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MD Konular Merged

Das Dokument behandelt die Grundlagen der deutschen Verben, einschließlich ihrer Definition, Konjugation und Verwendung in Sätzen. Es erklärt die Struktur von Verben, die verschiedenen Zeitformen, die Bedeutung von Prädikaten sowie die Konjugation in Singular und Plural für verschiedene Personen. Zudem werden die Höflichkeitsformen und die Verwendung von Personalpronomen erläutert.

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MD Konular Merged

Das Dokument behandelt die Grundlagen der deutschen Verben, einschließlich ihrer Definition, Konjugation und Verwendung in Sätzen. Es erklärt die Struktur von Verben, die verschiedenen Zeitformen, die Bedeutung von Prädikaten sowie die Konjugation in Singular und Plural für verschiedene Personen. Zudem werden die Höflichkeitsformen und die Verwendung von Personalpronomen erläutert.

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Verben

1) Was man über Verben wissen sollte.

Verben werden auch als "Tuwörter", "Zeitwörter" oder Tätigkeitswörter bezeichnet. Wörterbücher geben
Verben immer mit dem Infinitiv an (Infinitiv = Grundform = nicht konjugiert). Verben bestehen aus einem
Verbstamm und der Endung "- e n" (sehr selten nur mit "- n").

Infinitiv Stamm Endung


arbeiten arbeit -en

lernen lern -en

machen mach -en


klingeln klingel -n

feiern feier -n

Das Verb bestimmt die Verbergänzungen. Beispiele:

• Die Verben "kaufen", "lieben" und "machen" haben eine Nominativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.

Nominativ Verb Akkusativ

Die Frau macht eine Pizza

Der Mann kauft einen Tisch.


Das Mädchen liebt den Jungen.

• Die Verben "antworten, "glauben" und "helfen" haben eine Nominativ- und eine Dativ-Ergänzung.

Nominativ Verb Dativ Satzende

Die Frau antwortet mir nicht.

Der Mann glaubt dem Jungen nicht

Der Junge hilft dem Mädchen.

Siehe auch: Ergänzungen sowie Prädikat

Ein Verb gibt die Zeitform an (deshalb auch "Zeitwörter" genannt):

Zeitform Nominativ Verb Ergänzung Verb 2

Präsens Das Kind macht die Hausaufgaben.

Perfekt Die Mutter hat Suppe gekocht.

Präteritum Das Auto fuhr gegen die Wand.

Verben verändern ihre Form, sie werden "konjugiert". Dadurch sind sie in der Lage, Informationen über die
Anzahl der Personen Singular oder Plural), das Tempus (Präsens, Perfekt, ...) oder den Modus (Indikativ oder
Konjunktiv) zu geben. Diese Veränderungen der Form nennt man "Konjugation".

Formen Nominativ Verb Ergänzung Verb 2

Singular Das Kind schläft heute unruhig.

Plural Die Väter trinken gerne Bier.

Perfekt Die Katze hat sich aufs Bett gelegt.

Konjunktiv II Ich würde dir gerne helfen.

1
2) Wie man Verben konjugiert.

Das folgende Beispiel zeigt die Konjugation des regelmäßigen Verbs "lernen":

Singular lernen Plural

1. Person ich lern e wir lern e n 1. Person

2. Person du lern s t ihr lern t 2. Person

3. Person er / sie / es lern t sie / Sie lern e n 3. Person

• Der Infinitiv lautet " lernen ".


• Der Verbstamm lautet "lern".

• Die Verbendung " - en " wird konjugiert und ist veränderlich (-e, -st, -t und -en).

• Singular
o 1. Person Singular = Person, die spricht
ƒ Ich lerne gerne Fremdsprachen.

o 2. Person Singular = Person, die angesprochen wird (du benutzt man für Familienmitglieder und
Freunde).

ƒ Lernst du Portugiesisch?

o 3. Person Singular = Person oder Sache, von der gesprochen wird.


ƒ Maskulin: Der Mann spricht Deutsch. Er lernt Spanisch.
ƒ Feminin: Die Frau spricht Englisch. Sie lernt Chinesisch.

ƒ Neutral: Das Kind spricht Italienisch. Es lernt Japanisch.

• Plural

o 1. Person Plural = Personen, die sprechen


ƒ Wir lernen Deutsch.

o 2. Person Plural = Personen, die angesprochen werden (Der Plural von du ist ihr. Es werden

gleichzeitig mehrere Familienmitglieder oder Freunde angesprochen.).


ƒ Liebe Kinder, lernt ihr immer noch Französisch?

o 3. Person Plural = Personen oder Sachen, von denen gesprochen wird.


ƒ Hans und Hilde wollen Serbisch lernen. Sie wollen auch Türkisch lernen.

o 3. Person Plural = Höflichkeitsform für eine Person. (Sie mit großem Buchstaben!)
ƒ Herr Jansen, lernen Sie auch Griechisch?

o 3. Person Plural = Höflichkeitsform für mehrere Person. (Sie mit großem Buchstaben!)

ƒ Herr Schaaf und Frau Schaff, wollen Sie auch Arabisch lernen?

Siehe auch: Konjugation

2
3) Was ist ein Prädikat?

Das Prädikat ist der wichtigste Teil im Satz. Es wird durch Verben ausgedrückt.

Kein Verb, kein Satz!

Das Verb kann allerdings nicht alleine stehen (es gibt nur wenige Ausnahmen!). Es braucht immer eine

Nominativ-Ergänzung, kurz Nominativ. Im Nominativ steht immer das Subjekt.

• Das Subjekt kann eine Person sein. Die W-Frage lautet Wer?:

W-Frage Subjekt Verb Satzende

Ich lerne Deutsch.

Helga lernt Japanisch.

Karl lernt Hebräisch.


Wer lernt eine Fremdsprache?
Maike lernt Dänisch.

Christina und Christian lernen Niederländisch.

Die Schüler lernen Koreanisch.

• Das Subjekt kann eine Sache sein. Die W-Frage lautet Was?:

W-Frage Subjekt Verb Satzende

Was ist blau? Der Himmel ist blau.

Was kostet viel Geld? Ein Haus kostet viel Geld.

Was ist das? Das ist eine Schreibtischlampe.

Was gibt uns Wärme? Die Sonne gibt uns Wärme.

Was ist auf dem See? Ein Boot ist auf dem See.

Das Verb hat immer eine Nominativ-Ergänzung. Es kann nicht alleine stehen!!!

Nominativ + Prädikat = Wer / Was + Verb

Siehe auch: Konjugation, Satzlehre und Ergänzungen

3
4) Übersicht

Themen rund ums Verb sind:

• Verben
o Konjugation

o Das Verb "sein"


o Das Verb "haben"

o Regelmäßige Verben
o Unregelmäßige Verben

o Trennbare Verben
o Modalverben

o Imperativ
o Reflexive Verben

o Zeitformen
ƒ Präsens
ƒ Perfekt

ƒ Präteritum (Imperfekt)

ƒ Plusquamperfekt (Vorvergangenheit)
ƒ Futur I (Zukunft)
ƒ Futur II (vollendete Zukunft)
o Passiv
ƒ Vorgangspassiv

ƒ nicht passivfähige Verben

ƒ Zustandspassiv
ƒ Passiversatz
o Konjunktiv II

ƒ Konjunktiv II der Höflichkeit

ƒ Ratschläge geben

ƒ Wunschsätze
ƒ Bedingungssätze
ƒ Vergleichssätze

o Konjunktiv I.

4
Konjugation der Verben

1) Was man über die Verbkonjugation wissen sollte.

Die Konjugation der deutschen Verben ist relativ einfach. Fast alle Verben haben die Endung -en (kaufen,

lieben, malen, ...). Steht das Verb in seiner Grundform (Endung = -en), spricht man vom Infinitiv. Wörterbücher

geben Verben immer mit dem Infinitiv an. Wird das Verb in einem Satz verwendet, muss es konjugiert werden.

Die Konjugation der Verben ist im Präsens nicht so schwierig. Fast alle Verben enden mit der gleichen

konjugierten Endung. Ausnahmen bilden nur die Modalverben (1. + 3. Person Singular), und die

unregelmäßigen Verben (sein, werden und wissen) sowie diejenigen Verben, deren Stammlaut mit s, ß; x

oder z enden (heißen, heizen, ...). In der folgenden Konjugationstabelle steht stellvertretend für alle Verben der

Infinitiv "lernen".

Konjugation:

Singular lernen Plural

1. Person ich lern e wir lern e n 1. Person

2. Person du lern s t ihr lern t 2. Person

3. Person er / sie / es lern t sie / Sie lern e n 3. Person

2) Die Begleiter

In der gezeigten Tabelle erkennt man, dass einige Verbendungen die gleichen Endungen haben:

• Endung für: er / sie / es und ihr = -t


• Endung für: wir und Sie / sie = - en

Damit es nicht zu Verwechslungen kommt, benötigt das Verb immer einen Begleiter, um die Person, die gemeint

ist, genau zu definieren. Aus diesem Grund muss das Verb einer Person zugeordnet werden. Dies geschieht zum

Beispiel mit einem Namen (Peter, Petra) oder mit einem Personalpronomen (ich, du, ...). Die Person (das

Personalpronomen) steht dabei immer im Nominativ (= Subjekt).

Nominativ + Verb gehören zusammen wie Mutter + Vater !!!!

Position 1 Position 2
Satzende
Nominativ Verb

Er lernt Deutsch.

Petra lernt Deutsch.

Das Kind lernt Deutsch.

Wir lernen Deutsch.

Peter und Petra lernen Deutsch.

1
3) Konjugation der 1. Person

Zunächst unterscheiden wir zwischen Singular und Plural. Der "Singular" spricht nur eine einzige Person an,
der " Plural" mindestens zwei oder mehr Personen.

Singular

• Mit der 1. Person Singular meint man sich selbst:


o Ich heiße Gustav Lenz.
o Ich bin 30 Jahre alt.
o Ich bin ledig und ich habe keine Kinder.
o Ich wohne hier in Köln.
o Von Beruf bin ich Deutschlehrer.

Plural

• Mit der 1. Person Plural meint man sich selbst und andere Personen:
o Guten Tag. Mein Name ist Meyer und das ist meine Frau.
o Wir machen hier Urlaub.
o Wir sind beide 33 Jahre alt.
o Wir kommen aus Berlin.
o Wir haben drei Kinder.

4) Konjugation der 2. Person

Die 2. Person ist die angesprochene Person. Oft sind es entweder Familienmitglieder oder Freunde. Die 2.
Person spricht somit Familienmitglieder oder Freunde an, zu denen man ein familiäres oder freundschaftliches
Verhältnis hat. Sie werden " geduzt ". Das entsprechende Verb heißt "duzen". In der Praxis werden auch immer
häufiger Arbeitskollegen geduzt, da man mit ihnen oft ein freundschaftliches Verhältnis pflegt.

Singular
• Ist der Gesprächspartner allein, so verwendet man " du ":
o Wie heißt du?
o Wie alt bist du?
o Hast du einen Freund?
o Was studierst du?

• Auf eine Frage mit "du", wird mit " ich " geantwortet:
o Wie heißt du? - Ich heiße Petra.
o Wie alt bist du? - Ich bin 22 Jahre alt.
o Hast du einen Freund? - Nein, ich habe keinen Freund.
o Was studierst du? - Ich studiere Medizin.

Plural

• Sind es zwei oder gleich mehrere Gesprächspartner, so verwendet man " ihr ":
o Wie heißt ihr?
o Wie alt seid ihr?
o Was studiert ihr?
o Woher kommt ihr?

• Auf eine Frage mit " ihr ", wird mit "ich + sie / er / es / das" oder mit "wir" geantwortet:
o Wie heißt ihr? - Ich heiße Uta und das ist Karl. / Wir heißen Uta und Karl.
o Wie alt seid ihr? - Ich bin 21 und er ist 24. / Wir sind 21 und 24 Jahre alt.
o Was studiert ihr? - Ich studiere Deutsch und er studiert Chemie. / Wir studieren Physik.
o Woher kommt ihr? - Ich komme aus Köln und sie aus Brühl. / Wir kommen aus Bremen.

2
Tipp: Trifft man Gleichaltrige im privaten Bereich, duzt man sich gewöhnlich. Ist man sich unsicher, bietet man
zuerst das " du " an oder man fragt den / die Gesprächspartner einfach:
• Ich heiße Andi. Und du?
• "Duzen" wir uns?
• Sagen wir "du" zueinander?
• Sollen wir "du" sagen?
• Sollen wir uns "duzen"?
• Komm, wir duzen uns. Ich heiße Peter, und du?
• Kommt, wir duzen uns. Ich heiße Peter, und ihr?
• Wir sagen doch "du"? O.K.?

5) Konjugation der 3. Person

Die 3. Person wird für Personen, Sachen oder Dinge verwendet, über die man spricht. Man unterscheidet sie
nach dem Genus: maskulin, feminin, neutral und nach Numerus (Singular / Plural). Daher gibt es vier
verschiedene Möglichkeiten, Personalpronomen einzusetzen:

• Singular
o Maskulinum
ƒ Das Personalpronomen " er " wird für Personen oder Sachen benutzt, die männliches
Geschlecht (maskulin) sind:
ƒ Martina hat einen neuen Freund.
ƒ Er heißt Hugo.
ƒ Hugo ist erst 22 Jahre alt.
ƒ Er fährt einen schwarzen Porsche.
ƒ Martina hat einen neuen Tisch.
ƒ Der Tisch rund.
ƒ Er ist aus Glas.
ƒ Der ist sehr wertvoll.
o Femininum
ƒ Das Personalpronomen " sie " wird für Personen oder Sachen benutzt, die weibliches
Geschlecht (feminin) sind:
ƒ Guido hat eine neue Freundin.
ƒ Sie heißt Elvira.
ƒ Elvira ist erst 19 Jahre alt.
ƒ Sie studiert in Heidelberg.
ƒ Guido hat eine Katze.
ƒ Sie heißt Tuffi.
ƒ Tuffi ist braun-weiß gestreift.
ƒ Sie ist erst drei Monate alt.
o Neutrum
ƒ Das Personalpronomen " es " wird für Personen oder Sachen benutzt, die sächliches
Geschlecht (neutral) sind:
ƒ Beatrix hat ein Baby bekommen.
ƒ Es heißt Gabriela.
ƒ Es wiegt 3.250 Gramm.
ƒ Es schläft den ganzen Tag.
ƒ Susanne will ein neues Bett kaufen.
ƒ Es kostet 759 Euro.
ƒ Es ist aber sehr bequem.
ƒ Das Bett ist aus Holz.

3
o Das unpersönliche Personalpronomen " man ".
ƒ Das unpersönliche Personalpronomen " man " wird benutzt, um generelle Aussagen zu
tätigen.
ƒ Hier darf man nicht rauchen.
ƒ Man soll fleißig Deutsch lernen.
ƒ Hier darf man nicht parken.
ƒ Man wird eines Tages die Wahrheit erfahren.
• Plural

Das Personalpronomen der 3. Person im Plural lautet " sie ". Es wird gleichzeitig über mehrere Personen
oder Dinge gesprochen.

o Sabine und Ulli wollen heiraten.


o Im Herbst wollen sie sich das Ja-Wort geben.
o Im November machen sie ihre Hochzeitsreise.
o Michael hat 5 neue Hemden.
o Sie sind alle sehr hübsch.
o Er hat sie in einem Kaufhaus in der Fußgängerzone gekauft.

6) Die Höflichkeitsform

Die Höflichkeitsform, oder auch formelle Anrede genannt, wird ebenfalls mit dem Personalpronomen " Sie "
gebildet, wird aber mit einem großen "S" ("Sie") geschrieben. Man benutzt die formelle Anrede für fremde
Personen, in der Geschäftswelt, beim Einkaufen und vor allem, wenn eine jüngere Person mit einer fremden
älteren Person spricht. Man "siezt" sich, wenn man höflich sein will. Das entsprechende Verb heißt "siezen"
(Gegenteil "duzen"). " Sie " wird immer in der 3. Person Plural konjugiert und gilt sowohl für eine einzelne
Person als auch für mehrere Personen:

• Die Höflichkeit wird im Singular (eine Person) und im Plural (mehrere Personen) gleich konjugiert:
o Guten Tag Herr Schuster.
o Schön, dass Sie da sind.

o Ich habe eine wichtige Nachricht für Sie.

o Guten Tag meine Damen und Herren.


o Es freut mich sehr, dass Sie so zahlreich erschienen sind.

o Haben Sie ein wenig Geduld, bevor ich ...

• Ist die angesprochene Person allein, antwortet sie mit der 1. Person Singular " ich":

o Wie heißen Sie? - Ich heiße Held, Karl Held.

o Wo wohnen Sie? - Ich wohne in der Ottostraße 16.

o Haben Sie Haustiere? - Nein, Ich habe keine Haustiere.

• Werden gleich mehrere Personen angesprochen, antworten sie entweder mit den Pronomen " ich + er /

sie / das " oder mit " wir ":

o Wie heißen Sie - Ich bin Herr Held und das ist Herr Maus.

o Wo wohnen Sie? - Wir wohnen beide im gleichen Haus.

o Halten Sie Haustiere? - Nein, ich habe keine, aber Herr Maus hat eine Katze.

Vergleiche auch: Personalpronomen

4
Das Verb „sein“ als Vollverb

1) Was man über das Vollverb „sein“ wissen sollte.

Das Vollverb " sein" gehört zu der Gruppe der unregelmäßigen Verben.

Konjugation:

Singular sein Plural

1. Person ich bin wir sind 1. Person

2. Person du bist ihr seid 2. Person

3. Person er / sie / es ist sie / Sie sind 3. Person

Das unregelmäßige Verb " sein " ist grammatikalisch gesehen sehr interessant, hat es doch als Vollverb
mehrere Funktionsweisen. Darüber hinaus wird es auch als Hilfsverb im Perfekt eingesetzt.

2) Zeitformen

Zeitform Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Präsens Frau Haak ist eine wunderschöne Frau.

Perfekt Melanie ist gestern in Dortmund gewesen.

Präteritum Ursula war schon immer etwas pummelig.

Plusquamperfekt Familie Schmidt war schon oft in Flensburg gewesen.

3) Präteritumsform von sein

Die Präteritumsform von sein lautet „waren“:

Konjugation:

Singular waren Plural

1. Person ich war wir waren 1. Person

2. Person du warst ihr wart 2. Person

3. Person er / sie / es war sie / Sie waren 3. Person

1
4) Funktionen als Vollverb

• Präsentation
o Wer sind Sie? - Ich bin Herr Niemand.
o Wer bist du? - Ich bin Peter.
o Wer ist das? - Das ist meine Freundin.
o Wie ist Ihr Name? - Mein Name ist Hase.
o Sind Sie Herr Meyer mit "ey"? - Nein, ich bin Herr Meier mit "ei".
o Bist du Kurt? - Nein, ich bin Ludwig.

• Berufe
o Was sind Sie von Beruf? - Ich bin Mechaniker.
o Was machst du beruflich? - Ich bin Fernfahrer.
o Bist du auch Student? - Ja, ich bin Studentin und studiere Physik an der RWTH Aachen.
o Was macht Ihr Mann? - Er ist Pilot.
o Ich bin neu hier. Arbeiten Sie auch hier? - Ja, ich bin der Direktor dieser Fabrik.
o Sind Sie der Hausmeister? - Nein, ich bin Mieter. Ich wohne hier.

• sein + Adjektiv (Prädikative Verwendung des Adjektivs)


o Wie ist dein neuer Freund? - Er ist jung, schön und reich.
o Mein Sohn ist sehr müde. Er muss jetzt ins Bett.
o Petra ist außerordentlich hübsch.
o Es ist hier sehr laut. Kannst du die Musik leiser machen!
o Unser Nachbar ist schon wieder blau. (Er hat viel Alkohol getrunken.)
o Was ist los? Du bist heute so seltsam. - Ich muss dir etwas sagen. Ich glaube, ich bin
schwanger.

• sein + es (Nominativfunktion) + Dativ-Ergänzung (Unpersönliche Verben)


o Mach das Fenster zu. Mir ist kalt. (Es ist mir kalt.)
o Mir ist heiß. Ich geh eine Runde schwimmen.
o Mir ist plötzlich so schlecht. Ich muss mich hinsetzen.
o Machst du bitte das Fenster auf! Uns ist warm.
o Entschuldigen Sie bitte vielmals, das ist mir jetzt aber sehr peinlich.
o Das ist mir zu hoch. (Das verstehe ich nicht.)

• sein + Nomen (2 X Nominativ!!)


o Warum verlässt du deine Freundin? Du bist ein Esel.
o Warum isst du nicht vernünftig, mein Sohn? Du bist ein kleines Schweinchen.
o Du bist mein kleiner Prinz.
o Du bist mein Sonnenschein, lass mich nie wieder allein!
o Ihr Vater ist der reichste Mann in der Stadt.
o Dein Arbeitskollege ist der größte Pessimist auf Erden.

• Material
o Ist das ein Holztisch? - Nein, der Tisch ist aus Glas. Das ist ein Glastisch.
o Ist das Haus aus Stein? - Nein, es ist aus Holz. Das ist ein Holzhaus.
o Unser Ehering ist aus reinem Gold.
o Woraus ist die Kette? - Sie ist aus Silber.
o Dieses Buch ist nicht aus Papier, sondern aus Papyrus.
o Die Tasse ist aus Porzellan.

• Situativ-Ergänzung
o Wo bist du? - Ich bin im Keller.
o Wo ist unser Geld? - Es ist auf der Bank. Wo denn sonst?
o Ist das Telefonbuch auf dem Schreibtisch? - Nein, es ist im Schrank.
o Sind die Kinder schon im Bett? - Nein, sie sind noch im Bad.
o Wo ist Michael? - Er ist noch in Frankfurt.
o Seid ihr in München? - Ja, wir sind auf dem Oktoberfest.

2
• Hinweise (Demonstrativpronomen)
o Was ist das? - Das ist ein Telefonbuch.
o Ist das ein Bett? - Nein, das ist kein Bett. Das ist eine Lampe.
o Ist das dein Haus? - Nein, das ist das Haus meiner Eltern.
o Sind das deine Kinder? - Nein, das sind die Kinder meines Bruders.
o Ist das dein Porsche? - Natürlich ist das meiner.

5) Verbverbindungen

Des Weiteren gibt es noch zusammengesetzte Verben. Bei diesen Verbverbindungen bilden zwei
Wortarten gemeinsam den Infinitiv, werden aber getrennt geschrieben.

• auf sein: Du siehst müde aus. Wie lange bist du schon auf?
• da sein: Sind alle Schüler da? Nein, Jessica fehlt heute.
• beisammen sein: Über Weihnachten ist die ganze Familie beisammen.
• dabei sein: Wer fährt morgen mit nach Berlin? - Ich bin dabei. Ich fahr auch mit.
• los sein: Was ist mit dir los? Du siehst so traurig aus. - Meine Katze ist gestorben.
• zusammen sein: Ich bin seit 2 Wochen mit Susi zusammen.

Vergleiche auch: Zusammengesetzte Verben

3
Das Verb „haben“ als Vollverb

1) Was man über das Vollverb „haben“ wissen sollte.

Das Verb " haben " tritt in der deutschen Sprache sehr häufig auf. Das kommt daher, da es einerseits als
Vollverb und andererseits als Hilfsverb eingesetzt wird. Mit dem Hilfsverb "haben" wird das Perfekt
gebildet. Das Vollverb " haben " kennzeichnet vereinfacht ausgedrückt einen Besitz einer Sache aus. (Sie
hat ein Auto. Er hat keine Zeit und kein Geld.) "Haben" hat eine Nominativ- und eine Akkusativ-
Ergänzung. Die Konjugation lautet wie folgt:

Konjugation:

Singular haben Plural

1. Person ich hab e wir hab en 1. Person

2. Person du ha st ihr hab t 2. Person

3. Person er / sie / es ha t sie / Sie hab en 3. Person

2) Verwendung von " haben " und " sein ".

Die beiden Verben " haben " und " sein " werden oft verwechselt. Als Faustformel kann man folgende
Regel verinnerlichen:

haben + Nomen sein + Adjektiv

haben sein

Subjekt Verb Nomen Subjekt Verb Adjektiv

Das kleine Kind hat großen Durst. Das kleine Kind ist sehr durstig.

Die Männer haben keinen Hunger. Die Männer sind nicht hungrig.

Das Mädchen hat oft Angst. Das Mädchen ist sehr ängstlich.

Die alte Frau hat keine Kinder. Die alte Frau ist kinderlos.

Der alte Mann hat eine schwere Krankheit. Der alte Mann ist sehr schwer erkrankt.

Der Sänger hat einen großen Erfolg. Der Sänger ist sehr erfolgreich.

3) Zeitformen

Zeitform Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Präsens Heinz-Wilhelm hat noch vier weitere Geschwister.

Perfekt Meine Frau hat heute Morgen viel Pech gehabt.

Präteritum Herr Jensen hatte gestern in Unna keinen Erfolg.

Plusquamperfekt Unsere Kinder hatten schon oft sehr viel Glück gehabt.

1
4) Bildung der Zeitformen
• Perfekt

Das Perfekt des Vollverbs „haben“ wird mit dem Hilfsverb „haben“ und dem Partizip II gebildet:

Perfekt = haben + Partizip II

Singular haben + Partizip II Plural

1. Person ich habe ... gehabt wir haben ... gehabt 1. Person

2. Person du hast ... gehabt ihr habt ... gehabt 2. Person

3. Person er / sie / es hat ... gehabt sie / Sie haben ... gehabt 3. Person

o Gestern hat Thomas sehr viel Angst gehabt.


o Rolf hat am Wochenende kein Glück gehabt.

• Präteritum

Die Präteritumsform von haben lautet „hatten“:

Konjugation:

Singular hatten Plural

1. Person ich hatte wir hatten 1. Person

2. Person du hattest ihr hattet 2. Person

3. Person er / sie / es hatte sie / Sie hatten 3. Person

o Gestern hatte Thomas sehr viel Angst.


o Rolf hatte am Wochenende kein Glück.

• Plusquamperfekt

Das Plusquamperfekt des Vollverbs „haben“ wird mit der Vergangenheitsform von „haben“ und dem
Partizip II gebildet:

Plusquamperfekt = hatten + Partizip II

Singular hatten + Partizip II Plural

1. Person ich hatte ... gehabt wir hatten ... gehabt 1. Person

hattest ... gehabt


2. Person du ihr hattet ... gehabt 2. Person

3. Person er / sie / es hatte ... gehabt sie / Sie hatten ... gehabt 3. Person

o Gestern hatte Thomas sehr viel Angst gehabt.


o Rolf hatte am Wochenende kein Glück gehabt.

2
Regelmäßige Verben

1) Was man über regelmäßige Verben wissen sollte.

Die Konjugation der regelmäßigen Verben, auch "schwache Verben" genannt, ist in der deutschen Sprache
einfach. Die meisten deutschen Verben sind regelmäßig. Bei den regelmäßigen Verben bleibt der Stammvokal in
allen Formen, Singular wie Plural, gleich. Am Verbstamm wird eine Endung angehängt. Die Endung zeigt die
Person an.

Singular Plural
Infinitiv Stamm
ich du er / sie / es wir ihr Sie / sie

kaufen kauf kauf e kauf st kauf t kauf en kauf t kauf en

lernen lern lern e lern st lern t lern en lern t lern en

machen mach mach e mach st mach t mach en mach t mach en

2) Konjugation der regelmäßigen Verben

Die Stammformen der regelmäßigen Verben verändern sich beim Konjugieren nicht. Folgende Übersicht zeigt die
Personalendungen, die am Verbstamm der regelmäßigen Verben angefügt werden:

Singular machen Plural

1. Person ich mach e wir mach en 1. Person

2. Person du mach st ihr mach t 2. Person

3. Person er / sie / es mach t Sie / sie mach en 3. Person

3) Lautliche Besonderheiten bei der Konjugation

• Konjugation + e

Bei der Konjugation der Verben gilt: Verbstamm + Endung. Gelegentlich kommt es vor, dass der
Verbstamm mit t; d; m oder n endet. Beispiele dazu sind die Verben: arbeiten, finden, atmen, rechnen
usw. Die Folge sind Ausspracheprobleme bei der 2. und 3. Person Singular sowie der 2. Person Plural.
Deshalb wird bei diesen Personen ein "e" zwischen Verbstamm und Endung eingeschoben. Die
Konjugation lautet dann wie folgt:

Singular arbeiten Plural

1. Person ich arbeit e wir arbeit en 1. Person

2. Person du arbeit e st ihr arbeit e t 2. Person

3. Person er / sie / es arbeit e t Sie / sie arbeit en 3. Person

Folgende Verben gehören zu dieser Gruppe:


antworten; arbeiten; atmen; begegnen; beobachten; bilden; bitten; finden; gründen; heiraten; mieten;
öffnen; rechnen; reden; retten; trocknen; warten; zeichnen

Ausnahmen gelten für Verben mit der Verbstammendung lm; ln; rm und rn wie z.B.: lernen und
qualmen, ...

1
• Konjugation - s

Selten endet der Verbstamm mit s; ß; x oder z. Beispiele sind die Verben: reisen, reißen, mixen, reizen

usw. Bei diesen Verben fällt in der 2. Person Singular das "s" weg. Die Konjugation lautet dann wie folgt:

( ) = ohne "s"

Singular heißen Plural

1. Person ich heiße wir heißen 1. Person

2. Person du heiß( ) t ihr heißt 2. Person

3. Person er / sie / es heißt Sie / sie heißen 3. Person

Folgende Verben gehören zu dieser Gruppe:

beweisen; heizen; mixen; reisen; reißen; reizen; s. setzen; sitzen;

• Konjugation - e

Nur ein paar Verben enden nicht mit "en", sondern nur mit n. Beispiele sind die Verben: dauern,

erinnern, klingeln und lächeln. Bei den Verben, dessen Verbstamm mit l endet, fällt in der 1. Person

Singular das "e" weg. Die Konjugation lautet dann wie folgt:

Singular sammeln Plural

1. Person ich samm( )le wir sammeln 1. Person

2. Person du sammelst ihr sammelt 2. Person

3. Person er / sie / es sammelt Sie / sie sammeln 3. Person

Folgende Verben gehören zu dieser Gruppe:


googeln; lächeln; klingeln; und sammeln;

Folgende Verbenstämme enden mit r.

(ich ändere, du änderst, er ändert, wir ändern, ihr ändert):

ändern; dauern (nur 3. Person Singular möglich!!!); erinnern; feiern; klappern; verbessern

2
Unregelmäßige Verben

1) Was man über unregelmäßige Verben wissen sollte.

Die unregelmäßigen Verben, auch "starke Verben" genannt, stellen zahlenmäßig nur eine kleine Gruppe dar.
Von den etwa 200 starken Verben gehören aber viele zum Grundwortschatz. Die starken Verben zeichnen sich
dadurch aus, dass bei der Konjugation Vokale vom Verbstamm getauscht werden. Im Präsens verändern sich
jeweils nur die 2. und 3. Person Singular. Der Plural wird wie die regelmäßigen Verben konjugiert.

Singular Plural
Infinitiv Stamm
ich du er / sie / es wir ihr Sie / sie

geben -i- geb geb e gib st gib t geb en geb t geb en

lesen -ie- les les e lies t lies t les en les t les en

fahren -ä- fahr fahr e fähr st fähr t fahr en fahr t fahr en

2) Vokalwechsel von e nach i

Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " e " nach " i ". Folgende
Übersicht zeigt die Veränderungen:

Singular helfen Plural


1. Person ich helf e wir helf en 1. Person
2. Person du hilf st ihr helf t 2. Person

3. Person er / sie / es hilf t Sie / sie helf en 3. Person

Folgende Verben gehören zu dieser Gruppe:


- ab|nehmen; (du / er,sie,es nimmt...ab); - aus|brechen;
- brechen; - erschrecken;
- essen (du / er,sie,es isst); - fressen (du / er,sie,es frisst);
- geben; - gelten (er, sie, es gilt);
- helfen; - messen (du / er,sie,es misst);
- nehmen (du nimmst; er,sie,es nimmt); - quellen;
- schmelzen (er,sie,es schmilzt); - sprechen;
- stechen; - sterben;
- treffen; - treten (du trittst, er,sie,es tritt);
- verderben; - vergessen (du / er,sie,es vergisst);
- werfen; - zu|nehmen;

3) Vokalwechsel von e nach i e

Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " e " nach " i e ".
Folgende Übersicht zeigt die Veränderungen:

Singular sehen Plural

1. Person ich seh e wir seh en 1. Person

2. Person du sieh st ihr seh t 2. Person

3. Person er / sie / es sieh t Sie / sie seh en 3. Person

Folgende Verben gehören zu dieser Gruppe:

befehlen; empfehlen; geschehen (nur 3. Person möglich); lesen (du / er, sie, es liest); sehen; stehlen

1
4) Vokalwechsel von a nach ä

Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " a " nach " ä ".
Folgende Übersicht zeigt die Veränderungen:

Singular fahren Plural

1. Person ich fahr e wir fahr en 1. Person

2. Person du fähr st ihr fahr t 2. Person

3. Person er / sie / es fähr t Sie / sie fahr en 3. Person

Folgende Verben gehören zu dieser Gruppe:

- backen; - blasen (du / er, sie, es bläst)


- fahren; - fangen;
- graben; - halten (du hältst / er, sie, es hält);
- laden (du lädst / er, sie, es lädt); - lassen (du / er, sie, es lässt);
- schlafen; - schlagen;
- tragen; - wachsen;(du / er, sie, es wächst)
- waschen

5) Vokalwechsel von au nach äu

Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " au " nach " äu ".
Folgende Übersicht zeigt die Veränderungen:

Singular laufen Plural

1. Person ich lauf e wir lauf en 1. Person

2. Person du läuf st ihr lauf t 2. Person

3. Person er / sie / es läuf t Sie / sie lauf en 3. Person

Folgende Verben gehören zu dieser Gruppe: laufen; saufen

6) Wichtige unregelmäßige Verben im Überblick

Folgende Tabelle zeigt die wichtigsten unregelmäßigen Verben:

haben sein werden wissen

ich habe bin werde weiß

du hast bist wirst weißt

er / sie / es / man hat ist wird weiß

wir haben sind werden wissen

ihr habt seid werdet wisst

sie / Sie haben sind werden wissen

Siehe auch: Liste der unregelmäßigen Verben

2
Niveau A1 Trennbare Verben – Übung 030-1
A) Trennbare Verben einsetzen.
Setzen Sie die passenden Verben ein. Einige Verben passen nicht.
abfahren, abschließen, abschreiben, anfangen, anhalten, anrufen, anziehen, anzünden,
aufgehen, aufwachen, einschlafen, einsteigen, untergehen, umziehen, weggehen, zuhören
01. Herr Watzke __________ sich nach dem Essen eine Zigarette ____.
02. Seine neue Freundin __________ ihn fast stündlich ____.
03. Die Schüler __________ ihrem Geschichtslehrer nur sehr selten ____.
04. Das Fußballspiel __________ morgen bereits um 19:00 Uhr ____.
05. Der Schüler __________ andauernd von seinem Nachbarn ____.
06. Euer Schnellzug __________ um 7:17 Uhr auf Gleis 3 ____.
07. Alle Passagiere __________ jetzt in den Bus ____.
08. Familie Wetzel __________ nächste Woche in ihre neue Wohnung ____.
09. Seit wann __________ der Bus an dieser Haltestelle nicht mehr ____?
10. Wer von euch __________ heute Abend die Türen ____?

B) Gegenteilige Verben einsetzen.


Setzen Sie gegenteilige Verben ein und benutzen Sie die Personalpronomen, wenn möglich.
Bsp. Erst zieht sich Holger das Hemd an. Dann zieht er es wieder aus.
11. Ludwig macht das Fenster auf. Seine Frau _____________________
12. Ewald schaltet das Radio an. Sein kleiner Bruder _____________________
13. Bernd schließt die Tür auf. Jutta _____________________
14. Trude macht das Licht an. Ihr Mann _____________________
15. Eva zieht ihre neuen Schuhe an. Dann _____________________
16. Der Lehrer schlägt das Buch auf. Aber der Schüler _____________________
17. Um 4:00 Uhr wacht das Kind auf. Um 4:30 Uhr _____________________
18. Die Leute steigen in den Bus ein. Nach 10 Minuten _____________________
19. Mal geht die Uhr vor, mal _____________________
20. Jens baut das Zelt auf. Ottmar _____________________

C) Sätze bauen.

Ordnen Sie die Sätze. Ordnen Sie die Präfixe zu: 5x ab, 2x an, auf, aus, zu

Subjekt Verb 1 Mittelfeld Präfix


_____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

21. __rufen / ich / dich / morgen Abend ___________________________________________


22. __stehen / mein Mann / sonntags immer spät ___________________________________________
23. __schalten / Georg / nie den Fernseher ___________________________________________
24. __fahren / der Zug / pünktlich um 19:33 Uhr ___________________________________________
25. __warten / ich / zuerst ihre Antwort ___________________________________________
26. __nähen / die Mutter / den abgefallenen Knopf ___________________________________________
27. __machen / Stefan / nicht / die Tür ___________________________________________
28. __holen / mein Freund / mich heute Abend ___________________________________________
29. __ziehen / Sebastian / sich die nasse Badehose ___________________________________________
30. __räumen / Susanne / jeden Tag den Tisch ___________________________________________

1
A) Trennbare Verben einsetzen.
01. Herr Watzke zündet sich nach dem Essen eine Zigarette an.
02. Seine neue Freundin ruft ihn fast stündlich an.
03. Die Schüler hören ihrem Geschichtslehrer nur sehr selten zu.
04. Das Fußballspiel fängt morgen bereits um 19:00 Uhr an.
05. Der Schüler schreibt andauernd von seinem Nachbarn ab.
06. Euer Schnellzug fährt um 7:17 Uhr auf Gleis 3 ab.
07. Alle Passagiere steigen jetzt in den Bus ein.
08. Familie Wetzel zieht nächste Woche in ihre neue Wohnung um.
09. Seit wann hält der Bus an dieser Haltestelle nicht mehr an?
10. Wer von euch schließt heute Abend die Türen ab?

B) Gegenteilige Verben einsetzen.


11. Ludwig macht das Fenster auf. Seine Frau macht es wieder zu.
12. Ewald schaltet das Radio an. Sein kleiner Bruder schaltet es wieder aus.
13. Bernd schließt die Tür auf. Jutta schließt sie wieder zu.
14. Trude macht das Licht an. Ihr Mann macht es wieder aus.
15. Eva zieht ihre neuen Schuhe an. Dann zieht sie sie wieder aus.
16. Der Lehrer schlägt das Buch auf. Aber der Schüler schlägt es wieder zu.
17. Um 4:00 Uhr wacht das Kind auf. Um 4:30 Uhr schläft es wieder ein.
18. Die Leute steigen in den Bus ein. Nach 10 Minuten steigen sie wieder aus.
19. Mal geht die Uhr vor, mal geht sie wieder nach.
20. Jens baut das Zelt auf. Ottmar baut es wieder ab.

C) Sätze bauen.

Subjekt Verb 1 Mittelfeld Präfix


21. Ich rufe dich morgen Abend an.
22. Mein Mann steht sonntags immer spät auf.
23. Georg schaltet nie den Fernseher ab.
24. Der Zug fährt pünktlich um 19:33 Uhr ab.
25. Ich warte zuerst ihre Antwort ab.
26. Die Mutter näht den abgefallenen Knopf an.
27. Stefan macht die Tür nicht zu.
28. Mein Freund holt mich heute Abend ab.
29. Sebastian zieht sich die nasse Badehose aus.
30. Susanne räumt jeden Tag den Tisch ab.

2
Modalverben

1) Was man über Modalverben wissen sollte.

Modalverben treten in einem Satz meistens mit einem zweiten Verb, dem "Vollverb", auf. Das Vollverb steht im

Infinitiv am Satzende. Das Modalverb wird konjugiert und zeigt die Person an:

Position 1 Modalverb Mittelfeld Vollverb

Monika möchte am Wochenende mit ihrem Mann nach Berlin fahren.

Heinrich muss am Wochenende öfters ins Büro gehen.

Sigrid darf am Samstag mit ihren Freundinnen zelten.

Der kleine Junge kann mit Hilfe seiner Hand schon bis zehn zählen.

Die Hausfrau soll ihren Mann um 16:30 Uhr von der Arbeit abholen.

Das Mädchen will zum Frühstück auf keinen Fall Haferschleim essen.

Modalverben verändern den Inhalt eines Vollverbs. Sie "modifizieren" es:

• Monika fährt übers Wochenende nach Berlin.


( = Sie ist am Wochenende nicht da, weil sie am Wochenende in Berlin ist.)
• Monika möchte übers Wochenende nach Berlin fahren.
( = Sie hat den Wunsch nach Berlin zu fahren. Hat sie Geld und Zeit, fährt sie. Hat sie kein Geld oder
keine Zeit, fährt sie nicht.)
• Monika muss übers Wochenende nach Berlin fahren.
(=Sie hat in Berlin einen wichtigen Geschäftstermin.)

Es gibt 6 Modalverben: dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen.

2) Die Konjugation der Modalverben

Alle Modalverben werden in der 1. und 3. Person, Singular wie Plural, gleich konjugiert:

Folgende Tabelle zeigt die Konjugation der Modalverben:

dürfen können mögen müssen sollen wollen möchten

ich darf kann mag muss soll will möchte

du darfst kannst magst musst sollst willst möchtest

er/sie/es darf kann mag muss soll will möchte

wir dürfen können mögen müssen sollen wollen möchten

ihr dürft könnt mögt müsst sollt wollt möchtet

Sie/sie dürfen können mögen müssen sollen wollen möchten

Das Modalverb "mögen" wird häufiger im Konjunktiv II benutzt und drückt eine besonders höfliche Form aus.

1
3) Das Modalverb "dürfen"
Das Modalverb "dürfen" benutzt man in folgenden Situationen:
• jdm. eine Erlaubnis erteilen
o Das 12-jährige Mädchen darf heute ins Kino gehen. (Ihre Eltern haben es ihr erlaubt.)
o Der Mitarbeiter darf heute früher nach Hause gehen. (Sein Chef hat es ihm erlaubt.)
o Der Sohn darf heute länger aufbleiben. (Er fragt seine Mutter und sie sagt "ja".)
• ein Verbot aussprechen / jdm. etwas verbieten (dürfen + Verneinung)
o Im Museum darf man nicht fotografieren. (Der Inhaber verbietet es.)
o Das Kind darf heute nicht länger aufbleiben. (Die Mutter verbietet es ihm.)
o Der Mitarbeiter darf heute nicht früher gehen. (Sein Chef hat es ihm verboten).
• eine Vermutung vorsichtig ausdrücken (etwas vermuten / etwas glauben) dürfen im Konjunktiv II.
o Wie alt ist wohl die neue Freundin vom Chef? - Sie dürfte gerade erst volljährig sein. (Jemand
glaubt, dass seine Freundin noch sehr jung ist.)
o Wie alt ist wohl unser Lehrer? - Er dürfte um die 50 (Jahre alt) sein.
o Wie hoch mag wohl dieser Baum sein? - Er dürfte so um die 50 Meter hoch sein.

4) Das Modalverb "können"


Das Modalverb "können" benutzt man in folgenden Situationen:
• jdm. eine Erlaubnis erteilen (auch mit dürfen)
o Mama, darf ich draußen spielen gehen? - Ja, du kannst, aber zieh dir eine Jacke an.
(Die Mutter gibt dem Kind die Erlaubnis, draußen zu spielen).
• eine Fähigkeit haben (etwas gelernt haben)
o Ronaldinho kann sehr gut Fußball spielen. (Er hat dafür auch viel trainiert.)
o Mein vierjähriger Sohn kann schon sehr gut schwimmen. (Er hat es schon gelernt.)
o Können Sie Auto fahren? - Natürlich, ich habe es in der Fahrschule gelernt.
o Kannst du Deutsch? - Ja, aber nur ein bisschen, ich lerne es gerade.
• eine Möglichkeit haben
o Bei [Link] kann man sehr einfach Deutsch lernen. (Man muss aber fleißig sein
und alle Kapitel lernen.)
o Ein Freund von mir fährt morgen nach Paris. Wenn ich will, kann ich mitfahren.
o Meine Frau braucht heute den Wagen nicht. Da kann ich mit dem Auto zur Arbeit fahren.
• eine Schlussfolgerung aus etwas ziehen
o Hans ist nicht zu Hause. Dann kann er eigentlich nur bei seiner Freundin sein.
o In Martinas Wohnung brennt kein Licht, dann kann sie nicht zu Hause sein.
o Meine Fußballmannschaft hat schon wieder verloren. Jetzt kann sich mein Team nicht mehr
retten und muss absteigen.
• Unfähigkeit + Verneinung
o Helmut kann nicht schwimmen. (Er hat es nicht gelernt.)
o Seine neue Freundin kann nicht kochen. (Sie hat kein Talent zum Kochen.)
o An dieser Tankstelle kann man keine Brötchen kaufen. (Sie verkauft keine Brötchen.)
• eine Unmöglichkeit ausdrücken + Verneinung
o Bei diesem Trainer kann man einfach nichts lernen. (Der Trainer ist nicht gut.)
o Menschen können nicht fliegen. (Flugzeuge und Vögel können fliegen.)
o Kein Mensch kann ohne Sauerstoff überleben.
• eine Vermutung ausdrücken / hypothetische Möglichkeit / etw. vermuten (dürfen im Konjunktiv II)
o Heute könnte es Regen geben. (Man sieht schwarze Wolken am Himmel.)
o Am heutigen Spieltag könnte es einige Überraschungen geben. (Gute Mannschaften verlieren
an diesem Spieltag.)
o Wo ist Papa? - Er könnte entweder im Garten oder in der Garage sein.

2
5) Das Modalverb "mögen"

Das Modalverb "mögen" benutzt man in folgenden Situationen:

• eine Ablehnung äußern (mögen + Verneinung, oft ohne zweites Vollverb)


o Möchtest du etwas essen? - Nein danke, ich mag nicht (essen). Ich habe keinen Hunger
o Den neuen Kollegen mag ich nicht. Ich mag auch nicht mit ihm zusammenarbeiten.
o Ich mag keine Popmusik und unseren Lehrer mag ich auch nicht.

• einen Gefallen bekunden (meist ohne zweites Vollverb)


o Mein neuer Freund mag Fußball, Bücher lesen, schwimmen gehen und Rammstein.
o Der Gast geht in die Kneipe und mag ein oder auch zwei Bier trinken.
o Meine Frau mag die Musik von Herbert Grönemeyer. Volksmusik dagegen mag sie nicht.

• eine Unlust haben / keine Lust haben zu etwas) mögen + Verneinung


o Heute mag ich nicht zur Arbeit gehen. Ich habe heute keine Lust zu arbeiten.
o Mein Mann hat Probleme. Er mag aber nicht mit mir darüber sprechen.
o Meine Tochter mag neuerdings keine Kleider mehr tragen.

• einen Wunsch äußern, eine höfliche Bitte formulieren, mögen im Konjunktiv II


o Möchten Sie lieber ein Bier oder einen Wein (trinken)?
o Im Urlaub möchte mein Mann in die Berge, aber ich möchte lieber ans Meer.
o Ich möchte so gern einmal zum Mond fliegen. Das ist mein größter Wunsch.

6) Das Modalverb "müssen"

Das Modalverb "müssen" benutzt man in folgenden Situationen:

• einen Befehl äußern


o Kinder, ihr müsst etwas essen, damit ihr bei Kräften bleibt.
o Wenn Sie den Kredit haben wollen, müssen Sie diesen Vertrag unterschreiben.
o Du musst jetzt gehen, sonst verpasst du noch deinen Zug.

• etwas nicht müssen (= Negation + brauchen zu + Infinitiv)


o Du bist schon 18. Du musst nicht mehr zur Schule gehen, aber du solltest.
Du bist schon 18. Du brauchst nicht mehr zur Schule zu gehen, aber du solltest.
o Wenn du nicht willst, musst du nicht den Teller leer essen.
Wenn du nicht willst, brauchst du nicht den Teller leer zu essen.
o Du musst jetzt nicht gehen. Wenn du möchtest, kannst du heute bei mir bleiben.
Du brauchst jetzt nicht zu gehen. Wenn du möchtest, kannst du heute bei mir bleiben.

• eine Notwendigkeit
o Der Schüler muss täglich seine Hausaufgaben machen, wenn er Deutsch lernen will.
o Ein Bäcker muss jeden Tag sehr früh aufstehen.
o Ein Fußballspieler muss täglich hart trainieren, wenn er Erfolg haben will.

• Schlussfolgerung
o Jedes Lebewesen muss einmal sterben, früher oder später.
o Viele Menschen haben kein Geld. Deshalb müssen sie jeden Tag arbeiten gehen.
o Meine Mutter sagte immer: "Wer schön sein will, muss leiden."

3
7) Das Modalverb "sollen"

Das Modalverb "sollen" benutzt man in folgenden Situationen:

• einen Auftrag weitergeben

o Sie sollen sofort Ihr Büro anrufen. Das hat Ihre Sekretärin gesagt.
o Wenn du ihn siehst, sag ihm bitte, dass er mich sofort anrufen soll.

o Ich soll Herrn Oberbutterzier diesen Brief persönlich übergeben.


• einen Befehl äußern

o Ich habe gesagt, du sollst dich jetzt schlafen legen!


o Kinder, ihr sollt jetzt sofort eure Hausaufgaben machen

o Du sollst jetzt deinen vorlauten Schnabel halten und still sein.

• ein Gerücht hören / verbreiten

o Man sagt, die Firma Hansen & Co. soll Pleite sein.
o Die Leute erzählen sich, dass Herr Fischer seine Frau betrügt. Er soll eine Geliebte haben.

o Der neue Freund von Gaby soll sehr viel Geld haben.
• ein Gebot / Gesetz einhalten
o Man soll nicht töten.
o Man soll keine Drogen nehmen.
o Man soll immer die Wahrheit sagen."

• einen Zweck verfolgen

o Diese Beispiele sollen Ihnen helfen, den Gebrauch der Modalverben zu verstehen.
o Die Strafe soll dir eine Lehre sein.

8) Das Modalverb "wollen"

Das Modalverb "wollen" benutzt man in folgenden Situationen:

• sich weigern etwas zu machen (wollen + Negation)

o Der kleine Bub will nicht in die Schule gehen.


o Das Kind will abends einfach nicht ins Bett gehen.

o Holger will nicht mehr diese schlecht bezahlte Arbeit machen.


• einen Willen / Wunsch äußern
o Georg will nächstes Jahr in Italien Urlaub machen.

o Erik will seine Freundin heiraten, aber sie will nicht.

o Herr Huschenkreuscher will so schnell wie möglich seinen Job wechseln.

Möchten ist eine höfliche Umschreibung von wollen. Mit wollen wird ein unbedingter Wunsch ausgedrückt. Der

Tennisspieler will nicht gegen seinen besseren Gegner verlieren. (Deshalb kämpft er bis zum Umfallen gegen die

drohende Niederlage und vielleicht gewinnt er auch das Match.) "Mama, ich will ein Eis", ist eine sehr unhöfliche

Forderung des Kindes. "Wollen" kann in einem Dialog sehr unhöflich wirken. Besser ist hier die höflichere Variante

mit "möchten: "Mama, ich möchte ein Eis."

4
9) Die Modalverben als Vollverben

Gelegentlich kann man ein Modalverb auch alleine als Vollverb benutzen. Voraussetzung ist eine eindeutige

Identifizierung der Situation:

• Ich muss jetzt nach Hause (gehen / fahren).

• Mein Mann hat heute Nachmittag keine Zeit. Er muss in die Stadt (fahren).
• Der Mann ist Ausländer. Er kann aber schon sehr gut Deutsch (sprechen / verstehen).

• Ich mag kein Bier (trinken).

• Er mag keine Pizza (essen).

• Ich muss mal (Pipi machen / aufs Klo gehen).


• Ihr dürft jetzt nach Hause (gehen).

• Der Arbeiter will mehr Lohn (haben).

Wenn ein Zusammenhang / eine Situation klar ist, kann man ebenfalls das 2. Verb weglassen:

• Meine Frau kann nicht kochen. - Meine kann es dagegen sehr gut.
• Peter kann nicht zur Hochzeit kommen. Gisela kann auch nicht.

• Können Sie den Wagen reparieren? - Das ist kein Problem, das kann ich.

Siehe auch:

• Perfekt mit Modalverben


• Präteritum mit Modalverben
• Plusquamperfekt mit Modalverben

• Futur I mit Modalverben

5
Imperativ

1) Was man über den Imperativ wissen sollte.

Der Imperativ wird nur benutzt, wenn man eine oder mehrere Personen persönlich / direkt anspricht. Der
Imperativ gilt also nur für die 2. Person Singular "du", die 2. Person Plural "ihr" und die Höflichkeitsform "Sie".
Demnach ist die 3. Person Singular " er, sie, es" nicht möglich. Für Personen, die man duzt (du / ihr), verwendet
man den informellen Imperativ. Beim informellen Imperativ lässt man das Personalpronomen weg, bei "du"
zusätzlich die konjugierte Endung "st".

• Mach (st du) die Tür zu!


• Macht (ihr) die Tür zu!

Für Personen, die man siezt (Sie), verwendet man den formellen Imperativ. Das Personalpronomen bleibt beim
formellen Imperativ erhalten. Präfixe trennbarer Verben sowie Reflexivpronomen werden hinter den Imperativ
gestellt.

Ein Imperativsatz kann sowohl mit einem Punkt "." als auch mit einem Ausrufezeichen "!" enden. Ein "!" gibt
Aufforderungssätzen Nachdruck, verstärkt also einen Befehl. Mit einem "." wird ohne Nachdruck gesprochen.

Die Wörter "bitte" und "bitte mal" machen den Imperativ freundlicher und höflicher.

• Mach das Fenster zu!


• Mach das Fenster zu.
• Mach bitte das Fenster zu.
• Mach bitte mal das Fenster zu.
• Mach doch bitte mal das Fenster zu.

Beim Imperativ kommt es darüber hinaus sehr auf die richtige Betonung an. Die Betonung und die
Sprechgeschwindigkeit können den ausgesprochenen Imperativ höflich oder als Befehl erscheinen lassen. "Schnell
und laut gesprochen" wirkt als unhöflich und gilt als Befehl.

2) Die Funktionen des Imperativs

Den Imperativ benutzt man für:

Funktion Beispiele

Geben Sie zuerst Öl in die Pfanne.


Anleitungen und
Schneiden Sie drei Zwiebeln klein.
Gebrauchsanweisungen
Servieren Sie dazu einen Rotwein.

Stoppt den Krieg! Sofort!


Appell Verbietet die Todesstrafe!
Rettet die Wale!

Seid ruhig! Papa schläft.


Anweisungen Folgen Sie den Anweisungen des Personals!

Treten Sie ein.

Gib mir bitte sofort meinen Ball zurück!


Bitte Geben Sie mir bitte 2 kg Bananen.
Schließen Sie alle Türen ab, wenn Sie gehen.

1
Funktion Beispiele

Rauch nicht so viel!


Ratschläge Iss nicht jedes Mal so viel und denk an deine Figur!

Fahr vorsichtig! Es friert heute Nacht und die Straßen sind nass.

Rauchen Sie hier nicht!


Verbot Betreten verboten!
Schalten Sie im Unterricht Ihr Handy aus!

Stopp! Bleib stehen! Da kommt ein Auto!


Warnung / Ermahnung Lass das!

Geht ins Bett, Kinder. Sonst wird Papa böse, es ist schon fast 22:00 Uhr.

3) Der Imperativ der regelmäßigen Verben

Folgende Tabelle zeigt einige Beispiele mit regelmäßigen, trennbaren sowie reflexiven Verben auf:

Infinitiv du ihr Sie

s. aus|ruhen Ruh dich aus. Ruht euch aus. Ruhen Sie sich aus.

gehen Geh nach Haus! Geht nach Haus. Gehen Sie raus!

herein|kommen Komm herein. Kommt herein. Kommen Sie herein.

lernen Lern Deutsch. Lernt Deutsch. Lernen Sie Deutsch.

s. setzen Setz dich. Setzt euch. Setzen Sie sich.

trinken Trink deine Milch! Trinkt eure Milch! Trinken Sie Ihr Bier.

zu|hören Hör mir zu! Hört mir zu! Hören Sie mir zu!

4) Imperativ mit Vokalwechsel

Einen Vokalwechsel von e nach "i" oder "ie" in der 2. Person Singular nimmt der Imperativ mit:

Infinitiv du ihr Sie

essen -i- Iss langsamer! Esst den Fisch! Essen Sie die Suppe.

...|geben -i- Gib mir auch was ab. Gebt das Geld zurück. Geben Sie ihm Recht.

...|lesen -ie- Lies es mir vor. Lest nicht ab. Lesen Sie den Text.

...|sehen -ie- Sieh mal her! Seht mal nach rechts. Sehen Sie ihn gut an.

Dagegen wird ein Vokalwechsel von a nach "ä" nicht mitgenommen:

• Fahr mit.
• Schlaf gut.
• Lauf schneller.
• Sauf nicht so viel!

2
5) Imperativ mit Stammauslaut -t; -d; sowie -m; -n

Bei den Verben mit dem Stammauslaut -t; -d; sowie -m; -n; (Verben wie arbeiten, reden, atmen, öffnen) wird
auch im Imperativ ein "e" beigefügt:

Infinitiv du ihr Sie

...|arbeiten Arbeite weiter. Arbeitet schneller. Arbeiten Sie nicht so viel!

...|atmen Atme ruhiger! Atmet tief ein. Atmen Sie langsam wieder aus.

...|finden Finde den Schlüssel wieder! Findet Nemo. Finden Sie ihren Namen heraus!

heiraten Heirate ihn nicht. Heiratet! Heiraten Sie bloß nicht!

6) Ausnahmen

Folgende Verben sind irregulär:

Infinitiv du ihr Sie

sein Sei lieb! Seid auf der Hut! Seien Sie vorsichtig!

haben Hab keine Angst. Habt Mitleid. Haben Sie Erbarmen.

werden Werde Mitglied. Werdet glücklich. Werden Sie reich.

7) Ersatzformen

Es gibt auch zahlreiche Alternativen zum Imperativ, wie folgende Tabelle aufzeigt:

Ersatzformen Beispiele

Zimmer aufräumen!
Infinitiv Haare schneiden!

Zähne putzen!

Hilfe!
Nomen Ruhe dahinten!
Geld oder Leben!

Rauchen verboten!
Partizip II Füttern verboten!

Spenden gern gesehen!

Jetzt wird gegessen!


Passiv Vor dem Spielen werden die Hausaufgaben gemacht!

Jetzt wird ins Bett gegangen.

3
Reflexive Verben

1) Was man über reflexive Verben wissen sollte.

Reflexive Verben verlangen ein zusätzliches Reflexivpronomen, das im Akkusativ oder im Dativ stehen kann.

Reflexiv bedeutet rückbezüglich. Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt im Satz zurück.

Das reflexive Verb "sich freuen" hat eine Nominativ- und eine reflexive Ergänzung im Akkusativ. Die

reflexive Ergänzung wird mit einem Reflexivpronomen ausgedrückt.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen

Ich freue mich.

Du freust dich.

Er freut sich.

Wir freuen uns.

2) Die Reflexivpronomen

Das Reflexivpronomen ist abhängig vom Subjekt. Es muss immer die gleiche Person angeben, die das Subjekt

vorgibt. Für die 1. und 2. Person Singular und Plural werden die entsprechenden Formen des Personalpronomens

im Akkusativ bzw. im Dativ übernommen. Nur die 3. Person bildet eine eigene Form: "sich". Diese Form bleibt

sowohl im Dativ und Akkusativ als auch im Singular und Plural bestehen.

Reflexivpronomen
Personalpronomen
Akkusativ Dativ

ich mich mir

du dich dir

er / sie / es / man sich sich

wir uns uns

ihr euch euch

Sie / sie sich sich

1
3) Reflexivpronomen mit Dativ oder mit Akkusativ?

Der Gebrauch der reflexiven Verben ist nicht immer einfach. Man muss zwischen echten - und unechten
reflexiven Verben unterscheiden. Das Verb "waschen" hilft uns bei der Erklärung. Das Verb "waschen"
verlangt eine Nominativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.

Subjekt Verb Akkusativ-Ergänzung

Die Mutter wäscht ihren Sohn.

Der Vater wäscht sein Auto.

Im genannten Beispiel wäscht eine Person (Subjekt = die Mutter / der Vater) eine Person oder Sache (Akkusativ
= Sohn / Auto).

Das Verb waschen kann aber auch reflexiv benutzt werden. Das geschieht, wenn sich das Reflexivpronomen auf

das Subjekt bezieht. Das Subjekt (Mutter / Vater) wäscht dann keine andere Person oder Sache, sondern sich

selbst. Das Reflexivpronomen nimmt nun die Stellung der Akkusativergänzung ein.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen Angaben

Die Mutter wäscht sich jeden Morgen.

Ich wasche mich täglich.

Wenn das Verb jedoch eine weitere Akkusativ-Ergänzung erhält, muss das Reflexivpronomen im Dativ

stehen.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen im Dativ Akkusativ-Ergänzung

Du wäschst dir deine Hände.

Ich wasche mir meine Haare.

Reflexive Verben, in denen das Reflexivpronomen im Akkusativ steht, haben oft zusätzlich noch eine

Präpositional-Ergänzung. Der Infinitiv lautet dann z.B. " s. freuen auf ". Diese Verbgruppe sollte man mit

der entsprechenden Präposition auswendig lernen.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen Präpositional-Ergänzung

Der Student freut sich auf die Semesterferien.

Peter interessiert sich für Petra.

Ich bedanke mich für Ihre Einladung.

2
4) Liste der echten reflexiven Verben

"Echte reflexive Verben" können nur reflexiv gebraucht werden. Die Akkusativ-Ergänzung kann also nicht mit

einer anderen Person oder Sache (Ich wasche das Kind / das Auto) getauscht werden. Die wichtigsten echten

reflexiven Verben - einige davon nur im Akkusativ, andere nur im Dativ - werden in folgender Tabelle aufgeführt:

echte reflexive Verben im Akkusativ echte reflexive Verben im Dativ


- sich auf den Weg machen
- sich auf|regen über + Akk
- sich aus|kennen
- sich aus|ruhen
- sich bedanken für + Akk
- sich beeilen + Finalsatz
- sich beschweren über + AKK
- sich bewerben um + Akk
- sich bücken
- sich entschließen + Infinitivsatz
- sich entschuldigen für + Akk - sich etwas denken
- sich erholen
- sich Mühe geben + Infinitivsatz
- sich erkälten
- sich ... lassen
- sich erkundigen nach + Akk
- sich Sorgen machen
- sich freuen auf / über + Akk
- sich etwas merken
- sich fürchten vor + Dat
- sich interessieren für +Akk - sich vor|stellen + Infinitivsatz
- sich irren
- sich konzentrieren auf + Akk
- sich kümmern um + Akk
- sich schämen für + Akk
- sich sehnen nach + Dat
- sich um|sehen in + Dat
- sich verbeugen vor + Dat
- sich verirren
- sich weigern + Infinitiv
- sich wundern über + Akk

Pos. 1 Verb Reflexivpronomen Angaben Ergänzungen Verb 2

Ich rege mich täglich über das Wetter auf.

Hugo regt sich stündlich über seinen Chef auf.

Du gibst dir kaum Mühe, richtig Deutsch zu lernen.

Echte reflexive Verben haben immer ein Reflexivpronomen. Man erkennt sie daran,
• dass man das Reflexivpronomen nicht weglassen kann:
o Ich freue mich. (Falsch: Ich freue.)
• dass man nicht nach dem Reflexivpronomen fragen kann:

o Er freut sich. (Falsch: Wen freust du?)


• dass Reflexivpronomen kann nicht durch eine andere Person ersetzt werden:

o Er freut sich. (Falsch: Ich freue dich.)

3
5) Liste der unechten reflexiven Verben

Die andere Gruppe der reflexiven Verben nennt man unechte reflexive Verben. Das bedeutet, dass man sie
sowohl reflexiv als auch mit einer Akkusativ-Ergänzung benutzen kann. Einige unechte reflexive Verben werden
nur im Dativ verwendet.

Folgende Tabelle zeigt einige Anwendungsbeispiele auf:

Verb mit Akkusativ- unechte reflexive Verben + Verb mit Akk-Erg. oder reflexiv im
Ergänzung Reflexivpronomen im Akkusativ Dativ
Die Mutter wäscht ihr Baby. Die Mutter wäscht sich. Meine Mutter wäscht mir meine Wäsche.
Ich wasche meine Wäsche
Ich wasche mich. Ute wäscht ihrem Freund die Socken.
selbst.
Warum trocknest du dir deine Hände nicht
Du trocknest das Geschirr ab. Du trocknest dich ab.
ab?
Du ärgerst mich immer. Er ärgert sich oft über seinen Chef. Reflexiv im Dativ nicht möglich
Meine Frau kann mich nicht
Du wirst dich nicht mehr ändern. Der Schneider ändert mir meine Jacke.
mehr ändern.
Die Mutter duscht die Kinder. Du duschst dich nur alle 10 Tage. Eric duscht sich nur den Oberkörper ab.

Folgende Liste enthält einige unechte reflexive Verben. Sie können sowohl reflexiv als auch mit Akkusativ-
Ergänzung benutzt werden, wie es in den zuvor gezeigten Beispielen nachzulesen ist.

- sich ab|trocknen - sich an|strengen - sich an|ziehen


- sich ändern - sich ärgern über + Akk - sich auf|regen
- sich bewegen - sich duschen - sich entschuldigen
- sich erinnern an + Akk - sich fragen; ob... - sich fürchten
- sich gewöhnen an + AKK - sich kämmen - sich nennen
- sich rasieren - sich schminken - sich setzen
- sich treffen - sich um|drehen - sich um|ziehen
- sich verletzen - sich verteidigen - sich vor|bereiten
- sich waschen - sich wiegen

Bei den folgenden echten und unechten reflexiven Verben kann das Reflexivpronomen bzw. die andere Person nur
im Dativ stehen: "Etwas" steht hier stellvertretend für eine Akkusativ-Ergänzung.

Infinitiv Pos. 1 Verb 1 Ergänzungen / Angaben Verb 2

sich etwas ab|gewöhnen Ich gewöhne mir das Rauchen ab.

sich etwas an|gewöhnen Rolf hat sich eine gewisse Faulheit angewöhnt.

sich etwas an|sehen* Wir sehen uns auch den Film an.

sich etwas an|ziehen Zieh dir sofort eine Jacke an.

sich etwas borgen* Kannst du mir etwas Geld borgen?

sich die Haare kämmen Kämm dir sofort deine Haare!

sich etwas kaufen Papa, kauf mir sofort ein Eis.

sich etwas leihen* Könntest du mir kurz dein Auto leihen?

sich etwas leisten (können)* Wir können uns kein Auto leisten.

sich die Zähne putzen Das Kind will sich nicht die Zähne putzen.

sich etwas vorstellen* Ich kann mir das nicht vorstellen.

sich die Hände waschen Ihr müsst euch noch eure Hände waschen.

sich etwas wünschen (zu) Was wünscht du dir zum Geburtstag?

* echtes reflexives Verb

4
6) Reziproke Verben

Reziproke Verben haben die Besonderheit, dass sie nur im Plural Verwendung finden. Das Reziprokpronomen

"sich" lässt sich mit "einander" ersetzen.

• Peter liebt Petra und Petra liebt Peter.

• Peter und Petra lieben sich.

• Sie lieben einander.

Weitere reziproke Verben sind:

- sich gegenseitig ärgern


- sich miteinander an|freunden

- sich einander begrüßen


- sich einigen

- sich kennen
- sich lieben
- sich sehen

- sich streiten

- sich miteinander verbrüdern


- sich verfeinden
- sich verkrachen

- sich miteinander vertragen

5
Zeitformen / Tempus

1) Was man über die Zeitformen wissen sollte.

In der deutschen Sprache gibt es sechs verschiedene Zeitformen. Die einzelne Zeitform wird Tempus

genannt:

• Vergangenheit
o Perfekt
o Präteritum (Imperfekt)
o Plusquamperfekt (Vorvergangenheit)
• Gegenwart
o Präsens
• Zukunft
o Futur I
o Futur II

2) Die Vergangenheit

Die Vergangenheit besitzt zwei Zeitstufen. Das Perfekt und das Präteritum bildet eine Zeitstufe, das

Plusquamperfekt die andere. Es ist wichtig zu verstehen, dass das Perfekt und das Präteritum zur gleichen

Zeitstufe gehören. Der Unterschied liegt alleinig in ihrer Verwendung:

• Das Perfekt

Das Perfekt benutzt man überwiegend in der gesprochenen Sprache, also beim Sprechen. Das Perfekt

braucht einen Gesprächspartner, dem man etwas aus der Vergangenheit berichten möchte. Der

Gesprächspartner ist dem Sprecher vertraut und kommt in der Regel aus der Familie, dem Freundes-

oder dem Bekanntenkreis. Beispiele:

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Gestern bin ich in Karlsruhe gewesen.

Dort habe ich vor dem Schloss einen alten Schulfreund wiedergesehen.

Zuerst habe ich ihn gar nicht erkannt.

• Das Präteritum

Das Präteritum benutzt man überwiegend in geschriebenen Texten. Dazu gehören zum Beispiel

Zeitungen, Zeitschriften, Literatur etc. Auch die Nachrichten im Fernsehen oder im Radio berichten

Vergangenes im Präteritum, obwohl diese gesprochen werden. Beispiele:

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Gestern trafen sich die Regierungsparteien im Kanzleramt.

Dort berieten sie über die geplanten Steuererhöhungen.

Die Koalition tagte bis zum späten Abend hinter verschlossenen Türen.

1
• Das Plusquamperfekt

Das Plusquamperfekt, auch die Vorvergangenheit genannt, gibt die Vergangenheit wieder, die vor dem

Präteritum / Perfekt geschehen war und die für die Handlung im Präteritum / Perfekt wichtig ist. Deshalb

heißt sie auch Vorvergangenheit. Beispiele:

o Klaus war bereits ins Bett gegangen und hatte das Licht ausgemacht, als plötzlich das
Telefon klingelte. Er tastete nach seiner Brille, die normalerweise auf dem Nachttischchen lag,
als ihm plötzlich einfiel, dass er sie bereits im Bad ausgezogen hatte, weil er noch geduscht
hatte, bevor er ins Bett ging. ...

3) Das Präsens

Das Präsens drückt aus:

• Was jetzt passiert.

Position 0 Position 1 Verb 1 Mittelfeld / Satzende

Peter sitzt in der Badewanne.

Er hört Musik

und liest ein Buch.

Plötzlich klingelt das Telefon.

• Was früher begonnen hat und bis jetzt andauert.

Position 1 Verb 1 Mittelfeld / Satzende

Luis lernt schon seit drei Monaten Deutsch.

Seit Januar wohnt er in Heidelberg.

Seine deutsche Freundin ist bereits im vierten Monat schwanger.

• Was für immer gilt.

Position 1 Verb 1 Mittelfeld / Satzende

Sein Name ist Jürgen Beckenbauer.

Er und seine Familie kommen aus einem Dorf in der Nähe von München.

Der Planet "Erde" hat nur einen Mond.

• Ein zukünftiges Geschehen.

Position 1 Verb 1 Mittelfeld / Satzende

Morgen gehen Anna und ich ins Kino.

Übermorgen fliegen wir nach Amerika.

Am 08.08. kommen wir aus den USA zurück.

2
4) Die Zukunft

Wie bereits gesehen, wird ein zukünftiges Geschehen mit dem Präsens in Verbindung mit einem
Zeitwort gebildet, das einen Hinweis auf ein zukünftiges Ereignis gibt. Zeitwörter sind zum Beispiel gleich,
in 5 Minuten, in einer Stunde, heute Abend, morgen, übermorgen, in drei Tagen, am kommenden
Wochenende, nächste Woche, etc. ... Das Futur I und II erfüllen andere Aufgaben.

• Futur I
Das Futur I wird benutzt:

o um eine Prognose zu machen


Es zieht sich immer mehr zu. Es wird heute noch regnen.
Marianne ist sehr verliebt. Sie wird ihn wohl bald heiraten.
Der Patient ist sehr schwer erkrankt. Wahrscheinlich wird er das nicht überleben.

o um über Pläne zu sprechen


Holger wird im Sommer in die USA fliegen.
Bettina wird nach der Schule eine Ausbildung beginnen.
Herr Noll wird bald in Rente gehen. Er ist schon 64.

o um ein Versprechen abzugeben


Mama, ich werde jetzt immer lieb sein. Das verspreche ich dir.
Ab morgen werde ich eine Diät machen. Ich bin einfach zu dick.
Mein Mann wird endlich das Rauchen aufgeben. Das hat er mir versprochen.

o um eine Vermutung in der Gegenwart zu formulieren


Ute sieht so glücklich und zufrieden aus. Sie wird wohl frisch verliebt sein.
Dein Mann kommt jeden Tag später nach Hause. Der wird doch wohl keine Geliebte
haben, oder?
Der Student schaut nur aus dem Fenster und schreibt nicht. Er wird die Prüfung wohl
nicht schaffen.

o um eine Aufforderung zu machen (Alternative zum Imperativ!)


Du wirst mir sofort das Geld zurückgeben.
Ihr werdet euch sofort bei Herrn Kunert entschuldigen!
Du hast gestern eine andere Frau geküsst. Das wird dir noch Leid tun!

• Futur II

Das Futur II wird sehr selten benutzt. Es prognostiziert eine abgeschlossene Handlung in der
Zukunft oder eine abgeschlossene Vermutung.

o Prognose mit abgeschlossener Handlung


Im Jahre 2.133 wird man alle Lebewesen komplett geklont haben.
Im Jahre 5.498 werden die Fische im Meer ausgestorben sein.
Im Jahre 100.000 wird der letzte Mensch die Erde berlassen haben, da sie unbewohnbar
geworden sein wird.

o Vermutung mit abgeschlossener Handlung


Alle Passagiere haben das Flugzeug verlassen. Nur Herr Jansen ist nicht dabei gewesen. Er
wird den Flug wohl verpasst haben.
Bei uns wurde eingebrochen. Die Einbrecher werden wohl durchs offene Kellerfenster ins
Haus gekommen sein.
Der Student hat sein Studium nach nur 4 Semestern mit "sehr gut" abgeschlossen. Er
wird wohl sehr fleißig gewesen sein.

3
Das Präsens

1) Was man über das Präsens wissen sollte.

Die Konjugation der Verben im Präsens wurde in den vorangegangenen Kapiteln eingehend besprochen. Wir

wissen bereits, wie

• die Verben sein und haben,


• die regelmäßigen und unregelmäßigen Verben,

• die trennbaren und untrennbare Verben,


• die Modalverben und

• die reflexiven Verben

konjugiert werden. Alle Beispiele zeigen die Konjugation der Verben im Präsens.

2) Der Gebrauch des Präsens

Das Präsens drückt aus:

• Was jetzt passiert.

Infinitiv Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2

sitzen Bernd sitzt gerade in der Badewanne.

lesen Er liest ein spannendes Buch.

klingeln Plötzlich klingelt jemand an der Tür.

auf|machen Dann macht jemand die Badezimmertür auf.

• Was früher begonnen hat und bis jetzt andauert.

Infinitiv Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2

lernen Luis lernt schon seit 3 Monaten Deutsch.

wohnen Er wohnt seit vier Wochen in Oldenburg.

sein Seine Freundin ist im zweiten Monat schwanger.

an|springen Leider springt seit Tagen sein Auto nicht an.

• Was für immer gilt

Infinitiv Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2

heißen Der Mann heißt Jürgen Beckenbauer.

kommen Er kommt aus einem kleinen Dorf in Bayern.

sein Er ist Geschäftsmann von Beruf.

wohnen bleiben Er bleibt für immer in seinem Dorf wohnen.

1
• Was zukünftig passiert

Infinitiv Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2

gehen Morgen geht Fritz mit Susi ins Kino.

fliegen Übermorgen fliegt er mit ihr nach Amerika.

heiraten Bald heiratet er sie.

3) Über ein zukünftiges Ereignis sprechen

Ein zukünftiges Geschehen ist in der deutschen Sprache nicht schwierig zu bilden. Es wird mit dem Präsens in

Verbindung mit einem Zeitwort gebildet, das einen Hinweis auf ein zukünftiges Ereignis gibt. Folgende

Zeitwörter geben ein zukünftiges Ereignis an:

- sofort (in ein paar Sekunden)


- gleich (in ein paar Sekunden / Minuten)
- in 5 Minuten
- in einer Stunde
- bald (in ein paar Minuten / Stunden)
- nachher (in ein paar Minuten / Stunden)
- heute Abend
- morgen
- morgen früh
- morgen Mittag / Abend
- übermorgen
- in drei Tagen
- am kommenden Wochenende
- nächste Woche
- übernächste Woche
- demnächst
- in ein paar Tagen / Wochen)
- bald (Tage / Wochen je nach Kontext)
- in drei Wochen
- im nächsten Monat
- im kommenden Sommer / Winter
- in einem halben Jahr
- in zwei Monaten
- nächstes Jahr
- im nächsten Jahr
- in drei Jahren
- im Jahre 2089
- in der Zukunft

Sätze, die ein zukünftiges Ereignis angeben sollen, beginnen häufig mit einem entsprechenden Zeitwort.

- Gleich kommt dein Vater von der Arbeit zurück.

- Übermorgen fährt Ulrike in Urlaub.

- In zwei Monaten wird unser Sohn volljährig.

2
Das Perfekt

1) Was man über das Perfekt wissen sollte.

Das Perfekt, auch vollendete Gegenwart genannt, wird in der gesprochenen Sprache benutzt, und beschreibt

eine abgeschlossene Handlung in der Vergangenheit mit Gegenwartsbezug oder einen erreichten Zustand. Man

benutzt das Perfekt ausschließlich im privaten Bereich, wenn man mit Freunden oder mit Familienmitgliedern

über etwas spricht, was vergangen ist. So wird das Perfekt auch in privaten Briefen benutzt, um

Familienmitgliedern oder Freunden schriftlich mitzuteilen, was man beispielsweise im Urlaub erlebt hat.

Das Perfekt besteht aus zwei Teilen, dem Hilfsverb "haben" oder "sein" und dem "Partizip II":

haben / sein + Partizip II = Perfekt

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Meine Frau hat eine Pizza gemacht.

Die Kinder haben heute keine Hausaufgaben gemacht.

Ich bin gestern nach Bielefeld gefahren.

Das Kind ist am Sonntag schon um 6:30 Uhr aufgewacht.

!!! Das Hilfsverb wird konjugiert und zeigt die Person an!!!
!!! Das Partizip II ist unveränderlich und schließt den Satz ab!!!

2) Die Hilfsverben "haben" und "sein"

Die Hilfsverben "haben" und "sein" werden wie die Vollverben haben und sein konjugiert.

Das Perfekt mit dem Hilfsverb "haben" bilden:

• alle Verben mit Akkusativ-Ergänzung:


o Er liebt mich noch heute. - Damals habe ich ihn auch geliebt.
o Thomas liest ein Buch. - Thomas hat ein Buch gelesen.
o Hein gibt täglich sehr viel Geld aus. - Hein hat täglich sehr viel Geld ausgegeben.

• alle reflexive Verben:


o Er wäscht sich selten. Heute hat er sich auch noch nicht gewaschen.
o Du erkältest dich noch. Siehst du, du hast dich schon erkältet.
o Beeil dich! - Warum, du hast dich doch auch nicht beeilt.

• alle Modalverben als Vollverb (ihr Gebrauch ist aber selten!!):


o Das habe ich nicht gewollt. - Die Arbeit hat er nicht machen wollen.
o Der Schüler hat die Aufgabe nicht gekonnt. - Der Schüler hat es nicht machen können.
o So viele Hausaufgaben hast du nicht machen müssen.

• die meisten anderen Verben:


o Mein Nachbar hilft mir nicht. - Aber ich habe ihm immer geholfen.
o Gibst du mir ein Bonbon ab? - Ich habe dir gestern auch eins abgegeben.
o Heute regnet es zum Glück nicht. - Gestern hat es den ganzen Tag geregnet.

1
Das Perfekt mit dem Hilfsverb "sein" bilden:

• alle Verben der Ortsveränderung:

Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

gehen Mein Kollege ist heute früher nach Hause gegangen.

an|kommen Unser Zug ist heute mal wieder zu spät angekommen.

fahren Gestern sind wir mit dem Fahrrad nach Ulm gefahren.

• alle Verben der Zustandsänderung:

Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

auf|stehen Ich bin heute Morgen sehr früh aufgestanden.

auf|wachsen Meine Frau ist in einem kleinen Dorf bei Ulm aufgewachsen.

einschlafen Endlich ist das kranke Kind wieder eingeschlafen.

sterben Ihr Mann ist schon mit 43 Jahren gestorben.

wachsen Was sind deine Kinder schon gewachsen.

• folgende Verben:

Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2


bleiben Mein Freund ist gestern sehr lang bei uns geblieben.
gelingen Mir ist endlich mein Experiment gelungen.

geschehen Was ist gestern eigentlich auf der Party geschehen?

passieren Gestern ist etwas Schreckliches passiert.


sein Seid ihr auch schon mal in der Schweiz gewesen?

werden Das Kind ist heute 8 Jahre alt geworden.

3) Das Partizip II
Das Partizip II, auch " Mittelwort " genannt, benutzt man für die Bildung folgender Zeitformen:
• Perfekt:

Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

Gestern haben wir einen Deutschtest geschrieben.

Der Bus ist bereits vor zwei Stunden abgefahren.

Im Urlaub habe ich täglich stundenlang mit meiner Freundin telefoniert.

• Passiv:

Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

Das Auto wird erst morgen Nachmittag repariert.

Das Haus wird bald abgerissen.

Zuerst werden die Kartoffeln geschält.

• Plusquamperfekt:

Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

Die Schüler hatten ihre Hausaufgaben bereits gemacht.

Die Eltern hatten panische Angst um ihre Kinder gehabt.

Viele Gäste waren schon sehr früh gegangen.

2
Das Partizip II kann aber auch als Adjektiv benutzt werden:
• Verb + Partizip II als Adjektiv:

Position 1 Verb Mittelfeld Partizip II

Das Geschäft bleibt heute wegen Krankheit geschlossen.


Das Fenster ist geöffnet.

Das Haus ist komplett abgebrannt.

• Partizip II als Adjektiv + Nomen:

Position 1 Verb Mittelfeld Partizip II

Das schwer verletzte Tier ist nach wenigen Tagen verstorben.

Der abgetrennte Finger konnte wieder angenäht werden.

Der verstorbene Mann hinterließ ein Millionenerbe.

Aus diesen vielseitigen Gründen nimmt das Partizip II eine sehr wichtige Stellung in der deutschen Grammatik

ein. Man sollte das Partizip II gezielt lernen und in der Bildung des Partizips II keine größeren Schwierigkeiten

haben.

3) Das Partizip II. der regelmäßigen Verben

• Das Partizip II. der regelmäßigen Verben wird wie folgt gebildet:

ge + Verbstamm + t

Infinitiv Partizip II Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

kaufen ge kauf t Ich habe mir ein neues Auto gekauft.

lachen ge lacht t Im Urlaub haben wir die ganze Zeit gelacht.

lernen ge lern t Habt ihr in Aachen Deutsch gelernt?

lieben ge lieb t Früher hat sie mich noch innig geliebt.

machen ge mach t Hast du deine Hausaufgaben gemacht?

• Lautliche Besonderheiten:

Gelegentlich kommt es vor, dass der Verbstamm mit t; d; m oder n endet. Beispiele sind die Verben:
arbeiten, atmen, rechnen usw. Die Folge sind Ausspracheprobleme beim Bilden des Partizip II. Deshalb
wird beim Partizip II. ein "e" zwischen Verbstamm und der Partizipendung "t" eingeschoben.

ge + Verbstamm + et

Infinitiv Partizip II Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

antworten ge antwort et Er hat mir nicht geantwortet.

arbeiten ge arbeit et Mein Mann hat gestern zu viel gearbeitet.

heiraten ge heirat et Wann habt ihr geheiratet?

trocknen ge trockn et Die Wäsche ist schon getrocknet.

zeichnen ge zeichn et Der Maler hat das Haus schon gezeichnet.

3
• Das Partizip II. der trennbaren Verben, sofern sie nicht zu den unregelmäßigen Verben gehören,
wird wie folgt gebildet:

Präfix + ge + Verbstamm + t

Infinitiv Partizip II Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

ab|machen ab ge mach t Warum hast du das Bild abgemacht?

an|machen an ge macht t Hast du die Heizung angemacht?

auf|bauen auf ge bau t Habt ihr das Zelt aufgebaut?

ein|legen ein ge leg t Hast du die CD eingelegt?

mit|spielen mit ge spiel t Habt ihr gestern mitgespielt.

• Das Partizip II. der Verben mit festen Präfixen, sofern sie nicht zu den unregelmäßigen Verben

gehören, wird stets ohne "ge" gebildet:

Verbstamm + t

Infinitiv Partizip II Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

bezahlen bezahl t Sie haben Ihre Rechnung noch nicht bezahlt.

entdecken entdeck t In der Südsee hat man eine neue Fischart endeckt.

erleben erleb t Habt ihr in Amerika viel erlebt?

gehören gehör t Diese Uhr hat mal deinem Großvater gehört.

zerstören zerstör t Die Bombe hat das ganze Haus zerstört.

• Das Partizip II. der Verben, die mit "-ieren " enden, wird ebenfalls ohne "ge" gebildet:

Verbstamm + t

Infinitiv Partizip II Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

fotografieren fotografier t Mein Vater hat nur die Löwen fotografiert.

markieren markier t Habt ihr alle Lösungen markiert?

passieren passier t Was ist dir denn passiert?

studieren studier t Helmut hat auch in Aachen studiert.

zentrieren zentrier t Warum haben Sie den Text nicht zentriert?

