MD Konular Merged
MD Konular Merged
Verben werden auch als "Tuwörter", "Zeitwörter" oder Tätigkeitswörter bezeichnet. Wörterbücher geben
Verben immer mit dem Infinitiv an (Infinitiv = Grundform = nicht konjugiert). Verben bestehen aus einem
Verbstamm und der Endung "- e n" (sehr selten nur mit "- n").
feiern feier -n
• Die Verben "kaufen", "lieben" und "machen" haben eine Nominativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.
• Die Verben "antworten, "glauben" und "helfen" haben eine Nominativ- und eine Dativ-Ergänzung.
Verben verändern ihre Form, sie werden "konjugiert". Dadurch sind sie in der Lage, Informationen über die
Anzahl der Personen Singular oder Plural), das Tempus (Präsens, Perfekt, ...) oder den Modus (Indikativ oder
Konjunktiv) zu geben. Diese Veränderungen der Form nennt man "Konjugation".
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2) Wie man Verben konjugiert.
Das folgende Beispiel zeigt die Konjugation des regelmäßigen Verbs "lernen":
• Die Verbendung " - en " wird konjugiert und ist veränderlich (-e, -st, -t und -en).
• Singular
o 1. Person Singular = Person, die spricht
Ich lerne gerne Fremdsprachen.
o 2. Person Singular = Person, die angesprochen wird (du benutzt man für Familienmitglieder und
Freunde).
Lernst du Portugiesisch?
• Plural
o 2. Person Plural = Personen, die angesprochen werden (Der Plural von du ist ihr. Es werden
o 3. Person Plural = Höflichkeitsform für eine Person. (Sie mit großem Buchstaben!)
Herr Jansen, lernen Sie auch Griechisch?
o 3. Person Plural = Höflichkeitsform für mehrere Person. (Sie mit großem Buchstaben!)
Herr Schaaf und Frau Schaff, wollen Sie auch Arabisch lernen?
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3) Was ist ein Prädikat?
Das Prädikat ist der wichtigste Teil im Satz. Es wird durch Verben ausgedrückt.
Das Verb kann allerdings nicht alleine stehen (es gibt nur wenige Ausnahmen!). Es braucht immer eine
• Das Subjekt kann eine Person sein. Die W-Frage lautet Wer?:
• Das Subjekt kann eine Sache sein. Die W-Frage lautet Was?:
Was ist auf dem See? Ein Boot ist auf dem See.
Das Verb hat immer eine Nominativ-Ergänzung. Es kann nicht alleine stehen!!!
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4) Übersicht
• Verben
o Konjugation
o Regelmäßige Verben
o Unregelmäßige Verben
o Trennbare Verben
o Modalverben
o Imperativ
o Reflexive Verben
o Zeitformen
Präsens
Perfekt
Präteritum (Imperfekt)
Plusquamperfekt (Vorvergangenheit)
Futur I (Zukunft)
Futur II (vollendete Zukunft)
o Passiv
Vorgangspassiv
Zustandspassiv
Passiversatz
o Konjunktiv II
Ratschläge geben
Wunschsätze
Bedingungssätze
Vergleichssätze
o Konjunktiv I.
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Konjugation der Verben
Die Konjugation der deutschen Verben ist relativ einfach. Fast alle Verben haben die Endung -en (kaufen,
lieben, malen, ...). Steht das Verb in seiner Grundform (Endung = -en), spricht man vom Infinitiv. Wörterbücher
geben Verben immer mit dem Infinitiv an. Wird das Verb in einem Satz verwendet, muss es konjugiert werden.
Die Konjugation der Verben ist im Präsens nicht so schwierig. Fast alle Verben enden mit der gleichen
konjugierten Endung. Ausnahmen bilden nur die Modalverben (1. + 3. Person Singular), und die
unregelmäßigen Verben (sein, werden und wissen) sowie diejenigen Verben, deren Stammlaut mit s, ß; x
oder z enden (heißen, heizen, ...). In der folgenden Konjugationstabelle steht stellvertretend für alle Verben der
Infinitiv "lernen".
Konjugation:
2) Die Begleiter
In der gezeigten Tabelle erkennt man, dass einige Verbendungen die gleichen Endungen haben:
Damit es nicht zu Verwechslungen kommt, benötigt das Verb immer einen Begleiter, um die Person, die gemeint
ist, genau zu definieren. Aus diesem Grund muss das Verb einer Person zugeordnet werden. Dies geschieht zum
Beispiel mit einem Namen (Peter, Petra) oder mit einem Personalpronomen (ich, du, ...). Die Person (das
Position 1 Position 2
Satzende
Nominativ Verb
Er lernt Deutsch.
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3) Konjugation der 1. Person
Zunächst unterscheiden wir zwischen Singular und Plural. Der "Singular" spricht nur eine einzige Person an,
der " Plural" mindestens zwei oder mehr Personen.
Singular
Plural
• Mit der 1. Person Plural meint man sich selbst und andere Personen:
o Guten Tag. Mein Name ist Meyer und das ist meine Frau.
o Wir machen hier Urlaub.
o Wir sind beide 33 Jahre alt.
o Wir kommen aus Berlin.
o Wir haben drei Kinder.
Die 2. Person ist die angesprochene Person. Oft sind es entweder Familienmitglieder oder Freunde. Die 2.
Person spricht somit Familienmitglieder oder Freunde an, zu denen man ein familiäres oder freundschaftliches
Verhältnis hat. Sie werden " geduzt ". Das entsprechende Verb heißt "duzen". In der Praxis werden auch immer
häufiger Arbeitskollegen geduzt, da man mit ihnen oft ein freundschaftliches Verhältnis pflegt.
Singular
• Ist der Gesprächspartner allein, so verwendet man " du ":
o Wie heißt du?
o Wie alt bist du?
o Hast du einen Freund?
o Was studierst du?
• Auf eine Frage mit "du", wird mit " ich " geantwortet:
o Wie heißt du? - Ich heiße Petra.
o Wie alt bist du? - Ich bin 22 Jahre alt.
o Hast du einen Freund? - Nein, ich habe keinen Freund.
o Was studierst du? - Ich studiere Medizin.
Plural
• Sind es zwei oder gleich mehrere Gesprächspartner, so verwendet man " ihr ":
o Wie heißt ihr?
o Wie alt seid ihr?
o Was studiert ihr?
o Woher kommt ihr?
• Auf eine Frage mit " ihr ", wird mit "ich + sie / er / es / das" oder mit "wir" geantwortet:
o Wie heißt ihr? - Ich heiße Uta und das ist Karl. / Wir heißen Uta und Karl.
o Wie alt seid ihr? - Ich bin 21 und er ist 24. / Wir sind 21 und 24 Jahre alt.
o Was studiert ihr? - Ich studiere Deutsch und er studiert Chemie. / Wir studieren Physik.
o Woher kommt ihr? - Ich komme aus Köln und sie aus Brühl. / Wir kommen aus Bremen.
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Tipp: Trifft man Gleichaltrige im privaten Bereich, duzt man sich gewöhnlich. Ist man sich unsicher, bietet man
zuerst das " du " an oder man fragt den / die Gesprächspartner einfach:
• Ich heiße Andi. Und du?
• "Duzen" wir uns?
• Sagen wir "du" zueinander?
• Sollen wir "du" sagen?
• Sollen wir uns "duzen"?
• Komm, wir duzen uns. Ich heiße Peter, und du?
• Kommt, wir duzen uns. Ich heiße Peter, und ihr?
• Wir sagen doch "du"? O.K.?
Die 3. Person wird für Personen, Sachen oder Dinge verwendet, über die man spricht. Man unterscheidet sie
nach dem Genus: maskulin, feminin, neutral und nach Numerus (Singular / Plural). Daher gibt es vier
verschiedene Möglichkeiten, Personalpronomen einzusetzen:
• Singular
o Maskulinum
Das Personalpronomen " er " wird für Personen oder Sachen benutzt, die männliches
Geschlecht (maskulin) sind:
Martina hat einen neuen Freund.
Er heißt Hugo.
Hugo ist erst 22 Jahre alt.
Er fährt einen schwarzen Porsche.
Martina hat einen neuen Tisch.
Der Tisch rund.
Er ist aus Glas.
Der ist sehr wertvoll.
o Femininum
Das Personalpronomen " sie " wird für Personen oder Sachen benutzt, die weibliches
Geschlecht (feminin) sind:
Guido hat eine neue Freundin.
Sie heißt Elvira.
Elvira ist erst 19 Jahre alt.
Sie studiert in Heidelberg.
Guido hat eine Katze.
Sie heißt Tuffi.
Tuffi ist braun-weiß gestreift.
Sie ist erst drei Monate alt.
o Neutrum
Das Personalpronomen " es " wird für Personen oder Sachen benutzt, die sächliches
Geschlecht (neutral) sind:
Beatrix hat ein Baby bekommen.
Es heißt Gabriela.
Es wiegt 3.250 Gramm.
Es schläft den ganzen Tag.
Susanne will ein neues Bett kaufen.
Es kostet 759 Euro.
Es ist aber sehr bequem.
Das Bett ist aus Holz.
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o Das unpersönliche Personalpronomen " man ".
Das unpersönliche Personalpronomen " man " wird benutzt, um generelle Aussagen zu
tätigen.
Hier darf man nicht rauchen.
Man soll fleißig Deutsch lernen.
Hier darf man nicht parken.
Man wird eines Tages die Wahrheit erfahren.
• Plural
Das Personalpronomen der 3. Person im Plural lautet " sie ". Es wird gleichzeitig über mehrere Personen
oder Dinge gesprochen.
6) Die Höflichkeitsform
Die Höflichkeitsform, oder auch formelle Anrede genannt, wird ebenfalls mit dem Personalpronomen " Sie "
gebildet, wird aber mit einem großen "S" ("Sie") geschrieben. Man benutzt die formelle Anrede für fremde
Personen, in der Geschäftswelt, beim Einkaufen und vor allem, wenn eine jüngere Person mit einer fremden
älteren Person spricht. Man "siezt" sich, wenn man höflich sein will. Das entsprechende Verb heißt "siezen"
(Gegenteil "duzen"). " Sie " wird immer in der 3. Person Plural konjugiert und gilt sowohl für eine einzelne
Person als auch für mehrere Personen:
• Die Höflichkeit wird im Singular (eine Person) und im Plural (mehrere Personen) gleich konjugiert:
o Guten Tag Herr Schuster.
o Schön, dass Sie da sind.
• Ist die angesprochene Person allein, antwortet sie mit der 1. Person Singular " ich":
• Werden gleich mehrere Personen angesprochen, antworten sie entweder mit den Pronomen " ich + er /
o Wie heißen Sie - Ich bin Herr Held und das ist Herr Maus.
o Halten Sie Haustiere? - Nein, ich habe keine, aber Herr Maus hat eine Katze.
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Das Verb „sein“ als Vollverb
Das Vollverb " sein" gehört zu der Gruppe der unregelmäßigen Verben.
Konjugation:
Das unregelmäßige Verb " sein " ist grammatikalisch gesehen sehr interessant, hat es doch als Vollverb
mehrere Funktionsweisen. Darüber hinaus wird es auch als Hilfsverb im Perfekt eingesetzt.
2) Zeitformen
Konjugation:
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4) Funktionen als Vollverb
• Präsentation
o Wer sind Sie? - Ich bin Herr Niemand.
o Wer bist du? - Ich bin Peter.
o Wer ist das? - Das ist meine Freundin.
o Wie ist Ihr Name? - Mein Name ist Hase.
o Sind Sie Herr Meyer mit "ey"? - Nein, ich bin Herr Meier mit "ei".
o Bist du Kurt? - Nein, ich bin Ludwig.
• Berufe
o Was sind Sie von Beruf? - Ich bin Mechaniker.
o Was machst du beruflich? - Ich bin Fernfahrer.
o Bist du auch Student? - Ja, ich bin Studentin und studiere Physik an der RWTH Aachen.
o Was macht Ihr Mann? - Er ist Pilot.
o Ich bin neu hier. Arbeiten Sie auch hier? - Ja, ich bin der Direktor dieser Fabrik.
o Sind Sie der Hausmeister? - Nein, ich bin Mieter. Ich wohne hier.
• Material
o Ist das ein Holztisch? - Nein, der Tisch ist aus Glas. Das ist ein Glastisch.
o Ist das Haus aus Stein? - Nein, es ist aus Holz. Das ist ein Holzhaus.
o Unser Ehering ist aus reinem Gold.
o Woraus ist die Kette? - Sie ist aus Silber.
o Dieses Buch ist nicht aus Papier, sondern aus Papyrus.
o Die Tasse ist aus Porzellan.
• Situativ-Ergänzung
o Wo bist du? - Ich bin im Keller.
o Wo ist unser Geld? - Es ist auf der Bank. Wo denn sonst?
o Ist das Telefonbuch auf dem Schreibtisch? - Nein, es ist im Schrank.
o Sind die Kinder schon im Bett? - Nein, sie sind noch im Bad.
o Wo ist Michael? - Er ist noch in Frankfurt.
o Seid ihr in München? - Ja, wir sind auf dem Oktoberfest.
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• Hinweise (Demonstrativpronomen)
o Was ist das? - Das ist ein Telefonbuch.
o Ist das ein Bett? - Nein, das ist kein Bett. Das ist eine Lampe.
o Ist das dein Haus? - Nein, das ist das Haus meiner Eltern.
o Sind das deine Kinder? - Nein, das sind die Kinder meines Bruders.
o Ist das dein Porsche? - Natürlich ist das meiner.
5) Verbverbindungen
Des Weiteren gibt es noch zusammengesetzte Verben. Bei diesen Verbverbindungen bilden zwei
Wortarten gemeinsam den Infinitiv, werden aber getrennt geschrieben.
• auf sein: Du siehst müde aus. Wie lange bist du schon auf?
• da sein: Sind alle Schüler da? Nein, Jessica fehlt heute.
• beisammen sein: Über Weihnachten ist die ganze Familie beisammen.
• dabei sein: Wer fährt morgen mit nach Berlin? - Ich bin dabei. Ich fahr auch mit.
• los sein: Was ist mit dir los? Du siehst so traurig aus. - Meine Katze ist gestorben.
• zusammen sein: Ich bin seit 2 Wochen mit Susi zusammen.
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Das Verb „haben“ als Vollverb
Das Verb " haben " tritt in der deutschen Sprache sehr häufig auf. Das kommt daher, da es einerseits als
Vollverb und andererseits als Hilfsverb eingesetzt wird. Mit dem Hilfsverb "haben" wird das Perfekt
gebildet. Das Vollverb " haben " kennzeichnet vereinfacht ausgedrückt einen Besitz einer Sache aus. (Sie
hat ein Auto. Er hat keine Zeit und kein Geld.) "Haben" hat eine Nominativ- und eine Akkusativ-
Ergänzung. Die Konjugation lautet wie folgt:
Konjugation:
Die beiden Verben " haben " und " sein " werden oft verwechselt. Als Faustformel kann man folgende
Regel verinnerlichen:
haben sein
Das kleine Kind hat großen Durst. Das kleine Kind ist sehr durstig.
Die Männer haben keinen Hunger. Die Männer sind nicht hungrig.
Das Mädchen hat oft Angst. Das Mädchen ist sehr ängstlich.
Die alte Frau hat keine Kinder. Die alte Frau ist kinderlos.
Der alte Mann hat eine schwere Krankheit. Der alte Mann ist sehr schwer erkrankt.
Der Sänger hat einen großen Erfolg. Der Sänger ist sehr erfolgreich.
3) Zeitformen
Plusquamperfekt Unsere Kinder hatten schon oft sehr viel Glück gehabt.
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4) Bildung der Zeitformen
• Perfekt
Das Perfekt des Vollverbs „haben“ wird mit dem Hilfsverb „haben“ und dem Partizip II gebildet:
1. Person ich habe ... gehabt wir haben ... gehabt 1. Person
3. Person er / sie / es hat ... gehabt sie / Sie haben ... gehabt 3. Person
• Präteritum
Konjugation:
• Plusquamperfekt
Das Plusquamperfekt des Vollverbs „haben“ wird mit der Vergangenheitsform von „haben“ und dem
Partizip II gebildet:
1. Person ich hatte ... gehabt wir hatten ... gehabt 1. Person
3. Person er / sie / es hatte ... gehabt sie / Sie hatten ... gehabt 3. Person
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Regelmäßige Verben
Die Konjugation der regelmäßigen Verben, auch "schwache Verben" genannt, ist in der deutschen Sprache
einfach. Die meisten deutschen Verben sind regelmäßig. Bei den regelmäßigen Verben bleibt der Stammvokal in
allen Formen, Singular wie Plural, gleich. Am Verbstamm wird eine Endung angehängt. Die Endung zeigt die
Person an.
Singular Plural
Infinitiv Stamm
ich du er / sie / es wir ihr Sie / sie
Die Stammformen der regelmäßigen Verben verändern sich beim Konjugieren nicht. Folgende Übersicht zeigt die
Personalendungen, die am Verbstamm der regelmäßigen Verben angefügt werden:
• Konjugation + e
Bei der Konjugation der Verben gilt: Verbstamm + Endung. Gelegentlich kommt es vor, dass der
Verbstamm mit t; d; m oder n endet. Beispiele dazu sind die Verben: arbeiten, finden, atmen, rechnen
usw. Die Folge sind Ausspracheprobleme bei der 2. und 3. Person Singular sowie der 2. Person Plural.
Deshalb wird bei diesen Personen ein "e" zwischen Verbstamm und Endung eingeschoben. Die
Konjugation lautet dann wie folgt:
Ausnahmen gelten für Verben mit der Verbstammendung lm; ln; rm und rn wie z.B.: lernen und
qualmen, ...
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• Konjugation - s
Selten endet der Verbstamm mit s; ß; x oder z. Beispiele sind die Verben: reisen, reißen, mixen, reizen
usw. Bei diesen Verben fällt in der 2. Person Singular das "s" weg. Die Konjugation lautet dann wie folgt:
( ) = ohne "s"
• Konjugation - e
Nur ein paar Verben enden nicht mit "en", sondern nur mit n. Beispiele sind die Verben: dauern,
erinnern, klingeln und lächeln. Bei den Verben, dessen Verbstamm mit l endet, fällt in der 1. Person
Singular das "e" weg. Die Konjugation lautet dann wie folgt:
ändern; dauern (nur 3. Person Singular möglich!!!); erinnern; feiern; klappern; verbessern
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Unregelmäßige Verben
Die unregelmäßigen Verben, auch "starke Verben" genannt, stellen zahlenmäßig nur eine kleine Gruppe dar.
Von den etwa 200 starken Verben gehören aber viele zum Grundwortschatz. Die starken Verben zeichnen sich
dadurch aus, dass bei der Konjugation Vokale vom Verbstamm getauscht werden. Im Präsens verändern sich
jeweils nur die 2. und 3. Person Singular. Der Plural wird wie die regelmäßigen Verben konjugiert.
Singular Plural
Infinitiv Stamm
ich du er / sie / es wir ihr Sie / sie
Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " e " nach " i ". Folgende
Übersicht zeigt die Veränderungen:
Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " e " nach " i e ".
Folgende Übersicht zeigt die Veränderungen:
befehlen; empfehlen; geschehen (nur 3. Person möglich); lesen (du / er, sie, es liest); sehen; stehlen
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4) Vokalwechsel von a nach ä
Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " a " nach " ä ".
Folgende Übersicht zeigt die Veränderungen:
Bei einigen starken Verben wechselt der Stammlaut in der 2. und 3. Person Singular von " au " nach " äu ".
Folgende Übersicht zeigt die Veränderungen:
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Niveau A1 Trennbare Verben – Übung 030-1
A) Trennbare Verben einsetzen.
Setzen Sie die passenden Verben ein. Einige Verben passen nicht.
abfahren, abschließen, abschreiben, anfangen, anhalten, anrufen, anziehen, anzünden,
aufgehen, aufwachen, einschlafen, einsteigen, untergehen, umziehen, weggehen, zuhören
01. Herr Watzke __________ sich nach dem Essen eine Zigarette ____.
02. Seine neue Freundin __________ ihn fast stündlich ____.
03. Die Schüler __________ ihrem Geschichtslehrer nur sehr selten ____.
04. Das Fußballspiel __________ morgen bereits um 19:00 Uhr ____.
05. Der Schüler __________ andauernd von seinem Nachbarn ____.
06. Euer Schnellzug __________ um 7:17 Uhr auf Gleis 3 ____.
07. Alle Passagiere __________ jetzt in den Bus ____.
08. Familie Wetzel __________ nächste Woche in ihre neue Wohnung ____.
09. Seit wann __________ der Bus an dieser Haltestelle nicht mehr ____?
10. Wer von euch __________ heute Abend die Türen ____?
C) Sätze bauen.
