein andrer von den Himmlischen haben, Nehm ich sie notgedrungen zum rechtlichen Ehevertrage. Aber Hephstos erfllte nicht die ehlichen Pflichten. Nun war Hephstos tagsber immer am Arbeitsplatz fleiig, Aber Aphrodite langweilte sich in der Mue, In dem ewigen Miggang kam sie auf den Gedanken, Ares zu besuchen. Sie trat in des Gttlichen Kammer. Ares sah, und siehe, Aphrodite begossen Schien von gttlichem Glanz der berhimmlischen Schnheit! Ares war entzckt von der gttlichen Schnheit der Venus, Er erhob sich vom Bett und sagte: Kypris, ach Kypris! Sie berhrte mit der Rechten zrtlich des Gottes Hfte und sagte: Komm und folge mir, herrlicher Ares! Drunten in Sdgriechenland ist ein Pinienwldchen, La uns dort spazieren gehen, Freund und Geliebter! Also gingen sie im sdgriechischen Pinienwalde Lachend spazieren. Eichhrnchen leckten Pinienzapfen. In die grne Wildnis fiel Feuer der sdlichen Sonne. Venus trug ein rosenrotes Kleidchen, ein kurzes, Knapp die weien straffen Oberschenkel bedeckend, Unbedeckt die Arme, die muskulsen und schnen, Auch die Brste waren nur halbbedeckt von dem Kleidchen, Milchwei quollen die prallen Brste der gttlichen Venus Aus dem feurigen Kleidchen. Und Ares riss es herunter, Zog der Venus das rosa Unterhschen herunter! Willig betete Venus sich im Waldboden, lockend Zog sie Ares herunter und lustvoll machten sie Liebe! Aphrodite war ja Erfinderin der Knste der Liebe, Alle Stellungen kannte sie des lustvollen Spieles. Und der verfeinerten Wollust Meisterin lie ihre Zunge Spielen mit der zuckenden Zunge des gttlichen Mannes. Aber vom sdgriechischen Himmel, der Sonne des Sdens, Schaute Helios, schaute voyeuristisch die Sonne, Sah die ehebrecherischen Liebenden buhlen, Wie sie es tagsber trieben unter offenem Himmel. Helios sagte es gleich Hephstos. Am Arbeitsplatz rauchte Zornig Hephstos der Bastard und schmiedete Plne der Rache. Sahest du schon mein olympisches Schlafzimmer, gttlicher Ares? Venus ffnete ihre Pforte zum Schlafzimmer. Siehe, Mein Geliebter, die Weihegaben all meiner frommen Anbeter, dort aus Kristall gebildet ein schwebendes Nymphchen,