4
4) Das Partizip II. der unregelmäßigen Verben

Die Endung des Partizip II ist bei den unregelmäßigen Verben "-en". Zusätzlich findet häufig ein

Vokalwechsel im Wortstamm statt. Daher sollte man die unregelmäßigen Verben mit dem dazugehörigen

Partizip II besonders gut lernen. Beispiele:

Infinitiv Partizip II Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

fahren ge fahr en Mein Vater ist gegen das Tor gefahren.

sehen ge seh en Gestern habe ich Peter gesehen.

trinken ge trunk en Wie viel Bier hast du gestern getrunken?

Siehe Liste der unregelmäßigen Verben.

5) Das Perfekt mit Modalverben

Das Perfekt der Modalverben wird in der Praxis nur selten benutzt. In der Regel wird das Präteritum benutzt.

Die Modalverben als Vollverb bilden das Perfekt wie folgt:

haben + Partizip II

Infinitiv Partizip II Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

dürfen gedurft Das hast du nicht gedurft.

können gekonnt Alle Schüler haben die Rechenaufgaben gekonnt.

mögen gemocht Herrn Murx haben die Schüler nicht gemocht.

müssen gemusst Klaus hat in jeder Pause auf die Toilette gemusst.

sollen * * Diese Form existiert nicht

wollen gewollt Das habe ich nicht gewollt.

Das Perfekt der Modalverben mit einem zusätzlichen Vollverb wird wie folgt gebildet:

haben + Infinitiv Vollverb + Infinitiv Modalverb

Infinitiv Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

dürfen Das hast du nicht machen dürfen.

können Alle Schüler haben die Rechenaufgaben lösen können.

mögen Viele Schüler haben nicht zur Schule gehen mögen.

müssen Klaus hat auch schmutzige Arbeiten machen müssen.

sollen Wir haben das Zimmer aufräumen sollen.

wollen Das habe ich nicht machen wollen.

5
Präteritum (Imperfekt)

1) Was man über das Präteritum wissen sollte.

Das Präteritum, auch Imperfekt genannt, bildet zusammen mit dem Perfekt eine Zeitstufe. Der Unterschied liegt
alleinig in ihrer Verwendung. Das Perfekt wird in der gesprochenen Sprache benutzt, während das Präteritum
überwiegend in geschriebenen Texten Verwendung findet, wie zum Beispiel in Zeitungen, Zeitschriften, Literatur,
Geschichten, Märchen etc. Aber auch in den Nachrichten, im Fernsehen oder im Radio wird das Präteritum
benutzt, um über Vergangenes zu berichten.

Die Personalpronomen "du" und "ihr" werden im Präteritum sehr selten benutzt, da diese Personen ausschließlich
in der gesprochenen Sprache, also im Perfekt, Anwendung finden.

Die Ausnahme bilden die Verben " haben ", " sein " sowie die " Modalverben ". Sie sind im Präteritum einfacher
zu bilden. Daher werden die Präteritumformen dieser Verben auch im Perfekt benutzt. Das ist möglich, da das
Perfekt und das Präteritum die gleiche Zeitstufe vertreten.

Für alle Verben im Präteritum gilt: Die 1. und 3. Person wird gleich konjugiert, im Singular wie im Plural.

2) Die Bildung des Präteritums der " regelmäßigen Verben "

Das Präteritum der regelmäßigen Verben, auch schwache Verben genannt, bildet man wie folgt:

Verbstamm + Präteritumendung

Person Stamm Endung Beispiele

ich lernen -te Damals lernte ich in Berlin Deutsch.

du lernen -test Du lerntest im Skiurlaub viele Menschen kennen.

er/sie/es lernen -te Der Junge lernte auf der Schule Französisch.

wir lernen -ten Wir lernten in Afrika eine Menge über die Wildnis.

ihr lernen -tet Lerntet ihr Spanisch?

sie / Sie lernen -ten Sie lernten viel für das Leben.

Lautliche Besonderheiten:

Gelegentlich kommt es vor, dass der Verbstamm mit t; d; m oder n endet. Beispiele sind die Verben: arbeiten,
atmen, rechnen usw. Die Folge sind Ausspracheprobleme beim Bilden des Präteritums. Deshalb wird beim
Präteritum ein " e " zwischen " Verbstamm " und der " Endung " eingeschoben.

Person Verbstamm Endung Beispiele

ich arbeiten -ete Damals arbeitete ich in Berlin.

du heiraten -etest Wie alt warst du, als du heiratetest?

er/sie/es atmen -ete Der Schwerverletzte atmete nur noch sehr schwach.

wir beobachten -eten Wir beobachteten den Fremden schon sehr lange.

ihr warten -etet Warum wartetet ihr stundenlang auf ihn?

sie / Sie antworten -eten Die Frauen antworteten ihnen nicht.

1
3) Die Bildung des Präteritums der "unregelmäßigen und starken Verben"

Einige Verben, zum Beispiel "haben", "sein", und "werden", werden sehr häufig benutzt, da sie auch in der
gesprochenen Sprache, also im Perfekt, benutzt werden. Einige davon finden darüber hinaus auch als Hilfsverb
Verwendung. Das Präteritum der folgenden Verben sollte man unbedingt kennen:

Infinitiv Präteritum ich / er; sie; es du wir / sie; Sie ihr

sein waren war warst waren wart

haben hatten hatte hattest hatten hattet

werden wurden wurde wurdest wurden wurdet

wissen wussten wusste wusstest wussten wusstet

denken dachten dachte dachtest dachten dachtet

gehen gingen ging gingst gingen gingt

fahren fuhren fuhr fuhrst fuhren fuhrt

bringen brachten brachte brachtest brachten brachtet

lassen ließen ließ ließt ließen ließt

Das Präteritum der unregelmäßigen Verben hat sehr oft eine andere Stammform als im Infinitiv. Weitere
unregelmäßige und starke Verben gibt es in der Liste der unregelmäßigen Verben.

4) Die Bildung des Präteritums der Modalverben

Die Perfektformen der Modalverben sind vom Satzbau ein wenig kompliziert, daher werden auch in der
gesprochenen Sprache die Modalverben im Präteritum benutzt.

Infinitiv Präteritum ich / er; sie; es du wir / sie; Sie ihr

dürfen durften durfte durftest durften durftet

können konnten konnte konntest konnten konntet

mögen mochten mochte mochtest mochten mochtet

möchten* wollten wollte wolltest wollten wolltet

müssen mussten musste musstest mussten musstet

sollen sollten sollte solltest sollten solltet

wollen wollten wollte wolltest wollten wolltet

* Der Konjunktiv II. von mögen ist "möchten". " Möchten " ändert sich allerdings im Präteritum in "wollten".

Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Subjekt Verb 1 Ergänzung Verb 2

Die Kinder durften gestern Abend mit ihren Freunden ins Kino gehen.

Die Arbeiter konnten wegen des schlechten Wetters nicht arbeiten.

Viele Schüler wollten bei dem schönen Wetter keine Hausaufgaben machen.

Alle Arbeitnehmer mussten im vergangenen Monat viele Überstunden leisten.

Die Ärzte sollten sich nach der Operation sofort beim Chefarzt melden.

Peter wollte als kleiner Junge nie zur Schule gehen.

2
Das Plusquamperfekt

1) Was man über das Plusquamperfekt wissen sollte.

Das Plusquamperfekt, auch die Vorvergangenheit genannt, ist das Tempus der Vorzeitigkeit gegenüber dem

Präteritum und dem Perfekt. Es gibt die Vergangenheit wieder, die vor dem Präteritum / Perfekt geschehen war

und die für die Handlung im Präteritum / Perfekt wichtig ist. Deshalb heißt sie auch Vorvergangenheit.

2) Die Bildung des Plusquamperfekts

Das Plusquamperfekt wird wie folgt gebildet:

Präteritum von haben / sein + Partizip II

Bei der Frage, ob das Hilfsverb mit " haben " oder " sein " gebildet wird, gelten dieselben Regeln wie beim

Perfekt.

Perfekt Plusquamperfekt Beispiele

ist gegangen war gegangen Der Mitarbeiter war schon gegangen, als der Chef nach ihm fragte.

Die Frau hatte bereits die Suppe gekocht, als ihr plötzlich der Suppentopf
hat gekocht hatte gekocht
herunterfiel.

ist gefahren war gefahren Viele Gäste waren bereits nach Hause gefahren, als der Präsident kam.

Als der Notarzt eintraf, war das Unfallopfer bereits an seinen starken
ist gestorben war gestorben
Verletzungen gestorben.

Nachdem Andreas mit seiner Exfrau telefoniert hatte, ist er in eine Kneipe
hat telefoniert hatte telefoniert
gegangen und hat sich sinnlos betrunken.

3) Anwendungsbeispiele

Das Plusquamperfekt wird generell nicht als eine einzelne Aussage verwendet. Die Vorzeitigkeit, die das

Plusquamperfekt ausdrückt, wird immer im Bezug zu einer Aussage im Präteritum bzw. dem Perfekt gestellt. Es

kann zu folgenden Kombinationen kommen:

• Plusquamperfekt im Hauptsatz

Hauptsatz mit Plusquamperfekt


Hauptsatz in der Vergangenheit
Pos. 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Ihm war schlecht. Er hatte zuvor 8 Grillwürstchen gegessen.

Sie waren sehr gut gelaunt. Sie hatten gegen den FC mit 5:0 gewonnen.

Karl hatte einen Unfall. Zuvor hatte er sehr viel Alkohol getrunken.

1
• Plusquamperfekt im Nebensatz

Nebensatz mit Plusquamperfekt


Hauptsatz
Konj. Subjekt Mittelfeld Verben

Nachdem ich dich angerufen hatte, bin ich einkaufen gegangen.

Nachdem Tom die Wahrheit erfahren hatte, reichte er die Scheidung ein.

ausgestorben eroberten die Säugetiere den


Nachdem die Dinosaurier
waren, Planeten.

Vergleiche auch Nebensätze

• Plusquamperfekt mit Modalverb

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verben 2

Gestern hatten wir nur schmutzige Arbeiten machen müssen.

Das Schulkind hatte seine Hausaufgaben nicht machen wollen.

Der Mechaniker hatte das Auto nicht reparieren können.

• Plusquamperfekt mit Modalverb im Nebensatz

Nebensatz mit Plusquamperfekt


Hauptsatz
Konjunktion Subj. Mittelfeld Verben

Nachdem wir nur schmutzige Arbeiten hatten machen müssen, kündigten wir.

Nachdem Tom das Auto nicht hatte reparieren können, ging er.

Nachdem Tim seine Hausaufgaben hatte machen müssen, ging er zu Bett.

2
Das Futur I

1) Was man über das Futur I wissen sollte.

Wenn man über die Zukunft sprechen möchte, verwendet man normalerweise das Präsens mit einem Zeitwort.

Das Futur I wird bei folgenden Gelegenheiten angewandt:

• eine Prognose machen


o Es zieht sich immer mehr zu. Es wird heute noch regnen.
o Marianne ist sehr verliebt. Sie wird ihn wohl bald heiraten.
o Der Patient ist sehr schwer erkrankt. Wahrscheinlich wird er das nicht überleben.

• über Pläne sprechen


o Holger wird im Sommer in die USA fliegen.
o Bettina wird nach der Schule eine Ausbildung machen.
o Herr Noll wird bald in Rente gehen. Er ist schon 64.

• ein Versprechen abgeben


o Mama, ich werde jetzt immer lieb sein. Das verspreche ich dir.
o Ab morgen werde ich eine Diät machen. Ich bin einfach zu dick.
o Mein Mann wird endlich das Rauchen aufgeben. Das hat er mir versprochen.

• eine Vermutung in der Gegenwart äußern


o Ute sieht so glücklich und zufrieden aus. Sie wird wohl frisch verliebt sein.
o Dein Mann kommt jeden Tag später nach Hause. Der wird doch wohl keine Geliebte haben. Oder?
o Der Student schaut nur aus dem Fenster und schreibt nicht. Er wird die Prüfung wohl nicht schaffen.

• eine Aufforderung machen (Alternative zum Imperativ!)


o Du wirst mir sofort das Geld zurückgeben.
o Ihr werdet euch sofort bei Herrn Kunert entschuldigen!
o Du hast gestern eine andere Frau geküsst. Das wird dir noch Leid tun!

2) Die Bildung

Das Futur I wird mit dem Hilfsverb " werden " und dem Infinitiv gebildet.

werden + Infinitiv

Singular werden Plural

1. Person ich werde wir werden 1. Person

2. Person du wirst ihr werdet 2. Person

3. Person er/sie/es wird sie / Sie werden 3. Person

1
3) Futur I mit Modalverben

• Unsere Kinder müssen noch sehr viel arbeiten.

• Er kann wohl nicht mehr als Mechaniker arbeiten.


• Wir müssen morgen sehr früh aufstehen.

• Man muss Ihnen den Zahn ziehen.

Das konjugierte Modalverb, welches im Präsens auf Position 2 steht, wird im Futur I im Infinitiv ans Satzende

gestellt.

werden + 2 X Infinitiv

• Man hat heutzutage kein Geld mehr. Unsere Kinder werden noch sehr viel arbeiten müssen.
• Der Patient hat beide Beine verloren. Er wird wohl nicht mehr als Mechaniker arbeiten können.
• Morgen werden wir sehr früh aufstehen müssen.

• Man wird Ihnen den Zahn wohl ziehen müssen.

2
Das Futur II

1) Was man über das Futur II wissen sollte.

Das Futur II wird sehr selten benutzt. Es prognostiziert eine abgeschlossene Handlung in der Zukunft oder

eine abgeschlossene Vermutung.

• Prognose mit abgeschlossener Handlung

In der Praxis wird diese Form allerdings sehr selten benutzt. Es wird durch das Perfekt in Verbindung mit

zukünftigen Zeitangaben (morgen, bald, in zwei Tagen, ...) ersetzt. (Beispiele dazu in den Klammern).

o Im Jahre 2.133 wird man alle Lebewesen komplett geklont haben.


(In den nächsten Jahrzehnten hat man alle Lebewesen komplett geklont.)
o Im Jahre 5.498 werden die Fische im Meer ausgestorben sein.
Irgendwann sind die Fische im Meer ausgestorben.)
o In 100.000 Jahren werden neuartige Lebewesen den Planeten Erde erobert haben.
(In einigen Jahrtausenden haben neuartige Lebewesen den Planeten Erde erobert.

• Vermutung mit abgeschlossener Handlung


o Alle Passagiere haben das Flugzeug verlassen. Nur Herr Jansen ist nicht dabei gewesen. Er wird
den Flug wohl verpasst haben.
o Bei uns wurde eingebrochen. Die Einbrecher werden wohl durch`s offene Kellerfenster ins Haus
gekommen sein.
o Der Student hat sein Studium nach nur 4 Semestern mit "sehr gut" abgeschlossen. Er wird
wohl sehr fleißig gewesen sein.

2) Die Bildung

Das Futur II wird mit dem Hilfsverb " werden " und der Perfektform gebildet.

werden + Partizip II + Hilfsverb

3) Anwendungsbeispiele

Da das Futur II mit 2 Hilfsverben gebildet wird (" werden " + " haben / sein "), sind Kenntnisse über den Satzbau

sowie die Verbstellung im Nebensatz notwendig.

• Hauptsatz
o Morgen werden wir endlich die Arbeit geschafft haben.
o In einer Woche werden wir endlich unsere Prüfung bestanden haben.
o Im Sommer werden wir unser Haus endlich fertig gebaut haben.

• Nebensatz
o Morgen feiern wir, weil wir endlich die Arbeit geschafft haben werden.
o Bald werden wir mehr wissen, weil wir von ihm die Wahrheit erfahren haben werden.
o Da der Mensch bald ausgestorben sein wird, werden die Ameisen den Planeten erobern.

1
Das Passiv

1) Was man über das Passiv wissen sollte.

Wenn wir vom Passiv reden, müssen wir zuerst einmal den Unterschied zwischen einem Aktivsatz und einem

Passivsatz klären. In einem Aktivsatz ist die Person wichtig, die etwas macht. Die W-Frage "wer" fragt nach

der handelnden Person, die etwas tut und stellt einen direkten Zusammenhang mit dem Verb her. Man fragt:

Wer backt den Kuchen? Der Bäcker backt den Kuchen.

Wer repariert das Auto? Der Mechaniker repariert das Auto.

Wer packt die Koffer? Der Gast packt die Koffer.

In einem Passivsatz ist die handelnde Person ( = Agens ), also das Subjekt, unwichtig. Das Geschehen selbst,

die Aktion ist wichtig und steht im Mittelpunkt. Man fragt:

Was passiert? Ein Kuchen wird gebacken.

Was passiert? Ein Auto wird repariert.

Was passiert? Die Koffer werden gepackt.

" Wer " den Kuchen backt, also die Person ( Agens ), ist für den Vorgang nicht wichtig und wird im Passivsatz

normalerweise nicht genannt. Soll die Person, die etwas tut, dennoch genannt werden, so gebraucht man

• bei einer direkten Person oder Ursache die Präposition von + Dativ
o Der Kuchen wird vom Bäcker gebacken.

o Das Auto wird vom Mechaniker repariert.


o Die Koffer werden vom Gast gepackt.

• bei einer indirekten Person oder Ursache die Präposition durch + Akkusativ (selten)

o Die Kerzen werden durch den Wind ausgeblasen.

o Der Brief wird durch den Boten überbracht.

o Der Patient wird durch die Operation gerettet.

Voraussetzung zum Erlernen des Passivs sind gute Kenntnisse über die jeweiligen Verbergänzungen. Man sollte

den jeweiligen Kasus (Nominativ, Akkusativ und Dativ) unterscheiden können.

2) Passivformen

Beim Passiv sind die handelnden Personen nicht wichtig, nicht bekannt oder nicht vorhanden. Das Passiv

beschreibt entweder eine Handlung bzw. einen Prozess oder einen Zustand bzw. ein Resultat. Daher gibt es

zwei Passivformen: Vorgangspassiv und Zustandspassiv

1
• Eine Handlung oder ein Prozess wird mit dem Hilfsverb " werden " + Partizip II gebildet. Wenn wir

vom Passiv reden, ist gewöhnlich diese Form gemeint, wird aber auch, um Verwechslungen zu

vermeiden, Vorgangspassiv oder werden-Passiv genannt.

o Das Fenster wird vom Lehrer geöffnet.

o Die Hausaufgaben werden vom Schüler gemacht.

o Das Schwimmbad wird geschlossen.

Das Vorgangspassiv stellt den Vorgang, die Handlung

oder das Geschehen in den Vordergrund.

Siehe dazu: Vorgangspassiv

• Ein Zustand bzw. ein Resultat wird mit dem Hilfsverb " sein " gebildet. Diese Form nennt man auch

Zustandspassiv oder sein-Passiv.

o Das Fenster ist geöffnet.

o Die Hausaufgaben sind gemacht.

o Das Schwimmbad ist geschlossen.

Das Zustandspassiv drückt ein Ergebnis


bzw. einen Zustand aus.

Siehe dazu: Zustandspassiv

2
Vorgangspassiv

1) Was man über das Vorgangspassiv wissen sollte.

Wenn man vom Passiv redet, ist gewöhnlich das Vorgangspassiv gemeint, wird aber auch, um
Verwechslungen zu vermeiden, werden-Passiv genannt. Das Vorgangspassiv (im Folgenden = Passiv /
vergleiche Zustandspassiv) stellt das Geschehen, die Handlung oder den Vorgang in den Vordergrund.
Die handelnde Person, auch Agens oder Täter genannt, kann, braucht aber nicht genannt zu werden. Das
Subjekt, die Nominativergänzung, aus dem Aktivsatz wird daher in einem Passivsatz nicht gebraucht und
fällt in der Regel weg.

• Aktivsatz: Der Koch schneidet Kartoffeln. ( Nominativ (Agens) = der Koch )


• Passivsatz ohne Agens: Kartoffeln werden geschnitten. ( Agens fällt weg )
• Passivsatz mit Agens: Kartoffeln werden vom Koch geschnitten. ( von + Agens im Dativ )

Das Passiv benutzt man, wenn der Täter bzw. das Subjekt des Aktivsatzes nicht wichtig ist. Dies ist häufig
in Sachtexten der Fall, wie beispielsweise bei Gebrauchsanweisungen, Beschreibungen von
Arbeitsprozessen, in Zeitungsberichten etc.

• Zuerst werden die Kartoffeln gewaschen. Dann werden sie geschält, nochmals kurz mit
Wasser gesäubert und schließlich in kleine Würfel geschnitten...
• Zuerst muss der rote Knopf gedrückt werden. Dadurch wird die Maschine abgeschaltet...
• Gestern Abend wurde in unserer Siedlung das neue Gemeindehaus feierlich eröffnet. Es wurden
viele Reden gehalten. Danach ...

oder wenn der Täter nicht genannt werden will oder soll,

• Der Tisch muss abgeräumt werden. (Der Sprecher will den Tisch selbst nicht abräumen. Er hat
keine Lust dazu und sucht eine andere Person, die den Tisch abräumt).
• Das Fenster muss geputzt werden. (Aber der Sprecher selbst will es nicht tun.)
• Sohn, hast du mein Auto gewaschen? - Ja, Papa, dein Auto ist sauber. Es ist gewaschen
worden. (Wer das Auto gewaschen hat, sagt der Sohn nicht, vielleicht hat es sein kleiner Bruder
gewaschen.)

oder nicht benannt werden kann, weil er unbekannt ist.

• Gestern Mittag wurde eine Bank überfallen. Die maskierten Täter sind der Polizei bisher
unbekannt.
• Meine Geldbörse ist gestohlen worden. (Wer hat sie nun gestohlen?)
• Niemand hilft mir. Mir wird einfach nicht geholfen.

1
2) Was man bei der Bildung des Passivs beachten muss.

Um das Passiv problemlos bilden zu können, sind Kenntnisse über die jeweiligen Verbergänzungen
notwendig. Man sollte stets zwischen Nominativ-, Akkusativ- und Dativ-Ergänzung unterscheiden können.

• Das Passiv bildet man wie folgt:

werden + Partizip II

Position 1 werden Mittelfeld Partizip II

Das Haus wird schon seit über 3 Jahren von Herrn Hut renoviert.

In Bayern wird täglich sehr viel Bier getrunken.

Die Bilder werden ab Mittwoch in der Kunstgalerie verkauft.

Die Schulkinder werden in der Schule vom Schularzt untersucht.

• Weitere Veränderungen bei der Bildung des Passivs:

o Die Akkusativ-Ergänzung im Aktivsatz wird im Passivsatz zur Nominativ-Ergänzung.

Aktivsatz Passivsatz

Der Bauarbeiter baut Häuser. Häuser werden gebaut.

Der Ober bringt gleich den Nachtisch. Gleich wird der Nachtisch gebracht.

Der Tierarzt operiert den Hund. Der Hund wird operiert.

o Die Nominativ-Ergänzung im Aktivsatz wird im Passivsatz zur Täter-Nennung mit "von +


Dativ" (seltener " durch + Akkusativ").

Aktivsatz Passivsatz

Der Mechaniker repariert das Auto. Das Auto wird vom Mechaniker repariert.

Wir laden unseren Lehrer ein. Unser Lehrer wird von uns eingeladen.

Hans öffnet das Fenster. Das Fenster wird von Hans geöffnet.

o Das unpersönliche Pronomen " man " im Aktivsatz entfällt im Passivsatz.

Aktivsatz Passivsatz

In Frankreich trinkt man viel Wein. In Frankreich wird viel Wein getrunken.

Hier baut man einen neuen Bahnhof. Hier wird ein neuer Bahnhof gebaut.

Man braut in Deutschland gutes Bier. In Deutschland wird gutes Bier gebraut.

• Alle anderen Satzglieder bleiben dagegen unverändert:

o Dativ-Ergänzung bleibt Dativ-Ergänzung.

Das unpersönliche Pronomen " es " steht häufig in Passivsätzen, in denen der Täter (Aktivsatz =
Akkusativ-Ergänzung) nicht genannt wird. "Es" darf aber nur auf Position 1 stehen und dient
alleinig als Platzhalter!

2
Aktivsatz Passivsatz

Mir wird geholfen.


Mein Vater hilft mir.
Es wird mir geholfen.

Dem Lehrer wird nicht geantwortet.


Die Schüler antworten dem Lehrer nicht.
Es wird dem Lehrer nicht geantwortet.

Dem Redner wird nicht zugehört.


Niemand hört dem Redner zu.
Es wird dem Redner nicht zugehört.

o Präpositional-Ergänzung bleibt Präpositional-Ergänzung.

Auch Präpositional-Ergänzungen bleiben in Passivsätzen unverändert.

Aktivsatz Passivsatz

Über Politik wird diskutiert.


Man diskutiert über Politik.
Es wird über Politik diskutiert.

Gegen die Armut wird gekämpft.


Die Menschen kämpfen gegen die Armut.
Es wird gegen die Armut gekämpft.

Auf gutes Wetter wird gewartet.


Die Bauern warten auf gutes Wetter.
Es wird auf gutes Wetter gewartet.

o Angaben bleiben Angaben.

Freiwillige Angaben im Satz bleiben in Passivsätzen ebenfalls unverändert. Dazu gehören


beispielsweise Temporal-, Modal-, Finalangaben etc.

Aktivsatz Passivsatz

Morgen wird ein Test geschrieben.


Morgen schreiben wir einen Test.
Es wird morgen ein Test geschrieben.

Die Menschen kämpfen täglich um mehr Täglich wird um mehr Freiheit gekämpft.
Freiheit. Es wird täglich um mehr Freiheit gekämpft.

Sehnsüchtig wird auf Regen gewartet.


Die Bauern warten sehnsüchtig auf Regen.
Es wird sehnsüchtig auf Regen gewartet.

o Tempus bleibt Tempus.

Die Tempusform des Aktivsatzes wird natürlich übernommen.

Aktivsatz Passivsatz

Morgen schreiben wir einen Test. Morgen wird ein Test geschrieben.

Sie kämpften täglich um mehr Freiheit. Täglich wurde um Freiheit gekämpft.

Die Bauern haben auf den Regen gewartet. Auf den Regen ist gewartet worden.

3
3) Die Zeitformen

• Passiv Präsens

werden + Partizip II

Position 1 werden Mittelfeld Partizip II

Das Auto wird in Wolfsburg gebaut.

In Bayern wird das Oktoberfest im September eröffnet.

In Köln wird über Karneval geschunkelt.

Im Herbst werden die Kartoffeln geerntet.

• Passiv Präteritum

Zur Bildung des Präteritums verwendet man die Präteritumsform von " werden ".

wurden + Partizip II

Position 1 werden Mittelfeld Partizip II

Das Auto wurde in Wolfsburg gebaut.

In Bayern wurde das Oktoberfest eröffnet.

In Köln wurde über Karneval geschunkelt.

Im Herbst wurden die Kartoffeln geerntet.

• Passiv Perfekt
Zur Bildung des Perfekts wird ein weiteres Hilfsverb benötigt. Das Hilfsverb "sein" zeigt das Perfekt an.
Das Partizip II von "werden" ist "geworden". Das "ge" entfällt bei der Bildung des Perfekts.

sein + Partizip II + worden

Position 1 werden Mittelfeld Partizip II

Das Auto ist in Wolfsburg gebaut worden.

In Bayern ist das Oktoberfest eröffnet worden.

In Köln ist über Karneval geschunkelt worden.

Im Herbst sind die Kartoffeln geerntet worden.

• Passiv Plusquamperfekt

Zur Bildung des Plusquamperfekts wird die Präteritumsform des Hilfsverbs "sein" benutzt.

waren + Partizip II + worden

4
Position 1 werden Mittelfeld Partizip II

Das Auto war in Wolfsburg gebaut worden.

In Bayern war das Oktoberfest eröffnet worden.

In Köln war über Karneval geschunkelt worden.

Im Herbst waren die Kartoffeln geerntet worden.

• Passiv Futur I
Zur Bildung des Futurs I wird das Hilfsverb "sein" durch das neue Hilfsverb "werden ersetzt. Das
Passivhilfsverb "werden" wird im Infinitiv an das Satzende gestellt.

werden + Partizip II + werden

Position 1 werden Mittelfeld Partizip II

Das Auto wird in Wolfsburg gebaut werden.

In Bayern wird das Oktoberfest eröffnet werden.

In Köln wird über Karneval geschunkelt werden.

Im Herbst werden die Kartoffeln geerntet werden.

• Passiv Futur II (selten)

werden + Partizip II + worden + sein

Position 1 werden Mittelfeld Partizip II

Das Auto wird wohl in Wolfsburg gebaut worden sein.

In Bayern wird wohl das Oktoberfest eröffnet worden sein.

In Köln wird wohl über Karneval geschunkelt worden sein.

Im Herbst werden wohl die Kartoffeln geerntet worden sein.

4) Das Passiv mit Modalverben

• Präsens Passiv mit Modalverben

Modalverb + Partizip II + werden

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verben 2

Das Auto soll in Wolfsburg gebaut werden.

In Bayern muss das Oktoberfest im September eröffnet werden.

In Köln darf über Karneval geschunkelt werden.

Im Herbst müssen die Kartoffeln geerntet werden.

5
• Präteritum Passiv mit Modalverben

Modalverb Präteritum + Partizip II + werden

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verben 2

Das Auto sollte in Wolfsburg gebaut werden.

In Bayern konnte das Oktoberfest im September eröffnet werden.

In Köln durfte über Karneval geschunkelt werden.

Im Herbst mussten die Kartoffeln geerntet werden.

• Perfekt Passiv mit Modalverben

haben + Partizip II + werden + Modalverb

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verben 2

Das Auto hat in Wolfsburg gebaut werden müssen.

In Bayern hat das Oktoberfest eröffnet werden können.

In Köln hat über Karneval geschunkelt werden dürfen.

Im Herbst haben die Kartoffeln geerntet werden müssen.

• Plusquamperfekt Passiv mit Modalverben

hatten + Partizip II + werden + Modalverb

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verben 2

Das Auto hatte in Wolfsburg gebaut werden müssen.

In Bayern hatte das Oktoberfest eröffnet werden können.

In Köln hatte über Karneval geschunkelt werden dürfen.

Im Herbst hatten die Kartoffeln geerntet werden müssen.

• Futur I Passiv mit Modalverben

werden + Partizip II + werden + Modalverb

Position 1 werden Mittelfeld Partizip II

Das Auto wird in Wolfsburg gebaut werden müssen.

In Bayern wird das Oktoberfest eröffnet werden können.

In Köln wird über Karneval geschunkelt werden dürfen.

Im Herbst werden die Kartoffeln geerntet werden müssen.

6
Nicht passivfähige Verben

1) Was man über nicht passivfähige Verben wissen sollte.

Das Passiv kann mit fast allen Verben mit Akkusativ-Ergänzung gebildet werden. Mit einigen Verben kann das

Passiv jedoch nicht gebildet werden. Dazu gehören fast alle Verben, die im Perfekt mit dem Hilfsverb „sein“

gebildet werden. Es gibt noch weitere Ausnahmen.

2) Nicht passivfähige Verben

• Verben der Fortbewegung

gehen: Wir gehen jetzt nach Hause.

laufen: Die Touristen laufen geschwind zum Bahnhof.

schlendern: Das Paar schlendert Hand in Hand durch die Straßen.

• Verben der Zustandsveränderung

auf|wachen: Morgen wachen wir alle sehr früh auf.

durch|fallen: Viele Studenten sind durchgefallen.

wachsen: Die Kinder wachsen schnell heran.

• Die Verbgruppe mit " sein "

bedeuten Was bedeutet das?

dar|stellen: Was stellt das Bild dar?

• Alle reflexiven Verben

sich putzen: Die Kinder putzen sich 2 x täglich die Zähne.

sich waschen: Die Arbeiter waschen sich ihre schmutzigen Hände.

• Unpersönliche Verben, die mit " es " gebildet werden

frieren: Es friert.

es gibt: Auf der Straße gibt es nur Blinde.

regnen: Jetzt regnet es schon den ganzen Tag.

1
• Die Verbgruppe mit " wissen "

erfahren: Wie hast du ihre Adresse erfahren?

kennen: Woher kennst du Claudia Schiffer?

wissen: Woher weißt du das?

• Modalverben als Vollverben

dürfen: Frauen dürfen alles, Männer nichts.

können: Kannst du Chinesisch?

• Verben mit einer Mengenangabe als Akkusativ-Ergänzung

enthalten: Die Flasche ist leer. Sie enthält nichts.

kosten: Wie viel kostet das Buch?

wiegen: Wie viel wiegt der Kürbis?

• Die Verbgruppe mit " haben / bekommen "

behalten: Du kannst dir das Geld behalten.

bekommen: Schatz, ich muss dir was sagen. Wir bekommen ein Baby.

besitzen: Der Landwirt besitzt viele Schweine.

haben: Hast du Geschwister? - Nein, keine.

kriegen: Kinder kriegen meistens ihren Willen.

2
Zustandspassiv

1) Was man über das Zustandspassiv wissen sollte.

Das Vorgangspassiv stellt ein Geschehen, einen Vorgang dar. Es beschreibt eine Veränderung. Beim
Zustandspassiv, auch sein-Passiv genannt, ist dieser Vorgang beendet. Er ist abgeschlossen. Das
Zustandspassiv zeigt somit einen erreichten Zustand, ein abgeschlossenes Ereignis an und ist das
Ergebnis eines vorausgegangenen Vorgangs. Das Agens entfällt weitgehend. Das Zustandspassiv kann nur
mit transitiven Verben gebildet werden. Diese Verben müssen darüber hinaus eine Handlung ausdrücken,
die zu einem neuen Zustand führen.

Vorgangspassiv abgeschlossene Handlung


Aktivsatz
Präsens Passiv Perfekt Zustandspassiv
Die Tür wird Die Tür ist geschlossen
Kai schließt die Tür. Die Tür ist geschlossen.
geschlossen. worden.

Ute schließt die Die Türen werden Die Türen sind


Die Türen sind geschlossen.
Türen. geschlossen. geschlossen worden.

Der Arzt operiert den Der Patient wird Der Patient ist operiert
Der Patient ist operiert.
Patienten. operiert. worden.

Rolf repariert das Das Auto wird Das Auto ist repariert
Das Auto ist repariert.
Auto. repariert. worden.

2) Die Bildung des Zustandspassivs

Das Zustandspassiv wird mit dem Hilfsverb sein und dem Partizip II gebildet:

sein + Partizip II

• Das Geschäft ist schon seit zwei Tagen wegen Krankheit geschlossen.
• Diese Kellertür ist schon seit ewigen Zeiten verriegelt. Sie lässt sich nicht mehr öffnen.

3) Die Zeitformen

Es gibt drei Zeitformen: Präsens, Präteritum und Futur I.

Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II Hilfsverb 2

Das Auto ist bereits repariert.


Präsens
Die Betten sind bereits gemacht.

Das Auto war schon repariert.


Präteritum
Die Betten waren schon gemacht.

Das Auto wird morgen repariert sein.


Futur I
Die Betten werden auch morgen gemacht sein.

1
Passiversatzformen

1) Was man über Passiversatzformen wissen sollte.

In Passivsätzen ist die handelnde Person (Agens) nicht wichtig und wird in der Regel weggelassen. Um eine

Häufung von Passivkonstruktionen zu vermeiden, können Ersatzformen verwendet werden. Obwohl es sich bei

den Ersatzformen um Aktivsätze handelt, geben sie keine Auskunft über die handelnden Personen.

2) Die Ersatzformen

• Unpersönliche Pronomen

Die einfachste Form das Passiv zu umschreiben und die handelnde Person nicht zu benennen, ist die

Benutzung unpersönlicher Pronomen wie, " man " und " jemand ". (zählt jedoch nicht zu den

klassischen Passiversatzformen)

Position 1 Hilfsverb Mittelfeld Partizip II

Hermann putzt gerade die Schuhe.


Aktivsatz
Maria kocht die Suppe.

Die Schuhe werden gerade geputzt.


Passiv
Die Suppe wird gekocht.

Man putzt gerade die Schuhe.


man
Jemand kocht die Suppe.

• sich lassen + Infinitiv

Diese Form ist eine Umschreibung des Passivs mit dem modalen Aspekt von " können ".

Position 1 Verb Mittelfeld Verb Hilfsverb

Hercules kann das Tor nicht öffnen.


Aktivsatz
Die Männer können den Tisch nicht bewegen.

Das Tor kann nicht geöffnet werden.


Passiv
Der Tisch kann nicht bewegt werden.

Das Tor lässt sich nicht öffnen.


s. lassen + Infinitiv
Der Tisch lässt sich nicht bewegen.

1
• sein + Adjektivendung auf -bar oder -lich

Diese Form ist ebenfalls eine Umschreibung des Passivs mit dem modalen Aspekt von " können ".

Position 1 Verb Mittelfeld Verb Hilfsverb

Die Arbeiter können die Aufgabe nicht lösen.


Aktivsatz
Der Schüler kann sehr schön schreiben.

Die Aufgabe kann nicht gelöst werden.


Passiv
Die Schrift kann sehr gut gelesen werden.

Die Aufgabe lässt sich nicht lösen.


s. lassen + Inf.
Die Schrift lässt sich sehr gut lesen.

Die Aufgabe ist nicht lösbar.


sein + Adjektiv
Die Schrift ist gut leserlich.

• sein + zu + Infinitiv

Diese Form ist eine Umschreibung des Passivs mit den modalen Aspekten von "können oder "müssen"

sowie nicht können, nicht müssen, nicht wollen und nicht dürfen.

Position 1 Verb Mittelfeld Verb

Gustav will das Auto nicht verkaufen.


Aktivsatz
Sie müssen die Rechnung sofort bezahlen.

Das Auto ist nicht zu verkaufen.


sein + zu + Infinitiv
Die Rechnung ist sofort zu bezahlen.

• bekommen-Gruppe + Partizip II

Diese Form wird oft in der Umgangssprache angewendet. Sie kann nur mit Verben gebildet werden, die

eine Dativ- und Akkusativ-Ergänzung besitzen.

Position 1 Verb Mittelfeld Verb

Die Tante schenkt dem Kind 100 Euro.


Aktivsatz
Der Lehrer erklärt den Schülern die Grammatik.

Dem Kind werden 100 Euro geschenkt.


Passiv
Den Schülern wird das Passiv erklärt.

Das Kind kriegt 100 Euro geschenkt.


bekommen + Infinitiv
Die Schüler bekommen das Passiv erklärt.

2
Indirekte Rede / Konjunktiv I

1) Was man über den Konjunktiv I wissen sollte.

Der Konjunktiv I wird in der indirekten Rede verwendet. In der indirekten Rede gibt ein Sprecher eine

Äußerung eines anderen Sprechers wieder, ohne sie wörtlich zu wiederholen.

• direkte Rede: Der Präsident sagt: "Ich werde die Steuern senken."

• indirekte Rede: Der Reporter berichtet: Der Präsident sagte, er werde die Steuern senken.

Der Sprecher ist in diesem Fall der Präsident. Seine Äußerung "Ich werde die Steuern senken." gibt der

Reporter indirekt wieder und berichtet, dass der Präsident die Steuern senken werde. Bei der indirekten Rede

muss man allerdings zwischen privaten und offiziellen Aussagen unterscheiden.

• Im privaten Bereich (Freunde, Familie) wird der Konjunktiv kaum angewandt. Man benutzt den

Indikativ und einen Nebensatz, der mit dass eingeleitet wird.

o direkte Rede: Tom sagt zu Ute: "Ich liebe dich."

o indirekte Rede: Toms Bruder sagt zu Utes Schwester: Tom hat zu Ute gesagt, dass er sie liebt.

• Der Konjunktiv findet in der indirekten Rede ausschließlich in öffentlichen Berichten Verwendung, wie

zum Beispiel in den Nachrichten von Funk und Fernsehen, Zeitungsberichten, politische Reden etc.

o direkte Rede: Der Polizeisprecher sagt: "Der Täter ist gefasst."

o indirekte Rede: Die Zeitung schreibt: Der Polizeisprecher sagte, dass der Täter gefasst sei.

2) Satzeinleitende Verben und Nomen

Damit Zuhörende erkennen, dass eine Äußerung indirekt wiedergegeben wird, muss die indirekte Rede durch ein

Verb des Sagens / Fragens / Denkens oder durch ein entsprechendes Nomen eingeleitet werden.

• Verben, die eine indirekte Rede einleiten:

antworten, äußern, behaupten, berichten, denken, erklären, fragen, glauben, meinen, sagen etc.

- Der Minister antwortete, dass er den Bericht so nicht akzeptieren könne.


- Der Regierungssprecher erklärte, der Minister sei sich der Umweltproblematik bewusst.

• Nomen, die eine indirekte Rede einleiten:

die Antwort, die Aussage, die Äußerung, die Behauptung, die Erklärung, die Frage etc.

- Die Antwort des Ministers habe lange auf sich warten lassen.
- Seine Äußerungen seien eine Zumutung für alle Anwesenden gewesen.

1
3) Bildung der Gegenwartsformen

Der Konjunktiv I wird gebildet durch Verbstamm + Konjunktiv-Endung:

Pronomen Endung Infinitiv Stamm Stamm + Endung

ich -e gehen geh geh e

du -est gehen geh geh est

man -e gehen geh geh e

wir -en gehen geh geh en

ihr -et gehen geh geh et

Sie / sie -en gehen geh geh en

Die 1. Person Singular " ich " ist im Konjunktiv I mit dem Indikativ übereinstimmend, sodass kein Unterschied

zwischen diesen beiden Formen zu erkennen ist. Deshalb werden in der indirekten Rede die Ersatzformen des

Konjunktiv II benutzt, damit erkennbar ist, dass es sich um eine indirekte Rede handelt. Ausnahmen bilden nur

die Modalverben und das Verb "sein".

Der Gebrauch des Konjunktiv I in der 2. Person Singular " du " ist mittlerweile veraltet und wird in der Praxis

kaum noch angewandt. Auch hier werden die Ersatzformen des Konjunktiv II angewandt.

Die 3. Person Singular " man / er / sie / es " ist die einzige Form, die durchgängig im Konjunktiv I benutzt wird.

Sie ist sehr einfach, denn man nehme den Infinitiv und streiche die Endung " -n " und schon ist der Konjunktiv I

gebildet.

Im Plural werden für alle Personen die Ersatzformen des Konjunktiv II angewandt. Einzige Ausnahme ist

wiederum das Verb "sein".

Folgende Tabelle zeigt auf, welche Konjunktivformen bei welchen Personen angewandt werden:

blau = Konjunktiv I

rot = Konjunktiv II

sein haben werden Modalverben andere Verben

ich sei hätte würde könne würde gehen

hättest würdest
du sei(e)st könntest würdest gehen
habest werdest

er / sie / es sei habe werde könne gehe

wir seien hätten würden könnten würden gehen

ihr sei(e)t hättet würdet könntet würdet gehen

Sie / sie seien hätten würden könnten würden gehen

2
4) Weitere Veränderungen bei der Bildung der indirekten Rede

• Die indirekte Rede steht immer in derselben Zeit wie die entsprechende direkte Rede, unabhängig von

der Zeitform, in der das Verb des redeeinleitenden Satzes steht:

direkte Rede: Peter sagt: "Ich werde Petra immer lieben".

indirekte Rede: Peter sagt, er werde Petra immer lieben.

indirekte Rede: Peter sagte, er werde Petra immer lieben.

indirekte Rede: Peter hat gesagt, er werde Petra immer lieben.

indirekte Rede: Peter hatte gesagt, er werde Petra immer lieben.

• Die indirekte Rede kann mit einem dass-Satz (Nebensatz) eingeleitet werden:

direkte Rede: Klaus sagt: "Ich muss täglich 10 Stunden arbeiten".

indirekte Rede: Klaus sagt, er müsse täglich 10 Stunden arbeiten.

indirekte Rede: Klaus sagte, dass er täglich 10 Stunden arbeiten müsse.

• In der indirekten Rede ändern sich die Pronomen sinngemäß:

direkte Rede: Ute sagt: "Mein Sohn nimmt ohne mich zu fragen mein Auto".

indirekte Rede: Ute sagte, ihr Sohn nehme ohne sie zu fragen ihr Auto.

indirekte Rede: Ute sagte, dass ihr Sohn ohne sie zu fragen ihr Auto nehme.

• Adverbiale Angaben des Ortes oder der Zeit müssen in der indirekten Rede sinngemäß geändert

werden:

direkte Rede: Kai sagt: "Hier in Kiel ist es heute sehr warm".

indirekte Rede: Kai sagte, dort in Kiel sei es gestern sehr warm gewesen.

indirekte Rede: Kai sagte, dass es gestern dort in Kiel sehr warm gewesen sei.

5) Fragen in der indirekten Rede

Eine direkte Frage wird in der indirekten Frage als Nebensatz wiedergegeben. Bei Fragen ohne Fragewort (Ja- /

Nein- Fragen) wird die Konjunktion " ob " verwendet, bei Fragen mit Fragewort (W-Fragen) wird dasselbe

Fragewort als Einleitung des Nebensatzes verwendet:

direkte Ja-/ Nein- Frage: Otto fragt Susi: "Darf ich dich küssen?".

indirekte Ja-/ Nein- Frage: Otto hat Susi gefragt, ob er sie küssen dürfe.

direkte W-Frage: Otto fragt Susi: "Warum willst du mich nicht heiraten?".

indirekte W-Frage: Otto hat Susi gefragt, warum sie ihn nicht heiraten wolle.

3
6) Imperativ in der indirekten Rede

Der Imperativ in der indirekten Rede wird durch Modalverben wiedergegeben. "Sollen" gebraucht man bei einer

Aufforderung oder einem Befehl. "Mögen" gebraucht man bei einer höflichen Bitte.

direkter Imperativ: Der Ehemann fordert: "Beeil dich mal ein bisschen"!

indirekter Imperativ: Er verlangt von ihr, sie solle sich ein bisschen beeilen.

indirekter Imperativ: Er hat zu ihr gesagt, dass sie sich ein bisschen beeilen möge.

7) Bildung der Vergangenheit

In der indirekten Rede gibt es nur eine Vergangenheit. Basis bilden die Perfektformen von haben / sein:

Konjunktivformen von haben / sein + Partizip II

Infinitiv direkte Rede indirekte Rede

er versprach,
versprechen er hat versprochen, er habe versprochen

er hatte versprochen

er fuhr,
fahren er ist gefahren, er sei gefahren
er war gefahren

Sofern das Verb im Perfekt mit dem Hilfsverb "haben" gebildet wird, werden selbstverständlich alle anderen

Personen mit den Konjunktivformen des Hilfsverbs "haben" gebildet (siehe Bildung Konjunktiv I). Die

Konjunktiv I-Formen des Hilfsverbs "sein" werden ebenso übernommen:

Infinitiv direkte Rede indirekte Rede

ich versprach,
versprechen ich habe versprochen, ich hätte versprochen

ich hatte versprochen

ich fuhr,
fahren ich bin gefahren, ich sei gefahren

ich war gefahren

Auch bei der Bildung der Vergangenheit mit Modalverben wird als Basis das Perfekt benutzt:

Infinitiv direkte Rede indirekte Rede

Er wollte die Arbeit machen.


wollen Er hat die Arbeit machen wollen. Er habe die Arbeit machen wollen.

Er hatte die Arbeit machen wollen.

4
8) Das Futur in der indirekten Rede

• Futur I

Die indirekte Rede des Futur I bildet man wie folgt:

Konjunktivformen von "werden" + Infinitiv

ich würde gehen, du würdest gehen, er werde gehen, ...

• Futur II

Die indirekte Rede des Futur II bildet man wie folgt:

Konjunktivformen von "werden" + Infinitiv Perfekt

ich würde gegangen sein, du würdest gegangen sein, er werde gegangen sein, ...
ich würde gearbeitet haben, du würdest gearbeitet haben, er werde gearbeitet haben, ...

9) Das Passiv in der indirekten Rede

• Passiv Gegenwart

Passiv + Gegenwart bildet man wie folgt:

Konjunktivformen von "werden" + Partizip II

ich würde operiert, du würdest operiert, er werde operiert, ...

• Passiv Vergangenheit

Passiv + Vergangenheit bildet man wie folgt:

Konjunktivformen von "sein" + Partizip II + worden

ich sei operiert worden, du seiest operiert worden, er sei operiert worden, ...

• Passiv Zukunft

Passiv + Zukunft bildet man wie folgt:

Konjunktivformen von "werden" + Partizip II + werden

ich würde operiert werden, du würdest operiert werden, er werde operiert werden, ...

5
Konjunktiv II

1) Was man über den Konjunktiv II wissen sollte.

Der Indikativ bezeichnet eine wirkliche, eine reale Welt, die man sehen, tasten, riechen, schmecken oder hören

kann. Diese Welt kann stattfinden:

Indikativ Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

in der Gegenwart: Der Lehrer erklärt den Schülern den Konjunktiv II.

in der Vergangenheit: Der Lehrer erklärte den Schülern den Konjunktiv II

in der Zukunft: Der Lehrer wird den Schülern den Konjunktiv II erklären.

im Passiv: Den Schülern wird der Konjunktiv II erklärt.

Mit dem Konjunktiv II verlassen wir die reale Welt und widmen uns der irrealen Welt. Die irreale Welt ist das

Reich der Phantasien, der Vorstellungen, der Wünsche, der Träume, der irrealen Bedingungen und Vergleiche,

aber auch der Höflichkeit. Diese gedachten, angenommenen oder möglichen Sachverhalte, die nicht real sind

und nicht existieren, werden mit dem Konjunktiv II gebildet.

Konjunktiv II = Traumwelt, nicht real


Indikativ = reale Welt
Verb 1 Subj. Mittelfeld Verb 2

Ich bin immer allein. Wäre ich doch nicht immer alleine.

Ich habe keine Freunde. Hätte ich doch nur ein paar Freunde.

Ich wohne in einer Holzhütte. Würde ich doch nur in einem Palast wohnen.

Ich kann nicht in Urlaub fahren. Könnte ich doch bloß in Urlaub fahren.

Ich gewinne nicht im Lotto. Würde ich doch endlich im Lotto gewinnen.

In den Beispielen sieht die reale Welt wirklich sehr trist aus. Die Wunschwelt im Konjunktiv II dagegen ist rosig.

Die Wunschwelt zeigt das Gegenteil der tristesten realen Welt, bleibt aber wahrscheinlich ein Traum und somit

irreal.

2) Die Bildung in der Gegenwart

Man hat 2 Möglichkeiten, den Konjunktiv II zu bilden:

• würde + Infinitiv

• Verbformen des Konjunktiv II

1
3) Die Bildung des Konjunktiv II mit würde + Infinitiv

Die meisten Verben benutzen das Hilfsverb " werden ", um den Konjunktiv II zu bilden. " Werden " muss aber
verändert werden, damit es den Konjunktiv II anzeigt. Die Form des Konjunktiv II wird vom Präteritum
abgeleitet: werden = " wurden ". Die Präteritumsform "wurden" erhält einen Umlaut " würden ".

würden + Infinitiv

Singular würden Plural

1. Person ich würde wir würden [Link]

2. Person du würdest ihr würdet [Link]

3. Person er / sie / es würde Sie / sie würden [Link]

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Indikativ Eva kauft teure Schuhe.

Konjunktiv II Ihr Mann würde die teuren Schuhe nicht kaufen.

Indikativ Susanne fährt ohne Geld in Urlaub.

Konjunktiv II Ihre Freundin würde nicht ohne Geld in Urlaub fahren.

Indikativ Der Angestellte kommt jeden Tag zu spät zur Arbeit.

Konjunktiv II Seine Kollegen würden nicht zu spät zur Arbeit kommen.

Der Konjunktiv II bildet eine gegenteilige Meinung zum Indikativ. Daher muss einer der beiden Sätze verneint
werden.

4) Die Bildung des Konjunktiv II mit den Verbformen

Alle Verben bilden auch eine eigene Konjunktiv II-Form, die ohne das Hilfsverb " würden " gebildet wird. Bei den
regelmäßigen Verben ist allerdings der Konjunktiv II mit dem Indikativ Präteritum identisch, da diese Verben
keinen Umlaut bilden können. Aus diesem Grund wird bei den meisten Verben der Konjunktiv II mit dem Hilfsverb
gebildet. Nur bei wenigen Verben benutzt man die eigene Konjunktiv II-Form. Die Bildung bleibt wie beim Verb
"werden" gleich:

Präteritumform + Umlaut

Zu den wenigen Verben, die immer den Konjunktiv II in der Originalform verwenden, gehören:

• die Modalverben

Infinitiv Präteritum Konj. II ich / er/sie/es du wir / Sie/sie ihr

dürfen durften dürften dürfte dürftest dürften dürftet

können konnten könnten könnte könntest könnten könntet

mögen mochten möchten möchte möchtest möchten möchtet

müssen mussten müssten müsste müsstest müssten müsstet

sollen * sollten * sollten sollte solltest sollten solltet

wollen * wollten * wollten wollte wolltest wollten wolltet

* "wollen" und "sollen" bilden im Konjunktiv II keinen Umlaut!!!

2
• alle Hilfsverben sowie einige unregelmäßige Verben, die häufig benutzt werden.

Infinitiv Präteritum Konj. II ich / er, sie, es du wir / Sie, sie ihr

sein waren wären wäre wär(e)st wären wäret

haben hatten hätten hätte hättest hätten hättet

werden wurden würden würde würdest würden würdet

finden fanden fänden fände fändest fänden fändet

gehen gingen gingen ginge gingest gingen ginget

kommen kamen kämen käme kämest kämen käm(e)t

lassen ließen ließen ließe ließest ließen ließet

schlafen schliefen schliefen schliefe schliefest schliefen schlief(e)t

wissen wussten wüssten wüsste wüsstet wüssten wüsstet

5) Konjunktiv II der Vergangenheit

Es gibt nur eine Vergangenheit im Konjunktiv II gegenüber den drei Vergangenheitsformen im Indikativ. Als
Basis dient die Perfektform: "haben / sein + Partizip II", wobei die Hilfsverben die Konjunktiv II-Formen " hätten "
bzw. " wären " erhalten.

wären / hätten + Partizip II

Position 1 Verb1 Mittelfeld Verb 2

Perfekt Die Frau ist immer zu spät gekommen.

Präteritum Die Frau kam immer zu spät.

Plusquamperfekt Die Frau war immer zu spät gekommen.

Konj. II der Verg. Die Frau wäre nicht zu spät gekommen.

Perfekt Der Mann hat kein neues Auto gekauft.

Präteritum Der Mann kaufte kein neues Auto.

Plusquamperfekt Der Mann hatte kein neues Auto gekauft.

Konj. II der Verg. Der Mann hätte ein neues Auto gekauft.

6) Konjunktiv II der Vergangenheit mit Modalverben

Die Modalverben bilden den Konjunktiv II der Vergangenheit mit dem Hilfsverb haben im Konjunktiv II sowie

einem "doppelten Infinitiv". Das Modalverb wird an das Satzende gestellt.

hätten + Infinitiv + Modalverb im Infinitiv

3
Position 1 Verb 1 Mittelfeld Infinitiv Infinitiv

Präteritum Oscar musste gestern arbeiten.

Perfekt Oscar hat gestern arbeiten müssen.

Konj. II mit Modalverb Oscar hätte gestern arbeiten müssen.

Präteritum Lena durfte nach Köln fahren.

Perfekt Lena hat nach Köln fahren dürfen.

Konj. II mit Modalverb Lena hätte nach Köln fahren dürfen.

!!! Vorsicht !!!

Der Konjunktiv II zeigt immer das Gegenteil vom Indikativ an! Im Perfekt und Präteritum (Indikativ) hat Oscar

gearbeitet und Lena ist nach Köln gefahren. Im Konjunktiv II der Vergangenheit hat Oscar nicht gearbeitet, hätte

es aber tun sollen und Lena war nicht in Köln, hätte aber fahren dürfen!

7) Konjunktiv II und Passiv

• Konjunktiv II der Gegenwart plus Passiv.

Diese Konstruktion wird so gebildet:

würden + Partizip II + werden

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Partizip II werden

Aktivsatz Der Lehrer korrigiert bald den Test.

Passivsatz Der Test wird bald korrigiert.

Konj. II mit Passiv Der Test würde bald korrigiert werden.

Aktivsatz Karmen schließt jetzt das Tor.

Passivsatz Das Tor wird jetzt geschlossen.

Konj. II mit Passiv Das Tor würde jetzt geschlossen werden.

• Konjunktiv II der Vergangenheit plus Passiv.

Diese Konstruktion wird so gebildet:

wären + Partizip II + worden

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Partizip II worden

Aktivsatz Urmel reparierte gestern das Auto.

Passivsatz Das Auto wurde gestern repariert.

Konj. II mit Passiv Das Auto wäre gestern repariert worden.

Aktivsatz Karsten hat den Schlüssel gefunden.

Passivsatz Der Schlüssel ist gefunden worden.

Konj. II mit Passiv Der Schlüssel wäre gefunden worden.

Vorsicht! In diesen Beispielen ist im Konjunktiv II weder das Auto repariert, noch der Schlüssel gefunden!

4
Konjunktiv II der Höflichkeit

1) Was man über den Konjunktiv II der Höflichkeit wissen sollte.

Überall dort, wo Fremde auf Fremde treffen, wie zum Beispiel:

• im Restaurant,
• in der Kneipe,
• beim Einkaufen,
• im Geschäft,
• auf der Straße,
• auf der Bank,
• auf der Post,
• am Bahnhof,
• unter Arbeitskollegen ...

gibt es bestimmte Höflichkeitsregeln, die man beachten sollte,

• um höflich mit anderen in Kontakt zu treten,


• um höflich etwas zu fragen,
• um höflich eine Bitte zu formulieren,
• um höflich um einen Gefallen zu bitten oder
• um höflich eine Auskunft zu erfragen.

In all den genannten Situationen findet der Konjunktiv II der Höflichkeit seine Anwendung. Dies sind also Orte

oder Situationen, wo man sich formell gegenübertritt und sich "siezt". Allerdings hindert sie niemand daran, auch

mit Freunden oder Familienmitgliedern besonders höflich umzugehen. Selbstverständlich gilt es auch, die

Höflichkeit durch Intonation, Gestik und Mimik abzurunden. Es ist einfach eine Frage der persönlichen Etikette,

wie man sich selbst verkaufen möchte.

2) Höfliche Fragen

Der " Konjunktiv II ", die " Modalverben " sowie das Wort "bitte" machen jede Frage / Bitte höflicher.

Funktion Beispiele

ohne Verb
Tür zu!
sehr unhöflich

Imperativ Mach die Tür zu!


nicht freundlich Mach bitte die Tür zu.

Frage Machst du bitte die Tür zu?

freundlich Kannst du bitte die Tür zu machen?

Konjunktiv II + Frage Würdest du bitte die Tür zumachen?


viel freundlicher Wärst du so nett und machst die Tür zu?

Dürfte ich dich bitten, die Tür zuzumachen?


Konjunktiv II + Modalverb
Könntest du bitte die Tür zumachen?
sehr freundlich
Wärst du so freundlich und könntest die Tür zumachen?

1
Funktion Beispiele

ohne Verb
3 Bier!
sehr unhöflich

Imperativ
Bringen Sie 3 Bier!
unhöflich

Partikel Bringen Sie uns doch noch 3 Bier.

ein bisschen freundlicher Bringen Sie uns bitte noch 3 Bier.

Konjunktiv II + Frage Würden Sie uns bitte noch 3 Bier bringen?

viel freundlicher Wir hätten noch gern 3 Bier.

Dürfte ich Sie bitten, uns noch 3 Bier zu bringen?


Konjunktiv II + Modalverb
Könnten Sie uns bitte noch 3 weitere Bier bringen?
sehr freundlich
Wären Sie so freundlich und könnten uns noch 3 Bier bringen?

3) Höfliche Bitte

Die Partikel " vielleicht ", " (ein)mal " und " gern " macht eine Bitte noch höflicher. Beispiele:

• Ich hätte gern noch zwei Bier.


• Könntest du mir vielleicht mal helfen?

• Könntest du mir bitte mal den Salzstreuer reichen?


• Hättest du vielleicht einen Augenblick Zeit für mich?
• Dürfte ich Sie mal um einen Gefallen bitten?

• Entschuldigung. Hätten Sie vielleicht mal die genaue Uhrzeit?

• Entschuldigen Sie bitte. Könnten Sie mir vielleicht die Uhrzeit sagen?

• Entschuldigen Sie bitte. Könnten Sie mir vielleicht den Weg zum Bahnhof erklären?

2
Konjunktiv II: Ratschläge geben

1) Was man sollte, wenn man Ratschläge geben möchte.

Ratschläge können mit dem Imperativ formuliert werden, geben aber weitgehends einen Befehl weiter und hören
sich sehr unhöflich an. Geschickter formuliert sind Ratschläge, die mit dem Konjunktiv II gebildet werden. Sie
haben in der Regel keinen befehlenden Ton, sondern eher einen empfehlenden Charakter für einen Ratsuchenden.
Folgende Redemittel sind üblich:

Ich an deiner Stelle ...

Hans: "Meine Frau hat mich verlassen. Was soll ich jetzt nur machen?" -

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Jörg Ich an deiner Stelle würde mir noch heute eine Neue suchen.

Peter Ich an deiner Stelle würde ihr keine Träne hinterher weinen.

Siggi Ich an deiner Stelle würde sofort die Scheidung einreichen.

Bernhard Ich an deiner Stelle würde sie noch heute zum Essen einladen.

Tim Ich an deiner Stelle würde sie ein bisschen eifersüchtig machen.

Jens Ich an deiner Stelle würde ihr erneut deine Liebe zu ihr beweisen.

Hans: Danke meine Freunde. Welchen Ratschlag soll ich denn jetzt befolgen?

Wenn ich du wäre, ...

Klaus: "Müsst ihr auch täglich Überstunden leisten? –

NS = Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Gustav Wenn ich du wäre, würde ich mir sofort einen neuen Job suchen.

Ludwig Wenn ich du wäre, würde ich mal ein paar Tage krank feiern.

Sascha Wenn ich du wäre, würde ich mir die Überstunden ausbezahlen lassen.

Edgar Wenn ich du wäre, würde ich auch mal "nein" zum Chef sagen.

Heidi Wenn ich deine Frau wäre, würde ich mich über das viele Geld freuen.

Anne Wenn ich du wäre, würde ich mit meinem Chef darüber sprechen.

Konjunktiv II von sollen = sollten + Infinitiv

Hilde: Könntet ihr mir keinen guten Rat geben? Ich werde von Tag zu Tag dicker. -

Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Evelyn Du solltest viel mehr auf deine Ernährung achten.

Martina Du solltest dich auf jeden Fall mehr bewegen.

Sieglinde Du solltest nicht jeden Tag 12 Hamburger essen.

Doris Du solltest unbedingt eine strenge Diät machen.

Gerda Du solltest täglich im Schwimmbad einige Runden drehen.

Nadja Du solltest öfters ein Fitnessstudio besuchen.

1
Irreale Wünsche

1) Was man über irreale Wunschsätze wissen sollte.

Irreale Wünsche (irreale Wunschsätze) zeigen immer das Gegenteil des Indikativs an. Eine negative Realität in

einem Indikativsatz (Er hat kein Geld.) wird im Wunschsatz positiv dargestellt (Er hat Geld.) und umgekehrt. Oft

wird das gegenteilige Adjektiv + Komparativ benutzt (kalt = wärmer / faul = fleißiger). Um einen Wunschsatz

anzuzeigen, muss das Verb im Konjunktiv II stehen. In irrealen Wunschsätzen müssen die Modal-Partikeln " bloß

", " doch ", " nur ", oder eine Kombination dieser Partikel benutzt werden. Wunschsätze enden mit einem

Ausrufezeichen ( ! ). Es gibt 2 Möglichkeiten, Wunschsätze zu bilden:

Verb auf Position 1:

Wunschsatz // Verb = Position 1


Indikativ
Verb 1 Subjekt Mittelfeld Verb 2

Hier ist es so kalt. Wäre es doch nur wärmer!

Ich habe kein Geld. Hätte ich doch nur etwas Geld!

Die Putzfrau ist so faul. Wäre sie bloß etwas fleißiger!

Meine Tochter hatte einen Unfall. Wäre der Unfall doch nur nicht passiert!

Der Zug fährt so spät ab. Würde er doch nur früher abfahren!

Ich kann nicht nach Ulm fahren. Könnte ich doch bloß nach Ulm fahren!

Du hast ihm nicht geantwortet. Hättest du ihm doch eine Antwort gegeben!

Warum habe ich ihr zum Abschied ihr doch zum Abschied einen
Hätte ich gegeben!
keinen Kuss gegeben. Kuss

Nebensatz mit "wenn":

Wunschsatz = Nebensatz
Indikativ
Konjunktion Subjekt Mittelfeld Verben

Hier ist es so langweilig. Wenn es hier doch nur interessanter wäre!

Er hat keine Zeit für mich. Wenn er nur mehr Zeit für mich hätte!

Der Junge spricht so undeutlich. Wenn er doch nur deutlicher sprechen würde!

Der Zug kommt immer zu spät. Wenn er doch nur pünktlicher wäre!

Mein Hund Bello ist gestorben. Wenn Er doch noch leben würde!

Jenny kann nicht kochen. Wenn sie doch bloß besser kochen könnte!

Ich habe Erika nicht gesehen. Wenn ich sie doch nur gesehen hätte!

1
Irreale Bedingungssätze (Konditionalsätze)

1) Was man über irreale Bedingungssätze wissen sollte.

Es gibt reale Bedingungssätze (Indikativ):

• Wenn mein Freund meine Hilfe braucht, helfe ich ihm. (Präsens)
Ich helfe meinem Freund sofort, wenn er meine Hilfe braucht.
• Vergangenheit nicht möglich!

und irreale Bedingungssätze (Konjunktiv II):

• Wenn ich seine Hilfe bräuchte, würde er mir auch sofort helfen. (Präsens)
Er würde mir auch sofort helfen, wenn ich seine Hilfe brauchen würde.
• Wenn ich seine Hilfe gebraucht hätte, hätte er mir auch sofort geholfen. (Vergangenheit)
Er hätte mir auch sofort geholfen, wenn ich seine Hilfe gebraucht hätte.

Der Nebensatz wird mit wenn oder falls eingeleitet und formuliert die Bedingung.
Der Hauptsatz formuliert die Folge. Beispiel:

• Indikativ: Hans hat kein Geld, aber viele Schulden.


• Folge (Indikativ): Beate heiratet ihn nicht.
• (Indikativ) Bedingung: Beate sagt zu Hans: "Wenn du viel Geld hast, heirate ich dich."
• irrealer Bedingungssatz: Wenn Hans viel Geld hätte, würde Beate ihn heiraten.

Der irreale Bedingungssatz ist nur ein Gedankenspiel. Deshalb stehen HS und NS im Konjunktiv II und zeigen vom
Indikativ das Gegenteil an. Die Folge ( Sie heiratet ihn. ) wird wahrscheinlich nicht eintreten, da Hans in der
realen Welt kein Geld besitzt und dazu noch viele Schulden hat. Kein Geld, keine Beate, ist seine bittere Realität.

2) Bildung Gegenwart

Bei der Bildung von irrealen Bedingungssätzen ist darauf zu achten, dass:

• zuerst das Subjekt benannt wird (Rolf, Tom)


• und im zweiten Teil des Satzes das Subjekt mit Personalpronomen wiederholt wird,
• ein irrealer Bedingungssatz immer das Gegenteil vom Indikativ wiedergibt.
o Positiv wird negativ / Er hat ( ) Zeit. = Wenn er keine Zeit hätte, ...
o Negativ wird positiv / Er hat kein Geld. = Wenn er viel Geld hätte, ...
o Bei Adjektiven kann auch das gegenteilige Adjektiv benutzt werden, meist mit Komparativ.
(Er ist zu langsam. = Wäre er schneller, ...)

• Hauptsatz + Nebensatz

Indikativ Rolf hat keine Zeit. Er kommt nicht mit.

irreale Bedingung Rolf würde mitkommen, wenn er Zeit hätte.

Indikativ Tom läuft zu langsam. Deshalb kann er nicht gewinnen.

irreale Bedingung Tom könnte gewinnen, wenn er schneller laufen würde.

1
• Nebensatz + Hauptsatz

Indikativ Rolf hat keine Zeit. Deshalb kommt er nicht mit.

irreale Bedingung Wenn Rolf Zeit hätte, würde er mitkommen.

Indikativ Tom kann nicht gewinnen. weil er zu langsam läuft.

irreale Bedingung Wenn Tom schneller laufen würde, könnte er gewinnen.

• ohne " wenn "

Indikativ Weil Rolf keine Zeit hat, kommt er nicht mit.

irreale Bedingung Hätte Rolf Zeit, würde er mitkommen.

Indikativ Tom läuft zu langsam. Er kann nicht gewinnen.

irreale Bedingung Würde Tom schneller laufen, könnte er gewinnen

3) Bildung Vergangenheit

• Hauptsatz + Nebensatz

Indikativ Rolf hatte keine Zeit. Er ist nicht mitgekommen.

irreale Bedingung Rolf wäre mitgekommen, wenn er Zeit gehabt hätte.

Indikativ Tom ist zu langsam gelaufen. Deshalb konnte er nicht gewinnen.

irreale Bedingung Tom hätte gewinnen können, wenn er schneller gelaufen wäre.

• Nebensatz + Hauptsatz

Indikativ Rolf hatte keine Zeit. Er ist nicht mitgekommen.

irreale Bedingung Wenn Rolf Zeit gehabt hätte, wäre er mitgekommen.

Indikativ Tom konnte nicht gewinnen, weil er zu langsam lief.

irreale Bedingung Wenn Tom schneller gelaufen wäre, hätte er gewinnen können.

• ohne " wenn "

Indikativ Rolf hat keine Zeit gehabt. Er ist nicht mitgekommen.

irreale Bedingung Hätte Rolf Zeit gehabt, wäre er mitgekommen.

Indikativ Tom ist zu langsam gelaufen. Deshalb hat er nicht gewinnen können.

irreale Bedingung Wäre Tom schneller gelaufen, hätte er gewinnen können.

2
Irreale Vergleichssätze

1) Was man über irreale Vergleichssätze wissen sollte.

Irreale Vergleichssätze drücken einen Vergleich aus, der nicht real ist. Der Hauptsatz äußert eine reale

Feststellung und steht daher im Indikativ. Der Nebensatz gibt den irrealen Vergleich an und steht im Konjunktiv

II. Irreale Vergleichssätze stehen normalerweise nach Verben des persönlichen Befindens oder der persönlichen

Wahrnehmung. Folgende Konnektoren leiten irreale Vergleichssätze ein:

als ob + Nebensatz

Nebensatz
Hauptsatz
Konjunktion Mittelfeld Verben

Er tut so, als ob er mich nicht sehen würde.

Er sieht aus, als ob er einen Frosch verschluckt hätte.

Ich fühle mich so, als ob ich seit drei Tagen nicht geschlafen hätte.

als + Hauptsatz

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Konjunktion Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Du tust so, als würdest du mich nicht verstehen.

Es sieht so aus, als hättest du größere Geldprobleme

Meine Frau gibt so viel Geld aus, als wären wir Millionäre.

als wenn, wie wenn + Nebensatz (seltener)

Nebensatz
Hauptsatz
Konjunktion Mittelfeld Verben

Der Redner spricht so laut, als wenn ihn niemand hören würde.

Du schaust sie an, wie wenn du noch nie eine Blondine gesehen hättest.

Der Lehrer redet so, als wenn er allwissend wäre.

1
Verbergänzungen

1) Was man über Verbergänzungen wissen sollte.

Das Herzstück eines jeden Satzes bildet das Verb. Ein Verb alleine hat aber keine Aussagekraft, daher verlangt
jedes Verb bestimmte Ergänzungen. Alle Verben benötigen mindestens eine Ergänzung, können aber auch
mehrere Ergänzungen verlangen. Die wichtigste Ergänzung ist die Nominativ-Ergänzung. Im Nominativ steht
immer das Subjekt. Das Subjekt (= Nominativ) bildet zusammen mit dem Verb eine feste Einheit. Das Verb
wiederum wird nach der Person, die im Nominativ steht, konjugiert (Person: ich, du, er, ... / Numerus: Singular,
Plural) und gibt zudem Auskunft über das Tempus:

• Personen

Du singst.
Heidi singt.
Die Kinder singen.

• Numerus ( Singular / Plural )

Ich singe.
Hubert singt.
Helmut und Hannelore singen.

• und Tempus ( Zeitform ).

Hubert singt. ( Präsens )


Torsten hat gesungen. ( Perfekt )
Frank wird singen. ( Futur I )

Andere Verben können mehrere Ergänzungen haben:

• eine Nominativ- und eine Akkusativ-Ergänzung

Ich liebe dich.


Liebst du mich auch?

• eine Nominativ- und eine Dativ-Ergänzung

Ich helfe dir.


Hilfst du mir auch?

• eine Nominativ-, eine Dativ- und eine Akkusativ-Ergänzung

Ich gebe dir mein Geld.


Gibst du mir auch dein Geld?

• eine Nominativ- und eine Präpositional-Ergänzung

Der Sohn kämpft gegen seinen Vater.


Ich warte auf dich.

Neue Verben sollte man am besten sofort zusammen mit ihren jeweiligen Ergänzungen lernen. Hilfestellung dazu
geben die folgenden Abschnitte, in denen die einzelnen Ergänzungen erklärt werden.

2) Übersicht der Verbergänzungen


Verben können folgende Verbergänzungen verlangen:

1) Verben mit Nominativ-Ergänzung 2) Verben mit Akkusativ-Ergänzung 3) Verben mit Dativ-Ergänzung


4) Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung 5) Verben mit Situativ-Ergänzung
6) Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung 7) Verben mit Direktiv-Ergänzung
8) Verben mit Präpositional-Ergänzung siehe auch: Liste der Kasus-Ergänzung

1
Die Nominativ-Ergänzung

1) Was man über die Nominativ-Ergänzung wissen sollte.

Das Prädikat ist der wichtigste Teil im Satz und wird durch Verben ausgedrückt. Das Verb kann allerdings nicht

alleine stehen (Es gibt nur wenige Ausnahmen!). Es braucht immer eine Nominativ-Ergänzung, kurz

Nominativ. Im Nominativ steht immer das Subjekt. Das Subjekt kann eine Person oder eine Sache sein und

kann im Singular oder Plural stehen.

• Ist das Subjekt eine Person, so lautet die W-Frage " Wer "?

Nominativ Verb Nominativ Verb

Wer schläf t ? - Der Vater schläf t .

Wer lern t ? - Ich lern e .

Wer wein t ? - Das Kind wein t .

Wer lach t ? - Die Kinder lach en .

- Die W-Frage " Wer? " fragt nach der Person, die etwas macht.
- Die Fragestellung geschieht immer in der 3. Person Singular.
- ( nicht: Wer weine / wer weinst / wer weinen !!! )
- In der Antwort wird die Person wiedergegeben, die etwas macht.
- Die Person kann im Singular oder Plural stehen.
- Subjekt und Verb bilden eine Einheit und sind voneinander abhängig.

• Ist das Subjekt eine Sache, so lautet die W-Frage " Was "?

Nominativ Verb Nominativ Verb

Was ist teuer? - Das Auto ist teuer.

Was ist billig? - Die Milch ist billig.

Was ist laut? - Flugzeuge sind laut.

Was bleibt hier? - Die Sachen bleiben hier.

- Die W-Frage " Was " fragt nach der Sache, die gemeint ist.
- Die Fragestellung geschieht immer in der 3. Person Singular.
- In der Antwort wird die Sache wiedergegeben, die gemeint ist.
- Die Sache kann im Singular oder Plural stehen.
- Subjekt ( = Sache ) und Verb bilden eine Einheit und sind voneinander abhängig.

Das Verb hat immer eine Nominativ-Ergänzung.


Es kann nicht alleine stehen!!!

Subjekt + Prädikat = Wer / Was + Verb

1
2) Sätze als Subjekt

Gelegentlich kommt es vor, dass ganze Satzinhalte an der Subjektstelle stehen:

Satzinhalt = Subjekt Verb andere Satzinhalte

Was Herr Sippeldickel gesagt hat, geht in Ordnung.

Wer nicht hören will, muss fühlen!


Dass Erwin die Prüfung bestanden hat, freut uns sehr.

Wer lernt, lernt fürs Leben.

3) Scheinsubjekt

Es gibt unpersönliche Verben, die kein Subjekt brauchen. Bei diesen Verben wird ein so genanntes
Scheinsubjekt benutzt. Als "Scheinsubjekt" wird das unpersönliche "es" verwendet, andere Personen sind nicht
möglich. Diese unpersönlichen Verben geben Informationen über das Wetter oder die Tageszeit:

• Es müsste schon gegen Mittag sein.


• Es ist 10:00 Uhr.
• Es schneit.
• Es regnet.
• Es hat gedonnert.
• Es blitzte.
• Es ist kalt.
• Es war heiß.
• Es ist ...

4) Subjekt nur in der 3. Person


Bei folgenden Verben ist ein Subjekt nur in der 3. Person möglich:

Verb Beispiele

sich ereignen Gestern ereignete sich auf der A 44 ein schwerer Verkehrsunfall.

gelingen Meiner Mutter gelingt jeder Kuchen. Mir gelingt kein einziger.

geschehen Am Ende geschieht wie immer nichts.

missglücken Der Kuchen ist mir missglückt.

passieren Ein Unfall kann mir nicht passieren.

5) Verben mit Nominativergänzungen

Folgende Verben haben 2 Nominativ-Ergänzungen:

Verb Beispiele

bleiben Doof bleibt doof, sagte die alte Frau.

heißen Der Mann heißt Herr Fuchs.

sein Mein Mann ist ein Esel.

werden Ihr Sohn wird Arzt.

Siehe auch: Liste der Kasus-Ergänzung

2
Verben mit einer Akkusativ-Ergänzung (transitive Verben)

1) Was man über Verben mit einer Akkusativ-Ergänzung wissen sollte.

Die meisten deutschen Verben fordern eine Akkusativ-Ergänzung, auch Akkusativ-Objekt genannt. Verben,

die eine Akkusativ-Ergänzung haben / haben können, nennt man transitive Verben.

Transitive Verben

• bilden das Perfekt mit dem Hilfsverb "haben",

o lesen: hat gelesen


o kaufen: hat gekauft

• können ins Passiv gesetzt werden, wobei die Akkusativ-Ergänzung im Passiv zum Subjekt wird.
o Er kauft den Wagen. - Der Wagen wird gekauft.

o Er liest den Text. - Der Text wird gelesen.

Das Akkusativ-Objekt kann eine Person oder eine Sache sein.

• Ist das Akkusativ-Objekt eine Person, so lautet die W-Frage "Wen"?

Akkusativ-Erg. Verb Nominativ Subjekt Verb Akkusativ-Ergänzung

Wen liebt Ulrike? - Sie liebt Sascha.

Wen besucht Frank? - Er besucht seinen kranken Onkel.

Wen fragt das Kind? - Es fragt seine Mutter.

Wen untersucht der Arzt? - Er untersucht Herrn Knuffelpuffel.

o Die W-Frage " Wen? " fragt nach der Person im Akkusativ.
o Die Antwort gibt die Person an, die im Akkusativ steht.

o Im Akkusativ können Namen (Sascha), Pronomen (dich, seinen) oder Nomen (Herrn, Onkel)

stehen.
o Stehen im Akkusativ Pronomen, Artikel oder eine N-Deklination, müssen diese im

Akkusativ dekliniert werden.

• Ist das Akkusativ-Objekt eine Sache, so lautet die W-Frage "Was"?

Akkusativ-Erg. Verb Nominativ Subjekt Verb Akkusativ-Ergänzung

Was kauft Gerda? - Sie kauft teure Schuhe.

Was liest Jennifer? - Sie liest einen spannenden Roman.

Was hatte Bernd? - Er hatte viel Glück.

Was machst du? - Ich backe einen Marmorkuchen.

o Die W-Frage " Was " fragt nach der Sache im Akkusativ.

o Die Antwort gibt die Sache an, die im Akkusativ steht. Die Sache kann im Singular oder im

Plural stehen.

1
o Sachen gehören immer zu der Nomengruppe (der Tisch, die Lampe, das Buch) und sind
entweder maskulin (der), feminin (die) oder neutral (das).

o Sachen werden oft nur mit Personalpronomen angegeben.

- Da ist ein Tisch. - Siehst du ihn?

- Da ist eine Lampe. - Siehst du sie?


- Da ist ein Buch. - Siehst du es?

o Stehen im Akkusativ Pronomen, Artikel oder eine N-Deklination, müssen diese im

Akkusativ dekliniert werden.

Das Verb fordert die Akkusativ-Ergänzung.

Subjekt + Prädikat + Akkusativ

Wer / Was + Verb + wen / was

2) Verben mit doppelter Akkusativ-Ergänzung

Folgende Verben haben eine doppelte Akkusativ-Ergänzung:

Verb Beispiele

ab|fragen Kannst du mich die Vokabeln abfragen?

ab|hören Kannst du mich die Vokabeln abhören?

kosten Das hat sie nur ein müdes Lächeln gekostet.

lehren Der Lehrer lehrt uns das Einmaleins.

nennen Warum nennst du mich einen Esel?

2
Verben mit einer Dativ-Ergänzung (intransitive Verben)

1) Was man über Verben mit einer Dativ-Ergänzung wissen sollte.

Die meisten deutschen Verben fordern eine Akkusativ-Ergänzung. Nur wenige Verben dagegen fordern eine

Dativ-Ergänzung. Verben sind transitiv, wenn sie eine Akkusativ-Ergänzung haben (können); Verben, die ohne

eine Akkusativ-Ergänzung gebildet werden, sind intransitiv. Dazu gehören ebenso Verben mit einer Dativ-

Ergänzung.

Intransitive Verben

• können zwar ins Passiv gesetzt werden, die Dativ-Ergänzung wird im Passiv jedoch nicht
verändert!
o Er hilft ihr. - Ihr wird geholfen.

o Er gratuliert ihm. - Es wird ihm gratuliert.

In einer Dativ-Ergänzung stehen ausschließlich Personen, Nomen und Pronomen. Die Dativ-Ergänzung gibt

meist das Ziel der Handlung oder den Empfänger an.

• Die W-Frage lautet "Wem"?

Dativ-Erg. Verb Nominativ Subjekt Verb Dativ-Erg.

Wem antwortet sie? - Sie antwortet ihrem Vater.

Wem gehört das Buch? - Es gehört mir.

Wem gratulierst du? - Ich gratuliere dem Sieger.

Wem hilft der Mann? - Er hilft Ludwina.

o Die W-Frage " Wem " fragt nach der Person im Dativ.
o Die Antwort gibt die Person an, die im Dativ steht.
o Im Dativ können Namen (Ludwina), Pronomen (mir) oder Nomen (dem Sieger) stehen.
o Stehen im Dativ Pronomen, Artikel oder eine N-Deklination, müssen diese im Dativ

dekliniert werden.

Das Verb fordert die Dativ-Ergänzung.

Subjekt + Prädikat + Dativ

Wer / Was + Verb + wem

1
Liste der wichtigsten Verben mit Dativ-Ergänzung
Zur Erinnerung: Es gibt viele Verben mit Akkusativ-Ergänzung, aber nur wenige Verben mit einer Dativ-
Ergänzung. Daher sollte man die Verben, die eine Dativ-Ergänzung haben, lernen!

Verb Beispiele
ab|sagen Ich muss Ihnen morgen leider absagen.
ähneln Das Kind ähnelt seinem Vater sehr.
antworten Warum antwortest du mir nicht?
begegnen Gestern bin ich einer sehr hübschen Frau begegnet.
bei|stehen Lieber Gott. Steh mir bei!
beitreten Holger ist einer Umweltschutzorganisation beigetreten.
danken Ich danke Ihnen.
dienen Womit kann ich Ihnen dienen?
drohen Willst du mir etwa drohen?
ein|fallen Zu deinem Problem fällt mir leider auch nichts ein.
entgegen|kommen Warum kommst du mir nicht ein bisschen entgegen?
fehlen Seine verstorbene Frau fehlt ihm so sehr.
folgen Bitte folgen Sie mir unauffällig.
gefallen Gefällt dir die Blonde dort an der Theke?
gehorchen Alle Kinder müssen ihren Eltern gehorchen.
gehören Gehört das Schiff dir?
gelingen Der Kuchen ist dir sehr gut gelungen.
genügen Das genügt mir. Ich höre auf.
glauben Seine Frau glaubt ihm nicht.
gratulieren Die Kollegen gratulieren Herrn Kleiber zum Geburtstag.
gut tun Eine Seereise wird dir gut tun.
helfen Entschuldigung. Könnten Sie mir einen Augenblick helfen?
missfallen Der neue Freund von Astrid missfällt ihren Freundinnen.
sich nähern Der Hurrikan nähert sich sehr schnell der kleinen Insel.
nach|laufen Der arrogante Typ läuft jedem Rock hinterher.
nützen Das nützt mir gar nichts.
passen Das neue Kleid passt deiner Schwester sehr gut.
passieren Das ist mir vorher noch nie passiert.
platzen Mir platzt gleich der Kragen!
raten Ich rate dir schnellstens zum Arzt zu gehen.
sich schaden Du schadest dir nur selbst, wenn du lügst.
schmecken Das bayrische Bier schmeckt meinem Vater besonders gut.
vertrauen Liselotte vertraut ihrem Mann nicht mehr.
verzeihen Verzeih mir nur noch das eine Mal!
weh tun Mein Zahn tut mir höllisch weh.
widersprechen Du sollst mir nicht andauernd widersprechen!
zu|hören Kannst du mir nicht einmal zuhören?
zu|stimmen Ich kann deiner Argumentation nicht zustimmen.

2
Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung

1) Was man über Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung wissen sollte.

Einige wenige Verben haben sogar drei Ergänzungen, eine Nominativ-, eine Dativ- und eine Akkusativ-

Ergänzung. Zu dieser Gruppe gehören vor allem Verben des Gebens, Nehmens und Sagens. Diese Verben haben

die Besonderheit, dass gleich zwei Personen und eine Sache in einem Satz vorkommen.

• In der Nominativ-Ergänzung steht die Person, die das Verb konjugiert.


• In der Dativ-Ergänzung steht in der Regel die andere Person, die etwas "empfängt".

