Version 1.
April 2020
TDA: Tutorium zur Messdatenauswertung
Bitte bringen Sie zum Versuchstag ihre Unterlagen aus dem Versuch MEDA sowie einen
Bleistift, ein Lineal und einen Laptop mit Excel inkl. Netzteil mit!
Abbildung 1: Ein Hilfsmittel zur Darstellung und Auswertung von Messwerten
1 Ziel des Versuches
Die Verfahren zur Darstellung und Auswertung von Messwerten, die Sie während des Versuchs MEDA
kennen gelernt haben, werden Sie im Verlaufe des Praktikums immer wieder anwenden müssen. Deswegen
sollen Sie im Folgenden diese Verfahren an weiteren Beispielen üben. Ergänzend zu der bereits praktizierten
manuellen Auswertung von Messdaten werden Sie dabei auch einen Computer zur Darstellung und Analyse
von Messdaten anwenden. Wichtige Prinzipien wie die Linearisierung von Messdaten werden besprochen,
und Sie machen sich mit Grundlagen der Fehlerfortpflanzung vertraut und üben diese an einem einfachen
Beispiel.
1.1 Auswertung statistisch verteilter Messgrößen
Im Versuch haben Sie eine physikalische Größe gemessen, bei der durch das Messverfahren statistische
Schwankungen auftreten: den Durchmesser einer Münze, gemessen mit einem digitalen Messschieber. Sie
haben die Größe deshalb mehrfach gemessen und Bestwert, Standardabweichung und absolute sowie relative
1
Messunsicherheit berechnet.
Als weiteres Beispiel für statistische Schwankungen von Messwerten wurde während der Versuchsdurch-
führung der Durchmesser von 10 verschiedenen Münzen desselben Wertes (jeweils einmal) gemessen.
Hier kommt die Schwankung nicht primär durch den Messvorgang, sondern durch Schwankungen der
Messgröße selbst zustande.
Im Gegensatz zum Versuch MEDA sollen Sie Ihre Messwerte mit Hilfe des Computers auswerten. Pro
Zweiergruppe steht Ihnen ein Laptop mit dem Tabellenkalkulationsprogramm Excel zur Verfügung. Hier wie
bei allen folgenden Übungen zur Datenauswertung am Computer gilt: Sollte keiner aus Ihrer Zweiergruppe
im Umgang mit dem Rechner und der Software Excel geübt sein, dann wenden Sie sich bitte an Ihren
Betreuer.
- Werten Sie die Messreihe zur Messung des Durchmessers bei 10 verschiedenen und 10 gleichen Münzen
aus dem Versuch MEDA vollständig aus: Bestimmen Sie Bestwert, Standardabweichung, absolute
und relative Messunsicherheit. Vergleichen Sie die Werte mit denen im Versuch MEDA ermittelten.
- Überlegen Sie, wie die verschiedenen Größen in diesem Fall zu interpretieren sind. Was bedeutet z.B.
die Standardabweichung, also die Qualität des Messverfahrens, bei der Messung von 10 verschiedenen
Münzen im Gegensatz zur zehnfachen Messung bei einer Münze?
1.2 Auswertung graphischer Darstellungen
In Versuch MEDA haben Sie eine Beispielmessung zur Temperaturabhängigkeit der Ausdehnung von
Festkörpern für zwei metallische Körper ausgewertet. Diese Auswertung sollten Sie per Hand durchführen.
Hier sollen Sie anhand derselben, bekannten Messdaten die Auswertung mit dem Computer üben.
- Tragen Sie die Ausdehnung als Funktion der Temperatur zunächst für ein Metall per Computer auf.
- Führen Sie eine lineare Regression durch.
- Tragen Sie die Messdaten für beide Metallkörper in einem weiteren Diagramm auf (einschließlich
Legende). Beachten Sie, welches die relevante Auftragung ist, um die Daten beider Metalle direkt
vergleichen zu können.
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- Formulieren Sie 5 wichtige Regeln bei der Diagramm-Erstellung:
- Überprüfen Sie, ob Ihr Diagramm den oben formulierten Punkten genügt.
- Der Betreuer wird Ihnen nun demonstrieren, wie Sie eine lineare Regression inklusive Bestimmung
der Messunsicherheit durchführen. Melden Sie sich bitte bei Ihrem Betreuer, wenn Sie an
diesem Punkt der Anleitung angelangt sind.
- Formulieren Sie die Regeln zur Erstellung der Regressionsgeraden und der Bestimmung der Messsun-
sicherheit auf diese:
- Sofern noch nicht erfolgt: Führen Sie die lineare Regression für beide Datensätze durch.