In den Hnden haltend ein Herz voll feuriger Flammen, Dort von Apelles gemalt das Bild der Meerschaumgebornen, Dort von Praxiteles schn geformt die knidische Venus, Dort Idole, ein Chor von tanzenden Bacchus-Mnaden, Dort ein Alabasterflakon voll kostbarer Narde, Mehr als dreihundert Denare wert die kostbare Narde, Eine Weihegabe vom fernen Tyrus und Sidon. Ares sagte: Ach wie duftet dein Kissen, o Venus! Dabei steckte Ares schnuppernd die Nase ins Kissen. Schon lag Aphrodite unter der Bettdecke nackend, Nur ihre langen schwarzen Haare flossen aufs Kissen. Wieder brachen Ares und Aphrodite die Ehe! Schweitropfen perlten auf der Haut der nackenden Venus. Aber wie ein Spinnennetz der grsslichen Spinne (Venus hasste ber alle Maen die Spinnen), Wie ein goldenes Spinnennetz berzog sie ein Kunstwerk Von Hephstos Hand, unsichtbare Fden versponnen, bersponnen klebrig die nackenden Krper von Venus Und von Ares, der lag noch zwischen den Schenkeln der Venus, Venus spreizte noch immer ihre gttlichen Schenkel, Als Hephstos hereintrat und alle olympischen Gtter, Und die Gtter lachten ihr olympisches Lachen! Rachegesttigt lste Hephstos das Spinnennetz, goldne Fden entwirrte der Ehmann, die nackte Venus entschlpfte. Sie bestieg den Chariot-Wagen, gezogen von Tauben, Fuhr nach Paphos, Altpaphos oder Neupaphos. Venus Badete in der Fontana Amorosa, der Quelle, Nackend stand sie im Bade. Von oben Wasserkaskaden berfluteten Aphrodites nackenden Krper. Junge reizende Grazien salbten mit l von dem lbaum Aphrodites nackenden Krper und kleideten Venus Kurz und knapp mit einem schneeweien seidenen Hemdchen. Jetzt war Aphrodite wieder Jungfrau geworden, Mit intaktem Hymen wieder jungfruliche Gttin! Nun, Hephstos lie sich scheiden. Zeus gab Hephstos Eine andere Frau, die junge Charis Aglaja. Ares und Aphrodite aber liebten sich weiter Wie ein Freund die Freundin liebt in geistiger Freundschaft, Wie ein Bruder die Schwester liebt in herzlicher Liebe. Ares aber, von Aphrodite eingeweiht in der Liebe Mysterien, in den verfeinerten Knsten der Wollust, Konnte sich nicht lsen von der Begierde, suchte Vergngen Und die Gensse der Lust und der sinnlichen Liebe. Eines Tages der Ewigkeit schaute im Strahlen des Lichtes Der begierige Gott das junge Mdchen Aurora. O wie schien sie ihm schn, das reizende Mdchen Aurora! Vierzehn Jahre jung war das Fruleinwunder voll Liebreiz, Rotblond ihre Locken, die fielen auf schneeweie Schultern, Wei und rund wie ein Opferbrot war das Antlitz der Jungfrau, Purpurrot geschminkt die lachenden kusslichen Lippen, Stand sie vor ihm im Hemdchen, mit weien nackenden Armen, Stand sie vor ihm im Rckchen, die Oberschenkel noch nackend, Lachte ihn an mit dunkelroten kusslichen Lippen: Herr Gott Ares, mein Nachbar in der olympischen Wohnung, Wie Sie mich anschaun mit Begierde in hungrigen Blicken! Himmlisches Mdchen, sthnte Ares, la dich erkennen! Eos, das Mdchen, fhrte ihn ins Schlafzimmer. Schwatzend Spielten Nymphensittiche in dem Kfig und lrmten. Eos lag in dem Bett, lag unter der Bettdecke nackend, Eos streckte ihren nackten Rosenarm Ares entgegen,

Eos zog ihn und Ares sank in Auroras Umarmung. Ja, der Gott beschlief das vierzehnjhrige Mdchen, Aber er beichtete dies in den nchsten Tagen der Venus. Ah, wie rasend eiferschtig war da die Gttin Venus, wie ein Skorpion, wie eine Furie raste Aphrodite und fluchte mit schwarzen magischen Sprchen: Vierzehnjhriges Flittchen! Ich hexe dir in den Krper Unlschbare sexuelle Begierde und Geilheit! Vierzehnjhriges Luder! Nymphomanin des Himmels Sollst du sein, kein Mann kann dich befriedigen jemals! Aber als der Frhling wiederkehrte im Himmel, Da vershnten sich wieder Aphrodite und Ares. DRITTER GESANG Hermes, Philosophen nennen ihn Gott der Gelehrten, Sterbende nennen ihn Psychopompus, Fhrer der Seelen, Gtter nennen ihn geflgelten Boten der Gtter, Aber die Jugendlichen in der Wollust der Jugend Ehren Hermes im Stein, in seiner phallischen Herme, Oben auf der Herme das Haupt eines brtigen Mannes, Aber der Leib des Hermes gleich dem stehenden Phallus. Weiber lieben besonders die steinerne Gottheit des Phallus, Kommen und bringen zum Abendmahl Weibrot und Rotwein, Bringen Ziegenkse, Oliven und kstliche Eier, Eier der Hhner und der Wachteln winzige Eier, Bringen Quark und Honig und Brot mit den Krnern von Sesam, Also laden sie ein zum Abendmahl Gott in der Sule. Kypris auch, sie wollte genieen den phallischen Hermes, Sagte zum gttlichen Jngling: O du Knig der Diebe, Ich bin die Gttin allen sexuellen Begehrens, Du bist erhabener Gott des mnnlich-phallischen Sexus! Weibliche Sexgttin ich und du der mnnliche Sexgott, Wir sind freinander geschaffen vom ewigen Schicksal! Einst im Goldenen Zeitalter waren wir eine Kugel, Waren Ein Fleisch, vereint zu einem einzigen Wesen. Aber Vater Zeus hat uns in zwei Hlften gespalten. Ewig sucht nun das lsterne Mnnchen das lsterne Weibchen, Ewig sucht nun die Zeugungspotenz die reine Empfngnis, Ewig suchen sich, sich zu vereinen, Phallus und Vulva! Hermes lchelte: Welche platonische Weisheit, o Gttin! Aber bei allem gelehrten Platonismus, o Gttin, Immer schwand mir die Weisheit angesichts weiblicher Reize! Ja, mein Trieb will zeugen, zeugen im Schoe der Schnheit, Zeugen will mein Trieb in dir die heiligsten Kinder, Aber die Macht der Begierde sucht Genuss und Vergngen, Sucht Befriedigung. Aphrodite, mir juckts in den Gliedern! Aphrodite schuf die schnste Befriedigung Hermes, Siehe, da schwollen der Liebesgttin die mchtigen Brste, Schwollen an, die Brste glichen nun gttlichen Bergen! Aphrodite gebar den Sprssling Hermaphroditus, Dieser Hermaphroditus war ein feministischer Jngling, Zwitter war er wie der androgynische Urmensch. O du Urmensch, geschaffen als Mann und Weib von der Gottheit! Aber die Liebe liebt das Wandern von einem zum andern. Aphrodite wandelte bei der groen Marmorsphinx trumend, Auf der anderen Seite ging Dionysos trumend. Wovon trumte Dionysos? Trumte von Indiens Mutter Uma, als er drben Aphrodite erblickte,