• In der Akkusativ-Ergänzung steht die Sache:

Position 1 Pos. 2 Position 3 Position 4


Infinitiv
Nominativ Verb Dativ = Person Akkusativ = Sache

geben -i- Holger gibt Susanne einen Kuss.

leihen Der Schüler leiht der Schülerin seinen Bleistift.

schenken Die Tante schenkt ihrem Neffen ein neues Fahrrad.

wünschen Der Chef wünscht seinem Buchhalter eine gute Besserung.

• Bei Nomen oder Namen steht die Nominativ-Ergänzung in der Regel auf Position 1.
• Das Prädikat behält in Aussagesätzen die Position 2.

• Bei Nomen und Namen erhält das Dativ-Objekt die Position 3.


• Das Akkusativ-Objekt steht am Satzende.
• Stehen im Dativ oder Akkusativ Pronomen, Artikel oder eine N-Deklination, müssen diese im

entsprechenden Kasus dekliniert werden.

Das Verb fordert die Dativ-Ergänzung und die Akkusativ-Ergänzung.

Subjekt + Prädikat + Dativ + Akkusativ

Wer + Verb + wem + was

1
2) Objektwechsel bei Personalpronomen

• Bei Nomen oder Namen gilt:

Nominativ + Verb + Dativ + Akkusativ

Infinitiv Nominativ Verb Dativ = Person Akkusativ = Sache

geben Der Chef gibt der Sekretärin den Brief.

• Ist das Akkusativ-Objekt ein Personalpronomen werden die Objekte getauscht:

Nominativ + Verb + Akkusativ + Dativ

Infinitiv Nominativ Verb Akkusativ = Sache Dativ = Person

geben Der Chef gibt ihn der Sekretärin.

• Es können folgenden Kombinationen auftreten:

rot = Dativ-Objekt ( Person )

blau = Akkusativ-Objekt ( Sache )

Infinitiv Nominativ Verb Objekt Objekt

geben Der Chef gibt der Sekretärin den Brief.

geben Der Chef gibt ihr den Brief.

geben Der Chef gibt ihn der Sekretärin.

geben Der Chef gibt ihn ihr.

geben Er gibt ihn ihr.

2
3) Liste der wichtigsten Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung

Es gibt nur wenige Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung. Daher sollte man diese Verben lernen.

Folgende Liste gehört zum Grundwortschatz: (...) = Dativ kann auch weggelassen werden.

Verb Beispiele

an|vertrauen Ich muss dir unbedingt ein Geheimnis anvertrauen.

beantworten Kannst du mir bitte meine Frage beantworten!

beweisen Ich liebe dich. Das werde ich dir beweisen.

borgen Kannst du mir bis morgen dein Auto borgen?

bringen Eva, bringst du (uns) noch bitte drei Flaschen Bier.

empfehlen -ie- Können Sie (uns) ein gutes Restaurant empfehlen?

erklären Papa, kannst du (mir) den Unterschied zwischen einem Mann und einer Frau erklären?

erlauben Die Eltern erlauben ihrer Tochter das Rauchen nicht.

erzählen Opa, kannst du (uns) eine Geschichte erzählen?

geben -i- Warum gibst du es mir nicht?

glauben Ich glaube dir kein einziges Wort mehr.

kaufen Mein Vater kauft (mir) ein Motorrad.

leihen Ich leihe niemandem mein neues Auto.

liefern Die Firma liefert (uns) die bestellte Ware nicht.

mit|teilen Teilt ihr uns euren Hochzeitstermin mit?

rauben Die Räuber raubten (uns) unser ganzes Geld.

reichen Der Verlierer reichte dem Gewinner seine Hand.

sagen Warum hast du (mir) das nicht gesagt?

schenken Schenkst du mir deine alte Uhr?

schicken Ich schicke Ihnen die bestellte Ware per Kurier.

schreiben Er hat (ihr) einen Liebesbrief geschrieben.

senden Ich werde Ihnen eine E-Mail senden.

stehlen Man hat (mir) das Geld gestohlen.

überlassen Unsere Tante hat uns ihr Vermögen überlassen.

verbieten Ich verbiete es dir.

verschweigen Er hat (mir) seine uneheliche Tochter verschwiegen.

versprechen -i- Du hast es (mir) versprochen.

weg|nehmen -i- Warum nimmst du (mir) den Ball weg?

wünschen Wir wünschen dir alles Gute zum Geburtstag.

zeigen Zeigst du uns deine Münzsammlung?

3
Verben mit einer Situativ-Ergänzung

1) Was man über Verben mit einer Situativ-Ergänzung wissen sollte.

Einige Verben haben eine Ergänzung mit lokaler Bedeutung, die nach einem Ort fragen. Diese Ergänzung nennt

man Situativ-Ergänzung. Das Fragewort dazu lautet " Wo? ".

Wo Verb Nominativ Subjekt Verb Situativ-Ergänzung

in deiner Brusttasche.
neben dem Telefon.

ist unter der Zeitung.


Wo ist meine neue Brille? - Sie
liegt vor der Tasse.
hinter dem Buch.

auf deiner Nase.

• Die W-Frage der Situativ-Ergänzung lautet Wo?.

• Verben mit einer Situativ-Ergänzung haben keine Objekte, weder ein Dativ-, noch ein Akkusativ-
Objekt!!!

• Das Subjekt kann eine Person oder eine Sache sein.

o Wo ist Peter? - Er ist im Keller.

o Wo ist der Salzstreuer? - Er steht neben deinem Teller.

• Um eine Antwort auf die W-Frage "wo" geben zu können, braucht man meist Wechselpräpositionen
(manchmal auch Präpositionen mit Präpositionen mit Dativ).
Alternativ können auch lokale Adverbien eine Antwort auf die Frage mit "Wo?" geben.

• Wechselpräpositionen können genaue Angaben darüber geben, wo sich gerade wer / etwas befindet.

• Die Situativ-Ergänzung verlangt Wechselpräpositionen mit Dativ.

• Nur wenige Verben haben eine Situativ-Ergänzung.

Subjekt + Prädikat + Wechselpräposition + Dativ

2) Verben mit einer Situativ-Ergänzung

Die Verben hängen, liegen, sitzen, stecken und stehen gehören zu den starken Verben. Sie sind intransitiv,

das heißt, sie haben kein Akkusativobjekt!!! Sie sind leicht mit Verben aus der Verbgruppe mit Akkusativ-

und Direktiv-Ergänzung zu verwechseln.

Infinitiv Nominativ Verb Mittelfeld Situativ-Ergänzung

hängen Dein Mantel hängt wie immer im Schrank.

liegen Deine Jacke liegt seit gestern in der Ecke.

sitzen Der Junge sitzt seit Stunden ruhig am Tisch.

stecken Der Schlüssel steckt nicht im Türschloss.

stehen Mein Glas steht nicht mehr auf dem Tisch.

1
Die genannten Verben fragen meist nach Sachen, Gegenständen aus dem Alltag oder nach Personen, die sich in

der unmittelbaren Umgebung befinden. In der Antwort werden Wechselpräpositionen oder lokale Adverbien

benutzt, um den genauen Ort anzugeben. Vergleiche dazu die Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung.

Wer / Was + Verb + Präposition (Wechselpräposition + Dativ)

• Wo liegt das Buch? - Es liegt auf dem Tisch.


• Wo sitzt Helmut? - Er sitzt neben mir.

Folgende Verben haben ebenfalls eine Situativ-Ergänzung. Sie geben darüber Auskunft, wo sich Personen oder

Sachen befinden. Meist sind es Orte, die vom Sprecher aus weiter entfernt sind. In der Antwort werden meist

Wechselpräpositionen + Dativ benutzt, je nach Situation kann in der Antwort jedoch auch eine Präposition

+ Dativ stehen. Vergleiche dazu die Verben mit Direktiv-Ergänzung.

Infinitiv Nominativ Verb Mittelfeld Situativ-Ergänzung

arbeiten Herr Jolly arbeitet seit 45 Jahren in einer Fabrik.

s. befinden Der Dieb befindet sich im 2. Stock.

bleiben Das Mädchen bleibt den ganzen Tag in der Wohnung.

sein Der Gast ist schon seit 30 Minuten in der Sauna.

statt|finden Heute findet der Unterricht im Raum 207 statt.

wohnen Erwin wohnt nicht mehr bei seinen Eltern.

3) Die Vergangenheitsformen von hängen, liegen, sitzen und stehen

Infinitiv Verg. Nominativ Verb Situativ-Ergänzung Partizip II

Präsens Dein Hemd hängt im Schrank.

hängen Perfekt Dein Hemd hat im Schrank gehangen.

Präteritum Dein Hemd hing im Schrank.

Präsens Deine Hose liegt auf dem Stuhl.

liegen Perfekt Deine Hose hat auf dem Stuhl gelegen.

Präteritum Deine Hose lag auf dem Stuhl.

Präsens Die Puppe sitzt am Fenster.

sitzen Perfekt Die Puppe hat am Fenster gesessen.

Präteritum Die Puppe saß am Fenster.

Präsens Oliver steht auf der Brücke.

stehen Perfekt Oliver hat auf der Brücke gestanden.

Präteritum Oliver stand auf der Brücke.

Zum Vergleich die Vergangenheitsformen der Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung!

2
Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung

1) Was man über Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung wissen sollte.

Einige Verben haben eine Akkusativ- und eine Direktiv-Ergänzung. Die Direktiv-Ergänzung gibt eine Orts-
bzw. eine Richtungsänderung an. Wird in einer Direktiv-Ergänzung eine Wechselpräposition benutzt,
verlangt diese den Akkusativ. Das Fragewort dazu lautet "wohin".

Position 1 Verb Subjekt Akkusativ-Ergänzung Direktiv-Ergänzung

Wohin legt Reimar seine neue Brille?

auf den großen Tisch.


neben das Telefon.
Er legt seine neue Brille auf die Zeitung.
vor die Kaffeetasse.
hinter das Spielebuch.

• Die W-Frage der Direktiv-Ergänzung lautet wohin.


• Die Verben haben drei Ergänzungen, Nominativ + Akkusativ- + Direktiv-Ergänzung!!!
• Das Subjekt ist eine Person ( Reimar ), die Akkusativ-Ergänzung eine Sache ( Brille ).
• Die Direktiv-Ergänzung wird mit einer Präposition eingeleitet.
• Oft handelt es sich dabei um eine Wechselpräposition
• Wechselpräpositionen können genaue Angaben darüber geben, wohin wer gerade etwas bewegt.
• Die Wechselpräposition verlangt in einer Direktiv-Ergänzung den Akkusativ.
• Nur wenige Verben haben eine Direktiv-Ergänzung.

Subjekt + Prädikat + Akkusativ-Ergänzung + Wechselpräposition (+ Akkusativ)

2) Verben mit Akkusativ und Direktiv-Ergänzung

Die Verben hängen, legen, setzen, stecken und stellen gehören zu den schwachen Verben. Sie sind transitiv,
das heißt, sie haben ein Akkusativobjekt!!! Sie sind leicht mit den Verben mit einer Situativ-Ergänzung zu
verwechseln.

Infinitiv Nominativ Verb Akkusativ-Erg. Direktiv-Erg. + Akk

hängen Erich hängt seinen Mantel in den Schrank.

legen Martina legt ihre auf das Bett.

(sich) setzen Das Mädchen setzt ihre Puppe ans Fenster.

stecken Der Mann steckt den Schlüssel ins Türschloss.

stellen Der Gast stellt sein Auto vor die Einfahrt.

Wer + Verb + was (Akkusativ) + wohin (Wechselpräposition + Akkusativ)

1
• Wohin legt Hans das Buch? - Auf den Tisch.

• Wohin setzt sich Helmut? - Neben mich.

Vergleiche dazu die Verben mit einer Situativ-Ergänzung.

Folgende Verben haben ebenfalls eine Akkusativ-Ergänzung und eine Direktiv-Ergänzung. In der Antwort werden

meist Wechselpräpositionen (+Akkusativ) benutzt, je nach Situation kann in der Antwort jedoch auch eine

Dativpräposition stehen. Vergleiche dazu die Verben mit einer Direktiv-Ergänzung aber ohne Akkusativ-

Ergänzung!

Infinitiv Nominativ Verb Akkusativ-Ergänzung Direktiv-Ergänzung

bringen Herr Jolly bringt die Leiter in den Keller.

gießen Frau Holm gießt den Kaffee in die Tassen.

packen Die Gäste packen ihre Kleider in die Koffer.

schicken Herr Klauber schickt mehrere Briefe in die Schweiz.

tragen Wer trägt die Tische in den Garten?

werfen Claudia wirft die alten Zeitungen in den Container.

3) Die Vergangenheitsformen von hängen, legen, setzen und stellen

Infinitiv Tempus Nom. Verb Akkusativ-Erg. Direktiv-Ergänzung Partizip II

Präsens Hans hängt sein Hemd in den Schrank.

hängen Perfekt Hans hat sein Hemd in den Schrank gehängt.

Präteritum Hans hängte sein Hemd in den Schrank.

Präsens Ute legt ihre Bluse auf den Stuhl.

legen Perfekt Ute hat ihre Bluse auf den Stuhl gelegt.

Präteritum Ute legte ihre Bluse auf den Stuhl.

Präsens Heike setzt ihre Puppe ans Fenster.

setzen Perfekt Heike hat ihre Puppe ans Fenster gesetzt.

Präteritum Heike setzte ihre Puppe ans Fenster.

Präsens Oliver stellt sein Glas auf den Tisch.

stellen Perfekt Oliver hat sein Glas auf den Tisch gestellt.

Präteritum Oliver stellte sein Glas auf den Tisch.

Siehe zum Vergleich die Vergangenheitsformen der Verben mit Situativ-Ergänzung.

2
Verben mit einer Direktiv-Ergänzung

1) Was man über Verben mit einer Direktiv-Ergänzung wissen sollte.

Verben mit einer Direktiv-Ergänzung geben eine Ortsveränderung von Ort A nach Ort B an. Diese Verben haben

kein Akkusativ-Objekt! Das Fragewort zu diesen Verben lautet "Wohin". In der Antwort können sowohl

• Präpositionen mit Dativ


o Wohin gehst du? - Zu Martina.

o Wohin fährt Gerd? - Nach Hamburg.

• als auch Wechselpräpositionen + Akkusativ stehen!

o Wohin gehst du? - In den Keller.

o Wohin fährt Gerd? - An den See.

Auf eine Wechselpräposition folgt der Akkusativ!

Position 1 Verb Subjekt Direktiv-Ergänzung

Wohin fährt Oscar?

ans Meer.
nach Amsterdam.
Er fährt in die Türkei.
zum Arzt.
auf die Seychellen.

• Die W-Frage der Direktiv-Ergänzung lautet wohin.


• Die Verben haben zwei Ergänzungen: Nominativ + Direktiv-Ergänzung!!!
• Die Direktiv-Ergänzung wird mit einer lokalen Präposition eingeleitet.
• Es handelt sich dabei entweder um eine Präposition mit Dativ (nach, zu)

• oder um eine Wechselpräposition (an, auf, in, hinter, ...).

• Eine Wechselpräposition verlangt in einer Direktiv-Ergänzung den Akkusativ.

• Nur wenige Verben haben eine Direktiv-Ergänzung.

Subjekt + Prädikat + Präposition (Dativ- oder Wechsel- + Akkusativ).

• Alternativ zu einer lokalen Präposition können ebenso lokale Adverbien als Direktiv-Ergänzung

eingesetzt werden.

1
2) Verben mit einer Direktiv-Ergänzung

Es gibt folgende Verben mit einer Direktiv-Ergänzung:

Infinitiv Nominativ Verb Direktiv-Ergänzung

eilen Christian eilt zu seinem Geschäftstermin.

fahren – ä - Michaela fährt mit dem Fahrrad zum Bahnhof.

fliegen Wir fliegen im Dezember nach Südamerika.

gehen Die Studenten gehen nach den Vorlesungen in die Kneipe.

gelangen Schließlich gelangt man zur Kapelle.

kommen Martin kommt täglich zu spät zum Unterricht.

laufen – äu - Der Mann läuft von Athen nach Berlin.

rennen Das Mädchen rennt 10 Mal um den Sportplatz.

springen Die Kinder springen über den schmalen Bach.

steigen Mein Mann steigt nicht gern aufs Dach.

ziehen Mein Nachbar zieht im Sommer nach Düsseldorf.

Siehe zum Vergleich die Verben mit einer Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung

Siehe zum Vergleich die Verben mit einer Situativ-Ergänzung

3) Die W-Frage "woher"

Die W-Frage " Wohin " fragt nach einer Ortsveränderung von Ort A nach Ort B.

Die W-Frage " Woher " fragt nach der umgekehrten Ortsveränderung von Ort B nach Ort A. (Die sprechende

Person ist immer in Ort A.) Das dazugehörige Verb heißt "kommen".

• Woher kommst du? - Ich komme aus den USA.

• Woher kommst du gerade? - Ich komme gerade vom Arzt.

4) Die W-Fragen wohin, wo und woher im Vergleich

Jedes Verb hat eine bestimmte W-Frage:

Wohin-Verben Wo-Verben Woher-Verben

an|kommen arbeiten
bringen fahren fallen
sich befinden bleiben
fließen fliegen führen
fahren finden
gehen laufen legen kommen
gehen geschehen
reisen rennen schicken stammen
landen sein
senden tragen um|ziehen
statt|finden treffen
werfen ...
wohnen ...

2
Die W- Frage "Wohin" fragt nach der Richtung.
Die W- Frage "Wo" fragt nach dem Ort.
Die W- Frage "Woher" fragt nach der Herkunft.
Ändert sich die W-Frage, so ändert sich auch die dazugehörende Präposition. Im Einzelnen gibt es viele
Möglichkeiten. Die Wichtigsten zeigt folgende Tabelle auf:

• Wohin gehst du? - Ich gehe zu Peter / zum Arzt.


• Wo bist du? - Ich bin bei Peter / beim Arzt.
• Woher kommst du gerade? - Ich komme gerade von Peter / vom Arzt.

verschiedene Orte Wohin geht ...? Wo ist ...? Woher kommt ...?

zu Peter bei Peter von Peter


Personen
zum Arzt beim Arzt vom Arzt

nach Amsterdam in Köln aus London


Städtenamen
nach Bremen in Mannheim aus Moskau

nach Belgien in Italien aus China


Länder/Kontinente
nach Südamerika in Afrika aus Asien

in die Türkei in der Türkei aus der Türkei


Länder mit Artikel
in die USA in den USA (Plural!) aus den USA

ländliche Region aufs Land auf dem Land vom Land

auf die Insel Sylt auf der Insel Sylt von der Insel Sylt
Inseln
auf die Seychellen auf den Seychellen von den Seychellen

auf den Mont Blanc auf der Zugspitze vom Mont Blanc
Bergnamen
auf das Matterhorn auf dem Matterhorn vom Matterhorn

in die Alpen in den Alpen (Pl.) aus den Alpen


Bergregionen
in die Eifel in der Eifel aus der Eifel

ans Meer am Meer vom Meer


Gewässer an den Rhein am Rhein vom Rhein
an den Bodensee am Bodensee vom Bodensee

in den Supermarkt im Supermarkt aus dem Supermarkt


in den Park im Park aus dem Park
in den Wald im Wald aus dem Wald
geschlossene Räume
ins Kino im Kino aus dem Kino
ins Theater im Theater aus dem Theater
in die Kirche in der Kirche aus der Kirche

auf die Post auf der Post von der Post


auf die Bank auf der Bank von der Bank
auf den Bahnhof auf dem Bahnhof vom Bahnhof
öffentliche Gebäude
auf den Marktplatz auf dem Markt vom Markt
auf das Konzert auf dem Konzert vom Konzert
auf das Rathaus auf dem Rathaus vom Rathaus

Hause nach Hause zu Hause von zu Hause

3
Verben mit Präpositionen

1) Was man über Verben mit Präpositionen wissen sollte.

Einige Verben bilden ihre Ergänzung beginnend mit einer Präposition (Verben mit Präpositionen). In

diesen Fällen gibt die Präposition den Kasus (Akkusativ / Dativ) an. Verben mit Präpositional-Ergänzungen sollte

man mit der entsprechenden Präposition + den verlangten Kasus lernen. Einige ausgewählte

Anwendungsbeispiele dazu:

• Verben mit Präpositional-Ergänzung + Akkusativ


o achten auf
Die Autofahrer müssen auf den Verkehr achten.
o lachen über
Die Kinder lachen über den Lehrer.
o warten auf
Wir warten schon seit Wochen auf besseres Wetter.
• reflexive Verben mit Präpositional-Ergänzung + Akkusativ
o sich entschuldigen für
Ich entschuldige mich für mein schlechtes Benehmen.
o sich interessieren für
Heinz interessiert sich nicht für schnelle Autos.
o sich vor|bereiten auf
Der Student bereitet sich auf die Prüfung vor.
• Verben mit Präpositional-Ergänzung + Dativ
o ab|hängen von
Der Student hängt noch vom Geld seiner Eltern ab.
o gehören zu
Der Hund gehört zu Herrn Nolte.
o tanzen mit
Möchten Sie mit mir tanzen?
• reflexive Verben mit Präpositional-Ergänzung + Dativ
o sich beschäftigen mit
Warum beschäftigst du dich so selten mit deinen Kindern?
o sich unterhalten mit
Gestern haben wir uns lange mit unserer neuen Nachbarin unterhalten.
o sich verabschieden von
Leider müssen wir uns jetzt von euch verabschieden.
• Verben mit mehreren Präpositional-Ergänzungen
o sich bedanken bei + Dat für + Akkusativ
Ich bedanke mich bei Ihnen für den schönen Abend.
o sich beschweren bei + Dat über + Akkusativ
Ich möchte mich bei Ihnen über meinen neuen Kollegen beschweren.
o sprechen mit + Dat über + Akkusativ
Der Chef möchte mit Ihnen über die Geschäftsentwicklung sprechen.
• In seltenen Fällen gibt es zusätzlich eine Dativ- oder Akkusativergänzung
o jdn. bitten um + Akkusativ
Mein bester Freund hat mich gestern um 10.000 Euro gebeten.
o jdm. danken für + Akkusativ
Ich Danke Ihnen für Ihre Hilfe.
o jdn. warnen vor + Dat
Er hat mich vor den Waffen einer Frau gewarnt.

1
2) W-Fragen mit Präpositionen

In einer Präpositional-Ergänzung steht entweder eine Person oder eine Sache.

• Fragt man nach einer Person, gilt:

Für wen interessiert sich Thomas? - Er interessiert sich für Heike.

An wen denkst du? - Ich denke immer an meine verstorbene Mutter.

Mit wem hast du gestern getanzt? - Ich habe den ganzen Abend mit Frank getanzt.

Akkusativ-Präposition + wen

Dativ-Präposition + wem

• Fragt man nach einer Sache, gilt:

Wofür interessiert sich Thomas? - Er interessiert sich für schnelle Autos.

Woran denkst du? - Ich denke immer an unseren Urlaub.

Womit machst du die Tür auf? - Natürlich mit dem Schlüssel.

Wo(r) + Präposition

Siehe auch: Liste der Verben mit Präpositional-Ergänzungen

Siehe ebenso: dass-Sätze als Präpositional-Ergänzung

2
Ergänzungssätze

1) Was man über Ergänzungssätze wissen sollte.

Jedes Verb hat bestimmte Ergänzungen.

• Manchmal hat das Verb eine Akkusativ-Ergänzung,

o Ich liebe Martina.

• manchmal eine Dativ-Ergänzung

o Hilfst du mir?

• und manchmal eine Präpositional-Ergänzung.

o Meine Freundin interessiert sich für klassische Musik.

Alle bisher gezeigten Beispiele haben eins gemeinsam. Als Verbergänzungen werden entweder Pronomen (mich,

mir, ...), Namen (Martina, Köln, ...) oder Nomen (Musik) verwendet. Gelegentlich kommt es vor, dass ein ganzer

Sachverhalt als Ergänzung stehen kann. Einzelne Pronomen, Namen oder Nomen werden dabei durch einen

ganzen Satzinhalt ersetzt. Eine Satzergänzung wird am häufigsten anstelle einer Nominativ-, Akkusativ- oder

Präpositional-Ergänzung benutzt.

Position 1 Position 2 Position 3 Ende

Nominativ Verb Akkusativ Satzende

Das freut mich sehr.

Im gezeigten Beispiel ist "das" die Nominativ-Ergänzung. "Das" steht hier stellvertretend für einen

Sachverhalt, den wir noch nicht kennen, da uns der Sachverhalt, die Information, bisher nicht gesagt wurde.

Erst wenn "das" durch einen Inhalt / Satz (=Sachverhalt) angegeben wird, wird die Situation deutlich:

Position 1 Position 2 Position 3 Ende

Nominativ Verb Akkusativ Satzende

Dass du die Deutschprüfung bestanden hast, freut mich sehr.

• Im gezeigten Beispiel handelt es sich um einen Subjektsatz.


• Das "das" fällt weg und wird durch einen kompletten Satz ersetzt.

• Der neue Sachverhalt wird als Subjektsatz bezeichnet, da er im Nominativ steht.

• Satzergänzungen im Nominativ werden oft mit der Konjunktion "dass" eingeleitet.


• dass-Sätze sind Nebensätze (NS).

• Die Satzergänzung bildet im Hauptsatz (HS) eine Position (NS, Verb)


• Der Nebensatz wird mit einem Komma ( , ) abgeschlossen.

• In Nebensätzen wird das konjugierte Verb ans Satzende gestellt.

1
2) Was sind Ergänzungssätze?

Ergänzungssätze sind Nebensätze. Das konjugierte Verb steht in Nebensätzen am Satzende.

Ergänzungssätze beginnen

• in Aussagesätzen mit " dass " oder " ob ",


o Ich weiß, dass er sehr viel Geld hat.
o Ich weiß aber nicht, ob er glücklich ist.

• in Ja- / Nein- Fragen mit " ob ",


o Weißt du, ob Herr Gans verheiratet ist? / (Ist Herr Gans verheiratet?)

o Kannst du mir sagen, ob Gerd zur Party kommt? / (Kommt Gerd zur Party?)
• in W-Fragen mit der W-Frage.

o Weißt du, wo unser Lehrer wohnt? / (Wo wohnt unser Lehrer?)


o Kannst du mir sagen, warum er das macht? / (Warum macht er das?)

• Infinitivsätze enden dagegen mit zu + Infinitiv.


o Er weiß, sich zu helfen. / (Er hilft sich selbst.)

o Ich hoffe, die Prüfung zu bestehen. / (Ich bestehe die Prüfung.)

3) Unterschied von "dass" und "ob".

Man unterscheidet zwei Konjunktionen: "dass" und "ob".

• Die Konjunktion "dass"

Die Konjunktion "dass" verwendet man, wenn etwas bekannt ist oder man sich sicher ist. Folgende
Verben drücken in ihrer Aussage etwas Bekanntes aus:

Infinitiv Position 1 Verb Mittelfeld Nebensatz

Warum denkst du, dass Peter durch die Prüfung fällt?


denken
Ich denke nicht, dass es heute noch regnen wird.

fürchten Ich fürchte, dass sie ihn verlassen wird.

Ich glaube nicht, dass Sabine heute noch kommt.


glauben
Er glaubt, dass Kai das Geld gestohlen hat.

Ich hoffe nicht, dass du von der Schule fliegst.


hoffen
Ich hoffe darauf, dass Oscar mir helfen wird.

Stimmt es, dass Ludwig Sabine geküsst hat?


stimmen
Es stimmt leider, dass er seinen Job verloren hat.

vermuten Ich vermute, dass unser Sohn heimlich raucht.

Weitere Verben sind: der Meinung sein; überzeugt sein; möglich sein; notwendig sein;

2
• Die Konjunktion "ob"

Die Konjunktion "ob " verwendet man, wenn etwas unbekannt ist oder man sich nicht sicher ist.
Folgende Verben drücken in ihrer Aussage etwas Unbekanntes aus:

Infinitiv Position 1 Verb Mittelfeld Nebensatz

keine Ahnung haben Ich habe keine Ahnung, ob Sylvia verheiratet ist.

s. fragen Ich frage mich, ob du mich noch liebst.

nach|forschen Warum forschst du nicht nach, ob er das Geld hat.

prüfen Helmut prüft, ob er genug Geld hat.

neugierig sein Ewald ist neugierig, ob Ute einen Freund hat.

• Verben mit "dass" und "ob"

Bestimmte Verben können eine Sicherheit oder eine Unsicherheit ausdrücken. Ist man sich in der Aussage
sicher, so gebraucht man "dass". Ist man sich in der Aussage unsicher, so gebraucht man "ob".

Infinitiv Position 1 Verb Mittelfeld Nebensatz


Morgen erfährst du, dass er dich betrügt.
erfahren
Morgen erfährst du, ob Jochen mitfährt oder nicht.
Ich erinnere mich daran, dass du mich gefragt hast.
s. erinnern (an)
Ich erinnere mich nicht, ob er das gesagt hat.

Er sagte, dass er vorbeikommt.


sagen
Er sagte mir nicht, ob er noch vorbeikommen will.

Es ist wichtig, dass du mitkommst.


(un)wichtig sein
Es ist unwichtig, ob er kommt oder nicht.
Ich weiß, dass du mich belügst.
wissen
Ich weiß; nicht, ob er mir die Wahrheit sagt.

4) Nebensätze auf Position 1.

Eine Satzergänzung stellt man gewöhnlich nach dem Hauptsatz.

Position 1 Verb Mittelfeld Ergänzungssatz

Es tut mir Leid, dass ihr verloren habt.

Es freut mich, dass ihr gewonnen habt.

Bei unpersönlichen Verben muss das " es " auf Position 1 stehen. Steht der Nebensatz auf Position 1, so
entfällt das "es" im Hauptsatz.

Position 1 Position 2 Ende

Ergänzungssatz Verb Satzende

Dass ihr verloren habt, tut mir leid.

Dass ihr gewonnen habt, freut mich.

3
dass-Sätze als Nominativergänzung

1) Was man über dass-Sätze als Nominativergänzung wissen sollte.

Dass-Sätze als Nominativ-Ergänzungen werden zum größten Teil mit unpersönlichen Verben gebildet, deren
Subjekt mit "es" gebildet werden.

• Steht ein Aussagesatz vor dem Nebensatz, steht " es " auf Position 1.
o Es ist schade, dass du jetzt gehen musst.
o Es ärgert mich, dass ich durch die Prüfung gefallen bin.

• Wird die Position 1 anderweitig vergeben, entfällt "es".

o Möglich ist, dass er verreist ist.


o Mir gefällt, dass unser Chef für ein paar Tage nicht vor Ort sein kann.

• Ein Ja- / Nein- Fragesatz wird immer vor dem Nebensatz genannt.
o Stimmt es, dass der Trainer entlassen worden ist?
o Freut es dich, dass deine Mannschaft Pokalsieger geworden ist?

• Steht der Nebensatz zuerst, entfällt " es " im Hauptsatz.


o Dass du mit dem Rauchen aufgehört hast, freut mich.

o Dass dein Hund gestorben ist, tut mir leid.

2) Unpersönliche Verben, die dass-Sätze als Nominativ-Ergänzung einleiten.

Im Folgenden werden einige unpersönliche Verben vorgestellt, die dass-Sätze als Nominativergänzung
einleiten:

• Es ist (nicht) angenehm, dass es wärmer wird.


• Es ärgert mich (nicht), dass du immer zu spät kommst.
• Es ist (nicht) erfreulich, dass so viele Schüler in der Prüfung durchgefallen sind.
• Ist es (nicht) erlaubt, dass man im Zugabteil raucht.
• Es freut mich (nicht), dass du wieder verliebt bist.
• Es gefällt mir (nicht), dass du endlich mal dein Zimmer aufräumst.
• Es ist mir egal, dass Herr Holzhausen entlassen worden ist.
• Es ist (nicht) falsch, dass man Frau Sauerbier gekündigt hat.
• Es ist (nicht) gut für die Banditen, dass man die Pistole gefunden hat.
• Es tut mir (nicht) Leid, dass du deinen Job verloren hast.
• Es ist (nicht) möglich, dass der Patient bald entlassen wird.
• Ist es (nicht) nötig, dass Sie ihm helfen?
• Es ist (nicht) notwendig, dass der undichte Wasserhahn repariert wird.
• Es ist (nicht) richtig, dass man Herrn Sibel entlassen hat.
• Ist es nicht schade, dass der Sommer zu Ende geht?
• Es ist nicht schlecht, dass er auch einmal verloren hat.
• Es ist nicht schön, dass Herr Proll seine Nachbarin beleidigt hat.
• Es stimmt nicht, dass er sie geschlagen hat.
• Ist es nicht traurig, dass Frau Suhler gestorben ist?
• Es ist nicht unangenehm, dass es endlich mal wieder regnet.
• Es ist nicht unmöglich, dass Hannelore zu ihrem Mann zurückkehrt.
• Es ist mir nicht verständlich, dass der Autofahrer mit 1,8 Promille noch Auto fährt.
• Ist es (nicht) wahr, dass der Chef in die neue Mitarbeiterin verknallt ist?
• Es wundert mich nicht, dass der Sohn von Herbert Drogen nimmt.

1
dass-Sätze als Akkusativergänzung

1) Was man über dass-Sätze als Akkusativergänzung wissen sollte.

Die Akkusativ-Ergänzung im Hauptsatz ist normalerweise ein Pronomen, ein Name oder ein Nomen. In einem
dass-Satz als Akkusativ-Ergänzung ist die Akkusativ-Ergänzung ein Nebensatz, der mit der Konjunktion "dass"
eingeleitet wird. Das konjugierte Verb wird wie immer in einem Nebensatz ans Satzende gestellt.

Position 1 / Nominativ Position 2 / Verb Akkusativ-Erg. Satzende

Ich weiß das schon.

Im gezeigten Beispiel ist "das" die Akkusativ-Ergänzung. "Das" steht hier stellvertretend für einen Sachverhalt,
den wir noch nicht kennen, da uns der Sachverhalt, die Information, bisher nicht gesagt wurde. Erst wenn wir
"das" durch einen Satz (=Sachverhalt) angeben, wird uns die Situation deutlich:

Nominativ Verb Mittelfeld dass-Satz als Akkusativ-Ergänzung

Ich weiß schon, dass Bernd den Mathetest mit "sehr gut" bestanden hat.

2) Verben, die dass-Sätze als Akkusativ-Ergänzung einleiten.


Einige Verben bilden sehr häufig einen dass-Satz als Akkusativ-Ergänzung.

Einige ausgewählte Anwendungsbeispiele dazu:

Infinitiv Hauptsatz dass-Satz als Akkusativ-Ergänzung

an|nehmen Dein Chef nimmt an, dass du heute mit Fieber im Bett liegst.

befürchten Ich befürchte, dass ein Klimawandel nicht mehr zu stoppen ist.

behaupten Wer behauptet, dass der Buchhalter das Geld unterschlagen hat?

denken Ich denke, dass du etwas gegen dein Übergewicht tun solltest.

erwarten von Ich erwarte von dir, dass du in der Schule fleißig bist.

s. erzählen Man erzählt sich, dass der Chef in seine Sekretärin verliebt sein soll.

s. fragen Ich frage mich, ob das alles seine Richtigkeit hat.

glauben Man glaubt, dass es auch auf dem Mars Wasser geben könnte.

hören Ich habe gehört, dass Umweltorganisationen Proteste planen.

hoffen Viele Bürger hoffen, dass die neue Regierung die Steuern senken wird.

meinen Erika meint, dass dir das neue Kleid nicht stehen würde.

mit|teilen Es wurde mitgeteilt, dass beim Schusswechsel eine Geisel verletzt wurde.

sagen Warum sagst du mir nie, dass du mich immer noch liebst?

sehen Hast du gesehen, dass er uns den Mittelfinger gezeigt hat?

vergessen Ich habe vergessen, dass unser Vorgesetzte heute Geburtstag hat.

verlangen von Ich verlange von dir, dass du dich in der Schule mehr anstrengst.

vermuten Es wird vermutet, dass sich der Gesuchte noch in der Stadt aufhält.

versprechen Er hat mir versprochen, dass wir im Sommer nach Brasilien fahren.

wissen Hast du gewusst, dass Frau Holm am Herzen operiert worden ist?
s. wünschen Der Junge wünscht sich, dass sich seine Eltern nicht mehr streiten.

1
dass-Sätze als Präpositionalergänzung

1) Was man über dass-Sätze als Präpositionalergänzung wissen sollte.

"Die Präpositional-Ergänzung im Hauptsatz" sind normalerweise Pronomen, Namen oder Nomen.

• Ich interessiere mich nur für dich.

• Peter interessiert sich nur für Petra.

• Holger interessiert sich nur für schnelle Autos.

In einem dass-Satz als Präpositional-Ergänzung ist die Präpositional-Ergänzung kein Nomen, sondern ein

Nebensatz, der mit der Konjunktion "dass" eingeleitet wird.

• Ich freue mich darüber, dass du die Prüfung bestanden hast.

• Wir verlassen uns darauf, dass ihr uns helft.

• Achte bitte darauf, dass du dich nicht schmutzig machst.

Die Präposition bleibt jedoch dem Hauptsatz erhalten. Aus diesem Grund muss man einen Bezug vom

Nebensatz zur Präposition im Hauptsatz herstellen. Dies geschieht

• bei Sachen mit so genannten Präpositionaladverbien " wo(r) " und " da(r) + Präposition"
o Die Präpositionaladverbien wo(r) + Präposition fragen nach der Präpositional-Ergänzung:
- Wofür interessierst du dich?
o Das "r" wird benutzt, wenn die Präposition mit einem Selbstlaut beginnt:

- woran, worauf, woraus, worin, worüber, worum, worunter.


o Alle anderen Präpositionen ohne (r):
- wobei, wofür, wogegen, womit, wovon, wovor, wozu.

o Die Präpositionaladverbien da(r) + Präposition werden benutzt


ƒ wenn die Sache wiederholt wird und somit bekannt ist
ƒ oder wenn die Sache in einem folgenden Nebensatz angegeben wird.
- siehe Anwendungsbeispiele mit Bezug auf Sachen weiter unten.

• und bei Personen mit Präposition + wen / wem / Pronomen. Der Kasus ist dann von der benutzten

Präposition abhängig.

o Auf wen kannst du dich immer verlassen? - Auf dich.

o Mit wem hast du getanzt? - Mit der Lehrerin.

1
2) Anwendungsbeispiele mit Bezug auf Personen

Wenn die Präpositional-Ergänzung eine Person ist, ist in der Regel kein dass-Satz als Präpositional-Ergänzung

möglich, da die Personen entweder mit Namen oder Pronomen angegeben werden. Präpositionaladverbien werden

nur gebraucht, wenn sich die Präpositional-Ergänzung auf Sachen oder Sachinhalte bezieht.

• sich ärgern über + Akk


o Über wen ärgerst du dich manchmal?
o Ich ärgere mich täglich über meinen Chef.

o Über ihn ärgere ich mich allerdings auch öfters.


• sich beschäftigen mit + Dat

o Warum beschäftigst du dich so selten mit deinen Kindern?


o Mit ihnen beschäftige ich mich täglich.

o Aber du beschäftigst dich nur mit deinen Pferden.


• sich interessieren für + Akk

o Ist dir auch schon aufgefallen, dass sich unser Sohn nur noch für Mädchen interessiert?
o Das stimmt so nicht. Er interessiert sich nur für Martina.

o Da gebe ich dir Recht. Für sie interessiert er sich auch, und für Gerda, Lena, Sabine, ...

3) Anwendungsbeispiele mit Bezug auf Sachen

• sich ärgern über + Akk


o Worüber ärgerst du dich manchmal?
o Ich ärgere mich täglich darüber, dass mein Kollege so faul ist.
(Ich ärgere mich täglich über die Faulheit meines Kollegen.)

o Darüber ärgerst du dich?


(Über seine Faulheit ärgerst du dich?)

• sich verlassen auf + Akk


o Worauf kann man sich heute noch verlassen?
o Du kannst dich darauf verlassen, dass dir deine Freunde helfen.

(Du kannst dich auf die Hilfe deiner Freunde verlassen.)


o Natürlich kann ich mich darauf verlassen, dass mir geholfen wird.

(Natürlich kann ich mich auf die Hilfe meiner Freunde verlassen.)
• rechnen mit + Dat

o Womit muss am Wochenende gerechnet werden?


o Natürlich muss am Wochenende damit gerechnet werden, dass es regnet.
(Natürlich muss am Wochenende mit Regen gerechnet werden.)

o Damit muss man in Deutschland immer rechnen.

(Mit Regen muss man in Deutschland immer rechnen.)

Vergleiche auch Nominalisierung

2
Infinitivsätze

1) Was man über Infinitivsätze wissen sollte.

In der deutschen Sprache enden die meisten Verben mit " -en ", (lachen, laufen, machen, ...). Die Grundform

eines Verbs, also die nicht konjugierte Form eines Verbs, nennt man "Infinitiv". Verben im Wörterbuch stehen

immer im Infinitiv. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein " Infinitiv " im Satz stehen. Dies ist oft der

Fall, wenn 2 Verben im gleichen Satz stehen sollen. Als Verbform kann der Infinitiv mit oder ohne "zu" im Satz

stehen.

Infinitiv ohne " zu ": Ich kann die Prüfung schaffen.

Infinitiv mit " zu ": Ich hoffe, die Prüfung zu schaffen.

Sätze werden Infinitivsätze genannt, wenn der Infinitiv mit "zu" gebildet wird.

2) Infinitiv ohne " zu ".

In folgenden Fällen wird der Infinitiv ohne " zu " gebraucht:

• Beim Gebrauch der Modalverben (dürfen, können, müssen, ... ).


o Man soll sich morgens und abends die Zähne putzen.

o Jedes Lebewesen muss eines Tages sterben.


o Bei Rot darf man nicht über die Ampel gehen.
• Beim Gebrauch der Verben " bleiben " und " lassen ".
o Sonntags bleibt meine Frau liebend gerne bis mittags im Bett liegen.
o Seit Anfang des Monats lasse ich mir morgens die Brötchen an die Tür bringen.
• Beim Gebrauch der Verben " gehen " und " fahren ", sowie " sehen " und " hören ".

o Jeden Samstag gehen meine Eltern stundenlang in der Stadt einkaufen.


o Mein Bruder fährt am liebsten mit seinem Auto spazieren.
o Bei klarem Himmel sieht man am Horizont viele Flugzeuge fliegen.

o Früh morgens hört man auf dem Land sehr viele Vögel zwitschern.

• Bei der Bildung des Futur I mit dem Hilfsverb " werden ".
o Nächste Woche wird unser Chef für eine Woche nach Amsterdam fliegen.
• Bei der Bildung des Konjunktivs II mit dem Hilfsverb " würden ".

o Am liebsten würde ich jetzt ins Bett gehen.

3) Infinitiv mit " zu "

Wenn man von Infinitivsätzen spricht, ist immer die Infinitivkonstruktion mit "zu" gemeint.

• Bestehst du die Prüfung? - Ja, ich bestehe die Prüfung. Na ja, ich hoffe es zumindest.
• Reparierst du das Auto? - Ja, ich repariere es selbst. Na ja, ich versuche es.

1
Eine Infinitivkonstruktion mit "zu" ist ein subjektloser Nebensatz, dem ein Hauptsatz vorausgeht. Das

Subjekt wird im Hauptsatz bestimmt.

• Bestehst du die Prüfung? - Ja, ich hoffe, die Prüfung zu bestehen.


• Reparierst du das Auto? - Ja, ich versuche, selbst das Auto zu reparieren.
o Infinitivkonstruktionen haben kein Subjekt. Es entfällt.
o Infinitivkonstruktionen können sich entweder auf eine Person oder Sache im Hauptsatz
beziehen.
o Da Infinitivsätze kein Subjekt haben, können sie auch nicht konjugiert werden und stehen
deshalb im Infinitiv.
o Der Infinitiv steht am Satzende der Infinitivkonstruktion.
o " zu " + Infinitiv sind zwei Wörter, sie werden getrennt geschrieben.

Handelt es sich um ein trennbares Verb, so steht " zu " zwischen Verbzusatz (Vorsilbe) und dem Verb. Der

Infinitiv der trennbaren Verben wird demnach zusammengeschrieben.

• Er versucht, das Fenster aufzumachen.


• Er versucht, das Fenster wieder zuzumachen.

4 ) Infinitivsatz oder dass-Satz?

Infinitivsätze und dass-Sätze gehören zu der Familie der Satzergänzungen. Sie sind also irgendwie miteinander
verwandt. Bestimmte Verben können sowohl einen dass-Satz als auch eine Infinitivkonstruktion bilden.
Bestimmte Verben bestimmen also, ob man einen Ergänzungssatz bilden kann oder nicht. "Hoffen" ist so ein
Verb, das einen Ergänzungssatz einleiten kann. (Weitere Verben werden weiter unten vorgestellt.)

• Ich hoffe, dass ich meine Jugendliebe bald wiedersehe.

• Ich hoffe, meine Jugendliebe bald wiederzusehen.

o Ein dass-Satz ist jederzeit möglich, sofern das Verb im einleitenden Satz einen
Ergänzungssatz zulässt.

o Wenn sich der einleitende Satz (Ich hoffe, ... ) und der folgende Ergänzungssatz (dass...)
auf eine identische Person / Sache (ich) bezieht, kann eine Infinitivkonstruktionen gebildet
werden.

o In einer Infinitivkonstruktion fällt das Subjekt (ich) sowie die Konjunktion (dass) weg. Der
Infinitiv mit "zu" wird ans Satzende gestellt.

o Es wird empfohlen, die beiden Sätze mit einem Komma zu trennen, ist aber fakultativ.

• Ich hoffe, dass mein Sohn die schwierige Prüfung besteht.

• Peter freut sich darüber, dass seine Tochter die Fahrprüfung bestanden hat.

o In den Beispielen ist keine Infinitivkonstruktion möglich, da die Personen nicht identisch sind
(ich / mein Sohn /// Peter / seine Tochter).

o Nur bei identischen Personen ist eine Infinitivkonstruktion möglich!!!

2
5) Wichtige Verben, die oft eine Infinitivkonstruktion einleiten.

Einige Verben bilden sehr häufig eine Infinitivkonstruktion. Einige ausgewählte Anwendungsbeispiele dazu:

Infinitiv Hauptsatz Infinitivkonstruktion

an|bieten Er hat mir angeboten, mir bei der schwierigen Arbeit behilflich zu sein.

an|fangen Gleich fängt es an, zu regnen.

auf|hören Hör doch endlich auf, den ganzen Tag an unserer Tochter rumzunörgeln.

beabsichtigen Wir beabsichtigen, in den nächsten Jahren ein Haus zu bauen.

beginnen Der Student beginnt, sich auf die schwierige Prüfung vorzubereiten.

s. bemühen Bemüh dich darum, endlich auf eigenen Füßen zu stehen.

beschließen Der Kanzler beschloss, die erneuerbaren Energien massiv auszubauen.

bitten Ich bitte dich, die Türen leise zu schließen.

denken an Denk bitte daran, morgen die Mülltonnen auf die Straße zu stellen.

s. entschließen Er entschließt sich, sich von seiner untreuen Frau scheiden zu lassen.

erlauben Mein Vater erlaubt mir, mit euch im Sommer nach Italien zu fahren.

gelingen Gelingt es dir, die alte Waschmaschine zu reparieren?

glauben Warum glaubst du, eines Tages steinreich zu sein?

helfen bei Hilf mir doch dabei, den alten Schrank auf den Speicher zu tragen.

hoffen auf Viele hoffen darauf, einmal das ganz große Geld zu gewinnen.

meinen Warum meinst du, immer Recht haben zu müssen?

scheinen Der Fremde scheint, kein einziges Wort zu verstehen.

verbieten Ich verbiete dir, mit diesem faulen Taugenichts auszugehen.

vergessen Er hat vergessen, seiner Frau zum Geburtstag zu gratulieren.

versprechen Versprich mir, für immer und ewig treu zu bleiben.

versuchen Versuch mal, diesen Kastanienbaum hochzuklettern.

vor|haben Seppel hat vor, im nächsten Jahr nach Brasilien zu fliegen.

warnen vor Ich warne dich davor, dich mit diesem miesen Typ anzulegen.

s. weigern Er hat sich geweigert, die Tische in den Keller zu bringen.

3
6) Wichtige Adjektive und Partizipien, die eine Infinitivkonstruktion einleiten.

Darüber hinaus bilden einige Adjektive und Partizipien in Verbindung mit dem Verb "sein" sehr häufig eine

Infinitivkonstruktion.

Einige ausgewählte Anwendungsbeispiele dazu:

Infinitiv Hauptsatz Infinitivkonstruktion

bereit sein zu Er ist dazu bereit, dir endlich Paroli zu bieten.

entschlossen sein Ich bin fest entschlossen, unserem Chef meine Meinung zu sagen.

erlaubt sein Es ist nicht erlaubt, in öffentlichen Gebäuden zu rauchen.

erstaunt sein über Wir sind darüber erstaunt, dich hier im Hofbräuhaus zu treffen.

falsch sein Es war falsch von dir, das Auto zu verkaufen.

gesund sein Es ist nicht gesund, stundenlang am Computer zu spielen.

gewohnt sein Ich bin es gewohnt, täglich nur 4 Stunden zu schlafen.

gut sein Es ist gut, sich auf Freunde verlassen zu können.

leicht sein Es ist nicht leicht, viel Geld zu verdienen.

richtig sein Es war richtig, den faulen Mitarbeiter zu entlassen.

überzeugt sein von Wir sind davon überzeugt, die qualifiziertesten Mitarbeiter zu haben.

verboten sein Es ist verboten, mit Schuhen eine Moschee zu betreten.

wichtig sein Es war wichtig, den Kollegen das Problem zu erläutern.

7) Wichtige Nomen, die eine Infinitivkonstruktion einleiten.

Zu guter Letzt bilden einige Nomen sehr häufig eine Infinitivkonstruktion. Einige ausgewählte

Anwendungsbeispiele dazu:

Infinitiv Hauptsatz Infinitivkonstruktion

die Absicht haben Er hat die Absicht, nach Paris zu fahren.

Angst haben (vor) Er hat Angst, zu versagen.

eine Freude sein Es ist uns eine Freude, Sie hier begrüßen zu dürfen.

(keine) Lust haben Hast du Lust, mit mir ins Kino zu gehen?

Problem haben Sie hatte das Problem, zu viele falsche Freunde zu haben.

Spaß haben bei Wir hatten Spaß dabei, Herrn Stoppa zu veräppeln.

(keine) Zeit haben Ich habe keine Zeit, ständig mein Zimmer aufzuräumen.

4
Indirekte Fragesätze

1) Was man über indirekte Fragesätze wissen sollte.


Man unterscheidet zwei Fragesätze:

• Ja-/Nein- Fragen (Entscheidungsfragen): (Verb = Position 1)

o Liebst du deinen neuen Freund?


o Wollen die asiatischen Kunden Toilettenpapierrollen kaufen?
o Interessiert Frau Mutzke sich für den roten Sportwagen?
o Warten die Besucher auf Herrn Muckelschnuckel?

• W-Fragen (Ergänzungsfragen): (W-Frage = Position 1 und Verb = Position 2)


o Woher kommt die attraktive Studentin?
o Was machen Sie hier in meinem Büro?
o Worauf warten die europäischen Touristen?
o Welcher Wein schmeckt unseren Gästen besser?

Bei den gezeigten Beispielen handelt es sich um direkte Fragen. Fragen können aber auch in Nebensätzen

stehen. Steht eine Frage im Nebensatz, spricht man von einer indirekten Frage. Indirekte Fragen wirken viel

höflicher als einfache Fragen.

• Bei Ja-/Nein- Fragen benutzt man die Konjunktion " ob ":

Hauptsatz Konjunktion Mittelfeld Verb

Kannst du mir sagen, ob du deinen neuen Freund liebst.

Wissen Sie, ob die asiatischen Kunden Toilettenpapierrollen kaufen wollen.

Ich wüsste gern, ob sich Frau Mutzke für den roten Sportwagen interessiert.

Können Sie uns sagen, ob die Besucher auf Herrn Muckelschnuckel warten.

• W-Fragen bleiben W-Fragen:

Hauptsatz Konjunktion Mittelfeld Verb

Ich hätte gern gewusst, woher die attraktive Studentin kommt.

Könnten Sie mir bitte sagen, was Sie hier in meinem Büro machen.

Niemand weiß, worauf die europäischen Touristen warten.

Unser Chef möchte wissen, welcher Wein unseren Gästen besser schmeckt.

o Indirekte Fragesätze sind Nebensätze.


o In Nebensätzen steht das konjugierte Verb am Satzende.

o Indirekte Fragesätze wirken höflicher.


o Die Konjunktion "ob" steht bei Ja- / Nein- Fragen und leitet einen Nebensatz ein.

o Eine W-Frage bleibt eine W-Frage, wird jedoch zum Nebensatz.

1
Infinitivkonstruktionen

1) Was man über Infinitivkonstruktionen wissen sollte.

Die Infinitivkonstruktionen "um ... zu", "ohne ... zu" und "anstatt ... zu" sind unabhängig von bestimmten

Verben. Sie haben andere Funktionen. Sie haben allerdings gemein, dass das Verb im Infinitiv am Satzende

steht und dass sie subjektlos sind.

• Die Studenten lernen Deutsch, um in Deutschland zu studieren.


• Helmut ging nach Hause, ohne sich zu verabschieden.

• Der Programmierer surft im Internet, anstatt zu arbeiten.

2) "um ... zu"

Mit der Konjunktion "um ... zu" werden Finalsätze ausgedrückt. Ein Finalsatz fragt nach einem Ziel bzw. einer

Absicht. Das Fragewort lautet "wozu". Ist das Subjekt im Beziehungssatz (=Hauptsatz) mit dem Nebensatz

identisch, wird die Konjunktion "um ... zu" benutzt. In der Infinitivkonstruktion entfällt das Subjekt. Der Infinitiv

wird am Ende des Satzes gestellt.

• Wozu lernst du Deutsch?


o Ich möchte in Deutschland studieren.
o Ich möchte mich besser mit Deutschen unterhalten können.
o Ich möchte bessere Berufsaussichten haben.

o Ich möchte die Deutschen besser verstehen können.

Hauptsatz Konj. Mittelfeld zu + Infinitiv

Ich lerne Deutsch, um in Deutschland studieren zu können.

Ich lerne Deutsch, um mich besser mit Deutschen unterhalten zu können.

Ich lerne Deutsch, um bessere Berufsaussichten zu haben.

Ich lerne Deutsch, um die Deutschen besser verstehen zu können.

Siehe auch Finalsätze

1
3) "ohne ... zu"

Die Konjunktion "ohne ... zu" kann anstelle einer Negation benutzt werden.

• Peter ist nach Hause gegangen. Er hat sich nicht verabschiedet.

• Der Angler fischt am See. Er hat keinen Angelschein.


• Frau Jolly geht im Supermarkt einkaufen. Sie hat kein Geld dabei.

• Der Autofahrer fährt in der Nacht Auto. Er hat das Licht nicht angeschaltet.

Hauptsatz Konj. Mittelfeld zu + Infinitiv

Er ist nach Hause gegangen, ohne sich zu verabschieden.

Der Angler fischt am See, ohne einen Angelschein zu haben.

Frau Jolly geht einkaufen, ohne Geld dabei zu haben.

Er fährt in der Nacht Auto, ohne das Licht anzuschalten.

Siehe auch Negation / Konjunktionen mit verneinenden Aussagen und fehlende Begleitumstände

4) "(an)statt ... zu"

Die Konjunktion "(an)statt ... zu" benutzt man, wenn etwas anderes passiert, als die erwartete Situation.

• Hans hilft seinem Freund nicht. Er bleibt lieber zu Hause.


• Herr Kost bleibt nicht zu Hause. Er arbeitet lieber.
• Elke sieht nicht gern fern. Lieber liest sie ein spannendes Buch.

• Arndt geht nicht gern schwimmen. Er geht lieber spazieren.

Hauptsatz Konj. Mittelfeld zu + Infinitiv

Hans bleibt lieber zu Hause, anstatt seinem Freund zu helfen.

Herr Kost arbeitet lieber, anstatt zu Hause zu bleiben.

Elke liest lieber ein Buch, statt fernzusehen.

Arndt geht lieber spazieren, statt schwimmen zu gehen.

Siehe auch alternative Begleitumstände

2
Nomen (Substantiv, Hauptwort)

1) Was man über Nomen (Substantive, Hauptwörter) wissen sollte.

Im Deutschen sind etwa 50 % aller Wörter Nomen. Nomen werden auch Substantive oder Hauptwörter
genannt. Nomen und Namen beginnen im Deutschen immer mit einem großen Buchstaben!

• Haus; Maus; Mann; Frau; Kind; Universität; Bürgermeister; Umweltschutzorganisation; ...

Nomen haben im Deutschen ein grammatisches Geschlecht, auch Genus genannt. Man unterscheidet drei
verschiedene Geschlechter. Das Geschlecht wird mit einem Artikel angegeben:

• Maskulinum, maskulin oder männlich sind: (Artikel = der)


der Abend, der Bart, der Computer, der Dienstag, der Esel, der Fuß, der Gast, ...
• Femininum, feminin oder weiblich sind: (Artikel = die)
die Arbeit, die Bluse, die Cafeteria, die Dose, die Erde, die Fantasie, die Geige, ...
• Neutrum, neutral oder sächlich sind: (Artikel = das) das Auto, das Bier, das Café, das Deodorant,
das Elfenbein, das Fest, das Geschenk, ...

Nomen können im Singular oder Plural stehen. Der Artikel für alle Nomen im Plural ist "die":

Maskulinum Femininum Neutrum

Singular Plural Singular Plural Singular Plural

der Abend die Abende die Arbeit die Arbeiten das Auto die Autos

der Bart die Bärte die Bluse die Blusen das Band die Bänder

der Computer die Computer die Cafeteria die Cafeterien das Café die Cafés

der Dienstag die Dienstage die Dose die Dosen das Deodorant die Deodorants

der Esel die Esel die Erbse die Erbsen das Elfenbein die Elfenbeine

der Fuß die Füße die Fantasie die Fantasien das Fest die Feste

der Gast die Gäste die Geige die Geigen das Geschenk die Geschenke

Nomen und ihre Begleiter (Artikel) werden dekliniert:

• maskulin:
Die Frau küsst den Mann. / Die Frau des Mannes heißt Elvira.

• feminin:
Hilfst du der Frau? / Die Frau heißt Isolde.

• neutral:

Gratulierst du dem Kind? / Die Mutter des Kindes heißt Edeltraud.

Die jeweilige Deklination des Nomens und seine Begleiter gibt der Kasus vor, in dem das Nomen steht.

1
Kleine Hilfen zur Artikelbestimmung (Genusbestimmung)

1) Hilfen zur Artikelbestimmung (Genus) der Nomen


Die englische Sprache zeigt sich bei der Artikelbestimmung äußerst intelligent. Alle Nomen haben den
gleichen Artikel "the". Das Spanische hingegen hat zwei Geschlechter, maskulin ("el") und feminin ("la"). Im
Deutschen dagegen unterscheidet man drei Geschlechter (Genus):

• Maskulinum
o Der Artikel lautet " der ": der Mann
• Femininum
o Der Artikel lautet " die ": die Frau
• Neutrum
o Der Artikel lautet " das ": das Kind

Bei der Artikelbestimmung ergibt sich folgende Problematik:

• the sun, el sol, die Sonne


• the moon, la luna, der Mond

Eine Artikelbestimmung in der englischen Sprache ist demnach kein Problem. Aber warum ist:

• "the sun" im Spanischen maskulin und im Deutschen feminin und


• "the moon" im Spanischen feminin und im Deutschen maskulin?

Die Artikelbestimmung im Deutschen ist leider sehr schwierig.

Am besten lernt man ein neues Nomen immer zusammen mit dem jeweiligen Artikel.

Tipp: Alle neuen Nomen werden mit Pluralbildung in eine Tabelle geschrieben:

Maskulinum Femininum Neutrum nur Plural

der Mond, -e die Sonne, -n das Auge, -n die Ferien

der Osterhase, -n die Tafel, -n das Bett, -en die Leute

... ... ... ...

2) Genusbestimmung durch das biologische Geschlecht

Das Genus richtet sich normalerweise nach dem biologischen Geschlecht:

• maskulin
der Mann, der Schüler, der Student, der Lehrer, der Dozent, der Herr, der Mechaniker, ...

• feminin
die Frau, die Schülerin, die Studentin, die Lehrerin, die Dozentin, die Mechanikerin, ...
o Bei Berufen wird beim femininen Geschlecht in der Regel ein - in angehängt.
o Es gibt folgende Ausnahmen:
das Weib, das Baby, das Kind, das Mädchen, das Fräulein, die Person
o Bei bestimmten Berufen gilt:
die Hausfrau / der Hausmann // der Kaufmann / die Kauffrau

1
3) Genusbestimmung durch Nachsilben

Das Genus kann man bei einigen Nomen an den Nachsilben erkennen. Nomen sind

• bei folgenden Endungen neutral (Neutrum = das):


o -chen (Diminutive: -chen und -lein macht alles klein)
- Bäumchen, Bärchen, Häschen, Herzchen, Mädchen, Schätzchen, Stühlchen, ...
o -lein
- Bächlein, Fräulein, Häuslein, Peterlein, Strümpflein, Stühllein, Tischlein, ...
o -ment
- Argument, Dokument, Element, Instrument, Medikament, Statement, ...
o -tum
- Brauchtum, Christentum, Eigentum, ... (Ausnahmen: der Irrtum, der Reichtum)
o -um
- Datum, Publikum, Stadium, Universum, ...

• bei folgenden Endungen feminin (Femininum = die):


o -anz
Allianz, Arroganz, Bilanz, Distanz, Toleranz, ...
o -ei
Bäckerei, Bücherei, Druckerei, Metzgerei, Reederei, Tischlerei, Schlägerei, ...
o -enz
Existenz, Intelligenz, Konferenz, Prominenz, Tendenz, ...
o -heit
Frechheit, Freiheit, Geborgenheit, Krankheit, Sicherheit, Trunkenheit, Wahrheit, ...
o -ie
Demokratie, Energie, Fotografie, Linie, Ökonomie, Prämie, Studie, ...
o -keit
Einigkeit, Einsamkeit, Geschwindigkeit, Heiterkeit, Müdigkeit, Sauberkeit, ...
o -ik
Fabrik, Klinik, Politik, Statistik, Technik, ...
o -in (weibliche Berufsbezeichnungen)
Ärztin, Köchin, Sekretärin, Schneiderin, Chemikerin, ...
o -ion
Aktion, Diskussion, Information, Nation, Position, Produktion, Region, Religion, ...
o -ität
Aggressivität, Aktivität, Humanität, Objektivität, Passivität, Stabilität, ...
o -schaft
Feindschaft, Freundschaft, Gesellschaft, Mannschaft, Meisterschaft, Partnerschaft, ...
o -ung
Bewegung, Endung, Entfernung, Erziehung, Hoffnung, Umgehung, Zeitung, ...
o -ur
Agentur, Diktatur, Natur, Rasur, Rezeptur, Tastatur, Zensur, ...

• bei folgenden Endungen maskulin (Maskulinum = der):


o -ant
Emigrant, Fabrikant, Lieferant, Mandant, Repräsentant, Spekulant, ...
o -ent
Absolvent, Agent, Dirigent, Interessent, Konkurrent, Patient, Präsident, Student, ...
o -ich
Gänserich, Kranich, Pfirsich, Teppich, ...
o -ling
Feigling, Lehrling, Pfifferling, Schmetterling, Zwilling, ...

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o die meisten Nomen auf -er
(Ausnahmen: die Butter, das Fenster, die Leiter, die Mutter)
o -ismus
Alkoholismus, Atheismus, Faschismus, Nationalsozialismus, Rassismus, Realismus, Sexismus,
Tourismus, ...
o -ist
Artist, Jurist, Journalist, Optimist, Pessimist, Realist, Terrorist, Tourist, ...
o -or
Autor, Direktor, Doktor, Katalysator, Moderator, Monitor, Motor, Reaktor, ...

4) Genusbestimmung durch Bedeutungen


Das Genus einiger Nomen kann man an seiner Bedeutung erkennen.

• Folgende Nomen sind immer maskulin:


o Tageszeiten, Jahreszeiten, Monate, Wochentage
Morgen, Mittag, Abend, Frühling, Sommer, Januar, Februar, Montag, Dienstag, ...
(Ausnahmen: die Nacht, die Mitternacht)
o Himmelsrichtungen
Süden, Westen, Norden, Osten, Südwesten, Nordosten, ...
o Wetter, Niederschläge
Föhn, Hagel, Hurrikan, Monsun, Nebel, Regen, Schnee, Tornado, Wind, ...
(Ausnahmen: das Eis, die Hitze, die Kälte, die Wolke)
o alkoholische Getränke
Cognac, Likör, Punsch, Rum, Schnaps, Sekt, Tequila, Wein, Wodka, ...
(Ausnahme: das Bier)
o Automarken
Audi, Fiat, Ford, Mercedes, Toyota, VW, ...

• Folgende Nomen sind immer feminin:


o Motorradnamen
BMW, Honda, Kawasaki, Yamaha, ...
o Schiffsnamen
Gorch Fock, Kaiser Wilhelm, Titanic, Queen Elizabeth, ...
o Zigarettennamen
Camel, Havanna, Lord Extra, Marlboro, ...
o Substantivierte Zahlen
Eins, Zwei, Dreizehn, Hundert, Tausend, Million, Milliarde, Billion, ...

• Folgende Nomen sind immer neutral

o Farbnamen

Blau, Himmelblau, Rosarot, Rot, Schneeweiß, Weiß, ...

o Substantivierte Verben

Essen, Lernen, Reisen, Trinken, ...

Am besten lernt man ein neues Nomen immer zusammen mit dem jeweiligen Artikel.

3
Plural (Mehrzahl)

1) Was man über den Plural (Mehrzahl) wissen sollte.

Die meisten Nomen haben zwei Formen:

• Singular ( Einzahl )
Der Singular gibt an, dass das entsprechende Nomen nur einmal vorhanden ist.
o Eberhard hat ein Haus.
o Sein Haus ist sehr groß.
• Plural ( Mehrzahl )
Der Plural gibt an, dass das entsprechende Nomen mehrmals vorhanden ist.
o Eberhard hat viele Häuser.
o Seine Häuser sind sehr groß.

Bei der Pluralbildung lässt sich keine allgemeingültige Regel bestimmen. Die meisten Nomen jedoch bilden ihre

Pluralform mit " (e)n " oder " e ". Einige bilden bei der Pluralbildung einen Umlaut ( ä / ö / ü ).

Alle Nomen im Plural haben den Pluralartikel " die ".

2) Die Pluralformen

Man unterscheidet folgende Pluralformen:

• Maskuline und neutrale Nomen, die auf -er, -en, -el, -chen, -lein enden, haben keine Pluralendung!

Maskuline Nomen erhalten bei den Selbstlauten a, o, und u oft einen Umlaut.

das Fenster - die Fenster der Fehler - die Fehler der Apfel - die Äpfel

das Mädchen - die Mädchen der Garten - die Gärten der Vater - die Väter

das Männlein - die Männlein das Zeichen - die Zeichen der Vogel - die Vögel

• Die meisten maskulinen und neutrale Nomen bilden ihre Pluralform mit -e. Die maskulinen Nomen haben

oft einen Umlaut, feminine Nomen dagegen immer.

der Ball - die Bälle das Boot - die Boote die Kuh - die Kühe

der Tag - die Tage das Gedicht - die Gedichte die Laus - die Läuse

der Tisch - die Tische das Telefon - die Telefone die Nacht - die Nächte

• Alle maskulinen Nomen der n-Deklination, die meisten femininen Nomen, viele Fremdwörter sowie

einige neutrale Nomen bilden ihre Pluralform mit -(e)n. Die Pluralform wird in dieser Gruppe fast immer

ohne Umlaut gebildet.

der Junge - die Jungen das Auge - die Augen die Frage - die Fragen

der Löwe - die Löwen das Bett - die Betten die Idee - die Ideen

der Student - die Studenten das Ohr - die Ohren die Straße - die Straßen

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• Die meisten neutralen Nomen sowie einige maskuline Nomen bilden ihre Pluralform mit der Endung -er.

In dieser Gruppe bilden die meisten Nomen mit den Selbstlauten a, o oder u einen Umlaut.

das Buch - die Bücher das Land - die Länder das Wort - die Wörter

das Haus - die Häuser der Mann - die Männer der Wald - die Wälder

das Bild - die Bilder das Kind - die Kinder das Licht - die Lichter

• Nomen mit den Endungen a, i, o oder u, Abkürzungen sowie Fremdwörter aus dem Englischen bilden

ihre Pluralform mit -s.

das Foto - die Fotos das Kino - die Kinos das Taxi - die Taxis

das Sofa - die Sofas die Oma - die Omas der Opa - die Opas

der Lkw - die Lkws der Pkw - die Pkws das Team - die Teams

• Nomen mit den Endungen -nis und -in verdoppeln ihren Konsonanten.

das Ereignis - die Ereignisse das Ergebnis - die Ergebnisse

die Ärztin - die Ärztinnen die Lehrerin - die Lehrerinnen

3) Die Pluralformen bei Fremdwörtern

Fremdwörter behalten teilweise ihre ursprüngliche Pluralendung, andere übernehmen die deutsche Pluralendung -

en. Einige ausgewählte Fremdwörter bilden ihre Pluralendung wie folgt:

• Pluralformen mit -en

das Album - die Alben der Atlas - die Atlanten das Datum - die Daten

die Firma - die Firmen der Globus - die Globen das Konto - die Konten

das Museum - die Museen das Risiko - die Risiken das Thema - die Themen

• Fremde Pluralendungen

der Index - die Indizes das Komma - die Kommata das Lexikon - die Lexika

das Praktikum - die Praktika das Solo - die Soli das Visum - die Visa

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4) Nomen, die nur im Singular- oder nur im Plural benutzt werden.

Einige Nomen werden nur im Singular oder nur im Plural benutzt. Die wichtigsten davon werden in folgender

Tabelle aufgeführt:

nur Singular nur Plural

das Alter der Ärger die Alimente die Einkünfte

der Frieden das Geld die Eltern die Ferien

die Geduld das Glück die Gebrüder die Geschwister

die Hitze die Kälte die Kosten die Lebensmittel

der Lärm die Zeit die Leute die Personalien

• Ich habe kein Geld. Bernd hat keine Zeit. Der Lehrer hat viel Geduld. ...

• Meine Eltern sind nicht da. Die Ferien sind schön. Die Lebensmittel sind teuer. ...

5) Pluralformen im Dativ

Wird eine Pluralform im Dativ benutzt, so erhält die Pluralform ein zusätzliches -n.

• Mit den Jahren hat sich Rolf stark verändert.


• Die Eltern haben ihren Kindern zu Weihnachten Fahrräder geschenkt.

• Wie geht es deinen Freunden?

• Seit Monaten hat es hier nicht mehr geregnet.

• Das Essen hat unseren Gästen sehr gut geschmeckt.

Ausnahmen: Das Plural-n entfällt,

• wenn die Pluralform mit -s gebildet wird und


o Mit diesen Fotos ist er weltberühmt geworden.

o Bei den Omas ist es manchmal am schönsten.


• wenn die Pluralendung bereits ein -n ist.

o Jochen hat gestern nur mit einem hübschen Mädchen getanzt.


o Auf den Straßen ist man sich heute nicht mehr sicher.

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Nomenkomposita

1) Was man über das Nomenkompositum wissen sollte.

Die Bildung von neuen Substantiven geschieht in der deutschen Sprache relativ häufig. In einem Kompositum

(Plural: Komposita) werden verschiedene Wörter zu einem neuen Wort zusammengefügt. Ein Kompositum besteht

aus mindestens zwei Wörtern. Ein Nomenkompositum kann auch aus vielen verschiedenen Wörtern bestehen.

Manchmal ist ein Nomenkompositum aus vier, fünf, sechs und mehr Einzelwörtern zusammengesetzt (Beispiele

dazu). In einem Nomenkompositum bestimmt das letzte Nomen das Genus und den Numerus. Ein

Nomenkompositum kann sich zusammenstellen aus:

• Nomen + Nomen

der Tisch + die Decke die Tischdecke

das Haus + die Tür + der Schlüssel der Haustürschlüssel

Eine Tischdecke ist eine Decke für den Tisch.

Ein Haustürschlüssel ist ein Schlüssel für die Tür eines Hauses.

• Verb + Nomen

warten + das Zimmer das Wartezimmer

rasieren + der Apparat der Rasierapparat

Ein Wartezimmer ist ein Zimmer, in dem man wartet.

Ein Rasierapparat ist ein Apparat, mit dem man sich rasiert.

• Adjektiv + Nomen

alt + das Papier das Altpapier

frisch + das Fleisch das Frischfleisch

Altpapier ist altes Papier.

Frischfleisch ist Fleisch, das frisch ist.

• Adverb + Nomen

links + die Kurve die Linkskurve

nicht + der Raucher der Nichtraucher

Eine Linkskurve ist eine Kurve, die nach links geht.

Ein Nichtraucher ist eine Person, die nicht raucht.

1
2) Fugenzeichen

Werden zwei Nomen aneinandergereiht, geschieht dies bei der Mehrzahl dieser Wortkombinationen problemlos:

• das Fenster + das Glas = das Fensterglas /// der Kredit + die Karte = die Kreditkarte

Etwa bei 30 Prozent der Zusammensetzungen wird ein so genanntes " Fugenzeichen " eingefügt. Ein
Fugenzeichen ist ein Verbindungslaut zwischen den beiden Wörtern, meist -e, -(e)s, -(e)n oder -er. Leider gibt
es keine festen Regeln für die Einfügung eines Fugenzeichens. Relativ häufig ist das " Fugen-s " anzutreffen.
Meistens dienen die Fugenzeichen der Aussprache. Einige ausgewählte Beispiele:

• Fugenzeichen -e (seltener / oft Verb (-(e)n vom Infinitiv fällt weg) + Nomen)

o lesen + die Brille = die Lesebrille /// baden + das Zimmer = das Badezimmer
o schlafen + das Zimmer = das Schlafzimmer /// sprechen + die Stunde = die Sprechstunde
o der Hund + Hütte = die Hundehütte /// die Maus + die Falle = die Mausefalle

• Fugenzeichen -(e)s ( häufiger anzutreffen ) Oft bei Zusammensetzungen mit Wörtern auf -tum, -ling, -ion,
-tät, -heit, -keit, -schaft, -sicht, und -ung anzutreffen.

o die Geburt + der Tag + das Geschenk = das Geburtstagsgeschenk


o die Gesundheit + der Minister = der Gesundheitsminister
o die Schwangerschaft + der Test = der Schwangerschaftstest

• Fugenzeichen -(e)n (meist die entsprechende Pluralform)


o der Student + der Ausweis = der Studentenausweis

o die Straße + die Bahn = die Straßenbahn


o der Rabe + die Mutter = die Rabenmutter

• Fugenzeichen -er (meist die entsprechende Pluralform)


o das Kind + das Zimmer = das Kinderzimmer
o das Wort + das Buch = das Wörterbuch

o der Mann + der Gesang + der Verein = der Männergesangsverein

3) Einige Beispiele für lange Nomenkomposita

• die Armbrust

• die Mehrzweckhalle
• das Mehrzweckkirschentkerngerät
• die Gemeindegrundsteuerveranlagung
• die Nummernschildbedruckungsmaschine

• der Mehrkornroggenvollkornbrotmehlzulieferer
• der Schifffahrtskapitänsmützenmaterialhersteller

• die Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft
• die Feuerwehrrettungshubschraubernotlandeplatzaufseherin

• der Oberpostdirektionsbriefmarkenstempelautomatenmechaniker
• das Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz

• die Donaudampfschifffahrtselektrizitätenhauptbetriebswerkbauunterbeamtengesellschaft

2
N-Deklination (schwache Nomen)

1) Was man über die N-Deklination (schwache Nomen) wissen sollte.

Zu der Gruppe der N-Deklination gehören nur maskuline Nomen! Nomen der N-Deklination, auch

schwache Nomen genannt, erhalten im Akkusativ, Dativ und Genitiv ein zusätzliches " -n ".

• ( 1 ) Können Sie mir bitte den Namen des Zeugen buchstabieren?


• ( 2 ) Können Sie mir bitte die Namen der Zeugen buchstabieren?
• ( 3 ) Das Mädchen hat mit dem Jungen aus der Nachbarschaft getanzt.
• ( 4 ) Das Mädchen hat mit den Jungen aus der Nachbarschaft getanzt.

o Die Nomen "der Junge, der Name und der Zeuge" sind schwache Nomen.

o Nomen, die zur N-Deklinationsgruppe gehören, erhalten im Singular Akkusativ, Dativ und
Genitiv ein zusätzliches " -n ".

o In den Beispielen unter den Ziffern 1 und 3 stehen die Nomen im Singular. Dies kann
man aber nur am Artikel erkennen.
§ ( 1 ) den Namen = Akkusativ maskulin Singular
§ ( 1 ) des Zeugen = Genitiv maskulin Singular
§ ( 3 ) dem Jungen = Dativ maskulin Singular

o In den Beispielen unter den Ziffern 2 und 4 stehen die Nomen im Plural. Dies kann man
aber nur am Artikel erkennen.
N-Deklination und Pluralbildung ist beim Nomen identisch.
§ ( 2 ) die Namen = Akkusativ Plural
§ ( 2 ) der Zeugen = Genitiv Plural
§ ( 4 ) den Jungen = Dativ Plural

o Nur der deklinierte Artikel lässt eine Unterscheidung zwischen N-Deklination im


Singular und Plural zu!

o Nur maskuline Nomen gehören zur N-Deklination!

2) Wie erkennt man Nomen der N-Deklination?

Die Zahl der Nomen, die zur Gruppe der N-Deklination gehören, ist relativ klein.

Schwache Nomen

• sind immer maskulin


• enden immer auf -e. Zu dieser Gruppe gehören vor allem:
der Buchstabe, der Gedanke, der Name ( diese 3 Nomen im Genitiv + -s = Namens ) und

1
o Nationalitäten
der Afghane, der Baske, der Brite, der Bulgare, der Chinese, der Däne, der Franzose, der

Grieche, der Ire, der Jugoslawe, der Kroate, der Kurde, der Mongole, der Pole, der Russe, der
Schotte, der Türke, der Ungar.

o Personen
der Bote, der Bube, der Bursche, der Erbe, der Experte, der Gatte, der Heide, der Insasse,

der Junge, der Junggeselle, der Knabe, der Kollege, der Kommilitone, der Komplize, der
Kunde, der Laie, der Neffe, der Riese, der Sklave, der Zeuge.

o Tiere
der Affe, der Bär, der Bulle, der Coyote, der Drache, der Hase, der Falke, der Fink, der Löwe,
der Ochse, der Rabe, der Schimpanse.

• enden auf -and, -ant, -ent ( meist Personen ) n-Deklination + -en = den Studenten
der Absolvent, der Agent, der Assistent, der Astronaut, der Demonstrant, der Diamant, der

Dirigent, der Doktorand, der Elefant, der Emigrant, der Konsonant, der Konsument, der Lieferant,

der Musikant, der Student, der Präsident, der Produzent.

• enden auf -oge, -ad, -at ( meist Berufsbezeichnungen ) n-Deklination + en

der Automat, der Biologe, der Bürokrat, der Diplomat, der Gynäkologe, der Kamerad, der

Kandidat, der Pädagoge, der Soldat, der Soziologe.

• enden auf -ist ( Personen, Berufe ) n-Deklination + en


der Autist, der Christ, der Egoist, der Idealist, der Journalist, der Kapitalist, der Kommunist, der

Polizist, der Sozialist, der Spezialist, der Terrorist, der Tourist

• und folgende Ausnahmen ( meist Personen oder Berufsbezeichnungen ) n-Deklination + en


der Architekt, der Bauer (+ n), der Chaot, der Depp, das Herz ( des Herzens ), der Held, der

Favorit, der Fotograf, der Graf, der Herr (+ n), der Idiot, der Mensch, der Nachbar (+ n), der Narr,
der Pilot, der Prinz.

2
Genitiv

1) Was man über das Genitivattribut wissen sollte.


Das Genitivattribut ist eine Nomen / Nomenkonstruktion (Nomen + Nomen), wobei ein Nomen im Genitiv steht.
Das Nomen im Genitiv (= Genitivattribut) gibt häufig den Besitzer an.

• Das ist das Haus meines Vaters.


• Die Lehrerin korrigiert die Fehler des Kindes.
• Die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin.
o Bei der Konstruktion Nomen + Nomen steht das 2. Nomen im Genitiv.
- das Haus meines Vaters /// die Fehler des Kindes, ...
o Fast alle maskuline und neutrale Nomen erhalten die Endung - s oder - es .
- das Haus meines Vaters /// die Fehler des Kindes, ...
o Ausnahmen: Nomen der n-Deklination behalten ihre Form ( kein - (e)s ).
- der Vater des Jungen /// die Frau des Präsidenten, ...
o Nomen im Plural sowie alle feminine Nomen bleiben im Genitiv unverändert.
- das Auto der Frau, die Haare der Kellnerin, die Mütter der Kinder, ...
o Nomenbegleiter (Artikel, Possessiv etc.) werden ebenfalls im Genitiv dekliniert.
o Die W-Frage im Genitiv lautet Wessen?
- Wessen Auto ist das? - Das ist das Auto meiner Freundin.
- Wessen Buch ist das? - Das ist das Buch unserer Lehrerin.

2) Maskuline und neutrale Nomen mit - s und - es

Im Genitiv wird ein -s angehängt, wenn

• das Nomen mehrere Silben hat.


- des Autos, des Büros, meines Fotos, des Königs, des Studiums, seines Vaters, ...
• das Nomen auf ein unbetontes -e, - el, - er, - en, - chen, - lein und - ling endet.
- des Bratens, des Jünglings, des Mädchens, des Mädels, des Muskels, des Vogels, ...

Im Genitiv wird ein -es angehängt, wenn

• das Nomen nur eine Silbe hat.


- des Bildes, des Jahres, des Kindes, eines Mannes, meines Sohnes, eines Tages, ...
- Ausnahmen: des Chefs, des Films
• das Nomen auf - s, - ss, - ß, - tz, - x oder - z endet.
- meines Arztes, deines Glases, des Platzes, des Reflexes, des Schlusses, ...
• das Nomen auf - nis, endet. (s wird verdoppelt!)
- des Ereignisses, des Ergebnisses, des Verhältnisses, meines Zeugnisses, ...

3) Eigennamen als Genitivattribut

Wird ein Eigenname (Peter, Christine, Herr Maier, ...) benutzt, steht der Eigenname im Genitiv an erster Stelle.
Die Eigennamen erhalten ein Genitiv -s:

• Das sind Petras Kinder.


• Stefans Frau ist schon wieder schwanger.
• Frau Meiers Auto ist in der Autowerkstatt.

1
Endet der Eigenname auf - s, - tz, - x oder - z, wird in der Schriftsprache ein Apostroph ` angehängt:

• Ist das Hans` Auto?


• Fritz` neue Freundin heißt Sieglinde.
• Alex` Vater liegt im Krankenhaus.

In der gesprochenen Sprache ist diese Aussprache nicht möglich. Deshalb vermeidet man in der gesprochenen
Sprache das Genitivattribut. Man verwendet die Form " von + Dativ ":

• Ist das das Auto von Hans?


• Die neue Freundin von Fritz heißt Sieglinde.
• Der Vater von Alex liegt im Krankenhaus.

4) Alternativen zum Genitiv

• Nomen + Nomen (Genitivattribut) / W-Frage = Wessen?


o Wessen Auto ist das? - Das ist das Auto meines Bruders.
o Wessen Haus ist das? - Das ist das Haus meines Zahnarztes.
o Wessen Pass ist das? - Das ist der Pass eines Schülers.

• Namen (Genitivattribut) + Nomen / W-Frage = Wessen?


o Wessen Auto ist das? - Das ist Peters Auto.
o Wessen Haus ist das? - Das ist Herr Böckens Haus.
o Wessen Pass ist das? - Das ist Michaels Pass.

• Nomen + von + Nomen (Dativ) / W-Frage = von wem?


o Von wem ist das Auto? - Das Auto ist von meinem Bruder.
o Von wem ist das Haus? - Das Haus ist von meinem Zahnarzt.
o Von wem ist der Pass? - Der Pass ist von Michael.

• Verb: gehören (+ Dativ) / W-Frage = Wem?


o Wem gehört das Auto? - Das Auto gehört Peter.
o Wem gehört das Haus? - Das Haus gehört meinem Zahnarzt.
o Wem gehört der Pass? - Der Pass gehört einem Schüler.

• Possessivartikel
o Ist das Peters Auto? - Ja, das ist sein Auto.
o Gehört das Haus deinem Zahnarzt? - Ja, das ist sein Haus.
o Ist der Pass von Michael? - Ja, das ist sein Pass.

• Nomen + Verb
o Wann ist die Abfahrt des Zuges? - Der Zug fährt morgen um 10 Uhr ab.
o Wie lautete Utes Frage? - Ute fragte, wann die Pause endlich beginne.
o Wann kommt das Flugzeug an? - Die Ankunft des Flugzeuges ist noch ungewiss.

• Komposita
o Eine Motorschraube ist weg. - Wie bitte? Eine Schraube des Motors fehlt?
o Wann beginnt die Jagd der Hasen? - Die Hasenjagd beginnt schon morgen.
o Warum gefällt dir die Farbe der Wand nicht. - Ich finde die Wandfarbe schön.

Siehe auch: Possessivartikel

2
Adjektive und Partizipien als Nomen

1) Was man über Adjektive und Partizipien als Nomen wissen sollte.

Theoretisch können alle Adjektive und Partizipien nominalisiert werden, das heißt, dass sie wie ein

selbständiges Nomen gebraucht werden. In der Regel bezeichnen Nomen aus Adjektive und Partizipien

Personen oder Abstrakta. Alle nominalisierten Adjektive und Partizipien sind zwar Nomen, werden aber wie

Adjektive dekliniert.

• Gestern wurde ein toter Mann auf einer Parkbank gefunden.