- Geben Sie die thermischen Ausdehnungskoeffizienten für beide Metalle an (mit ihren Messunsicher-
heiten und in entsprechend sinnvoller Genauigkeit).
- Bitte geben Sie Ihrem Betreuer Bescheid, wenn Sie die Aufgaben bis hierher erfolgreich
durchgeführt haben
1.3 Fehlerfortpflanzung
Oft werden Sie im Praktikum und nachfolgend in Studium und Beruf verschiedene Messgrößen bestimmen
müssen, aus denen sich dann rechnerisch eine gesuchte Größe X ergibt. Als einfaches Beispiel hierfür sollen
Sie nun das Volumen zweier Metallzylinder bestimmen, wie es in Abb. 2 skizziert ist. Hierzu stehen Ihnen
neben den Metallzylindern ein Maßband und ein Messschieber zur Verfügung.
Da sich das Volumen eines Zylinders über die Formel
V = π ⋅ r2 ⋅ h
berechnet, müssen Sie somit jeweils die Höhe h und den Radius r (halber Durchmesser!) der Zylinder
bestimmen. Die entsprechenden Messungen sollen Sie sowohl mit einem Messschieber als auch mit einem
Maßband durchführen. Tragen Sie die Messwerte in die Tab. 1 ein. Überlegen Sie sich, wie groß die
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Abbildung 2: Zeichnung eines Zylinders mit Beschriftung.
Tabelle 1: Ermittlung der Volumina von Metallzylindern. Index S: Werte mit dem Messschieber ermittelt.
Index M : Werte mit dem Maßband ermittelt.
Messungen mit Messschieber Messungen mit Maßband
rS urS hS uhS rM urM hM uhM
Zylinder 1
Zylinder 2
Messabweichungen u für Ihre Messungen von rS , hS (jeweils gemessen mit dem Messschieber) und rM , hM
(jeweils gemessen mit dem Maßband) sind und notieren Sie sich auch diese Werte in der Tabelle.
Die Messung von Höhe und Radius von Metallzylindern zur Ermittlung des Volumens der Körper dient
hier als einfaches Beispiel für den häufig vorkommenden Fall, dass eine experimentell zu ermittelnde Größe
nicht direkt gemessen, sondern nur rechnerisch aus einer oder mehreren Messgrößen bestimmt werden kann.
Sie sollen nun der Frage nachgehen:
Wie hängt die Messunsicherheit des berechneten Ergebnisses (in unserem
Beispiel des Volumens) von den Messabweichungen der Einzelmessungen ab?
Allgemein wird der Einfluss von Messabweichungen ua , ub , uc , . . . einzelner Messgrößen (a, b, c, . . .) auf daraus
berechnete Größen (X) und deren Messunsicherheit uX durch das Fehlerfortpflanzungsgesetz nach Gauß
beschrieben.
Fehlerfortpflanzung nach Gauß
√
2 2 2
∂X ∂X ∂X
uX = ( ua ) + ( ub ) + ( uc ) + . . .
∂a ∂b ∂c
Hierbei bezeichnet ∂X ∂a die partielle Ableitung, wobei für die Parameter a, b, c, . . . jeweils die entsprechenden
Bestwerte ā, b̄, c̄ eingesetzt werden. Zur Ermittlung der partiellen Ableitung ∂X ∂a werden in der Funktion alle
Größen b, c, . . . mit Ausnahme von a als Konstanten behandelt und anschließend wird die Funktion nach
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a abgeleitet. Die Gauß’sche Fehlerfortpflanzung gilt nur, solange die Messabweichungen der ua , ub , uc , . . .
unabhängig voneinander sind, sich also nicht gegenseitig beeinflussen.
Sollten Sie mit der Interpretation der obigen Formel Schwierigkeiten haben, dann finden Sie nachfolgend
eine schrittweise Beschreibung des rechnerischen Vorgehens bei der Bestimmung der Messunsicherheit uX
nach der obigen Formel:
1. Zunächst wird die partielle Ableitung nach a ermittelt und durch Einsetzen der Bestwerte in die
gewonnene Formel ein Zahlenwert berechnet.
2. Dieser Zahlenwert ist mit der Messunsicherheit ua zu multiplizieren und das Ergebnis anschließend
zu quadrieren.
3. Nach analoger Vorgehensweise nach 1. und 2. für alle anderen mit Messunsicherheiten behafteten
Messgrößen b, c, . . . sind die Ergebnisse für alle relevanten Messgrößen a, b, c, . . . zu summieren.