Wei ihre nackenden Arme und wei ihre nackenden Beine Und nur die Scham und Brste verhllt von dem rtlichen Kleidchen. Trunken vor Liebe pflckte Dionysos sich eine Rose, Nahm in die Rechte den prallen angeschwollenen Weinschlauch, Eilte Aphrodite nach und fand sie im Zimmer Neben dem Bild des Praxiteles von der knidischen Venus. Trinke mit mir, Geliebte, trinke vom purpurnen Weine, Den ich geerntet, gekeltert hab im keltischen Gallien! Ja, Dionysos, gerne trink ich vom gallischen Weine, In den Becher lass strmen den schumenden Wein aus dem Weinschlauch! Und so tranken sie beide. Die Gtter waren betrunken. Aphrodite legte sich nackt auf das herrliche Lager, Unter purpurner Samtdecke bei der Unzahl von Kissen Liebten sich Aphrodite und Dionysos oftmals. Ja, die Berauschte hat rauschend mit dem Berauschten geschlafen Und sie schliefen den Liebeschlaf berauschender Wollust. Niemals waren so lstern die Mnaden im Tanze, Ob sie auch schwenkten die Becken und rissen die Kleider vom Leibe, Nie so berauschend waren die orgiastischen Weiber Wie die gttliche Aphrodite beim Akt in dem Bette! Damals wurde der Sohn der Semele Bacchus vergottet! Aber die Frucht ihrer Liebe war der groe Priapus. Gott Priapus war zwar nicht der Schnste der Mnner, Aber sein Mannesglied war sicher das Grte der Glieder, Nicht nur der lngste Phallus, auch der breiteste Phallus, Darum beten die schnen Weiber auch stets zu Priapus Und errichten im Garten die Vogelscheuche Priapus. Aber Aphrodite gebar einen gttlichen Sprssling, Welchen die Philosophen nennen den Ersten der Gtter, Aber die lesbische Dichterin sagt, es sei Uranos Vater Dieses gttlichgezeugten Eros, des gttlichen Sohnes Allerschnster Mutter, der Urania Venus. Eros aber ist ausgerstet mit Pfeilen und Bogen, Denn die Liebe ist verbunden mit schrecklichen Schmerzen! Siehe, die Pfeile des Eros, das sind feurige Pfeile, Die durchbohren das Herz und wirken verblutender Herzen Liebesqualen und stiften des Herzens Martyrium Freiern, Ob der Freier auch entflammt von der Fackel des Eros Zur Geliebten strmt, der Liebsten die Seele zu schenken, Aber die Liebste gibt nur die Antwort feindlichen Hasses Und verdammt den Verliebten zu wahrhaft hllischen Qualen! Siehe, dann fleht der Freier weinend zur himmlischen Venus: Venus Urania, hab Erbarmen, habe Erbarmen, Nimm dem schrecklichen Eros doch die tdlichen Pfeile, Schliee mit mtterlichen Kssen die Wunden des Herzens, Mit der himmlischen Heilkunst heile die Krankheit der Seele, La mich ruhen in deiner Umarmung, gttliche Mutter, Ideal der Schnheit sei du allein mir, o Venus, Dir gewidmet schenk ich mich dir, Urania Venus, Der platonischen Weltseele und der Herrin des Kosmos, Hngen doch alle Welten an deinem Lilienarme Wie die rosigen Perlen an der Perlenschnur, Venus, Die du die gttliche Liebe bist, die Schnheit der Liebe, Die im Innern des Kosmos hlt den Kosmos zusammen! Venus Urania wahrlich erhrte des Freiers Gebete Und so sehn wir den grausam-schrecklichen Eros bekmmert Ohne Pfeil und Bogen stehen am Throne der Mutter, Denn die himmlische Mutter nahm dem gttlichen Knaben Seine Marterwerkzeuge weg und erlste den Freier, Der sich dem Herzen der himmlischen Aphrodite vertraute!