• Zwei betrunkene Männer schliefen gleich neben ihm.

• Eine blinde Frau saß daneben und weinte.

• Ein obdachloser Spaziergänger benachrichtigte schließlich die Polizei.

In den gezeigten Beispielen gilt: Artikel + Adjektiv / Partizip + Nomen.

Werden Adjektive und Partizipien nominalisiert, bezeichnen sie oft Personen. Nominalisierte Adjektive und

Partizipien sind Nomen und werden mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben, das ursprüngliche Nomen

entfällt (Mann, ...):

• Gestern wurde ein Toter Mann auf einer Parkbank gefunden.

• Zwei Betrunkene Männer schliefen gleich neben ihm.

• Eine Blinde Frau saß daneben und weinte.

• Ein Obdachloser Spaziergänger benachrichtigte schließlich die Polizei.

In den gezeigten Beispielen gilt: Artikel + Adjektiv / Partizip als Nomen.

• Der deutsche Mann / die deutsche Frau /// ein deutscher Mann / eine deutsche Frau

• Der Deutsche Mann / die Deutsche Frau /// ein Deutscher Mann / eine Deutsche Frau

2) Adjektive als Nomen

Nominalisierte Adjektive und Partizipien bezeichnen Personen oder Abstrakta. Einige nominalisierte Adjektive

werden sehr häufig gebraucht. Die gebräuchlichsten Adjektive zeigt folgende Tabelle auf:

Adjektiv Beispiel

alt Der Alte hinter dem Steuer sollte wirklich seinen Führerschein abgeben.

arbeitslos Arbeitslose erhalten vom Arbeitsamt eine finanzielle Unterstützung.

arm Viele Arme in der Region wissen nicht, wie sie überleben sollen.

bekannt Ein Bekannter von mir hat vor kurzem im Lotto 1 Million Euro gewonnen.

blind Der Blinde hinter dem Steuer sieht nicht, dass die Ampel rot zeigt.

1
Adjektiv Beispiel

blond Schau mal! Sieht die Blonde hinter der Theke nicht klasse aus?

böse Nimm dich in Acht! Das Böse ist überall.

deutsch Die meisten Deutschen verbringen ihren Urlaub an der See.

dumm Der Dumme verurteilt, der Kluge beurteilt.

einheimisch Sie suchen die Landgasse? Fragen Sie am besten einen Einheimischen.

freiwillig Viele Freiwillige halfen dabei, die Sturmschäden zu beseitigen.

fremd Das hübsche Mädchen wird oft von Fremden angesprochen.

gut Das Gute daran ist, dass ihm bei seinem Unfall nichts passiert ist.

spannend Im Museum gab es viel Spannendes zu sehen.

klein Die Kleine, die neben Petra steht, sieht wirklich klasse aus.

krank Diese Klinik hat schon vielen Kranken helfen können.

kriminell In dieser Stadt gibt es leider viel zu viele Kriminelle.

ledig Ein Lediger hat andere Probleme als ein Verheirateter.

nächste Eine freundliche Arzthelferin ruft den Nächsten auf.

obdachlos Gibt es in eurer Stadt auch so viele Obdachlose?

schön Es gibt viele Frauen. Aber die Schönen sind unerreichbar.

schwarzhaarig Hannelore verliebt sich immer nur in Schwarzhaarige.

selbständig Selbständige arbeiten in der Regel mehr als Angestellte.

tot Am Donnerstag wurde am Steuer eines Kleinwagens ein Toter entdeckt.

3) Partizip I als Nomen

Folgende Partizipien I werden häufig als selbständiges Nomen gebraucht:

Partizip I Beispiel

abwesend Alle Abwesenden haben diese wichtige Information nicht erhalten.

anwesend Alle Anwesenden haben die Prüfung bestanden.

ausbildend Die Auszubildenden müssen einen Nachweis über die Ausbildung führen.

heranwachsend Heranwachsende sind Personen, die ein Alter von 18 - 20 Jahren haben.

leidtragend Bei einer Scheidung sind die Kinder immer die Leidtragenden.

mitwirkend Allen Mitwirkenden an dieser Sendung gilt ein besonderer Dank.

reisend Reisende soll man nicht aufhalten.

überlebend Bei dem gestrigen Flugzeugabsturz gab es keine Überlebenden.

vorsitzend Der Vorsitzende des Vereins stellt sein Amt zur Verfügung.

2
4) Partizip II als Nomen

Folgende Partizipien II werden sehr häufig als selbständiges Nomen gebraucht:

Partizip II Infinitiv Beispiel

abgeordnet ab|ordnen Abgeordnete sitzen z.B. im Bundestag.

angehörig an|gehören Sind Sie ein Angehöriger des Verstorbenen?

angeklagt an|klagen Der Angeklagte verweigerte seine Aussage.

angestellt an|stellen Angestellte haben bessere Tarifverträge als Arbeiter.

beamtet beamten Der Arbeitgeber aller Beamten ist der Staat.

betrogen betrügen Der Betrogene verschwieg zuerst seinen Schaden.

betrunken betrinken Hier in der Kneipe gibt es nur Betrunkene.

gefangen fangen Diese Gefangenen sitzen lebenslang hinter Gitter.

geliebt lieben Hans hat eine Geliebte und seine Frau weiß von nichts.

prostituiert prostituieren Die Prostituierte kämpft immer mit Vorurteilen.

verdächtigt verdächtigen Die Verdächtigten werden von der Polizei vernommen.

verheiratet verheiraten Sind Verheiratete wirklich glücklicher als Ledige?

verletzt verletzen Die Sanitäter konnten die Blutung des Verletzten stoppen.

verliebt verlieben Dieser idyllische Ort ist ein Treffpunkt für Verliebte.

vermisst vermissen Nach drei Monaten tauchte der Vermisste wieder auf.

verstorben versterben Die Verstorbene hinterließ dem Zoo ein großes Vermögen.

vorgesetzt vor|setzen Erich streitet sich andauernd mit seinem Vorgesetzten.

3
Nominalisierung

1) Was man über die Nominalisierung wissen sollte.

In der deutschen Sprache gibt es die Möglichkeit, Sachverhalte oder Vorgänge verbal oder nominal
auszudrücken. Hinter dem Wort "verbal" versteckt sich das Wort "Verb". Verbale Sachverhalte oder Vorgänge
werden folglich mit einem Verb ausgedrückt, entweder in einem Hauptsatz oder in einem Nebensatz.

• Weil Thomas sehr viel Geld hat, liebt Erika ihn.

• Obwohl Thomas sehr arm ist, liebt Erika ihn.

• Als sie 17 Jahre alt war, verliebte sie sich in ihn.

Die verbale Sprache gilt als Standardsprache und wird daher im täglichen Gebrauch als so genannte
Umgangssprache benutzt.

Hinter dem Wort "nominal" versteckt sich das Wort "Nomen". Nominale Sachverhalte oder Vorgänge werden
folglich mit einem Nomen ausgedrückt. Dabei wird der Sachverhalt immer mit einer Präposition-Nomen-
Konstruktion formuliert. Diese Konstruktionen gehören zum gehobeneren Sprachgebrauch, in denen die
grammatischen Strukturen erheblich schwieriger sind. In der Standardsprache findet der Nominalstil somit kaum
Anwendung. Der Nominalstil wird ausschließlich in der Schriftsprache benutzt um komplizierte Aussagen und
Sachverhalte insbesondere in politischen, bürokratischen oder wissenschaftlichen Texten zu formulieren. Daher
gilt es besonders für Studienbewerber, sich mit den Umformungsübungen (Verbalisierung ↔
Nominalisierung) vertraut zu machen.

• fahren - die Fahrt


• arm sein - die Armut

• küssen - der Kuss

• studieren - das Studium

Wird ein Verb zu einem Nomen umgewandelt, spricht man von einer Nominalisierung. Umgekehrt spricht man
von einer Verbalisierung, wenn das Nomen zu einem Verb umgewandelt wird. In der Praxis heißt das, dass
Ergänzungssätze und Angabesätze (temporal, kausal, ...) zu Präposition-Nomen-Konstruktionen
umgewandelt werden und umgekehrt.

Position 1 Position 2 Position 3 Satzende


Satzart
Nebensatz / Nominalstil Verb Subjekt Ang. / Erg.

verbal Weil Thomas viel Geld hat, liebt Erika ihn.

nominal Wegen seines Geldes liebt Erika Thomas.

verbal Obwohl Thomas sehr arm ist, liebt Erika ihn.

nominal Trotz seiner Armut liebt Erika Thomas.

verbal Als sie 17 Jahre alt war, verliebte sie sich in ihn.

nominal Mit 17 Jahren verliebte sie sich in ihn.

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz. Nominalstil = Hauptsatz.

Weitere Beispiele siehe: Nominalisierung kausaler Nebensätze, - finaler Nebensätze, - konditionaler

Nebensätze, - konsekutiver Nebensätze, - adversativer Nebensätze, - modaler Nebensätze, -

temporaler Nebensätze (in den jeweiligen Unterordnern)

1
Nomenbegleiter (Artikelwörter)

1) Was man über Nomenbegleiter wissen sollte.

Ein Nomen steht selten allein (Ausnahme: Nullartikel). Fast immer wird das Nomen durch Artikelwörter

(Nomenbegleiter) begleitet. Das Artikelwort steht vor dem Nomen. Die Nomenbegleiter haben immer

• dasselbe Genus,
o maskulin: - der Junge, der Mann, der Mond, der Stern, der Tisch, ...
o feminin: - die Arbeit, die Brille, die Dose, die Frau, die Sonne, ...
o neutral: - das Auto, das Bad, das Bild, das Kind, das Kleid, das Mädchen, ...

• denselben Kasus
o Nominativ: - Der Junge ist fleißig. Der Mann arbeitet. ...
o Akkusativ: - Das Mädchen liebt den Jungen. Der Mann braucht einen Tisch.
o Dativ: - Er hilft der Frau. Wir gratulieren dem Lehrer. ...
o Genitiv: - Die Frau des Lehrers ist gestern in einem Autounfall verwickelt gewesen. ...

• und denselben Numerus wie das entsprechende Nomen.


o Singular: - der Junge, der Mann, die Frau, das Kind, ...
o Plural: - die Jungen, die Männer, die Frauen, die Kinder, ...

2) Übersicht der Nomenbegleiter

Folgende Artikelwörter können ein Nomen begleiten:

• Nullartikel: Steht ein Nomen im Plural, entfällt oft der Artikel:

In der heutigen Zeit braucht man Geld, Zeit und Geduld.

• bestimmter Artikel: Der bestimmte Artikel wird von allen Nomenbegleitern am häufigsten gebraucht.
- der, den, dem, des, die, den

Hat der Lehrer auch den Liebesbrief gelesen?

• unbestimmter Artikel: In einer Erzählung wird das Nomen mit dem unbestimmten Artikel eingeführt.
- ein, eine, einen, einem, einer, eines

Vor der Tür steht ein Mann mit einem Blumenstrauß in der Hand.

• Possessivartikel: Possessivartikel geben eine Zugehörigkeit oder einen Besitz an.


- mein, dein , sein, ihr, euer, Ihr, meinen, meinem, meiner, ...

Warum hat dein Bruder meiner Schwester deinen Schlüssel gegeben?

• Demonstrativartikel: Demonstrativpronomen werden sprachlich stärker betont.


- diese, dieser, diesem, jene, jener, jenem, derjenige, dieselbe, ...

Dieser Mann dort hat gestern meine Brieftasche gestohlen.

• Indefinitartikel: Die meisten Indefinitartikel stehen dem bestimmten Artikel sehr nahe.
- alle, einige, manche, ...

Alle Lebewesen müssen irgendwann einmal sterben.

• Interrogativartikel: Interrogativartikel sind welch- und was für ein-


- was für ein-, welch-

Welche positiven Eigenschaften haben Sie?

1
Nullartikel

1) Was man über den Gebrauch des Nullartikels wissen sollte.

In einigen bestimmten Fällen benutzt man in der deutschen Sprache keinen Artikel. Wird kein Artikel benutzt,

spricht man von einem Nullartikel. In den folgenden Beispielen haben die meisten Beispiele den Zusatz "ohne

nähere Bestimmung ". Das bedeutet, sobald ein Nomen eine nähere Bestimmung erhält (= Adjektiv- oder

Genitivattribut / adverbiale Angabe / Relativsatz), muss ein Artikel benutzt werden:

• ohne nähere Bestimmung = Nullartikel


- Gerd ist in Gerda verliebt.

- Herr Schmitz ist Arzt.

• nähere Bestimmung, durch die nähere Bestimmung erhält das Nomen einen bestimmten Artikel

- Der schüchterne Gerd ist in die wunderschöne Gerda verliebt.


- Der Gerd aus dem Haus gegenüber ist in die Gerda des Nachbarhauses verliebt.
- Der Herr Schmitz von nebenan ist der Arzt von Frau Krankelbuttler.

- Der Arzt, der Frau Krankelbutter behandelt, ist der Mann von der Frau Schmitz.

2) Anwendung des Nullartikels

Das Nomen erhält keinen Artikel vor

• Abstrakta, die allgemeine Eigenschaften und Gefühle ohne nähere Bestimmung bezeichnen. Die

Abstrakta stehen im Akkusativ oder direkt nach einer Präposition.

o Wer Kinder haben will, der sollte viel Geld, Zeit und Geduld mitbringen.
o Ohne Hilfe konnte der Schüler die Aufgabe nicht lösen.
o Udo ist echt super. Er hat Mut, Kraft, Intelligenz und Durchsetzungsvermögen.

o Weitere oft benutzte Abstrakta:

Angst, Ausdauer, Dummheit, Durst, Ehrgeiz, Fleiß, Freude, Geduld, Glück, Hass, Hitze, Hunger,

Intelligenz, Kälte, Kraft, Liebe, Musik, Mut, Neid, Pech, Ruhe, Seele, Treue, Verstand, Vertrauen,

Würde, ...

• Anreden und Titeln ohne nähere Bestimmung

o Guten Tag, Frau Klabautermann.


o Auf Wiedersehen, Herr Professor Doktor Lauterbach.

o Professor Wahnwitz bekommt eine Auszeichnung als Ehrendoktor.

• Berufen ohne nähere Bestimmung (+ Verben "sein" und "werden" und nach "als")

o Thomas will Arzt werden.

o Frau Simone-Schnotter ist Justizministerin.

o Der Student arbeitet schon seit Jahren als Taxifahrer.

1
• Eigennamen ohne nähere Bestimmung

o Susi küsst Volker. Sandra liebt Berthold.


o Frank ist Adrians Bruder. /// Frank ist der Bruder von Adrian.

o Isolde studiert in Aachen.

• dem Plural des unbestimmten Artikels

o Dort steht ein Auto. Dort stehen Autos.

o Hast du einen Stift für mich? Hast du Stifte für mich?


o Eine junge Frau ist meist sehr attraktiv. Junge Frauen sind meist attraktiv.

• Nomen nach Maß-, Gewichts- und Mengenangaben

o Ich hätte gern eine Tasse Kaffee für meine Frau und für mich ein Glas Bier.
o Bringst du noch Kartoffeln mit?

o Die Kühe des Bauern produzieren täglich mehr als 10.000 Liter Milch.

• nicht zählbaren Stoffen oder Materialien ohne nähere Bestimmung (etwas nicht zählen können)

o Die Uhr des Professors ist aus reinem Gold.


o Auf der Party gibt es Bier, Limo, Cola, Säfte, Mineralwasser und Wein.

o Dazu gehören:

Alkohol, Benzin, Beton, Bier, Blei, Brot, Butter, Eisen, Erdöl, Fleisch, Geld, Glas, Gold, Holz,

Kaffee, Kohle, Leder, Luft, Milch, Öl, Salz, Sand, Seide, Silber, Stahl, Tee, Wasser, Wein, Wolle,

Zucker,...

• Nationalitäten ohne nähere Bestimmung

o Pedro ist eingebürgert worden. Endlich ist er Deutscher.


o An unserer Universität studieren Türken, Russen, Amerikaner und Franzosen.
o Mein Nachbar kommt aus Rom. Er ist Italiener.

• Namen von Ländern, Städten und Kontinenten

o Amerika ist ein großer Kontinent.


o Ich war schon in Berlin, Paris, New York, London, Moskau und in Genf.

o Pedro kommt aus Spanien und Luis aus Mexiko.


o Ausnahmen: Einige Länder haben einen festen Artikel:

die Dominikanische Republik, der Irak, der Iran, der Jemen, der Libanon, die Niederlande

(Plural), die Mongolei, die Schweiz, die Slowakei, der Sudan, die Türkei, die Tschechei, die USA

(Plural)

• Sprichwörtern

o Ohne Fleiß kein Preis. /// Arbeiten bringt Brot, faulenzen Hungersnot.

o Liebe macht blind. /// Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

o Kleider machen Leute. /// Lügen haben kurze Beine.

2
Bestimmter Artikel (definiter Artikel)

1) Was man über den bestimmten (definiten) Artikel wissen sollte.

Der bestimmte Artikel, auch definiter Artikel genannt, wird von allen Nomenbegleitern am häufigsten
gebraucht. Das Nomen selbst gibt nicht immer eine Information über sein Geschlecht (das Genus), Numerus
(Singular, Plural) und Kasus (Nominativ, Dativ, ...) an. Diese Funktion übernimmt der bestimmte Artikel.
Der bestimmte Artikel gibt somit als Nomenbegleiter folgende Informationen an:

• Genus
o Wie heißt der Mann? (maskulin)
o Die Frau bügelt die Bluse. (feminin)
o Das Kind spielt mit dem Ball. (neutral)

• Numerus
o Das Kind spielt mit der Puppe. (Singular)
o Die Kinder spielen mit den Spielzeugautos. (Plural)

• Kasus
o Der Mann geht spazieren. (Nominativ, maskulin)
o Astrid hat sich in den sportlichen Heiko verliebt. (Akkusativ, maskulin)
o Herr Saubermann hilft der neuen Nachbarin. (Dativ, feminin)
o Die Mutter des Kindes hat sich bei Herrn Muster beschwert. (Genitiv, neutral)

Der bestimmte Artikel wird in folgenden Situationen benutzt:

• Eine Sache oder eine Person ist bekannt.


o Das Baby schreit.
o Die Mutter gibt dem Baby den Schnuller und nimmt es in den Arm.
o Dann geht die Mutter mit dem Baby auf dem Arm in die Küche.

• Eine Sache oder eine Person wurde vorher genannt.


o Dort steht ein Mann. Der Mann hat einen Hut. Der Hut ist schwarz.
o In Aachen gibt es einen Zoo. Der Zoo ist klein, aber fein.
o Iris hat ein neues Auto. Das Auto kaufte sie von einem Bekannten. Der Bekannte hat einen
Bruder. Der Bruder hat eine Katze. Die Katze ...

• Etwas ist einmalig (Flüsse, Gebirge, Länder mit Artikel, Namen, Seen, Planeten, ...)
o die Donau, die Elbe, der Main, die Mosel, der Neckar, der Rhein, die Weser, ...
o die Alpen, der Bayrische Wald, die Eifel, der Harz, der Schwarzwald, ...
o der Bodensee, der Chiemsee, die Müritz, der Starnberger See, ...
o die Dominikanische Republik, der Irak, der Iran, die Niederlande, die Türkei, ...
o die Erde, der Jupiter, der Mars, der Merkur, der Mond, der Saturn, die Venus, ...

• Wenn der Superlativ gebildet wird.


o Frank ist der schnellste Schwimmer.
o Wo steht das höchste Gebäude der Welt?
o Welche Frau hat die schönsten Beine?

• Bei Datumsangaben und Ordinalzahlen


o Heute ist der zehnte August.
o Morgen haben wir den vierundzwanzigsten April.
o Hartmut trinkt schon das achte Glas Bier.

1
2) Deklination der bestimmten Artikel

Der bestimmte Artikel zeigt den Kasus des Nomens an. Das Nomen selbst gibt oft keine Information über

seinen Kasus. Daher übernimmt der bestimmte Artikel diese Funktion.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ der die das die

Akkusativ den die das die

Dativ dem der dem den

Genitiv des der des der

• (maskulin) Der Bruder des Kochs hat dem Nachbarn den alten Wagen verkauft.
• (feminin) Die Schwester der Köchin hat der Nachbarin die kaputte Lampe geschenkt.

• (neutral) Das Kind hat das Kleid des Mädchens verschmutzt.

3) Präpositionen + bestimmter Artikel

In einigen Fällen verschmilzt der bestimmte Artikel mit einer Präposition.

Akkusativ + Neutrum an + das = ans

Akkusativ + Neutrum in + das = ins

Dativ + Neutrum / Maskulinum an + dem = am

Dativ + Neutrum / Maskulinum bei + dem = beim

Dativ + Neutrum / Maskulinum in + dem = im

Dativ + Neutrum / Maskulinum von + dem = vom

Dativ + Neutrum / Maskulinum zu + dem = zum

Dativ + Femininum zu + der = zur

Siehe auch: Präposition

2
Unbestimmter Artikel

1) Was man über den unbestimmten Artikel wissen sollte.

Wird ein Nomen in einer Erzählung das erste Mal geäußert, wird es mit dem unbestimmten Artikel eingeführt.

Demnach wird der unbestimmte Artikel benutzt, wenn eine Sache oder Person unbekannt oder nicht bestimmt

ist oder keinen Namen hat. Wird die Sache oder die Person wiederholt, wird der bestimmte Artikel gebraucht.

• Auf der Straße steht ein Mann.


Neben dem Mann steht ein Kinderwagen.

In dem Kinderwagen liegt ein Baby.


Das Baby spielt mit einer Puppe.

Die Puppe ...

1. Information = unbestimmter Artikel


2. Information = bestimmter Artikel

• Auf der Straße stehen Männer.


Neben den Männern stehen Kinderwagen.
In den Kinderwagen liegen Babys.
Die Babys spielen mit Puppen.

Die Puppen ...

!!! Im Plural entfällt der unbestimmte Artikel (= Nullartikel ) !!!

2) Deklination der unbestimmten Artikel

Wie beim bestimmten Artikel, zeigt auch der unbestimmte Artikel den Kasus des Nomens an, da das Nomen

selbst oft keine Information über seinen Kasus gibt. Daher übernimmt auch der unbestimmte Artikel diese

Funktion.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ ein eine ein ---

Akkusativ einen eine ein ---

Dativ einem einer einem ---

Genitiv eines einer eines ---

• (maskulin) Ein Freund eines Freundes von mir hat einem Hund einen Fußtritt gegeben.

• (feminin) Eine Freundin einer Freundin von mir hat einer Katze eine lebendige Maus gegeben.

• (neutral) Ein Kind aus der Schule hat einem anderen Kind ein Bilderbuch gestohlen.

1
3) Die Negation des unbestimmten Artikels (Negativartikel)

Der unbestimmte Artikel kann verneint werden. Dazu benutzt man einen Negativartikel. Der Negativartikel

lautet kein-. Der Negativartikel wird wie der unbestimmte Artikel dekliniert.

Ausnahme: Der Plural hat einen Negativartikel!!!

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ kein keine kein keine

Akkusativ keinen keine kein keine

Dativ keinem keiner keinem keinen

Genitiv keines keiner keines keiner

• Ist das ein Auto? - Nein, das ist kein Auto, sondern ein Fahrrad.
• Ist das ein Tisch? - Nein, das ist kein Tisch, sondern eine Lampe.

• Sind das _ Tische? - Nein, das sind keine Tische, sondern _ Lampen. ( Plural !!! )

Siehe auch:

Possessivartikel
Indefinitartikel

2
Possessivartikel

1) Was man über Possessivartikel wissen sollte.


Das Possessivpronomen kann allein oder in Funktion eines Artikels auftreten. Tritt es in Funktion eines Artikels
auf, spricht man von einem Possessivartikel. Possessivartikel gehören wie die unbestimmten und bestimmten
Artikel zu den Begleitern eines Nomens und können nicht alleine stehen, sondern nur in Verbindung mit einem
Nomen. Possessivartikel geben eine Zugehörigkeit oder einen Besitz an.

Frage mögliche Antworten

Das ist mein Buch. Das Buch ist von mir.


Das Buch gehört mir ( nicht ).
Genitiv Wessen Buch ist das?
Das ist nicht mein Buch. Das Buch ist von Peter.
Das ist Peters Buch. Das ist sein Buch.

Das ist mein Buch. Das Buch ist von mir.


Das Buch gehört mir ( nicht ).
Dativ Von wem ist das Buch?
Das ist nicht mein Buch. Das Buch ist von Peter.
Das ist Peters Buch. Das ist sein Buch.

Das ist mein Buch. Das Buch ist von mir.


Das Buch gehört mir ( nicht ).
Dativ Wem gehört das Buch?
Das ist nicht mein Buch. Das Buch ist von Peter.
Das ist Peters Buch. Das ist sein Buch.

Ja, das ist mein Buch. Ja, das Buch ist von mir.
Ja, das Buch gehört mir ( nicht ).
Possessiv Ist das dein Buch?
Nein, das ist nicht mein Buch. Das Buch ist von Peter.
Das ist Peters Buch. Das ist sein Buch.

2) Formen der Possessivartikel


Die Form des Possessivartikels richtet sich nach der Person, auf die es sich bezieht.

Personalpronomen Possessivartikel
Beispiel
Nominativ Nominativ

1. Pers. Sing. ich mein Bruder Mein Bruder und ich lernen Deutsch.

2. Pers. Sing. du dein Bruder Wie heißt dein Bruder eigentlich?

3. Pers. Sing. er sein Bruder Sein Bruder studiert in Aachen Informatik.

3. Pers. Sing. sie ihr Bruder Hat ihr Bruder eigentlich einen Autoführerschein?

3. Pers. Sing. es sein Bruder Hat sein Brüderchen schon Zähnchen?

1. Pers. Plural wir unser Bruder Unser großer Bruder ist schon verheiratet.

2. Pers. Plural ihr euer Bruder Hat euer Bruder sein Examen bestanden?

3. Pers. Plural sie ihr Bruder Arbeitet ihr Bruder wirklich in Japan?

3. Pers. Plural Sie Ihr Bruder Wo arbeitet Ihr Bruder eigentlich?

1
Die Person, auf die sich das Possessiv bezieht, kann in der 3. Person Singular ein Personalpronomen, ein Name
oder ein Nomen bzw. eine Sache sein.
• 3. Person maskulin
- er = Sein Bruder ist nicht hier.
- Theodor = Sein Vater wohnt in München.
- der Hund = Wo ist sein Herrchen?
• 3. Person feminin
- sie = Weißt du, wo ihr Bruder studiert?
- Susanne = Ihr Vater liegt schon seit drei Wochen im Krankenhaus.
- die Sonne = Für unsere Augen ist ihr Licht zu stark.
• 3. Person Singular neutral
- es = Weißt du, wo sein Vater ist?
- das Kind = Sein Vater ist sehr streng.
- das Radio = Das Radio gefällt mir nicht. Sein Klang ist zu dumpf.

3) Deklination der Possessivartikel

Die Deklination ist für alle Possessivartikel gleich (meinem, deinem, seinem, ihrem, unserem,...).
Possessivartikel werden wie die Negativartikel dekliniert (keiner / seiner, keine / meine, ...).

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ mein meine mein meine

Akkusativ meinen meine mein meine

Dativ meinem meiner meinem meinen

Genitiv meines meiner meines meiner

• Alle Possessivartikel haben die gleiche Deklination wie der Negativartikel "kein-".
Possessivartikel sind Nomenbegleiter!
• Die Deklination richtet sich nach dem Nomen, das hinter dem Possessivartikel steht.
• Die Bezugsperson zeigt das Possessiv an, nicht den Kasus, Genus und Numerus!

• "Hallo Ute. Das ist Peter. Seine Schwester ist meine beste Freundin."
o Peter = Bezugswort = maskulin = Possessiv = sein
o Schwester = Nomen der Deklination = feminin = Nominativ = Endung -e
o Sprecher = Bezugswort = 1. Person Singular ich = Possessiv = mein
o Freundin = Nomen der Deklination = feminin = Nominativ = Endung -e
• Petra hat ein neues Fahrrad. Ihr altes Fahrrad hat sie ihrer Schwester geschenkt.
o Petra = Bezugswort = feminin = Possessiv = ihr
o Fahrrad = Nomen der Deklination = neutral = Akkusativ = keine Endung
(Satzanfang: großer Buchstabe!)
o Schwester = Nomen der Deklination = feminin = Dativ = Endung -er
• Meine Eltern haben meinem Bruder zu seinem Geburtstag ihr altes Auto geschenkt.
o Sprecher = Bezugswort = 1. Person Singular ich = Possessiv = mein
o Eltern = Nomen der Deklination = Plural = Nominativ = Endung -e
(Satzanfang: großer Buchstabe!)
o Bruder = Nomen der Deklination = maskulin = Dativ = Endung em
o Bruder = Bezugswort = maskulin = Possessiv = sein
o Geburtstag = Nomen der Deklination = maskulin = Dativ = Endung -em
o Eltern = Bezugswort = Plural = Possessiv = ihr
o Auto = Nomen der Deklination = neutral = Akkusativ = keine Endung

2
Demonstrativartikel

1) Was man über Demonstrativartikel wissen sollte.

Demonstrativpronomen ordnen einer Person oder einer Sache im Kontext eine stärkere Betonung zu und heben

eine gewisse Wichtigkeit der Person oder der Sache hervor. Demonstrativpronomen werden sprachlich stärker als

der bestimmte Artikel betont. Das Demonstrativpronomen kann allein oder in Funktion eines Artikels auftreten.

Tritt es in Funktion eines Artikels auf, spricht man von einem Demonstrativartikel. Demonstrativartikel gehören

wie die bestimmten Artikel zu den Begleitern eines Nomens und können nicht alleine stehen, sondern nur in

Verbindung mit einem Nomen. Demonstrativartikel stehen dem bestimmten Artikel sehr nahe.

Demonstrativartikel haben die gleichen Endungen wie die bestimmten Artikel und werden auch gleich dekliniert.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ dieser Mann diese Frau dieses Kind diese Leute

Akkusativ diesen Mann diese Frau dieses Kind diese Leute

Dativ diesem Mann dieser Frau diesem Kind diesen Leuten

Genitiv dieses Mannes dieser Frau dieses Kindes dieser Leute

ebenso: jene-

2) Die Demonstrativartikel "dies-" und "jene-"

Alle Demonstrativpronomen können allein oder in Funktion eines Artikels auftreten. Treten sie in Funktion eines

Artikels auf, spricht man von Demonstrativartikeln.

"Dies-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus gesehen räumlich oder zeitlich näher ist.

"Jene-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus gesehen räumlich oder zeitlich weiter

entfernt ist.

• Nimm dieses Buch. Jenes Buch ist ziemlich langweilig.


• Jener Mann da hinten hat das Handy gestohlen, nicht dieser Mann hier vorne.
• Diesen Sonntag werden wir gewinnen.

• Kannst du dich noch an unsere 6:0 Niederlage gegen Borussia Dortmund erinnern? -

Na klar doch. An jenem Spieltag hat es fürchterlich geregnet und ich war pitschenass.

1
3) Die Demonstrativartikel "derjenige" und "derselbe"

Alle Demonstrativpronomen können allein oder in Funktion eines Artikels auftreten. Treten sie in Funktion eines

Artikels auf, spricht man von Demonstrativartikeln.

Die Demonstrativartikel "derjenige" und "derselbe" bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil entspricht

dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung der

Adjektivdeklination des bestimmten Artikels.

Die Demonstrativartikel "derjenige, diejenige, etc." werden benutzt, wenn in einem anschließenden Relativsatz

weitere Informationen folgen.

• Das ist derjenige Mann, der gestern nach Ihnen gefragt hat.
• Diejenigen Schüler, die durchgefallen sind, erhalten Nachhilfestunden.

Die Demonstrativartikel "derselbe, dieselbe, etc." bezeichnen die Person oder die Sache, die mit einer vorher

genannten Person oder Sache identisch ist.

• Warum musst du immer dasselbe Hemd anziehen?


• Unser Sohn macht bei den Hausaufgaben schon wieder dasselbe Theater wie gestern.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ derselbe Mann dieselbe Frau dasselbe Kind dieselben Leute

Akkusativ denselben Mann dieselbe Frau dasselbe Kind dieselben Leute

Dativ demselben Mann derselben Frau demselben Kind denselben Leuten

Genitiv desselben Mannes derselben Frau desselben Kindes derselben Leute

ebenso: derjenige, diejenige, dasjenige, etc.

2
Indefinitartikel

1) Was man über Indefinitartikel wissen sollte.

Indefinitpronomen können allein oder in Funktion eines Artikels auftreten. Treten sie in Funktion eines Artikels
auf, spricht man von einem Indefinitartikel. Indefinitartikel gehören wie die bestimmten Artikel zu den
Begleitern eines Nomens und können nicht alleine stehen, sondern nur in Verbindung mit einem Nomen. Die
meisten Indefinitartikel stehen dem bestimmten Artikel sehr nahe und werden wie die bestimmten Artikel
dekliniert. Ausnahmen: irgendein-, kein- und was für ein-. (Deklination wie unbestimmter Artikel)

2) Indefinitartikel mit den Endungen des bestimmten Artikels

Mit "Jeder" werden alle Elemente einer Gruppe angesprochen, in der es keine Ausnahmen gibt. Jeder wechselt im

Plural zu "alle".

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ jeder Mann jede Frau jedes Kind alle Leute

Akkusativ jeden Mann jede Frau jedes Kind alle Leute

Dativ jedem Mann jeder Frau jedem Kind allen Leuten

Genitiv jedes Mannes jeder Frau jedes Kindes aller Leute

• Mein 6-jähriger Sohn sagt mir immer;" Das weiß doch jedes Kind."

• Jeder Mensch muss Regeln lernen.

• Alle Lebewesen müssen irgendwann einmal sterben.

"Manch-" bezeichnet eine Gruppe von unbestimmten Personen oder Sachen, deren Prozentzahl irgendwo

zwischen 10% - 45% anzusiedeln ist.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ mancher Mann manche Frau manches Kind manche Leute

Akkusativ manchen Mann manche Frau manches Kind manche Leute

Dativ manchem Mann mancher Frau manchem Kind manchen Leuten

Genitiv manches Mannes mancher Frau manches Kindes mancher Leute

• Manchen Leuten kann man es einfach nicht recht machen.

• Manche Menschen lernen es nicht.

• Bei meinem Nachbarn gingen schon manche Frauen ein und aus.

Weitere Indefinitartikel:

• "einige-": Bedeutung wie "manch-".

• "mehrere-": Bedeutung in etwa wie "manch". Existiert nur im Plural.

• "all-": Bezeichnet eine Gesamtheit. Bedeutung in etwa wie "jeder".

1
Interrogativartikel

1) Was man über Interrogativartikel wissen sollte.

Interrogativartikel gehören wie die bestimmten Artikel zu den Begleitern eines Nomens und können nicht

alleine stehen, sondern nur in Verbindung mit einem Nomen. Interrogativartikel stehen dem bestimmten Artikel

sehr nahe und werden wie die bestimmten Artikel dekliniert.

2) Interrogativartikel "welch-"

"Welch-" fragt nach dem bestimmten Artikel und trifft eine Auswahl bekannter Personen, Sachen oder

Dingen.

• Welches Auto gehört dir? Der Porsche oder der BMW?


- Der Porsche natürlich.
• Welche Frau gefällt dir besser? Die Blonde oder die mit den langen Beinen?
- Die mit den langen Beinen. Das ist nämlich meine Frau.

- Oh.

• An welcher Uni studierst du?


- Ich studiere an der RWTH Aachen.
• Welchen Lehrer kannst du nicht leiden?

- Unseren Sportlehrer. Der ist wirklich sehr gemein.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ welcher Mann welche Frau welches Kind welche Leute

Akkusativ welchen Mann welche Frau welches Kind welche Leute

Dativ welchem Mann welcher Frau welchem Kind welchen Leuten

Genitiv welches Mannes welcher Frau welches Kindes welcher Leute

Häufig fragt welch- nach einer Ergänzung, die von einer Präposition eingeleitet wird. Die entsprechende

Präposition taucht auch in der Frage auf.

• sich interessieren für


Für welches Auto interessieren Sie sich? - Für den BMW.
• tanzen mit

Mit welcher Frau hast du gestern getanzt? Mit der Brünetten? - Nein, mit der Blonden.
• Situativ-Ergänzung

In welchem Schrank liegen die Geschenke? - Im Wohnzimmerschrank.

1
3) Interrogativartikel "was für ein-"

"Was für ein-" fragt nach dem unbestimmten Artikel. Die Frage ist offen und fragt nach einem Adjektiv, das

Auskunft über Beschaffenheit, Qualität oder Art gibt.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ was für ein was für eine was für ein was für

Akkusativ was für einen was für eine was für ein was für

Dativ was für einem was für einer was für einem was für

Genitiv was für eines was für einer was für eines -

• Was für einen Wein möchten Sie trinken? - Einen trockenen Weißwein.
• Was für eine Jacke suchen Sie? - Eine leichte Windjacke.

• Mit was für einem Flugzeug seid ihr geflogen? - Mit einem Airbus A380.

4) Vergleichsbeispiele

• Welches Brot möchten Sie? - Geben Sie mir bitte das Dreikornbrot.

o Dem Käufer ist das Brot bekannt. Es wurde ihm wahrscheinlich vorher zusammen mit einem

anderen Brot zur Auswahl angeboten.

• Was für ein Brot möchten Sie? - Haben Sie ein Mehrkornbrot?

o Die Brotauswahl ist sehr groß. Daher wird der Käufer nach seinen Brotwünschen gefragt.

• Welches Auto fährt deine Frau? - Den kleinen Fiat da hinten.


• Was für ein Auto fährt deine Frau? - Einen kleinen Fiat.

• Mit welchem Auto fahrt ihr nach Köln? - Mit meinem Mercedes. Der ist bequemer.

• Mit was für einem Auto fahrt ihr nach Köln? - Mit einem neuen Mercedes E 500.

2
Adjektive

1) Was man über Adjektive wissen sollte.

Adjektive, auch Eigenschaftswörter oder Wie-Wörter genannt, beschreiben Eigenschaften von Nomen. Sie

charakterisieren Personen, Lebewesen, Begriffe, Dinge, Vorgänge oder Tätigkeiten. Adjektive geben eine Antwort

auf die Frage: " Wie ist eine Person oder Sache."

• Ute: "Kennst du schon den neuen Freund von Martina? Wie ist er?"
• Heike: "Er ist einfach spitze. Martinas neuer Freund ist groß, hat dunkle Haare, blaue Augen und
fährt einen neuen roten Porsche Cabrio. Er ist jung, gut aussehend, sehr höflich, nett und nebenbei

noch stinkreich."

• Ute: "Warum hat die immer so viel Glück? Mein Freund ist stinknormal. Er ist faul, arm, unhöflich,

geizig, plump, stur und fährt einen alten rostigen Fiat Uno."

Alle rot markierten Wörter sind Adjektive. Adjektive können unterschiedlich verwendet werden:

• Adjektive können hinter dem Nomen stehen

• Adjektive können vor dem Nomen stehen

• Adjektive können gesteigert werden

• Adjektive können vergleichen

2) Adjektive hinter dem Nomen

Stehen Adjektive hinter dem Nomen, werden sie nicht dekliniert bzw. nicht verändert.

Man unterscheidet:

• Prädikative Verwendung des Adjektivs

Bei der prädikativen Verwendung des Adjektivs steht das Adjektiv hinter dem Nomen. In diesem Fall

wird es nicht dekliniert. Es bleibt unverändert, weil das Adjektiv Teil des Prädikats ist. Dies ist immer

der Fall, wenn das Adjektiv mit den Verben bleiben, sein oder werden benutzt wird.

o Er ist groß. Sie ist hübsch. Das Haus ist alt. Der Mann ist krank. ...

o Er bleibt groß. Sie bleibt hübsch. Das Haus bleibt alt. Der Mann bleibt krank. ...

o Er wird groß. Sie wird hübsch. Das Haus wird alt. Der Mann wird krank. ...

• Adverbiale Verwendung des Adjektivs

Auch bei der adverbialen Verwendung des Adjektivs steht das Adjektiv hinter dem Nomen. Auch in

diesem Fall wird es nicht dekliniert. Es bleibt unverändert. Die adverbiale Verwendung des Adjektivs

bestimmt ein Verb näher.

o Das Kind singt. /// Wie singt es? /// Es singt schön.
o Der Koch spricht. /// Wie spricht der Koch? /// Er spricht leise.

o Der Junge läuft. /// Wie läuft der Junge? /// Er läuft schnell.

1
3) Adjektive vor dem Nomen

Stehen Adjektive vor dem Nomen, spricht man von einer attributiven Verwendung des Adjektivs In diesem

Fall wird das Adjektiv dekliniert bzw. verändert:

• Adjektivdeklination mit dem bestimmten Artikel: der neue Freund, ...

• Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel: ein neuer Freund, ...

• Adjektivdeklination mit dem Nullartikel: blaue Augen, dunkle Haare, ...

4) Steigerung und Vergleiche

Adjektive können gesteigert werden.

• Michael ist stark.


• Peter ist stärker.
• Guido ist am stärksten.

Adjektive können vergleichen.

• Michael ist so stark wie Andreas.


• Peter ist nicht so stark wie Michael.
• Guido ist stärker als Torsten.

2
Adjektivdeklination mit dem bestimmten Artikel

1) Was man über die Adjektivdeklination wissen sollte.

Steht das Adjektiv vor dem Nomen, ist das Adjektiv Teil einer Nomengruppe und muss dekliniert werden. Das

Adjektiv hat dann eine attributive Funktion. Adjektive als Nomenattribute charakterisieren oder definieren

ein Nomen.

Eine Nomengruppe besteht demnach aus:

Artikel + Adjektiv + Nomen

Wie das Adjektiv dekliniert wird, ist von 4 Faktoren abhängig:

• Form des Artikels (bestimmt, unbestimmt, Nullartikel)


o Der junge Mann kauft eine rote Rose.

o Seine Freundin liebt rote Rosen.

• Numerus (Singular /Plural)


o Das kleine Kind spielt mit seinem Ball.

o Die kleinen Kinder spielen mit ihren Bällen.

• Genus (maskulin, feminin, neutral)


o Der fleißige Junge macht seine Hausaufgaben.

o Das liebe Mädchen spielt mit ihrer Puppe.

o Die junge Frau möchte heute Abend in die Disko gehen.

• Kasus (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv)


o Der ehrgeizige Fußballspieler trainiert täglich mehrere Stunden.

o Der Trainer beobachtet den ehrgeizigen Fußballspieler.


o Ein Manager bietet dem ehrgeizigen Fußballspieler einen Profivertrag an.

o Die Freundin des ehrgeizigen Fußballspielers freut sich mit ihm.

2) Adjektivdeklination mit dem bestimmten Artikel

Wenn das Adjektiv nach dem bestimmten Artikel dekliniert wird, spricht man von einer schwachen

Deklination. Bei der schwachen Deklination sind nur zwei Endungen möglich: - e und - en.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ der gute Mann die gute Frau das gute Kind die guten Leute

Akkusativ den guten Mann die gute Frau das gute Kind die guten Leute

Dativ dem guten Mann der guten Frau dem guten Kind den guten Leuten

Genitiv des guten Mannes der guten Frau des guten Kindes der guten Leute

1
Darüber hinaus werden Adjektive im Singular nach folgenden Begleitern schwach dekliniert:

• dieser
o Mit diesen schmutzigen Schuhen gehst du nicht in die Schule.

• jeder
o Diese einfachen Aufgaben kann doch jedes beliebige Schulkind lösen.

• jener
o Jenes weiße Hemd passt besser zu den schwarzen Schuhen.

• mancher
o Mancher verliebte Mann hat schon Kopf und Verstand verloren.

• welcher
o Welcher blöde Idiot hat Salz in meine Bierflasche getan?

• ebenso nur im Plural: alle, diese, jene, manche, solche, welche?, keine, Possessivartikel
o Alle fleißigen Schüler haben die Prüfung bestanden.
o Diese jungen Männer müssen sehr viel arbeiten.

o Meine jüngeren Geschwister sind schon verheiratet.

3) Besonderheiten

Einige wenige Adjektive sind in ihrer Deklination unregelmäßig. Dazu gehören:

• hoch: der hohe Baum, die hohen Bäume, das hohe Haus, die hohen Häuser, ...
• dunkel: das dunkle Zimmer, die dunklen Zimmer, der dunkle Raum, ...
• teuer: das teure Auto, die teuren Autos, der teure Mantel, die teuren Mäntel, ...

• sauer: der saure Wein, die sauren Weine, die saure Gurke, die sauren Gurken, ...

• sensibel: der sensible Junge, die sensiblen Leute, ...

2
Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel

1) Was man über die Adjektivdeklination wissen sollte.

Steht das Adjektiv vor dem Nomen, ist das Adjektiv Teil einer Nomengruppe und muss dekliniert werden. Das

Adjektiv hat dann eine attributive Funktion. Adjektive als Nomenattribute charakterisieren oder definieren

ein Nomen.

Eine Nomengruppe besteht demnach aus:

Artikel + Adjektiv + Nomen

Wie das Adjektiv dekliniert wird, ist von 4 Faktoren abhängig:

• Form des Artikels (bestimmt, unbestimmt, Nullartikel)


o Der junge Mann kauft eine rote Rose.

o Seine Freundin liebt rote Rosen.


• Numerus (Singular /Plural)
o Das kleine Kind spielt mit seinem Ball.
o Die kleinen Kinder spielen mit ihren Bällen.
• Genus (maskulin, feminin, neutral)
o Ein fleißiger Junge macht seine Hausaufgaben.

o Ein liebes Mädchen spielt mit seiner Puppe.

o Eine junge Frau möchte heute Abend in die Disko gehen.


• Kasus (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv)
o Ein ehrgeiziger Fußballspieler trainiert täglich mehrere Stunden.
o Der Trainer beobachtet einen ehrgeizigen Fußballspieler.
o Ein Manager bietet einem ehrgeizigen Fußballspieler einen Profivertrag an.

o Die Freundin eines ehrgeizigen Fußballspielers freut sich mit ihm.

2) Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel im Singular

Die Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel ist schon etwas schwieriger. Singular und Plural
werden hier getrennt betrachtet.

Die Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel im Singular sieht wie folgt aus:

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum

Nominativ ein guter Mann eine gute Frau ein gutes Kind

Akkusativ einen guten Mann eine gute Frau ein gutes Kind

Dativ einem guten Mann einer guten Frau einem guten Kind

Genitiv eines guten Mannes einer guten Frau eines guten Kindes

1
• Im Nominativ erhält die Adjektivendung die Endung des bestimmten Artikels:
- der - guter // die - gute // das - gutes

• Die feminine und neutrale Adjektivendung bleibt im Akkusativ bestehen.

• Die maskuline Adjektivendung ändert sich im Akkusativ auf –en.

• Im Dativ sowie im Genitiv ist die Adjektivendung immer -en.

Darüber hinaus werden Adjektive im Singular nach folgenden Begleitern ebenso dekliniert:

• alle Possessivartikel

o Hast du mein schwarzes Hemd gesehen?


o Warum gibst du deinem großen Bruder dein neues Motorrad nicht?

o Ihr neuer Freund hat ihrem älteren Bruder 100 Euro gestohlen.

• Negationsartikel kein-

o In der Disko habe ich gestern keinen interessanten Mann gesehen.

3) Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel im Plural

Im Plural wird der unbestimmte Artikel nicht verwendet, er fällt weg. Die Adjektivdeklination entspricht
dann der Nullartikeldeklination im Plural. Allerdings gibt es einen Negativartikel im Plural und dann
ändert sich die Adjektivdeklination.

Die Adjektivdeklination im Plural sieht wie folgt aus:

Kasus Plural mit Nullartikel Plural mit Negativartikel

Nominativ schlechte Leute keine schlechten Leute

Akkusativ schlechte Leute keine schlechten Leute

Dativ schlechten Leuten keinen schlechten Leuten

Genitiv guter Leute keiner guten Leute

• Fällt der unbestimmte Artikel im Plural weg (Nullartikel), wird das Adjektiv nach der
Nullartikeldeklination dekliniert.

• Wird der Negativartikel oder ein Possessivartikel (mein, dein, sein, ihr, ...) benutzt, wird nach
der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels im Plural dekliniert (Adjektivendung immer
-en).

4) Besonderheiten

Die wenigen Adjektive, die unregelmäßig dekliniert werden, gelten entsprechend.

• hoch: ein hoher Baum, hohe Bäume, ein hohes Haus, hohe Häuser, ...
• dunkel: ein dunkles Zimmer, dunkle Zimmer, ein dunkler Raum, ...
• teuer: ein teures Auto, teure Autos, ein teurer Mantel, teure Mäntel, ...
• sauer: ein saurer Wein, saure Weine, eine saure Gurke, saure Gurken, ...
• sensibel: ein sensibler Junge, sensible Leute, ...

2
Adjektivdeklination mit dem Nullartikel

1) Was man über die Adjektivdeklination mit dem Nullartikel wissen sollte.

Wenn das Adjektiv nach dem Nullartikel dekliniert wird, spricht man von einer starken Deklination. Das

Artikelwort hat die Aufgabe, den Kasus anzuzeigen. Bei der Verwendung eines Nullartikels fehlt das Artikelwort

und somit ein Kasussignal. Dieses Kasussignal übernimmt die Adjektivdeklination. Die Endung des

Adjektivs zeigt Kasus und Genus an.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ guter Mann gute Frau gutes Kind gute Leute

Akkusativ guten Mann gute Frau gutes Kind gute Leute

Dativ gutem Mann guter Frau gutem Kind guten Leuten

Genitiv guten Mannes guter Frau guten Kindes guter Leute

• Die Adjektivendung erhält bei der Nullartikeldeklination die Endung des bestimmten Artikels:

der - guter // den - guten // dem - gutem // die - gute // ...

• Ausnahmen bilden der maskuline und der neutrale Genitiv. Die Adjektivendung lautet dann -en. In

diesen beiden genannten Fällen zeigt das Nomen das Kasussignal.

• Im Singular findet der Nullartikel selten Verwendung, im Plural dagegen häufiger. Siehe auch:

Nullartikelgebrauch

Darüber hinaus werden Adjektive mit Nullartikeldeklination nach folgenden Begleitern stark dekliniert:

• nach etwas und mehr

o Eure Kinder sollten mehr frisches Obst essen.


o Mit etwas gutem Willen lassen sich sicherlich all deine Probleme lösen.

• nach den endungslosen Indefinite manch, solch, viel, welch, wenig

o Der Ozean verbirgt manch kostbare Perle.

o Solch dummes Zeug habe ich schon lange nicht mehr gehört.

o Hinter der Grenze zu Polen kann man viel billigere Schuhe kaufen als bei uns.

o Welch große Nase hat dieser Mann.


o Auf der Versammlung wurden nur wenig neue Fakten genannt.

• nach endungslosen Zahladjektiven zwei, drei, zehn, hundert, ...

o Drei große und starke Männer haben der alten Frau beim Umzug geholfen.

o Das Leben bietet tausend schöne und spannende Dinge.

1
Steigerung der Adjektive

1) Was man über die Steigerung der Adjektive wissen sollte.

Adjektive können gesteigert werden. Die Grundform eines Adjektivs nennt man Positiv, die nächst höhere Stufe

Komparativ und die höchste Steigerungsstufe Superlativ.

Der Komparativ vergleicht zwei Personen oder Sachen und zeigt einen Unterschied an:

• Peter ist groß (1,88 m), aber Hubert ist noch größer (1,92 m).

• Gestern war das Wetter schön (leicht bewölkt, 24 Grad) und heute wird es noch schöner (sonnig, 27 Grad).

Der Superlativ vergleicht mindestens drei oder mehr oder eine Gesamtheit von Personen oder Sachen und

bezeichnet davon die einmalig höchste Stufe.

• Ute ist klein (1,62 m). Petra ist kleiner (1,60 m) und Martina ist die kleinste (1,58 m).
• Ein VW Golf ist teuer (20.000 Euro). Ein Audi A4 ist teurer (30.000 Euro) und ein Porsche Carrera GT ist

am teuersten (450.000 Euro).

Die Steigerungsformen eines Adjektivs können vor dem Nomen stehen, dann spricht man von einem attributiven

Gebrauch des Adjektivs:

• Der Fabrikarbeiter will sich ein teures Auto kaufen.

• Sein Vorgesetzter hat sich ein teureres Auto gekauft.


• Der Direktor kann sich das teuerste Auto leisten.

Die Steigerungsformen können sich auf ein Verb im Satz beziehen, dann spricht man von einer adverbialen

Verwendung des Adjektivs:

• Europäerinnen sind sehr hübsch.


• Afrikanerinnen sind noch hübscher.
• Südamerikanerinnen sind am hübschesten.

2) Die Bildung der Steigerungsformen

Beim Komparativ erhält die Adjektivendung ein -er. Den Superlativ bildet man mit am ...-(e)sten oder mit

dem bestimmten Artikel + -(e)ste.

Superlativ
Positiv Komparativ
am ... sten der, die, das ... ste

faul fauler am faulsten der, die, das faulste

langsam langsamer am langsamsten der, die, das langsamste

lieb lieber am liebsten der, die, das liebste

schnell schneller am schnellsten der, die, das schnellste

1
• Susanne ist sehr neugierig.
• Ihre Freundin Bettina ist noch neugieriger.

• Aber meine Schwiegermutter ist am neugierigsten.

Meine Schwiegermutter ist (von allen) die neugierigste.

Mein kleiner Bruder ist (von allen) der neugierigste.

Das kleine Mädchen ist (von allen) das neugierigste.

Wenn der Superlativ mit dem bestimmten Artikel gebildet wird, zeigt der Artikel den Genus an. Das (e) dient als

Aussprachehilfe bei Adjektiven, die mit -d, -ß, -sch, -t, -tz, -x oder -z enden.

Superlativ
Positiv Komparativ
am ... esten der, die, das ... este

breit breiter am breitesten der, die, das breiteste

hübsch hübscher am hübschesten der, die, das hübscheste

süß süßer am süßesten der, die, das süßeste

weit weiter am weitesten der, die, das weiteste

Weitere Adjektive sind:

blind, blöd, dicht, echt, fest, fett, feucht, fies, fix, glatt, heiß laut, leicht, leise, mies, mild, müde, nett, rasch,

sanft, satt, schlecht, spät, spitz, stolz, weise, wild, zart.

3) Besondere Adjektive

Einige Adjektive bilden ihre Steigerungsformen mit einem Umlaut:

Positiv Komparativ Superlativ

alt älter am ältesten

arm ärmer am ärmsten

groß größer am größten

jung jünger am jüngsten

kalt kälter am kältesten

klug klüger am klügsten

kurz kürzer am kürzesten

lang länger am längsten

Weitere Adjektive sind:

dumm, gesund, grob, hart, krank, rot, scharf, stark, schwach, warm.

2
Einige wenige Adjektive sind unregelmäßig. Dazu gehören:

Positiv Komparativ Superlativ

dunkel dunkler am dunkelsten

edel edler am edelsten

gern lieber am liebsten

gut besser am besten

hoch höher am höchsten

nah näher am nächsten

teuer teurer am teuersten

viel / sehr mehr am meisten

4) Der attributive Gebrauch des Adjektivs

Die Steigerungsformen eines Adjektivs können auch als Attribut Verwendung finden. Das Adjektiv als Attribut

steht dann vor dem Nomen und muss entsprechend dekliniert werden.

• In Chile gibt es guten Wein.


• Die Spanier sagen, dass es in Spanien einen besseren Wein gibt.

• Mein Vater sagt aber, dass man den besten Wein an der Mosel kaufen kann.

• Elfriede ist eine fleißige Schülerin.


• Mathilde ist eine fleißigere Schülerin.

• Beate ist die fleißigste Schülerin.

Beim Komparativ gilt:

Adjektiv + er + Adjektivdeklination

Beim Superlativ gilt:

Adjektiv + -(e)st + Adjektivdeklination

3
5) Vergleiche

Durch die Steigerungsmöglichkeit der Adjektive kann man Personen und Sachen vergleichen. Ein Vergleich lässt

zwei Möglichkeiten zu:

• Gleichheit

Eine Gleichheit drückt man durch "so + Adjektiv + wie" aus. Alternativen zu "so ... wie" sind:
gleich ... wie, ebenso ... wie, genau so ... wie, doppelt so ... wie
Die beiden Personen / Sachen die verglichen werden, haben jeweils den gleichen Kasus:

o Ludwig ist genau so stur wie sein Vater.

o Die Tochter ist ebenso hübsch wie ihre Mutter.


o Dein Bruder ist dreimal so fleißig wie du.

o Dein Vater liebt dich ebenso sehr wie deinen Bruder.

• Ungleichheit

Eine Ungleichheit drückt man entweder durch den "Komparativ + als", oder durch "nicht / kein- + so

+ Adjektiv + wie" aus. Die beiden Personen / Sachen die verglichen werden, haben jeweils den

gleichen Kasus:

o Dein 13-jähriger Sohn ist schon viel größer als meine 16-jährige Tochter.
o Du hast zwar mehr Geld als ich, aber dafür habe ich viel mehr Freunde als du.

o Er gewinnt zwar öfter als ich, aber dennoch bin ich viel intelligenter als er.
o Mein neuer Freund ist nicht so gemein wie mein alter Freund.

o In Deutschland gibt es nicht so schöne Strände wie in Südamerika.

6) Einschränkung des Superlativs

Wer von uns kennt nicht schöne Plätze und Orte auf dieser Erde? Ein jeder kennt solch schöne Plätze. Welcher Ort

ist denn nun der schönste auf Erden? Den Superlativ zu bilden, fällt hier schwer, weil es eben doch sehr viele

schöne Plätze auf Erden gibt. Soll eine Person / Sache aus dieser Gruppe herausgehoben werden, benutzt man ein

entsprechendes Indefinitpronomen + Genitivartikel im Plural:

eine, einer, eines, ... + Genitivartikel Plural

• Ich war schon mal an einem der schönsten Orte dieser Welt.
• Torsten ist einer der fleißigsten Schüler in dieser Klasse.

• Unsere Lehrerin ist eine der hübschesten Lehrerinnen, die ich jemals gesehen habe.

4
Partizipien als Adjektive

1) Was man über Partizipien wissen sollte.

Partizipien werden vom Verb abgeleitet. Man unterscheidet zwei Arten von Partizipien:

• (Grundform = Infinitiv: bluten, laufen, singen, ...)

• Partizip I: blutend, laufend, singend, ...

• Partizip II: geblutet, gelaufen, gesungen, ...

Das Partizip II wird gebraucht, um das Perfekt, das Passiv und das Plusquamperfekt zu bilden. In diesen
Fällen ist das Partizip II Teil des Prädikats. Beide Partizipien, sowohl Partizip I als auch Partizip II, können auch
wie ein Adjektiv benutzt werden.

• Verb + Partizip II (als Teil des Prädikats):

o Das Geschäft bleibt heute wegen Krankheit geschlossen.

o Das Fenster ist geöffnet.


o Das Haus ist komplett abgebrannt.

• Partizip II + Nomen (Adjektivfunktion):

o Das schwer verletzte Tier ist nach drei Tagen verstorben.

o Der abgetrennte Finger konnte wieder angenäht werden.

o Der verstorbene Mann hinterließ ein Millionenerbe.

Das Partizip I bildet man mit dem Infinitiv + d: schreiend, schwimmend, wartend, ...
Das Partizip II der regelmäßigen Verben bildet man nach den bekannten Regeln.
Das Partizip II der unregelmäßigen Verben bildet man nach den bekannten Regeln.

2) Das Partizip I als Adjektiv

Das Partizip I als Adjektiv drückt eine Gleichzeitigkeit oder eine nicht abgeschlossene Aktion aus.

Gleichzeitigkeit bedeutet, dass zeitgleich zwei parallele Handlungen durchgeführt werden. Eine von beiden

Handlungen wird untergeordnet und bildet das Partizip I, die andere Handlung ist übergeordnet und bildet das

Prädikat im Satz.

• Der Hund liegt vor seiner Hundehütte und knurrt.


• Der Hund liegt knurrend vor seiner Hundehütte.

• Der Chef ging aus dem Zimmer und lachte.

• Der Chef ging lachend aus dem Zimmer.

Das Partizip I kann alleine stehen. In diesem Fall wird es nicht dekliniert.

• Die Hausfrau kocht Suppe und telefoniert dabei.


• Die telefonierende Hausfrau kocht Suppe.

• Der Vogel saß auf einem Ast. Dabei zwitscherte er.

• Der zwitschernde Vogel saß auf einem Ast.

1
Steht das Partizip I vor dem Nomen als Adjektivattribut, gelten die allgemeinen Regeln zur

Adjektivdeklination.

Artikel + Partizip I + Adjektivdeklination + Nomen

3) Das Partizip II als Adjektiv

Das Partizip II als Adjektiv drückt meist eine passivische Handlung, ein Resultat oder etwas

Abgeschlossenes aus. Die beiden Handlungen laufen nicht parallel, sondern zeitlich versetzt.

• Der Dieb fand den Schmuck nicht. Der Schmuck wurde versteckt.
• Der Dieb fand den versteckten Schmuck nicht.

• Herr Klatsch hat sich ein Auto gekauft. Sein neues Auto ist aber gebraucht.
• Herr Klatsch hat sich ein gebrauchtes Auto gekauft.
• Letzte Woche wurde mir mein Fahrrad gestohlen. Gestern wurde es wiedergefunden.

• Gestern wurde mein gestohlenes Fahrrad wiedergefunden.

Das Partizip II als Attribut steht zwischen dem Artikel und dem Nomen, auf das es sich bezieht (der ...

Schmuck, das ... Auto, das ... Fahrrad). Steht das Partizip II vor dem Nomen als Adjektivattribut, gelten die

allgemeinen Regeln zur Adjektivdeklination.

Artikel + Partizip II + Adjektivdeklination + Nomen

4) Partizipialkonstruktionen

Ein Partizip als Adjektivattribut lässt sich wie gesehen aus einem selbständigen Satz herleiten. Beziehen sich

weitere Angaben auf ein Partizip, werden diese als Partizipbegleiter in die Umformung mitgenommen. In

diesem Fall spricht man von einer Partizipialkonstruktion. Die Angaben der Partizipialkonstruktion stehen dann

zwischen Artikel und dem Partizip:

Beispiele zur Partizip I - Umformung (Gleichzeitigkeit - Aktivsatz):

• Der Mann ging aus dem Zimmer. Dabei lachte er laut.

• Der laut lachende Mann ging aus dem Zimmer.


• Das Kind fürchtet sich stets im Dunkeln. Es geht nachts immer ins Elternbett.

• Das sich stets im Dunkeln fürchtende Kind geht nachts immer ins Elternbett.
• Die Vögel, die fröhlich vor sich hinzwitschern, sitzen auf den Bäumen.

• Die fröhlich vor sich hinzwitschernden Vögel sitzen auf den Bäumen.

2
Beispiele zur Partizip II - Umformung (Vorzeitigkeit - Passivsatz):

• Der Dieb fand den Schmuck nicht. Der Schmuck war in einem Tresor versteckt.
• Der Dieb fand den in einem Tresor versteckten Schmuck nicht.

• Das Kind gibt nur freche Antworten. Es ist sehr schlecht erzogen.
• Das sehr schlecht erzogene Kind gibt nur freche Antworten.

• Die Frau, die vor ein paar Stunden am Herzen operiert wurde, schläft noch ruhig.

• Die vor ein paar Stunden am Herzen operierte Frau schläft noch ruhig.

Partizipialkonstruktionen lassen sich auch in Relativsätze umformen:

• Der Mann, der laut lachte, ging aus dem Zimmer.


• Das Kind, das sich stets fürchtet, geht nachts immer ins Elternbett.

• Die Vögel, die fröhlich vor sich hinzwitschern, sitzen auf den Bäumen.
• Der Dieb fand den Schmuck nicht, der in einem Tresor versteckt war.
• Das Kind, das sehr schlecht erzogen ist, gibt nur freche Antworten.

• Die Frau, die vor ein paar Stunden am Herzen operiert wurde, schläft noch ruhig.

Partizipialkonstruktionen gehören zum gehobenen Sprachgebrauch. Meist finden sie in juristischen oder

wissenschaftlichen Texten Verwendung. In der Alltagssprache spielen die Partizipialkonstruktionen keine Rolle.

3
Zahlwörter

1) Was man über Zahlwörter wissen sollte.

Zahlwörter können auf bestimmte W-Fragen eine Antwort geben.

• Mengenangaben // Wie viel? Wie viele?


o Wie viele Geschwister haben Sie? -
Ich habe sieben Geschwister, davon sechs Schwestern, aber nur einen Bruder.
o Wie viel kostet das? - Zusammen sind es 12 Euro und 85 Cent.
o Wie viele Flaschen Wein hat er gekauft? - 10 Kisten mit je 12 Flaschen.
• Zeitangaben // Wann? Um wieviel Uhr?
o Wann ist die Party? - Am Freitag, den 12.08.
o Um wieviel Uhr beginnt sie? - Ab 20 Uhr sind die Gäste willkommen.
o Wie lange dauert sie? - Nur 6 Stunden oder bis maximal 2 Uhr.

Man unterschiedet:

• Kardinalzahlen
o eins, zwei, drei, zehn, (ein)hundert, dreitausend, eine Million, sechs Milliarden, ...
• Ordinalzahlen
o 1., 2., 3., 4., ... / erste, zweite, dritte, vierte, fünfte, ...
• Bruchzahlen
o ein halb, eineinhalb, ein Drittel, zwei Fünftel, drei Zehntel, ...
• Multiplikationswörter
o einfach, zweifach, doppelt, dreifach, fünffach, zwanzigfach, tausendfach, zigfach, ...

2) Kardinalzahlen

• Die Zahl " 1 " ( gesprochen: eins )

Wird die Zahl " 1 " als Zahlwort vor einem Nomen gebraucht, wird sie wie der unbestimmte Artikel
dekliniert, aber etwas stärker betont:

o Haben Sie Kinder?

ƒ Ohne Nomen: Ja, eins.

ƒ Mit Nomen: Ja, einen Sohn und eine Tochter.

o Ich liebe nur eine Frau und nicht zehn (Frauen)!

Wird die Zahl " 1 " mit dem bestimmten Artikel gebraucht, wird sie wie ein Adjektiv dekliniert:

o Warum hören Sie der einen und nicht der anderen Frau zu?

o In dieser Firma weiß der eine nicht, was der andere tut.

• Die Zahlen " 2 " und " 3 " werden dagegen nur im Dativ und Genitiv dekliniert. Alle anderen
Kardinalzahlen werden nicht dekliniert.

o Horst ist stolzer Vater dreier Kinder.

o Egon lässt sich bereits von seiner zweiten Frau scheiden.

• Folgende Zahlwörter sind Nomen:

o die Million, zwei Millionen /// die Milliarde, drei Milliarden /// die Billion, vier Billionen

1
3) Ordinalzahlen

Ordinalzahlen können mit Ziffern geschrieben werden: 1. / 2. / 3. / 4. .... Sie werden dann mit einem Punkt
(".") abgeschlossen. Sie können aber auch geschrieben werden: erste, zweite, dritte, siebte, achte, ...

Die Ordinalzahlen von 2 - 19 werden mit -t gebildet:

• viert-, fünft-, sechst-, neunt-, ... + Adjektivdeklination

Die Ordinalzahlen ab 20, ... werden mit -st gebildet:

• zwanzigst-, zweiunddreißigst-, siebenundachtzigst-... + Adjektivdeklination

Eine Reihe beginnt mit der/die/das erste und endet mit der/die/das letzte.

• Den ersten Platz hat wie immer Rainer belegt.

• Der letzte geht wie schon so oft nach Bielefeld.

Es gibt nur sehr wenige irreguläre Ordinalzahlen:

• 1. = der erste // 3. der = dritte // der 7. = der siebte // der 8. = der achte

• 16. = der sechzehnte // 17. = der siebzehnte

Für die Ordinalzahlen gelten die Regeln der Adjektivdeklination.

• Die Zeitung schrieb, dass bereits jeder zehnte Internet-Nutzer ein Betrugsopfer sei.

• Heute wird der hundertste Geburtstag meiner Schwiegermutter gefeiert.

Ordinalzahlen können als Nomen verwendet werden.

• Am nächsten Spieltag der 1. Bundesliga spielt der Erste gegen den Zweiten.

• Der Favorit kam nur als Vierter durch das Ziel.

Datumsangaben

• Der wievielte ist heute? - Heute ist der 01.04.2007 // erste April zweitausendsieben.

• Den wievielten haben wir morgen? - Morgen haben wir den 02.04. // den zweiten April.

2
4) Sonstiges

Zahlwörter können unter anderem in Prozentzahlen, Bruchzahlen, Maßen, Gewichten etc. auftreten. Dabei

unterscheidet sich die Schriftsprache mit der gesprochenen Sprache. Einige Zahlenangaben, die oft benutzt

werden:

• 60 % / sechzig Prozent

o Um die Prüfung zu bestehen braucht man mindestens 60 %.

• 10,15 % / zehn Komma eins fünf Prozent

o 10,15 % der Teilnehmer haben die Prüfung leider nicht bestanden.

• 0,2 ‰ / null Komma zwei Promille

o Der Autofahrer hatte 0,2 ‰ Alkohol im Blut.

• ¼ / ein Viertel

o Ungefähr ¼ der Teilnehmer kamen aus asiatischen Ländern.

• ½ / ein Halb

o Ich hätte gern ein halbes Hähnchen.

• ¾ / drei Viertel

o Fast ¾ der Belegschaft in dieser Fabrik sind ausländische Frauen.

• 1½ kg / eineinhalb = anderthalb Kilogramm

o Ich hätte gern 1½ kg Schweinebraten.

• 1 Pfd. / ein Pfund

o 1 Pfd. sind 500 Gramm oder ein halbes Kilogramm.

• 100 l / einhundert Liter

o Am Freitag gibt es wegen einer Jubiläumsfeier 100 l Freibier.

• 100 km/h / einhundert Stundenkilometer

o Der gestrige Sturm "Eugenia" hatte Böen mit mehr als 100 km/h.

• 15 m² / fünfzehn Quadratmeter

o Das zu vermietende WG-Zimmer ist 15 m² groß.

• 20 m³ / zwanzig Kubikmeter

o Für diese Bauarbeiten benötigen wir 20 m³ Sand.

• 15°C / fünfzehn Grad Celsius

o Am Wochenende liegen die Höchsttemperaturen im Westen bei nur 15°C.

• - 13°C / minus dreizehn Grad / dreizehn grad unter null

o In der kommenden Nacht herrschen frostige Temperaturen von bis zu - 13°C.

• Jahreszahlen 16.12.1976 / sechzehnten zwölften neunzehnhundertsechsundsiebzig

o Meine älteste Tochter ist am 16.12.1976 geboren.

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Adjektivgruppen

1) Was man über Adjektivgruppen wissen sollte.

Das Adjektiv kann andere Wörter zu sich nehmen und eine Adjektivgruppe bilden. Es ist wichtig, dass man diese

Beifügungen erkennt, denn die Beifügungen werden im Gegensatz zu den Adjektiven, sofern sie vor einem

Nomen stehen, nicht mitdekliniert. Eine Beifügung kann dem Adjektiv unterschiedliche Grade zuordnen.

• Beifügungen können ein Adjektiv verstärken (positive Graduierung):


o Der gestrige Film war total spannend.
o Ronaldinho ist ein außergewöhnlich guter Fußballspieler.

• Beifügungen können ein Adjektiv abschwächen (negative Graduierung):

o Ich finde dieses gebrauchte Auto recht teuer.


o Na ja, ihr neues kurzes Kleid ist ja ganz hübsch, aber ziemlich gewagt.

• Beifügungen können über das Normalmaß hinausgehen:


o Für ihr Alter ist Sabine viel zu dick. Sie hat doch bestimmt 25 kg Übergewicht.

o Meine Mutter ist einfach zu gut für diese Welt. Sie glaubt einfach alles.

2) Wörter, die die Aussage eines Adjektivs verstärken.

Eine kleine Zusammenstellung von häufig verwendeten Wörtern, die die Aussage eines Adjektivs verstärken:

Verstärkung Beispiele

absolut Ich bin dieses Mal mit dir absolut gleicher Meinung.

außergewöhnlich Barbara ist eine außergewöhnlich gut aussehende Frau.

außerordentlich Die außerordentlich zuverlässige Sekretärin ist plötzlich schwanger.

äußerst Der äußerst anspruchsvolle Mann sucht seit 10 Jahren eine Partnerin.

ausgesprochen Unser Urlaub in der Karibik war ausgesprochen interessant.

besonders Weißt du, was einen besonders guten Whiskey auszeichnet?

extrem In diesem Restaurant gibt es einen extrem schlechten Service.

höchst Am Wochenende hatten wir eine höchst interessante Weiterbildung.

sehr Mama, ich hab dich sehr sehr lieb.

total Der Autofahrer hat sich in der Linkskurve total überschätzt und flog raus.

überaus Nächste Woche muss ich eine überaus wichtige Klausur schreiben.

ungemein Wir sind ungemein stolz auf unseren Sohn.

ungewöhnlich In diesem Jahr hatten wir einen ungewöhnlich milden Winter.

1
3 ) Wörter, die die Aussage eines Adjektivs abschwächen.

Eine kleine Zusammenstellung von häufig verwendeten Wörtern, die die Aussage eines Adjektivs abschwächen:

Abschwächung Beispiele

beinahe Bei einem Freund von mir endete ein guter Rat beinahe tödlich.

einigermaßen Mit meinem neuen Job bin ich so einigermaßen zufrieden.

etwas Der Frisör hätte dir die Haare ruhig etwas kürzer schneiden können.

ganz Der Löwe sieht doch ganz harmlos aus.

halbwegs Wenn du nur halbwegs ehrlich bist, sagst du mir jetzt die Wahrheit.

kaum Er war drei Stunden bei mir, aber er hat kaum etwas gesagt.

recht Da hast du aber bei einem recht teuren Angebot zugeschlagen.

relativ Karsten treffe ich relativ häufig in der Mensa.

vergleichsweise Mit anderen Geräten ist dieser Staubsauger vergleichsweise leise.

völlig Hannes hat sich gestern auf der Party völlig daneben benommen.

ziemlich Vor einer Prüfung bin ich meistens ziemlich nervös.

2
Das Adverb (Plural: Adverbien)

1) Was man über Adverbien wissen sollte.

Adverbien, auch Umstandswörter genannt, sind unveränderlich, das heißt, dass man sie nicht deklinieren

kann. Adverbien bezeichnen die Umstände eines einzelnen Wortes oder eines ganzen Satzes näher. Ein Umstand

kann sich beziehen auf:

• Örtliche Umstände. Sie geben Auskunft über einen Ort.


o Auf dem Hügel dort hinten steht ein großes Holzkreuz.
o Der Mann dort hat keine Schuhe an.

o Auf dem Dach da oben sitzen zwei Tauben.

• Zeitliche Umstände. Sie geben Auskunft über ein zeitliches Geschehen.


o Man sollte sich morgens und abends die Zähne putzen.
o Komm sofort zu mir!
o Hast du den Blitz gesehen? Gleich wird es donnern.

• Modale Umstände. Sie geben Auskunft über die Art und Weise.
o Abends trinkt mein Mann gern eine Flasche Bier.
o Das haben die Kinder sehr gut gemacht. Ich bin sehr stolz auf sie.

o Auf Herbert wartest du heute vergebens. Er liegt im Bett und hat eine starke Grippe.

Ein Adverb kann auch als Attribut verwendet werden:

• Als Attribut kann es vor einem Adjektiv oder einem anderen Adverb stehen.
o Das Neugeborene hat so kleine Fingerchen.
o Die Vorlesung war heute sehr interessant.
o Der Unterricht bei Frau Wunderlich ist immer ziemlich langweilig.

• Als Nomenattribut steht es hinter dem Nomen


o Der Mann da hinten schaut immer zu uns herüber.
o Sie suchen den Bahnhof? Dann nehmen sie gleich hier die nächste Straße links.

o Das Auto hier vorn gehört unserem Direktor.

Adverbien treten sehr häufig stellvertretend für eine Substantivgruppe auf. Dabei verschmelzen sie mit einer

Präposition (womit / damit, wofür / dafür, ...) In diesen Fällen spricht man von Präpositionaladverbien:

• sich ärgern über + Akk


o Worüber ärgerst du dich manchmal?
o Ich ärgere mich täglich darüber, dass mein Kollege so faul ist.

(Ich ärgere mich täglich über die Faulheit meines Kollegen.)

o Darüber ärgerst du dich?

(Über seine Faulheit ärgerst du dich?)

1
Lokaladverbien

1) Was man über Lokaladverbien wissen sollte.

Lokaladverbien (lokale Adverbien), auch Ortsadverbien (Adverbien des Ortes) genannt, geben eine Antwort auf

die Fragen "wo", "wohin" und "woher". Dementsprechend werden die Adverbien auch unterschieden:

• Das Fragewort " wo " bezeichnet eine Lage.


o Wo ist das Telefonbuch? - Da vorne liegt es.
o Wo ist Peter? - Er ist draußen im Hof.

• Das Fragewort " wohin " gibt eine Richtung vom Sprecher weg an.

o Wohin soll ich das Telefonbuch legen? - Leg es einfach dahin.


o Wohin soll ich die Leiter stellen? - Stell sie nach draußen.

• Die Frage " woher " gibt eine Richtung zum Sprecher hin oder eine Herkunft an.
o Woher ist das Auto gekommen? - Es kam von links.

o Woher hast du den Stein? - Von draußen natürlich.

Auf eine "wo-", "wohin-" und "woher-" Frage kann entweder mit einer lokalen Präposition oder eben mit

einem Adverb geantwortet werden.

• Wo ist dein Bruder? - Im Keller.


• Wo ist dein Bruder? - Unten.
• Wohin geht dein Bruder? - In den Keller.

• Wohin geht dein Bruder? - Nach unten.

• Woher kommst du gerade? - Aus dem Keller.

• Woher kommst du gerade? - Von unten.

Eine Antwort mit einer Präposition gibt einen genau definierten nicht veränderlichen Ort wieder (im Keller). Eine

Antwort mit einem Adverb gibt einen subjektiven räumlichen Umstand des Sprechers wieder (unten). Wenn

zum Beispiel mein Bruder unten (im Keller) ist, bin ich für ihn oben (in der Wohnung). Was für einen

Sprecher links ist, ist dem zuhörenden Gegenüber rechts usw. Adverbien geben dem Sprecher eine

subjektive lokale Beschreibung vom Ort des Sprechers aus gesehen.

1
2) Einige häufig benutzte Lokaladverbien im Vergleich

W-Fragen Adverbien Beispiele

wo da Hast du meine Brille gesehen? - Da liegt sie doch.

wohin dahin Ach ja, ich habe sie doch eben dahin gelegt.
woher daher / von da Hast du die Brille von Fielmann? - Ja, daher habe ich sie.

wo dort Du kommst aus Jamaika? Wie ist es denn dort?


wohin dorthin Mein Bruder möchte auch mal dorthin fahren.

woher von dort / dorther Jochens Frau kommt auch dorther.

wo draußen Wo ist die Katze? - Draußen.

wohin nach draußen Lass die Katze nach draußen. Sie muss mal.
woher von draußen Der Hund kommt gerade von draußen. Er ist ja pitschnass.

wo drinnen Er ist ein Stubenhocker. Den ganzen Tag ist er drinnen.


wohin rein Es fängt an zu regnen. Lasst uns reingehen
woher raus Die Sonne kommt raus. Lasst uns auch rausgehen.

wo links Links sehen sie eine alte Barockkirche.


wohin nach links Nach München geht es nach links, nicht nach rechts.

woher von links Der Wagen kam von links. Ich habe ihn nicht gesehen.

wo oben Meine Schwester ist oben.


wohin nach oben / rauf Da ist ein Leuchtturm. Komm, wir gehen darauf.
woher von oben Nicht alles, was von oben kommt, ist auch gut.

Folgende Adverbien können eine Aussage mit "wo" geben:

• Anderswo wirst du es auch nicht billiger bekommen.


• Unsere Mannschaft muss jetzt zweimal hintereinander auswärts spielen.
• Die Fenster müssen dringend von draußen gestrichen werden.
• Mama schau mal, da ist ein Heißluftballon am Himmel.
• Wo ist mein Hut? - Der liegt doch dort.
• Draußen schneit und stürmt es.
• Hier drinnen ist es schön mollig warm.
• Drüben ist mal wieder die Hölle los.
• Hier werden sie wie ein König bedient.
• Das Buch muss hinten im Auto liegen.
• "Außen Topics, innen Geschmack", lautet ein bekannter Werbeslogan.
• Hier muss irgendwo mein Schlüssel liegen.
• Links kann man den Rhein sehen.
• Nebenan wohnt eine schreckliche Familie.
• Ich kann nirgends mein Handy finden. Hast du es vielleicht gesehen?
• Ich habe dein Handy auch nirgendwo gesehen.
• Wo ist Thomas? - Oben auf dem Speicher.
• Rechts neben dir läuft eine Spinne.
• Überall auf der Welt kann man Armut sehen.
• Unten im Keller haben wir noch eine Flasche Rotwein.
• Von vorne sieht dieses Auto sehr gut aus.

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Folgende Adverbien können eine Aussage mit "wohin? / woher?" geben:

• abwärts = rauf / aufwärts = runter


• bergauf / bergab
• dahin = nach da / daher = von da
• dorthin = nach dort / dorther = von dort
• flussabwärts / flussaufwärts
• irgendwohin / irgendwoher
• nirgendwoher / nirgendwohin
• rückwärts / vorwärts
• nach links / von links
• nach rechts / von links
• nach vorn = vorwärts / von vorn(e)
• nach hinten / von hinten
• nach oben = aufwärts = rauf / von oben
• nach unten = abwärts = runter / von unten
• nach draußen = raus / von draußen
• nach drinnen = rein / von drinnen
• nach drüben = rüber / von drüben
• und viele Kombinationen mit hin- und her-

3) hin und her

Das Adverb "hin" gibt eine Richtung an, die sich vom Sprecher wegbewegt.

Das Adverb "her" gibt eine Richtung an, die sich zum Sprecher hinbewegt.

Die beiden Fragwörter "wohin" und "woher" fragen nach der entsprechenden Richtung. Sie können zusammen
oder getrennt geschrieben werden:

zusammen getrennt

Wohin gehst du jetzt? Wo gehst du jetzt hin?

Woher kommst du gerade? Wo kommst du gerade her?

Die Adverbien "hin" und "her" gehen sehr oft eine Verbindung mit einem Bewegungsverb ein und werden

dadurch zu einem Präfix eines trennbaren Verbs. Die Zusammenfügung macht Sinn, denn das Präfix gibt

dadurch die Richtung an, ob sich jemand / etwas vom Sprecher weg oder zum Sprecher hin bewegt.

• Wo findet denn die Party statt? Wie kommt man denn zur Party hin?

• Komm mal schnell her! Hier ist eine riesige Spinne.


• Kannst du bitte mal die Teller zu Mutti in die Küche hinbringen?

• Peter, kannst du mir mal bitte die Zange herbringen?

Alle Bewegungsverben lassen sich mit "hin" und "her" kombinieren und können dadurch eine genaue Richtung

anzeigen:

• bringen, fahren, fallen, fliegen, gehen, klettern, kommen, laufen, schauen, schwimmen, springen, ...

3
Durch eine hinzugefügte Präposition lässt sich die Richtung noch genauer bezeichnen:

• Zuerst musst du den Berg hinaufklettern und dann musst du ihn wieder herunterklettern.
• Elke kam ins Zimmer herein und ging sofort wieder hinaus.

• Er ging die Straße hinüber um sogleich wieder herüber zu kommen.


• Hans zog sein Geld heraus und steckte es sogleich wieder hinein.

• Ich will hinüberschwimmen, muss dann aber auch wieder herüberschwimmen.

• Geld kommt daher und geht auch leider wieder dahin.

Es gibt auch Kurzformen, die sich ebenso mit Verben kombinieren lassen:

• raus = hinaus / heraus


raus|gehen, raus|kommen, raus|laufen, raus|schwimmen, ...

• rein = hinein / heraus


rein|gehen, rein|laufen, rein|tragen, rein|schauen, ...
• rauf = hinauf / herauf

rauf|gehen, rauf|klettern, rauf|fahren, ...


• runter = hinunter / herunter
runter|bringen, runter|gehen, runter|fahren, runter|tragen, ...
• rüber = hinüber / herüber

rüber|bringen, rüber|gehen, rüber|klettern, rüber|sehen, ...

4
Temporaladverbien

1) Was man über Temporaladverbien wissen sollte.

Temporaladverbien (temporale Adverbien) geben über ein zeitliches Geschehen Auskunft. Sie können
Informationen über einen Zeitpunkt, einen Zeitraum, eine Zeitdauer, zeitliche Wiederholungen, eine zeitliche
Häufigkeit etc. geben. Die verschiedenen Zeitfunktionen lassen sich durch entsprechende Fragewörter erfragen:

• Wann kommt deine Schwiegermutter zu Besuch? - Morgen.


• Wann hast du Ute gesehen? - Gestern habe ich sie mit ihrem neuen Freund in der Disko gesehen.

o anfangs, augenblicklich, bald, damals, danach, dann, demnächst, eben, endlich, gerade,

gestern, heute, heutzutage, inzwischen, jetzt, mittlerweile, nie, niemals, nun, schließlich,

seitdem, sofort, später, vorerst, vorgestern, vorhin, zuerst, zuletzt, ...

• Ab wann sind Sie in Urlaub? - Ab übermorgen.


• Ab wann sollst du diese Tabletten nehmen? - Ab sofort.

o ab dann, ab jetzt, ab nun, ab morgen, ab übermorgen, ab sofort

• Seit wann haben Sie diese Schmerzen? - Seit gestern.

• Seit wann ist Egon verliebt? - Seit vorgestern. Er hat sie beim Tanzen kennen gelernt.

o seit damals, seit eben, seit gestern, seit vorgestern, seit vorhin, schon immer

• Bis wann haben Sie Zeit? - Leider nur bis morgen.