Ordnen Sie die Sätze. Ordnen Sie die Präfixe zu: 5x ab, 2x an, auf, aus, zu
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A) Trennbare Verben einsetzen.
01. Herr Watzke zündet sich nach dem Essen eine Zigarette an.
02. Seine neue Freundin ruft ihn fast stündlich an.
03. Die Schüler hören ihrem Geschichtslehrer nur sehr selten zu.
04. Das Fußballspiel fängt morgen bereits um 19:00 Uhr an.
05. Der Schüler schreibt andauernd von seinem Nachbarn ab.
06. Euer Schnellzug fährt um 7:17 Uhr auf Gleis 3 ab.
07. Alle Passagiere steigen jetzt in den Bus ein.
08. Familie Wetzel zieht nächste Woche in ihre neue Wohnung um.
09. Seit wann hält der Bus an dieser Haltestelle nicht mehr an?
10. Wer von euch schließt heute Abend die Türen ab?
C) Sätze bauen.
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Modalverben
Modalverben treten in einem Satz meistens mit einem zweiten Verb, dem "Vollverb", auf. Das Vollverb steht im
Infinitiv am Satzende. Das Modalverb wird konjugiert und zeigt die Person an:
Der kleine Junge kann mit Hilfe seiner Hand schon bis zehn zählen.
Die Hausfrau soll ihren Mann um 16:30 Uhr von der Arbeit abholen.
Das Mädchen will zum Frühstück auf keinen Fall Haferschleim essen.
Alle Modalverben werden in der 1. und 3. Person, Singular wie Plural, gleich konjugiert:
Das Modalverb "mögen" wird häufiger im Konjunktiv II benutzt und drückt eine besonders höfliche Form aus.
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3) Das Modalverb "dürfen"
Das Modalverb "dürfen" benutzt man in folgenden Situationen:
• jdm. eine Erlaubnis erteilen
o Das 12-jährige Mädchen darf heute ins Kino gehen. (Ihre Eltern haben es ihr erlaubt.)
o Der Mitarbeiter darf heute früher nach Hause gehen. (Sein Chef hat es ihm erlaubt.)
o Der Sohn darf heute länger aufbleiben. (Er fragt seine Mutter und sie sagt "ja".)
• ein Verbot aussprechen / jdm. etwas verbieten (dürfen + Verneinung)
o Im Museum darf man nicht fotografieren. (Der Inhaber verbietet es.)
o Das Kind darf heute nicht länger aufbleiben. (Die Mutter verbietet es ihm.)
o Der Mitarbeiter darf heute nicht früher gehen. (Sein Chef hat es ihm verboten).
• eine Vermutung vorsichtig ausdrücken (etwas vermuten / etwas glauben) dürfen im Konjunktiv II.
o Wie alt ist wohl die neue Freundin vom Chef? - Sie dürfte gerade erst volljährig sein. (Jemand
glaubt, dass seine Freundin noch sehr jung ist.)
o Wie alt ist wohl unser Lehrer? - Er dürfte um die 50 (Jahre alt) sein.
o Wie hoch mag wohl dieser Baum sein? - Er dürfte so um die 50 Meter hoch sein.
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5) Das Modalverb "mögen"
• eine Notwendigkeit
o Der Schüler muss täglich seine Hausaufgaben machen, wenn er Deutsch lernen will.
o Ein Bäcker muss jeden Tag sehr früh aufstehen.
o Ein Fußballspieler muss täglich hart trainieren, wenn er Erfolg haben will.
• Schlussfolgerung
o Jedes Lebewesen muss einmal sterben, früher oder später.
o Viele Menschen haben kein Geld. Deshalb müssen sie jeden Tag arbeiten gehen.
o Meine Mutter sagte immer: "Wer schön sein will, muss leiden."
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7) Das Modalverb "sollen"
o Sie sollen sofort Ihr Büro anrufen. Das hat Ihre Sekretärin gesagt.
o Wenn du ihn siehst, sag ihm bitte, dass er mich sofort anrufen soll.
o Man sagt, die Firma Hansen & Co. soll Pleite sein.
o Die Leute erzählen sich, dass Herr Fischer seine Frau betrügt. Er soll eine Geliebte haben.
o Der neue Freund von Gaby soll sehr viel Geld haben.
• ein Gebot / Gesetz einhalten
o Man soll nicht töten.
o Man soll keine Drogen nehmen.
o Man soll immer die Wahrheit sagen."
o Diese Beispiele sollen Ihnen helfen, den Gebrauch der Modalverben zu verstehen.
o Die Strafe soll dir eine Lehre sein.
Möchten ist eine höfliche Umschreibung von wollen. Mit wollen wird ein unbedingter Wunsch ausgedrückt. Der
Tennisspieler will nicht gegen seinen besseren Gegner verlieren. (Deshalb kämpft er bis zum Umfallen gegen die
drohende Niederlage und vielleicht gewinnt er auch das Match.) "Mama, ich will ein Eis", ist eine sehr unhöfliche
Forderung des Kindes. "Wollen" kann in einem Dialog sehr unhöflich wirken. Besser ist hier die höflichere Variante
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9) Die Modalverben als Vollverben
Gelegentlich kann man ein Modalverb auch alleine als Vollverb benutzen. Voraussetzung ist eine eindeutige
• Mein Mann hat heute Nachmittag keine Zeit. Er muss in die Stadt (fahren).
• Der Mann ist Ausländer. Er kann aber schon sehr gut Deutsch (sprechen / verstehen).
Wenn ein Zusammenhang / eine Situation klar ist, kann man ebenfalls das 2. Verb weglassen:
• Meine Frau kann nicht kochen. - Meine kann es dagegen sehr gut.
• Peter kann nicht zur Hochzeit kommen. Gisela kann auch nicht.
• Können Sie den Wagen reparieren? - Das ist kein Problem, das kann ich.
Siehe auch:
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Imperativ
Der Imperativ wird nur benutzt, wenn man eine oder mehrere Personen persönlich / direkt anspricht. Der
Imperativ gilt also nur für die 2. Person Singular "du", die 2. Person Plural "ihr" und die Höflichkeitsform "Sie".
Demnach ist die 3. Person Singular " er, sie, es" nicht möglich. Für Personen, die man duzt (du / ihr), verwendet
man den informellen Imperativ. Beim informellen Imperativ lässt man das Personalpronomen weg, bei "du"
zusätzlich die konjugierte Endung "st".
Für Personen, die man siezt (Sie), verwendet man den formellen Imperativ. Das Personalpronomen bleibt beim
formellen Imperativ erhalten. Präfixe trennbarer Verben sowie Reflexivpronomen werden hinter den Imperativ
gestellt.
Ein Imperativsatz kann sowohl mit einem Punkt "." als auch mit einem Ausrufezeichen "!" enden. Ein "!" gibt
Aufforderungssätzen Nachdruck, verstärkt also einen Befehl. Mit einem "." wird ohne Nachdruck gesprochen.
Die Wörter "bitte" und "bitte mal" machen den Imperativ freundlicher und höflicher.
Beim Imperativ kommt es darüber hinaus sehr auf die richtige Betonung an. Die Betonung und die
Sprechgeschwindigkeit können den ausgesprochenen Imperativ höflich oder als Befehl erscheinen lassen. "Schnell
und laut gesprochen" wirkt als unhöflich und gilt als Befehl.
Funktion Beispiele
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Funktion Beispiele
Fahr vorsichtig! Es friert heute Nacht und die Straßen sind nass.
Geht ins Bett, Kinder. Sonst wird Papa böse, es ist schon fast 22:00 Uhr.
Folgende Tabelle zeigt einige Beispiele mit regelmäßigen, trennbaren sowie reflexiven Verben auf:
s. aus|ruhen Ruh dich aus. Ruht euch aus. Ruhen Sie sich aus.
gehen Geh nach Haus! Geht nach Haus. Gehen Sie raus!
trinken Trink deine Milch! Trinkt eure Milch! Trinken Sie Ihr Bier.
zu|hören Hör mir zu! Hört mir zu! Hören Sie mir zu!
Einen Vokalwechsel von e nach "i" oder "ie" in der 2. Person Singular nimmt der Imperativ mit:
essen -i- Iss langsamer! Esst den Fisch! Essen Sie die Suppe.
...|geben -i- Gib mir auch was ab. Gebt das Geld zurück. Geben Sie ihm Recht.
...|lesen -ie- Lies es mir vor. Lest nicht ab. Lesen Sie den Text.
...|sehen -ie- Sieh mal her! Seht mal nach rechts. Sehen Sie ihn gut an.
• Fahr mit.
• Schlaf gut.
• Lauf schneller.
• Sauf nicht so viel!
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5) Imperativ mit Stammauslaut -t; -d; sowie -m; -n
Bei den Verben mit dem Stammauslaut -t; -d; sowie -m; -n; (Verben wie arbeiten, reden, atmen, öffnen) wird
auch im Imperativ ein "e" beigefügt:
...|atmen Atme ruhiger! Atmet tief ein. Atmen Sie langsam wieder aus.
...|finden Finde den Schlüssel wieder! Findet Nemo. Finden Sie ihren Namen heraus!
6) Ausnahmen
sein Sei lieb! Seid auf der Hut! Seien Sie vorsichtig!
7) Ersatzformen
Es gibt auch zahlreiche Alternativen zum Imperativ, wie folgende Tabelle aufzeigt:
Ersatzformen Beispiele
Zimmer aufräumen!
Infinitiv Haare schneiden!
Zähne putzen!
Hilfe!
Nomen Ruhe dahinten!
Geld oder Leben!
Rauchen verboten!
Partizip II Füttern verboten!
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Reflexive Verben
Reflexive Verben verlangen ein zusätzliches Reflexivpronomen, das im Akkusativ oder im Dativ stehen kann.
Reflexiv bedeutet rückbezüglich. Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt im Satz zurück.
Das reflexive Verb "sich freuen" hat eine Nominativ- und eine reflexive Ergänzung im Akkusativ. Die
Du freust dich.
Er freut sich.
2) Die Reflexivpronomen
Das Reflexivpronomen ist abhängig vom Subjekt. Es muss immer die gleiche Person angeben, die das Subjekt
vorgibt. Für die 1. und 2. Person Singular und Plural werden die entsprechenden Formen des Personalpronomens
im Akkusativ bzw. im Dativ übernommen. Nur die 3. Person bildet eine eigene Form: "sich". Diese Form bleibt
sowohl im Dativ und Akkusativ als auch im Singular und Plural bestehen.
Reflexivpronomen
Personalpronomen
Akkusativ Dativ
du dich dir
1
3) Reflexivpronomen mit Dativ oder mit Akkusativ?
Der Gebrauch der reflexiven Verben ist nicht immer einfach. Man muss zwischen echten - und unechten
reflexiven Verben unterscheiden. Das Verb "waschen" hilft uns bei der Erklärung. Das Verb "waschen"
verlangt eine Nominativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.
Im genannten Beispiel wäscht eine Person (Subjekt = die Mutter / der Vater) eine Person oder Sache (Akkusativ
= Sohn / Auto).
Das Verb waschen kann aber auch reflexiv benutzt werden. Das geschieht, wenn sich das Reflexivpronomen auf
das Subjekt bezieht. Das Subjekt (Mutter / Vater) wäscht dann keine andere Person oder Sache, sondern sich
selbst. Das Reflexivpronomen nimmt nun die Stellung der Akkusativergänzung ein.
Wenn das Verb jedoch eine weitere Akkusativ-Ergänzung erhält, muss das Reflexivpronomen im Dativ
stehen.
Reflexive Verben, in denen das Reflexivpronomen im Akkusativ steht, haben oft zusätzlich noch eine
Präpositional-Ergänzung. Der Infinitiv lautet dann z.B. " s. freuen auf ". Diese Verbgruppe sollte man mit
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4) Liste der echten reflexiven Verben
"Echte reflexive Verben" können nur reflexiv gebraucht werden. Die Akkusativ-Ergänzung kann also nicht mit
einer anderen Person oder Sache (Ich wasche das Kind / das Auto) getauscht werden. Die wichtigsten echten
reflexiven Verben - einige davon nur im Akkusativ, andere nur im Dativ - werden in folgender Tabelle aufgeführt:
Echte reflexive Verben haben immer ein Reflexivpronomen. Man erkennt sie daran,
• dass man das Reflexivpronomen nicht weglassen kann:
o Ich freue mich. (Falsch: Ich freue.)
• dass man nicht nach dem Reflexivpronomen fragen kann:
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5) Liste der unechten reflexiven Verben
Die andere Gruppe der reflexiven Verben nennt man unechte reflexive Verben. Das bedeutet, dass man sie
sowohl reflexiv als auch mit einer Akkusativ-Ergänzung benutzen kann. Einige unechte reflexive Verben werden
nur im Dativ verwendet.
Verb mit Akkusativ- unechte reflexive Verben + Verb mit Akk-Erg. oder reflexiv im
Ergänzung Reflexivpronomen im Akkusativ Dativ
Die Mutter wäscht ihr Baby. Die Mutter wäscht sich. Meine Mutter wäscht mir meine Wäsche.
Ich wasche meine Wäsche
Ich wasche mich. Ute wäscht ihrem Freund die Socken.
selbst.
Warum trocknest du dir deine Hände nicht
Du trocknest das Geschirr ab. Du trocknest dich ab.
ab?
Du ärgerst mich immer. Er ärgert sich oft über seinen Chef. Reflexiv im Dativ nicht möglich
Meine Frau kann mich nicht
Du wirst dich nicht mehr ändern. Der Schneider ändert mir meine Jacke.
mehr ändern.
Die Mutter duscht die Kinder. Du duschst dich nur alle 10 Tage. Eric duscht sich nur den Oberkörper ab.
Folgende Liste enthält einige unechte reflexive Verben. Sie können sowohl reflexiv als auch mit Akkusativ-
Ergänzung benutzt werden, wie es in den zuvor gezeigten Beispielen nachzulesen ist.
Bei den folgenden echten und unechten reflexiven Verben kann das Reflexivpronomen bzw. die andere Person nur
im Dativ stehen: "Etwas" steht hier stellvertretend für eine Akkusativ-Ergänzung.
sich etwas an|gewöhnen Rolf hat sich eine gewisse Faulheit angewöhnt.
sich etwas an|sehen* Wir sehen uns auch den Film an.
sich etwas leisten (können)* Wir können uns kein Auto leisten.
sich die Zähne putzen Das Kind will sich nicht die Zähne putzen.
sich die Hände waschen Ihr müsst euch noch eure Hände waschen.
4
6) Reziproke Verben
Reziproke Verben haben die Besonderheit, dass sie nur im Plural Verwendung finden. Das Reziprokpronomen
- sich kennen
- sich lieben
- sich sehen
- sich streiten
5
Zeitformen / Tempus
In der deutschen Sprache gibt es sechs verschiedene Zeitformen. Die einzelne Zeitform wird Tempus
genannt:
• Vergangenheit
o Perfekt
o Präteritum (Imperfekt)
o Plusquamperfekt (Vorvergangenheit)
• Gegenwart
o Präsens
• Zukunft
o Futur I
o Futur II
2) Die Vergangenheit
Die Vergangenheit besitzt zwei Zeitstufen. Das Perfekt und das Präteritum bildet eine Zeitstufe, das
Plusquamperfekt die andere. Es ist wichtig zu verstehen, dass das Perfekt und das Präteritum zur gleichen
• Das Perfekt
Das Perfekt benutzt man überwiegend in der gesprochenen Sprache, also beim Sprechen. Das Perfekt
braucht einen Gesprächspartner, dem man etwas aus der Vergangenheit berichten möchte. Der
Gesprächspartner ist dem Sprecher vertraut und kommt in der Regel aus der Familie, dem Freundes-
Dort habe ich vor dem Schloss einen alten Schulfreund wiedergesehen.
• Das Präteritum
Das Präteritum benutzt man überwiegend in geschriebenen Texten. Dazu gehören zum Beispiel
Zeitungen, Zeitschriften, Literatur etc. Auch die Nachrichten im Fernsehen oder im Radio berichten
Die Koalition tagte bis zum späten Abend hinter verschlossenen Türen.
1
• Das Plusquamperfekt
Das Plusquamperfekt, auch die Vorvergangenheit genannt, gibt die Vergangenheit wieder, die vor dem
Präteritum / Perfekt geschehen war und die für die Handlung im Präteritum / Perfekt wichtig ist. Deshalb
o Klaus war bereits ins Bett gegangen und hatte das Licht ausgemacht, als plötzlich das
Telefon klingelte. Er tastete nach seiner Brille, die normalerweise auf dem Nachttischchen lag,
als ihm plötzlich einfiel, dass er sie bereits im Bad ausgezogen hatte, weil er noch geduscht
hatte, bevor er ins Bett ging. ...
3) Das Präsens
Er hört Musik
Er und seine Familie kommen aus einem Dorf in der Nähe von München.
2
4) Die Zukunft
Wie bereits gesehen, wird ein zukünftiges Geschehen mit dem Präsens in Verbindung mit einem
Zeitwort gebildet, das einen Hinweis auf ein zukünftiges Ereignis gibt. Zeitwörter sind zum Beispiel gleich,
in 5 Minuten, in einer Stunde, heute Abend, morgen, übermorgen, in drei Tagen, am kommenden
Wochenende, nächste Woche, etc. ... Das Futur I und II erfüllen andere Aufgaben.
• Futur I
Das Futur I wird benutzt:
• Futur II
Das Futur II wird sehr selten benutzt. Es prognostiziert eine abgeschlossene Handlung in der
Zukunft oder eine abgeschlossene Vermutung.
3
Das Präsens
Die Konjugation der Verben im Präsens wurde in den vorangegangenen Kapiteln eingehend besprochen. Wir
konjugiert werden. Alle Beispiele zeigen die Konjugation der Verben im Präsens.
1
• Was zukünftig passiert
Ein zukünftiges Geschehen ist in der deutschen Sprache nicht schwierig zu bilden. Es wird mit dem Präsens in
Verbindung mit einem Zeitwort gebildet, das einen Hinweis auf ein zukünftiges Ereignis gibt. Folgende
Sätze, die ein zukünftiges Ereignis angeben sollen, beginnen häufig mit einem entsprechenden Zeitwort.
2
Das Perfekt
Das Perfekt, auch vollendete Gegenwart genannt, wird in der gesprochenen Sprache benutzt, und beschreibt
eine abgeschlossene Handlung in der Vergangenheit mit Gegenwartsbezug oder einen erreichten Zustand. Man
benutzt das Perfekt ausschließlich im privaten Bereich, wenn man mit Freunden oder mit Familienmitgliedern
über etwas spricht, was vergangen ist. So wird das Perfekt auch in privaten Briefen benutzt, um
Familienmitgliedern oder Freunden schriftlich mitzuteilen, was man beispielsweise im Urlaub erlebt hat.
Das Perfekt besteht aus zwei Teilen, dem Hilfsverb "haben" oder "sein" und dem "Partizip II":
!!! Das Hilfsverb wird konjugiert und zeigt die Person an!!!
!!! Das Partizip II ist unveränderlich und schließt den Satz ab!!!
Die Hilfsverben "haben" und "sein" werden wie die Vollverben haben und sein konjugiert.
1
Das Perfekt mit dem Hilfsverb "sein" bilden:
fahren Gestern sind wir mit dem Fahrrad nach Ulm gefahren.
auf|wachsen Meine Frau ist in einem kleinen Dorf bei Ulm aufgewachsen.
• folgende Verben:
3) Das Partizip II
Das Partizip II, auch " Mittelwort " genannt, benutzt man für die Bildung folgender Zeitformen:
• Perfekt:
• Passiv:
• Plusquamperfekt:
2
Das Partizip II kann aber auch als Adjektiv benutzt werden:
• Verb + Partizip II als Adjektiv:
Aus diesen vielseitigen Gründen nimmt das Partizip II eine sehr wichtige Stellung in der deutschen Grammatik
ein. Man sollte das Partizip II gezielt lernen und in der Bildung des Partizips II keine größeren Schwierigkeiten
haben.
• Das Partizip II. der regelmäßigen Verben wird wie folgt gebildet:
ge + Verbstamm + t
• Lautliche Besonderheiten:
Gelegentlich kommt es vor, dass der Verbstamm mit t; d; m oder n endet. Beispiele sind die Verben:
arbeiten, atmen, rechnen usw. Die Folge sind Ausspracheprobleme beim Bilden des Partizip II. Deshalb
wird beim Partizip II. ein "e" zwischen Verbstamm und der Partizipendung "t" eingeschoben.
ge + Verbstamm + et
3
• Das Partizip II. der trennbaren Verben, sofern sie nicht zu den unregelmäßigen Verben gehören,
wird wie folgt gebildet:
Präfix + ge + Verbstamm + t
• Das Partizip II. der Verben mit festen Präfixen, sofern sie nicht zu den unregelmäßigen Verben
Verbstamm + t
entdecken entdeck t In der Südsee hat man eine neue Fischart endeckt.