4. Die Wurzel aus dieser Summe ergibt die Unsicherheit ux der gesuchten Größe X.
Angewandt auf das Volumen V = V (r, h) = π ⋅ r2 ⋅ h eines Zylinders ergibt sich:
√
2 2
∂V ∂V
uV = ( ⋅ ur ) + ( ⋅ uh ) (1)
∂r ∂h
- Ermitteln Sie die Formel für die Messunsicherheit uV . Bitte stellen Sie Ihren Weg zum Ergebnis auf
einem separaten Zettel nachvollziehbar dar, so dass Ihr Betreuer Ihnen ggfs. Hinweise auf mögliche
Fehler geben kann.
- Berechnen Sie für die von Ihnen im Versuch gewonnenen Messdaten für h und r das Volumen der
beiden Metallzylinder und die zugehörigen Messunsicherheiten, und zwar für die zwei Kombinationen
(1) hM und rM sowie (2) hS und rS . Achten Sie bei der Angabe Ihrer Ergebnisse auch auf die Hinweise,
die im Versuch MEDA zur korrekten Angabe eines Resultats gegeben wurden.
- Unterscheiden sich die relativen Messunsicherheiten εV , welche aus der Messung mit dem Messschieber
und aus der Messung mit dem Maßband folgen? Wie erklären Sie sich Ihre Beobachtungen?
Für einige häufig vorkommende Funktionen sind die resultierenden absoluten und/oder relativen Messunsi-
cherheiten in der Tabelle 2 aufgeführt.
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Tabelle 2: Häufig auftretende Funktionen und die resultierenden absoluten und relativen Messunsicherheiten
Funktion X(a, b) absolute Messunsicherheit relative Messunsicherheit
1 α⋅a uX = α ⋅ ua X = a
2 a±α X = α ⋅ a
√
3 a±b uX = u2a + u2b
a⋅b √
4 X = 2a + 2b
a
b
Ausgehend von der Funktion X(a, b) in der ersten Spalte sind hier mit Hilfe der Gauß’schen Fehlerfort-
pflanzungsformel die absoluten Messungenauigkeiten und darauf aufbauend die relativen Messungenauigkei-
ten ausgerechnet worden. Tipp: Versuchen Sie zur Übung, die Herleitung der in der Tabelle 2 angegebenen
Messungenauigkeiten nachzuvollziehen.
Wie stark der Einfluss einer Messgröße auf die Messunsicherheit des Ergebnisses ist, hängt somit nicht
nur von der Größe der Messunsicherheit für diese Messgröße ab, sondern auch davon, welchen Einfluss die
zugehörige Variable auf das Resultat hat. Dies wird durch den Vergleich der Beispiele 1 und 2 in der Tabelle
2 deutlich. Daraus ergibt sich z.B. für eine gesuchte Größe X(a, b) = a ⋅ b4 , dass ihre Messunsicherheit sehr
viel stärker von b abhängig ist als von a . Konkret folgt aus der Gauß’schen Fehlerfortpflanzungsformel
für das Beispiel, dass die relative Messunsicherheit b vierfach gewichtet wird gegenüber der relativen
Messunsicherheit a .
Der Einfluss der Genauigkeit einer Messgröße auf die Genauigkeit des Ergebnisses eines Experiments lässt
sich also oft bereits vor dem Experiment mit Hilfe der Fehlerfortpflanzung mathematisch abschätzen und
somit bereits während einer Messung berücksichtigen. Die Betrachtung der Messunsicherheiten dient also
nicht nur der kritischen Bewertung Ihrer Messergebnisse, die Sie auch in Ihrem nachfolgenden Studium und
Berufsleben immer wieder vornehmen werden müssen, sondern hilft auch bei der effizienten Planung eines
erfolgreichen Experiments.
1.4 Anwendung der Fehlerrechnung auf Beispiele aus dem Praktikum
Der Betreuer stellt Ihnen verschiedene Beispiele aus dem Praktikum vor, bei denen die Fehlerrechnung
zur Anwendung kommen wird. Wählen Sie ein bis zwei Beispiele aus und leiten Sie die Formel für die
Messunsicherheit hierfür ab. Berechnen Sie die Messunsicherheit anhand fiktiver gegebener Messdaten und
geben Sie das Ergebnis mit Messunsicherheit in einer sinnvollen Genauigkeit an.
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1.5 Linearisierung von Messdaten
In diesem Versuchsteil sollen Sie sich mit der Linearisierung von Messdaten vertraut machen. Klären Sie
hierzu zunächst die Fragen: Was bedeutet Linearisierung von Messdaten? Wozu dient sie?