Eros aber sprach: Ich war bei einer Feier der Hochzeit, Psyche whlte ich mir zur Braut und Ehegenossin, Psyche, die die Dichter auf Erden der Venus verglichen! Psyche ward zur Hochzeit mit Eros geschmckt. Ach Geliebte, Wie als ging es zum Tod, so gingst du zur Hochzeit mit Eros! Eros war bei dir in deiner dunklen brutlichen Kammer, Da lagst du in Eros Armen und weintest Trnen der Freude, Selige Trnen weintest du und wurdest getrstet! Aber, ach, die Snden schieden Psyche von Eros, Eros konnte nicht bleiben in dem Brautgemach, Psyche. Aber die himmlische Aphrodite nahm sich der Braut an, Psyche wurde zur Magd der himmlischen Mutter der Liebe. Viele Prfungen musste Psyche bestehen und Schmerzen Tragen und Opfer bringen und Trnen weinen der Reue, Ja, sie musste hinab in das dmmernde Schattenreich, musste Durch die dunklen Nchte zur Morgenrte, da Venus Stand an der Himmelspforte. Psyche weihte sich Venus! Stella Matutina! Im dritten Himmel die Frstin Venus herrscht, im dritten Himmel der liebenden Seelen! Venus fhrte die purgierte Psyche dem Gott zu, Ihrem Sohn, dem brutlichgesinnten gttlichen Eros. Schne Horen, die Matutin und die Sext und die Vesper, Immerbetende Horen fhrten die schnere Psyche Zu dem Gott und Gemahl, und alle heiligen Musen Strichen die Harfen, Urania lie erschallen die Himmel, Alle Gtter und Gttinnen, alle himmlischen Throne, Alle glckseligen Geister und Genien, auch die Sirenen Und die reinen Dmonen der philosophischen Weisheit Grten die purgierte Psyche im Arme des Eros! Zeusvater segnete lchelnd die Hochzeit von Eros und Psyche! ZWEITER ZEIL ERSTER GESANG Ich war auf der Helios-Insel Rhodos, dorten lernt ich kennen Charikles, Kallikratidas, Luxurise junge Mnner. Da sie wollten nach Italien, Wollten wir zuvor besuchen Aphrodite, die berhmte Gttin Knidia von Knidos. Wir besichtigten das Umland, Die Gemldegallerieen, Stiegen dann hinauf zum Tempel Der berhmten Aphrodite. O, wie dicht die Atmosphre Der Erotik um den Tempel, Atmosphre aphrodisisch S durchschauerte die Pilger. Frchtereiche Myrten duften, Hoch auf streben die Zypressen, ppig ist der Rebstock, ppig

Schwere Last der Trauben tragend. Daphnes Lorbeerbaum, ach Daphne Wollt nichts wissen von der Gttin Aphrodite, aber heute Dient auch Daphne Aphrodite. Bnke stehen dort im Schatten, Laden ein zum Liebestndeln. Genius loci ist hier sprbar Aphrodisisch und erotisch. So betraten wir den Tempel. In dem Inneren des Tempels In der Mitte steht das Bildnis berlebensgroer Gttin. berragend ihre Hoheit, Leicht geffnet ihre Lippen, Milde lchelnd, ohne Hlle Ist die Gttin gnzlich nackend! So Gewaltiges erschaffen Hat der Genius des Knstlers, Da die sprde Marmorgttin Ist lebendig und elastisch. Darum alle Tempelpilger Sich benehmen auch im Tempel Nicht so wie vor einem Steine, Sondern wie vor einer Gttin, Einer Gttin, die lebendig, Willig, Pilger einzuladen, Ist die feminine Gttin. Ich verliere meine Fassung! Der Korinther als Betrter Preist den Kriegsgott Ares selig, Der um dieser Schnheit willen Lie sich fangen in den Fesseln. Er stand nicht als Distanzierter Vor der groen Marmorgttin, Sondern ksste ihre Schenkel, Die er grad erreichen konnte. Der Athener stand noch schweigend, War ein khler Reservierter, Doch der Schnheit Offenbarung Auch ergriff noch den Athener, Denn er schaute an die Gttin Knidia von hinten, siehe, Herrlich war der Rcksicht Schnheit, Allgewaltig solche Schnheit! Wie vom Blitz getroffen stand er Vor der Gttin: Dieser Rcken Ist ein wohlgeformter Rcken