• Das Partizip II. der Verben, die mit "-ieren " enden, wird ebenfalls ohne "ge" gebildet:
Verbstamm + t
4
4) Das Partizip II. der unregelmäßigen Verben
Die Endung des Partizip II ist bei den unregelmäßigen Verben "-en". Zusätzlich findet häufig ein
Vokalwechsel im Wortstamm statt. Daher sollte man die unregelmäßigen Verben mit dem dazugehörigen
Das Perfekt der Modalverben wird in der Praxis nur selten benutzt. In der Regel wird das Präteritum benutzt.
haben + Partizip II
müssen gemusst Klaus hat in jeder Pause auf die Toilette gemusst.
Das Perfekt der Modalverben mit einem zusätzlichen Vollverb wird wie folgt gebildet:
5
Präteritum (Imperfekt)
Das Präteritum, auch Imperfekt genannt, bildet zusammen mit dem Perfekt eine Zeitstufe. Der Unterschied liegt
alleinig in ihrer Verwendung. Das Perfekt wird in der gesprochenen Sprache benutzt, während das Präteritum
überwiegend in geschriebenen Texten Verwendung findet, wie zum Beispiel in Zeitungen, Zeitschriften, Literatur,
Geschichten, Märchen etc. Aber auch in den Nachrichten, im Fernsehen oder im Radio wird das Präteritum
benutzt, um über Vergangenes zu berichten.
Die Personalpronomen "du" und "ihr" werden im Präteritum sehr selten benutzt, da diese Personen ausschließlich
in der gesprochenen Sprache, also im Perfekt, Anwendung finden.
Die Ausnahme bilden die Verben " haben ", " sein " sowie die " Modalverben ". Sie sind im Präteritum einfacher
zu bilden. Daher werden die Präteritumformen dieser Verben auch im Perfekt benutzt. Das ist möglich, da das
Perfekt und das Präteritum die gleiche Zeitstufe vertreten.
Für alle Verben im Präteritum gilt: Die 1. und 3. Person wird gleich konjugiert, im Singular wie im Plural.
Das Präteritum der regelmäßigen Verben, auch schwache Verben genannt, bildet man wie folgt:
Verbstamm + Präteritumendung
er/sie/es lernen -te Der Junge lernte auf der Schule Französisch.
wir lernen -ten Wir lernten in Afrika eine Menge über die Wildnis.
sie / Sie lernen -ten Sie lernten viel für das Leben.
Lautliche Besonderheiten:
Gelegentlich kommt es vor, dass der Verbstamm mit t; d; m oder n endet. Beispiele sind die Verben: arbeiten,
atmen, rechnen usw. Die Folge sind Ausspracheprobleme beim Bilden des Präteritums. Deshalb wird beim
Präteritum ein " e " zwischen " Verbstamm " und der " Endung " eingeschoben.
er/sie/es atmen -ete Der Schwerverletzte atmete nur noch sehr schwach.
wir beobachten -eten Wir beobachteten den Fremden schon sehr lange.
1
3) Die Bildung des Präteritums der "unregelmäßigen und starken Verben"
Einige Verben, zum Beispiel "haben", "sein", und "werden", werden sehr häufig benutzt, da sie auch in der
gesprochenen Sprache, also im Perfekt, benutzt werden. Einige davon finden darüber hinaus auch als Hilfsverb
Verwendung. Das Präteritum der folgenden Verben sollte man unbedingt kennen:
Das Präteritum der unregelmäßigen Verben hat sehr oft eine andere Stammform als im Infinitiv. Weitere
unregelmäßige und starke Verben gibt es in der Liste der unregelmäßigen Verben.
Die Perfektformen der Modalverben sind vom Satzbau ein wenig kompliziert, daher werden auch in der
gesprochenen Sprache die Modalverben im Präteritum benutzt.
* Der Konjunktiv II. von mögen ist "möchten". " Möchten " ändert sich allerdings im Präteritum in "wollten".
Die Kinder durften gestern Abend mit ihren Freunden ins Kino gehen.
Viele Schüler wollten bei dem schönen Wetter keine Hausaufgaben machen.
Die Ärzte sollten sich nach der Operation sofort beim Chefarzt melden.
2
Das Plusquamperfekt
Das Plusquamperfekt, auch die Vorvergangenheit genannt, ist das Tempus der Vorzeitigkeit gegenüber dem
Präteritum und dem Perfekt. Es gibt die Vergangenheit wieder, die vor dem Präteritum / Perfekt geschehen war
und die für die Handlung im Präteritum / Perfekt wichtig ist. Deshalb heißt sie auch Vorvergangenheit.
Bei der Frage, ob das Hilfsverb mit " haben " oder " sein " gebildet wird, gelten dieselben Regeln wie beim
Perfekt.
ist gegangen war gegangen Der Mitarbeiter war schon gegangen, als der Chef nach ihm fragte.
Die Frau hatte bereits die Suppe gekocht, als ihr plötzlich der Suppentopf
hat gekocht hatte gekocht
herunterfiel.
ist gefahren war gefahren Viele Gäste waren bereits nach Hause gefahren, als der Präsident kam.
Als der Notarzt eintraf, war das Unfallopfer bereits an seinen starken
ist gestorben war gestorben
Verletzungen gestorben.
Nachdem Andreas mit seiner Exfrau telefoniert hatte, ist er in eine Kneipe
hat telefoniert hatte telefoniert
gegangen und hat sich sinnlos betrunken.
3) Anwendungsbeispiele
Das Plusquamperfekt wird generell nicht als eine einzelne Aussage verwendet. Die Vorzeitigkeit, die das
Plusquamperfekt ausdrückt, wird immer im Bezug zu einer Aussage im Präteritum bzw. dem Perfekt gestellt. Es
• Plusquamperfekt im Hauptsatz
Sie waren sehr gut gelaunt. Sie hatten gegen den FC mit 5:0 gewonnen.
Karl hatte einen Unfall. Zuvor hatte er sehr viel Alkohol getrunken.
1
• Plusquamperfekt im Nebensatz
Nachdem Tom die Wahrheit erfahren hatte, reichte er die Scheidung ein.
Nachdem wir nur schmutzige Arbeiten hatten machen müssen, kündigten wir.
Nachdem Tom das Auto nicht hatte reparieren können, ging er.
2
Das Futur I
Wenn man über die Zukunft sprechen möchte, verwendet man normalerweise das Präsens mit einem Zeitwort.
2) Die Bildung
Das Futur I wird mit dem Hilfsverb " werden " und dem Infinitiv gebildet.
werden + Infinitiv
1
3) Futur I mit Modalverben
Das konjugierte Modalverb, welches im Präsens auf Position 2 steht, wird im Futur I im Infinitiv ans Satzende
gestellt.
werden + 2 X Infinitiv
• Man hat heutzutage kein Geld mehr. Unsere Kinder werden noch sehr viel arbeiten müssen.
• Der Patient hat beide Beine verloren. Er wird wohl nicht mehr als Mechaniker arbeiten können.
• Morgen werden wir sehr früh aufstehen müssen.
2
Das Futur II
Das Futur II wird sehr selten benutzt. Es prognostiziert eine abgeschlossene Handlung in der Zukunft oder
In der Praxis wird diese Form allerdings sehr selten benutzt. Es wird durch das Perfekt in Verbindung mit
zukünftigen Zeitangaben (morgen, bald, in zwei Tagen, ...) ersetzt. (Beispiele dazu in den Klammern).
2) Die Bildung
Das Futur II wird mit dem Hilfsverb " werden " und der Perfektform gebildet.
3) Anwendungsbeispiele
Da das Futur II mit 2 Hilfsverben gebildet wird (" werden " + " haben / sein "), sind Kenntnisse über den Satzbau
• Hauptsatz
o Morgen werden wir endlich die Arbeit geschafft haben.
o In einer Woche werden wir endlich unsere Prüfung bestanden haben.
o Im Sommer werden wir unser Haus endlich fertig gebaut haben.
• Nebensatz
o Morgen feiern wir, weil wir endlich die Arbeit geschafft haben werden.
o Bald werden wir mehr wissen, weil wir von ihm die Wahrheit erfahren haben werden.
o Da der Mensch bald ausgestorben sein wird, werden die Ameisen den Planeten erobern.
1
Das Passiv
Wenn wir vom Passiv reden, müssen wir zuerst einmal den Unterschied zwischen einem Aktivsatz und einem
Passivsatz klären. In einem Aktivsatz ist die Person wichtig, die etwas macht. Die W-Frage "wer" fragt nach
der handelnden Person, die etwas tut und stellt einen direkten Zusammenhang mit dem Verb her. Man fragt:
In einem Passivsatz ist die handelnde Person ( = Agens ), also das Subjekt, unwichtig. Das Geschehen selbst,
" Wer " den Kuchen backt, also die Person ( Agens ), ist für den Vorgang nicht wichtig und wird im Passivsatz
normalerweise nicht genannt. Soll die Person, die etwas tut, dennoch genannt werden, so gebraucht man
• bei einer direkten Person oder Ursache die Präposition von + Dativ
o Der Kuchen wird vom Bäcker gebacken.
• bei einer indirekten Person oder Ursache die Präposition durch + Akkusativ (selten)
Voraussetzung zum Erlernen des Passivs sind gute Kenntnisse über die jeweiligen Verbergänzungen. Man sollte
2) Passivformen
Beim Passiv sind die handelnden Personen nicht wichtig, nicht bekannt oder nicht vorhanden. Das Passiv
beschreibt entweder eine Handlung bzw. einen Prozess oder einen Zustand bzw. ein Resultat. Daher gibt es
1
• Eine Handlung oder ein Prozess wird mit dem Hilfsverb " werden " + Partizip II gebildet. Wenn wir
vom Passiv reden, ist gewöhnlich diese Form gemeint, wird aber auch, um Verwechslungen zu
• Ein Zustand bzw. ein Resultat wird mit dem Hilfsverb " sein " gebildet. Diese Form nennt man auch
2
Vorgangspassiv
Wenn man vom Passiv redet, ist gewöhnlich das Vorgangspassiv gemeint, wird aber auch, um
Verwechslungen zu vermeiden, werden-Passiv genannt. Das Vorgangspassiv (im Folgenden = Passiv /
vergleiche Zustandspassiv) stellt das Geschehen, die Handlung oder den Vorgang in den Vordergrund.
Die handelnde Person, auch Agens oder Täter genannt, kann, braucht aber nicht genannt zu werden. Das
Subjekt, die Nominativergänzung, aus dem Aktivsatz wird daher in einem Passivsatz nicht gebraucht und
fällt in der Regel weg.
Das Passiv benutzt man, wenn der Täter bzw. das Subjekt des Aktivsatzes nicht wichtig ist. Dies ist häufig
in Sachtexten der Fall, wie beispielsweise bei Gebrauchsanweisungen, Beschreibungen von
Arbeitsprozessen, in Zeitungsberichten etc.
• Zuerst werden die Kartoffeln gewaschen. Dann werden sie geschält, nochmals kurz mit
Wasser gesäubert und schließlich in kleine Würfel geschnitten...
• Zuerst muss der rote Knopf gedrückt werden. Dadurch wird die Maschine abgeschaltet...
• Gestern Abend wurde in unserer Siedlung das neue Gemeindehaus feierlich eröffnet. Es wurden
viele Reden gehalten. Danach ...
oder wenn der Täter nicht genannt werden will oder soll,
• Der Tisch muss abgeräumt werden. (Der Sprecher will den Tisch selbst nicht abräumen. Er hat
keine Lust dazu und sucht eine andere Person, die den Tisch abräumt).
• Das Fenster muss geputzt werden. (Aber der Sprecher selbst will es nicht tun.)
• Sohn, hast du mein Auto gewaschen? - Ja, Papa, dein Auto ist sauber. Es ist gewaschen
worden. (Wer das Auto gewaschen hat, sagt der Sohn nicht, vielleicht hat es sein kleiner Bruder
gewaschen.)
• Gestern Mittag wurde eine Bank überfallen. Die maskierten Täter sind der Polizei bisher
unbekannt.
• Meine Geldbörse ist gestohlen worden. (Wer hat sie nun gestohlen?)
• Niemand hilft mir. Mir wird einfach nicht geholfen.
1
2) Was man bei der Bildung des Passivs beachten muss.
Um das Passiv problemlos bilden zu können, sind Kenntnisse über die jeweiligen Verbergänzungen
notwendig. Man sollte stets zwischen Nominativ-, Akkusativ- und Dativ-Ergänzung unterscheiden können.
werden + Partizip II
Das Haus wird schon seit über 3 Jahren von Herrn Hut renoviert.
Aktivsatz Passivsatz
Der Ober bringt gleich den Nachtisch. Gleich wird der Nachtisch gebracht.
Aktivsatz Passivsatz
Der Mechaniker repariert das Auto. Das Auto wird vom Mechaniker repariert.
Wir laden unseren Lehrer ein. Unser Lehrer wird von uns eingeladen.
Hans öffnet das Fenster. Das Fenster wird von Hans geöffnet.
Aktivsatz Passivsatz
In Frankreich trinkt man viel Wein. In Frankreich wird viel Wein getrunken.
Hier baut man einen neuen Bahnhof. Hier wird ein neuer Bahnhof gebaut.
Man braut in Deutschland gutes Bier. In Deutschland wird gutes Bier gebraut.
Das unpersönliche Pronomen " es " steht häufig in Passivsätzen, in denen der Täter (Aktivsatz =
Akkusativ-Ergänzung) nicht genannt wird. "Es" darf aber nur auf Position 1 stehen und dient
alleinig als Platzhalter!
2
Aktivsatz Passivsatz
Aktivsatz Passivsatz
Aktivsatz Passivsatz
Die Menschen kämpfen täglich um mehr Täglich wird um mehr Freiheit gekämpft.
Freiheit. Es wird täglich um mehr Freiheit gekämpft.
Aktivsatz Passivsatz
Morgen schreiben wir einen Test. Morgen wird ein Test geschrieben.
Die Bauern haben auf den Regen gewartet. Auf den Regen ist gewartet worden.
3
3) Die Zeitformen
• Passiv Präsens
werden + Partizip II
• Passiv Präteritum
Zur Bildung des Präteritums verwendet man die Präteritumsform von " werden ".
wurden + Partizip II
• Passiv Perfekt
Zur Bildung des Perfekts wird ein weiteres Hilfsverb benötigt. Das Hilfsverb "sein" zeigt das Perfekt an.
Das Partizip II von "werden" ist "geworden". Das "ge" entfällt bei der Bildung des Perfekts.
• Passiv Plusquamperfekt
Zur Bildung des Plusquamperfekts wird die Präteritumsform des Hilfsverbs "sein" benutzt.
4
Position 1 werden Mittelfeld Partizip II
• Passiv Futur I
Zur Bildung des Futurs I wird das Hilfsverb "sein" durch das neue Hilfsverb "werden ersetzt. Das
Passivhilfsverb "werden" wird im Infinitiv an das Satzende gestellt.
5
• Präteritum Passiv mit Modalverben
6
Nicht passivfähige Verben
Das Passiv kann mit fast allen Verben mit Akkusativ-Ergänzung gebildet werden. Mit einigen Verben kann das
Passiv jedoch nicht gebildet werden. Dazu gehören fast alle Verben, die im Perfekt mit dem Hilfsverb „sein“
frieren: Es friert.
1
• Die Verbgruppe mit " wissen "
bekommen: Schatz, ich muss dir was sagen. Wir bekommen ein Baby.
2
Zustandspassiv
Das Vorgangspassiv stellt ein Geschehen, einen Vorgang dar. Es beschreibt eine Veränderung. Beim
Zustandspassiv, auch sein-Passiv genannt, ist dieser Vorgang beendet. Er ist abgeschlossen. Das
Zustandspassiv zeigt somit einen erreichten Zustand, ein abgeschlossenes Ereignis an und ist das
Ergebnis eines vorausgegangenen Vorgangs. Das Agens entfällt weitgehend. Das Zustandspassiv kann nur
mit transitiven Verben gebildet werden. Diese Verben müssen darüber hinaus eine Handlung ausdrücken,
die zu einem neuen Zustand führen.
Der Arzt operiert den Der Patient wird Der Patient ist operiert
Der Patient ist operiert.
Patienten. operiert. worden.
Rolf repariert das Das Auto wird Das Auto ist repariert
Das Auto ist repariert.
Auto. repariert. worden.
Das Zustandspassiv wird mit dem Hilfsverb sein und dem Partizip II gebildet:
sein + Partizip II
• Das Geschäft ist schon seit zwei Tagen wegen Krankheit geschlossen.
• Diese Kellertür ist schon seit ewigen Zeiten verriegelt. Sie lässt sich nicht mehr öffnen.
3) Die Zeitformen
1
Passiversatzformen
In Passivsätzen ist die handelnde Person (Agens) nicht wichtig und wird in der Regel weggelassen. Um eine
Häufung von Passivkonstruktionen zu vermeiden, können Ersatzformen verwendet werden. Obwohl es sich bei
den Ersatzformen um Aktivsätze handelt, geben sie keine Auskunft über die handelnden Personen.
2) Die Ersatzformen
• Unpersönliche Pronomen
Die einfachste Form das Passiv zu umschreiben und die handelnde Person nicht zu benennen, ist die
Benutzung unpersönlicher Pronomen wie, " man " und " jemand ". (zählt jedoch nicht zu den
klassischen Passiversatzformen)
Diese Form ist eine Umschreibung des Passivs mit dem modalen Aspekt von " können ".
1
• sein + Adjektivendung auf -bar oder -lich
Diese Form ist ebenfalls eine Umschreibung des Passivs mit dem modalen Aspekt von " können ".
• sein + zu + Infinitiv
Diese Form ist eine Umschreibung des Passivs mit den modalen Aspekten von "können oder "müssen"
sowie nicht können, nicht müssen, nicht wollen und nicht dürfen.
• bekommen-Gruppe + Partizip II
Diese Form wird oft in der Umgangssprache angewendet. Sie kann nur mit Verben gebildet werden, die
2
Indirekte Rede / Konjunktiv I
Der Konjunktiv I wird in der indirekten Rede verwendet. In der indirekten Rede gibt ein Sprecher eine
• direkte Rede: Der Präsident sagt: "Ich werde die Steuern senken."
• indirekte Rede: Der Reporter berichtet: Der Präsident sagte, er werde die Steuern senken.
Der Sprecher ist in diesem Fall der Präsident. Seine Äußerung "Ich werde die Steuern senken." gibt der
Reporter indirekt wieder und berichtet, dass der Präsident die Steuern senken werde. Bei der indirekten Rede
• Im privaten Bereich (Freunde, Familie) wird der Konjunktiv kaum angewandt. Man benutzt den
o indirekte Rede: Toms Bruder sagt zu Utes Schwester: Tom hat zu Ute gesagt, dass er sie liebt.
• Der Konjunktiv findet in der indirekten Rede ausschließlich in öffentlichen Berichten Verwendung, wie
zum Beispiel in den Nachrichten von Funk und Fernsehen, Zeitungsberichten, politische Reden etc.
o indirekte Rede: Die Zeitung schreibt: Der Polizeisprecher sagte, dass der Täter gefasst sei.
Damit Zuhörende erkennen, dass eine Äußerung indirekt wiedergegeben wird, muss die indirekte Rede durch ein
Verb des Sagens / Fragens / Denkens oder durch ein entsprechendes Nomen eingeleitet werden.
antworten, äußern, behaupten, berichten, denken, erklären, fragen, glauben, meinen, sagen etc.
die Antwort, die Aussage, die Äußerung, die Behauptung, die Erklärung, die Frage etc.
- Die Antwort des Ministers habe lange auf sich warten lassen.
- Seine Äußerungen seien eine Zumutung für alle Anwesenden gewesen.
1
3) Bildung der Gegenwartsformen
Die 1. Person Singular " ich " ist im Konjunktiv I mit dem Indikativ übereinstimmend, sodass kein Unterschied
zwischen diesen beiden Formen zu erkennen ist. Deshalb werden in der indirekten Rede die Ersatzformen des
Konjunktiv II benutzt, damit erkennbar ist, dass es sich um eine indirekte Rede handelt. Ausnahmen bilden nur
Der Gebrauch des Konjunktiv I in der 2. Person Singular " du " ist mittlerweile veraltet und wird in der Praxis
kaum noch angewandt. Auch hier werden die Ersatzformen des Konjunktiv II angewandt.
Die 3. Person Singular " man / er / sie / es " ist die einzige Form, die durchgängig im Konjunktiv I benutzt wird.
Sie ist sehr einfach, denn man nehme den Infinitiv und streiche die Endung " -n " und schon ist der Konjunktiv I
gebildet.