Führen Sie anschließend in Zweiergruppen die nachfolgenden Auswertungen durch. Sie können dies manuell,
d.h. mit Taschenrechner und Millimeterpapier, erledigen oder mit dem Computer.
Die Auswertung betrifft das Beispiel des Abstandsgesetzes für radioaktive Strahlung.
Betrachtet wird die radioaktive Strahlung, die für verschiedene Abstände von einem radioaktiven Präparat
nachgewiesen werden kann. Die radioaktive Strahlung wird mit einem Geiger-Müller-Zählrohr nachgewiesen
(Ereignisse / (1/min)). Der Abstand wird auf einer Längenskala bestimmt, die wie unten skizziert an der
Messanordnung angebracht ist:
Abbildung 3: Schematische Messanordnung zur Überprüfung des Abstandsgesetzes.
Überlegen Sie sich zunächst: Was erwartet man für eine Abhängigkeit für die Zahl der detektierten Ereignisse
als Funktion des Abstandes zwischen radioaktivem Präparat und Zählrohr (Abstandsgesetz)?
Sie sollen die erwartete funktionale Abhängigkeit zwischen dem Abstand vom radioaktiven Präparat und
der Zahl der mit dem Strahlungsdetektor nachgewiesenen Ereignisse anhand der nachfolgenden Messdaten
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durch eine geeignete grafische Auftragung verifizieren (wahlweise auf Millimeterpapier oder mittels Excel).
Überlegen Sie sich, was Sie auf der x- und y-Achse auftragen, um eine lineare Darstellung zu erhalten.
Tabelle 3: Messergebnisse zum Abstandsgesetz radioaktiver Strahlung:
Abstand d / cm Zerfälle I / (1/min)
4 3870
6 2387
8 1285
10 923
12 631
14 476
16 375
18 335
20 286
22 242
24 194
26 176
28 154
30 132
Diskutieren Sie Ihre erzeugte Grafik mit Ihrem Betreuer? Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie aus Ihrer
Grafik für die Durchführung dieser oder vergleichbarer Messungen?
Die oben aufgeführten Messdaten enthalten einen systematischen Fehler. Welchen?
Wie können Sie anhand des Beispiels systematische Fehler identifizieren und quantifizieren? Fertigen Sie,
wenn nötig, eine modifizierte Grafik an.
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1.6 Exponentielle Abhängigkeiten
Häufig trifft man in der Physik auch nichtlineare Abhängigkeiten zwischen zwei physikalischen Größen an,
die durch einen exponentiellen Zusammenhang beschrieben werden. Solche Abhängigkeiten sollen Sie im
Folgenden anhand einfacher experimenteller Beispiele studieren. Finden Sie sich hierzu in Gruppen von je
vier Studierenden. In der Vierergruppe sollen Sie die folgenden Experimente durchführen und auswerten.
Entscheiden Sie selbst, ob Sie die beiden Experimente gemeinsam oder arbeitsteilig bearbeiten. Auf Wunsch
können Sie auch beide Experimente in jeder Zweiergruppe durchführen.
Experiment 1: Messen Sie den zeitlichen Verlauf der Höhe von Bierschaum auf frisch eingegossenem Bier.
Ihnen steht hierzu ein zylindrisches Glasgefäß, eine Stoppuhr, ein Maßband, (alkoholfreies?) Bier und ein
Flaschenöffner zur Verfügung. Sie sollen mindestens 10 Messwerte aufnehmen.
Bitte sprechen Sie sich bitte mit anderen Versuchsgruppe ab, so dass mehrere Versuchsgruppen diesen
Versuch zu einem ähnlichen Zeitpunkt ([Link] einer gerade geöffneten Flasche Bier) durchführen können.
- Messen Sie den zeitlichen Verlauf der Höhe des Bierschaums.
- Tragen Sie Ihre Messdaten in einer geeigneten grafischen Darstellung auf Millimeterpapier auf. Führen
Sie bitte die Auswertung in jedem Fall manuell durch. Welche funktionale Abhängigkeit zwischen
Ihren Messgrößen finden Sie?
- Sie können die Auswertung ergänzend auch mit Hilfe des Computers durchführen.
Experiment 2 (Zusatzaufgabe): Der Betreuer entscheidet, ob die restliche Zeit ausreichend ist und die
folgende Zusatzaufgabe zu bearbeiten ist. Bestimmen Sie die Dicke eines Blattes A3-Drucker-Papier / einer
Zeitung / eines gelben Sackes. Ihnen stehen die entsprechenden Materialien und ein digitaler Messschieber
zur Verfügung.