Und die runden Hften laden Ein zur liebenden Umarmung, O die Hften zu umfassen! Kstlich rund sind die Gluten, Nicht zu dick und nicht zu mager! O wie s die Grbchen lachen Auf den wohlgeformten Hften! Unbeschreiblich, wie die Schenkel Zu den nackten Fen fhren! Whrenddessen der Korinther Stand vor Staunen als Erstarrter. Der verlangende und feuchte Blick in seinen Augen zeigte Leidenschaft, die ihn beherrschte. Aber an des Oberschenkels Innenseite war ein Flecken. Sprach die Wchterin des Tempels: Einst ein junger Mann aus gutem Elternhause oft besuchte Knidia in ihrer Zelle, War verliebt in Aphrodite! Lange Tage sa er seufzend Vor der Gttin, anzuschauen Ihre nackte Wunderschnheit, Liebesseufzer auszustoen. Aber er fand keine Ruhe, Wenn er auch der Gttin alles Legte opfernd vor die Fe, Verse an die Wnde malte. So verlor er die Kontrolle ber sich und so am Abend Von den Wchtern eingeschlossen Blieb er in der Gttin Zelle. Als die Morgenrte tagte, Sah man Spuren der Umarmung Und die Gttin trug den Flecken, Da er sich ergossen hatte. ZWEITER GESANG O Kallipigos, o Gttin Venus mit dem schnen Hintern, Deine Marmorstatue schau ich Mit Bewundrung und Entzcken! Bist du Tnzerin, o Gttin, Die du schaust auf deinen Hintern, Den entblten, willst doch sicher, Da ich deinen Hintern preise!

Syrakus hat einst begrndet Aphrodisischen Geskult. Bei dem Philosophen-Gastmahl Hren wir von seiner Stiftung. Einst die Menschen waren voller Leidenschaft der Lust ergeben Und den sinnlichen Genssen, Da sie einen Tempel bauten Fr Kallipigos, die Gttin Venus mit dem schnen Hintern. Denn es war dereinst ein Bauer, Der zwei schne Tchter hatte. Diese stritten sich nun einmal: Wer besitzt den schnsten Hintern? Um die Frage zu entscheiden, Stellten sie sich auf am Wege. Da kam grad vorbei ein Jngling, Erbe eines reichen Vaters, Dem sie beide prsentierten Fragend ihre schnen Hintern. Er betrachtete die Hintern, Sagte: ltere der Schwestern, Straffer, praller ist dein Hintern, Auch bewundernswert dein Becken! Dieser Jngling nun verliebte In die ltere der Schwestern Sich, in jene mit dem prallen Hintern und dem breiten Becken! Als der Jngling heimgekehrt war, Ward er liebeskrank vor Sehnsucht. Das gestand er seinem Bruder, Der ging selber zu den Schwestern Und verliebte sich ins andre Mdchen. Eine Doppelhochzeit Wurde auf dem Land gefeiert. Nun die beiden Bauerntchter Waren Frauen reicher Mnner, Dafr dankten sie der Gttin Venus mit dem schnen Hintern, Gttin mit dem straffen Hintern! Da berichtete der Jngling, Der den Fall entschieden hatte: Zwischen Tchtern Thrygallis Und Myrrhine war ein Streitfall, Welche hat den schnsten Hintern? Welcher Hintern ist der schnste, Grazis und ohne Makel? Dieses sollte ich entscheiden.

Und Myrrhine als die Erste Lste ihren Keuschheitsgrtel, Stand vor mir im transparenten Seidenfeinen Unterhschen, Prsentierte ihre Reize, Schaute ber ihre Schulter Auf die runden Hinterbacken Und bewegte ihre Backen. Doch Thrygallis bertrumpfte Ihre Schwester-Konkurrentin, Da sie gnzlich sich entblte Und sich selbst pries mit den Worten: Schaue diese Farbe, dieses Rosige der weien Hften Und den bergang betrachte Zu den straffen festen Schenkeln, Schaue auf die Hinterbacken, Auf dem Hgel schn die Grbchen, Meine Hinterbacken wackeln Nicht so wie Myrrhines Backen. Also sprach der Jngling-Richter: Htte Paris einst am Ida Der Thrygallis Hinterbacken Nackend schauen drfen, wahrlich, Danach fragte er nicht weiter Nach der Aphrodite Hintern Und der Hera Hinterpacken Und dem Hintern der Athene! DRITTER GESANG Als Von Fr Als Alkestis, treue Gattin, Admet genommen Abschied, ihn in den Tod zu gehen ein Stellvertreter-Opfer,