Im Plural werden für alle Personen die Ersatzformen des Konjunktiv II angewandt. Einzige Ausnahme ist
Folgende Tabelle zeigt auf, welche Konjunktivformen bei welchen Personen angewandt werden:
blau = Konjunktiv I
rot = Konjunktiv II
hättest würdest
du sei(e)st könntest würdest gehen
habest werdest
2
4) Weitere Veränderungen bei der Bildung der indirekten Rede
• Die indirekte Rede steht immer in derselben Zeit wie die entsprechende direkte Rede, unabhängig von
• Die indirekte Rede kann mit einem dass-Satz (Nebensatz) eingeleitet werden:
direkte Rede: Ute sagt: "Mein Sohn nimmt ohne mich zu fragen mein Auto".
indirekte Rede: Ute sagte, ihr Sohn nehme ohne sie zu fragen ihr Auto.
indirekte Rede: Ute sagte, dass ihr Sohn ohne sie zu fragen ihr Auto nehme.
• Adverbiale Angaben des Ortes oder der Zeit müssen in der indirekten Rede sinngemäß geändert
werden:
direkte Rede: Kai sagt: "Hier in Kiel ist es heute sehr warm".
indirekte Rede: Kai sagte, dort in Kiel sei es gestern sehr warm gewesen.
indirekte Rede: Kai sagte, dass es gestern dort in Kiel sehr warm gewesen sei.
Eine direkte Frage wird in der indirekten Frage als Nebensatz wiedergegeben. Bei Fragen ohne Fragewort (Ja- /
Nein- Fragen) wird die Konjunktion " ob " verwendet, bei Fragen mit Fragewort (W-Fragen) wird dasselbe
direkte Ja-/ Nein- Frage: Otto fragt Susi: "Darf ich dich küssen?".
indirekte Ja-/ Nein- Frage: Otto hat Susi gefragt, ob er sie küssen dürfe.
direkte W-Frage: Otto fragt Susi: "Warum willst du mich nicht heiraten?".
indirekte W-Frage: Otto hat Susi gefragt, warum sie ihn nicht heiraten wolle.
3
6) Imperativ in der indirekten Rede
Der Imperativ in der indirekten Rede wird durch Modalverben wiedergegeben. "Sollen" gebraucht man bei einer
Aufforderung oder einem Befehl. "Mögen" gebraucht man bei einer höflichen Bitte.
direkter Imperativ: Der Ehemann fordert: "Beeil dich mal ein bisschen"!
indirekter Imperativ: Er verlangt von ihr, sie solle sich ein bisschen beeilen.
indirekter Imperativ: Er hat zu ihr gesagt, dass sie sich ein bisschen beeilen möge.
In der indirekten Rede gibt es nur eine Vergangenheit. Basis bilden die Perfektformen von haben / sein:
er versprach,
versprechen er hat versprochen, er habe versprochen
er hatte versprochen
er fuhr,
fahren er ist gefahren, er sei gefahren
er war gefahren
Sofern das Verb im Perfekt mit dem Hilfsverb "haben" gebildet wird, werden selbstverständlich alle anderen
Personen mit den Konjunktivformen des Hilfsverbs "haben" gebildet (siehe Bildung Konjunktiv I). Die
ich versprach,
versprechen ich habe versprochen, ich hätte versprochen
ich fuhr,
fahren ich bin gefahren, ich sei gefahren
Auch bei der Bildung der Vergangenheit mit Modalverben wird als Basis das Perfekt benutzt:
4
8) Das Futur in der indirekten Rede
• Futur I
• Futur II
ich würde gegangen sein, du würdest gegangen sein, er werde gegangen sein, ...
ich würde gearbeitet haben, du würdest gearbeitet haben, er werde gearbeitet haben, ...
• Passiv Gegenwart
• Passiv Vergangenheit
ich sei operiert worden, du seiest operiert worden, er sei operiert worden, ...
• Passiv Zukunft
ich würde operiert werden, du würdest operiert werden, er werde operiert werden, ...
5
Konjunktiv II
Der Indikativ bezeichnet eine wirkliche, eine reale Welt, die man sehen, tasten, riechen, schmecken oder hören
in der Gegenwart: Der Lehrer erklärt den Schülern den Konjunktiv II.
in der Zukunft: Der Lehrer wird den Schülern den Konjunktiv II erklären.
Mit dem Konjunktiv II verlassen wir die reale Welt und widmen uns der irrealen Welt. Die irreale Welt ist das
Reich der Phantasien, der Vorstellungen, der Wünsche, der Träume, der irrealen Bedingungen und Vergleiche,
aber auch der Höflichkeit. Diese gedachten, angenommenen oder möglichen Sachverhalte, die nicht real sind
Ich bin immer allein. Wäre ich doch nicht immer alleine.
Ich habe keine Freunde. Hätte ich doch nur ein paar Freunde.
Ich wohne in einer Holzhütte. Würde ich doch nur in einem Palast wohnen.
Ich kann nicht in Urlaub fahren. Könnte ich doch bloß in Urlaub fahren.
Ich gewinne nicht im Lotto. Würde ich doch endlich im Lotto gewinnen.
In den Beispielen sieht die reale Welt wirklich sehr trist aus. Die Wunschwelt im Konjunktiv II dagegen ist rosig.
Die Wunschwelt zeigt das Gegenteil der tristesten realen Welt, bleibt aber wahrscheinlich ein Traum und somit
irreal.
• würde + Infinitiv
1
3) Die Bildung des Konjunktiv II mit würde + Infinitiv
Die meisten Verben benutzen das Hilfsverb " werden ", um den Konjunktiv II zu bilden. " Werden " muss aber
verändert werden, damit es den Konjunktiv II anzeigt. Die Form des Konjunktiv II wird vom Präteritum
abgeleitet: werden = " wurden ". Die Präteritumsform "wurden" erhält einen Umlaut " würden ".
würden + Infinitiv
Der Konjunktiv II bildet eine gegenteilige Meinung zum Indikativ. Daher muss einer der beiden Sätze verneint
werden.
Alle Verben bilden auch eine eigene Konjunktiv II-Form, die ohne das Hilfsverb " würden " gebildet wird. Bei den
regelmäßigen Verben ist allerdings der Konjunktiv II mit dem Indikativ Präteritum identisch, da diese Verben
keinen Umlaut bilden können. Aus diesem Grund wird bei den meisten Verben der Konjunktiv II mit dem Hilfsverb
gebildet. Nur bei wenigen Verben benutzt man die eigene Konjunktiv II-Form. Die Bildung bleibt wie beim Verb
"werden" gleich:
Präteritumform + Umlaut
Zu den wenigen Verben, die immer den Konjunktiv II in der Originalform verwenden, gehören:
• die Modalverben
2
• alle Hilfsverben sowie einige unregelmäßige Verben, die häufig benutzt werden.
Infinitiv Präteritum Konj. II ich / er, sie, es du wir / Sie, sie ihr
Es gibt nur eine Vergangenheit im Konjunktiv II gegenüber den drei Vergangenheitsformen im Indikativ. Als
Basis dient die Perfektform: "haben / sein + Partizip II", wobei die Hilfsverben die Konjunktiv II-Formen " hätten "
bzw. " wären " erhalten.
Konj. II der Verg. Der Mann hätte ein neues Auto gekauft.
Die Modalverben bilden den Konjunktiv II der Vergangenheit mit dem Hilfsverb haben im Konjunktiv II sowie
3
Position 1 Verb 1 Mittelfeld Infinitiv Infinitiv
Der Konjunktiv II zeigt immer das Gegenteil vom Indikativ an! Im Perfekt und Präteritum (Indikativ) hat Oscar
gearbeitet und Lena ist nach Köln gefahren. Im Konjunktiv II der Vergangenheit hat Oscar nicht gearbeitet, hätte
es aber tun sollen und Lena war nicht in Köln, hätte aber fahren dürfen!
Vorsicht! In diesen Beispielen ist im Konjunktiv II weder das Auto repariert, noch der Schlüssel gefunden!
4
Konjunktiv II der Höflichkeit
• im Restaurant,
• in der Kneipe,
• beim Einkaufen,
• im Geschäft,
• auf der Straße,
• auf der Bank,
• auf der Post,
• am Bahnhof,
• unter Arbeitskollegen ...
In all den genannten Situationen findet der Konjunktiv II der Höflichkeit seine Anwendung. Dies sind also Orte
oder Situationen, wo man sich formell gegenübertritt und sich "siezt". Allerdings hindert sie niemand daran, auch
mit Freunden oder Familienmitgliedern besonders höflich umzugehen. Selbstverständlich gilt es auch, die
Höflichkeit durch Intonation, Gestik und Mimik abzurunden. Es ist einfach eine Frage der persönlichen Etikette,
2) Höfliche Fragen
Der " Konjunktiv II ", die " Modalverben " sowie das Wort "bitte" machen jede Frage / Bitte höflicher.
Funktion Beispiele
ohne Verb
Tür zu!
sehr unhöflich
1
Funktion Beispiele
ohne Verb
3 Bier!
sehr unhöflich
Imperativ
Bringen Sie 3 Bier!
unhöflich
3) Höfliche Bitte
Die Partikel " vielleicht ", " (ein)mal " und " gern " macht eine Bitte noch höflicher. Beispiele:
• Entschuldigen Sie bitte. Könnten Sie mir vielleicht die Uhrzeit sagen?
• Entschuldigen Sie bitte. Könnten Sie mir vielleicht den Weg zum Bahnhof erklären?
2
Konjunktiv II: Ratschläge geben
Ratschläge können mit dem Imperativ formuliert werden, geben aber weitgehends einen Befehl weiter und hören
sich sehr unhöflich an. Geschickter formuliert sind Ratschläge, die mit dem Konjunktiv II gebildet werden. Sie
haben in der Regel keinen befehlenden Ton, sondern eher einen empfehlenden Charakter für einen Ratsuchenden.
Folgende Redemittel sind üblich:
Hans: "Meine Frau hat mich verlassen. Was soll ich jetzt nur machen?" -
Jörg Ich an deiner Stelle würde mir noch heute eine Neue suchen.
Peter Ich an deiner Stelle würde ihr keine Träne hinterher weinen.
Bernhard Ich an deiner Stelle würde sie noch heute zum Essen einladen.
Tim Ich an deiner Stelle würde sie ein bisschen eifersüchtig machen.
Jens Ich an deiner Stelle würde ihr erneut deine Liebe zu ihr beweisen.
Hans: Danke meine Freunde. Welchen Ratschlag soll ich denn jetzt befolgen?
Gustav Wenn ich du wäre, würde ich mir sofort einen neuen Job suchen.
Ludwig Wenn ich du wäre, würde ich mal ein paar Tage krank feiern.
Sascha Wenn ich du wäre, würde ich mir die Überstunden ausbezahlen lassen.
Edgar Wenn ich du wäre, würde ich auch mal "nein" zum Chef sagen.
Heidi Wenn ich deine Frau wäre, würde ich mich über das viele Geld freuen.
Anne Wenn ich du wäre, würde ich mit meinem Chef darüber sprechen.
Hilde: Könntet ihr mir keinen guten Rat geben? Ich werde von Tag zu Tag dicker. -
1
Irreale Wünsche
Irreale Wünsche (irreale Wunschsätze) zeigen immer das Gegenteil des Indikativs an. Eine negative Realität in
einem Indikativsatz (Er hat kein Geld.) wird im Wunschsatz positiv dargestellt (Er hat Geld.) und umgekehrt. Oft
wird das gegenteilige Adjektiv + Komparativ benutzt (kalt = wärmer / faul = fleißiger). Um einen Wunschsatz
anzuzeigen, muss das Verb im Konjunktiv II stehen. In irrealen Wunschsätzen müssen die Modal-Partikeln " bloß
", " doch ", " nur ", oder eine Kombination dieser Partikel benutzt werden. Wunschsätze enden mit einem
Ich habe kein Geld. Hätte ich doch nur etwas Geld!
Meine Tochter hatte einen Unfall. Wäre der Unfall doch nur nicht passiert!
Der Zug fährt so spät ab. Würde er doch nur früher abfahren!
Ich kann nicht nach Ulm fahren. Könnte ich doch bloß nach Ulm fahren!
Du hast ihm nicht geantwortet. Hättest du ihm doch eine Antwort gegeben!
Warum habe ich ihr zum Abschied ihr doch zum Abschied einen
Hätte ich gegeben!
keinen Kuss gegeben. Kuss
Wunschsatz = Nebensatz
Indikativ
Konjunktion Subjekt Mittelfeld Verben
Er hat keine Zeit für mich. Wenn er nur mehr Zeit für mich hätte!
Der Junge spricht so undeutlich. Wenn er doch nur deutlicher sprechen würde!
Der Zug kommt immer zu spät. Wenn er doch nur pünktlicher wäre!
Mein Hund Bello ist gestorben. Wenn Er doch noch leben würde!
Jenny kann nicht kochen. Wenn sie doch bloß besser kochen könnte!
Ich habe Erika nicht gesehen. Wenn ich sie doch nur gesehen hätte!
1
Irreale Bedingungssätze (Konditionalsätze)
• Wenn mein Freund meine Hilfe braucht, helfe ich ihm. (Präsens)
Ich helfe meinem Freund sofort, wenn er meine Hilfe braucht.
• Vergangenheit nicht möglich!
• Wenn ich seine Hilfe bräuchte, würde er mir auch sofort helfen. (Präsens)
Er würde mir auch sofort helfen, wenn ich seine Hilfe brauchen würde.
• Wenn ich seine Hilfe gebraucht hätte, hätte er mir auch sofort geholfen. (Vergangenheit)
Er hätte mir auch sofort geholfen, wenn ich seine Hilfe gebraucht hätte.
Der Nebensatz wird mit wenn oder falls eingeleitet und formuliert die Bedingung.
Der Hauptsatz formuliert die Folge. Beispiel:
Der irreale Bedingungssatz ist nur ein Gedankenspiel. Deshalb stehen HS und NS im Konjunktiv II und zeigen vom
Indikativ das Gegenteil an. Die Folge ( Sie heiratet ihn. ) wird wahrscheinlich nicht eintreten, da Hans in der
realen Welt kein Geld besitzt und dazu noch viele Schulden hat. Kein Geld, keine Beate, ist seine bittere Realität.
2) Bildung Gegenwart
Bei der Bildung von irrealen Bedingungssätzen ist darauf zu achten, dass:
• Hauptsatz + Nebensatz
1
• Nebensatz + Hauptsatz
3) Bildung Vergangenheit
• Hauptsatz + Nebensatz
irreale Bedingung Tom hätte gewinnen können, wenn er schneller gelaufen wäre.
• Nebensatz + Hauptsatz
irreale Bedingung Wenn Tom schneller gelaufen wäre, hätte er gewinnen können.
Indikativ Tom ist zu langsam gelaufen. Deshalb hat er nicht gewinnen können.
2
Irreale Vergleichssätze
Irreale Vergleichssätze drücken einen Vergleich aus, der nicht real ist. Der Hauptsatz äußert eine reale
Feststellung und steht daher im Indikativ. Der Nebensatz gibt den irrealen Vergleich an und steht im Konjunktiv
II. Irreale Vergleichssätze stehen normalerweise nach Verben des persönlichen Befindens oder der persönlichen
als ob + Nebensatz
Nebensatz
Hauptsatz
Konjunktion Mittelfeld Verben
Ich fühle mich so, als ob ich seit drei Tagen nicht geschlafen hätte.
als + Hauptsatz
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Konjunktion Verb 1 Mittelfeld Verb 2
Meine Frau gibt so viel Geld aus, als wären wir Millionäre.
Nebensatz
Hauptsatz
Konjunktion Mittelfeld Verben
Der Redner spricht so laut, als wenn ihn niemand hören würde.
Du schaust sie an, wie wenn du noch nie eine Blondine gesehen hättest.
1
Verbergänzungen
Das Herzstück eines jeden Satzes bildet das Verb. Ein Verb alleine hat aber keine Aussagekraft, daher verlangt
jedes Verb bestimmte Ergänzungen. Alle Verben benötigen mindestens eine Ergänzung, können aber auch
mehrere Ergänzungen verlangen. Die wichtigste Ergänzung ist die Nominativ-Ergänzung. Im Nominativ steht
immer das Subjekt. Das Subjekt (= Nominativ) bildet zusammen mit dem Verb eine feste Einheit. Das Verb
wiederum wird nach der Person, die im Nominativ steht, konjugiert (Person: ich, du, er, ... / Numerus: Singular,
Plural) und gibt zudem Auskunft über das Tempus:
• Personen
Du singst.
Heidi singt.
Die Kinder singen.
Ich singe.
Hubert singt.
Helmut und Hannelore singen.
Neue Verben sollte man am besten sofort zusammen mit ihren jeweiligen Ergänzungen lernen. Hilfestellung dazu
geben die folgenden Abschnitte, in denen die einzelnen Ergänzungen erklärt werden.
1
Die Nominativ-Ergänzung
Das Prädikat ist der wichtigste Teil im Satz und wird durch Verben ausgedrückt. Das Verb kann allerdings nicht
alleine stehen (Es gibt nur wenige Ausnahmen!). Es braucht immer eine Nominativ-Ergänzung, kurz
Nominativ. Im Nominativ steht immer das Subjekt. Das Subjekt kann eine Person oder eine Sache sein und
• Ist das Subjekt eine Person, so lautet die W-Frage " Wer "?
- Die W-Frage " Wer? " fragt nach der Person, die etwas macht.
- Die Fragestellung geschieht immer in der 3. Person Singular.
- ( nicht: Wer weine / wer weinst / wer weinen !!! )
- In der Antwort wird die Person wiedergegeben, die etwas macht.
- Die Person kann im Singular oder Plural stehen.
- Subjekt und Verb bilden eine Einheit und sind voneinander abhängig.
• Ist das Subjekt eine Sache, so lautet die W-Frage " Was "?
- Die W-Frage " Was " fragt nach der Sache, die gemeint ist.
- Die Fragestellung geschieht immer in der 3. Person Singular.
- In der Antwort wird die Sache wiedergegeben, die gemeint ist.
- Die Sache kann im Singular oder Plural stehen.
- Subjekt ( = Sache ) und Verb bilden eine Einheit und sind voneinander abhängig.
1
2) Sätze als Subjekt
3) Scheinsubjekt
Es gibt unpersönliche Verben, die kein Subjekt brauchen. Bei diesen Verben wird ein so genanntes
Scheinsubjekt benutzt. Als "Scheinsubjekt" wird das unpersönliche "es" verwendet, andere Personen sind nicht
möglich. Diese unpersönlichen Verben geben Informationen über das Wetter oder die Tageszeit:
Verb Beispiele
sich ereignen Gestern ereignete sich auf der A 44 ein schwerer Verkehrsunfall.
gelingen Meiner Mutter gelingt jeder Kuchen. Mir gelingt kein einziger.
Verb Beispiele
2
Verben mit einer Akkusativ-Ergänzung (transitive Verben)
Die meisten deutschen Verben fordern eine Akkusativ-Ergänzung, auch Akkusativ-Objekt genannt. Verben,
die eine Akkusativ-Ergänzung haben / haben können, nennt man transitive Verben.
Transitive Verben
• können ins Passiv gesetzt werden, wobei die Akkusativ-Ergänzung im Passiv zum Subjekt wird.
o Er kauft den Wagen. - Der Wagen wird gekauft.
o Die W-Frage " Wen? " fragt nach der Person im Akkusativ.
o Die Antwort gibt die Person an, die im Akkusativ steht.
o Im Akkusativ können Namen (Sascha), Pronomen (dich, seinen) oder Nomen (Herrn, Onkel)
stehen.
o Stehen im Akkusativ Pronomen, Artikel oder eine N-Deklination, müssen diese im
o Die W-Frage " Was " fragt nach der Sache im Akkusativ.
o Die Antwort gibt die Sache an, die im Akkusativ steht. Die Sache kann im Singular oder im
Plural stehen.
1
o Sachen gehören immer zu der Nomengruppe (der Tisch, die Lampe, das Buch) und sind
entweder maskulin (der), feminin (die) oder neutral (das).
Verb Beispiele
2
Verben mit einer Dativ-Ergänzung (intransitive Verben)
Die meisten deutschen Verben fordern eine Akkusativ-Ergänzung. Nur wenige Verben dagegen fordern eine
Dativ-Ergänzung. Verben sind transitiv, wenn sie eine Akkusativ-Ergänzung haben (können); Verben, die ohne
eine Akkusativ-Ergänzung gebildet werden, sind intransitiv. Dazu gehören ebenso Verben mit einer Dativ-
Ergänzung.
Intransitive Verben
• können zwar ins Passiv gesetzt werden, die Dativ-Ergänzung wird im Passiv jedoch nicht
verändert!
o Er hilft ihr. - Ihr wird geholfen.