- Nehmen Sie das A3 Papier und messen Sie die Dicke mit dem Messschieber.
- Falten Sie das Papier und messen Sie die Gesamtdicke des gefalteten Papiers.
- Falten Sie das Papier erneut und messen Sie die Gesamtdicke.
- Fahren Sie so lange wie möglich fort.
- Notieren Sie Ihre Messwerte in einer Messwerttabelle, in der Sie die Anzahl der Faltungen und die
entsprechenden gemessenen Dicken notieren.
- Tragen Sie Ihre Messwerte geeignet auf Millimeterpapier auf - manuell, bei Wunsch zusätzlich mit
dem Computer. Was stellen Sie für eine funktionale Abhängigkeit zwischen Ihren Messdaten fest?
- Sie haben die Dicke des Blattes Papier im ersten Schritt direkt bestimmt. Alternativ können Sie
diese auch durch eine Ausgleichskurve durch Ihre Messdaten (bei geeigneter grafischer Darstellung)
ermitteln. Führen Sie diese Auswertung durch und vergleichen Sie beide Ergebnisse. Hierzu müssen
Sie die entsprechenden Messabweichungen einbeziehen!
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- Diskutieren Sie das Ergebnis mit Ihrem Betreuer.
- Wiederholen Sie die analogen Messungen und Auswertungen für eine Zeitung und einen gelben Sack.
Üben Sie hierbei auch das Auftragen verschiedener Messwerte in eine Grafik. Werten Sie die Daten
wie oben skizziert aus. Wie dick ist das Zeitungspapier, wie dick ist die Folie eines gelben Sackes?
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Beispiele für die Fehlerfortpflanzung
Versuch WEC: Wechselstromwiderstände
Im Versuch werden die Effektivwerte von Strom und Spannung (Ueff und Ieff ) mit Wechselstrommessinstru-
menten bestimmt. Die relative Messabweichung für beide Werte beträgt 1%.
Somit können z.B. folgende Größen berechnet werden:
- die Impedanz Z als Quotient von Ueff und Ieff
- die Scheinleistung PS als Produkt von Ueff und Ieff
Aufgaben:
1. Ermitteln Sie über die Fehlerfortpflanzung die Formeln für die Messunsicherheiten für die Impedanz
Z und die Scheinleistung PS .
2. Berechnen Sie mit Hilfe der unten aufgeführten Messwerte folgende Größen mit ihren Messunsicher-
heiten: Impedanz Z und Scheinleistung PS
Ueff / V Ieff / A
118 0,27
3. Geben Sie die Ergebnisse (Wert + Messunsicherheit) mit sinnvoller Genauigkeit an.
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Versuch MIK: Brennweite von Linsen / Mikroskop (Zusatzaufgabe)
Der Betreuer entscheidet, ob die restliche Zeit ausreichend und diese Zusatzaufgabe zu bearbeiten ist.
In einem Versuch wird die Brennweite einer Linse über verschiedene Methoden bestimmt. Bei einer der
Methoden wird die Vergrößerung V , d.h. das Verhältnis von Bildgröße B zu Gegenstandsgröße G, ermittelt,
die nach der Abbildungsgleichung
1 1 1
+ = (2)
g b f
und der Gleichung
B b f
V = =− = (3)
G g f −g
in Beziehung zur Brennweite f und zu Gegenstandsweite g bzw. Bildweite b gebracht werden kann. Es
folgt:
−gV b
f= = (4)
1−V 1−V
Man kann somit sowohl den Vergrößerungsmaßstab ermitteln als auch die Gegenstands- und Bildweiten
messen und daraus dann die Brennweite der Linse samt ihrer Messunsicherheit berechnen.
Im Versuch werden Sie die o.g. Größen bei verschiedenen Abständen zwischen Objekt und Linse messen
und anschließend das gemittelte Ergebnis bestimmen.
Fiktive Messergebnisse für eine Gegenstandsweite finden Sie nachfolgend:
g /cm b / cm G / cm B / cm
20,0 53,0 3,4 -8,8
Aufgabe:
1. Überlegen Sie sich mögliche Ursachen von Messabweichungen bei der Bestimmung von G, B, g und b.
2. Schätzen Sie die Messabweichungen grob ab und diskutieren Sie Ihre Schätzwerte mit Ihrem Betreuer.
3. Leiten Sie die Formel für die Messunsicherheit der Vergrößerung und der Brennweite ab.
4. Berechnen Sie die Brennweite und geben Sie das Ergebnis (Wert + Messunsicherheit) mit sinnvoller
Genauigkeit an.
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