Schwor ihr der Zurckgebliebne In Bewegung groer Liebe ber seiner Gattin Opfer, Stets zu trauern, treu zu bleiben. Ja, er werde sich ein Abbild Der geliebten Frau beschaffen Und mit dieser Marmorgattin Ehelich zusammenleben. O geliebtes Weib, dein Abbild Ist ein wunderschnes Kunstwerk, Nackt soll diese Marmorgattin Mit mir in dem Bette liegen, Niedersinken will ich liebend Zwischen ihren Marmorbrsten

Und umschlingen mit den Armen Ihre runden Marmorhften Und will deinen Namen rufen, O geliebteste Alkestis, Und will denken, dass ich liebte Deinen Leib in meinen Armen. Zwar der schnste Marmorkrper Schenkt nur kaltes Lustgenieen, Aber ich mu mich erleichtern Von der Sehnsucht meiner Liebe. Aber mit der Statuenliebe Kamen auch die Therapeuten: Abschied nehmen musst du, Witwer, Und vergessen deine Tote. Apollonius von Tyana Hrte einst von einem Manne, Der entbrannt in heier Liebe War zur Herrscherin von Knidos, War verliebt in diese Gttin Knidia, die nackte Gttin, Wollte gar mit Aphrodite Geistig leben in der Ehe. In der Gttin Haus von Knidos Selbst der Aphrodite Priester Nicht vermochten, diesen Jngling Loszusprechen von dem Wahnsinn. Apollonius von Tyana Nun mit rationalen Grnden Diesem Jngling hat bewiesen, Da sich Gleich mit Gleichem gatte, Sich die Gttin Gttern paare, Weibchen sich mit Mnnchen paaren Bei den Hunden und den Menschen, Nicht die Gttin freit den Menschen. Aber ob der Exorzismus Diesem Jngling hat geholfen? Makareus wars von Perintheus, Der die Aphrodite liebte, Wollt sich Knidia vermhlen. Da erschien ihm Aphrodite, Gab zum Weib ihm die Hetre Ischas, die aus Knidos stammte. VIERTER GESANG O die Schnste vom Olympos, Der Olymperinnen Schnste, Aphrodite, wie erschaffen Kann ein Knstler je ihr Bildnis?

Kypris schaute einst die Kypris Knidia und rief beim Anblick: Wie und wo und wann ersphte Mich Praxiteles denn nackend? Manchem Sterblichen vergnnt war, Aphrodite anzuschauen, Mythologen berliefern Uns der Hochbeglckten Namen. Paris und Anchises schauten Und Adonis nackt die Venus, Aber wann hat nackt gesehen Denn Praxiteles die Gttin? Wie einst Paris auf dem Ida Aphrodite nackt gesehen Und ihr gab den Preis des Apfels Als der allerschnsten Gttin, So Praxiteles erblickte Gttin Knidia, die Nackte, Schuf die nackte Marmorgttin, Jeder kann sie nun erblicken, Alle Knidier erblicken Das verlockende Gebilde Und im Vatikan die Rmer berliefern sie dem Weltkreis. Platon, Seher der Ideen, Sah die ideale Gttin, Schne Nacktheit nackte Schnheit Sah Urania im Bilde, Sprach: Praxiteles erschuf nicht Diese Gttin in dem Marmor, Sondern nackt steht hier die Gttin Wie dereinst vorm Richter Paris. bers Meer ging Aphrodite Zu der schnen Insel Knidos, Schaute in der Tempelzelle Dort das nackte Marmorbildnis, Das Praxiteles gebildet Und geweiht der Aphrodite. In der Zelle sprach die Gttin, Schauend an das Marmorbildnis: O Praxiteles, du Meister, Wo hast du mich nackt gesehen? Doch Praxiteles sah Kypris Niemals gnzlich nackt in Wahrheit, Sondern er erschuf die Gttin, Wie sie Ares sich ersehnte, Sich ertrumte voll Begierde, Als er sie beschlafen wollte.