In einer Dativ-Ergänzung stehen ausschließlich Personen, Nomen und Pronomen. Die Dativ-Ergänzung gibt
o Die W-Frage " Wem " fragt nach der Person im Dativ.
o Die Antwort gibt die Person an, die im Dativ steht.
o Im Dativ können Namen (Ludwina), Pronomen (mir) oder Nomen (dem Sieger) stehen.
o Stehen im Dativ Pronomen, Artikel oder eine N-Deklination, müssen diese im Dativ
dekliniert werden.
1
Liste der wichtigsten Verben mit Dativ-Ergänzung
Zur Erinnerung: Es gibt viele Verben mit Akkusativ-Ergänzung, aber nur wenige Verben mit einer Dativ-
Ergänzung. Daher sollte man die Verben, die eine Dativ-Ergänzung haben, lernen!
Verb Beispiele
ab|sagen Ich muss Ihnen morgen leider absagen.
ähneln Das Kind ähnelt seinem Vater sehr.
antworten Warum antwortest du mir nicht?
begegnen Gestern bin ich einer sehr hübschen Frau begegnet.
bei|stehen Lieber Gott. Steh mir bei!
beitreten Holger ist einer Umweltschutzorganisation beigetreten.
danken Ich danke Ihnen.
dienen Womit kann ich Ihnen dienen?
drohen Willst du mir etwa drohen?
ein|fallen Zu deinem Problem fällt mir leider auch nichts ein.
entgegen|kommen Warum kommst du mir nicht ein bisschen entgegen?
fehlen Seine verstorbene Frau fehlt ihm so sehr.
folgen Bitte folgen Sie mir unauffällig.
gefallen Gefällt dir die Blonde dort an der Theke?
gehorchen Alle Kinder müssen ihren Eltern gehorchen.
gehören Gehört das Schiff dir?
gelingen Der Kuchen ist dir sehr gut gelungen.
genügen Das genügt mir. Ich höre auf.
glauben Seine Frau glaubt ihm nicht.
gratulieren Die Kollegen gratulieren Herrn Kleiber zum Geburtstag.
gut tun Eine Seereise wird dir gut tun.
helfen Entschuldigung. Könnten Sie mir einen Augenblick helfen?
missfallen Der neue Freund von Astrid missfällt ihren Freundinnen.
sich nähern Der Hurrikan nähert sich sehr schnell der kleinen Insel.
nach|laufen Der arrogante Typ läuft jedem Rock hinterher.
nützen Das nützt mir gar nichts.
passen Das neue Kleid passt deiner Schwester sehr gut.
passieren Das ist mir vorher noch nie passiert.
platzen Mir platzt gleich der Kragen!
raten Ich rate dir schnellstens zum Arzt zu gehen.
sich schaden Du schadest dir nur selbst, wenn du lügst.
schmecken Das bayrische Bier schmeckt meinem Vater besonders gut.
vertrauen Liselotte vertraut ihrem Mann nicht mehr.
verzeihen Verzeih mir nur noch das eine Mal!
weh tun Mein Zahn tut mir höllisch weh.
widersprechen Du sollst mir nicht andauernd widersprechen!
zu|hören Kannst du mir nicht einmal zuhören?
zu|stimmen Ich kann deiner Argumentation nicht zustimmen.
2
Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung
1) Was man über Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung wissen sollte.
Einige wenige Verben haben sogar drei Ergänzungen, eine Nominativ-, eine Dativ- und eine Akkusativ-
Ergänzung. Zu dieser Gruppe gehören vor allem Verben des Gebens, Nehmens und Sagens. Diese Verben haben
die Besonderheit, dass gleich zwei Personen und eine Sache in einem Satz vorkommen.
• Bei Nomen oder Namen steht die Nominativ-Ergänzung in der Regel auf Position 1.
• Das Prädikat behält in Aussagesätzen die Position 2.
1
2) Objektwechsel bei Personalpronomen
2
3) Liste der wichtigsten Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung
Es gibt nur wenige Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung. Daher sollte man diese Verben lernen.
Folgende Liste gehört zum Grundwortschatz: (...) = Dativ kann auch weggelassen werden.
Verb Beispiele
erklären Papa, kannst du (mir) den Unterschied zwischen einem Mann und einer Frau erklären?
3
Verben mit einer Situativ-Ergänzung
Einige Verben haben eine Ergänzung mit lokaler Bedeutung, die nach einem Ort fragen. Diese Ergänzung nennt
in deiner Brusttasche.
neben dem Telefon.
• Verben mit einer Situativ-Ergänzung haben keine Objekte, weder ein Dativ-, noch ein Akkusativ-
Objekt!!!
• Um eine Antwort auf die W-Frage "wo" geben zu können, braucht man meist Wechselpräpositionen
(manchmal auch Präpositionen mit Präpositionen mit Dativ).
Alternativ können auch lokale Adverbien eine Antwort auf die Frage mit "Wo?" geben.
• Wechselpräpositionen können genaue Angaben darüber geben, wo sich gerade wer / etwas befindet.
Die Verben hängen, liegen, sitzen, stecken und stehen gehören zu den starken Verben. Sie sind intransitiv,
das heißt, sie haben kein Akkusativobjekt!!! Sie sind leicht mit Verben aus der Verbgruppe mit Akkusativ-
1
Die genannten Verben fragen meist nach Sachen, Gegenständen aus dem Alltag oder nach Personen, die sich in
der unmittelbaren Umgebung befinden. In der Antwort werden Wechselpräpositionen oder lokale Adverbien
benutzt, um den genauen Ort anzugeben. Vergleiche dazu die Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung.
Folgende Verben haben ebenfalls eine Situativ-Ergänzung. Sie geben darüber Auskunft, wo sich Personen oder
Sachen befinden. Meist sind es Orte, die vom Sprecher aus weiter entfernt sind. In der Antwort werden meist
Wechselpräpositionen + Dativ benutzt, je nach Situation kann in der Antwort jedoch auch eine Präposition
Zum Vergleich die Vergangenheitsformen der Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung!
2
Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung
1) Was man über Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung wissen sollte.
Einige Verben haben eine Akkusativ- und eine Direktiv-Ergänzung. Die Direktiv-Ergänzung gibt eine Orts-
bzw. eine Richtungsänderung an. Wird in einer Direktiv-Ergänzung eine Wechselpräposition benutzt,
verlangt diese den Akkusativ. Das Fragewort dazu lautet "wohin".
Die Verben hängen, legen, setzen, stecken und stellen gehören zu den schwachen Verben. Sie sind transitiv,
das heißt, sie haben ein Akkusativobjekt!!! Sie sind leicht mit den Verben mit einer Situativ-Ergänzung zu
verwechseln.
1
• Wohin legt Hans das Buch? - Auf den Tisch.
Folgende Verben haben ebenfalls eine Akkusativ-Ergänzung und eine Direktiv-Ergänzung. In der Antwort werden
meist Wechselpräpositionen (+Akkusativ) benutzt, je nach Situation kann in der Antwort jedoch auch eine
Dativpräposition stehen. Vergleiche dazu die Verben mit einer Direktiv-Ergänzung aber ohne Akkusativ-
Ergänzung!
legen Perfekt Ute hat ihre Bluse auf den Stuhl gelegt.
stellen Perfekt Oliver hat sein Glas auf den Tisch gestellt.
2
Verben mit einer Direktiv-Ergänzung
Verben mit einer Direktiv-Ergänzung geben eine Ortsveränderung von Ort A nach Ort B an. Diese Verben haben
kein Akkusativ-Objekt! Das Fragewort zu diesen Verben lautet "Wohin". In der Antwort können sowohl
ans Meer.
nach Amsterdam.
Er fährt in die Türkei.
zum Arzt.
auf die Seychellen.
• Alternativ zu einer lokalen Präposition können ebenso lokale Adverbien als Direktiv-Ergänzung
eingesetzt werden.
1
2) Verben mit einer Direktiv-Ergänzung
Siehe zum Vergleich die Verben mit einer Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung
Die W-Frage " Wohin " fragt nach einer Ortsveränderung von Ort A nach Ort B.
Die W-Frage " Woher " fragt nach der umgekehrten Ortsveränderung von Ort B nach Ort A. (Die sprechende
Person ist immer in Ort A.) Das dazugehörige Verb heißt "kommen".
an|kommen arbeiten
bringen fahren fallen
sich befinden bleiben
fließen fliegen führen
fahren finden
gehen laufen legen kommen
gehen geschehen
reisen rennen schicken stammen
landen sein
senden tragen um|ziehen
statt|finden treffen
werfen ...
wohnen ...
2
Die W- Frage "Wohin" fragt nach der Richtung.
Die W- Frage "Wo" fragt nach dem Ort.
Die W- Frage "Woher" fragt nach der Herkunft.
Ändert sich die W-Frage, so ändert sich auch die dazugehörende Präposition. Im Einzelnen gibt es viele
Möglichkeiten. Die Wichtigsten zeigt folgende Tabelle auf:
verschiedene Orte Wohin geht ...? Wo ist ...? Woher kommt ...?
auf die Insel Sylt auf der Insel Sylt von der Insel Sylt
Inseln
auf die Seychellen auf den Seychellen von den Seychellen
auf den Mont Blanc auf der Zugspitze vom Mont Blanc
Bergnamen
auf das Matterhorn auf dem Matterhorn vom Matterhorn
3
Verben mit Präpositionen
Einige Verben bilden ihre Ergänzung beginnend mit einer Präposition (Verben mit Präpositionen). In
diesen Fällen gibt die Präposition den Kasus (Akkusativ / Dativ) an. Verben mit Präpositional-Ergänzungen sollte
man mit der entsprechenden Präposition + den verlangten Kasus lernen. Einige ausgewählte
Anwendungsbeispiele dazu:
1
2) W-Fragen mit Präpositionen
Mit wem hast du gestern getanzt? - Ich habe den ganzen Abend mit Frank getanzt.
Akkusativ-Präposition + wen
Dativ-Präposition + wem
Wo(r) + Präposition
2
Ergänzungssätze
o Hilfst du mir?
Alle bisher gezeigten Beispiele haben eins gemeinsam. Als Verbergänzungen werden entweder Pronomen (mich,
mir, ...), Namen (Martina, Köln, ...) oder Nomen (Musik) verwendet. Gelegentlich kommt es vor, dass ein ganzer
Sachverhalt als Ergänzung stehen kann. Einzelne Pronomen, Namen oder Nomen werden dabei durch einen
ganzen Satzinhalt ersetzt. Eine Satzergänzung wird am häufigsten anstelle einer Nominativ-, Akkusativ- oder
Präpositional-Ergänzung benutzt.
Im gezeigten Beispiel ist "das" die Nominativ-Ergänzung. "Das" steht hier stellvertretend für einen
Sachverhalt, den wir noch nicht kennen, da uns der Sachverhalt, die Information, bisher nicht gesagt wurde.
Erst wenn "das" durch einen Inhalt / Satz (=Sachverhalt) angegeben wird, wird die Situation deutlich:
1
2) Was sind Ergänzungssätze?
Ergänzungssätze beginnen
o Kannst du mir sagen, ob Gerd zur Party kommt? / (Kommt Gerd zur Party?)
• in W-Fragen mit der W-Frage.
Die Konjunktion "dass" verwendet man, wenn etwas bekannt ist oder man sich sicher ist. Folgende
Verben drücken in ihrer Aussage etwas Bekanntes aus:
Weitere Verben sind: der Meinung sein; überzeugt sein; möglich sein; notwendig sein;
2
• Die Konjunktion "ob"
Die Konjunktion "ob " verwendet man, wenn etwas unbekannt ist oder man sich nicht sicher ist.
Folgende Verben drücken in ihrer Aussage etwas Unbekanntes aus:
keine Ahnung haben Ich habe keine Ahnung, ob Sylvia verheiratet ist.
Bestimmte Verben können eine Sicherheit oder eine Unsicherheit ausdrücken. Ist man sich in der Aussage
sicher, so gebraucht man "dass". Ist man sich in der Aussage unsicher, so gebraucht man "ob".
Bei unpersönlichen Verben muss das " es " auf Position 1 stehen. Steht der Nebensatz auf Position 1, so
entfällt das "es" im Hauptsatz.
3
dass-Sätze als Nominativergänzung
Dass-Sätze als Nominativ-Ergänzungen werden zum größten Teil mit unpersönlichen Verben gebildet, deren
Subjekt mit "es" gebildet werden.
• Steht ein Aussagesatz vor dem Nebensatz, steht " es " auf Position 1.
o Es ist schade, dass du jetzt gehen musst.
o Es ärgert mich, dass ich durch die Prüfung gefallen bin.
• Ein Ja- / Nein- Fragesatz wird immer vor dem Nebensatz genannt.
o Stimmt es, dass der Trainer entlassen worden ist?
o Freut es dich, dass deine Mannschaft Pokalsieger geworden ist?
Im Folgenden werden einige unpersönliche Verben vorgestellt, die dass-Sätze als Nominativergänzung
einleiten:
1
dass-Sätze als Akkusativergänzung
Die Akkusativ-Ergänzung im Hauptsatz ist normalerweise ein Pronomen, ein Name oder ein Nomen. In einem
dass-Satz als Akkusativ-Ergänzung ist die Akkusativ-Ergänzung ein Nebensatz, der mit der Konjunktion "dass"
eingeleitet wird. Das konjugierte Verb wird wie immer in einem Nebensatz ans Satzende gestellt.
Im gezeigten Beispiel ist "das" die Akkusativ-Ergänzung. "Das" steht hier stellvertretend für einen Sachverhalt,
den wir noch nicht kennen, da uns der Sachverhalt, die Information, bisher nicht gesagt wurde. Erst wenn wir
"das" durch einen Satz (=Sachverhalt) angeben, wird uns die Situation deutlich:
Ich weiß schon, dass Bernd den Mathetest mit "sehr gut" bestanden hat.
an|nehmen Dein Chef nimmt an, dass du heute mit Fieber im Bett liegst.
befürchten Ich befürchte, dass ein Klimawandel nicht mehr zu stoppen ist.
behaupten Wer behauptet, dass der Buchhalter das Geld unterschlagen hat?
denken Ich denke, dass du etwas gegen dein Übergewicht tun solltest.
erwarten von Ich erwarte von dir, dass du in der Schule fleißig bist.
s. erzählen Man erzählt sich, dass der Chef in seine Sekretärin verliebt sein soll.
glauben Man glaubt, dass es auch auf dem Mars Wasser geben könnte.
hoffen Viele Bürger hoffen, dass die neue Regierung die Steuern senken wird.
meinen Erika meint, dass dir das neue Kleid nicht stehen würde.
mit|teilen Es wurde mitgeteilt, dass beim Schusswechsel eine Geisel verletzt wurde.
sagen Warum sagst du mir nie, dass du mich immer noch liebst?
vergessen Ich habe vergessen, dass unser Vorgesetzte heute Geburtstag hat.
verlangen von Ich verlange von dir, dass du dich in der Schule mehr anstrengst.
vermuten Es wird vermutet, dass sich der Gesuchte noch in der Stadt aufhält.
versprechen Er hat mir versprochen, dass wir im Sommer nach Brasilien fahren.
wissen Hast du gewusst, dass Frau Holm am Herzen operiert worden ist?
s. wünschen Der Junge wünscht sich, dass sich seine Eltern nicht mehr streiten.
1
dass-Sätze als Präpositionalergänzung
In einem dass-Satz als Präpositional-Ergänzung ist die Präpositional-Ergänzung kein Nomen, sondern ein
Die Präposition bleibt jedoch dem Hauptsatz erhalten. Aus diesem Grund muss man einen Bezug vom
• bei Sachen mit so genannten Präpositionaladverbien " wo(r) " und " da(r) + Präposition"
o Die Präpositionaladverbien wo(r) + Präposition fragen nach der Präpositional-Ergänzung:
- Wofür interessierst du dich?
o Das "r" wird benutzt, wenn die Präposition mit einem Selbstlaut beginnt:
• und bei Personen mit Präposition + wen / wem / Pronomen. Der Kasus ist dann von der benutzten
Präposition abhängig.
1
2) Anwendungsbeispiele mit Bezug auf Personen
Wenn die Präpositional-Ergänzung eine Person ist, ist in der Regel kein dass-Satz als Präpositional-Ergänzung
möglich, da die Personen entweder mit Namen oder Pronomen angegeben werden. Präpositionaladverbien werden
nur gebraucht, wenn sich die Präpositional-Ergänzung auf Sachen oder Sachinhalte bezieht.
o Ist dir auch schon aufgefallen, dass sich unser Sohn nur noch für Mädchen interessiert?
o Das stimmt so nicht. Er interessiert sich nur für Martina.
o Da gebe ich dir Recht. Für sie interessiert er sich auch, und für Gerda, Lena, Sabine, ...
(Natürlich kann ich mich auf die Hilfe meiner Freunde verlassen.)
• rechnen mit + Dat
2
Infinitivsätze
In der deutschen Sprache enden die meisten Verben mit " -en ", (lachen, laufen, machen, ...). Die Grundform
eines Verbs, also die nicht konjugierte Form eines Verbs, nennt man "Infinitiv". Verben im Wörterbuch stehen
immer im Infinitiv. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein " Infinitiv " im Satz stehen. Dies ist oft der
Fall, wenn 2 Verben im gleichen Satz stehen sollen. Als Verbform kann der Infinitiv mit oder ohne "zu" im Satz
stehen.
Sätze werden Infinitivsätze genannt, wenn der Infinitiv mit "zu" gebildet wird.
o Früh morgens hört man auf dem Land sehr viele Vögel zwitschern.
• Bei der Bildung des Futur I mit dem Hilfsverb " werden ".
o Nächste Woche wird unser Chef für eine Woche nach Amsterdam fliegen.
• Bei der Bildung des Konjunktivs II mit dem Hilfsverb " würden ".
Wenn man von Infinitivsätzen spricht, ist immer die Infinitivkonstruktion mit "zu" gemeint.
• Bestehst du die Prüfung? - Ja, ich bestehe die Prüfung. Na ja, ich hoffe es zumindest.
• Reparierst du das Auto? - Ja, ich repariere es selbst. Na ja, ich versuche es.
1
Eine Infinitivkonstruktion mit "zu" ist ein subjektloser Nebensatz, dem ein Hauptsatz vorausgeht. Das
Handelt es sich um ein trennbares Verb, so steht " zu " zwischen Verbzusatz (Vorsilbe) und dem Verb. Der
Infinitivsätze und dass-Sätze gehören zu der Familie der Satzergänzungen. Sie sind also irgendwie miteinander
verwandt. Bestimmte Verben können sowohl einen dass-Satz als auch eine Infinitivkonstruktion bilden.
Bestimmte Verben bestimmen also, ob man einen Ergänzungssatz bilden kann oder nicht. "Hoffen" ist so ein
Verb, das einen Ergänzungssatz einleiten kann. (Weitere Verben werden weiter unten vorgestellt.)
o Ein dass-Satz ist jederzeit möglich, sofern das Verb im einleitenden Satz einen
Ergänzungssatz zulässt.
o Wenn sich der einleitende Satz (Ich hoffe, ... ) und der folgende Ergänzungssatz (dass...)
auf eine identische Person / Sache (ich) bezieht, kann eine Infinitivkonstruktionen gebildet
werden.
o In einer Infinitivkonstruktion fällt das Subjekt (ich) sowie die Konjunktion (dass) weg. Der
Infinitiv mit "zu" wird ans Satzende gestellt.
o Es wird empfohlen, die beiden Sätze mit einem Komma zu trennen, ist aber fakultativ.
• Peter freut sich darüber, dass seine Tochter die Fahrprüfung bestanden hat.
o In den Beispielen ist keine Infinitivkonstruktion möglich, da die Personen nicht identisch sind
(ich / mein Sohn /// Peter / seine Tochter).
2
5) Wichtige Verben, die oft eine Infinitivkonstruktion einleiten.
Einige Verben bilden sehr häufig eine Infinitivkonstruktion. Einige ausgewählte Anwendungsbeispiele dazu:
an|bieten Er hat mir angeboten, mir bei der schwierigen Arbeit behilflich zu sein.
auf|hören Hör doch endlich auf, den ganzen Tag an unserer Tochter rumzunörgeln.
beginnen Der Student beginnt, sich auf die schwierige Prüfung vorzubereiten.
denken an Denk bitte daran, morgen die Mülltonnen auf die Straße zu stellen.
s. entschließen Er entschließt sich, sich von seiner untreuen Frau scheiden zu lassen.
erlauben Mein Vater erlaubt mir, mit euch im Sommer nach Italien zu fahren.
helfen bei Hilf mir doch dabei, den alten Schrank auf den Speicher zu tragen.
hoffen auf Viele hoffen darauf, einmal das ganz große Geld zu gewinnen.
warnen vor Ich warne dich davor, dich mit diesem miesen Typ anzulegen.
3
6) Wichtige Adjektive und Partizipien, die eine Infinitivkonstruktion einleiten.