• Bis wann hat der Patient geschlafen? – Bis vorhin. Er ist erst seit fünf Minuten wach.

o bis bald, bis dann, bis eben, bis gleich, bis jetzt, bis morgen, bis später, bis übermorgen, bis ...

• Wie lange sind Sie schon in Deutschland? - Seit vorgestern.


• Wie lange lernen die Kinder schon Deutsch? – Zeitlebens. Deutsch ist ihre Muttersprache.
o seit eben, seit damals, seit gestern, immer, immer noch, nie, niemals, noch, seit vorgestern,
zeitlebens

• Wie oft gehst du ins Kino? - Sehr selten.


• Wie oft putzt Hartmut sich die Zähne? – Mehrmals am Tag.
o bisweilen, häufig, manchmal, mehrmals, oft, selten
o morgens, vormittags, mittags, nachmittags, abends, nachts
o montags, dienstags, mittwochs, donnerstags, ..., wochenends
o einmal, zweimal, dreimal, zehnmal, hundertmal, ...

2) Unterscheidung nach Tempus

Die Temporaladverbien werden im geeigneten Tempus verwendet:

• Vergangenheit

o anfangs, bereits, damals, eben, einmal, früher, gestern, neulich, seither, soeben, vorgestern, vorhin

• Gegenwart

o augenblicklich, gegenwärtig, gerade, heute, heutzutage, jetzt, nun, sofort

• Zukunft

o bald, demnächst, morgen, übermorgen, später

1
Modaladverbien

1) Was man über Modaladverbien wissen sollte.

Modaladverbien (modale Adverbien) geben Auskunft über:

• Art und Weise Das Fragewort lautet "Wie?"

o anders, genauso, gern, irgendwie, lieber, am liebsten, so, vergebens


- Dein Mann verhält sich in der letzten Zeit irgendwie anders.

- Wie siehst du das?

- Das sehe ich genauso.


- Ich habe ihn aber immer noch sehr gern.
- Am liebsten würde ich ihn zur Rede stellen.

- Ich hoffe so sehr, dass er bald wieder vernünftig wird.


- Ich hoffe für dich, dass du nicht vergebens darauf wartest.

• Grad und Maß


o Äußerst, einigermaßen, größtenteils, haufenweise, kaum, sehr, überaus
- Wie sind denn mit Ihren Mitarbeitern zufrieden?
- Manchmal bin ich mit ihnen äußerst zufrieden.
- Freitags bin ich mit ihnen einigermaßen zufrieden.

- Sie sind dann kaum noch zu motivieren und denken nur noch ans Wochenende.

- Montags sind dann alle wieder überaus motiviert.

• Erweiterung
o auch, außerdem, ebenfalls, sonst
o erstens, zweitens, drittens, viertens, siebtens, ...
- Wie können Sie sich die 3:0 Niederlage Ihrer Mannschaft erklären?

- Wir waren einfach zu passiv. Außerdem haben wir den Gegner stark gemacht.

- War es nicht auch spielerisches Unvermögen?


- Das kommt leider ebenfalls dazu.
- Wir sind erstens ein kleiner Verein und haben zweitens keine Millionen, um Stars kaufen zu

können.

- Ansonsten müssen wir uns als Aufsteiger gegen erstklassige Gegner messen.
- Sonst kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie haben gekämpft.

• Einschränkung

o allerdings, doch, hingegen, jedoch, nur, wenigstens, zumindest


- Wird Ihre Mannschaft die Liga erhalten oder steigen sie wieder ab?

- Wir werden die Liga nur erhalten bleiben, wenn wir die Defensive stärken können.

- Es gibt jedoch noch Mannschaften, die weniger Punkte haben als wir.
- Zumindest sind uns schon zu Hause einige Siege gelungen.

- Allerdings stehen noch schwere Spiele auf dem Programm.

- Wir werden jedoch nicht absteigen. Dessen bin ich mir sicher.

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Partikeln
Partikeln sind Signalwörter, die eine gesprochene Sprache lebendiger machen. Sie wecken beim
Zuhörenden ein Interesse oder machen ihn neugierig. Ein gesprochener Text kann mit Partikeln
positiv oder negativ bewertet werden. Partikeln sind unveränderlich, nicht deklinierbar und
können nicht erfragt werden. Man unterscheidet:

• Gradpartikeln
• Fokuspartikeln
• Modalpartikeln

Gradpartikeln
Gradpartikeln stehen vor einem Adjektiv oder Adverb und geben diesem Wort eine schwache,
eine hohe oder sehr hohe Intensität.

Das Auto ist außergewöhnlich billig.


Sie werden wohl kaum ein günstigeres Auto bekommen.
Das Auto ist recht günstig.
Das Auto ist nicht gerade billig.
Das Auto ist etwas teuer.
Das Auto ist sehr teuer.
Das Auto ist ziemlich teuer.
Das Auto ist zu teuer.
Das Auto ist viel zu teuer.
Das Auto ist total überteuert.

Folgende Gradpartikeln werden in der gesprochenen Sprache häufiger benutzt:


absolut, außergewöhnlich, einigermaßen, etwas, extrem, ganz, kaum, komplett, nicht
gerade, recht, sehr, total, überaus, ungewöhnlich, völlig, weit, ziemlich, zu
Fokuspartikeln
Fokuspartikeln beziehen sich auf eine wichtige Aussage in einem Satz und stellen dazu einen
Bezug her.

Der Film gestern war echt klasse. Mir haben besonders die Actionszenen gefallen.
Wir mieten die Wohnung nicht. Vor allem hat uns die Gegend nicht gefallen.
Wie bitte, Sie können das nicht? Sogar mein 5-jähriger Sohn kann das.
Beim Kauf eines Handys können wir Ihnen auch einen Rabatt geben.
Der Wagen hat Totalschaden. - Wenigstens ist dir nichts passiert.

Folgende Fokuspartikeln werden in der gesprochenen Sprache häufiger benutzt:


allenfalls, auch, ausgerechnet, besonders, bestenfalls, bloß, erst, lediglich, mindestens, nur,
selbst, sogar, vor allem, wenigstens, zumindest

Modalpartikeln
Modalpartikeln, auch Abtönungspartikeln genannt, werden in einem Gespräch relativ häufig
benutzt. Sie geben dem Sprecher die Möglichkeit, das Gesprochene für den Zuhörenden
interessanter zu gestalten. Sie können beispielsweise das Interesse des Zuhörers wecken,
etwas einschränken, eine Aussage verstärken, den Zuhörer in Erstaunen versetzen oder aber
einen Sachverhalt zustimmen oder ablehnen. Abtönungspartikeln stehen in der Regel in der
Satzmitte, das heißt, hinter dem Verb und dem Pronomen.

• "aber", "ja" und "auch" drücken eine Überraschung aus

o Das freut mich aber, dass du wieder gesund bist.


o Du bist ja gar nicht krank. (Ich habe gedacht, dass du krank bist.)
o Du bist ja auch auf der Party. (Was machst du denn hier?)
• "bloß", "ja" und "nur" sprechen eine Warnung aus (Imperativ)

o Lass das ja sein. (Mach das nicht.)


o Leg das bloß wieder hin. (Nimm das nicht mit!)
o Werde "nur" nicht gegenüber deinem Vater frech! (Überlege dir gut, was du
sagst!)
• "denn / eigentlich": 1. macht eine Frage freundlicher /// 2. negative Überraschung

o Wie heißt deine neue Freundin eigentlich?


o Wie viel Uhr haben wir denn eigentlich (Ist es denn schon spät?)
o Was hast du denn da gemacht? Was soll das denn eigentlich? (Das Kind hat
wieder Unfug gemacht.)
• "doch" hat viele Verwendungsmöglichkeiten:

o 1. Vorwurf: Hör doch auf mich. Das habe ich dir doch vorher schon gesagt!
o 2. freundliche Bitte: Komm doch einfach mal vorbei. (Komm mich besuchen.)
o 3. Unsicherheit: Du liebst mich doch noch, oder?
o 4. etwas Bekanntes: Es ist doch jedem bekannt, dass er nicht gewinnen kann.
• "eben" und "halt" drücken eine Resignation aus

o Das Leben ist nicht gerade einfach. - Ja, das ist halt so.
• "eigentlich" in Aussagesätzen drückt eine Kritik oder ein Erstaunen aus.

o Eigentlich ist er ein guter Schüler, aber diese Klausur hat er verhauen.
o Mein Mann kommt eigentlich immer zu spät.
• "mal" macht eine Fragestellung oder den Imperativ freundlicher.

o Können Sie mir bitte mal helfen?


o Hilf mir doch mal.
• "ruhig" und "schon" drücken eine Ermunterung aus

o Das wird schon werden. (Das Leben geht weiter, Probleme kommen und
gehen).
o Du kannst ruhig gehen. Wir kommen ohne dich klar.
• "vielleicht" drückt eine Verärgerung aus

o Das ist vielleicht eine Zumutung.


• "wohl" drückt eine Vermutung aus

o Wo ist Karl? - Der wird wohl nach Hause gegangen sein.


Pronomen
1) Was man über Pronomen wissen sollte.

Pronomen, auf Deutsch "Fürwörter" genannt, sind selbständige Satzglieder, die stellvertretend für ein
Nomen oder eine Nomengruppe eingesetzt werden. In einer Aussage muss zuerst das Nomen (Bezugswort)
genannt oder bestimmt werden, bevor im zweiten Schritt das Pronomen als Stellvertreter im Satz
Verwendung finden kann.

• Hast du meinen Schlüssel gesehen? - Ich glaube, der liegt auf dem Küchentisch.
• Erich hat sich ein neues Motorrad gekauft. Es soll mehr als 250 km/h fahren können.
• Martina hat heute Geburtstag. Endlich ist sie volljährig.

Pronomen haben die Aufgabe, den jeweiligen Kasus anzuzeigen und müssen daher dekliniert werden.

• Joseph liebt Annemarie. Er schenkt ihr täglich Blumen.


• Aber sie liebt ihn nicht. Sie liebt einen anderen.
• Der Lehrer fragt den Schüler. Aber dieser antwortet ihm nicht.

Pronomen, insbesondere die Possessiv-, Demonstrativ- und Indefinitpronomen, können auch als Artikelwörter

eingesetzt werden. In diesen Fällen sind sie Nomenbegleiter und werden teilweise anders dekliniert.

Artikelwörter sind Nomenbegleiter

Pronomen sind Stellvertreter eines Nomens!

Artikelwort + Nomen

Pronomen ( Nomen)

• Herbert hat keine Freundin. Sein Freund Knut sucht auch eine
• Gustav hat kein Auto. Sein Freund Simon hat leider auch keins.
• Das Mädchen isst einen Apfel. Der Junge ist auch hungrig. Er möchte auch einen.

Pronomen können sich auf einen ganzen Satz beziehen. Dies ist insbesondere bei den Relativpronomen sowie
bei den beiden Pronomen "es" und "das" der Fall.

• Gestern sind wir aus der Dominikanischen Republik zurückgekommen.


• Es hat uns dort sehr gut gefallen.
• Das war der schönste Urlaub, den ich jemals hatte.

2) Übersicht Pronomen:

Personalpronomen Pronomen "es" Possessivpronomen


Demonstrativpronomen Indefinitpronomen Relativpronomen
Reflexivpronomen

1
Personalpronomen
1) Was man über Personalpronomen wissen sollte.

Die Personalpronomen, auch persönliche Fürwörter genannt, werden unterschieden nach:

• Personen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, Sie, sie

• Numerus: Singular und Plural

• Kasus: Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv

In der 3. Person Singular kann das Personalpronomen zudem stellvertretend für ein Nomen stehen und zeigt dann

den entsprechenden Genus (maskulin, feminin, neutral) an.

• Maskulinum: Hast du einen neuen Tisch? - Ja, er war recht preiswert.

• Femininum: Hast du eine neue Vase? - Ja, meine Mutter hat sie mir geschenkt.

• Neutrum: Hast du ein neues Buch? - Ja, es ist total spannend.

Soll die Person oder die Sache stärker hervorgehoben werden, geschieht dies mit einem betonten Pronomen.

Das betonte Pronomen wird oft an Position 1 gestellt.

• Hast du einen neuen Mantel? - Den habe ich schon lange.

• Hast du eine neue Bluse? - Die habe ich mir gestern gekauft.

• Hast du ein neues Kleid? - Das hat mir eine Freundin geliehen.

2) Die Personalpronomen

Man unterscheidet:

• Singular und Plural

• Anredepronomen: du = Familie, Freunde / ihr = Plural von du / Sie = Höflichkeitsform

• Die 3. Person Singular unterscheidet den Genus: maskulin, feminin, neutral

Singular Plural

3. Person
1. Person 2. Person 1. Person 2. Person 3. Person
maskulin feminin neutral

ich du er sie es wir ihr sie / Sie

• 1. Person Singular: ich

Die 1. Person Singular bezeichnet einen Sprecher oder einen Schreiber.

• 2. Person Singular: du = Anredepronomen

Die 2. Person Singular bezeichnet den Angesprochenen, den Zuhörenden oder den Leser. Der
Angesprochene ist in den meisten Fällen eine vertraute Person des Sprechers wie z. B. ein
Familienmitglied, ein Freund, oder ein Jugendlicher. Auch unter Arbeitskollegen wird die Du-Form immer
häufiger benutzt.

1
• 3. Person Singular: er / sie / es / man
Die 3. Person Singular bezieht sich auf eine Person oder eine Sache, über die gesprochen wird.
Dabei stehen die Personalpronomen stellvertretend für ein Nomen. Die Pronomen geben das jeweilige
Geschlecht (Genus) an. Das Pronomen "es" hat darüber hinaus noch einige andere Funktionen, die
gesondert beschrieben werden. "Man" ist ein unpersönliches Pronomen, das generelle Aussagen
tätigt.

• 1. Person Plural: wir

Die 1. Person Plural bezeichnet gleichzeitig mehrere Personen inklusive des Sprechers.

• 2. Person Plural: ihr = Anredepronomen

Die 2. Person Plural bezieht sich gleich auf mehrere Zuhörer und entspricht dem Plural von "du".

• 3. Person Plural: sie

Die 3. Person Singular bezieht sich auf Personen oder Sachen, über die gesprochen wird und entspricht
der Pluralform der 3. Person Singular.

• 3. Person Plural: Sie = Anredepronomen

Die Höflichkeitsform wird immer mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben und wird vor allem
dann benutzt, wenn man mit fremden Personen spricht. Es können eine oder mehrere Personen
gleichzeitig höflich angesprochen werden.

Siehe auch: Verbbegleiter

3) Deklination der Personalpronomen

Singular Plural

Kasus 3. Person
1. Person 2. Person 1. Person 2. Person 3. Person
maskulin feminin neutral

Nominativ ich du er sie es wir ihr sie / Sie

Akkusativ mich dich ihn sie es uns euch sie / Sie

Dativ mir dir ihm ihr ihm uns euch ihnen/Ihnen

Genitiv * meiner deiner seiner ihrer seiner unser euer ihrer / Ihrer

* Im Genitiv werden die Personalpronomen äußerst selten gebraucht.

• Hilfst du mir? - Ja, ich helfe dir.

• Braucht Herr Ludger heute das Auto? - Ja, er braucht es heute.


• Wann kommt Heiner? - Er kommt gleich.

• Papa, liebt die Oma den Opa? - Natürlich liebt sie ihn und er liebt sie auch.

2
4) Satzstellung der Pronomen bei Verben mit Akkusativ- und Dativ-Ergänzung

Es können folgenden Kombinationen auftreten:

der Chef / er = Nominativ (Position 1 oder 3)


rot = Dativergänzung( der Person )

blau = Akkusativergänzung ( der Sache )

Infinitiv Position 1 Verb Ergänzung Ergänzung

geben Der Chef gibt der Sekretärin den Brief.

geben Der Chef gibt ihr den Brief.

geben Der Chef gibt ihn der Sekretärin.

geben Der Chef gibt ihn ihr.

geben Er gibt ihn ihr.

• Bei zwei Nomen gilt: zuerst Dativ (der Person) und dann Akkusativ (der Sache)
• Bei Personalpronomen und Nomen gilt: zuerst Personalpronomen und dann Nomen
• Bei zwei Personalpronomen gilt: zuerst Akkusativ (der Sache) und dann Dativ (der Person)

• Siehe auch: Verben mit Akkusativ- und Dativ-Ergänzung

3
Demonstrativpronomen
1) Was man über Demonstrativpronomen wissen sollte.

Demonstrativpronomen, auch hinweisende Fürwörter genannt, ordnen einer Person oder einer Sache im
Kontext eine stärkere Betonung zu und heben eine gewisse Wichtigkeit der Person oder der Sache hervor.
Demonstrativpronomen werden sprachlich stärker betont als die Artikelwörter. Zur stärkeren Betonung stehen sie
meist auf Position 1. Das Demonstrativpronomen kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter eines
Nomens auftreten. Man darf das Demonstrativpronomen als Stellvertreter eines Nomens nicht mit einem
Demonstrativartikel verwechseln, da es zum Teil anders dekliniert wird. Die wichtigsten Demonstrativpronomen
sind:

• der, die, das, ...


o Kennst du diesen Mann dort? Den habe ich hier bei uns noch nie gesehen.
• dieser, jener, ...
o Hast du schon das Buch hier gelesen? - Nein, dieses kenne ich noch nicht, aber jenes.
• derjenige, diejenige, ...
o Diejenigen, die etwas sagen wollen, sagen es jetzt oder schweigen für immer.
• derselbe, dieselbe, ...
o Das ist derselbe, der gestern auch schon mal nach Ihnen gefragt hat.
• selbst, selber
o Du bist selbst dran schuld, dass du dir weh getan hast.

2) Die Demonstrativpronomen "der, die, das, ..."

Die Demonstrativpronomen "der, die, das, ..." werden benutzt, um Wiederholungen zu vermeiden. Es kann
stellvertretend für eine Person, eine Sache oder einen ganzen Satzinhalt stehen. Demonstrativpronomen ersetzen
ein Nomen und dürfen nicht mit den bestimmten Artikeln vertauscht werden. Ihre Deklination ist teilweise
verschieden:

3. Person Singular
Kasus 3. Person Plural
maskulin feminin neutral
Nominativ der die das die
Akkusativ den die das die
Dativ dem der dem denen
Genitiv dessen deren dessen deren / derer

• Diese Demonstrativpronomen werden oft dazu gebraucht, um eine Person oder Sache stärker zu
betonten (im Gegensatz zu den Personalpronomen, die nicht betont werden!) "Betonte Pronomen"
werden meist auf Position 1 gestellt.

o Wo hast du denn das Tischchen her? - Das habe ich auf dem Flohmarkt gekauft.
o Bist du nicht mehr mit Heiko zusammen? - Dem habe ich den Laufpass gegeben.
o Wie findest du die Schuhe? - Die finde sehr hübsch, aber viel zu teuer.
o Was hältst du von Peter und Mike? - Mit denen will ich nichts zu tun haben.
o Der Chef gibt der Sekretärin den Brief.
- Der Chef gibt den der Sekretärin.
- Er gibt ihr den.
- Den gibt er ihr.
- (Vergleiche: Satzstellung Personalpronomen)

1
• " Das " in Verbindung mit dem Verb "sein" verweist auf eine Person, eine Sache oder einen Gegenstand
und wird oft zusätzlich mit den Adverbien hier, da und dort kombiniert.

o Mama, was ist das hier? - Das ist eine Taschenlampe, mein Sohn.

o Wer ist die Frau dort? - Das ist Frau Axt, unsere neue Nachbarin.

o Wem gehört die Uhr / der Hut / das Handy hier? - Das ist meine / meiner / meins.

o Wem gehören diese Bücher dort? - Das sind meine. (Plural bleibt Plural!)

• " Das " kann sich auch auf einen ganzen Satzinhalt beziehen, wobei " das " als Nominativ- oder
Akkusativergänzung stehen kann.

o Viele Leute schmeißen ihren Müll einfach auf die Straße. Das kann nicht sein.

o Frau Hansen will sich scheiden lassen. - Das habe ich auch schon gehört.

o Ich kann das Radio nicht mehr reparieren. - Das hätte ich dir gleich sagen können.

• Die beiden Genitivformen im Plural deren und derer haben verschiedene Bedeutungen. Deren weist auf
etwas hin, was zurückweist. Derer weist auf etwas hin, was vorausweist.

o Am Wochenende fahren wir mit unseren Freunden und deren Kinder zum Kölner Zoo.

o Die Zahl derer, die durch die hiesigen Prüfungen fallen, ist äußerst gering.

3) Die Demonstrativpronomen "dieser, ... und jener, ..."

Wie alle Pronomen können auch "dieser, diese, ..." und "jener, jene, ..." als Nomenbegleiter oder als
Stellvertreter für ein Nomen stehen. "Dies-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus
gesehen räumlich oder zeitlich näher ist. "Jene-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus
gesehen räumlich oder zeitlich weiter entfernt ist. Werden beide Pronomen in einem Satz gebraucht, dient es
einer Unterscheidung bzw. einer Gegenüberstellung zweier Personen oder Sachen. Beide Pronomen werden gleich
dekliniert (Endungen wie bestimmter Artikel).

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ dieser diese dies(es) diese

Akkusativ diesen diese dies(es) diese

Dativ diesem dieser diesem diesen

Genitiv dieses dieser dieses dieser

ebenso: jene-

• Kennst du diesen Mann auf dem Foto? - Diesen kenne ich nicht , aber jenen.
• Wie findest du die roten Schuhe? - Diese finde ich nicht schön, aber jene sind hübsch.
• Magst du noch ein Glas Wein? - Ja gern, aber nicht mehr von diesem.

Die Kurzform dies wird vor allem dann benutzt, wenn "dies" für einen ganzen Satzinhalt steht.

• Man sollte die Studiengebühren wieder abschaffen. - Dies finde ich allerdings auch.
• Warum hast du zu Ulli gesagt, dass ich dumm bin? - Dies habe ich nicht gesagt.

2
4) Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..."

Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..." bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil

entspricht dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung

der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels. Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..."

werden benutzt, wenn in einem anschließenden Relativsatz weitere Informationen folgen.

• Wenn ich denjenigen erwische, der mein Geld genommen hat, bekommt etwas zu hören.

• Diejenigen, die schon gestern anwesend waren, können jetzt mit den Übungen beginnen.

• Wir gratulieren denjenigen, die die Prüfung mit "sehr gut" bestanden haben.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ derjenige diejenige dasjenige diejenigen

Akkusativ denjenigen diejenige dasjenige diejenigen

Dativ demjenigen derjenigen demjenigen denjenigen

Genitiv desjenigen derjenigen desjenigen derjenigen

5) Die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, ..."

Auch die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, ..." bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil

entspricht dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung

der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels. Die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, etc."

bezeichnen die Person oder die Sache, die mit einer vorher genannten Person oder Sache übereinstimmt.

• Warum fragst du mich jeden Tag dasselbe?


• Ein Freund sagt: "Alle Frauen sind dieselben." (= Alle Frauen machen gleich viel Ärger.)

• Der Mann mit Hut war schon wieder hier. Es war derselbe, der schon gestern nach Ihnen gefragt hat.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ derselbe dieselbe dasselbe dieselben

Akkusativ denselben dieselbe dasselbe dieselben

Dativ demselben derselben demselben denselben

Genitiv desselben derselben desselben derselben

3
6) Die Demonstrativpronomen "selbst / selber"

"Selbst" und "selber" haben im Grunde genommen die gleiche Bedeutung, wobei "selbst" mehr der
Standartsprache und "selber" mehr der Umgangssprache angehören. Beide sind unveränderlich, werden
also nicht dekliniert. Sie können sich auf ein Nomen, ein Personalpronomen oder ein Reflexivpronomen
beziehen und werden hinter dem Bezugswort gestellt. "Selbst" und "selber" bezieht sich nur auf das
Bezugswort, alle anderen Personen oder Sachen werden ausgeschlossen.

• Niemand wollte ihm helfen, sodass er sich selbst helfen musste.


• In einem Selbsterfahrungskurs kann man sehr viel über sich selbst lernen.
• Mein Mann hat selbst das Radio repariert.
• Dass du dir weh getan hast, bist du selber schuld.
• Das schlechte Ergebnis haben wir uns selber zuzuschreiben.

4
Indefinitpronomen
1) Was man über Indefinitpronomen wissen sollte.

Indefinitpronomen, auch unbestimmte Fürwörter genannt, können in Funktion eines Artikels oder als
Stellvertreter für ein Nomen auftreten. Indefinitpronomen als Stellvertreter für ein Nomen können für eine
unbestimmte Menge einer Person oder einer Sache stehen. Die Person oder Sache ist entweder unbekannt
oder ihre Menge ist nicht näher bestimmt. Es gibt eine Vielzahl von verschiedensten Indefinitpronomen, teils
bleiben sie unverändert, teils werden sie dekliniert. Sie können entweder nur für Personen oder Sachen, für
beides oder nur im Singular oder Plural stehen. Die wichtigsten Indefinitpronomen unterscheiden wir wie folgt:

• Indefinitpronomen nur für Personen


• Indefinitpronomen nur für Sachen
• Indefinitpronomen für Personen und Sachen

2) Indefinitpronomen nur für Personen

Die Indefinitpronomen man, jemand und niemand werden nur für Personen gebraucht. Diese Pronomen können
alleinig im Singular gebraucht werden, eine Pluralform für diese Pronomen existiert nicht. Die genannten
Pronomen haben folgende Deklinationsformen:

Kasus man jemand niemand

Nominativ man jemand niemand

Akkusativ einen (irgend)jemand(en) niemand(en)

Dativ einem (irgend)jemand(em) niemand(em)

• Das unpersönliche Pronomen "man" kann für eine oder mehrere unbestimmte Personen stehen. Die

Form "man" gibt es nur im Nominativ und wird mit der 3. Person Singular dekliniert! Im Akkusativ

und Dativ ändert sich die Form.

Vorsicht: das unpersönliche Pronomen "man" ≠ der Mann ↔ die Frau

o Darf man hier rauchen?


o Hier in der Firma muss man einem alles zweimal sagen.
o Als Fußballspieler muss man täglich trainieren.
o Können Sie mir vielleicht sagen, wo man hier Briefmarken kaufen kann?

• Die Pronomen jemand und niemand können ebenfalls nur im Singular benutzt werden. Jemand bezieht
sich auf eine unbestimmte Person und ist geschlechtslos. Jemand kann mit "(irgend)" kombiniert
werden, wodurch die Unbestimmtheit verstärkt wird. Das Pronomen "niemand" verneint "jemand". Die
Deklinationsendungen (en) und (em) werden umgangssprachlich auch weggelassen.

o "Ist hier jemand?", fragte er vorsichtig. "Niemand", war die Antwort, die er hörte.
o Irgendjemand muss diese Arbeit tun, aber niemand findet sich dazu bereit.
o Wenn man Geld hat, ist man jemand. Wenn man kein Geld hat, ist man niemand.
o Wenn man jemanden braucht, ist niemand da.

1
3) Indefinitpronomen nur für Sachen

Die Indefinitpronomen etwas, nichts, alles und welch- werden nur für Sachen gebraucht.

• Das Indefinitpronomen "etwas" kann in Funktion eines Artikels oder Stellvertreter für ein Nomen

auftreten. Es ist unveränderlich und kann in allen vier Fällen (Kasus) stehen. "Etwas" steht

stellvertretend für eine unbestimmte Sache oder einen unbestimmten Sachverhalt. "Irgendetwas"

verstärkt die Unbestimmtheit. In der Umgangssprache wird "etwas" oft auch auf "was" verkürzt.

o Psst, sei ruhig. Da ist irgendetwas.

o Wenn jemand etwas sehr gut kann, sagt man oft: "Der kann das aus dem Effeff".

o Der Professor hat wohl in seiner Aufgabenstellung was durcheinander gebracht.

* "Etwas" hat auch eine zweite Bedeutung im Sinne von "ein wenig", "ein bisschen":

o Hast du noch etwas / ein bisschen / ein wenig Zeit für mich?

• Das Indefinitpronomen nichts verneint "etwas". Es ist ebenfalls unveränderlich.

o Hörst du etwas? - Nein, ich höre nichts.

o Möchten Sie noch etwas essen? - Nein, danke. Ich möchte nichts mehr.
o Er kam rein, hat nichts gesagt und ging wieder hinaus.

• Das Indefinitpronomen alles hat eine verallgemeinernde Bedeutung.

o Manche Leute wollen alles oder nichts.


o Ich soll immer alles alleine machen.
o Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei Enden.

• Das Indefinitpronomen welch- als Stellvertreter für ein Nomen wird nur in der Umgangssprache benutzt

und kann im Singular nur für Sachen stehen. "Welch-" hat in etwa die Bedeutung von "etwas", "ein

wenig", "ein bisschen" und "einige(s)". "Welch-" wird dekliniert: (Der Gebrauch im Plural ist auch für

Personen zulässig. Der Gebrauch des Dativs und Genitivs gilt als "unschön" und soll vermieden werden.)

Kasus maskulin feminin neutral Plural

Nominativ welcher welche welches welche

Akkusativ welchen welche welches welche

• Die Trauben sind aber sehr lecker. Hast du noch welche?


• Im Kühlschrank ist kein Käse mehr. Haben wir noch welchen?

• Schau mal in der Vorratskammer nach. Da müsste noch welcher sein.

2
4) Indefinitpronomen für Personen und Sachen

Folgende Indefinitpronomen können sowohl für Personen als auch für Sachen benutzt werden.

• all-

Das Indefinitpronomen "all-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein Nomen
auftreten. Es gibt eine Gesamtmenge an. "All-" wird wie folgt dekliniert:

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ aller alle alles alle

Akkusativ allen alle alles alle

Dativ allem aller allem allen

Genitiv allen aller allen aller

o Alle wollen den neuen Film von Harald Plotter sehen.

o Unser Vorgesetzter ist mit allem unzufrieden.

o Unsere Gäste haben alles aufgegessen.

o Es liegt im Interesse aller, das Problem schnellstens zu lösen.

• einige

Das Indefinitpronomen "einige" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. Es gibt eine unbestimmte Menge an, die je nachdem kleiner oder größer sein kann.
"Einige" wird wie folgt dekliniert:

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ einiger einige einiges einige

Akkusativ einigen einige einiges einige

Dativ einigem einiger einigem einigen

Genitiv einigen einiger einigen einiger

o Von den Geschäftspraktiken dieser Firma hat man schon so einiges gehört.

o Scheinbar haben einige von euch den Ernst der Lage noch nicht verstanden.

o Bis morgen muss ich noch mit einigen ein ernstes Wörtchen reden.

• jede-

Das Indefinitpronomen "jede-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. Mit "jeder" werden alle Elemente einer Gruppe angesprochen, in der es keine
Ausnahmen gibt. Jeder wechselt im Plural zu "alle".

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ jeder jede jedes alle

Akkusativ jeden jede jedes alle

Dativ jedem jeder jedem allen

Genitiv jedes jeder jedes aller

o Mein 6-jähriger Sohn gibt mir immer die Antwort: "Das weiß doch jeder."

o Jeder von euch entschuldigt sich auf der Stelle.

o Alle müssen irgendwann einmal sterben.

3
• ein- / kein-

Das Indefinitpronomen "ein-" findet nur als Stellvertreter eines Nomens Anwendung. Es vertritt eine
bereits bekannte unbestimmte Person oder Sache. Die Negativform von "ein-" ist "kein-". Das Pronomen
"ein-" ändert im Plural seine Form auf "welch-", "kein" behält im Plural seine Form. "Ein-" und "kein-"
werden wie folgt dekliniert:

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ einer / keiner eine / keine eins / keins welche / keine

Akkusativ einen / keinen eine / keine eins / keins welche / keine

Dativ einem / keinem einer / keiner einem / keinem welchen / keinen

Genitiv eines / keines einer / keiner eines / keines welcher / keiner

o Mein Freund hat ein schönes Auto. Hat deiner auch eins?

o Du hast doch noch viele Bonbons. Gibst du mir eins ab? - Nein, du bekommst keins.

o Es ist doch immer wieder dasselbe. Ist etwas wichtig, weiß keiner Bescheid.

• manch-

Das Indefinitpronomen "manch-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. "Manch-" hat etwa die Bedeutung wie "einige".

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ mancher manche manches manche

Akkusativ manchen manche manches manche

Dativ manchem mancher manchem manchen

Genitiv manches mancher manches mancher

o Heute habe ich im Unterricht so manches nicht verstanden.

o Manche glauben, perfekt zu sein. Aber ein jeder hat Fehler.

o Heute würde ich so manches anders machen.

• mehrere-

Das Indefinitpronomen "mehrere-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. "Mehrere-" hat in etwa die Bedeutung wie "manch" und "einige". Dieses Pronomen
existiert nur im Plural.

Kasus Plural

Nominativ mehrere

Akkusativ mehrere

Dativ mehreren

Genitiv mehrerer

o Das Spiel war grottenschlecht. Mehrere verließen vorzeitig das Stadion.

o Bei der gestrigen Demonstration wurden mehrere festgenommen.

4
Reflexive Verben

1) Was man über reflexive Verben wissen sollte.

Reflexive Verben verlangen ein zusätzliches Reflexivpronomen, das im Akkusativ oder im Dativ stehen kann.

Reflexiv bedeutet rückbezüglich. Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt im Satz zurück.

Das reflexive Verb "sich freuen" hat eine Nominativ- und eine reflexive Ergänzung im Akkusativ. Die

reflexive Ergänzung wird mit einem Reflexivpronomen ausgedrückt.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen

Ich freue mich.

Du freust dich.

Er freut sich.

Wir freuen uns.

2) Die Reflexivpronomen

Das Reflexivpronomen ist abhängig vom Subjekt. Es muss immer die gleiche Person angeben, die das Subjekt

vorgibt. Für die 1. und 2. Person Singular und Plural werden die entsprechenden Formen des Personalpronomens

im Akkusativ bzw. im Dativ übernommen. Nur die 3. Person bildet eine eigene Form: "sich". Diese Form bleibt

sowohl im Dativ und Akkusativ als auch im Singular und Plural bestehen.

Reflexivpronomen
Personalpronomen
Akkusativ Dativ

ich mich mir

du dich dir

er / sie / es / man sich sich

wir uns uns

ihr euch euch

Sie / sie sich sich

1
3) Reflexivpronomen mit Dativ oder mit Akkusativ?

Der Gebrauch der reflexiven Verben ist nicht immer einfach. Man muss zwischen echten - und unechten
reflexiven Verben unterscheiden. Das Verb "waschen" hilft uns bei der Erklärung. Das Verb "waschen"
verlangt eine Nominativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.

Subjekt Verb Akkusativ-Ergänzung

Die Mutter wäscht ihren Sohn.

Der Vater wäscht sein Auto.

Im genannten Beispiel wäscht eine Person (Subjekt = die Mutter / der Vater) eine Person oder Sache (Akkusativ
= Sohn / Auto).

Das Verb waschen kann aber auch reflexiv benutzt werden. Das geschieht, wenn sich das Reflexivpronomen auf

das Subjekt bezieht. Das Subjekt (Mutter / Vater) wäscht dann keine andere Person oder Sache, sondern sich

selbst. Das Reflexivpronomen nimmt nun die Stellung der Akkusativergänzung ein.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen Angaben

Die Mutter wäscht sich jeden Morgen.

Ich wasche mich täglich.

Wenn das Verb jedoch eine weitere Akkusativ-Ergänzung erhält, muss das Reflexivpronomen im Dativ

stehen.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen im Dativ Akkusativ-Ergänzung

Du wäschst dir deine Hände.

Ich wasche mir meine Haare.

Reflexive Verben, in denen das Reflexivpronomen im Akkusativ steht, haben oft zusätzlich noch eine

Präpositional-Ergänzung. Der Infinitiv lautet dann z.B. " s. freuen auf ". Diese Verbgruppe sollte man mit

der entsprechenden Präposition auswendig lernen.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen Präpositional-Ergänzung

Der Student freut sich auf die Semesterferien.

Peter interessiert sich für Petra.

Ich bedanke mich für Ihre Einladung.

2
4) Liste der echten reflexiven Verben

"Echte reflexive Verben" können nur reflexiv gebraucht werden. Die Akkusativ-Ergänzung kann also nicht mit

einer anderen Person oder Sache (Ich wasche das Kind / das Auto) getauscht werden. Die wichtigsten echten

reflexiven Verben - einige davon nur im Akkusativ, andere nur im Dativ - werden in folgender Tabelle aufgeführt:

echte reflexive Verben im Akkusativ echte reflexive Verben im Dativ


- sich auf den Weg machen
- sich auf|regen über + Akk
- sich aus|kennen
- sich aus|ruhen
- sich bedanken für + Akk
- sich beeilen + Finalsatz
- sich beschweren über + AKK
- sich bewerben um + Akk
- sich bücken
- sich entschließen + Infinitivsatz
- sich entschuldigen für + Akk - sich etwas denken
- sich erholen
- sich Mühe geben + Infinitivsatz
- sich erkälten
- sich ... lassen
- sich erkundigen nach + Akk
- sich Sorgen machen
- sich freuen auf / über + Akk
- sich etwas merken
- sich fürchten vor + Dat
- sich interessieren für +Akk - sich vor|stellen + Infinitivsatz
- sich irren
- sich konzentrieren auf + Akk
- sich kümmern um + Akk
- sich schämen für + Akk
- sich sehnen nach + Dat
- sich um|sehen in + Dat
- sich verbeugen vor + Dat
- sich verirren
- sich weigern + Infinitiv
- sich wundern über + Akk

Pos. 1 Verb Reflexivpronomen Angaben Ergänzungen Verb 2

Ich rege mich täglich über das Wetter auf.

Hugo regt sich stündlich über seinen Chef auf.

Du gibst dir kaum Mühe, richtig Deutsch zu lernen.

Echte reflexive Verben haben immer ein Reflexivpronomen. Man erkennt sie daran,
• dass man das Reflexivpronomen nicht weglassen kann:
o Ich freue mich. (Falsch: Ich freue.)
• dass man nicht nach dem Reflexivpronomen fragen kann:

o Er freut sich. (Falsch: Wen freust du?)


• dass Reflexivpronomen kann nicht durch eine andere Person ersetzt werden:

o Er freut sich. (Falsch: Ich freue dich.)

3
5) Liste der unechten reflexiven Verben

Die andere Gruppe der reflexiven Verben nennt man unechte reflexive Verben. Das bedeutet, dass man sie
sowohl reflexiv als auch mit einer Akkusativ-Ergänzung benutzen kann. Einige unechte reflexive Verben werden
nur im Dativ verwendet.

Folgende Tabelle zeigt einige Anwendungsbeispiele auf:

Verb mit Akkusativ- unechte reflexive Verben + Verb mit Akk-Erg. oder reflexiv im
Ergänzung Reflexivpronomen im Akkusativ Dativ
Die Mutter wäscht ihr Baby. Die Mutter wäscht sich. Meine Mutter wäscht mir meine Wäsche.
Ich wasche meine Wäsche
Ich wasche mich. Ute wäscht ihrem Freund die Socken.
selbst.
Warum trocknest du dir deine Hände nicht
Du trocknest das Geschirr ab. Du trocknest dich ab.
ab?
Du ärgerst mich immer. Er ärgert sich oft über seinen Chef. Reflexiv im Dativ nicht möglich
Meine Frau kann mich nicht
Du wirst dich nicht mehr ändern. Der Schneider ändert mir meine Jacke.
mehr ändern.
Die Mutter duscht die Kinder. Du duschst dich nur alle 10 Tage. Eric duscht sich nur den Oberkörper ab.

Folgende Liste enthält einige unechte reflexive Verben. Sie können sowohl reflexiv als auch mit Akkusativ-
Ergänzung benutzt werden, wie es in den zuvor gezeigten Beispielen nachzulesen ist.

- sich ab|trocknen - sich an|strengen - sich an|ziehen


- sich ändern - sich ärgern über + Akk - sich auf|regen
- sich bewegen - sich duschen - sich entschuldigen
- sich erinnern an + Akk - sich fragen; ob... - sich fürchten
- sich gewöhnen an + AKK - sich kämmen - sich nennen
- sich rasieren - sich schminken - sich setzen
- sich treffen - sich um|drehen - sich um|ziehen
- sich verletzen - sich verteidigen - sich vor|bereiten
- sich waschen - sich wiegen

Bei den folgenden echten und unechten reflexiven Verben kann das Reflexivpronomen bzw. die andere Person nur
im Dativ stehen: "Etwas" steht hier stellvertretend für eine Akkusativ-Ergänzung.

Infinitiv Pos. 1 Verb 1 Ergänzungen / Angaben Verb 2

sich etwas ab|gewöhnen Ich gewöhne mir das Rauchen ab.

sich etwas an|gewöhnen Rolf hat sich eine gewisse Faulheit angewöhnt.

sich etwas an|sehen* Wir sehen uns auch den Film an.

sich etwas an|ziehen Zieh dir sofort eine Jacke an.

sich etwas borgen* Kannst du mir etwas Geld borgen?

sich die Haare kämmen Kämm dir sofort deine Haare!

sich etwas kaufen Papa, kauf mir sofort ein Eis.

sich etwas leihen* Könntest du mir kurz dein Auto leihen?

sich etwas leisten (können)* Wir können uns kein Auto leisten.

sich die Zähne putzen Das Kind will sich nicht die Zähne putzen.

sich etwas vorstellen* Ich kann mir das nicht vorstellen.

sich die Hände waschen Ihr müsst euch noch eure Hände waschen.

sich etwas wünschen (zu) Was wünscht du dir zum Geburtstag?

* echtes reflexives Verb

4
6) Reziproke Verben

Reziproke Verben haben die Besonderheit, dass sie nur im Plural Verwendung finden. Das Reziprokpronomen

"sich" lässt sich mit "einander" ersetzen.

• Peter liebt Petra und Petra liebt Peter.

• Peter und Petra lieben sich.

• Sie lieben einander.

Weitere reziproke Verben sind:

- sich gegenseitig ärgern


- sich miteinander an|freunden

- sich einander begrüßen


- sich einigen

- sich kennen
- sich lieben
- sich sehen

- sich streiten

- sich miteinander verbrüdern


- sich verfeinden
- sich verkrachen

- sich miteinander vertragen

5
Relativpronomen / Relativsätze
1) Was man über Relativpronomen und Relativsätze wissen sollte.

Relativpronomen werden gebraucht, um Relativsätze einzuleiten. Relativsätze sind Nebensätze, das


konjugierte Verb wird ans Satzende gestellt. Relativsätze gehören zu den Rechtsattributen eines Nomens,
stehen also hinter dem Nomen. Nomenattribute geben dem Nomen eine zusätzliche Erklärung oder eine weitere
Information. Relativsätze beziehen sich in der Regel auf ein Nomen, das so genannte Bezugswort, und werden in
der Regel direkt dahinter gestellt. Daher können sie mitten im Satz oder am Ende eines Satzes gestellt werden.
Relativpronomen werden wie folgt dekliniert:

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ der die das die

Akkusativ den die das die

Dativ dem der dem denen

Genitiv dessen deren dessen deren

Um Relativsätze richtig bilden zu können, muss zuerst das Relativpronomen bestimmt werden. Das
Relativpronomen wird durch zwei verschiedene Faktoren bestimmt:

• Das Bezugswort gibt den Numerus (Singular oder Plural) und den Genus (maskulin, feminin, neutral an.

• Der Kasus des Relativpronomens ergibt sich aus den Nebensatzinformationen:


o Steht das Bezugswort im Nebensatz im Nominativ, so steht auch das Relativpronomen im Nominativ.
o Steht das Bezugswort im Nebensatz im Akkusativ, so steht auch das Relativpronomen im Akkusativ.

o Steht das Bezugswort im Nebensatz im Dativ, so steht auch das Relativpronomen im Dativ, usw.

2) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Nominativ

Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Nominativ

• Der Mann heißt Erwin Knuddelbär. Er kommt aus Bremen.


o Der Mann, der aus Bremen kommt, heißt Erwin Knuddelbär.
o HS: Bezugswort = der Mann = maskulin /// NS: Er kommt = Nominativ

• Die Frau heißt Gertrude Nimmersatt. Sie kommt aus Hannover.


o Die Frau, die aus Hannover kommt, heißt Gertrude Nimmersatt.
o HS: Bezugswort = die Frau = feminin /// Sie kommt = Nominativ

• Das Kind heißt Torsten. Es kommt aus Lübeck.


o Das Kind, das aus Lübeck kommt, heißt Torsten.
o Bezugswort = das Kind = neutral /// Es kommt = Nominativ

• Die Leute sind Wissenschaftler. Sie kommen aus Berlin.


o Die Leute, die aus Berlin kommen, sind Wissenschaftler.
o Bezugswort = die Leute = Plural /// Sie kommen = Nominativ

1
3) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Akkusativ

Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Akkusativ

• Der Tisch war sehr teuer. Mein Mann hat ihn letzte Woche gekauft.
o Der Tisch, den mein Mann letzte Woche gekauft hat, war sehr teuer.

o Bezugswort = der Tisch = maskulin /// Er hat ihn gekauft = Akkusativ

• Die Fotos sind echt gut geworden. Ich habe sie in Paris gemacht.
o Die Fotos, die ich in Paris gemacht habe, sind echt gut geworden.

o Bezugswort = die Fotos = Plural /// Ich habe sie gemacht = Akkusativ

4) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Dativ

Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Dativ

• Herr Schmal hat neuerdings Geldprobleme. Ihm gehören mehrere Häuser.


o Herr Schmal, dem mehrere Häuser gehören, hat neuerdings Geldprobleme.

o Bezugswort = Herr Schmal = maskulin /// Ihm gehören mehrere Häuser = Dativ

• Unsere Gäste sind zufrieden. Das Büfett hat ihnen sehr gut geschmeckt.

o Unsere Gäste, denen das Büfett sehr gut geschmeckt hat, sind zufrieden.

o Bezugswort = unsere Gäste = Plural /// Es hat ihnen geschmeckt = Dativ

5) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Genitiv

Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Genitiv

Eine Genitivkonstruktion kann man wie folgt erkennen:

Nomen + Nomen (des Bezugswortes) oder Possessiv (des Bezugswortes) + Nomen

Vergleiche: Possessivpronomen

• Das Kind muss sofort operiert werden. Der Vater des Kindes ist nicht zu erreichen.
o Das Kind, dessen Vater nicht zu erreichen ist, muss sofort operiert werden.

o Bezugswort = das Kind = neutral /// der Vater des Kindes = Genitiv

• Das ist Herr Gans. Seine Frau hat neulich im Lotto viel Geld gewonnen.

o Das ist Herr Gans, dessen Frau neulich im Lotto viel Geld gewonnen hat.

o Bezugswort = Herr Gans = maskulin /// Seine Frau = Possessiv = Genitiv

2
6) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen nach einer Präposition

Steht das Bezugswort im Nebensatz nach einer Präposition, so bestimmt die jeweilige Präposition den Kasus
des Relativpronomens. Die Präposition steht im Relativsatz vor dem Relativpronomen.

• Endlich kommt der Zug an. Wir mussten so lange auf ihn warten.
o Endlich kommt der Zug an, auf den wir so lange warten mussten.
o Bezugswort = der Zug = maskulin /// wir warten auf den Zug = Akkusativ

• Das ist Gerda. Mit ihr habe ich gestern den ganzen Abend getanzt.
o Das ist Gerda, mit der ich gestern den ganzen Abend getanzt habe.
o Bezugswort = Gerda = feminin /// tanzen mit Gerda = Dativ

7) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Genitiv nach einer Präposition

Eine weitere Variante ist, dass das Relativpronomen zwar im Genitiv steht, aber eine Präposition den
Kasus des Nomens hinter dem Relativpronomen bestimmt. Auch in diesen Fällen steht die Präposition im
Relativsatz vor dem Relativpronomen im Genitiv.

• Erika will heiraten. Max ist seit langem in ihre Schwester verliebt.
o Erika, in deren Schwester Max seit langem verliebt ist, will heiraten.
o Bezugswort = Erika = feminin /// ihre Schwester = Possessiv = Genitiv ///
verliebt sein in die Schwester = Akkusativ

• Das ist Ihr neuer Kollege. Von seiner Tüchtigkeit sind wir alle überzeugt.
o Das ist Ihr neuer Kollege, von dessen Tüchtigkeit wir alle überzeugt sind.
o Bezugswort = Kollege = maskulin /// seiner = Possessiv = Genitiv ///
überzeugt sein von der Tüchtigkeit = Dativ

Vergleiche dazu die Beziehung Genitiv und Possessivpronomen

8) Die Bildung von Relativsätzen mit "wo" und "wohin"

Drückt das Bezugswort etwas Räumliches oder Zeitliches aus, kann alternativ zu einer Präposition das
Relativadverb "wo" benutzt werden. Drückt das Bezugswort einen Ortswechsel aus, kann alternativ zu einer
Präposition das Relativadverb "wohin" benutzt werden.

• Lasst uns zum Baggersee fahren. Dort kann man wunderbar baden.
o Lasst uns zum Baggersee fahren, in dem man wunderbar baden kann.
o Lasst uns zum Baggersee fahren, wo man wunderbar baden kann.

• Frank studiert an der RWTH Aachen. Sein Vater hat auch dort studiert.
o Frank studiert an der RWTH Aachen, an der auch sein Vater studiert hat.
o Frank studiert an der RWTH Aachen, wo auch sein Vater studiert hat.

• Endlich haben wir im Lotto gewonnen. Jetzt sind unsere finanziellen Probleme gelöst.
o Jetzt, wo wir im Lotto gewonnen haben, sind unsere finanziellen Probleme gelöst.

• Udo will nach Südafrika fahren. Sein Freund ist auch schon dorthin gereist.
o Udo will nach Südafrika fahren, wohin sein Freund auch schon gereist ist.

3
9) Relativsätze, die sich auf ein Pronomen beziehen.

Relativsätze können auch gebildet werden, wenn das Bezugswort ein sächliches Demonstrativ- oder

Indefinitpronomen ist, wie zum Beispiel die Pronomen alles, das, dasjenige, dasselbe; etwas, manches, nichts,

vieles usw. Wenn sich das Relativpronomen auf ein Bezugswort bezieht, das selbst ein Pronomen ist, steht das

Pronomen im Hauptsatz für einen ganzen Satzinhalt. Bezieht sich das Relativpronomen auf einen ganzen

Satzinhalt, so gebraucht man das Pronomen "was".

• Alles, was sie gesagt haben, war erstunken und erlogen.


• Das, was du gesagt hast, entspricht nicht der Wahrheit.
• Wir gratulieren denjenigen, die die Prüfung mit "sehr gut" bestanden haben.

• Da ist etwas, was ich nicht verstehe. Warum willst du ihn nicht heiraten?

• Die Studenten haben so manches, was der Professor gesagt hat, nicht verstanden.

Relativsätze können auch nach einem substantivierten Superlativ stehen:

• Das ist das Hübscheste, was mir jemals geschenkt wurde.


• Das ist das Schlimmste, was ihm passieren konnte.

• Das war das Schönste, was ich je gemacht habe.

10) Relativsätze, die sich auf einen ganzen Satz beziehen.

Bezieht sich das Relativpronomen auf einen ganzen Satz,

• so gebraucht man das Pronomen " was ".


o Einige Kollegen machen eine viel zu lange Pause, was unseren Chef sehr ärgert.

o Andere Kollegen machen bereitwillig Überstunden, was ihm wiederum sehr gefällt.

o Manch ein Kollege feiert oft krank, was der schweren Arbeit zuzuschreiben ist.

• Steht das Relativpronomen als Ergänzung nach einer Präposition, so gebraucht man "wo(r)- +

Präposition". (sich ärgern über = worüber; womit; woran; usw.)

o Sie haben mir soeben das Leben gerettet, wofür ich mich sehr bei Ihnen bedanken möchte.

o Kurt schenkte Hilde zum Geburtstag einen Ring, worüber sie sich sehr freute.

o Krebs ist eine Krankheit, woran schon viele Menschen gestorben sind.

4
Pronomen
1) Was man über Pronomen wissen sollte.

Pronomen, auf Deutsch "Fürwörter" genannt, sind selbständige Satzglieder, die stellvertretend für ein
Nomen oder eine Nomengruppe eingesetzt werden. In einer Aussage muss zuerst das Nomen (Bezugswort)
genannt oder bestimmt werden, bevor im zweiten Schritt das Pronomen als Stellvertreter im Satz
Verwendung finden kann.

• Hast du meinen Schlüssel gesehen? - Ich glaube, der liegt auf dem Küchentisch.
• Erich hat sich ein neues Motorrad gekauft. Es soll mehr als 250 km/h fahren können.
• Martina hat heute Geburtstag. Endlich ist sie volljährig.

Pronomen haben die Aufgabe, den jeweiligen Kasus anzuzeigen und müssen daher dekliniert werden.

• Joseph liebt Annemarie. Er schenkt ihr täglich Blumen.


• Aber sie liebt ihn nicht. Sie liebt einen anderen.
• Der Lehrer fragt den Schüler. Aber dieser antwortet ihm nicht.

Pronomen, insbesondere die Possessiv-, Demonstrativ- und Indefinitpronomen, können auch als Artikelwörter

eingesetzt werden. In diesen Fällen sind sie Nomenbegleiter und werden teilweise anders dekliniert.

Artikelwörter sind Nomenbegleiter

Pronomen sind Stellvertreter eines Nomens!

Artikelwort + Nomen

Pronomen ( Nomen)

• Herbert hat keine Freundin. Sein Freund Knut sucht auch eine
• Gustav hat kein Auto. Sein Freund Simon hat leider auch keins.
• Das Mädchen isst einen Apfel. Der Junge ist auch hungrig. Er möchte auch einen.

Pronomen können sich auf einen ganzen Satz beziehen. Dies ist insbesondere bei den Relativpronomen sowie
bei den beiden Pronomen "es" und "das" der Fall.

• Gestern sind wir aus der Dominikanischen Republik zurückgekommen.


• Es hat uns dort sehr gut gefallen.
• Das war der schönste Urlaub, den ich jemals hatte.

2) Übersicht Pronomen:

Personalpronomen Pronomen "es" Possessivpronomen


Demonstrativpronomen Indefinitpronomen Relativpronomen
Reflexivpronomen

1
Personalpronomen
1) Was man über Personalpronomen wissen sollte.

Die Personalpronomen, auch persönliche Fürwörter genannt, werden unterschieden nach:

• Personen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, Sie, sie

• Numerus: Singular und Plural

• Kasus: Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv

In der 3. Person Singular kann das Personalpronomen zudem stellvertretend für ein Nomen stehen und zeigt dann

den entsprechenden Genus (maskulin, feminin, neutral) an.

• Maskulinum: Hast du einen neuen Tisch? - Ja, er war recht preiswert.

• Femininum: Hast du eine neue Vase? - Ja, meine Mutter hat sie mir geschenkt.

• Neutrum: Hast du ein neues Buch? - Ja, es ist total spannend.

Soll die Person oder die Sache stärker hervorgehoben werden, geschieht dies mit einem betonten Pronomen.

Das betonte Pronomen wird oft an Position 1 gestellt.

• Hast du einen neuen Mantel? - Den habe ich schon lange.

• Hast du eine neue Bluse? - Die habe ich mir gestern gekauft.

• Hast du ein neues Kleid? - Das hat mir eine Freundin geliehen.

2) Die Personalpronomen

Man unterscheidet:

• Singular und Plural

• Anredepronomen: du = Familie, Freunde / ihr = Plural von du / Sie = Höflichkeitsform

• Die 3. Person Singular unterscheidet den Genus: maskulin, feminin, neutral

Singular Plural

3. Person
1. Person 2. Person 1. Person 2. Person 3. Person
maskulin feminin neutral

ich du er sie es wir ihr sie / Sie

• 1. Person Singular: ich

Die 1. Person Singular bezeichnet einen Sprecher oder einen Schreiber.

• 2. Person Singular: du = Anredepronomen

Die 2. Person Singular bezeichnet den Angesprochenen, den Zuhörenden oder den Leser. Der
Angesprochene ist in den meisten Fällen eine vertraute Person des Sprechers wie z. B. ein
Familienmitglied, ein Freund, oder ein Jugendlicher. Auch unter Arbeitskollegen wird die Du-Form immer
häufiger benutzt.

1
• 3. Person Singular: er / sie / es / man
Die 3. Person Singular bezieht sich auf eine Person oder eine Sache, über die gesprochen wird.
Dabei stehen die Personalpronomen stellvertretend für ein Nomen. Die Pronomen geben das jeweilige
Geschlecht (Genus) an. Das Pronomen "es" hat darüber hinaus noch einige andere Funktionen, die
gesondert beschrieben werden. "Man" ist ein unpersönliches Pronomen, das generelle Aussagen
tätigt.

• 1. Person Plural: wir

Die 1. Person Plural bezeichnet gleichzeitig mehrere Personen inklusive des Sprechers.

• 2. Person Plural: ihr = Anredepronomen

Die 2. Person Plural bezieht sich gleich auf mehrere Zuhörer und entspricht dem Plural von "du".

• 3. Person Plural: sie

Die 3. Person Singular bezieht sich auf Personen oder Sachen, über die gesprochen wird und entspricht
der Pluralform der 3. Person Singular.

• 3. Person Plural: Sie = Anredepronomen

Die Höflichkeitsform wird immer mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben und wird vor allem
dann benutzt, wenn man mit fremden Personen spricht. Es können eine oder mehrere Personen
gleichzeitig höflich angesprochen werden.

Siehe auch: Verbbegleiter

3) Deklination der Personalpronomen

Singular Plural

Kasus 3. Person
1. Person 2. Person 1. Person 2. Person 3. Person
maskulin feminin neutral

Nominativ ich du er sie es wir ihr sie / Sie

Akkusativ mich dich ihn sie es uns euch sie / Sie

Dativ mir dir ihm ihr ihm uns euch ihnen/Ihnen

Genitiv * meiner deiner seiner ihrer seiner unser euer ihrer / Ihrer

* Im Genitiv werden die Personalpronomen äußerst selten gebraucht.

• Hilfst du mir? - Ja, ich helfe dir.

• Braucht Herr Ludger heute das Auto? - Ja, er braucht es heute.


• Wann kommt Heiner? - Er kommt gleich.

• Papa, liebt die Oma den Opa? - Natürlich liebt sie ihn und er liebt sie auch.

2
4) Satzstellung der Pronomen bei Verben mit Akkusativ- und Dativ-Ergänzung

Es können folgenden Kombinationen auftreten:

der Chef / er = Nominativ (Position 1 oder 3)


rot = Dativergänzung( der Person )

blau = Akkusativergänzung ( der Sache )

Infinitiv Position 1 Verb Ergänzung Ergänzung

geben Der Chef gibt der Sekretärin den Brief.

geben Der Chef gibt ihr den Brief.

geben Der Chef gibt ihn der Sekretärin.

geben Der Chef gibt ihn ihr.

geben Er gibt ihn ihr.

• Bei zwei Nomen gilt: zuerst Dativ (der Person) und dann Akkusativ (der Sache)
• Bei Personalpronomen und Nomen gilt: zuerst Personalpronomen und dann Nomen
• Bei zwei Personalpronomen gilt: zuerst Akkusativ (der Sache) und dann Dativ (der Person)

• Siehe auch: Verben mit Akkusativ- und Dativ-Ergänzung

3
Demonstrativpronomen
1) Was man über Demonstrativpronomen wissen sollte.

Demonstrativpronomen, auch hinweisende Fürwörter genannt, ordnen einer Person oder einer Sache im
Kontext eine stärkere Betonung zu und heben eine gewisse Wichtigkeit der Person oder der Sache hervor.
Demonstrativpronomen werden sprachlich stärker betont als die Artikelwörter. Zur stärkeren Betonung stehen sie
meist auf Position 1. Das Demonstrativpronomen kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter eines
Nomens auftreten. Man darf das Demonstrativpronomen als Stellvertreter eines Nomens nicht mit einem
Demonstrativartikel verwechseln, da es zum Teil anders dekliniert wird. Die wichtigsten Demonstrativpronomen
sind:

• der, die, das, ...


o Kennst du diesen Mann dort? Den habe ich hier bei uns noch nie gesehen.
• dieser, jener, ...
o Hast du schon das Buch hier gelesen? - Nein, dieses kenne ich noch nicht, aber jenes.
• derjenige, diejenige, ...
o Diejenigen, die etwas sagen wollen, sagen es jetzt oder schweigen für immer.
• derselbe, dieselbe, ...
o Das ist derselbe, der gestern auch schon mal nach Ihnen gefragt hat.
• selbst, selber
o Du bist selbst dran schuld, dass du dir weh getan hast.

2) Die Demonstrativpronomen "der, die, das, ..."

Die Demonstrativpronomen "der, die, das, ..." werden benutzt, um Wiederholungen zu vermeiden. Es kann
stellvertretend für eine Person, eine Sache oder einen ganzen Satzinhalt stehen. Demonstrativpronomen ersetzen
ein Nomen und dürfen nicht mit den bestimmten Artikeln vertauscht werden. Ihre Deklination ist teilweise
verschieden:

3. Person Singular
Kasus 3. Person Plural
maskulin feminin neutral
Nominativ der die das die
Akkusativ den die das die
Dativ dem der dem denen
Genitiv dessen deren dessen deren / derer

• Diese Demonstrativpronomen werden oft dazu gebraucht, um eine Person oder Sache stärker zu
betonten (im Gegensatz zu den Personalpronomen, die nicht betont werden!) "Betonte Pronomen"
werden meist auf Position 1 gestellt.

o Wo hast du denn das Tischchen her? - Das habe ich auf dem Flohmarkt gekauft.
o Bist du nicht mehr mit Heiko zusammen? - Dem habe ich den Laufpass gegeben.
o Wie findest du die Schuhe? - Die finde sehr hübsch, aber viel zu teuer.
o Was hältst du von Peter und Mike? - Mit denen will ich nichts zu tun haben.
o Der Chef gibt der Sekretärin den Brief.
- Der Chef gibt den der Sekretärin.
- Er gibt ihr den.
- Den gibt er ihr.
- (Vergleiche: Satzstellung Personalpronomen)

1
• " Das " in Verbindung mit dem Verb "sein" verweist auf eine Person, eine Sache oder einen Gegenstand
und wird oft zusätzlich mit den Adverbien hier, da und dort kombiniert.

o Mama, was ist das hier? - Das ist eine Taschenlampe, mein Sohn.

o Wer ist die Frau dort? - Das ist Frau Axt, unsere neue Nachbarin.

o Wem gehört die Uhr / der Hut / das Handy hier? - Das ist meine / meiner / meins.

o Wem gehören diese Bücher dort? - Das sind meine. (Plural bleibt Plural!)

• " Das " kann sich auch auf einen ganzen Satzinhalt beziehen, wobei " das " als Nominativ- oder
Akkusativergänzung stehen kann.

o Viele Leute schmeißen ihren Müll einfach auf die Straße. Das kann nicht sein.

o Frau Hansen will sich scheiden lassen. - Das habe ich auch schon gehört.

o Ich kann das Radio nicht mehr reparieren. - Das hätte ich dir gleich sagen können.

• Die beiden Genitivformen im Plural deren und derer haben verschiedene Bedeutungen. Deren weist auf
etwas hin, was zurückweist. Derer weist auf etwas hin, was vorausweist.

o Am Wochenende fahren wir mit unseren Freunden und deren Kinder zum Kölner Zoo.

o Die Zahl derer, die durch die hiesigen Prüfungen fallen, ist äußerst gering.

3) Die Demonstrativpronomen "dieser, ... und jener, ..."

Wie alle Pronomen können auch "dieser, diese, ..." und "jener, jene, ..." als Nomenbegleiter oder als
Stellvertreter für ein Nomen stehen. "Dies-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus
gesehen räumlich oder zeitlich näher ist. "Jene-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus
gesehen räumlich oder zeitlich weiter entfernt ist. Werden beide Pronomen in einem Satz gebraucht, dient es
einer Unterscheidung bzw. einer Gegenüberstellung zweier Personen oder Sachen. Beide Pronomen werden gleich
dekliniert (Endungen wie bestimmter Artikel).

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ dieser diese dies(es) diese

Akkusativ diesen diese dies(es) diese

Dativ diesem dieser diesem diesen

Genitiv dieses dieser dieses dieser

ebenso: jene-

• Kennst du diesen Mann auf dem Foto? - Diesen kenne ich nicht , aber jenen.
• Wie findest du die roten Schuhe? - Diese finde ich nicht schön, aber jene sind hübsch.
• Magst du noch ein Glas Wein? - Ja gern, aber nicht mehr von diesem.

Die Kurzform dies wird vor allem dann benutzt, wenn "dies" für einen ganzen Satzinhalt steht.

• Man sollte die Studiengebühren wieder abschaffen. - Dies finde ich allerdings auch.
• Warum hast du zu Ulli gesagt, dass ich dumm bin? - Dies habe ich nicht gesagt.

2
4) Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..."

Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..." bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil

entspricht dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung

der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels. Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..."

werden benutzt, wenn in einem anschließenden Relativsatz weitere Informationen folgen.

• Wenn ich denjenigen erwische, der mein Geld genommen hat, bekommt etwas zu hören.

• Diejenigen, die schon gestern anwesend waren, können jetzt mit den Übungen beginnen.

• Wir gratulieren denjenigen, die die Prüfung mit "sehr gut" bestanden haben.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ derjenige diejenige dasjenige diejenigen

Akkusativ denjenigen diejenige dasjenige diejenigen

Dativ demjenigen derjenigen demjenigen denjenigen

Genitiv desjenigen derjenigen desjenigen derjenigen

5) Die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, ..."

Auch die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, ..." bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil

entspricht dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung

der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels. Die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, etc."

bezeichnen die Person oder die Sache, die mit einer vorher genannten Person oder Sache übereinstimmt.

• Warum fragst du mich jeden Tag dasselbe?


• Ein Freund sagt: "Alle Frauen sind dieselben." (= Alle Frauen machen gleich viel Ärger.)

• Der Mann mit Hut war schon wieder hier. Es war derselbe, der schon gestern nach Ihnen gefragt hat.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ derselbe dieselbe dasselbe dieselben

Akkusativ denselben dieselbe dasselbe dieselben

Dativ demselben derselben demselben denselben

Genitiv desselben derselben desselben derselben

3
6) Die Demonstrativpronomen "selbst / selber"

"Selbst" und "selber" haben im Grunde genommen die gleiche Bedeutung, wobei "selbst" mehr der
Standartsprache und "selber" mehr der Umgangssprache angehören. Beide sind unveränderlich, werden
also nicht dekliniert. Sie können sich auf ein Nomen, ein Personalpronomen oder ein Reflexivpronomen
beziehen und werden hinter dem Bezugswort gestellt. "Selbst" und "selber" bezieht sich nur auf das
Bezugswort, alle anderen Personen oder Sachen werden ausgeschlossen.

• Niemand wollte ihm helfen, sodass er sich selbst helfen musste.


• In einem Selbsterfahrungskurs kann man sehr viel über sich selbst lernen.
• Mein Mann hat selbst das Radio repariert.
• Dass du dir weh getan hast, bist du selber schuld.
• Das schlechte Ergebnis haben wir uns selber zuzuschreiben.

4
Indefinitpronomen
1) Was man über Indefinitpronomen wissen sollte.

Indefinitpronomen, auch unbestimmte Fürwörter genannt, können in Funktion eines Artikels oder als
Stellvertreter für ein Nomen auftreten. Indefinitpronomen als Stellvertreter für ein Nomen können für eine
unbestimmte Menge einer Person oder einer Sache stehen. Die Person oder Sache ist entweder unbekannt
oder ihre Menge ist nicht näher bestimmt. Es gibt eine Vielzahl von verschiedensten Indefinitpronomen, teils
bleiben sie unverändert, teils werden sie dekliniert. Sie können entweder nur für Personen oder Sachen, für
beides oder nur im Singular oder Plural stehen. Die wichtigsten Indefinitpronomen unterscheiden wir wie folgt:

• Indefinitpronomen nur für Personen


• Indefinitpronomen nur für Sachen
• Indefinitpronomen für Personen und Sachen

2) Indefinitpronomen nur für Personen

Die Indefinitpronomen man, jemand und niemand werden nur für Personen gebraucht. Diese Pronomen können
alleinig im Singular gebraucht werden, eine Pluralform für diese Pronomen existiert nicht. Die genannten
Pronomen haben folgende Deklinationsformen:

Kasus man jemand niemand

Nominativ man jemand niemand

Akkusativ einen (irgend)jemand(en) niemand(en)

Dativ einem (irgend)jemand(em) niemand(em)

• Das unpersönliche Pronomen "man" kann für eine oder mehrere unbestimmte Personen stehen. Die

Form "man" gibt es nur im Nominativ und wird mit der 3. Person Singular dekliniert! Im Akkusativ

und Dativ ändert sich die Form.

Vorsicht: das unpersönliche Pronomen "man" ≠ der Mann ↔ die Frau

o Darf man hier rauchen?


o Hier in der Firma muss man einem alles zweimal sagen.
o Als Fußballspieler muss man täglich trainieren.
o Können Sie mir vielleicht sagen, wo man hier Briefmarken kaufen kann?

• Die Pronomen jemand und niemand können ebenfalls nur im Singular benutzt werden. Jemand bezieht
sich auf eine unbestimmte Person und ist geschlechtslos. Jemand kann mit "(irgend)" kombiniert
werden, wodurch die Unbestimmtheit verstärkt wird. Das Pronomen "niemand" verneint "jemand". Die
Deklinationsendungen (en) und (em) werden umgangssprachlich auch weggelassen.

o "Ist hier jemand?", fragte er vorsichtig. "Niemand", war die Antwort, die er hörte.
o Irgendjemand muss diese Arbeit tun, aber niemand findet sich dazu bereit.
o Wenn man Geld hat, ist man jemand. Wenn man kein Geld hat, ist man niemand.
o Wenn man jemanden braucht, ist niemand da.

1
3) Indefinitpronomen nur für Sachen

Die Indefinitpronomen etwas, nichts, alles und welch- werden nur für Sachen gebraucht.

• Das Indefinitpronomen "etwas" kann in Funktion eines Artikels oder Stellvertreter für ein Nomen

auftreten. Es ist unveränderlich und kann in allen vier Fällen (Kasus) stehen. "Etwas" steht

stellvertretend für eine unbestimmte Sache oder einen unbestimmten Sachverhalt. "Irgendetwas"

verstärkt die Unbestimmtheit. In der Umgangssprache wird "etwas" oft auch auf "was" verkürzt.

o Psst, sei ruhig. Da ist irgendetwas.

o Wenn jemand etwas sehr gut kann, sagt man oft: "Der kann das aus dem Effeff".

o Der Professor hat wohl in seiner Aufgabenstellung was durcheinander gebracht.

* "Etwas" hat auch eine zweite Bedeutung im Sinne von "ein wenig", "ein bisschen":

o Hast du noch etwas / ein bisschen / ein wenig Zeit für mich?

• Das Indefinitpronomen nichts verneint "etwas". Es ist ebenfalls unveränderlich.

o Hörst du etwas? - Nein, ich höre nichts.

o Möchten Sie noch etwas essen? - Nein, danke. Ich möchte nichts mehr.
o Er kam rein, hat nichts gesagt und ging wieder hinaus.

• Das Indefinitpronomen alles hat eine verallgemeinernde Bedeutung.

o Manche Leute wollen alles oder nichts.


o Ich soll immer alles alleine machen.
o Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei Enden.

• Das Indefinitpronomen welch- als Stellvertreter für ein Nomen wird nur in der Umgangssprache benutzt

und kann im Singular nur für Sachen stehen. "Welch-" hat in etwa die Bedeutung von "etwas", "ein

wenig", "ein bisschen" und "einige(s)". "Welch-" wird dekliniert: (Der Gebrauch im Plural ist auch für

Personen zulässig. Der Gebrauch des Dativs und Genitivs gilt als "unschön" und soll vermieden werden.)

Kasus maskulin feminin neutral Plural

Nominativ welcher welche welches welche

Akkusativ welchen welche welches welche

• Die Trauben sind aber sehr lecker. Hast du noch welche?


• Im Kühlschrank ist kein Käse mehr. Haben wir noch welchen?

• Schau mal in der Vorratskammer nach. Da müsste noch welcher sein.

2
4) Indefinitpronomen für Personen und Sachen

Folgende Indefinitpronomen können sowohl für Personen als auch für Sachen benutzt werden.

• all-

Das Indefinitpronomen "all-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein Nomen
auftreten. Es gibt eine Gesamtmenge an. "All-" wird wie folgt dekliniert:

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ aller alle alles alle

Akkusativ allen alle alles alle

Dativ allem aller allem allen

Genitiv allen aller allen aller

o Alle wollen den neuen Film von Harald Plotter sehen.

o Unser Vorgesetzter ist mit allem unzufrieden.

o Unsere Gäste haben alles aufgegessen.

o Es liegt im Interesse aller, das Problem schnellstens zu lösen.

• einige

Das Indefinitpronomen "einige" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. Es gibt eine unbestimmte Menge an, die je nachdem kleiner oder größer sein kann.
"Einige" wird wie folgt dekliniert:

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ einiger einige einiges einige

Akkusativ einigen einige einiges einige

Dativ einigem einiger einigem einigen

Genitiv einigen einiger einigen einiger

o Von den Geschäftspraktiken dieser Firma hat man schon so einiges gehört.

o Scheinbar haben einige von euch den Ernst der Lage noch nicht verstanden.

o Bis morgen muss ich noch mit einigen ein ernstes Wörtchen reden.

• jede-

Das Indefinitpronomen "jede-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. Mit "jeder" werden alle Elemente einer Gruppe angesprochen, in der es keine
Ausnahmen gibt. Jeder wechselt im Plural zu "alle".

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ jeder jede jedes alle

Akkusativ jeden jede jedes alle

Dativ jedem jeder jedem allen

Genitiv jedes jeder jedes aller

o Mein 6-jähriger Sohn gibt mir immer die Antwort: "Das weiß doch jeder."

o Jeder von euch entschuldigt sich auf der Stelle.

o Alle müssen irgendwann einmal sterben.

3
• ein- / kein-

Das Indefinitpronomen "ein-" findet nur als Stellvertreter eines Nomens Anwendung. Es vertritt eine
bereits bekannte unbestimmte Person oder Sache. Die Negativform von "ein-" ist "kein-". Das Pronomen
"ein-" ändert im Plural seine Form auf "welch-", "kein" behält im Plural seine Form. "Ein-" und "kein-"
werden wie folgt dekliniert:

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ einer / keiner eine / keine eins / keins welche / keine

Akkusativ einen / keinen eine / keine eins / keins welche / keine

Dativ einem / keinem einer / keiner einem / keinem welchen / keinen

Genitiv eines / keines einer / keiner eines / keines welcher / keiner

o Mein Freund hat ein schönes Auto. Hat deiner auch eins?

o Du hast doch noch viele Bonbons. Gibst du mir eins ab? - Nein, du bekommst keins.

o Es ist doch immer wieder dasselbe. Ist etwas wichtig, weiß keiner Bescheid.

• manch-

Das Indefinitpronomen "manch-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. "Manch-" hat etwa die Bedeutung wie "einige".

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ mancher manche manches manche

Akkusativ manchen manche manches manche

Dativ manchem mancher manchem manchen

Genitiv manches mancher manches mancher

o Heute habe ich im Unterricht so manches nicht verstanden.

o Manche glauben, perfekt zu sein. Aber ein jeder hat Fehler.

o Heute würde ich so manches anders machen.

• mehrere-

Das Indefinitpronomen "mehrere-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. "Mehrere-" hat in etwa die Bedeutung wie "manch" und "einige". Dieses Pronomen
existiert nur im Plural.

Kasus Plural

Nominativ mehrere

Akkusativ mehrere

Dativ mehreren

Genitiv mehrerer

o Das Spiel war grottenschlecht. Mehrere verließen vorzeitig das Stadion.

o Bei der gestrigen Demonstration wurden mehrere festgenommen.

4
Reflexive Verben

1) Was man über reflexive Verben wissen sollte.

Reflexive Verben verlangen ein zusätzliches Reflexivpronomen, das im Akkusativ oder im Dativ stehen kann.

Reflexiv bedeutet rückbezüglich. Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt im Satz zurück.

Das reflexive Verb "sich freuen" hat eine Nominativ- und eine reflexive Ergänzung im Akkusativ. Die

reflexive Ergänzung wird mit einem Reflexivpronomen ausgedrückt.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen

Ich freue mich.

Du freust dich.

Er freut sich.

Wir freuen uns.

2) Die Reflexivpronomen

Das Reflexivpronomen ist abhängig vom Subjekt. Es muss immer die gleiche Person angeben, die das Subjekt

vorgibt. Für die 1. und 2. Person Singular und Plural werden die entsprechenden Formen des Personalpronomens

im Akkusativ bzw. im Dativ übernommen. Nur die 3. Person bildet eine eigene Form: "sich". Diese Form bleibt

sowohl im Dativ und Akkusativ als auch im Singular und Plural bestehen.

Reflexivpronomen
Personalpronomen
Akkusativ Dativ

ich mich mir

du dich dir

er / sie / es / man sich sich

wir uns uns

ihr euch euch

Sie / sie sich sich

1
3) Reflexivpronomen mit Dativ oder mit Akkusativ?

Der Gebrauch der reflexiven Verben ist nicht immer einfach. Man muss zwischen echten - und unechten
reflexiven Verben unterscheiden. Das Verb "waschen" hilft uns bei der Erklärung. Das Verb "waschen"
verlangt eine Nominativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.

Subjekt Verb Akkusativ-Ergänzung

Die Mutter wäscht ihren Sohn.

Der Vater wäscht sein Auto.

Im genannten Beispiel wäscht eine Person (Subjekt = die Mutter / der Vater) eine Person oder Sache (Akkusativ
= Sohn / Auto).

Das Verb waschen kann aber auch reflexiv benutzt werden. Das geschieht, wenn sich das Reflexivpronomen auf

das Subjekt bezieht. Das Subjekt (Mutter / Vater) wäscht dann keine andere Person oder Sache, sondern sich

selbst. Das Reflexivpronomen nimmt nun die Stellung der Akkusativergänzung ein.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen Angaben

Die Mutter wäscht sich jeden Morgen.

Ich wasche mich täglich.

Wenn das Verb jedoch eine weitere Akkusativ-Ergänzung erhält, muss das Reflexivpronomen im Dativ

stehen.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen im Dativ Akkusativ-Ergänzung

Du wäschst dir deine Hände.

Ich wasche mir meine Haare.

Reflexive Verben, in denen das Reflexivpronomen im Akkusativ steht, haben oft zusätzlich noch eine

Präpositional-Ergänzung. Der Infinitiv lautet dann z.B. " s. freuen auf ". Diese Verbgruppe sollte man mit

der entsprechenden Präposition auswendig lernen.

Subjekt reflexives Verb Reflexivpronomen Präpositional-Ergänzung

Der Student freut sich auf die Semesterferien.

Peter interessiert sich für Petra.

Ich bedanke mich für Ihre Einladung.

2
4) Liste der echten reflexiven Verben

"Echte reflexive Verben" können nur reflexiv gebraucht werden. Die Akkusativ-Ergänzung kann also nicht mit

einer anderen Person oder Sache (Ich wasche das Kind / das Auto) getauscht werden. Die wichtigsten echten

reflexiven Verben - einige davon nur im Akkusativ, andere nur im Dativ - werden in folgender Tabelle aufgeführt:

echte reflexive Verben im Akkusativ echte reflexive Verben im Dativ


- sich auf den Weg machen
- sich auf|regen über + Akk
- sich aus|kennen
- sich aus|ruhen
- sich bedanken für + Akk
- sich beeilen + Finalsatz
- sich beschweren über + AKK
- sich bewerben um + Akk
- sich bücken
- sich entschließen + Infinitivsatz
- sich entschuldigen für + Akk - sich etwas denken
- sich erholen
- sich Mühe geben + Infinitivsatz
- sich erkälten
- sich ... lassen
- sich erkundigen nach + Akk
- sich Sorgen machen
- sich freuen auf / über + Akk
- sich etwas merken
- sich fürchten vor + Dat
- sich interessieren für +Akk - sich vor|stellen + Infinitivsatz
- sich irren
- sich konzentrieren auf + Akk
- sich kümmern um + Akk
- sich schämen für + Akk
- sich sehnen nach + Dat
- sich um|sehen in + Dat
- sich verbeugen vor + Dat
- sich verirren
- sich weigern + Infinitiv
- sich wundern über + Akk

Pos. 1 Verb Reflexivpronomen Angaben Ergänzungen Verb 2

Ich rege mich täglich über das Wetter auf.

Hugo regt sich stündlich über seinen Chef auf.

Du gibst dir kaum Mühe, richtig Deutsch zu lernen.

Echte reflexive Verben haben immer ein Reflexivpronomen. Man erkennt sie daran,
• dass man das Reflexivpronomen nicht weglassen kann:
o Ich freue mich. (Falsch: Ich freue.)
• dass man nicht nach dem Reflexivpronomen fragen kann:

o Er freut sich. (Falsch: Wen freust du?)


• dass Reflexivpronomen kann nicht durch eine andere Person ersetzt werden:

o Er freut sich. (Falsch: Ich freue dich.)

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5) Liste der unechten reflexiven Verben

Die andere Gruppe der reflexiven Verben nennt man unechte reflexive Verben. Das bedeutet, dass man sie
sowohl reflexiv als auch mit einer Akkusativ-Ergänzung benutzen kann. Einige unechte reflexive Verben werden
nur im Dativ verwendet.

Folgende Tabelle zeigt einige Anwendungsbeispiele auf:

Verb mit Akkusativ- unechte reflexive Verben + Verb mit Akk-Erg. oder reflexiv im
Ergänzung Reflexivpronomen im Akkusativ Dativ
Die Mutter wäscht ihr Baby. Die Mutter wäscht sich. Meine Mutter wäscht mir meine Wäsche.
Ich wasche meine Wäsche
Ich wasche mich. Ute wäscht ihrem Freund die Socken.
selbst.
Warum trocknest du dir deine Hände nicht
Du trocknest das Geschirr ab. Du trocknest dich ab.
ab?
Du ärgerst mich immer. Er ärgert sich oft über seinen Chef. Reflexiv im Dativ nicht möglich
Meine Frau kann mich nicht
Du wirst dich nicht mehr ändern. Der Schneider ändert mir meine Jacke.
mehr ändern.
Die Mutter duscht die Kinder. Du duschst dich nur alle 10 Tage. Eric duscht sich nur den Oberkörper ab.

Folgende Liste enthält einige unechte reflexive Verben. Sie können sowohl reflexiv als auch mit Akkusativ-
Ergänzung benutzt werden, wie es in den zuvor gezeigten Beispielen nachzulesen ist.

- sich ab|trocknen - sich an|strengen - sich an|ziehen


- sich ändern - sich ärgern über + Akk - sich auf|regen
- sich bewegen - sich duschen - sich entschuldigen
- sich erinnern an + Akk - sich fragen; ob... - sich fürchten
- sich gewöhnen an + AKK - sich kämmen - sich nennen
- sich rasieren - sich schminken - sich setzen
- sich treffen - sich um|drehen - sich um|ziehen
- sich verletzen - sich verteidigen - sich vor|bereiten
- sich waschen - sich wiegen

Bei den folgenden echten und unechten reflexiven Verben kann das Reflexivpronomen bzw. die andere Person nur
im Dativ stehen: "Etwas" steht hier stellvertretend für eine Akkusativ-Ergänzung.

Infinitiv Pos. 1 Verb 1 Ergänzungen / Angaben Verb 2

sich etwas ab|gewöhnen Ich gewöhne mir das Rauchen ab.

sich etwas an|gewöhnen Rolf hat sich eine gewisse Faulheit angewöhnt.

sich etwas an|sehen* Wir sehen uns auch den Film an.

sich etwas an|ziehen Zieh dir sofort eine Jacke an.

sich etwas borgen* Kannst du mir etwas Geld borgen?

sich die Haare kämmen Kämm dir sofort deine Haare!

sich etwas kaufen Papa, kauf mir sofort ein Eis.

sich etwas leihen* Könntest du mir kurz dein Auto leihen?

sich etwas leisten (können)* Wir können uns kein Auto leisten.

sich die Zähne putzen Das Kind will sich nicht die Zähne putzen.

sich etwas vorstellen* Ich kann mir das nicht vorstellen.

sich die Hände waschen Ihr müsst euch noch eure Hände waschen.

sich etwas wünschen (zu) Was wünscht du dir zum Geburtstag?

* echtes reflexives Verb

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6) Reziproke Verben

Reziproke Verben haben die Besonderheit, dass sie nur im Plural Verwendung finden. Das Reziprokpronomen

"sich" lässt sich mit "einander" ersetzen.

• Peter liebt Petra und Petra liebt Peter.

• Peter und Petra lieben sich.

• Sie lieben einander.

Weitere reziproke Verben sind:

- sich gegenseitig ärgern


- sich miteinander an|freunden

- sich einander begrüßen


- sich einigen

- sich kennen
- sich lieben
- sich sehen

- sich streiten

- sich miteinander verbrüdern


- sich verfeinden
- sich verkrachen

- sich miteinander vertragen

5
Relativpronomen / Relativsätze
1) Was man über Relativpronomen und Relativsätze wissen sollte.

Relativpronomen werden gebraucht, um Relativsätze einzuleiten. Relativsätze sind Nebensätze, das


konjugierte Verb wird ans Satzende gestellt. Relativsätze gehören zu den Rechtsattributen eines Nomens,
stehen also hinter dem Nomen. Nomenattribute geben dem Nomen eine zusätzliche Erklärung oder eine weitere
Information. Relativsätze beziehen sich in der Regel auf ein Nomen, das so genannte Bezugswort, und werden in
der Regel direkt dahinter gestellt. Daher können sie mitten im Satz oder am Ende eines Satzes gestellt werden.
Relativpronomen werden wie folgt dekliniert:

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ der die das die

Akkusativ den die das die

Dativ dem der dem denen

Genitiv dessen deren dessen deren

Um Relativsätze richtig bilden zu können, muss zuerst das Relativpronomen bestimmt werden. Das
Relativpronomen wird durch zwei verschiedene Faktoren bestimmt:

• Das Bezugswort gibt den Numerus (Singular oder Plural) und den Genus (maskulin, feminin, neutral an.