FNFTER GESANG O Praxiteles, gestehe, Phryne hat Modell gestanden Fr die nackte Marmorgttin Knidia voll Liebesreizen. Irdisch zwar, doch eine Traumfrau, Die berhmteste Hetre Griechenlands, die schne Phryne Stand Modell fr Aphrodite. Athenaios dies bezeugte Und auch dass Apelles malte Die dem Meeresschaum entstiegne Venus Anadyomene Nach dem Vorbild des Modelles Phryne. Sokrates besuchte Auch das Atelier, als Phryne Stand Modell fr eine Venus. Ja, Praxiteles erschaffen Hat zwei Aphroditenbilder Nach dem Vorbild Phrynes, beide Schn bekleidet und nicht nackend. Phryne selber bat den Knstler, Da er sein Modell verklre Als verhllte Aphrodite In dem Goldglanz des Gewandes. Ein verhlltes Standbild stellte Phryne in den Eros-Tempel. Dort stand schon das Eros-Standbild, Das Praxiteles gemacht hat. Und das andere verhllte Standbild Aphrodites stellte Phryne in den Tempel Delphis, Phryne, schn verklrt zur Venus. Wie war Phyrnes Leib gebildet? Wie gebaut war Phrynes Krper? Ja, man nennt die nackte Gttin Knidia voll Reiz und Schnheit Eine Frau von vierzig Jahren, Aber jung geblieben, reizend, Aphrodisisch und erotisch, Gttin Phryne, vierzigjhrig, Fnfzigjhrig gar war Phryne, Gttin Phryne Aphrodite, Als Apelles malte Phryne Als die Anadyomene. Schon im Altertum verwechselt

Ward die Statue der Phyrne Mit der Statue der Venus, Venus Phryne Phryne Venus. Nun gebildet war aus Marmor Das Idol der Gttin Phryne Und die Marmorgttin Phryne Schrieb Praxiteles ein Briefchen: Habe keine Angst, mein Knstler, Du vollendetest ein Bildnis, Wie noch nie ein Mensch erschaffen, Deine Freundin ward zur Gttin. Phryne wird jetzt angebetet Als die Gttin Aphrodite In dem groen Eros-Tempel Und dem Heiligtum von Delphi. Ja, jetzt steht die Gttin Phryne Zwischen Knidia und Eros. Wer mich anschaut und die Gtter, Preist als Schpfer dich, den Knstler. Hoch verehren mich die Griechen Und sie halten mich fr wrdig, Unter Gttinnen zu stehen, Gttin unter Liebesgttern. Eines fehlt nur, Freund: O komm jetzt Zu mir in den Eros-Tempel, Da wir unter Gtteraugen Liebe machen auf dem Boden! Aphrodite wirds nicht stren Und auch Eros wirds nicht stren. Du, der Schpfer dieser Gtter, Darfst mit deiner Gttin schlafen! SECHSTER GESANG Lady Venus ward zur Dame In der adligen Gesellschaft. War ein Pilger einst, ein Minner, Suchte die geheime Blume, Suchte eine Blaue Blume, Die Geheimnisvolle Rose, Welche in der Burg der Liebe Aufgespart und fest verschlossen! Die Natur, die Groe Mutter, Hatte weise ausgerstet Diesen Pilger, diesen Minner: Pilgerstab und Pilgerbeutel Hielt er allzeit in der Rechten. Also kam mit Lady Venus Er zur runden Burg der Liebe,

Die er zu erobern suchte. Lady Venus war bekleidet Ganz gem der Zucht und Tugend. Auf dem Haupte war ein Schleier, Um die Brust der Keuschheitsgrtel, Ihr Gewand von weier Seide Flo ihr bis auf ihre Fe, War verschlossen bis zum Halse, rmel fielen auf die Hnde. Aber auf der Burg der Liebe Stand ein Marmorbild der Gttin, Aphrodisisch und erotisch, Nackend, griechisch und natrlich. Auf zwei hohen Sulenbeinen Stand die nackte Schnheitsgttin, Zwischen diesen Sulenbeinen Die Schiescharte war zu sehen! Selbst auch Lady Venus zielte Mit dem Feuerpfeil des Eros Auf die Scharte zwischen Sulen, Jene Burg in Flammen setzend. Und der Pilger oder Minner Nahm den Stab mit seiner Rechten, An dem Pilgerstab gebunden War zu sehn der Pilgerbeutel. Unter brnstigen Gebeten, Sthnend zu dem Gott der Liebe, Mit dem Pilgerstab er bohrte Durch die Scharte zwischen Sulen. Pilgerstab und Pilgerbeutel Drangen durch die enge Scharte Und die Sulenbeine bebten, Venus strzte auf den Boden. Aphrodites Trmmer rollten Durch die Wiese auf dem Boden. In die Burg der Liebe drang nun Triumphierend ein der Pilger, Pflckte dort die Blaue Blume, Die Geheimnisvolle Rose, Die dort aufgespart, verschlossen Wartete, bis er sie pflckte! Htte Ihrem Htte Nicht aber Lady Venus Pilger nicht geholfen, er die Blaue Blume so eilig pflcken knnen!