Darüber hinaus bilden einige Adjektive und Partizipien in Verbindung mit dem Verb "sein" sehr häufig eine
Infinitivkonstruktion.
entschlossen sein Ich bin fest entschlossen, unserem Chef meine Meinung zu sagen.
erstaunt sein über Wir sind darüber erstaunt, dich hier im Hofbräuhaus zu treffen.
überzeugt sein von Wir sind davon überzeugt, die qualifiziertesten Mitarbeiter zu haben.
Zu guter Letzt bilden einige Nomen sehr häufig eine Infinitivkonstruktion. Einige ausgewählte
Anwendungsbeispiele dazu:
eine Freude sein Es ist uns eine Freude, Sie hier begrüßen zu dürfen.
(keine) Lust haben Hast du Lust, mit mir ins Kino zu gehen?
Problem haben Sie hatte das Problem, zu viele falsche Freunde zu haben.
Spaß haben bei Wir hatten Spaß dabei, Herrn Stoppa zu veräppeln.
(keine) Zeit haben Ich habe keine Zeit, ständig mein Zimmer aufzuräumen.
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Indirekte Fragesätze
Bei den gezeigten Beispielen handelt es sich um direkte Fragen. Fragen können aber auch in Nebensätzen
stehen. Steht eine Frage im Nebensatz, spricht man von einer indirekten Frage. Indirekte Fragen wirken viel
Ich wüsste gern, ob sich Frau Mutzke für den roten Sportwagen interessiert.
Können Sie uns sagen, ob die Besucher auf Herrn Muckelschnuckel warten.
Könnten Sie mir bitte sagen, was Sie hier in meinem Büro machen.
Unser Chef möchte wissen, welcher Wein unseren Gästen besser schmeckt.
1
Infinitivkonstruktionen
Die Infinitivkonstruktionen "um ... zu", "ohne ... zu" und "anstatt ... zu" sind unabhängig von bestimmten
Verben. Sie haben andere Funktionen. Sie haben allerdings gemein, dass das Verb im Infinitiv am Satzende
Mit der Konjunktion "um ... zu" werden Finalsätze ausgedrückt. Ein Finalsatz fragt nach einem Ziel bzw. einer
Absicht. Das Fragewort lautet "wozu". Ist das Subjekt im Beziehungssatz (=Hauptsatz) mit dem Nebensatz
identisch, wird die Konjunktion "um ... zu" benutzt. In der Infinitivkonstruktion entfällt das Subjekt. Der Infinitiv
1
3) "ohne ... zu"
Die Konjunktion "ohne ... zu" kann anstelle einer Negation benutzt werden.
• Der Autofahrer fährt in der Nacht Auto. Er hat das Licht nicht angeschaltet.
Siehe auch Negation / Konjunktionen mit verneinenden Aussagen und fehlende Begleitumstände
Die Konjunktion "(an)statt ... zu" benutzt man, wenn etwas anderes passiert, als die erwartete Situation.
2
Nomen (Substantiv, Hauptwort)
Im Deutschen sind etwa 50 % aller Wörter Nomen. Nomen werden auch Substantive oder Hauptwörter
genannt. Nomen und Namen beginnen im Deutschen immer mit einem großen Buchstaben!
Nomen haben im Deutschen ein grammatisches Geschlecht, auch Genus genannt. Man unterscheidet drei
verschiedene Geschlechter. Das Geschlecht wird mit einem Artikel angegeben:
Nomen können im Singular oder Plural stehen. Der Artikel für alle Nomen im Plural ist "die":
der Abend die Abende die Arbeit die Arbeiten das Auto die Autos
der Bart die Bärte die Bluse die Blusen das Band die Bänder
der Computer die Computer die Cafeteria die Cafeterien das Café die Cafés
der Dienstag die Dienstage die Dose die Dosen das Deodorant die Deodorants
der Esel die Esel die Erbse die Erbsen das Elfenbein die Elfenbeine
der Fuß die Füße die Fantasie die Fantasien das Fest die Feste
der Gast die Gäste die Geige die Geigen das Geschenk die Geschenke
• maskulin:
Die Frau küsst den Mann. / Die Frau des Mannes heißt Elvira.
• feminin:
Hilfst du der Frau? / Die Frau heißt Isolde.
• neutral:
Die jeweilige Deklination des Nomens und seine Begleiter gibt der Kasus vor, in dem das Nomen steht.
1
Kleine Hilfen zur Artikelbestimmung (Genusbestimmung)
• Maskulinum
o Der Artikel lautet " der ": der Mann
• Femininum
o Der Artikel lautet " die ": die Frau
• Neutrum
o Der Artikel lautet " das ": das Kind
Eine Artikelbestimmung in der englischen Sprache ist demnach kein Problem. Aber warum ist:
Am besten lernt man ein neues Nomen immer zusammen mit dem jeweiligen Artikel.
Tipp: Alle neuen Nomen werden mit Pluralbildung in eine Tabelle geschrieben:
• maskulin
der Mann, der Schüler, der Student, der Lehrer, der Dozent, der Herr, der Mechaniker, ...
• feminin
die Frau, die Schülerin, die Studentin, die Lehrerin, die Dozentin, die Mechanikerin, ...
o Bei Berufen wird beim femininen Geschlecht in der Regel ein - in angehängt.
o Es gibt folgende Ausnahmen:
das Weib, das Baby, das Kind, das Mädchen, das Fräulein, die Person
o Bei bestimmten Berufen gilt:
die Hausfrau / der Hausmann // der Kaufmann / die Kauffrau
1
3) Genusbestimmung durch Nachsilben
Das Genus kann man bei einigen Nomen an den Nachsilben erkennen. Nomen sind
2
o die meisten Nomen auf -er
(Ausnahmen: die Butter, das Fenster, die Leiter, die Mutter)
o -ismus
Alkoholismus, Atheismus, Faschismus, Nationalsozialismus, Rassismus, Realismus, Sexismus,
Tourismus, ...
o -ist
Artist, Jurist, Journalist, Optimist, Pessimist, Realist, Terrorist, Tourist, ...
o -or
Autor, Direktor, Doktor, Katalysator, Moderator, Monitor, Motor, Reaktor, ...
o Farbnamen
o Substantivierte Verben
Am besten lernt man ein neues Nomen immer zusammen mit dem jeweiligen Artikel.
3
Plural (Mehrzahl)
• Singular ( Einzahl )
Der Singular gibt an, dass das entsprechende Nomen nur einmal vorhanden ist.
o Eberhard hat ein Haus.
o Sein Haus ist sehr groß.
• Plural ( Mehrzahl )
Der Plural gibt an, dass das entsprechende Nomen mehrmals vorhanden ist.
o Eberhard hat viele Häuser.
o Seine Häuser sind sehr groß.
Bei der Pluralbildung lässt sich keine allgemeingültige Regel bestimmen. Die meisten Nomen jedoch bilden ihre
Pluralform mit " (e)n " oder " e ". Einige bilden bei der Pluralbildung einen Umlaut ( ä / ö / ü ).
2) Die Pluralformen
• Maskuline und neutrale Nomen, die auf -er, -en, -el, -chen, -lein enden, haben keine Pluralendung!
Maskuline Nomen erhalten bei den Selbstlauten a, o, und u oft einen Umlaut.
das Fenster - die Fenster der Fehler - die Fehler der Apfel - die Äpfel
das Mädchen - die Mädchen der Garten - die Gärten der Vater - die Väter
das Männlein - die Männlein das Zeichen - die Zeichen der Vogel - die Vögel
• Die meisten maskulinen und neutrale Nomen bilden ihre Pluralform mit -e. Die maskulinen Nomen haben
der Ball - die Bälle das Boot - die Boote die Kuh - die Kühe
der Tag - die Tage das Gedicht - die Gedichte die Laus - die Läuse
der Tisch - die Tische das Telefon - die Telefone die Nacht - die Nächte
• Alle maskulinen Nomen der n-Deklination, die meisten femininen Nomen, viele Fremdwörter sowie
einige neutrale Nomen bilden ihre Pluralform mit -(e)n. Die Pluralform wird in dieser Gruppe fast immer
der Junge - die Jungen das Auge - die Augen die Frage - die Fragen
der Löwe - die Löwen das Bett - die Betten die Idee - die Ideen
der Student - die Studenten das Ohr - die Ohren die Straße - die Straßen
1
• Die meisten neutralen Nomen sowie einige maskuline Nomen bilden ihre Pluralform mit der Endung -er.
In dieser Gruppe bilden die meisten Nomen mit den Selbstlauten a, o oder u einen Umlaut.
das Buch - die Bücher das Land - die Länder das Wort - die Wörter
das Haus - die Häuser der Mann - die Männer der Wald - die Wälder
das Bild - die Bilder das Kind - die Kinder das Licht - die Lichter
• Nomen mit den Endungen a, i, o oder u, Abkürzungen sowie Fremdwörter aus dem Englischen bilden
das Foto - die Fotos das Kino - die Kinos das Taxi - die Taxis
das Sofa - die Sofas die Oma - die Omas der Opa - die Opas
der Lkw - die Lkws der Pkw - die Pkws das Team - die Teams
• Nomen mit den Endungen -nis und -in verdoppeln ihren Konsonanten.
Fremdwörter behalten teilweise ihre ursprüngliche Pluralendung, andere übernehmen die deutsche Pluralendung -
das Album - die Alben der Atlas - die Atlanten das Datum - die Daten
die Firma - die Firmen der Globus - die Globen das Konto - die Konten
das Museum - die Museen das Risiko - die Risiken das Thema - die Themen
• Fremde Pluralendungen
der Index - die Indizes das Komma - die Kommata das Lexikon - die Lexika
das Praktikum - die Praktika das Solo - die Soli das Visum - die Visa
2
4) Nomen, die nur im Singular- oder nur im Plural benutzt werden.
Einige Nomen werden nur im Singular oder nur im Plural benutzt. Die wichtigsten davon werden in folgender
Tabelle aufgeführt:
• Ich habe kein Geld. Bernd hat keine Zeit. Der Lehrer hat viel Geduld. ...
• Meine Eltern sind nicht da. Die Ferien sind schön. Die Lebensmittel sind teuer. ...
5) Pluralformen im Dativ
Wird eine Pluralform im Dativ benutzt, so erhält die Pluralform ein zusätzliches -n.
3
Nomenkomposita
Die Bildung von neuen Substantiven geschieht in der deutschen Sprache relativ häufig. In einem Kompositum
(Plural: Komposita) werden verschiedene Wörter zu einem neuen Wort zusammengefügt. Ein Kompositum besteht
aus mindestens zwei Wörtern. Ein Nomenkompositum kann auch aus vielen verschiedenen Wörtern bestehen.
Manchmal ist ein Nomenkompositum aus vier, fünf, sechs und mehr Einzelwörtern zusammengesetzt (Beispiele
dazu). In einem Nomenkompositum bestimmt das letzte Nomen das Genus und den Numerus. Ein
• Nomen + Nomen
Ein Haustürschlüssel ist ein Schlüssel für die Tür eines Hauses.
• Verb + Nomen
Ein Rasierapparat ist ein Apparat, mit dem man sich rasiert.
• Adjektiv + Nomen
• Adverb + Nomen
1
2) Fugenzeichen
Werden zwei Nomen aneinandergereiht, geschieht dies bei der Mehrzahl dieser Wortkombinationen problemlos:
• das Fenster + das Glas = das Fensterglas /// der Kredit + die Karte = die Kreditkarte
Etwa bei 30 Prozent der Zusammensetzungen wird ein so genanntes " Fugenzeichen " eingefügt. Ein
Fugenzeichen ist ein Verbindungslaut zwischen den beiden Wörtern, meist -e, -(e)s, -(e)n oder -er. Leider gibt
es keine festen Regeln für die Einfügung eines Fugenzeichens. Relativ häufig ist das " Fugen-s " anzutreffen.
Meistens dienen die Fugenzeichen der Aussprache. Einige ausgewählte Beispiele:
• Fugenzeichen -e (seltener / oft Verb (-(e)n vom Infinitiv fällt weg) + Nomen)
o lesen + die Brille = die Lesebrille /// baden + das Zimmer = das Badezimmer
o schlafen + das Zimmer = das Schlafzimmer /// sprechen + die Stunde = die Sprechstunde
o der Hund + Hütte = die Hundehütte /// die Maus + die Falle = die Mausefalle
• Fugenzeichen -(e)s ( häufiger anzutreffen ) Oft bei Zusammensetzungen mit Wörtern auf -tum, -ling, -ion,
-tät, -heit, -keit, -schaft, -sicht, und -ung anzutreffen.
• die Armbrust
• die Mehrzweckhalle
• das Mehrzweckkirschentkerngerät
• die Gemeindegrundsteuerveranlagung
• die Nummernschildbedruckungsmaschine
• der Mehrkornroggenvollkornbrotmehlzulieferer
• der Schifffahrtskapitänsmützenmaterialhersteller
• die Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft
• die Feuerwehrrettungshubschraubernotlandeplatzaufseherin
• der Oberpostdirektionsbriefmarkenstempelautomatenmechaniker
• das Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz
• die Donaudampfschifffahrtselektrizitätenhauptbetriebswerkbauunterbeamtengesellschaft
2
N-Deklination (schwache Nomen)
Zu der Gruppe der N-Deklination gehören nur maskuline Nomen! Nomen der N-Deklination, auch
schwache Nomen genannt, erhalten im Akkusativ, Dativ und Genitiv ein zusätzliches " -n ".
o Die Nomen "der Junge, der Name und der Zeuge" sind schwache Nomen.
o Nomen, die zur N-Deklinationsgruppe gehören, erhalten im Singular Akkusativ, Dativ und
Genitiv ein zusätzliches " -n ".
o In den Beispielen unter den Ziffern 1 und 3 stehen die Nomen im Singular. Dies kann
man aber nur am Artikel erkennen.
§ ( 1 ) den Namen = Akkusativ maskulin Singular
§ ( 1 ) des Zeugen = Genitiv maskulin Singular
§ ( 3 ) dem Jungen = Dativ maskulin Singular
o In den Beispielen unter den Ziffern 2 und 4 stehen die Nomen im Plural. Dies kann man
aber nur am Artikel erkennen.
N-Deklination und Pluralbildung ist beim Nomen identisch.
§ ( 2 ) die Namen = Akkusativ Plural
§ ( 2 ) der Zeugen = Genitiv Plural
§ ( 4 ) den Jungen = Dativ Plural
Die Zahl der Nomen, die zur Gruppe der N-Deklination gehören, ist relativ klein.
Schwache Nomen
1
o Nationalitäten
der Afghane, der Baske, der Brite, der Bulgare, der Chinese, der Däne, der Franzose, der
Grieche, der Ire, der Jugoslawe, der Kroate, der Kurde, der Mongole, der Pole, der Russe, der
Schotte, der Türke, der Ungar.
o Personen
der Bote, der Bube, der Bursche, der Erbe, der Experte, der Gatte, der Heide, der Insasse,
der Junge, der Junggeselle, der Knabe, der Kollege, der Kommilitone, der Komplize, der
Kunde, der Laie, der Neffe, der Riese, der Sklave, der Zeuge.
o Tiere
der Affe, der Bär, der Bulle, der Coyote, der Drache, der Hase, der Falke, der Fink, der Löwe,
der Ochse, der Rabe, der Schimpanse.
• enden auf -and, -ant, -ent ( meist Personen ) n-Deklination + -en = den Studenten
der Absolvent, der Agent, der Assistent, der Astronaut, der Demonstrant, der Diamant, der
Dirigent, der Doktorand, der Elefant, der Emigrant, der Konsonant, der Konsument, der Lieferant,
der Automat, der Biologe, der Bürokrat, der Diplomat, der Gynäkologe, der Kamerad, der
Favorit, der Fotograf, der Graf, der Herr (+ n), der Idiot, der Mensch, der Nachbar (+ n), der Narr,
der Pilot, der Prinz.
2
Genitiv
Wird ein Eigenname (Peter, Christine, Herr Maier, ...) benutzt, steht der Eigenname im Genitiv an erster Stelle.
Die Eigennamen erhalten ein Genitiv -s:
1
Endet der Eigenname auf - s, - tz, - x oder - z, wird in der Schriftsprache ein Apostroph ` angehängt:
In der gesprochenen Sprache ist diese Aussprache nicht möglich. Deshalb vermeidet man in der gesprochenen
Sprache das Genitivattribut. Man verwendet die Form " von + Dativ ":
• Possessivartikel
o Ist das Peters Auto? - Ja, das ist sein Auto.
o Gehört das Haus deinem Zahnarzt? - Ja, das ist sein Haus.
o Ist der Pass von Michael? - Ja, das ist sein Pass.
• Nomen + Verb
o Wann ist die Abfahrt des Zuges? - Der Zug fährt morgen um 10 Uhr ab.
o Wie lautete Utes Frage? - Ute fragte, wann die Pause endlich beginne.
o Wann kommt das Flugzeug an? - Die Ankunft des Flugzeuges ist noch ungewiss.
• Komposita
o Eine Motorschraube ist weg. - Wie bitte? Eine Schraube des Motors fehlt?
o Wann beginnt die Jagd der Hasen? - Die Hasenjagd beginnt schon morgen.
o Warum gefällt dir die Farbe der Wand nicht. - Ich finde die Wandfarbe schön.
2
Adjektive und Partizipien als Nomen
1) Was man über Adjektive und Partizipien als Nomen wissen sollte.
Theoretisch können alle Adjektive und Partizipien nominalisiert werden, das heißt, dass sie wie ein
selbständiges Nomen gebraucht werden. In der Regel bezeichnen Nomen aus Adjektive und Partizipien
Personen oder Abstrakta. Alle nominalisierten Adjektive und Partizipien sind zwar Nomen, werden aber wie
Adjektive dekliniert.
Werden Adjektive und Partizipien nominalisiert, bezeichnen sie oft Personen. Nominalisierte Adjektive und
Partizipien sind Nomen und werden mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben, das ursprüngliche Nomen
• Der deutsche Mann / die deutsche Frau /// ein deutscher Mann / eine deutsche Frau
• Der Deutsche Mann / die Deutsche Frau /// ein Deutscher Mann / eine Deutsche Frau
Nominalisierte Adjektive und Partizipien bezeichnen Personen oder Abstrakta. Einige nominalisierte Adjektive
werden sehr häufig gebraucht. Die gebräuchlichsten Adjektive zeigt folgende Tabelle auf:
Adjektiv Beispiel
alt Der Alte hinter dem Steuer sollte wirklich seinen Führerschein abgeben.
arm Viele Arme in der Region wissen nicht, wie sie überleben sollen.
bekannt Ein Bekannter von mir hat vor kurzem im Lotto 1 Million Euro gewonnen.
blind Der Blinde hinter dem Steuer sieht nicht, dass die Ampel rot zeigt.
1
Adjektiv Beispiel
blond Schau mal! Sieht die Blonde hinter der Theke nicht klasse aus?
einheimisch Sie suchen die Landgasse? Fragen Sie am besten einen Einheimischen.
gut Das Gute daran ist, dass ihm bei seinem Unfall nichts passiert ist.
klein Die Kleine, die neben Petra steht, sieht wirklich klasse aus.
Partizip I Beispiel
ausbildend Die Auszubildenden müssen einen Nachweis über die Ausbildung führen.
heranwachsend Heranwachsende sind Personen, die ein Alter von 18 - 20 Jahren haben.
leidtragend Bei einer Scheidung sind die Kinder immer die Leidtragenden.
vorsitzend Der Vorsitzende des Vereins stellt sein Amt zur Verfügung.
2
4) Partizip II als Nomen
geliebt lieben Hans hat eine Geliebte und seine Frau weiß von nichts.
verletzt verletzen Die Sanitäter konnten die Blutung des Verletzten stoppen.
verliebt verlieben Dieser idyllische Ort ist ein Treffpunkt für Verliebte.
vermisst vermissen Nach drei Monaten tauchte der Vermisste wieder auf.
verstorben versterben Die Verstorbene hinterließ dem Zoo ein großes Vermögen.
3
Nominalisierung
In der deutschen Sprache gibt es die Möglichkeit, Sachverhalte oder Vorgänge verbal oder nominal
auszudrücken. Hinter dem Wort "verbal" versteckt sich das Wort "Verb". Verbale Sachverhalte oder Vorgänge
werden folglich mit einem Verb ausgedrückt, entweder in einem Hauptsatz oder in einem Nebensatz.
Die verbale Sprache gilt als Standardsprache und wird daher im täglichen Gebrauch als so genannte
Umgangssprache benutzt.