• Der Kasus des Relativpronomens ergibt sich aus den Nebensatzinformationen:


o Steht das Bezugswort im Nebensatz im Nominativ, so steht auch das Relativpronomen im Nominativ.
o Steht das Bezugswort im Nebensatz im Akkusativ, so steht auch das Relativpronomen im Akkusativ.

o Steht das Bezugswort im Nebensatz im Dativ, so steht auch das Relativpronomen im Dativ, usw.

2) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Nominativ

Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Nominativ

• Der Mann heißt Erwin Knuddelbär. Er kommt aus Bremen.


o Der Mann, der aus Bremen kommt, heißt Erwin Knuddelbär.
o HS: Bezugswort = der Mann = maskulin /// NS: Er kommt = Nominativ

• Die Frau heißt Gertrude Nimmersatt. Sie kommt aus Hannover.


o Die Frau, die aus Hannover kommt, heißt Gertrude Nimmersatt.
o HS: Bezugswort = die Frau = feminin /// Sie kommt = Nominativ

• Das Kind heißt Torsten. Es kommt aus Lübeck.


o Das Kind, das aus Lübeck kommt, heißt Torsten.
o Bezugswort = das Kind = neutral /// Es kommt = Nominativ

• Die Leute sind Wissenschaftler. Sie kommen aus Berlin.


o Die Leute, die aus Berlin kommen, sind Wissenschaftler.
o Bezugswort = die Leute = Plural /// Sie kommen = Nominativ

1
3) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Akkusativ

Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Akkusativ

• Der Tisch war sehr teuer. Mein Mann hat ihn letzte Woche gekauft.
o Der Tisch, den mein Mann letzte Woche gekauft hat, war sehr teuer.

o Bezugswort = der Tisch = maskulin /// Er hat ihn gekauft = Akkusativ

• Die Fotos sind echt gut geworden. Ich habe sie in Paris gemacht.
o Die Fotos, die ich in Paris gemacht habe, sind echt gut geworden.

o Bezugswort = die Fotos = Plural /// Ich habe sie gemacht = Akkusativ

4) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Dativ

Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Dativ

• Herr Schmal hat neuerdings Geldprobleme. Ihm gehören mehrere Häuser.


o Herr Schmal, dem mehrere Häuser gehören, hat neuerdings Geldprobleme.

o Bezugswort = Herr Schmal = maskulin /// Ihm gehören mehrere Häuser = Dativ

• Unsere Gäste sind zufrieden. Das Büfett hat ihnen sehr gut geschmeckt.

o Unsere Gäste, denen das Büfett sehr gut geschmeckt hat, sind zufrieden.

o Bezugswort = unsere Gäste = Plural /// Es hat ihnen geschmeckt = Dativ

5) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Genitiv

Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Genitiv

Eine Genitivkonstruktion kann man wie folgt erkennen:

Nomen + Nomen (des Bezugswortes) oder Possessiv (des Bezugswortes) + Nomen

Vergleiche: Possessivpronomen

• Das Kind muss sofort operiert werden. Der Vater des Kindes ist nicht zu erreichen.
o Das Kind, dessen Vater nicht zu erreichen ist, muss sofort operiert werden.

o Bezugswort = das Kind = neutral /// der Vater des Kindes = Genitiv

• Das ist Herr Gans. Seine Frau hat neulich im Lotto viel Geld gewonnen.

o Das ist Herr Gans, dessen Frau neulich im Lotto viel Geld gewonnen hat.

o Bezugswort = Herr Gans = maskulin /// Seine Frau = Possessiv = Genitiv

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6) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen nach einer Präposition

Steht das Bezugswort im Nebensatz nach einer Präposition, so bestimmt die jeweilige Präposition den Kasus
des Relativpronomens. Die Präposition steht im Relativsatz vor dem Relativpronomen.

• Endlich kommt der Zug an. Wir mussten so lange auf ihn warten.
o Endlich kommt der Zug an, auf den wir so lange warten mussten.
o Bezugswort = der Zug = maskulin /// wir warten auf den Zug = Akkusativ

• Das ist Gerda. Mit ihr habe ich gestern den ganzen Abend getanzt.
o Das ist Gerda, mit der ich gestern den ganzen Abend getanzt habe.
o Bezugswort = Gerda = feminin /// tanzen mit Gerda = Dativ

7) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Genitiv nach einer Präposition

Eine weitere Variante ist, dass das Relativpronomen zwar im Genitiv steht, aber eine Präposition den
Kasus des Nomens hinter dem Relativpronomen bestimmt. Auch in diesen Fällen steht die Präposition im
Relativsatz vor dem Relativpronomen im Genitiv.

• Erika will heiraten. Max ist seit langem in ihre Schwester verliebt.
o Erika, in deren Schwester Max seit langem verliebt ist, will heiraten.
o Bezugswort = Erika = feminin /// ihre Schwester = Possessiv = Genitiv ///
verliebt sein in die Schwester = Akkusativ

• Das ist Ihr neuer Kollege. Von seiner Tüchtigkeit sind wir alle überzeugt.
o Das ist Ihr neuer Kollege, von dessen Tüchtigkeit wir alle überzeugt sind.
o Bezugswort = Kollege = maskulin /// seiner = Possessiv = Genitiv ///
überzeugt sein von der Tüchtigkeit = Dativ

Vergleiche dazu die Beziehung Genitiv und Possessivpronomen

8) Die Bildung von Relativsätzen mit "wo" und "wohin"

Drückt das Bezugswort etwas Räumliches oder Zeitliches aus, kann alternativ zu einer Präposition das
Relativadverb "wo" benutzt werden. Drückt das Bezugswort einen Ortswechsel aus, kann alternativ zu einer
Präposition das Relativadverb "wohin" benutzt werden.

• Lasst uns zum Baggersee fahren. Dort kann man wunderbar baden.
o Lasst uns zum Baggersee fahren, in dem man wunderbar baden kann.
o Lasst uns zum Baggersee fahren, wo man wunderbar baden kann.

• Frank studiert an der RWTH Aachen. Sein Vater hat auch dort studiert.
o Frank studiert an der RWTH Aachen, an der auch sein Vater studiert hat.
o Frank studiert an der RWTH Aachen, wo auch sein Vater studiert hat.

• Endlich haben wir im Lotto gewonnen. Jetzt sind unsere finanziellen Probleme gelöst.
o Jetzt, wo wir im Lotto gewonnen haben, sind unsere finanziellen Probleme gelöst.

• Udo will nach Südafrika fahren. Sein Freund ist auch schon dorthin gereist.
o Udo will nach Südafrika fahren, wohin sein Freund auch schon gereist ist.

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9) Relativsätze, die sich auf ein Pronomen beziehen.

Relativsätze können auch gebildet werden, wenn das Bezugswort ein sächliches Demonstrativ- oder

Indefinitpronomen ist, wie zum Beispiel die Pronomen alles, das, dasjenige, dasselbe; etwas, manches, nichts,

vieles usw. Wenn sich das Relativpronomen auf ein Bezugswort bezieht, das selbst ein Pronomen ist, steht das

Pronomen im Hauptsatz für einen ganzen Satzinhalt. Bezieht sich das Relativpronomen auf einen ganzen

Satzinhalt, so gebraucht man das Pronomen "was".

• Alles, was sie gesagt haben, war erstunken und erlogen.


• Das, was du gesagt hast, entspricht nicht der Wahrheit.
• Wir gratulieren denjenigen, die die Prüfung mit "sehr gut" bestanden haben.

• Da ist etwas, was ich nicht verstehe. Warum willst du ihn nicht heiraten?

• Die Studenten haben so manches, was der Professor gesagt hat, nicht verstanden.

Relativsätze können auch nach einem substantivierten Superlativ stehen:

• Das ist das Hübscheste, was mir jemals geschenkt wurde.


• Das ist das Schlimmste, was ihm passieren konnte.

• Das war das Schönste, was ich je gemacht habe.

10) Relativsätze, die sich auf einen ganzen Satz beziehen.

Bezieht sich das Relativpronomen auf einen ganzen Satz,

• so gebraucht man das Pronomen " was ".


o Einige Kollegen machen eine viel zu lange Pause, was unseren Chef sehr ärgert.

o Andere Kollegen machen bereitwillig Überstunden, was ihm wiederum sehr gefällt.

o Manch ein Kollege feiert oft krank, was der schweren Arbeit zuzuschreiben ist.

• Steht das Relativpronomen als Ergänzung nach einer Präposition, so gebraucht man "wo(r)- +

Präposition". (sich ärgern über = worüber; womit; woran; usw.)

o Sie haben mir soeben das Leben gerettet, wofür ich mich sehr bei Ihnen bedanken möchte.

o Kurt schenkte Hilde zum Geburtstag einen Ring, worüber sie sich sehr freute.

o Krebs ist eine Krankheit, woran schon viele Menschen gestorben sind.

4
Possessivpronomen
1) Was man über Possessivpronomen wissen sollte.

Possessivpronomen geben eine Zugehörigkeit oder einen Besitz an. Das Possessivpronomen trifft häufig als

Nomenbegleiter, in Funktion eines Artikels auf und muss entsprechend dekliniert werden.

Frage mögliche Antworten

Das ist meine Uhr. Die Uhr ist von mir.

Die Uhr gehört mir ( nicht ).


Genitiv Wessen Uhr ist das?
Das ist nicht meine Uhr. Die Uhr ist von Paul.

Das ist Pauls Uhr. Das ist seine Uhr.

Das ist meine Uhr. Die Uhr ist von mir.

Die Uhr gehört mir ( nicht ).


von + Dativ Von wem ist die Uhr?
Das ist nicht meine Uhr. Die Uhr ist von Paula.
Das ist Paulas Uhr. Das ist ihre Uhr.

Das ist meine Uhr. Die Uhr ist von mir.


Die Uhr gehört mir ( nicht ).
Dativ Wem gehört die Uhr?
Das ist nicht meine Uhr. Die Uhr ist von Paula.
Das ist Paulas Uhr. Das ist ihre Uhr.

Ja, das ist meine Uhr. Ja, die Uhr ist von mir.
Ja, die Uhr gehört mir.
Possessiv Ist das deine Uhr?
Nein, das ist nicht meine Uhr. Die Uhr ist von Paul.
Das ist Pauls Uhr. Das ist seine Uhr.

Das Possessivpronomen kann benutzt werden als:

• Nomenbegleiter, in Funktion eines Artikels


• Nomenvertreter ohne Nomen

2) Formen der Possessivpronomen

Die Form des Possessivpronomens richtet sich nach der Person, auf die es sich bezieht, der so genannten

Bezugsperson. Die Bezugsperson kann auftreten als:

• ein Personalpronomen:
o der Sprecher = ich = Possessivpronomen = mein
o der Angesprochene = du = Possessivpronomen = dein
o usw.

• ein Nomen:
o maskulin = der Mann / der Tisch / der Hund = er = Possessivpronomen = sein
o feminin = die Frau / die Lampe / die Katze = sie = Possessivpronomen = ihr
o neutral = das Kind / das Bett / das Pferd = es = Possessivpronomen = sein

1
Personalpronomen
Possessivpronomen Beispiel
Nominativ

1. Pers. Sing. ich mein Mein Hund heißt Taxi.

2. Pers. Sing. du dein Wie heißt dein Pferd eigentlich?

3. Pers. Sing. er sein Ist das sein Bleistift?

3. Pers. Sing. sie ihr Ist ihr Vater zurzeit in Hamburg?

3. Pers. Sing. es sein Hat sein Brüderchen schon Zähnchen?

1. Pers. Plural wir unser Unser Haus ist sehr groß.

2. Pers. Plural ihr euer Wo ist euer Vater?

3. Pers. Plural sie ihr Arbeitet ihr Bruder wirklich in Japan?

3. Pers. Plural Sie Ihr Wo arbeitet Ihr Bruder eigentlich?

In der 3. Person Singular kann die Bezugsperson, auf die sich das Possessivpronomen bezieht, ein

Personalpronomen, ein Name oder ein Nomen bzw. eine Sache sein.

• 3. Person Singular maskulin


o er = Sein Name ist Jupp.
o Theodor = Sein Sohn studiert in Heidelberg.
o der Hund = Wo ist sein Knochen?
• 3. Person Singular feminin
o sie = Weißt du, wo ihr Armband ist?
o Sabine = Ihr Armband liegt auf dem Tisch.
o die Tasche = Ist ihr Griff kaputt?
• 3. Person Singular neutral
o es = Weißt du, wo sein Schnuller ist?
o das Kind = Wo ist sein Ball?
o das Buch = Sein Titel klingt interessant.

3) Possessivpronomen als Nomenvertreter

Ein Possessivpronomen kann stellvertretend für ein Nomen gebraucht werden:

• Ist das dein Auto? - Ja, das ist meins.


• Ist das Karstens Bleistift? - Nein, das ist nicht seiner.
• Ist das die Tasche von Katrin? - Nein, das ist nicht ihre.

Steht das Possessivpronomen anstelle eines Nomens muss es dekliniert werden. Die Deklination zeigt Kasus,
Genus und Numerus an.

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ meiner meine meins meine

Akkusativ meinen meine meins meine

Dativ meinem meiner meinem meinen

Genitiv meines meiner meines meiner

2
• Die Deklination gilt für alle Possessivpronomen:
o Nominativ maskulin: meiner, deiner, seiner, ihrer, unserer, eu(e)rer, Ihrer

o Nominativ feminin / Plural: meine, deine, seine, ihre, unsere, eu(e)re, Ihre

o Nominativ neutral: meins, deins, seins, ihr(e)s, unser(e)s, eu(e)rs, Ihr(e)s

• Das Possessivpronomen wird durch die Bezugsperson bestimmt!


• Die Deklination richtet sich nach dem Nomen, das hinter dem Possessiv steht.

• Zum Vergleich die Deklination der Possessivartikel (Nomenbegleiter).

Beispiele:

• Lehrer: "Wessen Tasche ist das? Mark, ist das deine?"


Mark: "Nein, meine steht hier unter dem Tisch."

o Mark = Angesprochener = Bezugswort = 2. Person Singular du = Possessiv dein


o Tasche = Nomen der Deklination = feminin = Nominativ = Endung -e

o Mark = Sprecher = Bezugswort = 1. Person Singular ich = Possessiv mein


o Tasche = Nomen der Deklination = feminin = Nominativ = Endung -e

• "Mein Auto ist bis morgen in der Werkstatt. Könntest du mir heute Abend deins leihen?"

o Sprecher = Bezugswort = ich = Possessiv mein + Nomen = Possessivartikel

o Angesprochener = Bezugswort = 2. Person Singular du = Possessiv dein


o Auto = Nomen der Deklination = neutral = Akkusativ = Endung -s

• Ute: "Hast du meinen Füller gesehen?"


Otto: "Das hier ist meiner. Deinen habe ich nicht gesehen."
o Sprecher = Ute = Bezugswort = ich = Possessiv = mein + Nomen = Possessivartikel

o Sprecher = Otto = Bezugswort = ich = Possessiv = mein

o Füller = Nomen der Deklination = maskulin = Nominativ = Endung -er


o Angesprochene = Ute = Bezugswort = 2. Person Singular du = Possessiv dein

o Füller = Nomen der Deklination = maskulin = Akkusativ = Endung -en

Vergleiche: Nomenbegleiter, in Funktion eines Artikels

3
Pronomen „es“
1) Was man über das Pronomen „es“ wissen sollte.

Das Pronomen "es" hat viele verschiedene Funktionen. "Es" kann entweder als Pronomen für ein einzelnes Wort
(Nomen im Nominativ oder Akkusativ, Adjektiv, Partizip), für ein Satzteil oder gleich für einen ganzen Satz
stehen. In einigen Fällen muss das Pronomen "es" auf Position 1 oder 3 stehen. Manchmal ist ein Gebrauch
obligatorisch, manchmal fakultativ.

Obligatorisch ist das Pronomen " es " als:

• Pronomen (Nomenersatz) im Nominativ oder Akkusativ


o Wie findest du das Bild? - Ich finde es nicht gerade schön.

o Helga, weißt du, wo mein Handy ist? - Ich glaube, es liegt in der Küche.
• unpersönliches Subjekt

o Jetzt fängt es schon wieder an zu regnen.


o Wie geht es Ihrer Frau? - Ihr geht es schon viel besser.
• unpersönliches Objekt

o Man hat es im Leben nicht immer leicht.

o Mama, Karl möchte mich heiraten. Ich glaube, er meint es ernst.

Fakultativ ist das Pronomen "es" als:

• Platzhalter für ein Subjekt. (Subjekt von Position 1 auf Position 3)


o Jemand steht vor der Tür. = Es steht jemand vor der Tür.
o Ihnen wird geholfen. = Es wird ihnen geholfen.
• Repräsentant für Nebensätze

o Es tut mir Leid, dass dein Vater tot ist. = Dass dein Vater tot ist, tut mir Leid.

o Es ist nicht sicher, ob er kommen kann. = Ob er kommen kann, ist nicht sicher.
• stärkere Betonung eines Subjekts
o Heutzutage lassen sich viele scheiden. = Es lassen sich heutzutage viele scheiden.

o Leider haben viele Leute Geldprobleme. = Es haben leider viele Leute Geldprobleme.

2) "Es" als Pronomen

Das "es" als Personalpronomen, muss obligatorisch benutzt werden, da es stellvertretend für ein Nomen

steht und das neutrale Geschlecht (Genus) angibt. "Es" kann nur im Nominativ oder Akkusativ stehen. Steht

"es" im Akkusativ, kann es nicht auf Position 1 stehen. Das Pronomen "es" muss dann auf Position 3 (oder

Position 4, sofern Position 1 anderweitig belegt wird) stehen.

• Nominativ: Ich habe mir ein neues Hemd gekauft. Es hat 84 Euro gekostet.

• Akkusativ: Wo hast du es denn gekauft? - Ich habe es in der Einkaufspassage gekauft.

1
"Es" muss obligatorisch benutzt werden, wenn es stellvertretend für ein Adjektiv oder ein Partizip steht.
Auch in diesen Fällen kann es nicht auf Position 1 stehen, sondern muss auf Position 3 (sowohl hinter dem Verb
als auch hinter dem Subjekt) stehen:

• Dein Lehrer ist so hilfsbereit. Meiner ist es leider nicht.


• Warum ist dein Mann immer so fleißig? Mein Mann ist es leider nicht.
• Ist dein neuer Freund sportlich? - Natürlich ist er es.

"Es" muss obligatorisch benutzt werden, wenn es stellvertretend für ein Satzteil oder einen ganzen Satz
steht. Auch in diesen Fällen kann es nicht auf Position 1 stehen, sondern muss auf Position 3 (sowohl hinter dem
Verb als auch hinter dem Subjekt) stehen:

• Mein Sohn, du hast ja schon wieder geraucht. Ich habe es dir doch verboten.
• Hast du Susi zum Geburtstag gratuliert? - Ach du lieber Gott, ich habe es ganz vergessen.
• Man müsste nochmals den Keller aufräumen. Aber ich mache es überhaupt nicht gern.

3) "Es" als Begleiter bei unpersönlichen Verben

Fast alle Verben können in allen drei Personen, Singular wie Plural, gebraucht werden. Man nennt diese Verben

auch "persönliche Verben".

• Ich liebe dich.


• Und du liebst mich.
• Er / Sie / Es liebt Kirscheis.

Einige wenige Verben können nur in der 3. Person Singular und nur mit dem unpersönlichen "es" gebraucht
werden. Ein Satz mit den Pronomen ich, du, er, sie sowie die Bildung des Plurals ist dabei nicht möglich. (Ich
regne. Du regnest. Er regnet) Zu diesen Verben gehören die "unpersönlichen Verben". "Es" übernimmt dabei
die Ersatzfunktion einer Nominativ- oder Akkusativ-Ergänzung. Das "es" ist bei unpersönlichen Verben
obligatorisch. Zu den unpersönlichen Verben gehören:

• Verben, die Sinneseindrücke oder ein persönliches Befinden wiedergeben


o Wie geht es deiner Mutter? - Ihr geht es blendend.
o Schmeckt es dir? - Natürlich schmeckt es mir.
o brennen, duften, gut / schlecht gehen, gefallen, jucken, kalt sein, kratzen, kribbeln, riechen,
schmecken, stinken, warm sein
• Verben, die Geräusche ausdrücken
o Kannst du bitte mal die Tür öffnen? Es hat jemand an der Tür geklopft.
o In alten Häusern knarrt und knirscht es in allen Ecken.
o blasen, klingeln, klopfen, knacken, knarren, knirschen, krachen, läuten, pfeifen, rascheln,
rauschen, scheppern, summen
• Verben, die das Wetter / die Witterung beschreiben
o Bei dem gestrigen Gewitter hat es geblitzt und gedonnert.
o Dabei hat es in Strömen geschüttet.
o blitzen, dämmern, donnern, frieren, gewittern, gießen, hageln, nieseln, regnen, scheinen,
schneien, in Strömen schütten, tauen, tröpfeln

• Verben, die Themen einleiten


o Ich muss mit Ihnen sprechen - Worum geht es? - Es geht um den Mietvertrag.
o Es gibt nicht wenige Frauen, die klüger sind als die klügsten Männer.
o es dreht sich um, es geht um, es gibt, es handelt sich um, es heißt, es kommt darauf an, es scheint

2
• Verben mit Zeitbegriffen
o Wie viel Uhr ist es jetzt? - Es ist schon spät, es ist schon 18 Uhr durch.
o Es dämmert schon. Es geht gleich die Sonne auf.
o Es war im Sommer. / Es ist gleich Feierabend. / Es ist noch früh. / etc.
• Als Akkusativobjekt auf Position 3 bei festen Redewendungen
o Viele Leute haben es immer sehr eilig.
o Er hat es im Leben weit gebracht.
o Ich meine es doch nur gut mit dir.
o Diese Aufgabe hat es in sich.
o Er hat es auf mich abgesehen.
o Im Urlaub lasse ich es mir gut gehen.
o Dadurch macht er es sich nicht leichter.
o Ich lasse es darauf ankommen.
Einige dieser Verben können sowohl persönlich als auch unpersönlich verwendet werden:

• Die Tomatensuppe schmeckt mir nicht. / Es hat mir sehr gut geschmeckt.
• Im Sommer scheint oft die Sonne. / Es hat den ganzen Tag die Sonne geschienen.
• Der Fisch stinkt. / Hier stinkt es nach Fisch.

4) "Es" als Korrelat für einen Nebensatz

In Nebensätzen wird "es" als Korrelat (Repräsentant) für einen Nebensatz eingesetzt. Der Gebrauch ist
allerdings fakultativ. Es gilt:

• Steht der Hauptsatz (HS) vor dem Nebensatz (NS), wird in den meisten Fällen ein "es" als Korrelat

eingesetzt. (Bei einigen Verben ist die Erstellung von "es" allerdings nicht üblich.)

o Stimmt es, dass Gerd eine neue Arbeitsstelle hat?


o Ich bin es leid, von dem Geld meines Mannes leben zu müssen. Ich will arbeiten.

• Steht der Nebensatz vor dem Hauptsatz, entfällt "es" als Korrelat.

o Ja, dass Gerd eine neue Arbeitsstelle hat, stimmt.


o Von dem Geld meines Mannes leben zu müssen, bin ich leid. Ich will arbeiten.

Diese Regeln gelten für folgende Nebensätze:

• "Es" als Korrelat für dass-Sätze


o Es ist schön, dass du gewonnen hast. / Dass du gewonnen hast, ist schön.
o Es ist schade, dass du jetzt gehst. / Dass du jetzt gehst, ist schade.
o Es ärgert mich, dass Toni faul ist. / Dass Toni faul ist, ärgert mich.
• "Es" als Korrelat für indirekte Fragesätze
o Noch ist es nicht sicher, wer absteigt. / Wer absteigt, ist noch nicht sicher.
o Es ist fraglich, ob er die Prüfung besteht. / Ob er die Prüfung besteht, ist fraglich.
o Es ist unwichtig, ob du kommst oder nicht. / Ob du kommst oder nicht, ist unwichtig.
• "Es" als Korrelat für Infinitivsätze
o Es ist unmöglich, die Brücke zu reparieren. / Die Brücke zu reparieren, ist unmöglich.
o Ich finde es toll, mit euch zu fahren. / Mit euch in Urlaub zu fahren, finde ich toll.
o Ist es wichtig, morgen dabei zu sein? / Morgen dabei zu sein, ist sehr wichtig.

3
Präpositionen

1) Was man über Präpositionen wissen sollte.

Präpositionen, auch Verhältniswörter genannt, gehören zu den Partikeln und sind daher in ihrer Form
unveränderlich. Der Gebrauch der Präpositionen ist nicht einfach, da sie in verschiedenster Weise auftreten
können. Daher macht eine Übersetzung einer einzelnen Präposition keinen Sinn, denn je nach Verwendungszweck
erhält sie eine völlig neue Bedeutung. Man sollte also gezielt eine Präpositionalgruppe (Präposition +
Bezugswort) übersetzen.

Man kann Präpositionen nach ihrem Gebrauch unterscheiden:

• Lokale Präpositionen / Fragewörter: wo, wohin, woher

o Wo wohnen Sie? - In Coesfeld.


o Wohin geht Herr Janusch? - Zum Arzt.
o Woher hast du das Buch? - Aus der Bibliothek.

• Temporale Präpositionen / Fragewörter: wann, um wie viel Uhr, bis wann, seit wann ...

o Wann ist das Pokalendspiel? - Am kommenden Sonntag.


o Um wie viel Uhr beginnt der Film? - Um 20:15 Uhr.
o Seit wann lernst du Deutsch? - Seit vier Monaten.

• Modale, kausale, finale, konzessive Präpositionen, / Fragewörter: wie, warum, wozu, ...

o Warum bist du gestern nicht mitgekommen? - Wegen des schlechten Wetters.


o Wozu lernen Sie Deutsch? - Für meine berufliche Karriere.
o Wann können Sie schlecht schlafen? - Bei Vollmond.

• Verben mit Präpositional-Ergänzung: / Fragewörter: womit, worauf, wozu, ...

o sich interessieren für: Wofür interessiert sich Jochen? - Nur für Autos.
o lachen über: Worüber lachst du? - Über seinen Witz.
o leben von: Wovon lebt der Student? - Ich glaube, Von dem Geld seines Vaters.

• Adjektive mit Präpositionen:

o bereit sein zu: Wozu bist du noch nicht bereit? - Zum Heiraten.
o böse sein auf: Auf wen kannst du niemals böse sein? - Auf meine Kinder.
o fähig sein zu: Wozu ist er nicht fähig? - Zum Arbeiten.

• Nomengefüge

o in Ordnung bringen: Bring das sofort wieder in Ordnung!


o in Ruhe lassen: Lassen Sie mich bitte in Ruhe.
o zu Ende gehen: Alles geht irgendwann einmal zu Ende.

Eine Präposition steht niemals alleine. Bis auf sehr wenige Ausnahmen wird sie vor ein Bezugswort gestellt. Das

Bezugswort ist in der Regel ein Nomen oder Pronomen. Ist das Bezugswort ein Nomen, hat es in der Regel so

genannte Nomenbegleiter bei sich, wie z.B. Artikel und Attribute. Präposition + Nomen + eventuelle

Begleiter bilden zusammen eine neue Wortgruppe. Diese Wortgruppe nennt man auch Präpositionalgruppe.

Sie ist von der Präposition abhängig. Da die Präposition einen bestimmten Kasus vorgibt, werden das Bezugswort

und die dazugehörigen Begleiter entsprechend dekliniert. Man unterscheidet:

1
• Präpositionen mit Akkusativ
o bis, durch, für, gegen, ohne, um

• Präpositionen mit Dativ

o ab, aus, bei, mit, nach, seit, von, zu

• Wechselpräpositionen
o an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen

• Präpositionen mit Genitiv

o außerhalb, innerhalb, trotz, während, wegen

Steht eine Präposition allein am Satzende, handelt es sich allerdings nicht um eine Präposition, sondern um ein

Präfix eines trennbaren Verbs. Präfixe geben keine Kasusinformation!

• Warum machst du denn immer das Fenster zu?


• Einige Schüler schreiben während der Prüfung vom Nachbarn ab.

• Kommst du heute Abend um 22:00 Uhr ins Konzert der Toten Hosen mit?

2) Verschmelzung von Präpositionen und Artikeln

Einige Präpositionen können mit einem bestimmten Artikel eine Verbindung eingehen, sie "verschmelzen"
ineinander. Die häufigsten Verschmelzungen sind:

Artikel der die das

Präposition Akk. / den Dativ / dem Dativ / der Akk. / das Dativ / dem

an am ans am

bei beim beim

in im ins

von vom vom

zu zum zur zum

auf aufs

durch durchs

für fürs

hinter hintern hinterm hinters hinterm

über übern überm übers überm

um ums

unter untern unterm unters unterm

vor vorm vors vorm

Die rot markierten Präpositionen gehören zur Standardsprache.


Die blau markierten Präpositionen finden nur in der Umgangssprache Anwendung.

2
Präpositionen mit Akkusativ

1) Was man über Präpositionen mit Akkusativ wissen sollte.

Folgende Präpositionen fordern den Akkusativ:

bis durch für gegen ohne um entlang*

• bis Einsatz: lokale und temporale Angaben, Zahlenangaben, auch vor Adverbien
o Der Zug fährt nur bis Aachen.
o Die Vorlesung dauert bis 17:00 Uhr.

o Der fünfjährige Lukas kann schon bis 100 zählen.


o Tschüss, bis gleich (- bald, - morgen Abend, - nachher, - Samstag, - später, ...)

• durch Einsatz: lokale Angaben, und Passivsätze


o Zur S-Bahnstation gehen Sie am besten durch den Park dort.
o Unsere Katze kommt nicht durch die Tür, sondern durch das Fenster ins Haus.
o Durch ständiges Rauchen wird das Krebsrisiko stark erhöht.
o Durch Sprechen in Alltagssituationen wird der allgemeine Wortschatz gefestigt.

• für Einsatz: Zeitraum, Preisangaben, Vergleiche, für wen ist etwas?

o Herr Pauli ist für drei Tage in die USA geflogen.


o Ich habe etwas für dich mitgebracht.
o Das Haus wird für 250.000 Euro zum Kauf angeboten.

• gegen Einsatz: Bewegung mit Berührung, ungefähre Zeit- und Zahlenangaben


o Gestern ist meine Frau mit dem Auto gegen einen Baum gefahren.

o Frau Klimbim wird gegen 17:00 Uhr eine Pressekonferenz geben.

o Das Auto müsste gegen 3.000 Euro zu verkaufen sein.

• ohne Einsatz: Gegenteil von "mit"

o Ohne einen Cent in der Tasche fuhr er mit dem Fahrrad nach Italien.

o Herr Lieberknecht kommt heute Abend ohne seine Frau zum Geschäftsessen.

o Ohne Uhr fühle ich mich nicht wohl.

• um ... (herum) Einsatz: lokale und temporale Angaben, Zahlenangaben

o Die Kirche sehen Sie bereits, wenn Sie um diese Ecke dort gehen.
o Fahren Sie um den Stau herum, dann sparen Sie viel Zeit.

o Der Unterricht beginnt morgen ausnahmsweise schon um 8:30 Uhr.

o Die Preise werden in diesem Jahr wahrscheinlich um 1,75 % steigen.

• entlang* Einsatz: Parallelität * das Nomen steht vor der Präposition (inverse Struktur)
o Gestern sind wir stundenlang den Rhein entlang gegangen.

o Gehen Sie immer diesen Weg entlang. Nach 5 km erreichen Sie schon das nächste Dorf.
o Fahren Sie den Königsweg entlang bis zur zweiten Kreuzung, biegen Sie dann rechts ab.

1
Präpositionen mit Dativ

1) Was man über Präpositionen mit Dativ wissen sollte.

Folgende Präpositionen fordern den Dativ:

ab aus bei mit nach seit von zu

• ab Einsatz: lokale und temporale Angaben

o Ab dem 01. September ändern sich unsere Preise.

o Die günstigen Sommerfahrkarten sind ab Montag bundesweit gültig.

o Die Reise ist inklusive Zugfahrt ab Aachen gebucht worden.

• aus Einsatz: lokale und temporale Angaben, Materialangaben, Verhaltensweisen


o Um wie viel Uhr kommt Martina aus der Schule?

o Der Ring ist aus reinem Gold. Er stammt aus dem 12. Jahrhundert.
o Er hat sie aus Liebe geheiratet, sie ihn aus einer Laune heraus.

• bei Einsatz: lokale Angaben, Gleichzeitigkeit, Redewendungen


o Ihr Mann verschwand bei Nacht und Nebel.
o Gestern war ich bei Herrn Mauser. Unsere Mitarbeiterin Frau Saum war auch bei ihm.

o Es sind beim Spülen zwei teure Sektgläser kaputt gegangen.

• mit Einsatz: Gegenteil von "ohne", Angabe eines Zusammenhangs, - einer Art und Weise, - eines Mittels
o Diese Arbeit kann man nur mit viel Geduld und Spucke schaffen.

o Diese Häuser werden mit Gas beheizt.


o Er fährt immer mit dem Auto zur Arbeit, seine Frau dagegen mit dem Bus.

• nach Einsatz: lokale und temporale Angaben, auch nach Adverbien

o Nach dem Unterricht gehen alle gemeinsam in die Mensa.


o Die Möllers fahren im Urlaub mal wieder nach Spanien.

o Zum Bahnhof müssen sie die nächste Straße nach links abbiegen.

• seit Einsatz: temporale Angaben

o Seit seiner Hochzeit mit Ludwina ist Georg nicht wieder zu erkennen.
o Seit seiner Ankunft in Deutschland ist der Student auf Wohnungssuche.

o Ich habe Jochen seit Monaten nicht mehr gesehen.

• von Einsatz: lokale und temporale Angaben, anstelle eines Genitivattributs

o Sylvia kommt soeben vom Zahnarzt.


o Ist das Michaels Auto oder ist es von Peter?

o Von Montag bis Mittwoch muss ich beruflich nach Stuttgart fahren.

• zu Einsatz: lokale und temporale Angaben, Zahlenangaben, feste Wendungen, Finalsätze

o Schalke hat gegen Köln 0:2 verloren. (null zu zwei).


o Du siehst sehr krank aus. Geh lieber schnell zum Arzt.

o Zu Weihnachten schenken wir unseren Kindern je ein neues Fahrrad.

1
Wechselpräpositionen
1) Was man über Wechselpräpositionen wissen sollte.
Wechselpräpositionen fordern manchmal den Dativ, manchmal den Akkusativ.
• Der Akkusativ wird verlangt, wenn das Verb eine Orts- bzw. Richtungsänderung anzeigt. Das
Fragewort dazu lautet "wohin".
• Der Dativ wird verlangt, wenn das Verb eine Ergänzung mit lokaler Bedeutung hat, das nach
einem Ort fragt. Das Fragewort dazu lautet "wo".
Es gibt folgende Wechselpräpositionen:

an auf hinter in neben über unter vor zwischen

Präposition wohin + Akkusativ wo + Dativ

an Peter hängt das Bild an die Wand. Jetzt hängt das Bild an der Wand.

auf Gerda legt das Buch auf den Tisch. Jetzt liegt das Buch auf dem Tisch.

hinter Guido stellt sich hinter den Stuhl. Jetzt steht Guido hinter dem Stuhl.

in Kai steckt das Geld in die Tasche. Das Geld ist jetzt in der Tasche.

neben Klaus setzt sich neben Michaela. Jetzt sitzt Klaus neben ihr.

über Er hängt die Lampe über den Tisch. Jetzt hängt sie über dem Tisch.

unter Der Hund legt sich unter den Tisch. Jetzt liegt der Hund unter dem Tisch.

vor Luis stellt sich vor das Fenster. Jetzt steht er vor dem Fenster.

zwischen Er setzt sich zwischen zwei Frauen. Jetzt sitzt er zwischen ihnen.

Der Einsatz der Wechselpräpositionen ist von bestimmten Verben abhängig. Siehe dazu folgende Links:
• Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung
• Verben mit Situativ-Ergänzung
• Verben mit Direktiv-Ergänzung
Einige Wechselpräpositionen können auch temporale Angaben anzeigen. Das Fragewort dazu lautet
"wann". Auf eine Frage mit "wann" folgt immer der Dativ.
Folgende Wechselpräpositionen zeigen temporale Angaben an:

Präposition wann + Dativ

Am Montag sind die Ferien leider schon wieder zu Ende.


an
Herr Hammerbruchhausen ist am 12.04.1952 in Siersdorf geboren.

Im September wollen wir in die Dominikanische Republik fliegen.


in Im Sommer ist es hier doch am schönsten.
Meine Eltern wollen mich in drei Wochen besuchen kommen.

unter Mein Mann musste unter der Woche sehr viel arbeiten.

Über Weihnachten wollen wir in den Schwarzwald fahren.


über
Wie jedes Jahr kommen uns unsere Eltern über Ostern besuchen.

Vor dem Essen waschen sich alle Kinder die Hände.


vor
Der Patient wird noch vor dem Wochenende operiert werden.

Zwischen den Monaten April und Juni muss noch viel gearbeitet werden.
zwischen
Herr Kiesling wird zwischen drei und vier Uhr erwartet.

1
Präpositionen mit Genitiv

1) Was man über Präpositionen mit Genitiv wissen sollte.

Es gibt sehr viele Präpositionen mit Genitiv, von denen die meisten hauptsächlich in der Verwaltungssprache

benutzt werden. Die gebräuchlichsten Präpositionen können nach ihrem Gebrauch wie folgt unterteilt werden:

• Temporale Angaben
o Außerhalb der Sprechstunden wenden Sie sich bitte an den Notdienst.

o Die Rechnung ist binnen der nächsten 10 Tage zu begleichen.


o Die Kinder waren während der Sommerferien bei ihren Großeltern auf dem Land.

o Viele Hausfrauen arbeiten zeit ihres Lebens für ihre Familien.

• Lokale Angaben

o Abseits der Großstädte kann man eine wunderschöne Landschaft kennen lernen.
o Der Schiedsrichter sah das Foulspiel außerhalb des Strafraums und gab daher keinen
Elfmeter.

o Die Zuschauer sahen das Foulspiel innerhalb des Strafraums und pfiffen den Schiedsrichter

aus.
o Jenseits der Gebirgskette beginnt die Sandwüste.
o Oberhalb der Stadt steht eine alte Ruine aus dem Mittelalter.

o Etwas unterhalb des Dorfes gibt es einen sehr schönen Mischwald.

• Kausale Angaben

o Aufgrund mehrerer ihm nachgewiesenen Diebstähle erhielt der Mitarbeiter die fristlose
Kündigung.
o Infolge Trunkenheit am Steuer gab es im Beobachtungszeitraum erneut mehrere
Verkehrsunfälle mit Todesfolge.

o Kraft meines Amtes erkläre ich hiermit Herrn Johnson zu meinem Stellvertreter.
o Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren mangels Beweisen ein.

o Gegen den Vorgesetzten wird wegen des Verdachts auf Körperverletzung ermittelt.

• Konzessive Angaben
o Trotz der roten Zahlen blickt das Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft.

o Ungeachtet der aufkommenden Proteste will das Unternehmen ca. 10.000 Stellen
auslagern.

• Alternative Angaben
o Anstatt einer Haftstrafe erhielt der Angeklagte eine empfindliche Geldstrafe.

o Anstelle des Krimis wird heute Abend eine Komödie mit Steve Miller gezeigt.

o Statt einer kostenintensiven Renovierung wird ein kompletter Neubau vorgezogen.

1
Lokale Präpositionen

1) Was man über lokale Präpositionen wissen sollte.

Lokale Präpositionen können eine Antwort auf die Fragen wo, wohin und woher geben. Die genannten drei
W-Fragen hängen wiederum von bestimmten Verben ab. Siehe dazu:

• Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung

• Verben mit Situativ-Ergänzung

• Verben mit Direktiv-Ergänzung

Auf welche W-Frage welche Präposition mit welchem Kasus möglich ist, zeigt folgende Tabelle auf:

Präposition mit Wohin? Wo? Woher?

an ... entlang, um,


Akkusativ bis, durch, entlang, gegen, um
um ... herum

ab, bei, gegenüber,


Dativ nach, zu aus, von
von ... aus, zu Hause

Genitiv außerhalb, innerhalb

Wechselpräpositionen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen

• Für die Wechselpräpositionen gilt: wohin + Akkusativ wo + Dativ


• Für die Präposition gegenüber gilt:
Bei Nomen kann "gegenüber" vor oder hinter dem Bezugswort stehen.
Gegenüber der Kirche ist ein Park.
Der Kirche gegenüber ist ein Park.
Bei Pronomen muss "gegenüber" hinter dem Bezugswort stehen.
Gestern saß Herr Melsungen mir gegenüber
• Die Präposition entlang steht hinter dem Bezugswort!
Am Sonntag sind wir drei Stunden den Rhein entlang spaziert.

2) Präpositionen, die auf die Frage "wohin" eine Antwort geben können.

• bis zeigt einen Endpunkt an. Wenn der Endpunkt mit Artikel benutzt wird, wird "bis" mit einer zweiten

Präposition ergänzt. Diese zeigt dann den Kasus an.

o Bis wohin fährt dieser Zug? - Dieser Zug fährt nur bis Dortmund.
o Können Sie mich bis zum Bahnhof mitnehmen? - Ich fahre nur bis zur Kirche.
o Wie weit ist es bis zur Post? - Bis zur Post sind es zu Fuß etwa 10 Minuten.
o Wie weit ist es bis nach Hamburg? - Bis nach Hamburg sind es circa 200 km.

o Wir wollen bis ans Ende der Welt fahren.

• durch gibt eine Bewegung durch "etwas" an.

o Wodurch fährt der Zug? - Er fährt durch einen Tunnel.

o Peterle zieht es vor, durchs Fenster zu klettern, statt durch die Tür zu gehen.
o Deine Frau ist sehr neugierig. Sie schaut öfters durchs Schlüsselloch.

1
• entlang zeigt eine parallele Bewegung an und entspricht dem Verb "folgen". Entlang steht immer hinter

dem Bezugswort.

o Gehen Sie immer den Weg entlang bis zur Kreuzung. Dann gehen Sie rechts.
o Sonntags laufen wir manchmal mehrere Stunden den Fluss entlang.
o Fahren Sie die Straße entlang bis zur Ampel. Biegen Sie dann links ab.

• gegen schließt eine Bewegung mit einem Kontakt ab.

o Der Autofahrer fuhr mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Autobahnbrücke.


o Wogegen hat er getreten? - Er hat immer gegen die Autotür getreten.
o Der Betrunkene ist doch tatsächlich gegen einen Laternenpfahl gelaufen und hat sich dann
noch dafür entschuldigt.
• um gibt eine kreisende Bewegung an.
o Gehen Sie dahinten um die Ecke. Da sehen Sie schon den Markt.
o Gestern habe ich 50 Runden um den Sportplatz gedreht.
o Wir wollen morgen um den Rursee. Möchtest du mitkommen?

• nach benutzt man bei einem Ortswechsel bei: Städten, Ländern ohne Artikel, Kontinenten,

Himmelsrichtungen, Richtungsangaben mit Adverbien

o Die Belegschaft macht morgen einen Ausflug nach Heidelberg.


o In den Sommerferien wollen unsere Kinder nach Spanien fahren.
o Einige meiner Freunde sind nach Amerika ausgewandert.
o Im Herbst fliegen die Zugvögel wieder nach Süden.
o Ich bin müde. Ich gehe jetzt nach Hause.
o Fahren / Gehen Sie nach links (rechts, unten, oben, Osten, Westen, ...)

• zu benutzt man bei einem Ortswechsel bei: Personen, Angaben eines Ziels, Plätzen und Ortsangaben mit

Artikel, kurzfristige Erledigungen.

o Heute Abend bin ich bei einem Arbeitskollegen eingeladen. Kommst du mit zu ihm?
o Ich gehe zu Peter (zum Arzt, zum Bäcker, zum Chef, zum Friseur, zum Metzger, zu Dr.
Hansen, zu einer Freundin, zu einem Freund, zu einem Mitschüler, ...)
o Wie kommt man schnell zum Bahnhof (zur Bank, zur Kasse, zur Kirche, zum Markt, zur Polizei,
zur Post, zum Rathaus, zum Schalter, zur Uni, zum Zug, ...).
o Ich fahre / gehe / komme zu der Insel (zu dem Maiball, zu der Party, zur Taufe, ...).
o Kommst du ... mit / Gehst du zum Essen (zum Baden, zum Tanzen, Fußball spielen?)

• an benutzt man für Reisen an ein Gewässer, Bewegungen mit einem natürlichen Ende

o Wir gehen / fahren an den See (an den Atlantischen Ozean, an den Fluss, ans Meer, ans
Mittelmeer, an die Mosel, an den Rhein, an die Ostsee, an den Strand ...
o Stell die Leiter an die Wand (an den Baum, ans Fenster, an die Mauer).

• auf benutzt man für öffentliche Gebäude und Plätze, ländliche Regionen, Inseln / Inselgruppen

o Ich gehe auf die Bank (auf den Bahnhof, auf den Balkon, auf den Berg, auf den Hof, auf ein
Konzert, auf den Marktplatz, auf eine Party, auf die Post, aufs Rathaus, auf den Spielplatz, auf
die Straße, auf die Terrasse).
o Am Wochenende fahren wir immer aufs Land. Die Luft ist dort viel besser.
o Wir fliegen / fahren auf die Bahamas (auf eine Insel).

2
• in benutzt man für regelmäßige oder längere Aufenthalte in einem Gebäude, Ortsangaben, Regionen,

Landschaften, Gebirge, Länder mit Artikel, Bewegung in einen geschlossenen Raum hinein,

Straßennamen

o Ich gehe in die Schule (ins Büro, in die Bücherei, ins Café, in die Disko, in die Fabrik, ins
Geschäft, ins Kino, in die Kirche, ins Krankenhaus, ins Museum, ins Restaurant, ins Theater, in
die Uni, in die Vorlesung, in den Zoo,...).
o Ich fahre in die Türkei, (in die Bundesrepublik Deutschland, in den Iran, in den Libanon, in die
Niederlande, in die Schweiz, in die USA, ...).
o Ich fahre ins Ausland (in die Alpen, in die Berge, ins Gebirge, in die Stadt, ...).
o Ich gehe ins Haus (ins Bad, ins Bett, in den Garten, ins Hotel, in den Keller, in den Park, ins
Zimmer,...).
o Fahren Sie in die Merowingerstraße hinein und suchen sich dort einen Parkplatz.

3) Präpositionen, die auf die Frage "wo" eine Antwort geben können.

• an ... entlang zeigt eine Längsrichtung neben einer Begrenzung an.

o An dem Rhein entlang stehen viele Burgen aus dem Mittelalter.


o An der Straße entlang wird ab September ein Radweg gebaut.

• um und um ... herum zeigt etwas rund um einen Gegenstand, Platz oder Ort an.

o In vielen kleinen Dörfern wird am 1. Mai um den Maibaum herum getanzt.


o Abends saßen wir in einem Kreis um einen alten Holztisch und spielten Karten.

o Um das Schloss herum wurde nach seiner Fertigstellung ein Wassergraben angelegt.

• ab zeigt einen Ausgangspunkt an.

o Ab wo habt ihr die Reise gebucht? - Ab Frankfurt. Die Zugreise ist nicht inklusive.

o Bis Köln waren viele kleine Staus. Ab Köln war dann die Autobahn frei.

• bei benutzt man zur Ortsangabe bei: Angaben in der Nähe von, einem Aufenthalt bei Personen,

Arbeitsplätzen

o Die kleine Stadt Namens Garching liegt im Bundesstaat Bayern bei München.
o Bei mir zuhause war gestern der Teufel los.
o Gestern war ich beim Arzt. (beim Chef, bei dir / ihr / Ihnen, bei Peter / Petra, bei Herrn Nuss,

beim Bäcker, bei einem Freund, beim Friseur, ... ).


o Er arbeitet bei der Post. (bei Aldi, bei der Telekom, bei Siemens, ...)

• gegenüber kann bei einem Nomen vor oder hinter dem Bezugswort stehen. Ist das Bezugswort ein

Pronomen, steht es dahinter.

o Ihnen gegenüber sitzt Herr Schillerhaus aus Hintertupfingen.

o Die Post liegt direkt gegenüber der Sparkasse.

3
• von ... aus gibt einen Beginn eines Ausgangspunktes an.

o Von diesem Berg aus haben Sie einen wunderschönen Blick ins Tal.
o Von wo aus kann man das Meer erblicken? - Von der Düne dort aus.

o Von der französischen Atlantikküste aus kann man England sehen.

• zu Haus(e) gibt den eigenen Wohnort / die eigene Wohnung oder das eigene Haus an.

o Am Wochenende bleibe ich bei diesem Wetter zu Hause.

o Ich fahre nicht in Urlaub. Bei mir zu Hause ist es doch am schönsten.

• außerhalb und innerhalb gibt an, ob sich etwas in oder aus einem begrenzten Raum befindet.

o Bei einem Foul außerhalb des Strafraums wird ein Freistoß gegeben.

o Bei einem Foul innerhalb des Strafraums wird ein Strafstoß gegeben.

• an benutzt man für Ortsangaben an Gewässer, Plätze, natürliche Begrenzungen

o Wir sind an einem See (an dem Atlantischen Ozean, an einem Fluss, am Meer, am Mittelmeer,
an der Mosel, am Rhein, an der Ostsee, am Strand ...

o Die Leiter steht an der Wand (am Baum, am Fenster, an der Mauer, an der Tafel, ...).
o Wir treffen uns am Kino. (an der Bushaltestelle, an der Ecke Leopoldstraße Heinrichsallee, am

Markt, an der Schule, am Theater, ...)


o Die Katze liegt am Fenster (an der Heizung, am Ofen, ...)

• auf benutzt man für öffentliche Gebäude und Plätze, eine ländliche Region, Inseln / Inselgruppen

o Ich bin auf der Bank (auf dem Bahnhof, auf dem Balkon, auf dem Berg, auf dem Hof, auf
einem Konzert, auf dem Marktplatz, auf einer Party, auf der Post, auf dem Rathaus, auf dem

Spielplatz, auf der Straße, auf der Terrasse, ...).


o Am Wochenende sind wir immer auf dem Land. Die Luft ist dort viel besser.

o Wir sind auf den Bahamas (auf einer Insel, auf einer Inselgruppe).

• in benutzt man für regelmäßige oder längere Aufenthalte in einem Gebäude, Ortsangaben, Regionen,

Landschaften, Gebirge, Länder mit Artikel, Bewegung in einen geschlossenen Raum hinein,

Straßennamen

o Ich bin in der Schule (im Büro, in der Bücherei, im Café, in der Disko, in einer Fabrik, im
Geschäft, im Kino, in der Kirche, im Krankenhaus, im Museum, im Restaurant, im Theater, in
der Uni, in der Vorlesung, im Zoo,...).

o Ich bin in der Türkei (in der Bundesrepublik Deutschland, im Iran, im Libanon, in den
Niederlanden, in der Schweiz, in den USA, ...).

o Ich arbeite im Ausland (in den Alpen, in den Bergen, im Gebirge, in der Stadt, ...).

o Ich bleibe im Haus (im Bad, im Bett, im Garten, im Hotel, im Keller, im Park, im Zimmer, im
Zelt, ...).

o Ich wohne in der Merowingerstraße.

4
4) Präpositionen, die auf die Frage "woher" eine Antwort geben können.

Auf die Frage "woher" gibt es nur zwei mögliche Präpositionen:

Die Präposition aus wird benutzt, wenn man auf eine Wo-Frage mit "in" antworten kann.

Die Präposition von wird benutzt, wenn man auf eine Wo-Frage mit "an, auf, bei, zu" antworten kann.

• aus gibt eine Herkunft oder eine Bewegung aus einem Raum (wo? = in) heraus an.

o Woher kommt der Student? - Ich glaube, er kommt aus Korea. (Belgien, China, dem Iran, den

Niederlanden, der Schweiz, Spanien, der Türkei, den USA, ...)


o Wann kommt sie aus der Schule? (dem Bad, dem Garten, dem Kino, der Kirche, dem Konzert,

dem Krankenhaus, der Küche, dem Theater, dem Zimmer, ...)


o Die Fische kommen aus dem Meer, aber das Mädchen vom Meer.

o Ein Neugeborenes kommt aus dem Mutterleib. Aber die Nase hat es vom Vater.

• von gibt einen Ausgangspunkt einer Bewegung an.

o Ich komme gerade vom Strand. (vom Fluss, vom Meer, von der Donau, vom See, .)
o Er kommt soeben von der Bank. (von der Polizei, von der Post, vom Rathaus, ...)
o Wir kommen gerade vom Spielplatz. (vom Dachboden, von der Straße, von der Terrasse, ...)
o Wann kommt ihr vom Schwimmen zurück? (von der Arbeit, vom Essen, vom Fußball spielen,

vom Tanzen, ...)


o Hans kommt soeben von Inge. (von einem Ausflug, vom Arzt, vom Bäcker, vom Chef, vom

Friseur, vom Metzger, von seiner Mutter, ...)

Soll statt eines Aufenthaltsortes ein Ausgangspunkt einer Bewegung stärker betont werden, wird "von" benutzt.

• Woher kommt der Student? - Ich glaube, aus Bochum.


• Woher kommst du gerade? - Ich komme soeben mit dem Auto von Bochum.
• Woher sind die Tomaten? - Aus meinem Garten.

• Komm bitte nicht so spät vom Garten zurück. Wir wollen rechtzeitig essen.

Siehe auch: Die W-Fragen "wohin", "wo" und "woher" im Vergleich

5
Temporale Präpositionen
1) Was man über temporale Präpositionen wissen sollte.

Temporale Präpositionen können eine Antwort auf die Fragewörter wann, bis wann, seit wann, von wann
bis wann, um wie viel Uhr und wie lange geben. Man unterscheidet:

• Zeitdauer

Eine Zeitdauer gibt einen Zeitraum an, der einen Anfang und ein Ende hat. Die W-Fragen dazu lauten
"bis wann", "seit wann", "von wann bis wann" oder "wie lange".

• Zeitpunkt

Ein Zeitpunkt gibt eine genaue Zeit an. Die W-Fragen dazu lauten "wann" oder "um wie viel Uhr".

Kasus W-Frage Präposition Zeitdauer Zeitpunkt

Akk für wie lange für zukünftiger Zeitraum

wann
ungenaue Tageszeit
Akk um wie viel gegen
ungenaue Uhrzeit
Uhr

um wie viel
genaue Uhrzeit
Akk Uhr um
ungenaue Zeitangabe
wann

Akk wie lange über Zeitraum

wann ab, Beginn in der Gegenwart


Dativ
ab wann von ... an Beginn in der Zukunft

Datum
Tag
Dativ wann an
Tageszeit
Feiertag

Dativ wann aus zeitliche Herkunft

wann
Dativ bei Gleichzeitigkeit Gleichzeitigkeit
wobei

Dativ bis wann bis (zu) Endpunkt

Tage
Woche
Monat
Dativ wann in Jahreszeiten
Jahrhundert
zukünftiges
Zeiträume

etwas nach etwas


Dativ wann nach
anderem tun

Beginn in der Vergangenheit und


Dativ seit wann seit
Dauer bis zur Gegenwart

von wann
Dativ von ... bis Beginn und Ende
bis wann

etwas vor etwas


Dativ wann vor
anderem tun

Dativ wann zwischen Beginn und Ende

Genitiv wann außerhalb Zeitraum

Genitiv wann innerhalb Zeitraum

Genitiv wann während Zeitraum

1
2) Temporale Präpositionen, die eine Zeitdauer anzeigen.
• für (+ Akkusativ) gibt einen zukünftigen Zeitraum an. W-Frage = (für) wie lange?
o Wie lange bleiben Sie in Kiel? - Ich bleibe nur für drei Tage in Kiel.
o Herr Knuttermäulchen ist gestern für zwei Wochen nach Japan geflogen.
• über (+ Akkusativ) gibt einen Zeitraum an. W-Frage = wann?
o Wir wollen übers Wochenende zu unseren Freunden nach Klagenfurt fahren.
o Über die Karnevalstage soll es laut Wetterbericht stürmisch werden.
• ab und von ... an (+ Dativ) gibt einen gegenwärtigen oder zukünftigen Zeitraum mit einem
festgelegten Beginn an. Das Ende bleibt dabei offen. W-Frage = ab wann
o Ab kommender Woche ist Herr Hansel für drei Wochen nicht mehr zu erreichen.
o Von kommendem Montag an gelten neue gesetzliche Regelungen im Erbschaftsrecht.
o Ab wann ist Frau Junkelwitsch in Urlaub? - Ab dem 14.08.
• bei (+ Dativ) gibt eine Gleichzeitigkeit an. W-Frage = wann?
o Beim Essen sollen die Kinder nicht schmatzen.
o Die Kinder müssen lernen, beim Tauchen die Luft anzuhalten.
o Erich hat seine Frau beim Wandern kennen gelernt.
• bis (zu) gibt einen Endpunkt eines Zeitraums an. (bis + Akkusativ, wenn Nomen ohne Artikel, bis zu +
Dativ, wenn Nomen mit Artikel) W-Frage = bis wann?
o Die Abschlussfeier dauerte bis zum Morgengrauen.
o Unsere Gäste wollen nur noch bis Freitag bleiben.
o Bis wann brauchst du den Wagen? - Ich brauche ihn bis einschließlich Freitag.
• seit (+ Dativ) gibt einen Zeitraum an, der in der Vergangenheit begonnen hat und bis zur Gegenwart
andauert und wahrscheinlich noch länger andauern wird. Das Verb wird stets im Präsens gebraucht! W-
Frage = seit wann? / wie lange
o Seit wann sind Sie in Deutschland? - Seit September 2006.
o Wie lange wartest du schon hier? - Seit mindestens einer halben Stunde.
o Alfons hat seit dem Tod seiner Frau große Alkoholprobleme.
• von ... bis (zu) (+ Dativ) gibt einen Zeitraum mit genauem Beginn und Ende an. W-Frage = von wann
bis wann?
o Unsere Praxis bleibt in den Sommerferien vom 12.08. bis zum 05.09. geschlossen.
o Unsere Sprechstunden sind donnerstags nur von 9:00 Uhr bis 12:30 Uhr.
o Gestern hat es von morgens bis abends geregnet.
• zwischen (+ Dativ) gibt einen Zeitraum mit Beginn und Ende an. W-Frage = wann?
o Zwischen den Monaten Mai und August hat es in diesem Jahr kaum geregnet.
o Wann kommt Ihr Mann nach Hause? - Er kommt gewöhnlich zwischen 6:00 Uhr und 7:00
Uhr nach Hause.
o Zwischen dem 05.08. und dem 08.08. bleibt die Zahnarztpraxis geschlossen.
• außerhalb (+ Genitiv) W-Frage = wann
o Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich bitte an den Notdienst.
o Außerhalb der Saison trifft man hier nur wenige Touristen an.
• innerhalb (+ Genitiv) W-Frage = wann
o Zahlen Sie bitte die Rechnung innerhalb eines Monats.
o Innerhalb von nur einer Woche verursachte der Kraftfahrer vier Unfälle.
• während (+ Genitiv) w-Frage = wann
o Das Kind sitzt während des ganzen Tages zu Hause vor dem Fernseher.
o Während des ganzen Sommers gab es hier keine Niederschläge.

2
3) Temporale Präpositionen, die einen Zeitpunkt anzeigen.

• gegen (+ Akkusativ) gibt einen ungenauen oder ungefähren Zeitpunkt an, oft ist es eine ungefähre

Uhrzeit.

o Wann kommst du etwa wieder? - So gegen 20:00 Uhr.

o Wie viel Uhr ist es? - Ich weiß es nicht genau. Es müsste so gegen 16:00 Uhr sein.

• um (+ Akkusativ) gibt eine genaue Uhrzeit an und eine ungefähre Zeitangabe mit Jahreszahl.

o Der Zug fährt um 17:34 Uhr vom Frankfurter Hauptbahnhof ab.

o Um wie viel Uhr beginnt der Film? - Um 22:20 Uhr.


o Laut einiger Aufzeichnungen wurde die Stadtmauer nur zum Teil um 1400 gebaut.

• an (+ Dativ) gebraucht man für Tage, Datum, Tageszeiten und Feiertage

o Wann kommt Vater endlich von der Reise zurück? - Am kommenden Freitag.
o Am wievielten ist Muttertag? - Muttertag ist am13.05.
o Wann ist dein Vater geboren? - Er ist am 16.11.1955 geboren.

o Fliegt ihr am Vormittag? - Nein, erst am Nachmittag gegen 16 Uhr.


o Am Abend soll es laut Wettervorhersage schon wieder Dauerregen geben.

o An Pfingsten nimmt unser Sohn an ein internationales Schwimmturnier teil.

• aus gibt eine zeitliche Herkunft an.

o Das Schwert stammt aus dem 12. Jahrhundert.


o Diese Knochen dürften aus dem Altpaläolitikum stammen.

• bei (+ Dativ) gibt eine Gleichzeitigkeit an

o Bei Tagesanbruch kann man viele Vögel zwitschern hören.


o Am liebsten gehe ich bei Sonnenuntergang spazieren.

• in (+ Dativ) gibt einen unbestimmten Zeitpunkt in einem definierten Zeitraum an. Dazu gehören

Wochen, Monate, Jahreszeiten, Jahrzehnte, Zeiträume und zukünftiges.

o Wir schreiben heute in einer Woche einen Grammatiktest.

o Im September fliegen wir für vier Wochen nach Venezuela.

o Im Sommer möchten unsere Kinder nach Spanien fahren.


o In den 70er Jahren wurden viele Rockbands weltberühmt.
o In den kommenden Wochen gibt es noch sehr viel zu tun.

o In der letzten Zeit benimmt sich Benjamin sehr seltsam.

• nach (+ Dativ) gibt an, was nach einem Ereignis passiert.

o Was machst du nach dem Unterricht? - Ich gehe in die Mensa.


o Nach dem 2. Weltkrieg galt es, die politische Ordnung wieder herzustellen.

• vor (+ Dativ) gibt einen Zeitpunkt oder einen Beginn an, dessen Geschehen vor einem Ereignis passiert.

o Vor dem Essen waschen sich alle Kinder die Hände.


o Vor den Bundestagswahlen erhalten alle Wahlberichtigten einen Wahlschein.

3
4) Zeitausdrücke als Angabe mit Akkusativ

Einige Zeitausdrücke können auch ohne Präposition gebraucht werden. Dabei handelt es sich um Angaben der

Zeit, die im Akkusativ stehen.

• Jahreszahlen
o 1988 hat meine Tochter geheiratet.
o 2002 wurde erstmals der Euro als Bargeld im Umlauf gebracht.

• Ausdrücke mit Anfang, Mitte, Ende


o Die Schwimmbäder in der Region werden Anfang Mai geöffnet.

o Elke und Fabio wollen Mitte des Jahres heiraten.


o Ende der Woche wollen wir übers Wochenende nach Stuttgart fahren.

• Ausdrücke mit vorige, diese und nächste


o Voriges Jahr hatte Herr Tiefenschnabel wegen Trunkenheit am Steuer einen schweren

Verkehrsunfall verursacht.
o Meine Tochter will noch diesen Monat ihren Führerschein machen.

o Hoffentlich läuft es bei Ihnen nächstes Jahr finanziell besser.

4
Fragewörter

1) Was man über Fragewörter wissen sollte.

Wenn "etwas" unbekannt ist, so muss man danach fragen. Man kann nach einem ganzen Satzinhalt fragen oder

nur nach einem bestimmten Satzteil. Demnach werden zwei Fragesätze unterschieden:

• In einer Entscheidungsfrage, auch Ja-/ Nein- Frage genannt, möchte die fragende Person von

seinem Gesprächspartner eine Zustimmung oder eine Ablehnung zu seiner Frage erhalten. Die Antwort

lautet entweder ja, doch oder nein. In einer Ja-/ Nein- Frage steht das Verb immer auf Position 1,

das Subjekt auf Position 2.

Ja-/Nein- Frage - Antwortsatz

Position 1 / Verb Pos. 2 / Subjekt Satzende - Ja / Nein, Aussagesatz

Liebst du mich? - Ja, ich liebe dich.

Liebt er dich nicht? - Doch, er liebt mich.

Kocht ihr Suppe? - Nein, wir kochen Eier.

• Die Ergänzungsfrage, auch W-Frage genannt, ist eine offene Frage, das heißt, dass die fragende

Person Informationen zu einem Sachverhalt wünscht. Jede W-Frage fragt nach einem bestimmten

Zweck. So können sie nach einer Ergänzung, einem Ort, einem Zeitpunkt, einer Zeitdauer, einem Zweck

usw. fragen. In einer W-Frage steht das Fragewort immer auf Position 1, das Verb auf Position 2 und

das Subjekt auf Position 3.

W-Frage - Antwortsatz

Position 1 / W-Frage Pos. 2 / Verb. Satzende - Information

Wie heißen Sie? - Erich Kuckelkorn.

Wo wohnen Sie? - In Oberdillingen.

Was machen Sie hier? - Ich spioniere.

1
2) Übersicht der möglichen W-Fragen
• W-Fragen, die nach Kasus und Verbergänzungen fragen.

Ergänzung W-Frage Verb Subjekt Satzende - Aussage

Nominativ Wer sind Sie? - Herman Lapdak.

Nominativ Was ist das? - Ein Tisch.

Akkusativ Wen liebst du? - Nur dich.

Akkusativ Was putzt du gerade? - Meine Schuhe.

Dativ Wem gehört das Geld hier? - Natürlich mir.

Genitiv Wessen Uhr ist das? - Das ist Utes Uhr.

Situativ Wo ist die Uhr? - Auf dem Tisch.

Direktiv Wohin fährt Hilde jetzt? - Zur Uni.

Direktiv Woher kommt Josè? - Aus Mexiko-Stadt.

Präpositional Mit wem hat Erik getanzt? - Mit Rosemarie.

Präpositional Woran denkst du oft? - An die Prüfung.

• W-Fragen, die nach einer Handlung, einer Tätigkeit oder nach dem Verb fragen.

Ergänzung W-Frage Verb Subjekt Satzende - Aussage

Tätigkeit Was machst du gerade? - Ich lese.

Tätigkeit Was hat Paula gemacht? - Sie hat gearbeitet.

Sachverhalt Was ist mit ihm los? - Er hat Liebeskummer.

Handlung Was ist gestern passiert? - Kai ist hingefallen.

Handlung Was ist gestern geschehen? - Alfons ist gestorben.

Interesse Was interessiert Markus? - Das andere Geschlecht.

Interesse Was wollte er wissen? - Ob du verheiratet bist.

• W-Fragen, die nach dem Tempus fragen. Siehe auch: Adverbien und temporale Präpositionen

Adv. / Erg. W-Frage Verb Subjekt Satzende - Aussage


temporal Wann kommt der Zug? - Gleich.

temporal Wie lange bleibst du dort? - Fünf Tage.

temporal Für wie lange verreisen Sie? - Für zwei Wochen.

temporal Wie oft gehst du schwimmen? - Jeden Tag.

temporal Ab wann sind Sie in Urlaub? - Ab nächster Woche.

temporal Bis wann habt ihr gefeiert? - Bis zum Morgen.

temporal Seit wann rauchen Sie nicht mehr? - Seit sieben Jahren.

temporal Von wann bis wann müssen Sie arbeiten? - Von 7 - 18 Uhr.

Uhrzeit Wie viel Uhr ist es jetzt? - Genau 11:53 Uhr.

Uhrzeit Wie spät ist es? - 5 nach 12.

Uhrzeit Um wie viel Uhr fängt der Film an? - Um 20:15 Uhr.

2
• W-Fragen, die nach dem Ort oder einer Richtung fragen. Siehe auch: Lokale Adverbien

Adv. / Erg. W-Frage Verb Subjekt Satzende - Aussage

Ort Wo ist der Käse? - Im Kühlschrank.

Richtung Wohin gehst du? - Nach oben.

Herkunft Woher hast du das Geld? - Von Papa.

• W-Fragen, die nach dem Grund, der Ursache oder dem Zweck fragen. Siehe auch: Kausalsätze

Ergänzung W-Frage Verb Subj. Satzende - Aussage

kausal Warum liebst du mich nicht? - Weil du kein Geld hast.

kausal Weshalb machst du das? - Aus Neugier.

kausal Weswegen spielt Hans nicht mit? - Wegen einer Grippe.

kausal Wieso gehst du nach Hause? - Weil ich müde bin.

kausal Aus welchem Grund hast du ihn gehauen? - Aus Rache.

final Wozu macht Rita sich hübsch? - Um den Männern zu gefallen.

• Die Interrogativartikel

Ergänzung W-Frage Verb Subjekt Satzende - Aussage

Auswahl Welche Frau gefällt dir? - Die blonde.

Auswahl An welchem Kurs sind Sie interessiert? - An dem Grundkurs.

Auswahl Mit welchem Auto seid ihr gefahren? - Mit meinem.

Qualität Was für Autos gefallen dir eigentlich? - Schnelle.

Qualität Mit was für einem Auto seid ihr gefahren? - Mit einem Audi.

Qualität An was für ein Geschenk haben Sie gedacht? - An ein teures.

• Die Wie-Fragen. Siehe auch: Modalsätze

Ergänzung W-Frage Verb Subjekt Satzende - Aussage

modal Wie geht es Ihrer Frau? - Danke, gut.

modal Wie geht es Ihrer Frau? - Ihr geht es besser.

Menge Wie viel verdienen Sie dabei? - Leider viel zu wenig.

Menge Wie viele Geschwister hat Ruth? - Ich glaube sieben.

Maße Wie weit ist es bis Ulm? - Ungefähr 25 km.

Maße Wie tief mag das Loch sein? - Vielleicht 50 m.

Maße Wie alt ist das Baby jetzt? - 6 Wochen.

Gewichte Wie schwer ist der Koffer? - 18 kg.

Prädikativ Wie ist das Bett? - Es ist bequem.

Adverbial Wie singt er? - Er singt schlecht.

Siehe auch: Indirekte Fragesätze

3
Der Kasus (die 4 Fälle)

1) Was man über den Kasus (= 4 Fälle) wissen sollte.

Man unterscheidet in der deutschen Sprache 4 Fälle (= vier Kasus):

Nominativ Akkusativ Dativ Genitiv

Die verschiedenen Fälle haben die Aufgabe, verschiedene Satzglieder im Satz unterscheidbar zu machen.
Einen Satz, der ohne einen Kasus zu nennen geäußert wird, kann man nur schwer oder gar nicht
verstehen, wie folgendes Beispiel zeigt:

• Die Frau der Mann leihen die Tochter der Koch der Wagen der Bruder.

Der Kasus zeigt einem Nomen seine Funktion innerhalb eines Satzes. Das Nomen sowie seine
Nomenbegleiter oder seine Stellvertreter (Pronomen) werden in den jeweiligen Funktionen dekliniert.

Nominativ + Genitiv Prädikat Dativ + Genitiv Akkusativ + Genitiv

Die Frau des Mannes leiht der Tochter des Kochs den Wagen des Bruders.

Der Nominativ hebt das Subjekt hervor. Das Subjekt kann jedoch nicht alleine stehen und ist von einem
Prädikat abhängig, das durch ein Verb ausgedrückt wird. Subjekt und Verb bilden zusammen eine Einheit
und zeigen Genus (maskulin, feminin, neutral) und Numerus (Singular, Plural) an. Die W-Frage lautet
"wer?" bei Personen und "was?" bei Sachen. Siehe auch:

• Verben
• Nominativ-Ergänzung
• Verbergänzung

Der Akkusativ bezeichnet ein "Objekt". Das Objekt kann eine Person oder Sache sein. Die W-Frage lautet
"wen?" bei Personen und "was?" bei Sachen. Den Akkusativ fordern (siehe folgende Seiten):

• transitive Verben
• Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung
• Verben mit Präpositional-Ergänzung + Akkusativ
• Präpositionen mit Akkusativ
• Wechselpräpositionen, die auf die Frage "wohin" eine Antwort geben.
• Angaben der Zeit mit Akkusativ

Der Dativ bezeichnet in den meisten Fällen eine Person, die an einem Geschehen beteiligt ist. Oft ist es ein
Empfänger einer Sache. Es gibt nur wenige Verben mit einer Dativ-Ergänzung. Diese sollte man lernen.
Die W-Frage lautet "wem?". Den Dativ fordern (siehe folgende Seiten):

• intransitive Verben
• Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung
• Verben mit Situativ-Ergänzung
• Verben mit Präpositional-Ergänzung + Dativ
• Wechselpräpositionen, die auf die Frage "wo" eine Antwort geben.
• Präpositionen mit Dativ

Der Genitiv tritt in einer Nomen-Nomen-Konstruktion auf und zeigt ein Besitzverhältnis an. Die W-Frage
lautet "wessen?". Darüber hinaus gibt es Präpositionen mit Genitiv. Siehe:

• Genitivattribut
• Präpositionen mit Genitiv

1
Negation (Verneinung)

1) Was man über die Negation (Verneinung) wissen sollte.


Die Negation verneint eine Aussage. Die Verneinung wird durch Negationswörter wie nicht, kein, weder ...
noch, nichts, niemand usw. ausgedrückt. Grundsätzlich kann man eine Aussage verneinen oder bejahen:

• Sind Sie Herr Peters? - Nein.


• Sind Sie Herr Schulz? - Ja.

Die Satznegation hingegen lautet nicht.

• Sind Sie Herr Peters? - Nein, der bin ich nicht. Mein Name ist Otto, Karl Otto.
• Sind Sie Herr Schulz? - Ja, ich bin Herr Schulz.

Auf eine negative Frage lautet die positive Antwort doch. Die negative Antwort bleibt unverändert.

• Sind Sie nicht Herr Peters? - Nein.


• Sind Sie nicht Herr Schulz? - Doch. (Ich bin Herr Schulz.)

2) Satznegation und Satzstellung von "nicht"


"Nicht" kann entweder einen ganzen Satz, ein Verb oder ein Nomen mit dem bestimmten Artikel negieren.

• "Nicht" wird ans Satzende gestellt.


o Schläfst du? - Nein, ich schlafe nicht.
o Kaufst du die Schuhe? - Nein, ich kaufe die Schuhe nicht.
o Leihst du mir morgen das Auto? - Nein, ich leihe dir morgen das Auto nicht.

• Steht ein Verb am Satzende, wird "nicht" vorgestellt. (trennbare Verben, Sätze mit Modalverben,

Infinitiven, Perfekt, Prädikativen)


o Rufst du Robert heute Abend an? - Nein, ich rufe ihn heute Abend nicht an.
o Hat der Dieb auch den Schmuck gestohlen? - Nein, den hat er nicht gestohlen.
o Könntest du die drei schweren Koffer tragen? - Nein, die kann ich leider nicht tragen.

• "Nicht" wird ebenfalls vor einer Präposition gestellt. (Präpositional-, Direktiv- und Situativ-
Ergänzung)
o Warten Sie auf den Zug nach Köln? - Nein, ich warte nicht auf den Zug nach Köln.
o Liegt das Buch auf dem Tisch? - Nein, es liegt nicht auf dem Tisch.
o Fährt Herr Maisenberg nach London? - Nein, er fährt nicht nach London.

• Steht die Präposition auf Position 1, wird "nicht" nicht vorgestellt, sondern steht wie gewohnt am
Ende. "Nicht" darf nicht auf Position 1 stehen!
o Warten Sie auf den Zug nach Köln? - Nein, auf den warte ich nicht.
o Liegt das Buch auf dem Tisch? - Nein, auf dem Tisch liegt es nicht.
o Fährt Herr Maisenberg nach London? - Nein, nach London fährt er nicht.

• Ebenso wird "nicht" vor modalen Angaben gestellt.


o Müssen Sie viel arbeiten? - Nein, ich muss nicht viel arbeiten.
o Ich hoffe für dich, dass du nicht vergebens auf ihn wartest.
o Mein Mann geht leider nicht gern tanzen.

1
3) Wortnegation mit "nicht"

Manchmal kommt es vor, dass nicht der ganze Satz negiert werden soll, sondern nur ein bestimmter Satzteil

(z.B.: Nominativ-, Akkusativ-, Dativ-Ergänzung oder Angaben). Das Negationswort "nicht" steht dann vor dem

Satzteil, das verneint werden soll. Meist wird zum negierten Satzteil mit "sondern" die Alternative angeboten.

Soll ein Satzteil negiert werden, wird "nicht sowie der negierte Satzteil" durch eine stärkere Betonung

sprachlich hervorgehoben. In diesen speziellen Fällen kann "nicht" auch auf Position 1 stehen.

• Nicht Carsten hat die Vase kaputt gemacht, sondern Michael.


• Kinder, ihr macht nicht nachher eure Hausaufgaben, sondern jetzt.
• Nicht sein Auto hat Udo mir geliehen, sondern das Auto seiner Freundin.
• Er hat nicht eine Flasche Bier getrunken, sondern gleich einen ganzen Kasten.
• Ich schenke nicht dir die Blumen, sondern deiner Frau.
• Du sollst die Heizung nicht ab, sondern aufdrehen.

"Nicht" kann auch ein Adjektiv, ein Partizip oder eine ganze Adjektivgruppe negieren. In diesen Fällen wird "nicht"

ebenfalls vor das Adjektiv gestellt.

• Der älteste Sohn von den Maiers hat sich in eine nicht eheliche Minderjährige verliebt.
• Der nicht gerade sehr intelligente Hubert hat kürzlich mal wieder viel Pech gehabt.
• Lieber Peter, willst du wirklich das nicht gebügelte weiße Hemd anziehen?

4) Negation mit "kein"


Die Negation eines Nomens mit bestimmten Artikel lautet "nicht".
Die Negation eines Nomens mit unbestimmten Artikel lautet "kein-".
Die Negation eines Nomens mit Nullartikel lautet "kein-".
Der unbestimmte Artikel wird demnach mit "kein-" verneint. Der Negationsartikel "kein-" wird wie der
unbestimmte Artikel dekliniert.
Achtung: Im Plural fällt der unbestimmte Artikel weg!! Der Plural hat jedoch einen Negativartikel!!!

Kasus Maskulinum Femininum Neutrum Plural

Nominativ kein keine kein keine

Akkusativ keinen keine kein keine

Dativ keinem keiner keinem keinen

Genitiv keines keiner keines keiner

• Ist das ein Auto? - Nein, das ist kein Auto, sondern ein Fahrrad.
• Ist das ein Tisch? - Nein, das ist kein Tisch, sondern eine Lampe.
• Sind das _ Tische? - Nein, das sind keine Tische, sondern _ Stühle. ( Plural !!! )
• Hat er eine Tochter? - Nein, er hat keine Tochter, sondern einen Sohn.

Steht das Zahlwort "eins" (Zahlwörter = eins, zwei, drei, ...) vor einem Nomen, wird es wie der unbestimmte
Artikel dekliniert. Das Zahlwort "eins" wird mit "nicht" negiert.

• Der reiche Herr Pumpelpumpe hat nicht eine Freundin, sondern gleich drei.
• Herbert hat nicht einen (zwei, drei, ...) Bruder (Brüder), sondern fünf.
• Herr Duddelbrubbel hat nicht ein Glas Bier getrunken, sondern elf Flaschen.

2
5) Andere Negationswörter

Auch bei den Indefinitpronomen und Adverbien gibt es bestimmte Negationswörter, denen bejahende Begriffe

gegenüberstehen. Folgende Tabelle gibt einen Überblick:

bejahend verneinend Beispiele


Hast du dort jemanden getroffen? -
Personen jemand niemand
Nein, dort habe ich niemanden getroffen.
Hast du schon etwas gegessen? -
Sachen etwas, alles nichts
Nein, ich habe noch nichts gegessen.
jemals, oft, Warst du schon jemals in der Antarktis? -
Zeit immer, nie, niemals Nein, dort war ich noch nie.
manchmal Dort möchte ich auch niemals hin.

nirgendwo, Irgendwo auf dem Tisch muss mein Schlüssel liegen.


Ort irgendwo, überall
nirgends Ich kann ihn aber nirgends finden.

Die Hansens haben kein Geld. Im Urlaub fahren sie


Richtung irgendwohin nirgendwohin nirgendwohin. Die Ottos haben genug Geld. Sie
fahren irgendwohin, vielleicht nach Italien.

6) Konjunktionen mit verneinenden Aussagen

• Mit "weder ... noch" können zwei ganze Sätze oder zwei parallele Satzglieder verneint werden.

o Der neue Freund von Martina ist nicht reich. Er ist auch nicht gut aussehend.
Der neue Freund von Martina ist weder reich noch (ist er) gut aussehend.
o Sebastian hat keine Arbeit. Er hat auch kein Geld.
Sebastian hat weder Arbeit noch (hat er) Geld.
o Der alte Mann kann nicht lesen. Er kann nicht schreiben.
Der alte Mann kann weder lesen noch schreiben.

• Ein Satz mit "ohne ... zu" ist subjektlos. Das Verb steht im Infinitiv am Satzende.

o Gustav geht zur Arbeit. Er frühstückt nicht.


Gustav geht zur Arbeit ohne zu frühstücken.
o Der Gast ist nach Hause gegangen. Er hat die Rechnung nicht bezahlt.
Der Gast ist nach Hause gegangen ohne die Rechnung zu bezahlen.

7) Präpositionen mit verneinenden Aussagen

Auch Präpositionen können dazu eingesetzt werden, Aussagen zu verneinen: Dazu gehören:

• "ohne" + Akkusativ

o Mein Mann trinkt den Kaffee immer schwarz. Er nimmt auch keinen Zucker.
Mein Mann trinkt den Kaffee immer ohne Milch und Zucker.
o Die junge Frau sonnt sich. Sie trägt keinen Bikini.
Die junge Frau sonnt sich ohne Bikini.

3
• "außer" + Dativ

o Fast alle Studenten haben die Prüfung bestanden. Nur Heiner nicht.
Alle Studenten außer Heiner haben die Prüfung bestanden.
o Im Urlaub hatten wir nur schönes Wetter. Aber am letzten Tag nicht.
Im Urlaub hatten wir außer dem letzten Tag nur schönes Wetter.

8) Präfixe und Suffixe mit verneinenden Aussagen

Präfixe, auch Vorsilben genannt, und Suffixe, auch Nachsilben genannt, dienen im Wesentlichen zur Wortbildung
und werden an einen Wortstamm angefügt. Präfixe stehen vor dem Wortstamm (unsympathisch), Suffixe
dahinter (fantasielos). Einige dieser Vor- bzw. Nachsilben verneinen Begriffe. Dazu gehören:

Präfixe (alle Präfixe haben die Bedeutung "nicht"):

• apolitisch, asozial, atypisch


Das Vogelmännchen verhält sich atypisch.

• desillusioniert, desinfiziert, desinteressiert, desorganisiert, desorientiert


Der Schüler scheint heute so desinteressiert.

• indiskutabel, indiskret, inkompetent, instabil, intolerant

Die Zuschauer pfiffen ihre Mannschaft nach der indiskutablen Leistung aus.
Die politische Landschaft in der Krisenregion bleibt nach wie vor sehr instabil.

• irrational, irregulär, irreal, irrelevant, irreligiös, irreparabel


Im Internet gibt es viele irreale Spiele.
Das Radio ist total kaputt. Es ist irreparabel.

• unbeliebt, unbewusst, unehrlich, unfähig, unendlich, unfreundlich, ungeduldig, ungeeignet, ungerecht,

unhöflich, unkompliziert, unsicher, unschön, unschuldig, unverständlich, unzufrieden, ...


Herr Fischer ist bei allen Schülern äußerst unbeliebt.

Das kleine Kind ist sich der Gefahren unbewusst.


Diesen Bewerber hält der Personalchef für ungeeignet.
In diesem Restaurant gibt es nur unhöfliches Personal.

Suffixe:

• anspruchslos, arbeitslos, erfolglos, ergebnislos, freudlos, hilflos, humorlos, leblos, sinnlos, sprachlos,
taktlos, verantwortungslos, ...

Nach stundenlanger Tagung brach der Vorsitzende die Sitzung ergebnislos ab.

Der Verletzte lag stundenlang hilflos am Berghang, bevor er gerettet wurde.

Nach seiner fantasievollen Liebeserklärung blieb das schüchterne Mädchen sprachlos.


Ich habe noch nie in meinem Leben so verantwortungslose Eltern gesehen.

4
Attribute

1) Was man über Attribute wissen sollte.

Attribute, auch Beifügungen genannt, bestimmen ein Bezugswort näher und geben ihm erweiterte
Informationen. Attribute können nicht willkürlich geäußert werden, sondern haben feste Regeln. Wenn das
Attribut links von einem Bezugswort steht, spricht man von einem Linksattribut, steht es rechts von einem
Bezugswort, spricht man von einem Rechtsattribut. Attribute können folgende Wortarten als Bezugswort näher
bestimmen:

• Pronomen

• Adjektive und Partizipien

• Adverbien

• Nomen

Rechtsattribute können bei Pronomen, Adverbien und Nomen stehen.


Linksattribute können bei Adjektiven, Partizipien, Adverbien und Nomen stehen.

2) Pronomen + Attribut

Attribute, die auf ein Pronomen folgen, gehören zu den Rechtsattributen, das heißt, dass sie hinter dem
Pronomen (Bezugswort) stehen. Folgende Attribute können bei Pronomen sowie Kardinalzahlen stehen:

• Pronomen + Nomen im Genitiv


o Einige meiner Schüler haben eine sehr gute Arbeit abgegeben.
o Drei dieser Schüler erreichten sogar 100%.

o Viele der gestellten Aufgaben waren nicht einfach zu lösen.


• Pronomen + Nomen mit "von + Dativ"
o Einige von meinen alten Schulfreunden arbeiten erfolgreich in ihren Berufen.

o Manche von meinen Kollegen sind ziemlich akribisch.

o Welcher von deinen Freunden hat sich kürzlich das Leben genommen?

• Pronomen + Präposition
o Jemand aus dieser Gruppe muss das Geld gestohlen haben.

o Niemand aus meinem Haus will weder den Keller, noch das Treppenhaus putzen.
o Alle aus meinem Bekanntenkreis sind bereits verheiratet und haben Kinder.