SIEBENTER GESANG

Wann zog ein die Schnheitsgttin In das Herz der Welt der Christen? Tausend und fnfhundert Jahre Ward verdrngt die Liebesgttin. Fnfzehnhundertdrei erbaute Man die Belvedere-Villa. Papa Julius der Zweite Und sein Architekt Bramante Sammelten die schnsten Bilder, Den Laokoon, Apollo, Und die schne Venus felix Stand im Liebesgarten, in dem Vividarium Veneris! Diese schne Venus felix Folgte Knidia, ihr hnlich. Amor stand an ihrer Seite. Diese schne Venus felix Keusch verhllt den Unterkrper Mit der feinsten Tuchdrapierung. So gefiel sie dem Apostel! Lilia! Du kennst doch Venus Und Cupido, diese Gtter Der Antike? Unser Papa Julius der Zweite holte Sie aus rmischen Ruinen, Wo man krzlich sie entdeckte, Stellte sie in einem Hain auf: Goldorangen und Limonen! Papa Julius der Zweite Starb, da ward zum Papst erkoren Ein Germane! Vater wurde Damals Hadrian der Vierte! Hadrian der Vierte sagte Angesichts der Venus in dem Vividarium Veneris: Ein antikisches Idol halt! In der Zeit des Zehnten Leo Schrieb ein Rmer diese Verse: Mars war jetzt ist die Minerva Immer aber sein wird Venus! Fnfzehnhundertvierzig schufen Eine Knidia zwei Knstler Fr den Knig der Franzosen. Fontainebleau sah diese Venus! Jene Knstler der Franzosen Whlten nicht die Venus felix, Sondern die von Belvedere, Diese splitternackte Gttin!

Alle Dichter priesen hymnisch Die franzsische Cythere, Diese Belvedere-Venus Unverhllten Unterkrpers! Botticelli hatte Venus Splitternackt in Lebensgre Schn gemalt auf ihrer Muschel: Mediceische Cythere! Die Geburt der Venus malte Sandro Botticelli, aber Nicht die Anadyomene, Sondern Pudica, die Keusche! Venus Pudica lobpreisen Alle Dichter. Alighierei Hat die Pudica gesehen Herrlich in dem Fegefeuer! Venus Medici, die keusche Venus Pudica, man hielt sie Fr die Knidia, die wahre Von Praxiteles geschaffne. Auch der Frst der Dichter Goethe Sah die Botticelli-Venus Als die wahre Aphrodite Von Praxiteles und Knidos. Siebzehnhundertachtundzwanzig Hatten Sohn und Vater, Briten, Die franzsische Cythere Als die Knidia erachtet. Diese Belvedere-Venus, Nicht die Medici-Cythere Und auch nicht die Venus felix, Sei die Knidia, die wahre. Cest la vraie fameuse Vnus, Gnidienne de Praxitile! Goethes Freund, der Goethe-Mayer, Aber dachte sich die Venus Als die Medici-Cythere, Diese sei poetisch wahrer Als die Belvedere-Venus Und die Knidia der Mnzen. Siebzehnhunderteinundachtzig Schenkte nun der Mann Colona Papa Pius eine Venus. Jenem Siebten Pius schenkte Jener die Colonna-Venus, War ursprnglich nackt! Der Papa Pius gab ihr Tuchdrapierung Bis zum Nabel ihres Bauches.

(Denn es wollte Papa Pius Nicht, dass noch ein frommer Pilger Vor des Vatikanes Venus In Sankt Peter masturbiere!) Oh, ihr Christus-Stellvertreter In dem Vatikan von Roma! Drei Cytheren-Bilder habt ihr, Eine zeigt ihr nur dem Volke! Christus, Hrt mein Lat mich Schnster Petrus und Maria! Seufzen und mein Sthnen! die verbotnen Bilder Aphroditen schauen!

Darf ich erst im Fegefeuer Aphrodite nackend schauen? (....................................... ........................................)

Das könnte Ihnen auch gefallen