Hinter dem Wort "nominal" versteckt sich das Wort "Nomen". Nominale Sachverhalte oder Vorgänge werden
folglich mit einem Nomen ausgedrückt. Dabei wird der Sachverhalt immer mit einer Präposition-Nomen-
Konstruktion formuliert. Diese Konstruktionen gehören zum gehobeneren Sprachgebrauch, in denen die
grammatischen Strukturen erheblich schwieriger sind. In der Standardsprache findet der Nominalstil somit kaum
Anwendung. Der Nominalstil wird ausschließlich in der Schriftsprache benutzt um komplizierte Aussagen und
Sachverhalte insbesondere in politischen, bürokratischen oder wissenschaftlichen Texten zu formulieren. Daher
gilt es besonders für Studienbewerber, sich mit den Umformungsübungen (Verbalisierung ↔
Nominalisierung) vertraut zu machen.
Wird ein Verb zu einem Nomen umgewandelt, spricht man von einer Nominalisierung. Umgekehrt spricht man
von einer Verbalisierung, wenn das Nomen zu einem Verb umgewandelt wird. In der Praxis heißt das, dass
Ergänzungssätze und Angabesätze (temporal, kausal, ...) zu Präposition-Nomen-Konstruktionen
umgewandelt werden und umgekehrt.
verbal Als sie 17 Jahre alt war, verliebte sie sich in ihn.
1
Nomenbegleiter (Artikelwörter)
Ein Nomen steht selten allein (Ausnahme: Nullartikel). Fast immer wird das Nomen durch Artikelwörter
(Nomenbegleiter) begleitet. Das Artikelwort steht vor dem Nomen. Die Nomenbegleiter haben immer
• dasselbe Genus,
o maskulin: - der Junge, der Mann, der Mond, der Stern, der Tisch, ...
o feminin: - die Arbeit, die Brille, die Dose, die Frau, die Sonne, ...
o neutral: - das Auto, das Bad, das Bild, das Kind, das Kleid, das Mädchen, ...
• denselben Kasus
o Nominativ: - Der Junge ist fleißig. Der Mann arbeitet. ...
o Akkusativ: - Das Mädchen liebt den Jungen. Der Mann braucht einen Tisch.
o Dativ: - Er hilft der Frau. Wir gratulieren dem Lehrer. ...
o Genitiv: - Die Frau des Lehrers ist gestern in einem Autounfall verwickelt gewesen. ...
• bestimmter Artikel: Der bestimmte Artikel wird von allen Nomenbegleitern am häufigsten gebraucht.
- der, den, dem, des, die, den
• unbestimmter Artikel: In einer Erzählung wird das Nomen mit dem unbestimmten Artikel eingeführt.
- ein, eine, einen, einem, einer, eines
Vor der Tür steht ein Mann mit einem Blumenstrauß in der Hand.
• Indefinitartikel: Die meisten Indefinitartikel stehen dem bestimmten Artikel sehr nahe.
- alle, einige, manche, ...
1
Nullartikel
In einigen bestimmten Fällen benutzt man in der deutschen Sprache keinen Artikel. Wird kein Artikel benutzt,
spricht man von einem Nullartikel. In den folgenden Beispielen haben die meisten Beispiele den Zusatz "ohne
nähere Bestimmung ". Das bedeutet, sobald ein Nomen eine nähere Bestimmung erhält (= Adjektiv- oder
• nähere Bestimmung, durch die nähere Bestimmung erhält das Nomen einen bestimmten Artikel
- Der Arzt, der Frau Krankelbutter behandelt, ist der Mann von der Frau Schmitz.
• Abstrakta, die allgemeine Eigenschaften und Gefühle ohne nähere Bestimmung bezeichnen. Die
o Wer Kinder haben will, der sollte viel Geld, Zeit und Geduld mitbringen.
o Ohne Hilfe konnte der Schüler die Aufgabe nicht lösen.
o Udo ist echt super. Er hat Mut, Kraft, Intelligenz und Durchsetzungsvermögen.
Angst, Ausdauer, Dummheit, Durst, Ehrgeiz, Fleiß, Freude, Geduld, Glück, Hass, Hitze, Hunger,
Intelligenz, Kälte, Kraft, Liebe, Musik, Mut, Neid, Pech, Ruhe, Seele, Treue, Verstand, Vertrauen,
Würde, ...
• Berufen ohne nähere Bestimmung (+ Verben "sein" und "werden" und nach "als")
1
• Eigennamen ohne nähere Bestimmung
o Ich hätte gern eine Tasse Kaffee für meine Frau und für mich ein Glas Bier.
o Bringst du noch Kartoffeln mit?
o Die Kühe des Bauern produzieren täglich mehr als 10.000 Liter Milch.
• nicht zählbaren Stoffen oder Materialien ohne nähere Bestimmung (etwas nicht zählen können)
o Dazu gehören:
Alkohol, Benzin, Beton, Bier, Blei, Brot, Butter, Eisen, Erdöl, Fleisch, Geld, Glas, Gold, Holz,
Kaffee, Kohle, Leder, Luft, Milch, Öl, Salz, Sand, Seide, Silber, Stahl, Tee, Wasser, Wein, Wolle,
Zucker,...
die Dominikanische Republik, der Irak, der Iran, der Jemen, der Libanon, die Niederlande
(Plural), die Mongolei, die Schweiz, die Slowakei, der Sudan, die Türkei, die Tschechei, die USA
(Plural)
• Sprichwörtern
o Ohne Fleiß kein Preis. /// Arbeiten bringt Brot, faulenzen Hungersnot.
o Liebe macht blind. /// Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
2
Bestimmter Artikel (definiter Artikel)
Der bestimmte Artikel, auch definiter Artikel genannt, wird von allen Nomenbegleitern am häufigsten
gebraucht. Das Nomen selbst gibt nicht immer eine Information über sein Geschlecht (das Genus), Numerus
(Singular, Plural) und Kasus (Nominativ, Dativ, ...) an. Diese Funktion übernimmt der bestimmte Artikel.
Der bestimmte Artikel gibt somit als Nomenbegleiter folgende Informationen an:
• Genus
o Wie heißt der Mann? (maskulin)
o Die Frau bügelt die Bluse. (feminin)
o Das Kind spielt mit dem Ball. (neutral)
• Numerus
o Das Kind spielt mit der Puppe. (Singular)
o Die Kinder spielen mit den Spielzeugautos. (Plural)
• Kasus
o Der Mann geht spazieren. (Nominativ, maskulin)
o Astrid hat sich in den sportlichen Heiko verliebt. (Akkusativ, maskulin)
o Herr Saubermann hilft der neuen Nachbarin. (Dativ, feminin)
o Die Mutter des Kindes hat sich bei Herrn Muster beschwert. (Genitiv, neutral)
• Etwas ist einmalig (Flüsse, Gebirge, Länder mit Artikel, Namen, Seen, Planeten, ...)
o die Donau, die Elbe, der Main, die Mosel, der Neckar, der Rhein, die Weser, ...
o die Alpen, der Bayrische Wald, die Eifel, der Harz, der Schwarzwald, ...
o der Bodensee, der Chiemsee, die Müritz, der Starnberger See, ...
o die Dominikanische Republik, der Irak, der Iran, die Niederlande, die Türkei, ...
o die Erde, der Jupiter, der Mars, der Merkur, der Mond, der Saturn, die Venus, ...
1
2) Deklination der bestimmten Artikel
Der bestimmte Artikel zeigt den Kasus des Nomens an. Das Nomen selbst gibt oft keine Information über
• (maskulin) Der Bruder des Kochs hat dem Nachbarn den alten Wagen verkauft.
• (feminin) Die Schwester der Köchin hat der Nachbarin die kaputte Lampe geschenkt.
2
Unbestimmter Artikel
Wird ein Nomen in einer Erzählung das erste Mal geäußert, wird es mit dem unbestimmten Artikel eingeführt.
Demnach wird der unbestimmte Artikel benutzt, wenn eine Sache oder Person unbekannt oder nicht bestimmt
ist oder keinen Namen hat. Wird die Sache oder die Person wiederholt, wird der bestimmte Artikel gebraucht.
Wie beim bestimmten Artikel, zeigt auch der unbestimmte Artikel den Kasus des Nomens an, da das Nomen
selbst oft keine Information über seinen Kasus gibt. Daher übernimmt auch der unbestimmte Artikel diese
Funktion.
• (maskulin) Ein Freund eines Freundes von mir hat einem Hund einen Fußtritt gegeben.
• (feminin) Eine Freundin einer Freundin von mir hat einer Katze eine lebendige Maus gegeben.
• (neutral) Ein Kind aus der Schule hat einem anderen Kind ein Bilderbuch gestohlen.
1
3) Die Negation des unbestimmten Artikels (Negativartikel)
Der unbestimmte Artikel kann verneint werden. Dazu benutzt man einen Negativartikel. Der Negativartikel
lautet kein-. Der Negativartikel wird wie der unbestimmte Artikel dekliniert.
• Ist das ein Auto? - Nein, das ist kein Auto, sondern ein Fahrrad.
• Ist das ein Tisch? - Nein, das ist kein Tisch, sondern eine Lampe.
• Sind das _ Tische? - Nein, das sind keine Tische, sondern _ Lampen. ( Plural !!! )
Siehe auch:
Possessivartikel
Indefinitartikel
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Possessivartikel
Ja, das ist mein Buch. Ja, das Buch ist von mir.
Ja, das Buch gehört mir ( nicht ).
Possessiv Ist das dein Buch?
Nein, das ist nicht mein Buch. Das Buch ist von Peter.
Das ist Peters Buch. Das ist sein Buch.
Personalpronomen Possessivartikel
Beispiel
Nominativ Nominativ
1. Pers. Sing. ich mein Bruder Mein Bruder und ich lernen Deutsch.
3. Pers. Sing. sie ihr Bruder Hat ihr Bruder eigentlich einen Autoführerschein?
1. Pers. Plural wir unser Bruder Unser großer Bruder ist schon verheiratet.
2. Pers. Plural ihr euer Bruder Hat euer Bruder sein Examen bestanden?
3. Pers. Plural sie ihr Bruder Arbeitet ihr Bruder wirklich in Japan?
1
Die Person, auf die sich das Possessiv bezieht, kann in der 3. Person Singular ein Personalpronomen, ein Name
oder ein Nomen bzw. eine Sache sein.
• 3. Person maskulin
- er = Sein Bruder ist nicht hier.
- Theodor = Sein Vater wohnt in München.
- der Hund = Wo ist sein Herrchen?
• 3. Person feminin
- sie = Weißt du, wo ihr Bruder studiert?
- Susanne = Ihr Vater liegt schon seit drei Wochen im Krankenhaus.
- die Sonne = Für unsere Augen ist ihr Licht zu stark.
• 3. Person Singular neutral
- es = Weißt du, wo sein Vater ist?
- das Kind = Sein Vater ist sehr streng.
- das Radio = Das Radio gefällt mir nicht. Sein Klang ist zu dumpf.
Die Deklination ist für alle Possessivartikel gleich (meinem, deinem, seinem, ihrem, unserem,...).
Possessivartikel werden wie die Negativartikel dekliniert (keiner / seiner, keine / meine, ...).
• Alle Possessivartikel haben die gleiche Deklination wie der Negativartikel "kein-".
Possessivartikel sind Nomenbegleiter!
• Die Deklination richtet sich nach dem Nomen, das hinter dem Possessivartikel steht.
• Die Bezugsperson zeigt das Possessiv an, nicht den Kasus, Genus und Numerus!
• "Hallo Ute. Das ist Peter. Seine Schwester ist meine beste Freundin."
o Peter = Bezugswort = maskulin = Possessiv = sein
o Schwester = Nomen der Deklination = feminin = Nominativ = Endung -e
o Sprecher = Bezugswort = 1. Person Singular ich = Possessiv = mein
o Freundin = Nomen der Deklination = feminin = Nominativ = Endung -e
• Petra hat ein neues Fahrrad. Ihr altes Fahrrad hat sie ihrer Schwester geschenkt.
o Petra = Bezugswort = feminin = Possessiv = ihr
o Fahrrad = Nomen der Deklination = neutral = Akkusativ = keine Endung
(Satzanfang: großer Buchstabe!)
o Schwester = Nomen der Deklination = feminin = Dativ = Endung -er
• Meine Eltern haben meinem Bruder zu seinem Geburtstag ihr altes Auto geschenkt.
o Sprecher = Bezugswort = 1. Person Singular ich = Possessiv = mein
o Eltern = Nomen der Deklination = Plural = Nominativ = Endung -e
(Satzanfang: großer Buchstabe!)
o Bruder = Nomen der Deklination = maskulin = Dativ = Endung em
o Bruder = Bezugswort = maskulin = Possessiv = sein
o Geburtstag = Nomen der Deklination = maskulin = Dativ = Endung -em
o Eltern = Bezugswort = Plural = Possessiv = ihr
o Auto = Nomen der Deklination = neutral = Akkusativ = keine Endung
2
Demonstrativartikel
Demonstrativpronomen ordnen einer Person oder einer Sache im Kontext eine stärkere Betonung zu und heben
eine gewisse Wichtigkeit der Person oder der Sache hervor. Demonstrativpronomen werden sprachlich stärker als
der bestimmte Artikel betont. Das Demonstrativpronomen kann allein oder in Funktion eines Artikels auftreten.
Tritt es in Funktion eines Artikels auf, spricht man von einem Demonstrativartikel. Demonstrativartikel gehören
wie die bestimmten Artikel zu den Begleitern eines Nomens und können nicht alleine stehen, sondern nur in
Verbindung mit einem Nomen. Demonstrativartikel stehen dem bestimmten Artikel sehr nahe.
Demonstrativartikel haben die gleichen Endungen wie die bestimmten Artikel und werden auch gleich dekliniert.
ebenso: jene-
Alle Demonstrativpronomen können allein oder in Funktion eines Artikels auftreten. Treten sie in Funktion eines
"Dies-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus gesehen räumlich oder zeitlich näher ist.
"Jene-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus gesehen räumlich oder zeitlich weiter
entfernt ist.
• Kannst du dich noch an unsere 6:0 Niederlage gegen Borussia Dortmund erinnern? -
Na klar doch. An jenem Spieltag hat es fürchterlich geregnet und ich war pitschenass.
1
3) Die Demonstrativartikel "derjenige" und "derselbe"
Alle Demonstrativpronomen können allein oder in Funktion eines Artikels auftreten. Treten sie in Funktion eines
Die Demonstrativartikel "derjenige" und "derselbe" bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil entspricht
dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung der
Die Demonstrativartikel "derjenige, diejenige, etc." werden benutzt, wenn in einem anschließenden Relativsatz
• Das ist derjenige Mann, der gestern nach Ihnen gefragt hat.
• Diejenigen Schüler, die durchgefallen sind, erhalten Nachhilfestunden.
Die Demonstrativartikel "derselbe, dieselbe, etc." bezeichnen die Person oder die Sache, die mit einer vorher
2
Indefinitartikel
Indefinitpronomen können allein oder in Funktion eines Artikels auftreten. Treten sie in Funktion eines Artikels
auf, spricht man von einem Indefinitartikel. Indefinitartikel gehören wie die bestimmten Artikel zu den
Begleitern eines Nomens und können nicht alleine stehen, sondern nur in Verbindung mit einem Nomen. Die
meisten Indefinitartikel stehen dem bestimmten Artikel sehr nahe und werden wie die bestimmten Artikel
dekliniert. Ausnahmen: irgendein-, kein- und was für ein-. (Deklination wie unbestimmter Artikel)
Mit "Jeder" werden alle Elemente einer Gruppe angesprochen, in der es keine Ausnahmen gibt. Jeder wechselt im
Plural zu "alle".
• Mein 6-jähriger Sohn sagt mir immer;" Das weiß doch jedes Kind."
"Manch-" bezeichnet eine Gruppe von unbestimmten Personen oder Sachen, deren Prozentzahl irgendwo
• Bei meinem Nachbarn gingen schon manche Frauen ein und aus.
Weitere Indefinitartikel:
1
Interrogativartikel
Interrogativartikel gehören wie die bestimmten Artikel zu den Begleitern eines Nomens und können nicht
alleine stehen, sondern nur in Verbindung mit einem Nomen. Interrogativartikel stehen dem bestimmten Artikel
2) Interrogativartikel "welch-"
"Welch-" fragt nach dem bestimmten Artikel und trifft eine Auswahl bekannter Personen, Sachen oder
Dingen.
- Oh.
Häufig fragt welch- nach einer Ergänzung, die von einer Präposition eingeleitet wird. Die entsprechende
Mit welcher Frau hast du gestern getanzt? Mit der Brünetten? - Nein, mit der Blonden.
• Situativ-Ergänzung
1
3) Interrogativartikel "was für ein-"
"Was für ein-" fragt nach dem unbestimmten Artikel. Die Frage ist offen und fragt nach einem Adjektiv, das
Nominativ was für ein was für eine was für ein was für
Akkusativ was für einen was für eine was für ein was für
Dativ was für einem was für einer was für einem was für
Genitiv was für eines was für einer was für eines -
• Was für einen Wein möchten Sie trinken? - Einen trockenen Weißwein.
• Was für eine Jacke suchen Sie? - Eine leichte Windjacke.
• Mit was für einem Flugzeug seid ihr geflogen? - Mit einem Airbus A380.
4) Vergleichsbeispiele
• Welches Brot möchten Sie? - Geben Sie mir bitte das Dreikornbrot.
o Dem Käufer ist das Brot bekannt. Es wurde ihm wahrscheinlich vorher zusammen mit einem
• Was für ein Brot möchten Sie? - Haben Sie ein Mehrkornbrot?
o Die Brotauswahl ist sehr groß. Daher wird der Käufer nach seinen Brotwünschen gefragt.
• Mit welchem Auto fahrt ihr nach Köln? - Mit meinem Mercedes. Der ist bequemer.
• Mit was für einem Auto fahrt ihr nach Köln? - Mit einem neuen Mercedes E 500.
2
Adjektive
Adjektive, auch Eigenschaftswörter oder Wie-Wörter genannt, beschreiben Eigenschaften von Nomen. Sie
charakterisieren Personen, Lebewesen, Begriffe, Dinge, Vorgänge oder Tätigkeiten. Adjektive geben eine Antwort
auf die Frage: " Wie ist eine Person oder Sache."
• Ute: "Kennst du schon den neuen Freund von Martina? Wie ist er?"
• Heike: "Er ist einfach spitze. Martinas neuer Freund ist groß, hat dunkle Haare, blaue Augen und
fährt einen neuen roten Porsche Cabrio. Er ist jung, gut aussehend, sehr höflich, nett und nebenbei
noch stinkreich."
• Ute: "Warum hat die immer so viel Glück? Mein Freund ist stinknormal. Er ist faul, arm, unhöflich,
geizig, plump, stur und fährt einen alten rostigen Fiat Uno."
Alle rot markierten Wörter sind Adjektive. Adjektive können unterschiedlich verwendet werden:
Stehen Adjektive hinter dem Nomen, werden sie nicht dekliniert bzw. nicht verändert.
Man unterscheidet:
Bei der prädikativen Verwendung des Adjektivs steht das Adjektiv hinter dem Nomen. In diesem Fall
wird es nicht dekliniert. Es bleibt unverändert, weil das Adjektiv Teil des Prädikats ist. Dies ist immer
der Fall, wenn das Adjektiv mit den Verben bleiben, sein oder werden benutzt wird.
o Er ist groß. Sie ist hübsch. Das Haus ist alt. Der Mann ist krank. ...
o Er bleibt groß. Sie bleibt hübsch. Das Haus bleibt alt. Der Mann bleibt krank. ...
o Er wird groß. Sie wird hübsch. Das Haus wird alt. Der Mann wird krank. ...
Auch bei der adverbialen Verwendung des Adjektivs steht das Adjektiv hinter dem Nomen. Auch in
diesem Fall wird es nicht dekliniert. Es bleibt unverändert. Die adverbiale Verwendung des Adjektivs
o Das Kind singt. /// Wie singt es? /// Es singt schön.
o Der Koch spricht. /// Wie spricht der Koch? /// Er spricht leise.
o Der Junge läuft. /// Wie läuft der Junge? /// Er läuft schnell.
1
3) Adjektive vor dem Nomen
Stehen Adjektive vor dem Nomen, spricht man von einer attributiven Verwendung des Adjektivs In diesem
2
Adjektivdeklination mit dem bestimmten Artikel
Steht das Adjektiv vor dem Nomen, ist das Adjektiv Teil einer Nomengruppe und muss dekliniert werden. Das
Adjektiv hat dann eine attributive Funktion. Adjektive als Nomenattribute charakterisieren oder definieren
ein Nomen.
Wenn das Adjektiv nach dem bestimmten Artikel dekliniert wird, spricht man von einer schwachen
Deklination. Bei der schwachen Deklination sind nur zwei Endungen möglich: - e und - en.
Nominativ der gute Mann die gute Frau das gute Kind die guten Leute
Akkusativ den guten Mann die gute Frau das gute Kind die guten Leute
Dativ dem guten Mann der guten Frau dem guten Kind den guten Leuten
Genitiv des guten Mannes der guten Frau des guten Kindes der guten Leute
1
Darüber hinaus werden Adjektive im Singular nach folgenden Begleitern schwach dekliniert:
• dieser
o Mit diesen schmutzigen Schuhen gehst du nicht in die Schule.