• Pronomen + lokale Adverbien

o Diese dort gefällt mir am besten.


o Mancher hier kann diese Aussagen bestätigen.

o Alle hier Anwesenden bekommen die Gelegenheit, sich auszuzeichnen.


• Pronomen "etwas" und "nichts" sowie "viel" und "wenig" + erweiteter Infinitiv
o Mama, hast du etwas zu trinken für mich?
o Der Motor ist kaputt. Da ist nichts mehr zu machen.

o Gut zu wissen, dass man sich auf dich verlassen kann.

1
3) Attribute + Adjektive oder Partizipien
Attribute, die bei einem Adjektiv stehen, gehören zu den Linksattributen, das heißt, dass sie vor dem
Bezugswort stehen. Während das Adjektiv selbst als Linksattribut vor einem Nomen stehen kann und dekliniert
werden muss, bleibt das Linksattribut des Adjektivs in diesen Fällen unverändert. Folgende Attribute können bei
Adjektiven stehen:

• Adverb als Attribut + Adjektiv


o Herr Knuffelpickel hat drei sehr hübsche Töchter.
o Unsere Kunden sind überaus zufriedene Kunden.
o Der äußerst schwache Schiedsrichter wurde gnadenlos ausgepfiffen.
• Adjektiv oder Partizip als Attribut + Adjektiv
o Kaum jemand verstand den leise sprechenden Moderator.
o Gut erzogene Kinder werden überall gern gesehen.
o Der neu gekaufte Computer ging schon nach ein paar Stunden kaputt.
• Präpositionen als Attribute + Adjektiv.
o Niemand hörte die um Hilfe schreiende Frau.
o Der auf Kritik gestoßene Politiker stellt sein Amt zur Verfügung.
o Die nicht zu Wort gekommenen Demonstranten wurden anschließend gewalttätig.
• Nomen als Attribute + Adjektiv.
o Die erst 15 Jahre alte Schülerin ist schon schwanger.
o Der Angler hat nach hartem Kampf einen 8 Kilo schweren Fisch an Land gezogen.
o Das 35 Meter hohe Gebäude ist in die Jahre gekommen und soll abgerissen werden.

4) Adverbien + Attribute

Es kann sich bei den Attributen, die bei einem Adverb stehen, sowohl um ein Linksattribut als auch um ein
Rechtsattribut handeln, das heißt, dass sie vor oder nach dem Bezugswort stehen können. Folgende Attribute
können bei Adverbien stehen:

• Adverb als Attribut + Adverb (Linksattribut)


o Herr Knaffelpuckel trinkt abends sehr gern eine Flasche Wein.
o Die Belegschaft dieser Chemiefabrik feiert äußerst selten krank.
o Meine Kinder essen nicht so gern Kassler mit Sauerkraut, eine typisch deutsche Spezialität.

• Adjektiv als Attribut + Adverb (Linksattribut, Adjektiv wird nicht dekliniert)


o Die Geschichte spielte sich ganz anders ab, als von Ihnen geschildert.
o Weit draußen auf dem Meer kann man noch vereinzelt Surfer sehen.
o Hoch oben auf dem Berg weht ein sehr kräftiger Wind.

• Nomen als Attribut + Adverb (Linksattribut, Nomen + Begleiter stehen im Akkusativ)


o Ich sah ihn noch lachen. Einen Moment später lag er blutüberströmt auf dem Boden.
o Warum ist der Arzt nicht ein paar Minuten früher gekommen?
o Der Küchenschrank müsste einen Meter länger sein.

• Adverb + Präposition als Attribut (Rechtsattribut).


o Deine Brille liegt da hinter dir auf dem Tisch neben dem Grammatikbuch.
o Damals vor seinem schweren Unfall war Herbert sehr sportlich.
o Dort vor dem Hügel beginnt das Schongebiet.

• Adverb + Nebensatz als Attribut (Rechtsattribut, oft als Relativsatz.


o Hier, wo wir jetzt stehen, gab es vor langer Zeit eine römische Siedlung.
o Dort unten, wo sich die beiden Flüsse vereinen, gibt es starke Strudel.
o Damals, als Kurt noch verheiratet war, war er sportlich und schlank.

2
5) Nomen + Attribute

Es kann sich bei den Attributen, die bei einem Nomen stehen, sowohl um ein Linksattribut als auch um
ein Rechtsattribut handeln, das heißt, dass sie vor oder nach dem Bezugswort stehen können. Folgende
Attribute können bei Nomen stehen:

• Adjektive und Partizipien als Attribute + Nomen (Linksattribut, Adjektiv wird dekliniert)
o Herr Knickeldackel hat sich ein neues Auto gekauft.
o Frau Pickeldeckel schenkt ihrer hübschen Tochter ihre alte Goldkette.
o Das kleine Kind will die heiße Suppe nicht essen.
• Nomen + Nomen als Attribut (Genitivattribut, Links- oder Rechtsattribut)
o Peters Auto muss in die Werkstatt.
o Das Auto der Köchin hat einen Motorschaden.
o Die Reifen Ihres Autos haben kaum noch Profil.
• Nomen + Adverb als Attribut (Rechtsattribut)
o Der Mann dort hinten soll ein Verhältnis mit Frau Suppendorn haben.
o Die Frau links daneben hat vorigen Monat die Scheidung eingereicht.
o Die junge Frau da drüben hat anscheinend unserem Chef den Kopf verdreht.
• Nomen + Präposition als Attribut (Rechtsattribut)
o Die Katze auf dem Sofa heißt Mutsch.
o Der Kater am Fenster ist schon sieben Jahre alt.
o Der große Hund unter dem Tisch mag die beiden Katzen nicht.
• Nomen + Apposition als Attribut (Rechtsattribut, steht im gleichen Kasus, wie das Bezugswort)
o Der Matrose, ein wirklich netter junger Mann, fährt schon seit 3 Jahren zur See.
o Petra liebt ihr Pferd, eine 4-jährige Stute.
o Herr Holz hilft oft dem Fräulein Hinterhalt, seiner sehr hübschen Nachbarin.
o Die Frau an seiner Seite kommt aus Tabay, einem venezolanischem Dorf.
• Nomen + Infinitivsatz als Attribut (Rechtsattribut)
o Ihr Wunsch, einen reichen Mann zu heiraten, ging leider nicht in Erfüllung.
o Unsere Bitte, schnell geholfen zu werden, wurde nicht nachgekommen.
o Das Risiko, enttarnt zu werden, musste der Spion auf sich nehmen.
• Nomen + Relativsatz als Attribut (Rechtsattribut)
o Das Wochenendhaus, das wir über die Feiertage mieten wollten, ist belegt.
o Die Betten, in denen wir geschlafen haben, waren sehr unbequem.
o Alles, was teuer ist, muss nicht unbedingt gut sein.

3
Satzbau
1) Was man über den Satzbau wissen sollte.

Ein Satz kann aus vielen einzelnen Wörtern bestehen. Diese Wörter können aber nicht beliebig irgendwo im Satz
stehen. Sie werden geordnet und in Satzgliedern zusammengefasst. Ein Satzglied kann also durchaus aus
mehreren Wörtern bestehen, den so genannten Wortgruppen. Die einzelnen Satzglieder wiederum haben in
einem Satz feste Regeln. Es werden drei Satzglieder unterschieden:

Prädikat Ergänzungen Angaben

Um einen vollständigen Satz bilden zu können, braucht man mindestens zwei Satzglieder:

Subjekt + Prädikat

Subjekt Prädikat

Das Baby schläft.

Der Mann telefoniert.

• Das Subjekt ist eine Nominativ-Ergänzung.


• Die Nominativ-Ergänzung ist ein obligatorisches Satzglied.
• Das Prädikat wird durch ein Verb ausgedrückt.

2) Ergänzungen

Das Herzstück eines jeden Satzes bildet das Prädikat. Das Prädikat wird im Satz durch ein Verb vertreten. Das
Verb kann jedoch nicht alleine stehen und benötigt mindestens einen Begleiter, das so genannte Subjekt. Das
Subjekt ist eine Nominativ-Ergänzung. Die Nominativ-Ergänzung wird durch das Verb bestimmt und ist
eine notwendige Erweiterung des Verbs. Eine notwendige Ergänzung kann also nicht weggelassen werden,
sonst ist der Satz unvollständig. Ein Verb kann auch weitere (notwendige) Ergänzungen haben. Welche
anderen Ergänzungen, auch Objekte genannt, in einem Satz benötigt werden, wird jeweils vom Verb bestimmt.
Bei weiteren (notwendigen) Ergänzungen gilt:

Subjekt + Prädikat + Objekt

Subjekt Prädikat Objekt


Ergänzungen
Nominativ-Erg. Verb Akk- / Dat- / Dir- / ... - Ergänzung

Akkusativ Der Mann liebt das hübsche Mädchen.

Dativ Die Lehrer helfen den schwachen Schülern.

Dat + Akk Der Junge gibt der Mutter keinen Abschiedskuss.

Situativ Das Buch liegt auf dem Tisch.

Akk + Dir Mauricio legt das Buch auf den Tisch.

Direktiv Adrian fährt nach Stuttgart.

Präpositional Janning wartet auf den Bus.

1
Demnach kann ein Verb auch zwei oder drei Objekte (Akkusativ- + Dativ-, Akkusativ- + Direktiv-Ergänzung) oder
eine Ergänzung beginnend mit einer Präposition (Situativ-, Direktiv-, Präpositional-Ergänzung) verlangen. Nicht
alle Ergänzungen sind obligatorische Satzglieder. Gelegentlich können sie auch weggelassen werden.

• Gerd liest (ein Buch).


• Helga kocht (eine Suppe).
• Sebastian lernt (Deutsch).

Aussagesätze werden mit einem Punkt abgeschlossen. Der erste Buchstabe eines jeden neuen Satzes wird
stets mit großem Buchstaben geschrieben.

Tipp: Lerne jedes neue Verb mit seinen jeweiligen Ergänzungen:

• lieben = Nominativ + Akkusativ


• helfen = Nominativ + Dativ
• geben = Nominativ + Dativ + Akkusativ
• siehe: Verbliste der Kasusergänzungen

3) Angaben

Das Verb gibt vor, welche Ergänzungen zu gebrauchen sind. Ergänzungen sind zum größten Teil obligatorisch,
sie müssen in einem Satz gebraucht werden. Neben den Ergänzungen gibt es so genannte Angaben. Angaben
werden nicht durch das Verb bestimmt. Angaben sind fakultativ und sind für einen Satz nicht notwendige
Satzglieder. Bei den Angaben handelt es sich um freie Satzglieder, die einem Satz weitere Informationen
geben können. Diese Angaben lassen sich unter anderem mit den W-Fragen "wann, warum, wozu, wie und wo"
erfragen. Je nach Fragewort lassen sich die unterschiedlichsten Angaben unterscheiden. Die wichtigsten sind:

Position 1 Position 2 Position 3 Satzende


Angabe
Angabe Verb Subjekt Objekte

Frage Wann fährst du nach Bremen?


Temporal
Antwort Morgen früh fahre ich dorthin.

Frage Warum liebst du Bartholomäus?


Kausal
Antwort Wegen seines Geldes liebe ich ihn.

Frage Wozu brauchst du das Buch?


Final
Antwort Zum Lernen brauche ich es.

Frage Wie erreicht man viel?


Modal
Antwort Durch Fleiß erreicht man viel.

Frage Wo machst du den Sprachkurs?


Lokal
Antwort In Aachen mache ich ihn.

• Angaben sind nicht notwendige Satzglieder und werden nicht vom Verb bestimmt.
• Angaben geben freiwillige, weiterführende Informationen zu einem Satzinhalt.
• Angaben lassen sich mit bestimmten Fragewörtern erfragen: wann, warum, wozu, wie, wo.
• Die Beantwortung einer Angabe erfolgt meist entweder durch Adverbien (temporal, modal, lokal, ...)
oder durch eine Präpositionalgruppe (temporal, modal, lokal, ...).
• Obwohl der Gebrauch der Angaben in einem Satzgefüge frei ist, gibt es im Satzbau bestimmte Regeln,
die man beachten sollte. Siehe dazu: Stellung der Angaben im Satz

2
4) Das Prädikat

Das Prädikat steht im Mittelpunkt eines jeden Satzes. Das Prädikat wird durch ein Verb ausgedrückt. Das

Verb wiederum bestimmt die jeweiligen Ergänzungen.

Während die Ergänzungen und Angaben in einem Satz unterschiedliche Positionen einnehmen können, hat das

Prädikat feste Positionen, die eingehalten werden müssen. Die Stellung des Prädikats ist auch von der Satzart

abhängig, in denen das Prädikat unterschiedliche Positionen belegt.

In einem Aussagesatz, der häufigsten Satzart, belegt das Prädikat immer Position 2. Die Nominativ-

Ergänzung ist fest mit dem Verb verbunden und steht daher meist auf Position 1, kann aber auch auf Position 3

oder 4 stehen.

Position 1 Position 2 Satzende

Subjekt Verb Angaben / Ergänzungen

Meine Mutter fährt am Wochenende nach Hamburg.

Die Schüler machen jeden Tag ihre Hausaufgaben.

Die Lehrerin gibt Johanna eine gute Note in Mathe.

Das Verb kann sich wie alle Wortarten zu einer Verbgruppe vereinen. Man spricht dann von einem mehrteiligen

Prädikat. Mehrteilige Prädikate werden beispielsweise dazu gebraucht, um das Perfekt oder das Passiv zu

bilden. Andere Verben bestehen aus zwei Teilen, bilden eine Gruppe mit einem anderen Verb, beispielsweise

einem Modalverb, oder haben eine prädikative Ergänzung.

In all diesen genannten Fällen steht die Personalform auf Position 2. Die Personalform, das konjugierte Verb,

zeigt die Zeitform sowie die Person an. Die übrigen Prädikatsteile (Infinitive oder Partizipien) werden ans

Satzende gestellt. Das Subjekt steht wie beschrieben auf Position 1 oder 3.

Position 1 Position 2 Position 3 Mittelfeld Satzende

Ang. / Erg. Verb 1 Subjekt Ang. / Erg. Verb 2

trennbares Verb Warum macht Theodor das Fenster auf?

2 Verben Am Sonntag gehen wir oft im Wald spazieren.

Modalverben Morgen muss ich wieder arbeiten gehen.

Perfekt Gestern hat Rolf die Betten gemacht.

Perfekt / Modalverb Abends haben wir früh zu Bett gehen müssen.

Plusquamperfekt Letztes Jahr hatte Georg im Lotto gewonnen.

Futur I Im Juni werden wir in den USA sein.

Futur II Im August werde ich das Studium beendet haben.

Passiv Wie immer wird das Auto vom Vater gewaschen.

Konjunktiv II Die Schuhe würde ich nicht kaufen.

3
5) Satzglieder

Wie oben gesehen, werden drei Satzglieder unterschieden:

• Prädikat (obligatorisch)
• Ergänzungen (zum größten Teil obligatorisch)
• Angaben (fakultativ)

Die wichtigste Position im Satz belegt das Prädikat, das durch ein Verb ausgedrückt wird. Das Prädikat belegt in

einem Aussagesatz immer die Position 2. Das Subjekt steht unmittelbar neben dem Verb, entweder davor

oder dahinter (Position 1 oder 3). Alle anderen Angaben oder Ergänzungen können in ihren Positionen variieren.

Steht das Subjekt auf Position 1, ist insbesondere bei den Ergänzungen eine relativ feste Position vorgegeben.

Beispiele dazu gibt es in fast allen Kapiteln.

Position 1 wird oft für die wichtigste Information eines Satzes vergeben. In vielen Fällen ist es das Subjekt

selbst. Um einen Text fließender zu gestalten werden oft satzverknüpfende Adverbien auf Position 1 gestellt.

Angaben oder Ergänzungen auf Position 1 vermitteln beim Leser / Zuhörenden eine erhöhte Aufmerksamkeit.

Die Aussage erhält durch die Umstellung eine gewisse Wichtigkeit im Kontext. Aus diesem Grund wird die Antwort

auf eine Ergänzungsfrage (wann, wo, was, etc.) meist auf Position 1 gelegt.

Wird Position 1 anderweitig vergeben, verschiebt sich das Subjekt im Aussagesatz von Position 1 auf Position 3 *.

Position 1 Position 2 Position 3 Satzende


Satzart
Angabe / Erg. Verb Subjekt Angabe / Erg.

Frage Wann fährt deine Mutter nach Hamburg?

Antwort Am Wochenende fährt meine Mutter nach Hamburg.

Frage Was machen die Schüler jeden Tag?

Antwort Ihre Hausaufgaben machen die Schüler jeden Tag.

Frage Wem gibt die Lehrerin eine gute Note?

Antwort Johanna gibt die Lehrerin eine gute Note.

* Handelt es sich um ein längeres Subjekt (Nomengruppe), können kleinere Wörter, wie z.B. die kurzen

Pronomen, Adverbien, etc., vorgezogen werden. Die Nomengruppe als Subjekt belegt dann Position 4.

6) Wortgruppen

Wir wissen bereits, dass man drei Satzglieder unterscheidet: Prädikat, Ergänzungen und Angaben. Ein

einzelner Satz kann aus mehreren Satzgliedern bestehen. Das Verb "warten" hat beispielsweise 2 Ergänzungen

(Nominativ- + Präpositional-Ergänzung):

Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Subjekt Verb Präpositional-Ergänzung Verb 2

Petra wartet auf den Zug.

4
Diese Aussage könnte man jetzt noch um 2 weitere Angaben erweitern (temporal, lokal).

Position 1 Position 2 Position 3 Mittelfeld Satzende

Angabe (temporal) Verb Subjekt Angabe (lokal) Ergänzung Verb 2

Jetzt wartet Petra auf Gleis 3 auf den Zug.

Unser Satz besteht nun aus einem Prädikat, 2 Ergänzungen und 2 Angaben. Prädikat, Subjekt und temporale

Angabe bestehen im gezeigten Beispiel aus jeweils einem Wort. Wortgruppen entstehen, wenn mehrere Wörter

einem Satzglied zugeordnet werden. Die lokale Angabe sowie die Präpositional-Ergänzung besteht beispielsweise

aus drei Wörtern: einer Präposition, einem Nomenbegleiter (Artikel) und einem Nomen. Zusammen bilden sie

aber nur ein Satzglied. Ein Nomen steht zum Beispiel selten allein. Es wird von einem Artikel begleitet und kann

darüber hinaus Links- und Rechtsattribute mitführen, sodass ein Satzglied aus mehreren Wörtern, manchmal

sogar inklusive eines Nebensatzes (Relativsatz), bestehen kann, wie folgendes Beispiel aufzeigt:

Position 1 Angabe Eine halbe Stunde länger als vorgesehen

Position 2 Verb 1 hat

die seit einem Jahr in Potsdam, einer Stadt in Ostdeutschland, als

Abteilungsleiterin bei Kokodril, einem regional aufstrebenden Unternehmen mit


Position 3 Subjekt derzeit 33 Arbeitsplätzen, arbeitende Petra, deren jüngere Schwester vor vier
Tagen nach einer komplizierten Geburt gesunde eineiige Zwillinge, die von ihrer

Mutter die Namen Mick und Muck erhalten haben, zur Welt gebracht hatte,

Angabe auf dem erst vor kurzem komplett restaurierten Gleis 3

auf den mal wieder zu spät gekommenen Schnellzug, in dem ihr geliebter
Mittelfeld Peter gesessen hatte, den sie vor zwei Jahren während eines geschäftlichen
Ergänzung
Aufenthalts in der Kaiserstadt Aachen bei einem Glas Hefeweißen in einem
Restaurant am Marktplatz vor dem alten Rathaus kennen gelernt hatte,

Satzende Verb 2 warten müssen.

Im gezeigten Beispiel führen alle Wörter der zuvor genannten Satzglieder so genannte Attribute bei sich.

Attribute geben einem Bezugswort erweiterte Informationen. Sie können rechts oder links vom Bezugswort

stehen. Siehe auch:

• Nomengruppe

• Verbgruppe

• Präpositionalgruppe

• Adjektivgruppe

• Pronomengruppe

• Adverbialgruppe

• Partizipialkonstruktionen

5
7) Satzarten

Im Deutschen gibt es verschiedene Satzarten. Eine Unterscheidung der Satzarten ist notwendig, weil die
Stellung des Prädikats je nach Satzart variiert. Folgende Satzarten werden unterschieden:

• Aussagesätze
• Fragesätze
• Aufforderungssätze (Imperativ)
• Wunschsätze

Des Weiteren unterscheidet man:

• Hauptsätze
• Nebensätze
• Infinitivsätze
• Infinitivkonstruktionen

6
Satzarten
1) Was man über Satzarten wissen sollte.

Im Deutschen gibt es verschiedene Satzarten. Eine Unterscheidung der Satzarten ist notwendig, weil die Stellung
des Prädikats je nach Satzart variiert. Folgende Satzarten werden unterschieden:

• Aussagesätze
• Fragesätze
• Aufforderungssätze (Imperativ)
• Wunschsätze

Des Weiteren unterscheidet man:

• Hauptsätze
• Nebensätze
• Infinitivsätze
• Infinitivkonstruktionen

2) Aussagesätze

Ein Aussagesatz ist die Satzart, die am häufigsten vorkommt. Aussagesätze enden stets mit einem Punkt. Das
konjugierte Verb steht immer auf Position 2. Wenn das Verb aus zwei Teilen besteht (trennbare Verben)
oder eine Verbindung mit anderen Verben eingeht (Modalverben, Perfekt, Passiv, ...) werden die restlichen
Prädikatsteile ans Satzende gestellt (Subjekt auf Position 1 oder 3 ist rot markiert):

Position 1 Pos. 2 Mittelfeld Ende


Verbgruppen
Ang./Erg. Verb 1 Ang. / Erg. Verb 2

Verben Martin liebt seine Familie.

trennbare Verben Täglich schließt Dieter die Türen ab.

2 Verben Sonntags gehen viele Familien spazieren.

Modalverben Susanne soll jetzt Hausaufgaben machen.

Modalverb + Perfekt Ulrich hat heute Überstunden machen müssen.

Präteritum + Modalverb Annemarie musste heute sehr viel telefonieren.

Futur1 + Modalverb Morgen werden wir sehr früh aufstehen müssen.

Perfekt Gestern ist Horst nach Köln gefahren.

Plusquamperfekt Vorhin hatte Erich sehr viel Glück gehabt.

Futur I Im Mai werde ich nach Kanada fahren.

Futur II Im August werde ich die Prüfung bestanden haben.

Passiv Im Februar wird im Rheinland Karneval gefeiert.

Konjunktiv II Dieses Auto würde ich nicht kaufen.

1
3) Fragesätze

Es werden zwei Fragesätze unterschieden: Entscheidungsfragen und Ergänzungsfragen.

• In einer Entscheidungsfrage, auch Ja- / Nein- Frage genannt, möchte die fragende Person von

seinem Gesprächspartner eine Zustimmung oder eine Ablehnung zu seiner Frage erhalten. Eine

Entscheidungsfrage wird mit einem Fragezeichen abgeschlossen. In einer Ja- / Nein- Frage steht das

Verb immer auf Position 1, das Subjekt auf Position 2. Weitere Prädikatsteile werden wie gehabt ans

Satzende gestellt.

Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Verb 1 Subjekt Angaben / Ergänzungen Verb 2

Hast du heute Abend Zeit?

Hat Peter schon die Hausaufgaben gemacht?

Kannst du über den Bach springen?

Hat Mauricio über den Bach springen können?

Wird der Wagen heute noch repariert?

Mussten alle 188 Fenster an einem Tag geputzt werden?

Der Antwortsatz auf eine Ja- / Nein- Frage entspricht einem Aussagesatz. Vergleiche auch:

• Negation
• Entscheidungsfragen

• Die Ergänzungsfrage, auch W-Frage genannt, ist eine offene Frage, das heißt, dass die fragende

Person Informationen zu einem Sachverhalt wünscht. In einer W-Frage steht das Fragewort immer auf

Position 1, das Verb auf Position 2 und das Subjekt auf Position 3. Weitere Prädikatsteile werden

wie gehabt ans Satzende gestellt.

Position 1 Position 2 Position 3 Mittelfeld Satzende

W-Frage Verb 1 Subjekt Ang. / Erg. Verb 2

Wohin fährt Papa jetzt?

Was hast du dir in der Stadt gekauft?

Warum soll ich mir die Hände waschen?

Wie oft wurden Ihre Haare bereits gefärbt?

Weshalb musste der Teppich so lange gereinigt werden?

Der Antwortsatz auf eine Ergänzungsfrage entspricht einem Aussagesatz.

Vergleiche auch: Übersicht der möglichen W-Fragen

2
4) Aufforderungssätze

In einem Aufforderungssatz (Imperativ) wird der Gesprächspartner dazu aufgefordert, etwas Bestimmtes zu
tun. Das konjugierte Verb steht wie bei einer Ja- / Nein- Frage auf Position 1. Die Imperativformen haben
besondere Konjugationsformen. Das Subjekt entfällt in der 2. Person, Singular wie Plural! Ein
Aufforderungssatz endet mit einem Punkt oder mit einem Ausrufezeichen. Wird ein Ausrufezeichen gesetzt,
erhält die Aufforderung einen stärkeren Nachdruck.

Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Verb 1 Subjekt Angaben / Ergänzungen Verb 2

Bring mir mal den Hammer.

Mach bitte sofort die Tür zu!

Macht jetzt bitte eure Hausaugaben!

Geht sofort ins Bett!

Werden Sie noch heute Millionär!

Steigen Sie sofort aus dem Bus aus!

Vergleiche auch: Imperativ sowie Höfliche Fragen / Aufforderungen

Ein Aufforderungssatz kann auch in der Form eines Aussagesatzes geäußert werden. Die Aufforderung erhält

dadurch eine noch stärkere Befehlsform. Wird die Befehlsform benutzt, wird schneller und lauter gesprochen. Der

Aussagesatz endet in diesen Fällen mit einem Ausrufezeichen.

Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Subjekt Verb 1 Angaben / Ergänzungen Verb 2

Du gehst jetzt sofort ins Bett!

Ihr sollt euch jetzt eure Zähne putzen!

Sie können jetzt nach Hause gehen!

5) Hauptsätze und Nebensätze

Hauptsätze ( HS ) und Nebensätze ( NS ) unterscheiden sich in erster Linie durch die Stellung des

konjugierten Verbs. In einem Hauptsatz steht das konjugierte Verb entweder auf Position 1 (Ja-/ Nein-

Frage und Imperativ) oder auf Position 2 (Aussagesätze und W-Fragen). Anderweitige Prädikatsteile

werden im Infinitiv oder im Partizip II ans Satzende gestellt.

In einem Nebensatz wird das konjugierte Verb (im Hauptsatz = Position 2) ans Satzende gestellt, also auch

hinter anderweitigen Prädikatsteilen. Das Subjekt wird direkt hinter die Konjunktion gestellt, die den

Nebensatz einleitet. Alle anderen Satzglieder bleiben unverändert und entsprechen den Satzgliedern eines

Hauptsatzes. Nebensätze können nicht für sich allein stehen, sondern sind einem Hauptsatz untergeordnet. Sie

sind von ihm in gewisser Weise abhängig. Nebensätze werden durch bestimmte einleitende Wörter

bestimmte einleitende Wörter (= Konjunktionen: dass, nachdem, ob, weil, ...) mit dem Hauptsatz verknüpft.

3
Nebensatz

Hauptsatz Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Konjunktion Subjekt Ang. / Erg. Verb

Ich liebe dich.

Ich hoffe, dass du mich auch liebst.

Ich liebe dich, weil du mir ein Kind schenken willst.

Ich will dich heiraten, bevor du es dir anders überlegst.

Ich werde dich lieben, bis der Tod uns scheidet.

Ich frage mich, ob es mit uns klappt.

Ich bin glücklich, wenn wir zusammen sind.

Du hast mich gefragt, wann ich endlich wieder ausziehen werde.

Siehe auch: Nebensätze

6) Infinitivsätze

Eine Sonderform bilden die Infinitivsätze. Infinitivsätze sind subjektlose Nebensätze, in denen das Verb im

Infinitiv mit dem Zusatz " zu " ans Satzende gestellt wird. Nur bestimmte Verben im Hauptsatz können einen

Infinitivsatz einleiten. Hauptsatz und Infinitivsatz sollten mit einem Komma getrennt werden, ist aber

insbesondere bei kurzen Infinitivsätzen (bei nur einer Ergänzung + Infinitiv) fakultativ.

fällt weg Infinitivsatz

Hauptsatz Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Konjunktion Subjekt Ang. / Erg. zu + Infinitiv

Ich verspreche dir, dich nie wieder zu belügen.

Es ist wichtig, jeden Tag Deutsch zu sprechen.

Ich hoffe sehr, euch bald wiederzusehen.

Ich bitte dich, mir morgen das Geld zurückzugeben.

Warum glaubst du, das Spiel gegen mich zu gewinnen?

Ich habe vergessen die Haustür zuzumachen.

Siehe auch: Infinitivsätze

4
7) Infinitivkonstruktionen

Eine ähnliche Form wie die Infinitivsätze bilden die Infinitivkonstruktionen. Infinitivkonstruktionen sind
ebenfalls subjektlose Nebensätze, werden jedoch mit einer Konjunktion eingeleitet. Hauptsatz und
Infinitivkonstruktion werden mit einem Komma getrennt.

Infinitivkonstruktion
Hauptsatz Pos. 1 Pos. 2 Mittelfeld Satzende

Konj. Subjekt Ang. / Erg. zu + Infinitiv

Ich lerne Deutsch, um in Deutschland studieren zu können.

Ich bilde mich weiter, um bessere Berufsaussichten zu bekommen.

Holger fährt Auto, ohne einen Führerschein zu besitzen.

Paul geht nach Hause, ohne sich von uns zu verabschieden.

Jochen geht in die Kneipe, anstatt sich auf die Prüfung vorzubereiten.

Egon sieht lieber fern, statt früh ins Bett zu gehen.

Siehe auch: Infinitivkonstruktionen

8) Wunschsätze

Wunschsätze zeigen das Gegenteil des Indikativs an. In Wunschsätzen steht das Verb im Konjunktiv II.
Wunschsätze werden mit einem Ausrufezeichen abgeschlossen. Es gibt zwei Satzarten, mit denen man einen
Wunschsatz äußern kann:

• als Aufforderungssatz (Verb Position 1)

• als Nebensatz (mit Konjunktion, konjugiertes Verb am Ende)

Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Verb 1 Subjekt Angaben / Ergänzungen Verb 2

Wäre ich doch bloß Millionär!

Könnte ich mir doch nur einen Lamborghini leisten!

Würdest du doch nur diese Prüfung bestehen!

Fände meine Tochter doch nur einen reichen Prinzen!

Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Konjunktion Subjekt Angaben / Ergänzungen Verben

Wenn ich doch bloß Millionär! wäre!

Wenn ich mir doch nur einen Lamborghini leisten könnte!

Wenn du doch nur diese Prüfung bestehen würdest!

Wenn sie doch nur einen reichen Prinzen fände!

5
Konjunktionen
1) Was man über Konjunktionen wissen sollte.

Konjunktionen, auch Bindewörter genannt, haben die Aufgabe, Wörter, Wortgruppen, Satzglieder oder gleich
ganze Sätze miteinander zu verbinden. Am häufigsten treten Konjunktionen bei Satzverbindungen auf. Je nach
Satzverbindung (HS + HS, HS + NS) verhalten sie sich unterschiedlich. Daher werden zwei Arten von
Konjunktionen unterschieden:

• Nebenordnende Konjunktionen (Position 0)


• Unterordnende Konjunktionen (Nebensatz)

Des Weiteren unterscheidet man:

• Mehrteilige Konjunktionen

2) Nebenordnende Konjunktionen (Hauptsatz + Hauptsatz)

Nebenordnende Konjunktionen haben die Aufgabe, gleichrangige Sätze (HS + HS, NS + NS), Satzglieder,
Wortgruppen oder einzelne Wörter zu verbinden. Verbinden sie Hauptsätze, so steht die Konjunktion immer auf
Position 0:

Konjunktion 2. Hauptsatz
1. Hauptsatz
Position 0 Subjekt Verb Satzende

Iris ist schon 44, aber (Iris) (ist) noch sehr attraktiv.

Wir gehen zu Fuß, denn der Bus ist schon abgefahren.

Wir fahren in die Berge oder (wir) (fahren) an die See.

Ich möchte keinen Kaffee, sondern (ich) (möchte) ein Erdbeereis.

Kai hat einen Lamborghini und (er) (hat) einen Maserati.

• Beide Hauptsätze bleiben in ihrer Satzstruktur unverändert. Es gelten die bekannten Regeln: Subjekt,
Prädikat, Objekt.

• Der 1. Hauptsatz wird bei den Konjunktionen "aber" "denn" und "sondern" mit einem Komma
abgeschlossen. Bei "und" und "oder" wird kein Komma gesetzt.

• Ist das Verb und / oder das Subjekt im 2. Hauptsatz gleich, können sie im zweiten Satz weggelassen
werden. In den Beispielen sind sie mit einer Klammer (...) gekennzeichnet. (Diese Regel gilt nicht für die
Konjunktion "denn".)

• Alle genannten Konjunktionen stehen immer auf Position 0.

• Die Konjunktionen "und" und "oder" können ebenso Nebensätze verbinden. Die Regeln der
Nebensätze bleiben bestehen (Verb am Satzende).

o Ich liebe dich, weil du gut aussiehst und (weil du) sehr viel Geld hast.
o Ich ärgere mich, dass du oft zu spät kommst und (dass du) so viel Geld ausgibst.

• Ebenso können die Konjunktionen "und", "aber", "sondern" und "oder" Satzglieder, Wortgruppen,
einzelne Wörter oder gar Wortteile verbinden.

o Martin und ich wollen am Wochenende mit dem Fahrrad nach Monschau fahren.
o Trinken Sie den Kaffee mit oder ohne Zucker? - Ohne Zucker, aber mit Milch.
o Wollen Sie ein- oder aussteigen?
o Liebst du mich oder Hans? - Dich und ihn liebe ich nicht, sondern ich liebe nur Fritzchen.

1
Konjunktionen beinhalten bestimmte Information:

Funktion HS 1 Konjunktion HS 2

Gegensatz,
Ich liebe ihn, aber ich werde ihn nicht heiraten.
Einschränkung

Grund Ich kündige, denn ich habe einen besseren Job gefunden.

Alternative Ich studiere Medizin, oder (ich studiere) Biologie.

Widerspruch,
Stefan war das nicht, sondern Udo hat das kaputt gemacht.
Korrektur

Aufzählung Hans-Georg ist dumm und (er ist) sehr faul.

3) Unterordnende Konjunktionen (Hauptsatz + Nebensatz)

Unterordnende Konjunktionen haben die Aufgabe, einen Hauptsatz mit einem Nebensatz zu verbinden. In
Nebensätzen werden weitere Informationen zu bestimmten Wörtern, Wortgruppen oder Satzgliedern im
Hauptsatz gegeben. Ein Nebensatz wird stets mit einer unterordnenden Konjunktion eingeleitet (dass, weil, ...). In
Nebensätzen wird das konjugierte Verb ans Satzende gestellt. HS und NS werden mit einem Komma
voneinander getrennt. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Nebensätze zu bilden. Dementsprechend groß ist die
Zahl der möglichen unterordnenden Konjunktionen. Einige ausgewählte Beispiele dazu:

Nebensatz
Hauptsatz Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Konjunktion Subjekt Ang. / Erg. Verb

Ich weiß, dass du gestern viel Geld verloren hast.

Das ist Ottmar, von dem ich dir erzählt habe.

Wasch dir die Hände, bevor du dich an den Tisch setzt.

Warte hier, bis ich wiederkomme.

Sie war erst 16, als sie ihr erstes Baby bekommen hat.

Siehe auch: Nebensätze

4) Doppelkonjunktionen

Doppelkonjunktionen, auch mehrteilige Konjunktionen genannt, gehören zu den nebenordnenden


Konjunktionen. Sie bestehen aus mindestens zwei Teilen. Man kann sie folgendermaßen einteilen:

Bedeutung Konjunktion Beispiel

doppelte
sowohl ... als auch Bernd war sowohl in der Schweiz als auch in Österreich.
Aufzählung

doppelte nicht nur ... sondern


Karl war nicht nur in Basel sondern auch in Innsbruck.
Aufzählung auch

doppelte Negation weder ... noch Aber er war weder in Bern noch in Wien.

Alternative entweder ... oder Jan möchte entweder nach Italien oder nach Spanien fahren.

Gegensatz zwar ... aber In der Schweiz ist es zwar schön, aber auch sehr teuer.

2
Satzverbindende Adverbien
1) Was man über satzverbindende Adverbien wissen sollte.

Satzverbindende Adverbien haben wie die nebenordnenden Konjunktionen (Position 0) die Aufgabe, eine
Beziehung (temporal, lokal, kausal, etc.) zwischen zwei Hauptsätzen herzustellen. Gleichzeitig leiten sie den
zweiten Hauptsatz ein. Die beiden Hauptsätze werden entweder durch ein Komma oder durch einen Punkt
voneinander getrennt. Satzverbindende Adverbien werden gewöhnlich auf Position 1 gestellt, können jedoch
auch auf Position 3 oder 4 (seltener) stehen. Beispiele:

• Karl liebt Annemarie. Deshalb lädt er sie täglich zu irgendetwas ein.


• Karl liebt Annemarie. Er lädt sie deshalb täglich zu irgendetwas ein.
• Die Kinder gehen zu Bett. Vorher putzen sie sich die Zähne.
• Die Kinder gehen zu Bett. Sie putzen sich vorher die Zähne.
• Meyers fahren an die Nordsee. Dort gefällt es ihnen am besten.
• Meyers fahren an die Nordsee. Es gefällt ihnen dort am besten.
• Es regnet in Strömen. Trotzdem geht der Mann ohne Regenschirm nach draußen.
• Es regnet in Strömen. Der Mann geht trotzdem ohne Regenschirm nach draußen.

Soll das satzverbindende Adverb nicht auf Position 1 stehen, wird es hinter dem Subjekt und dem Verb auf
Position 3 gestellt. Werden im Satz weitere Pronomen gebraucht, so werden diese auf Position 3 gestellt, das
satzverbindende Adverb verschiebt sich dann auf Position 4.

2) Kausale Adverbien

Kausale Adverbien geben einen Grund an. Die entsprechenden Fragewörter lauten:
Warum; Weshalb; Weswegen; Wieso; Aus welchem Grund:

• Warum hast du den Rasen nicht gemäht?


- Der Rasenmäher ist kaputt gegangen, darum habe ich den Rasen nicht mähen können.
• Weshalb bist du nicht in der Schule?
- Ich fühle mich nicht gut, deshalb bin ich heute nicht in die Schule gegangen.
• Weswegen hast du mich nicht angerufen?
- Die Batterie meines Handys war leer, deswegen konnte ich dich nicht anrufen.
• Wieso steht mein Wagen nicht vor der Tür?
- Dein Sohn holt damit seine Freundin ab, daher steht dein Wagen nicht dort.
• Sohn, aus welchem Grund hast du Geld aus meiner Brieftasche genommen?
- Ich wollte meine Freundin ins Kino eingeladen, daher habe ich mir 20 Euro genommen.

3) Konzessive Adverbien

Konzessive Adverbien geben eine Einschränkung oder einen Gegengrund einer vorausgegangenen Aussage
an.

• Martina liebt Lukas über alles, trotzdem will sie ihn nicht heiraten.
• Der Vater hat dem Sohn das Rauchen verboten, dennoch raucht der Sohn heimlich.
• Bernhard ist ein grandioser Fußballer. Allerdings ist er im Training stets lauffaul.

1
4) Finales Adverb

Das finale Adverb "dafür" gibt einen Zweck oder eine Absicht an. Das entsprechende Fragewort lautet

"Wozu?":

• Wozu brauchst du den Hammer?

- Ich möchte einen Nagel in die Wand hauen. Dafür brauche ich einen Hammer.
• Wozu brauchen Sie einen Kredit?

- Ich möchte mir ein neues Auto kaufen. Dafür brauche ich noch etwas Geld.

5) Konditionales Adverb

Das konditionale Adverb "dann" gibt eine Bedingung an, die erfüllt sein muss, damit eine Aussage realisiert

werden kann.

• Sie wollen arbeiten? Dann nehmen Sie den Besen hier und kehren die Straße.
- Geben Sie mir 100 Euro dafür? Dann mache ich das auch.
• Du willst von Beruf Sportler werden? Dann solltest du mehr trainieren.

6) Konsekutive Adverbien

Konsekutive Adverbien geben die Folge einer Aussage an.

• Das Kind hat seine Eltern belogen, folglich bekommt es eine Strafe.
• Der Motor des Autos hat viel zu wenig Öl. Infolgedessen ist er kaputt gegangen.
• Der Schüler macht keine Hausaufgaben. Demnach hat er mit Konsequenzen zu rechnen.
• Das Motorrad blieb plötzlich stehen. Also war er gezwungen, es zu schieben.

• Das junge Paar erwartet ihr erstes Baby. Insofern wird sich ihr Leben bald stark ändern.

7) Modales Adverb

Das modale Adverb "so" fragt nach der Art und Weise. Das entsprechende Fragewort lautet "Wie?":

• Wie kann ich Ilonas Herz erobern?


- Lade Sie öfters zum Essen, ins Kino etc. ein. So kannst du ihr Herz vielleicht gewinnen.
• Wie schaffe ich es nur, das Rauchen aufzugeben?

- Werde Sportler und mache täglich drei Stunden Sport. So habe ich es auch geschafft.

2
8) Lokale Adverbien

Lokale Adverbien geben Auskunft über eine Lage oder Richtung. Die entsprechenden Fragewörter lauten

"Wo?, Wohin? und Woher?":

• Morgen fahren wir an den Rursee. Dort ist es sehr schön.

• Torsten ist mit seiner Familie auf Sylt. Da wollen wir nächstes Jahr auch hin.

• Am Samstag fahren wir nach Monschau. Die Schmidts wollen auch dorthin fahren.

Vergleiche auch: Lokale Adverbien

9) Temporale Adverbien

Temporale Adverbien geben Auskunft über ein zeitliches Geschehen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten,

temporale Adverbien einzusetzen. Vergleiche dazu: Temporale Adverbien. Die entsprechenden Fragewörter

lauten "Wann?, Wie lange?, Wie oft?, Ab wann?, Bis wann? und Seit wann?":

• Zuerst machst du deine Hausaufgaben. Dann darfst du mit deinen Freunden spielen.
• Natürlich darfst du mit deinen Freunden spielen. Aber vorher räumst du dein Zimmer auf.
• Um 12 Uhr geht Gerd in die Mensa. Danach hat er eine Vorlesung.

• Bernd wechselt die Reifen. Anschließend will er sein Auto noch waschen.

3
Angaben
1) Was man über Angaben wissen sollte.

Im Gegensatz zu den Ergänzungen, die zum größten Teil obligatorisch sind, sind Angaben fakultativ und für

einen Satz nicht notwendige Satzglieder. Angaben geben einem Satz weitere freiwillige Informationen. Diese

Informationen können sich beispielsweise auf temporale (wann?), örtliche (wo) und kausale (warum?) Umstände

eines Geschehens beziehen. Wie gesehen, lassen sich diese Umstände mit bestimmten W-Fragen erfragen.

Folgende Angaben werden unterschieden:

• Temporale Angaben
• Kausale Angaben

• Modale Angaben

• Lokale Angaben

Angaben werden oft auf Position 1 gestellt, das Subjekt verschiebt sich dann auf Position 3. Durch die Umstellung

wird eine Aussage für einen Zuhörenden interessanter gestaltet. Als Faustformel gilt: Die wichtigste

Information im Satz sollte auf Position 1 stehen. Als die wichtigste Information im Satz gilt entweder ein

satzverbindendes Adverb oder die Antwort auf eine zuvor gestellte W-Frage:

Position 1 Pos. 2 Pos. 3 Mittelfeld Satzende

Angabe / Subjekt Verb Subjekt Angabe(n) / Ergänzung Verb 2

Wer will eine Party geben?

Michael will eine Party geben.

Wann will er die Party geben?

Heute Abend will er die Party geben.

Warum will er heute Abend eine Party geben?

Wegen seiner bestandenen


will er heute Abend eine Party geben.
Prüfung

heute Abend wegen seiner bestandenen


Wo will er geben?
Prüfung eine Party

Im Studentenwohnheim heute Abend wegen seiner bestandenen


will er geben.
"Bärenhöhle" Prüfung eine Party

Angaben werden in den meisten Fällen entweder mit einem Adverb oder mit einer Präpositionalgruppe

beantwortet.

1
2) Mehrere Angaben im Satz

Wie gesehen, kann eine Angabe auf Position 1 gestellt werden. Sollen in einem Satz mehrere Angaben
getätigt werden, kann (wenn gewünscht) eine der Angaben auf Position 1 stehen, alle weiteren Angaben stehen
im Mittelfeld. Bei mehreren Angaben im Mittelfeld, sollte dabei eine bestimmte Reihenfolge beachtet werden. Die
Angaben werden nach der alphabetischen Reihenfolge der W-Fragen festgelegt:

Mittelfeld / Angaben

wann? warum? / welche Bedingung? wie? wo? / wohin?

temporal kausal / konzessiv / konditional modal lokal

• Temporale Angaben können entweder mit einem temporalen Adverb oder mit einer temporalen
Präposition beantwortet werden. Siehe auch temporale Fragewörter sowie temporale Nebensätze.

• Kausale Angaben werden mit einer Präposition (wegen; aus; aufgrund; vor) eingeleitet. Vergleiche
auch kausale Fragewörter, die nach dem Grund fragen sowie kausale Sätze.

• Konzessive Angaben werden mit einer Präposition (trotz; ungeachtet) eingeleitet. Vergleiche auch
konzessive Sätze.

• Konditionale Angaben werden mit einer Präposition (bei; mit; ohne) eingeleitet. Vergleiche auch
Konditionalsätze.

• Modale Angaben können entweder mit einem Adjektiv / Adverb oder mit einer Präposition (mit;
durch) beantwortet werden. Vergleiche auch modale Fragewörter sowie Modalsätze.

• Lokale Angaben können entweder mit einem Adverb oder mit einer Präposition beantwortet werden.
Vergleiche auch lokale Fragewörter.

* Lokale Angaben dürfen nicht mit Verben mit bestimmten Ergänzungen (Situativ-, Akkusativ- und
Direktiv- sowie Direktiv-Ergänzung) verwechselt werden, die ebenfalls auf die Fragen "wo", "wohin"
und "woher" eine Antwort geben.

Angaben sind fakultativ, Ergänzungen dagegen obligatorisch!

Vergleiche dazu:

o Verben mit Situativ-Ergänzung


o Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung
o Verben mit Direktiv-Ergänzung

Pos. 1 Pos. 2 Mittelfeld / Angaben Ende

Subjekt Verb temp. kaus. / konz. / kond. modal lokal Verb 2

Claudia geht heute trotz des schlechten Wetters lange im Park spazieren.

Ralf will jetzt aus Langeweile mit Karin ins Kino gehen.

Willi darf nun wegen seiner Zahnschmerzen vorzeitig nach Hause gehen.

Ruth möchte sofort ohne ihren Mann allein in Urlaub fahren.

Siglinde hat eben wegen ihres kranken Kindes bitterlich im Bett geweint.

2
3) Mehrere Angaben + Ergänzungen im Mittelfeld

Wie bereits bekannt, steht auf Position 1 oft die wichtigste Information eines Satzes. Dies ist oft das Subjekt,
kann aber auch eine andere Ergänzung (Dativ-, Akkusativ-, Situativ-, ...), ein satzverbindendes Adverb oder
eine Angabe sein. Position 2 wird durch das Prädikat belegt. Das Satzende wird meist mit einem weiteren
Prädikatsteil abgeschlossen. Somit sind wichtige Positionen im Satz belegt. Unser Satzgerüst sieht nun
folgendermaßen aus:

Position 1 Position 2 Satzende

Subjekt Verb 1 Verb 2

Alle Kinder haben geschlafen.

Alle weiteren Satzinformationen, sowohl Angaben als auch weitere Verbergänzungen (Dativ- + Akkusativ-
Ergänzung, ...), müssen daher im Mittelfeld stehen, also zwischen den beiden Prädikatsteilen und dem
dazugehörenden Subjekt, sofern dieses auf Position 3 rutscht. Unsere beiden Satzgerüste sehen nun
folgendermaßen aus:

Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Subjekt Verb Ergänzungen + Angaben Verb 2

Alle Kinder haben gestern in der Holzhütte auf den Luftmatratzen geschlafen.

Pos. 1 Pos. 2 Position 3 Mittelfeld Satzende

Angabe Verb Subjekt Ergänzungen + Angaben Verb 2

Gestern haben alle Kinder in der Holzhütte auf den Luftmatratzen geschlafen.

Stehen im Mittelfeld sowohl Ergänzungen als auch Angaben, unterliegen diese selbstverständlich einer
bestimmten Ordnung:

Mittelfeld

bestimmte unbestimmte
Angaben Negation andere Ergänzungen
Ergänzungen Ergänzungen

• Bestimmte Ergänzungen
Dazu gehören:
o alle Personalpronomen im Nominativ (falls nicht Position 1), Akkusativ und Dativ
ƒ Pronomen stehen im Allgemeinen direkt hinter dem konjugierten Verb auf Position 3.
ƒ Werden mehrere Personalpronomen gebraucht, gilt: zuerst Nominativ, dann
Akkusativ am Ende Dativ.
ƒ Zur Stellung der Dativ- und Akkusativ-Ergänzung im Allgemeinen siehe unter: Verben
mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung.
ƒ Personalpronomen werden in der Regel immer vor dem Nomen gestellt.
o Reflexivpronomen
o Eigennamen und Nomen mit bestimmten Artikel
o Nomen mit Possessivartikel
• Angaben wie weiter oben erklärt.

3
• Unbestimmte Ergänzungen Dazu gehören:
o Nomen mit Nullartikel (ohne Eigennamen = best. Ergänzung)

o Nomen mit unbestimmten Artikel "ein-"

o Nomen mit Negativartikel "kein-"

o Indefinitpronomen "ein- / kein-" als Stellvertreter für ein Nomen


• Die Negation "nicht".

• Andere Ergänzungen
Dazu gehören:

o Verben mit Situativ-Ergänzung


o Verben mit Direktiv-Ergänzung

o Verben mit Präpositional-Ergänzung

o Prädikative Verwendung des Adjektivs

Mittelfeld
Satzanfang Satzende
best. Erg. Angaben unbest. Erg. Negation andere Erg.

Elke hat Johannes eben einen Kuss gegeben.

Das Kind soll sich jetzt waschen.

Ralf möchte heute Abend nicht ins Kino gehen.

Petra will am Samstag eine Party geben.

4
Nebensätze
1) Was man über Nebensätze wissen sollte.

Hauptsätze ( HS ) und Nebensätze ( NS ) unterscheiden sich in erster Linie durch die Satzstellung des

konjugierten Verbs. In einem Hauptsatz steht das konjugierte Verb entweder auf Position 1 (Ja-/ Nein-

Fragen und Imperativ) oder auf Position 2 (Aussagesätze und W-Fragen. Anderweitige Prädikatsteile

werden im Infinitiv oder im Partizip II ans Satzende gestellt. In einem Nebensatz wird das konjugierte Verb

(im Hauptsatz = Position 2) ans Satzende gestellt, also auch hinter anderweitigen Prädikatsteilen. Alle anderen

Satzglieder bleiben unverändert und entsprechen den Satzgliedern eines Hauptsatzes. Nebensätze können nicht

für sich allein stehen, sondern sind einem Hauptsatz untergeordnet. Sie sind von ihm in gewisser Weise abhängig.

Nebensätze werden durch bestimmte einleitende Wörter (= Konjunktionen: dass, nachdem, ob, weil, ...) mit

dem Hauptsatz verknüpft. Die beiden Sätze werden mit einem "Komma" voneinander getrennt.

• Ein Nebensatz kann nach dem Hauptsatz stehen: HS + NS

Nebensatz

Hauptsatz Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende

Konjunktion Subjekt Ang. / Erg. Verb

Warum isst du nicht?

Ich esse nicht, weil ich Liebeskummer habe.

Wann gehst du schlafen?

Ich gehe schlafen, wenn der Film zu Ende ist.

• Ein Nebensatz kann vor dem Hauptsatz stehen: NS + HS

Nebensatz = Position 1 vom HS Hauptsatz

Position 1 Position 2 Mittelfeld NS Ende Position 2 Satzende

Konjunktion Subjekt Ang. / Erg. Verb Verb Subjekt Ang. / Erg.

Weil ich Liebeskummer habe, esse ich nicht.

Wenn der Film zu Ende ist, gehe ich schlafen.

• Steht der NS vor dem HS, steht der NS auf Position 1 des Hauptsatzes.
• Das konjugierte Verb des HS steht wie gewohnt auf Position 2.

• Das konjugierte Verb des NS schließt den NS ab, sodass sich beide Verben (Verb NS, Verb HS)

berühren.
• In einem Nebensatz steht das Subjekt sofort hinter der Konjunktion.

• Der NS wird mit einem "Komma" vom HS getrennt.

Siehe auch: Satzarten: Nebensätze

1
2) Mehrere Prädikatsteile im Nebensatz

Im Nebensatz gilt: Das konjugierte Verb steht am Ende des Nebensatzes

Dieser Grundsatz bleibt auch dann bestehen, wenn das Verb aus mehreren Prädikatsteilen besteht,

beispielsweise in Sätzen mit Modalverben, Perfekt, trennbare Verben etc.

Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende


Konj.
Subjekt Verb 1 Ang. / Erg. Verb 2

HS Alexander macht das Fenster auf.

NS Weil Alexander das Fenster aufmacht, ...

HS Martina hat die Betten gemacht.

NS Wenn Martina die Betten gemacht hat, ...

HS Unsere Eltern gehen oft im Wald spazieren.

NS Obwohl unsere Eltern oft im Wald spazieren gehen, ...

HS Silke darf ins Kino gehen.

NS ... , ob Silke ins Kino gehen darf.

HS Torsten muss morgen arbeiten gehen.

NS ..., weil Torsten morgen arbeiten gehen muss.

HS Boris musste gestern einkaufen gehen.

NS ... , weil Boris gestern einkaufen gehen musste.

2
3) Ausnahmen

Bestimmte Konstruktionen verlangen im Perfekt das Hilfsverb "haben" + 2 Infinitive. Dies ist der Fall bei:

• Perfekt + Modalverb
• Plusquamperfekt + Modalverb
• Passiv + Perfekt + Modalverb (= 4 Verben)
• Passiv + Plusquamperfekt + Modalverb (= 4 Verben)
• Die Verben "hören", "sehen" und "lassen" werden im Perfekt / Plusquamperfekt ebenfalls wie die
Modalverben mit 2 Infinitiven gebildet.

Stehen die genannten Konstruktionen in einem Nebensatz, so steht das konjugierte Hilfsverb vor den

Infinitiven.

Pos. 1 Pos. 2 Mittelfeld Satzende


Konj.
Subjekt Verb 1 Ang. / Erg. Verb 2

HS Gabriel hat die Tür zumachen müssen.

NS Weil Gabriel die Tür hat zumachen müssen, ...

HS Günther hat am See schwimmen gehen wollen.

NS Weil Günther am See hat schwimmen gehen wollen, ...

HS Holger hatte die Fenster putzen müssen.

NS Weil Holger die Fenster hatte putzen müssen, ...

HS Das Auto hat in Wolfsburg gebaut werden können.

NS Weil das Auto in Wolfsburg hat gebaut werden können, ...

HS Das Fest hatte in München eröffnet werden können.

NS Weil das Fest in München hatte eröffnet werden können, ...

HS Max hat den Zug kommen hören.

NS Da Max den Zug hat kommen hören, ...

HS Tina hatte eine Spinne schwimmen sehen.

NS Ob Tina eine Spinne hatte schwimmen sehen, ...

HS Sophie hat sich die Haare schneiden lassen.

NS Weil Sophie sich die Haare hat schneiden lassen, ...

3
4) Übersicht Nebensätze

• Ergänzungssätze

o dass-Sätze als Nominativ-Ergänzung


o dass-Sätze als Akkusativ-Ergänzung

o dass-Sätze als Präpositional-Ergänzung


o Infinitivsätze

o Indirekte Fragesätze
o Infinitivkonstruktionen mit "um ... zu"; ohne ...zu" und anstatt ... "zu".

• Nebensätze
o Kausalsätze

o Konzessivsätze
o Finalsätze

o Konditionalsätze

o Konsekutivsätze
o Modalsätze
o Temporalsätze
ƒ Temporale Nebensätze mit "wenn" und "als"
ƒ Temporale Nebensätze mit "während"
ƒ Temporale Nebensätze mit "bevor"

ƒ Temporale Nebensätze mit "nachdem"


ƒ Temporale Nebensätze mit "seitdem"
ƒ Temporale Nebensätze mit "sobald"
ƒ Temporale Nebensätze mit "solange"
ƒ Temporale Nebensätze mit "bis"

• Konjunktiv II

o Ratschläge geben

o Wunschsätze
o Irreale Bedingungssätze

o Irreale Vergleichssätze

• Relativsätze

• Pronomen "es" als Korrelat

4
Kausalsätze
1) Was man über Kausalsätze wissen sollte.

Kausalsätze geben einen Grund oder eine Ursache an. Die entsprechenden Fragewörter lauten: Warum;
Weshalb; Weswegen; Wieso; Aus welchem Grund. Ein kausaler Nebensatz wird mit der Konjunktion " weil "
oder " da " eingeleitet.

Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Warum hast du den Rasen nicht gemäht?

Ich konnte den Rasen nicht mähen, weil der Rasenmäher kaputt gegangen ist.

Weshalb bist du nicht in der Schule?

Ich bin heute nicht in die Schule gegangen, weil ich starke Kopfschmerzen hatte.

Weswegen weint das kleine Mädchen?

Es weint, weil es vor dem großen Hund Angst hat.

Wieso freut sie sich so?

Sie freut sich so, weil sie eine wichtige Prüfung bestanden hat.

Aus welchem Grund hat er das Feuer angezündet?

Er hat das Feuer angezündet, weil er neugierig gewesen ist.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Da der Rasenmäher kaputt gegangen ist, konnte ich den Rasen nicht mähen.

Da ich starke Kopfschmerzen hatte, bin ich heute nicht in die Schule gegangen.

Da es vor dem großen Hund Angst hat, weint das kleine Mädchen.

Da sie eine wichtige Prüfung bestanden hat, freut sie sich so.

Da er neugierig gewesen ist, hat er das Feuer angezündet.

Nebensätze, die mit " weil " eingeleitet werden, können ausnahmsweise auch alleine (ohne HS) stehen,
wenn die Situation (= W-Frage) deutlich ist.

Fragesatz Antwortsatz = Nebensatz

Warum gehst du schon ins Bett? Weil ich hundemüde bin

Weshalb kommst du nicht mit ins Kino? Weil ich zurzeit pleite bin. (=kein Geld haben)

Wieso läuft Gustav ihr immer hinterher? Weil er in sie total verknallt ist.

Die Konjunktion " da " ist gleichbedeutend mit "weil". "Da" wird aber häufiger benutzt, wenn der NS vor dem
HS steht. Oft ist dabei die Handlung, über die gesprochen wird, bereits bekannt.

• Da das Wetter heute viel schlechter als vorhergesagt ist, grillen wir nicht.
• Da mein Auto kaputt ist, kann ich heute nicht in die Stadt fahren, um Getränke zu kaufen.
• Da ich nächste Woche einen schwierigen Test schreibe, muss ich jetzt sehr viel lernen.

1
2) Nominalisierung

Eine kausale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "wegen", "aufgrund", "aus" und "vor":

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als kausale Angabe

Ich konnte den Rasen wegen des kaputt gegangenen Rasenmähers nicht mähen.

Aufgrund starker Kopfschmerzen bin ich heute nicht in die Schule gegangen.

Aus Angst vor dem großen Hund weint das kleine Mädchen.

Sie freut sich so aufgrund ihrer bestandenen Prüfung.

Aus Neugier hat er das Feuer angezündet.

Vor lauter Neid platzte ihr schließlich der Kragen.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


• Die Präpositionen wegen und aufgrund verlangen den Genitiv.
• Die Präpositionen aus und vor (Wechselpräposition) verlangen den Dativ. "Aus" und "vor" werden vor
allem bei Nomen mit Nullartikeln benutzt.

3) Kausale Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz


• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Kausale Adverbien verlangen eine bestimmte Satzstellung:

o "Denn" steht immer auf Position 0. Zwischen den beiden Hauptsätzen steht ein Komma. "Denn"
gehört zu den nebenordnenden Konjunktionen.
o "Nämlich" steht immer auf Position 3. Zwischen den beiden Hauptsätzen steht ein Punkt.
o "Deshalb, darum, deswegen" und "daher" stehen entweder auf Position 1 oder 3 und
verlangen eine inverse Struktur der beiden Hauptsätze!!!

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 0 Position 1 Verb Mittelfeld / Ende

Heute geht Karl nicht zur Arbeit. Er ist sehr krank.

Heute geht Karl nicht zur Arbeit, denn er ist sehr krank.

Heute geht Karl nicht zur Arbeit. Er ist nämlich sehr krank.

Karl ist sehr krank, deshalb geht er heute nicht zur Arbeit.

Karl ist sehr krank. Er geht deshalb nicht zur Arbeit.

2
verbal / nominal

NS / HS Da Karl sehr krank ist, geht er heute nicht zur Arbeit.

HS / NS Karl geht heute nicht zur Arbeit, weil er sehr krank ist.

HS Wegen Krankheit geht Karl heute nicht zur Arbeit.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien = inverse Struktur Präpositionen

deshalb (HS + HS) wegen (+ Genitiv)


weil (HS + NS / NS + HS /NS)
deswegen (HS + HS) aufgrund (+ Genitiv)
da (NS + HS / HS + NS)
daher (HS + HS) infolge (+ Genitiv)
denn (= Position 0 / HS + HS)
aus diesem Grund (HS + HS) aus (+ Dativ / Nullartikel)
nämlich (= Pos. 3 / HS + HS)
alle Adverbien Position 1 oder 3 vor (+ Dativ / Nullartikel)

3
Konzessivsätze
1) Was man über Konzessivsätze wissen sollte.

Konzessivsätze geben einen Gegengrund (Vergleiche: kausal = Grund), eine Einschränkung oder eine
Einräumung an. Der Nebensatz formuliert eine Bedingung, der Hauptsatz eine Folge, die aber nicht oder
anders als erwartet eintritt (= nicht logische Folge).

• Weil sie Peter über alles liebt, will sie ihn heiraten. (kausal = Grund = logische Folge)
• Obwohl sie Peter über alles liebt, will sie ihn nicht heiraten. (konzessiv = Gegengrund, nicht logische Folge)

Ein konzessiver Nebensatz wird mit der Konjunktion " obwohl " oder " obgleich " ("obschon" = veraltet)
eingeleitet.

Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Der Musiker bekommt keine neuen Auftritte angeboten, obwohl er weltweit sehr berühmt ist.

Der 8-jährige Tim kann noch nicht rechnen, obgleich er schon zwei Jahre die Schule besucht.

Der Student ist durch die Prüfung gefallen, obgleich er sich wochenlang darauf vorbereitet hat.

Der Mann fährt mit dem Auto nach Hause, obwohl er sehr viel Alkohol getrunken hat.

Der Angestellte geht heute arbeiten, obgleich er sehr stark erkältet ist.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Obgleich der Schauspieler weltweit berühmt ist, bekommt er keine neuen Rollen angeboten.

Obschon Tim schon zwei Jahre die Schule besucht, kann er immer noch nicht rechnen.

Obwohl sich der Student wochenlang auf die Prüfung


ist er durchgefallen.
vorbereitet hatte,

Obgleich der Mann sehr viel Alkohol getrunken hat, fährt er mit dem Auto nach Hause.

Obgleich der Angestellte sehr stark erkältet ist, geht er heute arbeiten.

2) Nominalisierung

Eine konzessive Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "trotz" und "ungeachtet" (beide + Genitiv):

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als konzessive Angabe

Trotz seiner weltweiten Berühmtheit bekommt der Schauspieler keine neuen Rollen angeboten.

Trotz deines zweijährigen Schulbesuchs kann Tim immer noch nicht rechnen.

Trotz wochenlanger Prüfungsvorbereitung ist der Student durchgefallen.

Der Mann fährt ungeachtet seines enormen Alkoholkonsums mit dem Auto nach Hause.

Trotz seiner starken Erkältung geht der Angestellte heute arbeiten.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


• Die Präpositionen "trotz" und "ungeachtet" verlangen den Genitiv.

1
3) Konzessive Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz


• Nominalstil = Hauptsatz
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz (inverse Struktur)

Konzessive Adverbien stehen entweder auf Position 1 oder 3. Die beiden Hauptsätze werden mit einem
Punkt voneinander getrennt:

o Die konzessiven Adverbien "trotzdem, dennoch" und "allerdings" verlangen eine inverse
Struktur der beiden Hauptsätze!!!

o "zwar ... aber" (keine inverse Struktur!!!) ist eine Doppelkonjunktion und stellt ebenfalls
eine Verbindung zwischen zwei Hauptsätzen her. Die Konjunktionen "zwar" kann sowohl auf
Position 1 als auch auf Position 3 stehen, die Konjunktionen "aber" auf Position O oder auf
Position 3 (oder Pos. 4, sofern andere Pronomen hinter dem Verb gestellt werden.) Gleiche
Satzglieder (Verb oder Subjekt) werden in der Regel weggelassen.

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Pos. 0 Pos. 1 Verb Pos. 3 Mittelfeld / Ende

Karl ist stark erkältet. Er geht zur Arbeit.

Karl ist stark erkältet. Trotzdem geht er zur Arbeit.

Karl ist stark erkältet. Er geht dennoch zur Arbeit.

Zwar geht Karl zur Arbeit, aber er ist stark erkältet.

Karl geht zwar zur Arbeit, (er) ist aber stark erkältet.

verbal / nominal

NS / HS Obgleich Karl sehr erkältet ist, geht er zur Arbeit.

HS / NS Karl geht zur Arbeit, obwohl er sehr erkältet ist.

HS Karl geht trotz einer starken Erkältung zur Arbeit.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien = inverse Struktur Präpositionen

trotzdem (HS + HS)


obwohl (HS + NS / NS + HS) trotz
dennoch (HS + HS)
obgleich (NS + HS / HS + NS) ungeachtet
allerdings (HS + HS)
zwar (1 / 3) ... aber (0 / 3) (HS + HS) beide + Genitiv
alle Adverbien Pos. 1 oder 3

2
Finalsätze
1) Was man über Finalsätze wissen sollte.

Finalsätze geben eine Absicht, einen Zweck oder ein Ziel an. Die entsprechenden Fragewörter lauten:

Wozu?; Zu welchem Zweck?; Mit welcher Absicht?. Es gibt zwei Möglichkeiten, Finalsätze auszudrücken:

• Infinitivkonstruktion

Ist das Subjekt im Beziehungssatz (=Hauptsatz) mit dem Nebensatz identisch, wird die Konjunktion "

um ... zu " benutzt. In der Infinitivkonstruktion entfällt das Subjekt. Der Infinitiv steht oft am Ende des

Satzes, kann aber auch im Mittelfeld oder am Satzanfang stehen. " Um " leitet die Infinitivkonstruktion

ein, " zu + Infinitiv " schließt den Satz ab. Beide Sätze sollten mit einem Komma voneinander getrennt

werden.

Wozu braucht man Geld?

- Man kann sich etwas Schönes kaufen.

- Man muss Rechnungen begleichen.

- Man möchte in ferne Länder verreisen.

- Man möchte es an Hilfsbedürftige verschenken.

Hauptsatz Konj. Mittelfeld zu + Infinitiv

Man braucht Geld, um sich etwas Schönes kaufen zu können.

Man braucht Geld, um Rechnungen begleichen zu können.

Man braucht Geld, um in ferne Länder verreisen zu können.

Man braucht Geld, um es an Hilfsbedürftige verschenken zu können.

o Die Modalverben "möchten", "sollen" und "wollen" haben eine finale Bedeutung und können

daher nicht in einem Finalsatz stehen. Sie werden gegen das Modalverb "können" eingetauscht.

"Können" kann aber auch weggelassen werden, ohne das sich die finale Bedeutung ändert.

o Ein Infinitivsatz kann auch auf Position 1 gestellt werden:


- Um sich etwas Schönes kaufen zu können, braucht man Geld.

• Nebensatz

Ist das Subjekt im Beziehungssatz (=Hauptsatz) nicht mit dem Nebensatz identisch, muss die

Konjunktion "damit" benutzt werden. Es folgt ein Nebensatz (mit Subjekt). Ein Finalsatz mit "damit"

kann immer gebildet werden, auch wenn die Subjekte identisch sind. Finalsätze stehen gewöhnlich hinter

dem HS, können aber auch vorgestellt werden. HS und NS werden mit einem Komma voneinander

getrennt.

1
Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Wozu baut man Fabriken?

Man baut Fabriken, damit neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Wozu werden Autos gebaut?

Autos werden gebaut, damit wir uns schneller fortbewegen können.

Wozu soll man neue Straßen bauen?

Man sollte neue Straßen bauen, damit der Verkehr schneller fließen kann.

Wozu bauen wir so viel?

Wir bauen so viel, damit sich unser Lebensstandart erhöht.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Damit neue Arbeitsplätze geschaffen werden, baut man Fabriken.

Damit wir uns schneller fortbewegen können, werden Autos gebaut.

Damit der Verkehr schneller fließen kann, sollte man neue Straßen bauen.

Damit sich unser Lebensstandart erhöht, bauen wir so viel.

2) Nominalisierung

Eine finale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die

passenden Präpositionen lauten: " zu ", " für ", und " zwecks ":

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als finale Angabe

Zwecks Schaffung neuer Arbeitsplätze baut man Fabriken.

Zur schnelleren Fortbewegung werden Autos gebaut.

Für einen schnelleren Verkehrsfluss sollte man neue Straßen bauen.

Zwecks Erhöhung unseres Lebensstandards bauen wir so viel.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

• Die Präposition zwecks verlangt den Genitiv, zu den Dativ und für den Akkusativ.

2
3) Finale Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.

Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil

o um ... zu = Hauptsatz + Infinitivsatz / Infinitivsatz + Hauptsatz


o damit = Hauptsatz + Nebensatz / Nebensatz + Hauptsatz

• Nominalstil = Hauptsatz.

• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Die beiden finalen Adverbien lauten "dazu" und "dafür". Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3 und verlangen

eine inverse Struktur der beiden Hauptsätze!!!

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Pos. 1 Verb Mittelfeld / Ende

Es sollen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dafür baut man neue Fabriken.

Wir müssen uns schneller fortbewegen. Dazu werden Autos gebaut.

Der Verkehr soll schneller fließen. Man sollte dafür neue Straßen bauen.

Unser Lebensstandard soll sich erhöhen. Dafür bauen wir so viel.

Die Modalverben "möchten", "sollen" und "wollen" haben eine finale Bedeutung und können daher nicht in einem

Finalsatz (Infinitivsatz oder NS + damit) stehen. Anders verhält es sich, wenn ein satzverbindendes Adverb

zwei Hauptsätze miteinander verbindet. In diesen Fällen gilt diese Regel nicht.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien = inverse Struktur Präpositionen

dafür (HS + HS) zwecks (+ Genitiv)


damit (HS + NS / NS + HS)
dazu (HS + HS) zu (+ Dativ)
um ... zu (Infinitivsatz)
alle Adverbien Position 1 oder 3 für (+ Akkusativ)

3
Adversativsätze
1) Was man über Adversativsätze wissen sollte.

Adversativsätze geben einen Gegensatz oder eine Einschränkung an. Die mögliche Konjunktion lautet:
während:

Hauptsatz Nebensatz

Seine Frau ist sehr fleißig, während er selbst sehr faul ist.

Petra ist ziemlich klein, während ihre Kinder sehr groß sind.

Helmut ist der geborene Pessimist, während sein Bruder alles optimistisch sieht.

Elke ist ständig draußen, während ihr großer Bruder nur zu Hause am Computer sitzt.

2) Nominalisierung

Eine adversative Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "entgegen" (+ Dativ / Sachen) oder "im Gegensatz zu" (+ Dativ / Personen):

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als adversative Angabe

Im Gegensatz zu seiner Frau ist er selbst sehr faul.

Im Gegensatz zu ihrer Mutter sind die Kinder sehr groß.

Im Gegensatz zu Helmut ist er ein Optimist.

Im Gegensatz zu seiner Schwester sitzt er nur zu Hause am Computer.

Entgegen der allgemeingültigen Meinung ist das für mich kein Problem.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

3) Adversative Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.

Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz


• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Die möglichen Adverbien lauten:

• "(zwar) ... aber" = Doppelkonjunktion oder allein / Position 0 (oder 3)


• "doch" = Position 0
• "sondern" im vorhergehenden HS muss eine Negation oder Einschränkung stehen / Position 0
• "dagegen" (Gegensatz), "jedoch" (Einschränkung) oder "hingegen" (Gegensatz) = Position 1 oder 3

1
Hauptsatz 1 Hauptsatz 2

Pos. 0 Pos. 1 Verb Mittelfeld / Ende

Rosemari ist (zwar) bildhübsch, aber (sie) (ist) nicht besonders intelligent.

Zwar ist Rosemari bildhübsch, (sie) (ist) aber nicht so intelligent.

Rosemari ist bildhübsch, doch leider ist sie nicht so intelligent.

Rosemari ist nicht hübsch, sondern (sie) (ist) bildhübsch.

Rosemari ist bildhübsch, dagegen ist ihre Schwester hässlich.

Rosemari ist bildhübsch, jedoch (ist) (sie) nicht so intelligent.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien Präpositionen

aber (Pos. 0 / 3)

zwar ..., aber (Doppelkonjunktion)


doch (Pos. 0)
während entgegen (+ Dativ)
sondern (Pos. 0 + Negation)
(HS + NS / NS + HS) Im Gegensatz zu (+ Dativ)
dagegen (1 / 3 / HS + HS)
jedoch (1 / 3 / HS + HS)
hingegen (1 / 3 / HS + HS)

2
Modalsätze
1) Was man über Modalsätze wissen sollte.

Modalsätze geben Auskunft über die Art und Weise, wie / wodurch / auf welche Art oder auf welche Weise
etwas passiert. Die möglichen Konjunktionen lauten indem und dadurch, dass...:

Hauptsatz Nebensatz / Infinitivkonstruktion

Wie / Wodurch / Auf welche Art und Weise


kann man das Herz einer Frau erobern?

Man kann das Herz einer Frau erobern, indem man ihr täglich Komplimente macht.

Man kann ihr Herz dadurch erobern, dass man ihre Neugier weckt.

Man kann deren Herz erobern, indem man sie auf Händen trägt.

Man kann es erobern, indem man ihr stundenlang interessiert zuhört.

2) Nominalisierung

Eine modale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "durch" (+ Akkusativ), "unter" (+ Akkusativ), "mit" (+ Dativ) und "mittels" (+
Genitiv).

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als konditionale Angabe

Vielleicht kann man das Herz einer schönen Frau durch tägliche Komplimente erobern.

Mit dem Wecken ihrer Neugier kann man bestimmt ihr Herz erobern.

Durch das Tragen auf Händen wird man es unter Umständen erobern können.

Man erobert es mit großer Sicherheit mittels stundenlangen interessierten Zuhörens.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

3) Modale Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz


• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Die möglichen Adverbien lauten "dabei", "dadurch", "damit" und "so". Sie stehen entweder auf Position 1 oder
3. Diese Adverbien fordern eine inverse Struktur.

Hauptsatz 1 Hauptsatz 2

Pos. 1 Verb Mittelfeld / Ende

Man sollte ihr täglich Komplimente machen. Dadurch könnte man ihr Herz vielleicht erobern.

Man sollte ihre Neugier wecken. Damit könnte man es unter Umständen erobern.

Man sollte sie auf Händen tragen. So könnte man es vielleicht auch erobern.

Man muss ihr stundenlang interessiert es dabei mit ziemlicher Sicherheit


Man wird
zuhören. erobern können.

1
3) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien Präpositionen

dadurch
durch (+ Akk)
damit
indem (HS + NS) unter (+ Akk)
damit
dadurch, dass (HS + NS) mit (+ Dat)
so
mittels (+ Gen)
Position 1 oder 3 (HS + HS / invers)

4) Fehlende Begleitumstände

Modalsätze können einen fehlenden Begleitumstand zu einem vorgestellten Aussagesatz angeben und können

anstelle einer Negation benutzt werden.

• "ohne dass" (Nebensatz)

• "ohne ... zu" (Infinitivkonstruktionen: Infinitivkonstruktionen sind subjektlos.)

• "ohne" + Akkusativ (Präposition + Nomen)

• Der Trainer geht über Glasscherben. Er trägt keine Schuhe.


o Der Trainer geht ohne Schuhe über die Glasscherben.

o Der Trainer geht über Glasscherbe, ohne dass er Schuhe trägt.


o Der Trainer geht ohne Schuhe zu tragen über die Glasscherben.

• Der Dompteur geht in den Raubtierkäfig. Er zeigt dabei keine Angst.

o Ohne Angst geht der Dompteur in den Raubtierkäfig.

o Ohne dass der Dompteur Angst zeigt, geht er in den Raubtierkäfig.

o Ohne Angst zu zeigen, geht der Dompteur in den Raubtierkäfig.

Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Präpositionen

ohne dass (HS + NS)


ohne (+ Akk)
ohne ... zu (Infinitivkonstruktion)

Siehe auch Negation / Konjunktionen mit verneinenden Aussagen

2
5) Alternative Begleitumstände

Modalsätze können einen alternativen Begleitumstand zu einem vorgestellten Aussagesatz angeben und
zeigen eine Alternative oder eine andere Möglichkeit auf.

• "(an)statt dass" (Nebensatz)

• "(an)statt ... zu" (Infinitivkonstruktionen: Infinitivkonstruktionen sind subjektlos.)

• "stattdessen" (Adverb / Position 1 oder 3 / inverse Struktur / HS + HS)

• "(an)statt" + Genitiv (Präposition + Nomen)

o Die Hausfrau müsste eigentlich aufstehen. Sie zieht es aber vor, im Bett liegen zu bleiben.
ƒ Die Hausfrau bleibt im Bett liegen, anstatt dass sie aufsteht.
ƒ Die Hausfrau bleibt im Bett liegen, statt aufzustehen.
ƒ Die Hausfrau müsste eigentlich aufstehen. Stattdessen bleibt sie im Bett liegen.
o Heikes Freund sollte Wein kaufen. Er kaufte aber nur Zigaretten und Bier.
ƒ Anstatt dass Heikes Freund Wein kaufte, kaufte er nur Zigaretten und Bier.
ƒ Anstatt Wein zu kaufen, kaufte er nur Zigaretten und Bier.
ƒ Heikes Freund sollte Wein kaufen. Stattdessen kaufte er nur Zigaretten und Bier.
ƒ Statt Wein kaufte Heikes Freund nur Zigaretten und Bier.

Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien Präpositionen

(an)statt dass (HS + NS) stattdessen


(an)statt (+ Gen)
(an)statt ... zu (Infinitivkonstruktion) Position 1 oder 3 (HS + HS / invers)

Siehe auch Infinitivkonstruktionen

6) Vergleichssätze

Modalsätze können zwei Personen, zwei Sachen oder zwei Aussagen miteinander vergleichen. Ein Vergleichssatz

kann ausdrücken:

• a) Gleichheit
• b) Ungleichheit
• c) Proportionales Verhältnis
o Gleichheit

Eine Gleichheit wird folgendermaßen ausgedrückt:

(genau)so + Adjektiv wie ...

ƒ Martina ist genauso hübsch wie ihre ältere Schwester.


ƒ Du bist ebenso faul wie dein Vater.
ƒ Unser Chef ist (nicht) so reich wie Billi Gattes.

ƒ Morgen wird es genauso kalt wie heute.

Beide Aussagen stehen im gleichen Kasus.

3
o Ungleichheit

Eine Ungleichheit wird folgendermaßen ausgedrückt:

Komparativ als ...

ƒ Martina ist hübscher als ihre ältere Schwester.


ƒ Du bist fauler als dein Vater.

ƒ Unser Chef ist (nicht) reicher als Billi Gattes.

ƒ Morgen wird es kälter als heute.

Beide Aussagen stehen im gleichen Kasus.

o Proportionales Verhältnis

Ein proportionales Verhältnis wird folgendermaßen ausgedrückt:

je + Komparativ ..., desto / umso + Komparativ ...

ƒ Je mehr man isst, umso dicker wird man.


ƒ Je weniger Geld man hat, desto sparsamer muss man sein.
ƒ Je fleißiger man ist, umso besser schreibt man den Test.

ƒ Je älter man wird, desto größer wird die Lebenserfahrung.

4
Konditionalsätze
1) Was man über Konditionalsätze wissen sollte.

Konditionalsätze geben eine Bedingung an. Die entsprechenden Fragewörter lauten: "Wann" und "Unter
welcher Bedingung":

• Unter welcher Bedingung heiratest du mich? - Wenn du Millionär bist.


• Wann hilft Joachim Elke? - Wenn er Zeit hat.

Ein Bedingungssatz (= Konditionalsatz) ist ein Nebensatz, der mit "falls", "sofern", oder "wenn" eingeleitet wird
(Fragewort = "wann", Konjunktion = "wenn" / Vokalwechsel a - e beachten!). Der Nebensatz formuliert die
Bedingung, die erfüllt sein muss, damit die Folge, die im Hauptsatz angegeben wird, realisiert werden kann.
Bedingungssätze können nicht in der Vergangenheit stehen!

Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Wann ärgern Sie sich?

Ich ärgere mich, wenn sich meine Mitarbeiter verspäten.

Wann werden Mitarbeiter fristlos entlassen?

Mitarbeiter werden fristlos entlassen, wenn sie Betriebseigentum entwenden.

Wann loben sie Ihre Mitarbeiter?

Meine Mitarbeiter werden gelobt, falls sie sich besonders für die Firma eingesetzt haben.

Wann wird es Lohnerhöhungen geben?

Man könne erst über Lohnerhöhungen wenn sich die Produktivität in unserem Unternehmen
nachdenken, verbessert hat.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Wenn sich meine Mitarbeiter verspäten, ärgere ich mich.

Wenn die Mitarbeiter Betriebseigentum entwenden, werden sie fristlos entlassen.

Wenn sich meine Mitarbeiter besonders für die Firma


werden sie selbstverständlich gelobt.
eingesetzt haben,

Wenn sich die Produktivität in unserem Unternehmen


könne man über Lohnerhöhungen nachdenken.
verbessert hat,

Die Konjunktion "wenn" kann auch weggelassen werden. In diesem Fall steht das konjugierte Verb auf
Position 1:

Verb Position 1 + Hauptsatz

Verb Position 1 Hauptsatz

Verspäten sich meine Mitarbeiter, ärgere ich mich.

Entwenden die Mitarbeiter Betriebseigentum, werden sie fristlos entlassen.

Haben sich meine Mitarbeiter besonders für die Firma


werden sie selbstverständlich gelobt.
eingesetzt,

Hat sich die Produktivität in unserem Unternehmen


könne man über Lohnerhöhungen nachdenken.
verbessert,

1
2) Nominalisierung

Eine konditionale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die

passenden Präpositionen lauten: "bei" (+Dativ), "mit" (+ Dativ), "durch" (+ Akkusativ), "ohne" (+ Akkusativ),

"im Falle" (+ Genitiv) sowie "im Falle von" (+ Dativ):

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als konditionale Angabe

Im Falle einer Verspätung meiner Mitarbeiter ärgere ich mich.

Bei Entwendung von Betriebseigentum werden die entsprechenden Mitarbeiter fristlos entlassen.

Bei besonderem Einsatz für die Firma werden die Mitarbeiter selbstverständlich gelobt.

Im Falle einer Verbesserung der Produktivität in unserem Unternehmen könne man über

Lohnerhöhungen nachdenken.

Ohne eine Verbesserung der Produktivität in unserem Unternehmen könne man nicht über

Lohnerhöhungen nachdenken.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


• Die Präposition "ohne" entspricht immer einer negativen Bedingung.

3) Konditionale Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.

Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz / Nebensatz + Hauptsatz


• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Die beiden konditionalen Adverbien lauten "sonst" und "andernfalls". Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3.

Besonderheit: Einer von beiden Sätzen wird negiert.

Hauptsatz 1 Hauptsatz 2

Pos. 1 Verb Mittelfeld / Ende

Die Mitarbeiter dürfen sich nicht


Andernfalls ärgere ich mich.
verspäten. (Sie müssen pünktlich sein.)

Die Mitarbeiter sollten kein

Betriebseigentum entwenden. (Sie dürfen Sie werden sonst fristlos entlassen.

nicht stehlen!)

Die Mitarbeiter müssen sich für die Firma


Andernfalls werden sie nicht gelobt.
besonders einsetzen.

Die Produktivität in unserem Unternehmen man nicht über Lohnerhöhungen


Andernfalls könne
sollte sich verbessern. nachdenken.

D
2
4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien (mit Negation) Präpositionen

bei (+ Dativ)

mit (+ Dativ)
wenn (HS + NS / NS + HS) andernfalls (HS + HS)
durch (+ Akkusativ)
falls (HS + NS / NS + HS) sonst (HS + HS)
ohne (+ Akkusativ)
sofern (HS + NS / NS + HS) alle Adverbien Position 1 oder 3 (+ Negation)
im Falle (+ Genitiv)

im Falle von (+ Dativ)

Siehe auch: Irreale Bedingungssätze

3
Konsekutivsätze
1) Was man über Konsekutivsätze wissen sollte.

Konsekutivsätze geben eine Folge an, die sich aus einer vorangegangenen Handlung ergibt. Daher muss der

Hauptsatz, in dem die Aussage steht, immer zuerst stehen. Hinter dem HS folgt der NS (=Konsekutivsatz). Die

mögliche Konjunktion lautet: so dass*.

* (Laut der neuen Rechtschreibreform von 2006 sind beide Schreibweisen erlaubt: so dass oder sodass)

Hauptsatz Nebensatz / Infinitivkonstruktion

Der Sommer war viel zu heiß. Es gab über Monate keinen

Regen. Was war die Folge?

Es war so heiß, dass viele ältere Menschen starben.

Es gab viel zu wenig Wasser, so dass viele Pflanzen eingingen.

Es fielen keine Niederschläge, so dass es vielerorts zu Waldbränden kam.

Es war so trocken, dass viele Flüsse und Seen austrockneten.

Die Konjunktion "so dass" leitet einen NS ein. "So" kann aber auch vor einem Adjektiv im HS stehen, dann
genügt "dass" als Nebensatz einleitende Konjunktion.

2) Nominalisierung

Eine konsekutive Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "infolge" (+ Genitiv) oder "infolge von" (+ Dativ):

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als konditionale Angabe

Infolge der großen Hitze starben viele ältere Menschen.

Infolge des Wassermangels gingen viele Pflanzen ein.

Infolge mangelnder Niederschläge kam es vielerorts zu Waldbränden.

Viele Flüsse und Seen trockneten infolge der Trockenheit aus.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

3) Konsekutive Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.

Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz


• Nominalstil = Hauptsatz.

• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

1
Die möglichen Adverbien lauten "also", "daher", "darum", "deshalb", "deswegen", "folglich" und

"infolgedessen". Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3. Diese Adverbien haben keine inverse Struktur, weil

die Aussage immer vor der Folge stehen muss.

Hauptsatz 1 Hauptsatz 2

Pos. 1 Verb Mittelfeld / Ende

Der Sommer war viel zu heiß. Infolgedessen starben viele ältere Menschen.

Es gab viel zu wenig Wasser. Viele Pflanzen gingen deshalb ein.

Es fielen keine Niederschläge. Folglich kam es vielerorts zu Waldbränden.

Der Sommer war sehr trocken. Daher trockneten Viele Flüsse und Seen aus.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien Präpositionen

also
daher
darum
sodass (HS + NS) deshalb infolge (+ Genitiv)
so + Adj., dass (HS + NS) deswegen infolge von (+ Dativ)

folglich

infolgedessen
alle Adverbien Position 1 oder 3 (HS + HS)

2
Temporalsätze
1) Was man über Temporalsätze wissen sollte.

Temporale Aussagen sind stets freiwillige Angaben und sind für einen Satz nicht notwendige Satzglieder.
Grundsätzlich können temporale Angaben auf folgender Weise ausgedrückt werden:

• Temporale Adverbien
• Temporale Präpositionen
• Zeitausdrücke als Angabe im Akkusativ
• Temporale Nebensätze

Temporalsätze sind Nebensätze und werden stets mit einer Konjunktion eingeleitet. Es gibt
verschiedene Konjunktionen, die einen Temporalsatz einleiten können. Sie geben Informationen über den
Beginn, das Ende und die Dauer eines Geschehens und ob etwas gleichzeitig oder ungleichzeitig passiert:

• Gleichzeitigkeit
o Temporale Nebensätze mit "wenn" und "als"
o Temporale Nebensätze mit "während"
o Temporale Nebensätze mit "seitdem"
o Temporale Nebensätze mit "solange"
o Temporale Nebensätze mit "bis"

• Ungleichzeitigkeit
o Temporale Nebensätze mit "bevor"
o Temporale Nebensätze mit "nachdem"
o Temporale Nebensätze mit "sobald"

1
Temporalsätze mit „wenn“ und „als“
1) Was man über Temporalsätze mit „wenn“ und „als“ wissen sollte.

Temporalsätze mit "wenn" und "als" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen zu einem Zeitpunkt aus.

Das passende Fragewort lautet "Wann"? Die Konjunktion "wenn" benutzt man für eine gleichzeitige Handlung in

der Zukunft und in der Gegenwart sowie für eine wiederholte Handlung in der Vergangenheit. Die Konjunktion

"als" wird nur für eine einmalige Handlung in der Vergangenheit benutzt.

Tempus Fragewort Konjunktion Wie oft?

wenn / (immer) wenn; einmalige Handlung /


Zukunft wann?
(jedes Mal) wenn mehrmalige Handlungen

(immer) wenn;
Gegenwart wann? mehrmalige Handlungen
(jedes Mal) wenn

(immer) wenn;
Vergangenheit wann? mehrmalige Handlungen
(jedes Mal) wenn

Vergangenheit wann? als einmalige Handlung

Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Wann kommst du nach Hause?

Ich komme nach Hause, wenn die Dämmerung beginnt.

Wann ist das Kind glücklich?

Das Kind ist (immer) glücklich, wenn die Oma zu Besuch kommt.

Wann hat das Mädchen geweint?

Es hat (jedes Mal) bitterlich geweint, wenn sie Liebeskummer hatte.

Wann ist Rolf ausgewandert?

Er ist ausgewandert, als er 28 Jahre alt war.

Wann sind Simons Eltern gestorben?

Simons Eltern sind gestorben, als er noch ein kleiner Junge war.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Wenn die Dämmerung beginnt, komme ich nach Hause.

(Immer) wenn die Oma zu Besuch kommt, ist das Kind glücklich.

Wenn das Mädchen Liebeskummer hatte, hat es (jedes Mal) bitterlich geweint.

Als Rolf 28 Jahre alt war, ist er ausgewandert.

Als Simon noch ein kleiner Junge war, sind seine Eltern gestorben.

1
2) Nominalisierung

Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "an", "bei", "in" und "mit":

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

Bei Beginn der Dämmerung komme ich nach Hause.

Bei Omas Besuchen ist das Kind immer glücklich.

Bei Liebeskummer weinte das Mädchen immer bitterlich.

Rolf ist mit 28 Jahren ausgewandert.

Simons Eltern sind bereits in seiner Kindheit gestorben.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


• Alle Präpositionen verlangen den Dativ.

3) Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz


• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Alternativ können die temporalen Adverbien "damals" oder "da" verwendet werden. Sie werden allerdings nur in
der Vergangenheit benutzt und stehen meist auf Position 1, seltener auf Position 3. Sie verlangen eine inverse
Struktur.

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2

Rolf war erst 28 Jahre alt. Da(mals) ist er ausgewandert.

Simon war noch ein kleiner Junge. Da sind seine Eltern gestorben.

verbal / nominal

NS / HS Als Simon noch ein kleiner junge war, sind seine Eltern gestorben.

HS / NS Simons Eltern sind gestorben, als er noch ein kleiner Junge war.

HS In Simons Kindheit sind seine Eltern gestorben.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien = inverse Struktur Präpositionen

wenn (HS + NS / NS + HS)


da (HS + HS) an (+ Dativ)
(für Zukunft, Gegenwart,
damals (HS + HS) bei (+ Dativ)
Wiederholung in der Vergangenheit)
Position 1 / in (+ Dativ)
als (NS + HS / HS + NS)
nur in der Vergangenheit mit (+ Dativ)
(nur für einmal in der Vergangenheit)

2
Temporalsätze mit „während“ und „solange“
1) Was man über Temporalsätze mit „während“ und „solange“ wissen sollte.

Temporalsätze mit "während" und "solange" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen zu einem

Zeitpunkt aus. Dabei laufen zwei Vorgänge parallel zueinander. Beide Konjunktionen können in allen Zeiten

(Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit) benutzt werden.

Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Die Hausfrau stopft die Socken, während ihr Mann sich die Fußballübertragung ansieht.

Heike telefonierte ständig, während sie kochte.

Jochen hat fünf Flaschen Bier getrunken, während er in der Badewanne gesessen hat.

Die Hausfrau bringt die Küche in Ordnung, während die Kinder ihre Hausaufgaben machen.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Solange der Mann sich die Fußballübertragung ansieht, stopft die Hausfrau die Socken.

Während Heike kochte, telefonierte sie ständig.

Während Jochen in der Badewanne gesessen hat, hat er fünf Flaschen Bier getrunken.

Solange die Kinder ihre Hausaufgaben machen, bringt die Mutter die Küche in Ordnung.

2) Nominalisierung

Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die

passende Präposition lautet: "während":

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

Während der Fußballübertragung stopft seine Frau die Socken.

Während des Kochens telefonierte Heike ständig.

Jochen hat während des Badens fünf Flaschen Bier getrunken.

Während des Aufräumens machen ihre Kinder ihre Hausaufgaben.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

• Die Präposition "während" verlangt den Genitiv.

1
3) Temporale Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.

Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz


• Nominalstil = Hauptsatz.

• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Alternativ können die temporalen Adverbien "währenddessen" oder "solange" verwendet werden. Eine inverse

Struktur ist nicht zwingend notwendig, da beide Handlungen parallel verlaufen. Meist stehen diese Adverbien auf

Position 1, können aber auch auf Position 3 gestellt werden.

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2

Der Mann sieht sich die


Solange stopft seine Frau die Socken.
Fußballübertragung an.

Heike kochte. Währenddessen telefonierte sie ständig.

Jochen hat in der Badewanne


Währenddessen hat er fünf Flaschen Bier getrunken.
gesessen.

Die Hausfrau bringt die Küche


Währenddessen machen die Kinder ihre Hausaufgaben.
in Ordnung.

verbal / nominal

NS / HS Während Heike kochte, telefonierte sie ständig.

HS / NS Heike telefonierte ständig, während sie kochte.

HS Während des Kochens telefonierte Heike ständig.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien = inverse Struktur Präpositionen

währenddessen (HS + HS)


während (HS + NS / NS + HS)
solange (HS + HS) während (+ Genitiv)
solange (NS + HS / HS + NS)
meist Position 1 (oder 3)

2
Temporalsätze mit „bevor“ und „ehe“
1) Was man über Temporalsätze mit „bevor“ und „ehe“ wissen sollte.

Temporalsätze mit "bevor" und "ehe" drücken eine Ungleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Die Handlung

des Hauptsatzes tritt dabei zuerst ein, die Handlung des Nebensatzes folgt nach dem Hauptsatz. Beide Verben,

sowohl der HS als auch der NS, haben bei diesen Konjunktionen das gleiche Tempus.

Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Wasch dir die Hände, bevor du dich an den Tisch setzt.

Hugo überlegte noch kurz, bevor er sie das erste Mal küsste.

Das Kind muss seine Hausaufgaben machen, ehe es mit seinen Freunden spielen darf.

Doris las das Buch aus, bevor sie sich schlafen legte.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Bevor du dich an den Tisch setzt, wasch dir deine Hände.

Bevor Hugo sie das erste Mal küsste, überlegte er noch kurz.

Bevor das Kind mit seinen Freunden spielen darf, muss es seine Hausaufgaben machen.

Ehe Doris sich schlafen legte, las sie das Buch aus.

2) Nominalisierung

Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die

passende Präposition lautet: "vor":

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

Wasch dir vor dem Hinsetzen (an den Tisch) deine Hände.

Vor dem ersten Kuss überlegte Hugo noch kurz.

Das Kind muss vor dem Spielen mit seinen Freunden seine Hausaufgaben machen.

Vor dem Schlafen las Doris das Buch noch aus.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

• Die Präposition "vor" verlangt den Dativ.

1
3) Temporale Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.

Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz


• Nominalstil = Hauptsatz.

• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Alternativ können die temporalen Adverbien "davor", "vorher" oder "zuvor" verwendet werden. Diese

Adverbien verlangen eine inverse Struktur. Sie können auf Position 1 oder 3 gestellt werden.

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Pos. 1 Verb Mittelfeld / Ende Verb 2

Du möchtest dich an den Tisch setzen? Wasch dir vorher deine Hände.

Hugo küsste sie das erste Mal. Zuvor überlegte er jedoch noch kurz.

Das Kind darf mit seinen Freunden spielen. Davor muss es aber seine Hausaufgaben machen.

Doris legte sich endlich schlafen. Vorher las sie allerdings das Buch noch aus.

verbal / nominal

NS / HS Bevor du dich an den Tisch setzt, wasch dir deine Hände.

HS / NS Du sollst dir deine Hände waschen, bevor du dich an den Tisch setzt.

HS Wasch dir vor dem Hinsetzen deine Hände.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien = inverse Struktur Präpositionen

zuvor (HS + HS)


bevor (HS + NS / NS + HS) vorher (HS + HS)
vor (+ Dativ)
ehe (NS + HS / HS + NS) davor (HS + HS)

Position 1 oder 3

2
Temporalsätze mit „nachdem“
1) Was man über Temporalsätze mit „nachdem“ wissen sollte.

Temporalsätze mit "nachdem" drücken eine Ungleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Die Handlung des
Nebensatzes tritt dabei zuerst ein, die Handlung des Hauptsatzes folgt nach dem Nebensatz (invers zu der
Konjunktion bevor). Das Verb des Nebensatzes steht dabei eine Zeitstufe vor dem Verb des Hauptsatzes. Es gilt:

Hauptsatz + Nebensatz

Zukunft + Vergangenheit*

Gegenwart + Vergangenheit*

Vergangenheit* + Plusquamperfekt

*Vergangenheit: Sowohl das Präsens als auch das Präteritum bilden die gleiche Zeitstufe! Der Unterschied liegt
alleinig in ihrer Verwendung. Vergleiche: Präteritum, Perfekt sowie Plusquamperfekt.

Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Du setzt dich erst an den Tisch, nachdem du dir deine Hände gewaschen hast.

Hugo küsste sie das erste Mal, nachdem er kurz überlegt hatte.

Das Kind darf mit seinen Freunden spielen, nachdem es seine Hausaufgaben gemacht hat.

Doris legte sich schlafen, nachdem sie das Buch ausgelesen hatte.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Nachdem du dir deine Hände gewaschen hast, kannst du dich an den Tisch setzen.

Nachdem Hugo kurz überlegt hatte, küsste er sie das erste Mal.

Nachdem das Kind seine Hausaufgaben gemacht hat, darf es mit seinen Freunden spielen.

Nachdem Doris das Buch ausgelesen hatte, legte sie sich schlafen.

Vergleiche: Temporale Nebensätze mit "bevor"

2) Nominalisierung

Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion formuliert werden. Die
passende Präposition lautet: "nach":

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

Setz dich erst nach dem Händewaschen an den Tisch.

Nach kurzem Überlegen küsste Hugo sie das erste Mal.

Das Kind darf nach den Hausaufgaben mit seinen Freunden spielen.

Nach dem Lesen legte sich Doris schlafen.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


• Die Präposition "nach" verlangt den Dativ.

1
3) Temporale Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.

Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

• Nominalstil = Hauptsatz.

• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Alternativ können die temporalen Adverbien "anschließend", "danach", "dann" oder "daraufhin" verwendet

werden. Diese Adverbien verlangen eine inverse Struktur. Meist werden sie auf Position 1 gestellt. Position 3 ist

möglich, aber seltener. Beide Hauptsätze haben das gleiche Tempus!

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2

Zuerst wäschst du dir deine Hände. Dann darfst du dich an den Tisch setzen.

Zuerst überlegte Hugo kurz. Daraufhin küsste er sie das erste Mal.

Erst muss das Kind seine Hausaufgaben machen. Danach darf es mit seinen Freunden spielen.

Doris las zuerst das Buch aus. Daraufhin legte sie sich schlafen.

verbal / nominal

NS / HS Nachdem du dir die Hände gewaschen hast, setz dich bitte an den Tisch.

HS / NS Du kannst dich an den Tisch setzen, nachdem du dir die Hände gewaschen hast.

HS Setz dich nach dem Händewaschen an den Tisch.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien = inverse Struktur Präpositionen

anschließend (HS + HS)


danach (HS + HS)
nachdem (HS + NS / NS + HS)
dann (HS + HS) nach (+ Dativ)
(Vorzeitigkeit)
daraufhin (HS + HS)

Position 1 (oder 3)

Vergleiche: Temporale Nebensätze mit "bevor"

2
Temporalsätze mit „seitdem“
1) Was man über Temporalsätze mit „seitdem“ wissen sollte.

Temporalsätze mit "seitdem" oder "seit" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Die Handlung
des Nebensatzes beginnt in der Vergangenheit und dauert bis zur Gegenwart. Der Hauptsatz steht im Präsens.
Das Fragewort lautet "Seit wann?" (oder "Wie lange?").

Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Seit wann lernen Sie Deutsch?

Ich lerne Deutsch, seitdem ich in Deutschland lebe.

Seit wann lieben Sie ihre Frau?

Ich liebe sie, seit wir uns das erste Mal begegnet sind.

Seit wann arbeiten Sie schon in dieser Firma?

Ich arbeite hier, seitdem ich verlobt bin.

Wie lange liegen Sie jetzt schon im Krankenhaus?

Ich liege im Krankenhaus, seitdem ich den schweren Arbeitsunfall hatte.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Seitdem ich in Deutschland lebe, lerne ich Deutsch.

Seitdem wir uns das erste Mal begegnet sind, liebe ich Susanne.

Seitdem ich verlobt bin, arbeite ich in dieser Firma.

Seitdem ich den schweren Arbeitsunfall hatte, liege ich im Krankenhaus

2) Nominalisierung

Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die

passende Präposition lautet: "seit":

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

Ich lerne seit meiner Ankunft in Deutschland Deutsch.

Seit unserer ersten Begegnung liebe ich Susanne.

In dieser Firma arbeite ich schon seit meiner Verlobung.

Seit meinem schweren Arbeitsunfall muss ich im Krankenhaus liegen.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.

• Die Präposition "nach" verlangt den Dativ.

1
3) Temporale Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.

Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz


• Nominalstil = Hauptsatz.

• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Alternativ können die temporalen Adverbien "seitdem" oder "seither" verwendet werden. Diese Adverbien

verlangen eine inverse Struktur. Sie werden auf Position 1 oder 3 gestellt.

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Pos. 1 Verb Mittelfeld Verb 2

Ich lebe seit 2 Jahren in Deutschland. Seitdem lerne ich Deutsch.

Ich bin Susanne das erst Mal auf einer Party begegnet. Seither liebe ich sie.

Wir haben uns am 04.04.02 verlobt. Seitdem arbeite ich auch in dieser Firma.

Anfang April hatte ich einen schweren Arbeitsunfall. Ich muss seither im Krankenhaus liegen.

verbal / nominal

NS / HS Seitdem ich ihr das erste Mal begegnet bin, liebe ich sie.

HS / NS Ich liebe sie, seitdem ich ihr das erste Mal begegnet bin.

HS Seit unserer ersten Begegnung liebe ich sie.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien = inverse Struktur Präpositionen

seitdem (HS + HS)


seitdem (HS + NS / NS + HS)
seither (HS + HS) seit (+ Dativ)
seit (NS + HS / HS + NS)
Position 1 (oder 3)

2
Temporalsätze mit „sobald“
1) Was man über Temporalsätze mit „sobald“ wissen sollte.

Temporalsätze mit "sobald" und "sowie" drücken eine Ungleichzeitigkeit zweier Handlungen aus und
beschreiben eine unmittelbare Abfolge zweier Handlungen. Das Fragewort lautet "Wann?". Die Handlung des
Nebensatzes ist beendet, bevor die Handlung des Hauptsatzes beginnt. Das Verb des Nebensatzes steht dabei
eine Zeitstufe vor dem Verb des Hauptsatzes. Es gilt:

Hauptsatz + Nebensatz

Zukunft + Vergangenheit*

Gegenwart + Vergangenheit*

Vergangenheit* + Plusquamperfekt

*Vergangenheit: Sowohl das Präsens als auch das Präteritum bilden die gleiche Zeitstufe! Der Unterschied liegt
alleinig in ihrer Verwendung. Vergleiche: Präteritum, Perfekt sowie Plusquamperfekt.

Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Wann kommst du nach Hause?

Ich komme nach Hause, sobald ich mit der Arbeit fertig geworden bin.

Wann mähst du den Rasen?

Ich mähe den Rasen, sobald ich den Wagen gewaschen habe.

Wann sind Sie nach Deutschland gekommen?

Ich bin nach Deutschland gekommen, sowie der Krieg ausgebrochen war.

Wann wurde der Eigentümer benachrichtigt?

Der Eigentümer wurde benachrichtigt, sobald man den Schaden festgestellt hatte.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Sobald ich mit der Arbeit fertig geworden bin, komme ich nach Hause.

Sobald ich den Wagen gewaschen habe, mähe ich den Rasen.

Sobald der Krieg ausgebrochen war, bin ich nach Deutschland gekommen.

Sowie man den Schaden festgestellt hatte, wurde der Eigentümer benachrichtigt.

2) Nominalisierung

Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauteten: "gleich nach" oder "sofort nach":

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

Ich komme sofort nach der Arbeit nach Hause.

Gleich nach der Wagenwäsche mähe ich den Rasen.

Sofort nach dem Kriegsausbruch bin ich nach Deutschland gekommen.

Der Eigentümer wurde gleich nach Feststellung des Schadens benachrichtigt.

1
• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.
• Die Präpositionen "nach" und "gleich nach" verlangen den Dativ.

3) Temporale Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.

Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz


• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Eine zeitliche Abfolge kann mit den temporalen Adverbien "zuerst", "erst", "anschließend" oder "dann" in

Kombination mit "sofort" oder "gleich" wiedergegeben werden. Die Adverbien werden auf Position 1 oder 3

gestellt.

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2

Zuerst muss ich die Arbeit


Erst dann kann ich nach Hause gehen.
beenden.

Zuerst wasche ich den Wagen. Anschließend mähe ich gleich den Rasen.

Der Krieg war ausgebrochen. Danach ging er sofort nach Deutschland.

Der Schaden wurde festgestellt. Sofort danach wurde der Eigentümer benachrichtigt.

verbal / nominal

NS / HS Sobald die Arbeit beendet ist, komme ich nach Hause.

HS / NS Ich komme nach Hause, sobald die Arbeit beendet ist.

HS Gleich nach der Arbeit komme ich nach Hause.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien Präpositionen

erst (HS + HS)

zuerst (HS + HS)


anschließend (HS + HS)
sobald (HS + NS / NS + HS) gleich nach (+ Dativ)
danach (HS + HS)
sowie (NS + HS / HS + NS) sofort nach (+ Dativ)
dann (HS + HS)
Position 1 oder 3

in Kombination mit "gleich" "sofort"

2
Temporalsätze mit „solange“
1) Was man über Temporalsätze mit „solange“ wissen sollte.

Temporalsätze mit "solange" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Das Ende der Handlung ist

zeitgleich. Das Fragewort lautet "Wie lange?".

Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Wie lange dürfen die Inselbewohner nicht mehr in ihr Dorf

zurückkehren?

Die Inselbewohner dürfen nicht mehr in ihr Dorf zurückkehren, solange der Vulkan aktiv ist.

Wie lange muss das Kind still sitzen bleiben?

Das Kind muss still sitzen bleiben, solange der Frisör seine Haare schneidet.

Wie lange müssen wir noch im Stau stehen?

Wir müssen im Stau stehen, solange die Autobahn gesperrt bleibt.

Wie lange bleibt der Schnee liegen?

Der Schnee bleibt liegen, solange der Winter bleibt.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Solange der Vulkan aktiv ist, dürfen die Bewohner nicht in ihr Dorf zurückkehren.

Solange der Frisör die Haare schneidet, muss das Kind still sitzen bleiben.

Solange die Autobahn gesperrt bleibt, müssen wir im Stau stehen bleiben.

Solange der Winter bleibt, bleibt auch der Schnee liegen.

2) Nominalisierung

Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die

passenden Präpositionen lauteten: "während":

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

Die Inselbewohner dürfen während der Vulkanaktivitäten nicht in ihr Dorf zurückkehren.

Während des Haareschneidens muss das Kind still sitzen bleiben.

Während der Autobahnsperrung müssen wir im Stau stehen bleiben.

Während des ganzen Winters bleibt der Schnee liegen.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


• Die Präposition "während" verlangt den Genitiv.

1
3) Temporale Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.

Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz


• Nominalstil = Hauptsatz.

• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Eine temporale Aussage kann mit dem temporalen Adverb "solange" wiedergegeben werden. Es wird auf Position

1 oder 3 gestellt. Das Adverb verlangt eine inverse Satzstruktur.

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Pos. 1 Verb Mittelfeld Verb 2

Der Vulkan ist noch aktiv. Solange dürfen die Bewohner nicht zurückkehren.

Der Frisör schneidet die Haare des Kindes. Es muss solange still sitzen bleiben.

Die Autobahn ist nach dem Unfall noch gesperrt. Solange müssen die Autofahrer im Stau stehen bleiben.

Der Winter bleibt bis März. Solange bleibt auch der Schnee liegen.

verbal / nominal

NS / HS Solange der Winter bleibt, bleibt auch der Schnee liegen.

HS / NS Der Schnee bleibt liegen, solange der Winter bleibt.

HS Während des Winters bleibt der Schnee liegen.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien / invers Präpositionen

solange (HS + HS)


solange (HS + NS / NS + HS) während (+ Genitiv)
Position 1 oder 3

2
Temporalsätze mit „bis“
1) Was man über Temporalsätze mit „bis“ wissen sollte.

Temporalsätze mit "bis" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Der Hauptsatz gibt eine
laufende Handlung an. Der Nebensatz gibt ein zweites Geschehen an und definiert zeitgleich einen Endpunkt
beider Handlungen. Das Fragewort lautet "Bis wann?".

Hauptsatz + Nebensatz

Hauptsatz Nebensatz

Bis wann haben seine Eltern ihn finanziell unterstützt?

Seine Eltern haben ihn finanziell unterstützt, bis er seine Doktorarbeit geschrieben hat.

Bis wann hast du in Münster gewohnt?

Ich habe in Münster gewohnt, bis ich geheiratet habe.

Bis wann sollen Kinder bei ihren Eltern wohnen?

Kinder sollen bei ihren Eltern wohnen, bis sie finanziell unabhängig sind.

Bis wann hat das Freibad geöffnet?

Das Freibad hat geöffnet, bis die Badesaison zu Ende geht.

Nebensatz + Hauptsatz

Nebensatz Hauptsatz

Bis Hans seine Doktorarbeit geschrieben hat, haben ihn seine Eltern finanziell unterstützt.

Bis ich geheiratet habe, habe ich in Münster gewohnt.

Bis die Kinder finanziell unabhängig sind, sollen sie bei ihren Eltern wohnen.

Bis die Badesaison zu Ende geht, hat das Freibad geöffnet.

2) Nominalisierung

Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passende Präposition lautetet: "bis zu":

Hauptsatz mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion als temporale Angabe

Die Eltern von Hans haben ihn bis zu seiner Doktorarbeit finanziell unterstützt.

Bis zu meiner Hochzeit habe ich in Münster gewohnt.

Bis zur finanziellen Unabhängigkeit sollen die Kinder bei ihren Eltern wohnen.

Bis zum Ende der Badesaison hat das Freibad bis 20:00 Uhr geöffnet.

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


• Die Präposition "bis (zu)" verlangt den Dativ.

1
3) Temporale Adverbien

Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.

Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:

• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz

• Nominalstil = Hauptsatz.

• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Eine temporale Aussage kann mit dem temporalen Adverb "bis dahin" wiedergegeben werden. Es wird

auf Position 1 oder 3 gestellt. Das Adverb verlangt eine inverse Satzstruktur.

Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2

Hans hat seine Doktorarbeit


Bis dahin haben ihn seine Eltern finanziell unterstützt.
geschrieben.

Im September 2003 habe ich


Ich habe bis dahin in Münster gewohnt.
geheiratet.

Die Kinder werden bald finanziell


Bis dahin sollen sie bei den Eltern wohnen bleiben.
unabhängig.

Im September geht die Badesaison


Bis dahin bleibt das Freibad bis 20:00 Uhr geöffnet.
zu Ende.

verbal / nominal

NS / HS Bis die Badesaison zu Ende geht, bleibt das Freibad geöffnet.

HS / NS Das Freibad bleibt geöffnet, bis die Badesaison zu Ende geht.

HS Bis zum Ende der Badesaison bleibt das Freibad geöffnet.

4) Übersicht

verbal nominal

Konjunktionen Adverbien / invers Präpositionen

bis dahin (HS + HS)


bis (HS + NS / NS + HS) bis zu (+ Dativ)
Position 1 oder 3

2
Liste unregelmäßiger Verben

Gebrauchsanweisung:

• brennen = Das Haus brennt.

o Das Verb "brennen" hat nur eine Nominativ-Ergänzung.


• essen Akk = Ich esse einen Apfel.

o Das Verb "essen" hat eine Nominativ-Ergänzung und eine Akkusativ-Ergänzung.


• helfen Dat = Mein Onkel hilft meiner Tante.

o Das Verb "helfen" hat eine Nominativ-Ergänzung und eine Dativ-Ergänzung.


• geben Dat Akk = Der Gast gibt dem Kellner 2 Euro Trinkgeld.

o Das Verb "geben" hat eine Nominativ-Ergänzung, eine Dativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.
• schreiben (Dat) Akk = Meine Brieffreundin hat (mir) einen Brief geschrieben.

o Eine Klammer (Dat) kann wegfallen. Das gilt ebenso für (Akk / Inf. / Situativ-Erg.)
• befehlen Dat Akk / Inf. = Er befiehlt es mir. / Er befiehlt mir, die Tür zuzumachen.

o Das Verb "befehlen" hat entweder eine Akkusativ-Ergänzung oder eine Infinitiv-Ergänzung.

• leiden an = Unsere Nachbarin leidet an einer schweren Krankheit.


o Das Verb "leiden" hat eine Präpositional-Ergänzung.
• beginnen mit / Inf. = Wir beginnen jetzt mit dem Test. / Wir beginnen jetzt (damit), den Test zu schreiben.
o Das Verb "beginnen" hat eine Präpositional-Ergänzung und / oder eine Infinitiv-Ergänzung.
• bleiben Situativ = Ich bleibe heute zu Hause.
o Das Verb "bleiben" hat eine Situativ-Ergänzung.

• gehen Direktiv = Ich gehe heute Abend in die Disko.

o Das Verb "gehen" hat eine Direktiv-Ergänzung.

Infinitiv + Ergänzung 3. Person Präsens 3. Person Präteritum Hilfsverb + Partizip II

backen (Dat) Akk backt / bäckt backte / buk hat gebacken

befehlen Dat Akk / Inf. befiehlt befahl hat befohlen

beginnen mit / Inf. beginnt begann hat begonnen

beißen Akk beißt biss hat gebissen

bergen Akk birgt barg hat geborgen

betrügen Akk betrügt betrog hat betrogen

biegen Akk biegt bog hat gebogen

bieten Dat Akk bietet bot hat geboten

binden Akk bindet band hat gebunden

bitten Akk bittet bat hat gebeten

blasen bläst blies hat geblasen

bleiben Situativ-Erg. bleibt blieb ist geblieben

braten (Dat) Akk brät briet hat gebraten

brechen (Dat) Akk bricht brach hat gebrochen

D
1
Infinitiv + Ergänzung 3. Person Präsens 3. Person Präteritum Hilfsverb + Partizip II

brennen brennt brannte hat gebrannt

bringen Dat Akk bringt brachte hat gebracht

denken an / über denkt dachte hat gedacht

ein|dringen in + Akk dringt ... ein drang ... ein ist eingedrungen

empfangen Akk empfängt empfing hat empfangen

empfehlen Dat Akk / Inf. empfiehlt empfahl hat empfohlen

empfinden Akk empfindet empfand hat empfunden

erlöschen erlischt erlosch ist erloschen

erschrecken (intr.) erschrickt erschrak ist erschrocken

erwägen Akk / Inf. erwägt erwog hat erwogen

essen Akk isst aß hat gegessen

fahren Dir.-Erg./(Akk)/mit fährt fuhr ist (hat) gefahren

fallen (Dir.-Erg.) fällt fiel ist gefallen

fangen Akk fängt fing hat gefangen

finden Akk findet fand hat gefunden

fliegen (Dir.-Erg.) / (Akk) fliegt flog ist / (hat) geflogen

fliehen vor flieht floh ist geflohen

fließen Dir.-Erg. fließt floss ist geflossen

fressen Akk frisst fraß hat gefressen

frieren Akk friert fror hat gefroren

gebären Akk gebärt (gebiert) gebar (ist) hat geboren

geben Dat Akk gibt gab hat gegeben

gedeihen gedeiht gedieh ist gediehen

gehen Dir.-Erg. geht ging ist gegangen

gelingen Dat (Inf.) gelingt gelang ist gelungen

gelten gilt galt hat gegolten

genießen Akk (Inf.) genießt genoss hat genossen

geraten in + Akk gerät geriet ist geraten

geschehen Dat Akk geschieht geschah ist geschehen

gewinnen (Akk) gewinnt gewann hat gewonnen

gießen Akk gießt goss hat gegossen

gleichen Dat gleicht glich hat geglichen

gleiten gleitet glitt ist geglitten

graben Akk gräbt grub hat gegraben

greifen (Dat) Akk greift griff hat gegriffen

2
Infinitiv + Ergänzung 3. Person Präsens 3. Person Präteritum Hilfsverb + Partizip II

haben Akk hat hatte hat gehabt

halten Akk hält hielt hat gehalten

hängen Situativ-Erg. hängt hing hat gehangen

hängen Akk Dir.-Erg. hängt hängte hat gehängt

heben Akk hebt hob hat gehoben

heißen (2 x Nom.-Erg.!) heißt hieß hat geheißen

helfen Dat hilft half hat geholfen

kennen Akk kennt kannte hat gekannt

klingen klingt klang hat geklungen

kneifen (Akk) kneift kniff hat gekniffen

kommen [Link]. kommt kam ist gekommen

kriechen (Dir.-Erg.) kriecht kroch ist gekrochen

laden Akk lädt lud hat geladen

lassen Akk lässt ließ hat gelassen

laufen (Dir.-Erg.) läuft lief ist gelaufen

leiden an / unter leidet litt hat gelitten

leihen Dat Akk leiht lieh hat geliehen

lesen Akk liest las hat gelesen

liegen Situativ-Erg. liegt lag hat gelegen

lügen lügt log hat gelogen

meiden Akk meidet mied hat gemieden

messen Akk misst maß hat gemessen

misslingen Dat (Inf.) misslingt misslang ist misslungen

nehmen (Dat) Akk nimmt nahm hat genommen

nennen (Dat) Akk nennt nannte hat genannt

pfeifen (Akk) pfeift pfiff hat gepfiffen

preisen Akk preist pries hat gepriesen

quellen quillt quoll ist gequollen

raten Dat Akk / Inf. rät riet hat geraten

reiben Akk reibt rieb hat gerieben

reißen Akk (in/an + Akk) reißt riss hat gerissen

reiten (Akk) reitet ritt ist (hat) geritten

rennen Dir.-Erg. rennt rannte ist gerannt

riechen (Akk) riecht roch hat gerochen

ringen Akk ringt rang hat gerungen

3
Infinitiv + Ergänzung 3. Person Präsens 3. Person Präteritum Hilfsverb + Partizip II

rinnen Dir.-Erg. rinnt rann ist geronnen

rufen Akk ruft rief hat gerufen

saufen (Akk) säuft soff hat gesoffen

schaffen Akk (Inf.) schafft schuf hat geschaffen

scheiden scheidet schied hat geschieden

scheinen scheint schien hat geschienen

scheren Akk schert schor hat geschoren

schieben Akk Dir.-Erg. schiebt schob hat geschoben

schießen (Akk) schießt schoss hat geschossen

s. schinden schindet schund hat geschunden

schlafen (Situativ-Erg.) schläft schlief hat geschlafen

schlagen Akk schlägt schlug hat geschlagen

schleichen schleicht schlich ist geschlichen

schließen Akk schließt schloss hat geschlossen

schlingen Akk schlingt schlang hat geschlungen

schmeißen Akk (Dir.-Erg.) schmeißt schmiss hat geschmissen

schmelzen schmilzt schmolz ist/hat geschmolzen

schneiden (Dat) Akk schneidet schnitt hat geschnitten

schreiben (Dat) Akk schreibt schrieb hat geschrieben

schreien schreit schrie hat geschrien

schreiten schreitet schritt ist geschritten

schweigen schweigt schwieg hat geschwiegen

schwellen schwillt schwoll ist geschwollen

schwimmen schwimmt schwamm ist geschwommen

schwinden (Dat / Akk) schwindet schwand ist geschwunden

schwingen schwingt schwang hat geschwungen

schwören Dat Akk schwört schwor hat geschworen

sehen Akk sieht sah hat gesehen

sein Situativ-Erg. ist war ist gewesen

senden Dat Akk sendet sandte hat gesandt

singen (Dat) Akk singt sang hat gesungen

sinken sinkt sank ist gesunken

sinnen Dat nach + Dat sinnt sann hat gesonnen;

sitzen Situativ-Erg. sitzt saß hat gesessen

spinnen (Akk) spinnt spann hat gesponnen

4
Infinitiv + Ergänzung 3. Person Präsens 3. Person Präteritum Hilfsverb + Partizip II

sprechen mit + Dat spricht sprach hat gesprochen

sprießen sprießt spross ist gesprossen

springen [Link]. springt sprang ist gesprungen

stechen Akk sticht stach hat gestochen

stehen Situativ-Erg. steht stand hat gestanden

stehlen (Dat) Akk stiehlt stahl hat gestohlen

steigen Dir.-Erg. steigt stieg ist gestiegen

sterben an stirbt starb ist gestorben

stinken (nach + Dat) stinkt stank hat gestunken

streichen Akk streicht strich hat gestrichen

s. streiten mit streitet stritt hat gestritten

tragen Akk trägt trug hat getragen

treffen Akk trifft traf hat getroffen

treiben Situativ-Erg. treibt trieb hat getrieben

treten Akk tritt trat hat getreten

trinken Akk trinkt trank hat getrunken

tun (Dat) Akk tut tat hat getan

verderben (Dat) Akk verdirbt verdarb hat verdorben

vergessen Dat Akk / Inf. vergisst vergaß hat vergessen

verlieren Akk / gegen verliert verlor hat verloren

wachsen wächst wuchs ist gewachsen

waschen (Dat) Akk wäscht wusch hat gewaschen

weichen von + Dat weicht wich ist gewichen

weisen Dat Akk weist wies hat gewiesen

werben um + Akk wirbt warb hat geworben

werden (2 x Nominativ!) wird wurde ist geworden

werfen Akk wirft warf hat geworfen

wiegen wiegt wog hat gewogen

wissen Akk weiß wusste hat gewusst

ziehen (Dat) Akk zieht zog hat gezogen

zwingen Akk zu + Dat zwingt zwang hat gezwungen

5
Liste Kasusergänzungen der Verben

Gebrauchsanweisung:

• etw = Sache + Akkusativ


o etw ab|sagen = Herr Gansel hat den Termin abgesagt.
• jdn = Person + Akkusativ
o jdn ab|holen = Der Chef holt den Geschäftspartner persönlich vom Flughafen ab.
• s. = reflexives Pronomen im Akkusativ
o s. benehmen = Benimm dich!
• jdm = Person + Dativ
o jdm ähneln = Die Tochter ähnelt ihrer Mutter überhaupt nicht.
• s. = reflexives Pronomen im Dativ
o s. etw ab|gewöhnen = Warum gewöhnst du dir das Rauchen nicht ab?
• ( ) = Klammern (...) können im Satz verwendet werden, müssen aber nicht.
o ( jdm ) etw backen = Meine Großmutter backt ( dem Geburtstagskind ) einen Kuchen.

Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

etw ab|bauen Der Konzern will im nächsten Jahr 15.000 Stellen abbauen.

jdn. (etw) ab|fragen Könntest du mich ( die Englischvokabeln ) abfragen?

s. etw ab|gewöhnen Warum gewöhnst du dir das Rauchen nicht ab?

jdn ab|holen Gestern hat er seine Schwester vom Bahnhof abgeholt.

jdn (etw) ab|hören Die Mutter hörte ihre Tochter (die Vokabeln) ab.

jdm etw ab|kaufen Hermann kauft seinem Nachbarn sein Fahrrad ab.

etw ab|laden Der LKW-Fahrer hat die gebrachte Ware bereits abgeladen.

(etw) ab|nehmen Maria möchte (15 Kilo) abnehmen.

jdm etw ab|nehmen Nico hat mir meine neue Kappe abgenommen.

etw ab|sagen Martina hat die Einweihungsparty kurzfristig abgesagt.

etw ab|schaffen Man muss die Todesstrafe endlich abschaffen.

jdm etw ab|schlagen Sie konnte ihrer Tochter den Wunsch nicht abschlagen.

etw ab|schreiben (von) Der Schüler schreibt die Lösung(von der Tafel) ab.

jdm etw ab|verlangen Herr Niemand hat seinen Arbeitern zu viel abverlangt.

jdn achten Kinder sollten ihre Eltern achten.

jdm ähneln Der Junge ähnelt seinem Vater sehr.

jdn ärgern Große Brüder ärgern stets ihre kleineren Geschwister

jdm etw an|bieten Man hat ihr eine sehr gut bezahlte Stelle angeboten.

(jdm) etw an|drohen Der Halbstarke hat (dem kleinen Jungen) Schläge angedroht.

jdn / etw an|fahren Eine Autofahrerin hat gestern einen großen Hund angefahren.

etw an|fangen mit Warum hast du mit Heike etwas angefangen?

etw an|fassen Fass nicht die heiße Herdplatte an!

1
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

s. etw an|gewöhnen Mein Mann hat sich eine gewisse Faulheit angewöhnt.

jdn an|klagen Der Geschäftsführer hat den Mitarbeiter wegen Diebstahls angeklagt.

jdn an|lächeln Die junge Frau hat den Pizzabäcker sehr freundlich angelächelt.

etw an|nehmen Könnten Sie bitte dieses Paket für Frau H. annehmen?

jdn an|rufen Warum hast du mich gestern nicht angerufen?

jdn / etw an|sehen Sieh mich doch nicht so an!

s. jdn / etw an|sehen Siehst du dir heute auch den Film im ZDF an?

jdm etw an|tun Warum tust du mir das an?

jdm antworten Der Student konnte dem Professor nicht antworten.

jdm etw an|vertrauen Man kann ihr einfach kein Geheimnis anvertrauen.

jdm auf|fallen Die Neue ist mir noch gar nicht aufgefallen.

jdn auf|fordern zu Der Politiker fordert die Regierung zum Handeln auf.

jdn auf|halten (bei) Warum hältst du mich immer bei meiner Arbeit auf?

(jdm) etw auf|machen Torsten, könntest du (mir) bitte die Tür aufmachen?

etw auf|räumen Warum sollen wir jeden Tag unser Zimmer aufräumen?

(s.) etw auf|schreiben Ich habe (mir) ihre Telefonnummer aufgeschrieben.

etw aus|geben (für) Im Urlaub muss man immer viel Geld ausgeben.

etw aus|füllen Füllen Sie bitte diesen Antrag aus.

etw aus|machen Machen Sie bitte sofort die laute Musik aus.

s. etw aus|ziehen Das kleine Kind kann sich schon alleine den Pullover ausziehen.

jdm etw beantworten Ich werde Ihnen diese Frage nicht beantworten.

jdm begegnen Gestern bin ich einem alten Schulfreund begegnet.

jdm etw bei|bringen Der Vater hat seinen Kindern absolut nichts beigebracht.

jdm etwas beichten Klara, ich muss dir etwas beichten.

jdm berichten von Die Journalistin berichtete uns von der Katastrophe.

jdn beschuldigen Warum beschuldigst du immer nur mich?

jdm etw besorgen Friedrich hat mir 10 Flaschen Wein besorgt.

(jdm) etwas bestellen Hast du mir schon einen Kaffee bestellt?

jdm etw beweisen Beweise mir deine Liebe.

jdm etw bieten Die Karibik bietet den Touristen idyllische Strände.

jdm etw borgen Warum hast du ihm das Geld nicht geborgt?

(jdm) etw braten Mama, kannst du (mir) das Steak braten?

jdn / etw brauchen Ich könnte heute Abend deine Hilfe brauchen.

jdm etw bringen Tanja, könntest du mir mal bitte die Bohrmaschine bringen?

(jdm) etw buchstabieren Können Sie mir Ihren Namen buchstabieren?

2
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

jdm danken für Ich danke Ihnen für Ihre Mühe.

etw dar|stellen Was soll dieses Bild von Picasso darstellen?

jdm dienen Der Diener dient der Familie schon seit 30 Jahren.

jdm drohen Sie wollen mir vor all diesen Leuten drohen?

jdm ein|fallen Diese Idee ist mir gestern auf der Zugfahrt eingefallen.

etw ein|kaufen Heute muss ich Obst für meine kranke Nachbarin einkaufen.

jdn ein|laden Wir haben auch unsere Nachbarn zum Fest eingeladen.

(jdm) etw ein|packen Immer vergisst sie, ihre Zahnbürste einzupacken.

jdm etw ein|reden Warum redest du ihm nur Dummheiten ein?

jdn / etw empfangen Warum werden die Gäste von euch so unfreundlich empfangen?

jdm etw empfehlen Dieses Restaurant kann ich euch wärmstens empfehlen.

jdm entfallen Mir ist das deutsche Wort für "love" entfallen.

etw entfernen Man sollte diese Plagegeister entfernen.

etw enthalten Diese Substanz enthält sehr viel Giftstoffe.

jdm entkommen Die Gazelle konnte den Löwen glücklicherweise entkommen.

jdn entlassen Die Firma plant, dieses Jahr noch 1.000 Arbeitnehmer zu entlassen.

etw entscheiden Das kann ich nicht alleine entscheiden.

etw erfinden In dieser Firma werden viele Neuerungen erfunden.

etw ergänzen Ergänzen Sie die Sätze.

etw erhalten Hast du meinen Brief erhalten?

jdn erkennen Heinrich, erkennst du mich nicht mehr?

jdm etw erklären Erklär es mir bitte noch mal.

jdm etw erlauben Der Vater erlaubte der Tochter ihre geplante Reise nicht.

etw erledigen Könntest du heute die Einkäufe erledigen?

jdn ernähren Du solltest deine Kinder besser ernähren.

etw erreichen Alle Läufer haben das Ziel erreicht.

jdm etw erschweren Warum soll ich mir mein Leben unnötig erschweren?

jdm etw erzählen Mama, erzählst du uns noch eine Geschichte?

jdn erziehen Warum wollen viele Frauen ihre Männer erziehen?

jdn fassen Zum Glück konnte der Terrier das Kind nicht fassen.

jdm fehlen Meine Heimat fehlt mir so sehr.

jdn / etw finden Klaus hat endlich sein Glück gefunden.

jdm folgen Der Spion konnte dem Geschäftsmann nicht mehr folgen.

etw fordern Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 5%.

jdn fragen Fragen Sie doch mal die Rezeptionistin.

3
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

jdm etw geben Der junge Mann wollte dem Mädchen einen Kuss geben.

jdm gefallen Unsere neue Sekretärin gefällt mir.

jdm gehorchen Kinder, warum gehorcht ihr eurer Mutter nicht mehr?

jdm gehören Wem gehört der heiße Schlitten vor der Tür?

jdm gelingen Die Überraschung ist euch wirklich gelungen.

jdm genügen Meine Liebe genügt meinem Mann nicht mehr.

jdm etw gestehen Mein Schatz, ich muss dir etwas gestehen.

etw gewinnen Der Lottospieler hat 3,6 Millionen Euro gewonnen.

jdm etw glauben Ich kann ihm seine Geschichte einfach nicht glauben.

jdm gratulieren Wir gratulieren dir recht herzlich zum Geburtstag.

jdn grüßen Ich soll dich von Johanna grüßen.

jdn / etw hassen Warum hasst du alle Kriechtiere so sehr?

jdn heiraten Warum willst du plötzlich Jochen nicht mehr heiraten?

jdm helfen Kannst du mir am Wochenende helfen?

etw her|stellen Natürlich stellt eine Brauerei Bier her.

jdm etw holen Dora, kannst du mir bitte meine Pantoffeln holen?

jdn / etw hören Otto, kannst du mich hören?

jdn informieren Bitte informieren Sie mich sofort darüber.

(jdm) etw kaufen Ewald hat seiner Angebeteten einen Porsche gekauft.

jdn / etw kennen Ich kenne dieses Land noch nicht.

jdn kritisieren Warum kritisierst du mich andauernd?

jdm etw leihen Der Wirt hat einem Stammkunden tausend Euro geliehen.

etw lernen Man kann bei [Link] Deutsch lernen.

jdn / etw lieben Seine Frau liebt ihn schon seit Jahren nicht mehr.

jdn loben Warum sollte man faule Männer loben?

(jdm) etw liefern Können Sie (uns) die Ware bis Montag liefern?

etw machen Unsere Kinder wollen am Wochenende eine Party machen.

jdm missfallen Das Theaterstück hat vielen Zuschauern missfallen.

jdm misslingen Der Kuchen ist mir leider misslungen.

jdm misstrauen Warum misstraust du deinem Mann?

jdm nach|laufen Der Bursche läuft jedem Rock nach.

jdn + jdn nennen Alle Schüler nennen ihren Klassenlehrer Mr. Dativ.

(jdm) etw notieren Bitte notiere mir die Lottozahlen.

jdm passen Die neuen Schuhe passen mir leider nicht.

etw probieren Du solltest mal diesen Kuchen probieren.

4
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

(jdm) etw rauben Die Gangster raubten mehrere Millionen Dollar.

jdn retten Die DLRG konnte schon viele Menschenleben retten.

jdn rufen Der Verletzte rief den Notarzt nicht.

jdm etw sagen Mein Freund, sagst du mir auch die ganze Wahrheit?

jdm schaden Das Rauchen schadet Ihrer Gesundheit.

etw schaffen Viele Schüler haben den Eingangstest nicht geschafft.

jdm etw schenken Die Großmutter hat ihren Enkelkindern viel Geld geschenkt.

jdn schlagen Borussia Dortmund hat Schalke 04 mit 3:2 geschlagen.

jdm schmecken Die Torte hat den Kindern nicht geschmeckt.

jdm etw schulden Erich schuldet Emil einen Gefallen.

jdn / etw sehen Paul, siehst du den großen Vogel am Himmel?

jdn / etw stören Warum muss Jonas immer den Unterricht stören?

jdm trauen Trau dem Kerl bloß nicht über den Weg!

jdn treffen Wo wollen wir uns morgen treffen?

jdn trösten Warum tröstest du die Kleine nicht?

jdn / etw überholen Der Sprinter überholte mich leider kurz vor dem Ziel.

jdn überraschen Du hast uns jetzt aber wirklich überrascht.

jdn überreden Lass dich doch nur einmal überreden.

überzeugen
jdn überzeugen Hast du deine Frau davon
können?

jdn / etw unterbrechen Ihr könnt die laufende Maschine nicht unterbrechen.

jdn / etw unterstützen Die Eltern haben ihre Kinder bei ihren Plänen unterstützt.

jdn verachten Warum verachtest du diesen Mann so sehr?

jdm etw verbieten Der Vater verbietet seinem Sohn das Rauchen.

jdn verfolgen Die Polizei verfolgt seit Stunden den Autodieb.

etw verlangen von Die Bank verlangt vom Kunden eine Bürgschaft.

jdm etw verraten Katrin hat mir ihr größtes Geheimnis verraten.

jdn verteidigen Warum verteidigst du mich nicht?

jdm vertrauen Man kann den Mitarbeitern einfach nicht vertrauen.

jdm etw verzeihen Bitte verzeih mir meine Verspätung.

etw vor|bereiten Das Fest müssen wir sehr sorgfältig vorbereiten.

(jdm) etw vor|schlagen Ursula hat (mir) eine Reise in die Türkei vorgeschlagen.

jdm jdn vor|stellen Johannes, darf ich dir die bezaubernde Jennifer vorstellen.

jdm weh|tun Aua, das hat mir wehgetan.

jdm widersprechen Meine Tochter widerspricht mir permanent.

5
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

etw wiederholen Leider müssen wir das Experiment noch mal wiederholen.

etw wissen Du rauchst? Weiß dein Vater das?

jdm etw zeigen Soll ich Ihnen den Weg zur Post zeigen?

jdm zu|hören Mein Sohn will mir einfach nicht mehr zuhören.

etw zu|machen Könnten Sie bitte mal die Tür zumachen.

jdm etw zu|trauen Die Eltern trauen ihrem Sohn den Schulabschluss zu.

6
Liste Präpositional-Ergänzungen

Gebrauchsanweisung:

• etw = Sache + Akkusativ


• jdn = Person + Akkusativ
• s. = Reflexivpronomen + Akkusativ
• jdm = Person + Dativ
• s. = Reflexivpronomen + Dativ

Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

ab|hängen von + Dat Ob ich mitkomme, hängt vom Wetter ab.

achten auf + Akk Achte immer auf den Straßenverkehr!

etw ändern an + Dat Er sollte unbedingt etwas an seinem Aussehen ändern.

etw an|fangen mit + Dat Der Rentner kann mit seiner Freizeit nichts anfangen.

s. ängstigen um + Akk Die Mutter ängstigt sich um ihre kleine Tochter.

an|kommen auf + Akk Es kommt darauf an.

jdn an|sehen als + Akk Die Angestellten sehen Herrn A. nicht als Respektperson an.

antworten auf + Akk Warum antworten Sie nicht auf meine Fragen?

arbeiten als + Nom Herr Meier hat früher als angelernter Maurer gearbeitet.

arbeiten an + Dat Im Sprachlabor können viele Asiaten an ihrer Aussprache arbeiten.

arbeiten bei + Dat Mein Neffe arbeitet bei der Telekom in Hamburg.

s. ärgern über + Akk Ständig ärgert sich mein Chef über die Banken.

auf|hören mit + Dat Wann hörst du endlich mit deiner Nörgelei auf?

auf|passen auf + Akk Pass ja gut auf deine kleine Schwester auf.

s. auf|regen über + Akk Warum regst du dich immer über alles auf?

aus|geben für + Akk Wofür gibst du dein ganzes Geld aus?

s. bedanken bei + Dat Wir müssen uns bei Herrn Gruls bedanken.

s. bedanken für + Akk Wir müssen uns bei ihm für seine Hilfe bedanken.

s. beeilen mit + Dat Bitte beeil dich mit deinen Hausaufgaben.

beginnen mit + Dat Nach dem Essen könnten wir mit dem Aufräumen beginnen.

s. beklagen bei + Dat Dein Nachbar hat sich beim Hausmeister beklagt.

s. beklagen über + Akk Die alte Dame hat sich über Ihren Hund beklagt.

sich schon seit Monaten um einen


s. bemühen um + Akk Karl bemüht
neuen Job.

berichten über + Akk Worüber hat der Journalist so lange berichtet?

s. beschweren bei + Dat Der Sohn hat sich bei seiner Mutter beschwert.

s. beschweren über + Akk Der Sohn hat sich bei ihr über seinen Vater beschwert.

s. bewerben um + Akk Florian hat sich um die Stelle als Buchhalter beworben.

1
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

s. bezeichnen als + Akk Franz-Joseph bezeichnet sich selbst als Alkoholiker.

jdn bitten um + um Dürfte ich Sie um diesen Tanz bitten?

jdn bringen zu + Dat Dieser Mann bringt mich noch zum Wahnsinn.

jdm danken für + Akk Der Fremde dankt mir für meine Hilfe.

denken an + Akk Im Urlaub habe ich immer nur an dich gedacht.

s. eignen für + Akk Dafür eignet sich das Material nicht.

s. einigen auf + Akk Worauf habt ihr euch geeinigt?

s. einigen mit + Dat Worauf habt ihr euch mit dem Vorstand geeinigt?

jdn ein|laden zu + Dat Warum hat Sebastian uns nicht zu seiner Party eingeladen?

s. ekeln vor + Dat Meine Frau ekelt sich so sehr vor Regenwürmern.

s. entscheiden für + Akk Wofür hat sich unsere Kollegin entschieden?

s. entschließen zu + Dat Wozu habt ihr euch entschlossen?

du dich bei deiner Mutter für dein


s. entschuldigen für + Akk Liebste Tochter, hast entschuldigt?
schlechtes Benehmen

s. erholen von + Dat Jetzt muss ich mich von den Strapazen erholen.

s. erinnern an + Akk An ihn kann ich mich leider nicht mehr erinnern.

s. erkundigen bei + Dat Ihr solltet euch direkt beim Hersteller erkundigen.

s. erkundigen nach + Dat Die Touristen haben sich bei uns nach dem Weg erkundigt.

s. ernähren von + Dat Weshalb ernährt ihr euch nur von Körnern?

ihre Kinder recht früh zur


jdn erziehen zu + Dat Die Eltern haben erzogen.
Selbständigkeit

fliehen vor + Dat Die Tiere müssen vor dem hungrigen Wolfsrudel fliehen.

fragen nach + Dat Herr Reichert hat schon mehrmals nach Ihnen gefragt.

s. freuen auf + Akk Die Schulkinder freuen sich schon auf die Schulferien.

s. freuen über + Akk Die Kinder haben sich über die vielen Geschenke gefreut.

s. fürchten vor + Dat Warum fürchten Sie sich vor einem Gewitter?

gehören zu + Dat Zu wem gehört dieser kläffende Köter dort?

es geht um + Akk Worum geht es hier eigentlich?

gelten als + Nom Der neue Dozent gilt als hervorragender Pädagoge.

geraten in + Akk Der junge Mann gerät laufend in große Schwierigkeiten.

s. gewöhnen an + Akk Ich kann mich nicht an das kalte Wetter gewöhnen.

glauben an + Akk Glauben Sie an die Unsterblichkeit?

jdm gratulieren zu + Dat Niemand hat ihm zu seinem Geburtstag gratuliert.

handeln mit + Dat Die Firma handelt mit elektronischen Bauteilen.

handeln von + Dat Wovon handelt der neue Film von Stefan Spielberg?

2
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

s. handeln um + Akk Es handelt sich um ihre Tochter.

jdm helfen bei + Dat Mama, kannst du mir bei den Hausaufgaben helfen?

hoffen auf + Akk Seit Wochen hoffen die Bauern auf besseres Wetter.

s. informieren über + Akk Zuerst solltet ihr euch über euer Urlaubsland informieren.

s. interessieren für + Akk Unsere Tochter interessiert sich neuerdings für Motorräder.

kämpfen für + Akk Die Opposition will für mehr soziale Gerechtigkeit kämpfen.

kämpfen gegen + Akk Greenpeace kämpft gegen die Umweltzerstörung.

kämpfen um + Akk Ich liebe sie. Ich werde wie ein Löwe um sie kämpfen.

s. kümmern um + Akk Die Kinder müssen sich um ihre kranke Mutter kümmern.

lachen über + Akk Warum lacht ihr über den alten kranken Bettler?

leben von + Dat Er arbeitet nie. Lebt er vom Geld seiner Frau?

leiden an + Dat Unsere Nachbarin leidet an einer schweren Krankheit.

leiden unter + Dat Sabine hat sehr unter ihrem strengen Vater gelitten.

nach|denken über + Akk Ich muss über deinen Vorschlag zuerst einmal nachdenken.

passen zu + Dat Dein neues Kleid passt aber nicht zu deiner roten Frisur.

lautstark gegen die geplante


protestieren gegen + Akk Die Arbeiter protestieren
Lohnkürzung.

rechnen mit + Dat Im Frühling muss man täglich mit Regengüssen rechnen.

riechen nach + Dat Wonach riecht es hier eigentlich? Etwa nach Gas?

schießen auf + Akk Die Soldaten schießen auf alles, was sich bewegt.

schimpfen mit + Dat Edmund, schimpf doch nicht immer mit deinem Sohn!

schmecken nach + Dat Warum schmeckt der Kuchen eigentlich nach Seife?

etw schreiben an + Akk Tatjana hat an Thomas einen Liebesbrief geschrieben.

s. sehnen nach + Dat Wie sehne ich mich nach meiner Familie.

sorgen für + Akk Niemand sorgt für die altersschwache Großmutter.

s. sorgen um + Akk Die Eltern sorgen sich um ihre erst 14-jährige Tochter.

spielen mit + Dat Der große Bruder will nicht mit seiner kleineren Schwester spielen.

spielen um + Akk Man sollte beim Pokern nicht um Haus und Hof spielen.

sprechen mit + Dat Hast du endlich mit deinem Vorgesetzten gesprochen?

sprechen über + Akk Worüber will denn unser Klassenlehrer mit uns sprechen?

sprechen von + Dat Von wem sprichst du eigentlich?

sterben an + Dat Unsere Nachbarin ist vor kurzem an Brustkrebs gestorben.

stimmen für + Akk Für wen wirst du stimmen?

stimmen gegen + Akk Auf jeden Fall stimme ich gegen die jetzige Koalition.

s. streiten mit + Dat Warum müsst ihr euch immer mit den streiten?

3
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2

Nachbarskindern

(s.) streiten um + Akk Politiker streiten (sich) oft um die Haushaltsausgaben.

suchen nach + Dat Wonach suchst du in meinem Schreibtisch?

teil|nehmen an + Dat Der Schüler möchte nicht mehr am Religionsunterricht teilnehmen.

telefonieren mit + Dat Mit wem hast du die ganze Zeit telefoniert?

träumen von + Dat Die Familie träumt von einem eigenen Haus im Grünen.

jdn überreden zu + zu Lass dich doch zum Ausflug überreden.

jdn überzeugen von + Dat Konntest du deinen Mann von der Reise überzeugen?

s. verabreden mit + Dat Mit ihr möchte ich mich gerne mal verabreden.

über ein geschätztes Vermögen von


verfügen über + Akk Der Multimillionär verfügt
500 Millionen Euro.

etw verlangen von + Dat Deine Frau verlangt sehr viel von dir.

s. verlassen auf + Akk Auf dich kann man sich wenigstens verlassen.

sich verlieben in + Akk Dein Sohn hat sich in meine Tochter verliebt.

verstoßen gegen + Akk Der Autofahrer hat gegen die Verkehrsregeln verstoßen.

s. vertragen mit + Dat Unsere Kinder vertragen sich prima mit ihren Neffen.

s. vor|bereiten auf + Akk Die Studenten müssen sich auf eine schwere Prüfung vorbereiten.

wählen zu + Dat Karl-Heinz wurde gestern zum Klassensprecher gewählt.

jdn warnen vor + Dat Niemand hat ihn vor den großen Gefahren gewarnt.

warten auf + Akk Immer muss man auf dich warten.

s. wehren gegen + Akk Man muss sich gegen Missbrauch wehren.

wetten um + Akk Warum musst du immer um so viel Geld wetten?

s. wundern über + Akk Darüber kann man sich nur wundern.

zu|gehen auf + Akk Der Junge kann schlecht auf fremde Kinder zugehen.

zweifeln an + Dat Niemand zweifelt an der Demokratie.

4
Liste Adjektive mit Präpositionen
Prädikative Verwendung des Adjektivs

Bei der prädikativen Verwendung des Adjektivs steht das Adjektiv hinter dem Nomen. In diesem Fall
wird es nicht dekliniert. Es bleibt unverändert, weil das Adjektiv Teil des Prädikats ist. Dies ist immer der
Fall, wenn das Adjektiv mit den Verben bleiben, sein oder werden benutzt wird.

• Er ist groß. Sie ist hübsch. Das Haus ist alt. Der Mann ist krank. ...
• Er bleibt groß. Sie bleibt hübsch. Das Haus bleibt alt. Der Mann bleibt krank. ...
• Er wird groß. Sie wird hübsch. Das Haus wird alt. Der Mann wird krank. ...

Folgende Liste zeigt einige Adjektive mit Anwendungshinweisen auf, die darüber hinaus noch eine
Präpositional-Ergänzung bei sich führen:

Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Adjektiv

abhängig von + Dat Der Student ist noch vom Geld seiner Eltern abhängig.

angenehm für + Akk Das heiße Wetter war für die Hotelgäste nicht besonders angenehm.

angesehen bei + Dat Herr Schwamm ist bei seinen Mitarbeitern sehr angesehen.

angewiesen auf + Akk Der Rentner ist schon seit drei Jahren auf fremde Hilfe angewiesen.

ärgerlich auf + Akk Warum bist du auf deinen Sohn so maßlos ärgerlich?

befreundet mit + Dat Die Peters sind mit dem Schlagersänger eng befreundet.

begeistert von + Dat Wir waren von diesem Spiel total begeistert.

bekannt für + Akk Reinhard ist überall für seine dummen Sprüche bekannt.

beliebt bei + Dat Herr Riedlewitz bleibt bei allen Schülern sehr beliebt.

bereit zu + Dat Der alte Mann ist jetzt zum Sterben bereit.

beschäftigt mit + Dat Der Mechaniker ist mit der Reparatur einer Maschine beschäftigt.

beteiligt an + Dat Warst du auch an diesem Blödsinn beteiligt?

beunruhigt über + Akk Sind Sie auch über den Klimawandel beunruhigt?

blass vor + Dat Die junge Frau ist vor lauter Angst blass geworden.

böse auf + Akk Warum bist du denn auf mich so böse?

jdm. dankbar für + Akk Für deine Hilfe bin ich dir überaus dankbar.

eifersüchtig auf + Akk Unser großer Sohn ist auf das Baby unheimlich eifersüchtig

einverstanden mit + Dat Mit dem Ergebnis sind die meisten Mitarbeiter nicht einverstanden.

entscheidend für + Akk Der Elfmeter war für die Niederlage entscheidend.

entschlossen zu + Dat Der Verbrecher ist womöglich zu allem entschlossen.

entsetzt über + Akk Wir waren alle über seine üblen Worte entsetzt.

enttäuscht von + Dat Das Unternehmen ist von dem bisherigen Geschäftsverlauf enttäuscht.

erfreut über + Akk Über das Ergebnis sind wir mehr als erfreut.

erstaunt über + Akk Die Zuschauer sind über das gute Spiel ihrer Mannschaft erstaunt.

fähig zu + Dat Ein verletztes Tier ist zu allem fähig.

fertig mit + Dat Bist du schon mit deinen Hausaufgaben fertig?

freundlich zu + Dat Dein neuer Freund ist wirklich zu all deinen Freunden freundlich.

1
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Adjektiv

froh über + Akk Ich bin über deine bestandene Prüfung sehr froh.

geeignet für + Akk Für diese Arbeiten ist der neue Mitarbeiter wirklich nicht geeignet.

gespannt auf + Akk Ich bin auf Toms neue Freundin richtig gespannt.

gewöhnt an + Akk Die Tiere sind an die extreme Hitze nicht gewöhnt.

glücklich über + Akk Der Trainer ist über den Punktgewinn beim BVB sehr glücklich.

gut in + Dat Klaus ist in allen Fächern sehr gut.

gut zu + Dat Du bist immer so gut zu deinen Kindern.

interessiert an + Dat Viele Männer sind an der hübschen Thekenbedienung interessiert.

müde von + Dat Die Bergsteiger sind vom vielen Klettern sehr müde.

neidisch auf + Akk Meine Freundinnen sind auf meinen neuen Freund neidisch.

nett zu + Dat Kinder, seid bitte nett zu einander!

neugierig auf + Akk Bist du auch auf seine Reaktion neugierig?

offen für + Akk Ich bin wie immer für alles Neue offen.

reich an + Dat Obst ist reich an Vitaminen.

schädlich für + Akk Rauchen ist für die Gesundheit. schädlich.

schuld an + Dat Sie sind an dem Unfall schuld.

stolz auf + Akk Wir alle sind auf eure Leistungen stolz.

überzeugt von + Dat Das ganze Team ist von dem Erfolg dieser Produktion überzeugt.

unabhängig von + Dat Jetzt ist Tom endlich vom Geld seines Vaters unabhängig.

unangenehm für + Akk Das ist für alle Beteiligten sehr unangenehm.

unbeliebt bei + Dat Der Personaldirektor ist bei den Mitarbeitern sehr unbeliebt.

unerfahren in + Dat Die 28-jährige Frau ist in Sachen Männern noch sehr unerfahren.

unfreundlich zu + Dat Warum sind Sie zu den Kunden so unfreundlich?

ungeeignet für + Akk Die Putzfrau war einfach für alle Arbeiten ungeeignet.

unglücklich über + Akk Darüber sind wir alle sehr unglücklich.

unzufrieden mit + Dat Das Präsidium ist mit der jetzigen Situation völlig unzufrieden.

verantwortlich für + Akk Wer ist für diese Schweinerei verantwortlich?

verärgert über + Akk Der Vorstand ist sehr über den Vertragsbruch verärgert.

verheiratet mit + Dat Herr Maurer ist mit einer sehr hübschen Frau verheiratet.

verliebt in + Akk Heinrich ist seit Jahren in Martina verliebt.

verrückt nach + Dat Ich bin verrückt nach dir.

wichtig für + Akk Dieser Abschluss ist für deine berufliche Zukunft sehr wichtig.

wütend auf + Akk Herr Schulz ist auf seinen Kollegen sehr wütend.

zufrieden mit + Dat Mit dem Ergebnis können wir alle sehr zufrieden sein.

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Leseverstehen zum Präteritum
Früher war alles anders
Ergänzen Sie die Verben. Beachten Sie die entsprechenden Zeitformen. Verben im Infinitiv
01 Heute ........... wir in einer schönen technologisierten Zeit. Früher .......... leben, müssen
02 man ohne die moderne Technik ............... . Damals .......... man zu Fuß zur auskommen, gehen
03 Schule oder zum Arbeitsplatz. Einige unserer Eltern .............. einen müssen
04 Fußmarsch von mehr als einer Stunde ....................., und das auf dem Hin- zurücklegen
05 und Rückweg. Heute .......... man sich bequem ins Auto und ............ sich im setzen, ärgern
06 Stau über andere Verkehrsteilnehmer. Unsere Kinder ............... mit dem Bus fahren
07 zur Schule. Nicht selten .............. ihre Eltern sie mit dem Auto zur Schule bringen
08 und ............. sie auch wieder ...... . Damals ............ sich die Kinder nach der abholen, treffen
09 Schule auf dem Bolzplatz, ............. Fußball, .............. in den Wald, spielen, gehen,
10 ..................... die höchsten Bäume hoch oder ................ im Herbst den klettern, klauen
11 Bauern seine Äpfel. Die Kinder von heute .............. meist in ihrem Zimmer sitzen, beschäftigen
12 und .................... sich alleine mit ihren Computerspielen. Damals .................. verlassen
13 die Kinder frühmorgens das Haus und ........ erst wieder ........, als es draußen heimkommen, sein
14 dunkel ...... . Beim Spielen ............ das Alter der Kinder keine Rolle. Groß spielen, spielen
15 und Klein ................... gemeinsam und .................. aufeinander ........ . aufpassen
16 Abends ................... sie erledigt nach Hause, ....... zusammen mit der Familie kommen, essen
17 Abendbrot und ......... anschließend todmüde ins Bett. Heutzutage ................ fallen, schreien,
18 die Kinder nach Fastfood, .............. sich Hamburger, Tiefkühlpizzen oder hineinstopfen
19 Pommes ................ . Anschließend .............. sie mit der Fernbedienung das zappen
20 Fernsehprogramm rauf und runter und ......... sich den Abend mit einer Tüte lassen
21 Chips und einer Tafel Schokolade versüßen. Oft ................ sie sehr spät ins gehen
22 Bett, denn viele von ihnen ................ unter Einschlafstörungen. leiden

22 Heutzutage ................. unsere Kinder ein eigenes Zimmer, einen eigenen haben
23 Fernseher, Nintendos, W-Box, Videos, Laptops, Internet und oft keine
24 Geschwister. Früher ............. die Kinder viele Geschwister und ´ne Menge haben
25 Freunde in der Nachbarschaft. Sie ............ einfach hinaus auf die Straße und gehen, treffen
26 ........... sich, ....................... direkt zu denen nach Hause und ................... oder marschieren, klingeln
27 ............ einfach direkt durch die offenen Türen ins Haus. Heute .............. man gehen, plappern,
28 stundenlang mit dem Handy oder man ................... im Internet. Treffen ......... kommunizieren, tun
29 man sich nur selten. Verabredungen .................... auf die kommende Woche werden
30 verlegt, um sie dann wieder per Mail abzusagen. Heutzutage ............... Ärzte klagen
31 über Übergewicht bei Jugendlichen, ...................... reihenweise Brillen und verordnen,
32 Medikamente, ..................... bei Kindern Sprach- und Bewegungsstörungen behandeln
33 sowie Schlafstörungen und psychische Erkrankungen. Früher ........ dagegen sein
34 ein Arztbesuch nur bei Mumms, Röteln oder Windpocken notwendig.

35 Früher ......... die meisten Kinder einen strengen Vater, eine liebevolle Mutter haben
36 und viele Geschwister. Die Familie ............. groß. Großeltern sowie Tanten, sein, wohnen
37 Onkel, Neffen und Nichten ............ in der Nähe. Sie .......... und ............. sich. streiten, lieben
38 Heutzutage ............ viele Kinder alleine ..... . Ihre Eltern haben sich .............., aufwachsen, trennen
39 Geschwister .............. es nicht. Die Oma ............im Altenheim, Verwandte in geben, wohnen
40 anderen Städten und meistens ..... niemand Zeit. Früher ..... eben alles anders. haben, sein
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1) Aufgaben zum Leseverstehen

Stimmen die folgenden Aussagen mit dem Text überein? Kreuzen Sie an.

richtig falsch
01 Unsere Eltern fuhren mit dem Auto zur Arbeit. ........ ........
02 Im Stau ärgert man andere Verkehrsteilnehmer. ........ ........
03 Alle Kinder gingen zu Fuß zur Schule. ........ ........
04 Nach der Schule spielen die Kinder auf dem Bolzplatz. ........ ........
05 Viele Kinder beschäftigen sich mit Computerspielen. ........ ........
06 Viele Kinder aßen Fastfood und Tiefkühlpizzen. ........ ........
07 Viele Kinder essen eine Tüte Chips, wenn sie fernsehen. ........ ........
08 Die Kinder waren fast nie alleine. ........ ........
09 Früher war man nur selten beim Arzt. ........ ........
10 Die Verwandten kümmern sich um die Kinder. ........ ........

2) Aufgaben zum Leseverstehen

Ergänzen Sie die fehlenden Wörter.

Bsp. Einige unserer Eltern mussten auf dem Weg zur Arbeit einen großen Fußmarsch zurücklegen.
11 Im Straßenverkehr ärgert man sich oft über andere ................................... .
12 Damals spielten die Kinder auf dem ............................ Fußball.
13 Viele Kinder legten sich ............................ ins Bett.
14 Viele Kinder naschen abends vor dem Fernseher .............................................................. .
15 Viele Kinder haben heute keine .............................. .
16 Heutzutage ......................... man mit dem Handy oder ................................... im Internet.
17 Viele Kinder essen zu viel. Sie haben ............................. .
18 Drei typische Kinderkrankheiten sind .......................................................
19 Die meisten Verwandten wohnten früher ........................................... .
20 Heutzutage wohnen ältere Menschen in einem ........................................ .

Aufgabe 3)
Bilden Sie die Vergangenheitsformen folgender Verben in der 3. Person Singular:

Infinitiv Präteritum Perfekt

essen ............................. .................................


fahren ............................. .................................
bringen ............................. .................................
treffen ............................. .................................
lassen ............................. .................................
leiden ............................. .................................
aufwachsen ............................. .................................
geben ............................. .................................

2
Früher war alles anders
Verben
01 Heute leben wir in einer schönen technologisierten Zeit. Früher musste leben, müssen
02 man ohne die moderne Technik auskommen. Damals ging man zu Fuß zur auskommen, gehen
03 Schule oder zum Arbeitsplatz. Einige unserer Eltern mussten einen müssen
04 Fußmarsch von mehr als einer Stunde zurücklegen, und das auf dem Hin- zurücklegen
05 und Rückweg. Heute setzt man sich bequem ins Auto und ärgert sich im setzen, ärgern
06 Stau über andere Verkehrsteilnehmer. Unsere Kinder fahren mit dem Bus fahren
07 zur Schule. Nicht selten bringen ihre Eltern sie mit dem Auto zur Schule und bringen, abholen
08 holen sie auch wieder ab. Damals trafen sich die Kinder nach der Schule auf treffen, spielen
09 dem Bolzplatz, spielten Fußball, gingen in den Wald, kletterten die höchsten gehen, klettern,
10 Bäume hoch oder klauten im Herbst den Bauern seine Äpfel. Die Kinder von klauen, sitzen
11 heute sitzen meist in ihrem Zimmer und beschäftigen sich alleine mit ihren beschäftigen
12 Computerspielen. Damals verließen die Kinder frühmorgens das Haus und verlassen
13 kamen erst wieder heim, als es draußen dunkel war. Beim Spielen spielte das heimkommen, sein
14 Alter der Kinder keine Rolle. Groß und Klein spielten gemeinsam und spielen, spielen
15 passten aufeinander auf. Abends kamen sie erledigt nach Hause, aßen aufpassen, kommen
16 zusammen mit der Familie Abendbrot und fielen anschließend todmüde ins essen, fallen
17 Bett. Heutzutage schreien die Kinder nach Fastfood, stopfen sich schreien, stopfen
18 Hamburger, Tiefkühlpizzen oder Pommes hinein. Anschließend zappen sie zappen
19 mit der Fernbedienung das Fernsehprogramm rauf und runter und lassen sich lassen
20 den Abend mit einer Tüte Chips und einer Tafel Schokolade versüßen. Oft
21 gehen sie sehr spät ins Bett, denn viele von ihnen leiden unter gehen, leiden
22 Einschlafstörungen.

22 Heutzutage haben unsere Kinder ein eigenes Zimmer, einen eigenen haben
23 Fernseher, Nintendos, W-Box, Videos, Laptops, Internet und oft keine
24 Geschwister. Früher hatten die Kinder viele Geschwister und ´ne Menge haben
25 Freunde in der Nachbarschaft. Sie gingen einfach hinaus auf die Straße und gehen, treffen
26 trafen sich, marschierten direkt zu denen nach Hause und klingelten oder marschieren, klingeln
27 gingen einfach direkt durch die offenen Türen ins Haus. Heute plappert man gehen, plappern,
28 stundenlang mit dem Handy oder man kommuniziert im Internet. Treffen tut kommunizieren, tun
29 man sich nur selten. Verabredungen werden auf die kommende Woche werden
30 verlegt um sie dann wieder per Mail abzusagen. Heutzutage klagen Ärzte klagen
31 über Übergewicht bei Jugendlichen, verordnen reihenweise Brillen und verordnen,
32 Medikamente, behandeln bei Kindern Sprach- und Bewegungsstörungen behandeln
33 sowie Schlafstörungen und psychische Erkrankungen. Früher war dagegen sein
34 ein Arztbesuch nur bei Mumms, Röteln oder Windpocken notwendig.

35 Früher hatten die meisten Kinder einen strengen Vater, eine liebevolle Mutter haben
36 und viele Geschwister. Die Familie war groß. Großeltern sowie Tanten, sein, wohnen
37 Onkel, Neffen und Nichten wohnten in der Nähe. Sie stritten und liebten streiten, lieben
38 sich. Heutzutage wachsen viele Kinder alleine auf. Ihre Eltern haben sich aufwachsen, haben
39 getrennt, Geschwister gibt es nicht. Die Oma wohnt im Altenheim, geben, wohnen
40 Verwandte in anderen Städten und meistens hat niemand Zeit. Früher war haben, sein
eben alles anders.
426 Wörter

3
1) Aufgaben zum Leseverstehen Lösungen

Stimmen die folgenden Aussagen mit dem Text überein? Kreuzen Sie an.

richtig falsch
01 Unsere Eltern fuhren mit dem Auto zur Arbeit. X
02 Im Stau ärgert man andere Verkehrsteilnehmer. X
03 Alle Kinder gingen zu Fuß zur Schule. X
04 Nach der Schule spielen die Kinder auf dem Bolzplatz. X
05 Viele Kinder beschäftigen sich mit Computerspielen. X
06 Viele Kinder aßen Fastfood und Tiefkühlpizzen. X
07 Viele Kinder essen eine Tüte Chips, wenn sie fernsehen. X
08 Die Kinder waren fast nie alleine. X
09 Früher war man nur selten beim Arzt. X
10 Die Verwandten kümmern sich um die Kinder. X

2) Aufgaben zum Leseverstehen

Ergänzen Sie die fehlenden Wörter.

Bsp. Einige unserer Eltern mussten auf dem Weg zur Arbeit einen großen Fußmarsch zurücklegen.
11 Im Straßenverkehr ärgert man sich oft über andere Verkehrsteilnehmer.
12 Damals spielten die Kinder auf dem Bolzplatz Fußball.
13 Viele Kinder legten sich todmüde ins Bett.
14 Viele Kinder naschen abends vor dem Fernseher eine Tüte Chips und eine Tafel Schokolade.
15 Viele Kinder haben heute keine Geschwister.
16 Heutzutage plappert man mit dem Handy oder kommuniziert im Internet.
17 Viele Kinder essen zu viel. Sie haben Übergewicht.
18 Drei typische Kinderkrankheiten sind Mumms, Röteln und Windpocken.
19 Die meisten Verwandten wohnten früher in der Nähe.
20 Heutzutage wohnen ältere Menschen in einem Altenheim.

Aufgabe 3)
Bilden Sie die Vergangenheitsformen folgender Verben in der 3. Person Singular:
Infinitiv Präteritum Perfekt

essen aß hat gegessen


fahren fuhr ist gefahren
bringen brachte hat gebracht
treffen traf hat getroffen
lassen ließ hat gelassen
leiden litt hat gelitten
aufwachsen wuchs ... auf ist aufgewachsen
geben gab hat gegeben

4
Weiterführende Literatur:

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Mehr als achtzig Prozent der japanischen higkeit, einen Stock fest in der Hand zu hal- 50
Teenager nutzen ihr Handy nicht zum Telefo- ten, mit Messer und Gabel zu essen oder Golf
nieren, sondern nur noch für Kurznachrichten, zu spielen, haben wir erst dank des Daumens.
so genannte SMS, wie kürzlich eine Umfrage „Ohne ihn ist die Hand bestenfalls eine Zange,
5 eines Telefonkonzerns ergab. Die Tokioter die nicht richtig schließt“ stellt John Napier
Soziologin Mimi Ito hatte festgestellt, dass die fest. Der präzise Umgang mit Waffen und 55
Jugendlichen selbst dann lieber kleine Texte Werkzeug wäre uns ohne den Daumen nie
mit dem Mobiltelefon verschicken, wenn sie möglich gewesen; nur durch dieses evolutio-
zu Hause vor dem Rechner sitzen und eigent- näre Meisterwerk konnten wir zu erfolgrei-
10 lich mailen könnten. Ihre Erklärung: „Die sind chen Jägern und Kriegern werden. Der römi-
mit dem Daumen einfach schneller, als auf der sche Feldherr Julius Cäsar wusste genau, wa- 60
Tastatur.“ TV-Sender veranstalten sogar rum er seinen Feinden vor der Entlassung aus
schon Wettbewerbe; die Besten schaffen hun- der Gefangenschaft beide Daumen abhacken
dert Wörter pro Minute. ließ ...
15 In der Fachwelt heißen die jungen SMS- Der Grund, weshalb sich unser Daumen im
Junkies „oya yubi sedai“ – frei übersetzt „Ge- Laufe der Entwicklungsgeschichte des Men- 65
neration Daumen“. Man fand heraus, dass schen selbständig machte, ist bis heute aller-
Angehörige dieser Gruppe wesentlich dickere dings ungeklärt. Fest steht, dass sich nicht nur
Daumen besitzen als Heranwachsende ohne eine Veränderung der Hand vollzog, sondern
20 Handy. Sie benutzen den ersten Finger der auch eine Weiterentwicklung im Gehirn: Es
Hand sogar, um an der Tür zu klingeln, sich wuchs explosionsartig an, von gut 700 auf bis 70
an der Nase zu reiben – oder als Zeigefinger. zu 1400 Gramm. Die Steuerung der Hand
Einige Forscher sehen darin sogar den Be- beansprucht – neben der das Gesichts – den
weis, dass die technische Entwicklung beim größten Teil der motorischen und sensiblen
25 Menschen Entwicklungen bewirkt, für die Gehirnmasse. Für den Daumen wiederum
früher viele Generationen nötig gewesen wä- steht davon von allen Fingern die meiste Steu- 75
ren. Eine Übertreibung? Oder ist der Daumen erungskapazität zur Verfügung.
tatsächlich der „Superfinger“ des Informati- Wird er aber im Handyzeitalter so wichtig,
onszeitalters, wie die Londoner Tageszeitung dass unsere Kindeskinder nur noch mit dicken
30 Observer schwärmte? Daumen zur Welt kommen? Wohl kaum, denn
Es wäre nicht das erste Mal, dass sich eine selbst bei zwanzig Jahre langem Training 80
Anpassung des Daumens an eine neue Tech- würden die Gene für einen kräftigeren Dau-
nik vollzöge – mit einigem Profit für uns men nicht an die nächste Generation vererbt;
Menschen. Der Evolutionsforscher John Na- und Evolution heißt, dass sich die Gene ver-
35 pier schrieb, dass wir uns nicht zuletzt dank ändern. Die Natur unterstützt solche Mutatio-
dieses Fingers „von den übrigen Primaten“ nen nur, wenn sie sich als vorteilhaft für das 85
unterscheiden. Vor gut zwei Millionen Jahren Überleben einer Art erweisen – und danach
tauchten die ersten Werkzeuge aus Knochen sieht es bei der Handynutzung nicht aus.
und Stein auf. In der selben Zeit, das zeigen Statt dessen sehen sich Ärzte zunehmend
40 Fossilienfunde, emanzipierte sich der Daumen mit Menschen konfrontiert, die über Entzün-
von den übrigen Fingern: Er wurde länger und dungen an der Hand klagen. Und auch den 90
die Muskeln zeigten massive Veränderungen. Intellekt scheint der Einsatz des Superfingers
Der Mensch konnte den Daumen fortab unab- nicht gerade zu befördern: In einer Umfrage,
hängig von allen anderen Fingern bewegen wieder in Japan erhoben, äußerte jeder Vierte,
45 und mit der Daumenspitze alle anderen Fin- der Gebrauch von Handy und Computer habe
gerkuppen berühren; nach Auskunft eines seine Handschrift verschlechtert – und mehr 95
Handchirurgen eine Entwicklung, die „in der als die Hälfte der Befragten gab zu, dass sie
Natur ohne Beispiel ist“. deshalb bereits einige Schriftzeichen verges-
Es mag uns banal erscheinen, doch die Fä- sen hätten.
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