• jeder
o Diese einfachen Aufgaben kann doch jedes beliebige Schulkind lösen.
• jener
o Jenes weiße Hemd passt besser zu den schwarzen Schuhen.
• mancher
o Mancher verliebte Mann hat schon Kopf und Verstand verloren.
• welcher
o Welcher blöde Idiot hat Salz in meine Bierflasche getan?
• ebenso nur im Plural: alle, diese, jene, manche, solche, welche?, keine, Possessivartikel
o Alle fleißigen Schüler haben die Prüfung bestanden.
o Diese jungen Männer müssen sehr viel arbeiten.
3) Besonderheiten
• hoch: der hohe Baum, die hohen Bäume, das hohe Haus, die hohen Häuser, ...
• dunkel: das dunkle Zimmer, die dunklen Zimmer, der dunkle Raum, ...
• teuer: das teure Auto, die teuren Autos, der teure Mantel, die teuren Mäntel, ...
• sauer: der saure Wein, die sauren Weine, die saure Gurke, die sauren Gurken, ...
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Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel
Steht das Adjektiv vor dem Nomen, ist das Adjektiv Teil einer Nomengruppe und muss dekliniert werden. Das
Adjektiv hat dann eine attributive Funktion. Adjektive als Nomenattribute charakterisieren oder definieren
ein Nomen.
Die Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel ist schon etwas schwieriger. Singular und Plural
werden hier getrennt betrachtet.
Die Adjektivdeklination mit dem unbestimmten Artikel im Singular sieht wie folgt aus:
Nominativ ein guter Mann eine gute Frau ein gutes Kind
Akkusativ einen guten Mann eine gute Frau ein gutes Kind
Dativ einem guten Mann einer guten Frau einem guten Kind
Genitiv eines guten Mannes einer guten Frau eines guten Kindes
1
• Im Nominativ erhält die Adjektivendung die Endung des bestimmten Artikels:
- der - guter // die - gute // das - gutes
Darüber hinaus werden Adjektive im Singular nach folgenden Begleitern ebenso dekliniert:
• alle Possessivartikel
o Ihr neuer Freund hat ihrem älteren Bruder 100 Euro gestohlen.
• Negationsartikel kein-
Im Plural wird der unbestimmte Artikel nicht verwendet, er fällt weg. Die Adjektivdeklination entspricht
dann der Nullartikeldeklination im Plural. Allerdings gibt es einen Negativartikel im Plural und dann
ändert sich die Adjektivdeklination.
• Fällt der unbestimmte Artikel im Plural weg (Nullartikel), wird das Adjektiv nach der
Nullartikeldeklination dekliniert.
• Wird der Negativartikel oder ein Possessivartikel (mein, dein, sein, ihr, ...) benutzt, wird nach
der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels im Plural dekliniert (Adjektivendung immer
-en).
4) Besonderheiten
• hoch: ein hoher Baum, hohe Bäume, ein hohes Haus, hohe Häuser, ...
• dunkel: ein dunkles Zimmer, dunkle Zimmer, ein dunkler Raum, ...
• teuer: ein teures Auto, teure Autos, ein teurer Mantel, teure Mäntel, ...
• sauer: ein saurer Wein, saure Weine, eine saure Gurke, saure Gurken, ...
• sensibel: ein sensibler Junge, sensible Leute, ...
2
Adjektivdeklination mit dem Nullartikel
1) Was man über die Adjektivdeklination mit dem Nullartikel wissen sollte.
Wenn das Adjektiv nach dem Nullartikel dekliniert wird, spricht man von einer starken Deklination. Das
Artikelwort hat die Aufgabe, den Kasus anzuzeigen. Bei der Verwendung eines Nullartikels fehlt das Artikelwort
und somit ein Kasussignal. Dieses Kasussignal übernimmt die Adjektivdeklination. Die Endung des
• Die Adjektivendung erhält bei der Nullartikeldeklination die Endung des bestimmten Artikels:
• Ausnahmen bilden der maskuline und der neutrale Genitiv. Die Adjektivendung lautet dann -en. In
• Im Singular findet der Nullartikel selten Verwendung, im Plural dagegen häufiger. Siehe auch:
Nullartikelgebrauch
Darüber hinaus werden Adjektive mit Nullartikeldeklination nach folgenden Begleitern stark dekliniert:
o Solch dummes Zeug habe ich schon lange nicht mehr gehört.
o Hinter der Grenze zu Polen kann man viel billigere Schuhe kaufen als bei uns.
o Drei große und starke Männer haben der alten Frau beim Umzug geholfen.
1
Steigerung der Adjektive
Adjektive können gesteigert werden. Die Grundform eines Adjektivs nennt man Positiv, die nächst höhere Stufe
Der Komparativ vergleicht zwei Personen oder Sachen und zeigt einen Unterschied an:
• Peter ist groß (1,88 m), aber Hubert ist noch größer (1,92 m).
• Gestern war das Wetter schön (leicht bewölkt, 24 Grad) und heute wird es noch schöner (sonnig, 27 Grad).
Der Superlativ vergleicht mindestens drei oder mehr oder eine Gesamtheit von Personen oder Sachen und
• Ute ist klein (1,62 m). Petra ist kleiner (1,60 m) und Martina ist die kleinste (1,58 m).
• Ein VW Golf ist teuer (20.000 Euro). Ein Audi A4 ist teurer (30.000 Euro) und ein Porsche Carrera GT ist
Die Steigerungsformen eines Adjektivs können vor dem Nomen stehen, dann spricht man von einem attributiven
Die Steigerungsformen können sich auf ein Verb im Satz beziehen, dann spricht man von einer adverbialen
Beim Komparativ erhält die Adjektivendung ein -er. Den Superlativ bildet man mit am ...-(e)sten oder mit
Superlativ
Positiv Komparativ
am ... sten der, die, das ... ste
1
• Susanne ist sehr neugierig.
• Ihre Freundin Bettina ist noch neugieriger.
Wenn der Superlativ mit dem bestimmten Artikel gebildet wird, zeigt der Artikel den Genus an. Das (e) dient als
Aussprachehilfe bei Adjektiven, die mit -d, -ß, -sch, -t, -tz, -x oder -z enden.
Superlativ
Positiv Komparativ
am ... esten der, die, das ... este
blind, blöd, dicht, echt, fest, fett, feucht, fies, fix, glatt, heiß laut, leicht, leise, mies, mild, müde, nett, rasch,
3) Besondere Adjektive
dumm, gesund, grob, hart, krank, rot, scharf, stark, schwach, warm.
2
Einige wenige Adjektive sind unregelmäßig. Dazu gehören:
Die Steigerungsformen eines Adjektivs können auch als Attribut Verwendung finden. Das Adjektiv als Attribut
steht dann vor dem Nomen und muss entsprechend dekliniert werden.
• Mein Vater sagt aber, dass man den besten Wein an der Mosel kaufen kann.
Adjektiv + er + Adjektivdeklination
3
5) Vergleiche
Durch die Steigerungsmöglichkeit der Adjektive kann man Personen und Sachen vergleichen. Ein Vergleich lässt
• Gleichheit
Eine Gleichheit drückt man durch "so + Adjektiv + wie" aus. Alternativen zu "so ... wie" sind:
gleich ... wie, ebenso ... wie, genau so ... wie, doppelt so ... wie
Die beiden Personen / Sachen die verglichen werden, haben jeweils den gleichen Kasus:
• Ungleichheit
Eine Ungleichheit drückt man entweder durch den "Komparativ + als", oder durch "nicht / kein- + so
+ Adjektiv + wie" aus. Die beiden Personen / Sachen die verglichen werden, haben jeweils den
gleichen Kasus:
o Dein 13-jähriger Sohn ist schon viel größer als meine 16-jährige Tochter.
o Du hast zwar mehr Geld als ich, aber dafür habe ich viel mehr Freunde als du.
o Er gewinnt zwar öfter als ich, aber dennoch bin ich viel intelligenter als er.
o Mein neuer Freund ist nicht so gemein wie mein alter Freund.
Wer von uns kennt nicht schöne Plätze und Orte auf dieser Erde? Ein jeder kennt solch schöne Plätze. Welcher Ort
ist denn nun der schönste auf Erden? Den Superlativ zu bilden, fällt hier schwer, weil es eben doch sehr viele
schöne Plätze auf Erden gibt. Soll eine Person / Sache aus dieser Gruppe herausgehoben werden, benutzt man ein
• Ich war schon mal an einem der schönsten Orte dieser Welt.
• Torsten ist einer der fleißigsten Schüler in dieser Klasse.
• Unsere Lehrerin ist eine der hübschesten Lehrerinnen, die ich jemals gesehen habe.
4
Partizipien als Adjektive
Partizipien werden vom Verb abgeleitet. Man unterscheidet zwei Arten von Partizipien:
Das Partizip II wird gebraucht, um das Perfekt, das Passiv und das Plusquamperfekt zu bilden. In diesen
Fällen ist das Partizip II Teil des Prädikats. Beide Partizipien, sowohl Partizip I als auch Partizip II, können auch
wie ein Adjektiv benutzt werden.
Das Partizip I bildet man mit dem Infinitiv + d: schreiend, schwimmend, wartend, ...
Das Partizip II der regelmäßigen Verben bildet man nach den bekannten Regeln.
Das Partizip II der unregelmäßigen Verben bildet man nach den bekannten Regeln.
Das Partizip I als Adjektiv drückt eine Gleichzeitigkeit oder eine nicht abgeschlossene Aktion aus.
Gleichzeitigkeit bedeutet, dass zeitgleich zwei parallele Handlungen durchgeführt werden. Eine von beiden
Handlungen wird untergeordnet und bildet das Partizip I, die andere Handlung ist übergeordnet und bildet das
Prädikat im Satz.
Das Partizip I kann alleine stehen. In diesem Fall wird es nicht dekliniert.
1
Steht das Partizip I vor dem Nomen als Adjektivattribut, gelten die allgemeinen Regeln zur
Adjektivdeklination.
Das Partizip II als Adjektiv drückt meist eine passivische Handlung, ein Resultat oder etwas
Abgeschlossenes aus. Die beiden Handlungen laufen nicht parallel, sondern zeitlich versetzt.
• Der Dieb fand den Schmuck nicht. Der Schmuck wurde versteckt.
• Der Dieb fand den versteckten Schmuck nicht.
• Herr Klatsch hat sich ein Auto gekauft. Sein neues Auto ist aber gebraucht.
• Herr Klatsch hat sich ein gebrauchtes Auto gekauft.
• Letzte Woche wurde mir mein Fahrrad gestohlen. Gestern wurde es wiedergefunden.
Das Partizip II als Attribut steht zwischen dem Artikel und dem Nomen, auf das es sich bezieht (der ...
Schmuck, das ... Auto, das ... Fahrrad). Steht das Partizip II vor dem Nomen als Adjektivattribut, gelten die
4) Partizipialkonstruktionen
Ein Partizip als Adjektivattribut lässt sich wie gesehen aus einem selbständigen Satz herleiten. Beziehen sich
weitere Angaben auf ein Partizip, werden diese als Partizipbegleiter in die Umformung mitgenommen. In
diesem Fall spricht man von einer Partizipialkonstruktion. Die Angaben der Partizipialkonstruktion stehen dann
• Das sich stets im Dunkeln fürchtende Kind geht nachts immer ins Elternbett.
• Die Vögel, die fröhlich vor sich hinzwitschern, sitzen auf den Bäumen.
• Die fröhlich vor sich hinzwitschernden Vögel sitzen auf den Bäumen.
2
Beispiele zur Partizip II - Umformung (Vorzeitigkeit - Passivsatz):
• Der Dieb fand den Schmuck nicht. Der Schmuck war in einem Tresor versteckt.
• Der Dieb fand den in einem Tresor versteckten Schmuck nicht.
• Das Kind gibt nur freche Antworten. Es ist sehr schlecht erzogen.
• Das sehr schlecht erzogene Kind gibt nur freche Antworten.
• Die Frau, die vor ein paar Stunden am Herzen operiert wurde, schläft noch ruhig.
• Die vor ein paar Stunden am Herzen operierte Frau schläft noch ruhig.
• Die Vögel, die fröhlich vor sich hinzwitschern, sitzen auf den Bäumen.
• Der Dieb fand den Schmuck nicht, der in einem Tresor versteckt war.
• Das Kind, das sehr schlecht erzogen ist, gibt nur freche Antworten.
• Die Frau, die vor ein paar Stunden am Herzen operiert wurde, schläft noch ruhig.
Partizipialkonstruktionen gehören zum gehobenen Sprachgebrauch. Meist finden sie in juristischen oder
wissenschaftlichen Texten Verwendung. In der Alltagssprache spielen die Partizipialkonstruktionen keine Rolle.
3
Zahlwörter
Man unterschiedet:
• Kardinalzahlen
o eins, zwei, drei, zehn, (ein)hundert, dreitausend, eine Million, sechs Milliarden, ...
• Ordinalzahlen
o 1., 2., 3., 4., ... / erste, zweite, dritte, vierte, fünfte, ...
• Bruchzahlen
o ein halb, eineinhalb, ein Drittel, zwei Fünftel, drei Zehntel, ...
• Multiplikationswörter
o einfach, zweifach, doppelt, dreifach, fünffach, zwanzigfach, tausendfach, zigfach, ...
2) Kardinalzahlen
Wird die Zahl " 1 " als Zahlwort vor einem Nomen gebraucht, wird sie wie der unbestimmte Artikel
dekliniert, aber etwas stärker betont:
Wird die Zahl " 1 " mit dem bestimmten Artikel gebraucht, wird sie wie ein Adjektiv dekliniert:
o Warum hören Sie der einen und nicht der anderen Frau zu?
o In dieser Firma weiß der eine nicht, was der andere tut.
• Die Zahlen " 2 " und " 3 " werden dagegen nur im Dativ und Genitiv dekliniert. Alle anderen
Kardinalzahlen werden nicht dekliniert.
o die Million, zwei Millionen /// die Milliarde, drei Milliarden /// die Billion, vier Billionen
1
3) Ordinalzahlen
Ordinalzahlen können mit Ziffern geschrieben werden: 1. / 2. / 3. / 4. .... Sie werden dann mit einem Punkt
(".") abgeschlossen. Sie können aber auch geschrieben werden: erste, zweite, dritte, siebte, achte, ...
Eine Reihe beginnt mit der/die/das erste und endet mit der/die/das letzte.
• 1. = der erste // 3. der = dritte // der 7. = der siebte // der 8. = der achte
• Die Zeitung schrieb, dass bereits jeder zehnte Internet-Nutzer ein Betrugsopfer sei.
• Am nächsten Spieltag der 1. Bundesliga spielt der Erste gegen den Zweiten.
Datumsangaben
• Der wievielte ist heute? - Heute ist der 01.04.2007 // erste April zweitausendsieben.
• Den wievielten haben wir morgen? - Morgen haben wir den 02.04. // den zweiten April.
2
4) Sonstiges
Zahlwörter können unter anderem in Prozentzahlen, Bruchzahlen, Maßen, Gewichten etc. auftreten. Dabei
unterscheidet sich die Schriftsprache mit der gesprochenen Sprache. Einige Zahlenangaben, die oft benutzt
werden:
• 60 % / sechzig Prozent
• ¼ / ein Viertel
• ½ / ein Halb
• ¾ / drei Viertel
o Der gestrige Sturm "Eugenia" hatte Böen mit mehr als 100 km/h.
• 15 m² / fünfzehn Quadratmeter
• 20 m³ / zwanzig Kubikmeter
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Adjektivgruppen
Das Adjektiv kann andere Wörter zu sich nehmen und eine Adjektivgruppe bilden. Es ist wichtig, dass man diese
Beifügungen erkennt, denn die Beifügungen werden im Gegensatz zu den Adjektiven, sofern sie vor einem
Nomen stehen, nicht mitdekliniert. Eine Beifügung kann dem Adjektiv unterschiedliche Grade zuordnen.
o Meine Mutter ist einfach zu gut für diese Welt. Sie glaubt einfach alles.
Eine kleine Zusammenstellung von häufig verwendeten Wörtern, die die Aussage eines Adjektivs verstärken:
Verstärkung Beispiele
absolut Ich bin dieses Mal mit dir absolut gleicher Meinung.
äußerst Der äußerst anspruchsvolle Mann sucht seit 10 Jahren eine Partnerin.
total Der Autofahrer hat sich in der Linkskurve total überschätzt und flog raus.
überaus Nächste Woche muss ich eine überaus wichtige Klausur schreiben.
1
3 ) Wörter, die die Aussage eines Adjektivs abschwächen.
Eine kleine Zusammenstellung von häufig verwendeten Wörtern, die die Aussage eines Adjektivs abschwächen:
Abschwächung Beispiele
beinahe Bei einem Freund von mir endete ein guter Rat beinahe tödlich.
etwas Der Frisör hätte dir die Haare ruhig etwas kürzer schneiden können.
halbwegs Wenn du nur halbwegs ehrlich bist, sagst du mir jetzt die Wahrheit.
kaum Er war drei Stunden bei mir, aber er hat kaum etwas gesagt.
völlig Hannes hat sich gestern auf der Party völlig daneben benommen.
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Das Adverb (Plural: Adverbien)
Adverbien, auch Umstandswörter genannt, sind unveränderlich, das heißt, dass man sie nicht deklinieren
kann. Adverbien bezeichnen die Umstände eines einzelnen Wortes oder eines ganzen Satzes näher. Ein Umstand
• Modale Umstände. Sie geben Auskunft über die Art und Weise.
o Abends trinkt mein Mann gern eine Flasche Bier.
o Das haben die Kinder sehr gut gemacht. Ich bin sehr stolz auf sie.
o Auf Herbert wartest du heute vergebens. Er liegt im Bett und hat eine starke Grippe.
• Als Attribut kann es vor einem Adjektiv oder einem anderen Adverb stehen.
o Das Neugeborene hat so kleine Fingerchen.
o Die Vorlesung war heute sehr interessant.
o Der Unterricht bei Frau Wunderlich ist immer ziemlich langweilig.
Adverbien treten sehr häufig stellvertretend für eine Substantivgruppe auf. Dabei verschmelzen sie mit einer
Präposition (womit / damit, wofür / dafür, ...) In diesen Fällen spricht man von Präpositionaladverbien:
1
Lokaladverbien
Lokaladverbien (lokale Adverbien), auch Ortsadverbien (Adverbien des Ortes) genannt, geben eine Antwort auf
die Fragen "wo", "wohin" und "woher". Dementsprechend werden die Adverbien auch unterschieden:
• Das Fragewort " wohin " gibt eine Richtung vom Sprecher weg an.
• Die Frage " woher " gibt eine Richtung zum Sprecher hin oder eine Herkunft an.
o Woher ist das Auto gekommen? - Es kam von links.
Auf eine "wo-", "wohin-" und "woher-" Frage kann entweder mit einer lokalen Präposition oder eben mit
Eine Antwort mit einer Präposition gibt einen genau definierten nicht veränderlichen Ort wieder (im Keller). Eine
Antwort mit einem Adverb gibt einen subjektiven räumlichen Umstand des Sprechers wieder (unten). Wenn
zum Beispiel mein Bruder unten (im Keller) ist, bin ich für ihn oben (in der Wohnung). Was für einen
Sprecher links ist, ist dem zuhörenden Gegenüber rechts usw. Adverbien geben dem Sprecher eine
1
2) Einige häufig benutzte Lokaladverbien im Vergleich
wohin dahin Ach ja, ich habe sie doch eben dahin gelegt.
woher daher / von da Hast du die Brille von Fielmann? - Ja, daher habe ich sie.
wohin nach draußen Lass die Katze nach draußen. Sie muss mal.
woher von draußen Der Hund kommt gerade von draußen. Er ist ja pitschnass.
woher von links Der Wagen kam von links. Ich habe ihn nicht gesehen.
2
Folgende Adverbien können eine Aussage mit "wohin? / woher?" geben:
Das Adverb "hin" gibt eine Richtung an, die sich vom Sprecher wegbewegt.
Das Adverb "her" gibt eine Richtung an, die sich zum Sprecher hinbewegt.
Die beiden Fragwörter "wohin" und "woher" fragen nach der entsprechenden Richtung. Sie können zusammen
oder getrennt geschrieben werden:
zusammen getrennt
Die Adverbien "hin" und "her" gehen sehr oft eine Verbindung mit einem Bewegungsverb ein und werden
dadurch zu einem Präfix eines trennbaren Verbs. Die Zusammenfügung macht Sinn, denn das Präfix gibt
dadurch die Richtung an, ob sich jemand / etwas vom Sprecher weg oder zum Sprecher hin bewegt.
• Wo findet denn die Party statt? Wie kommt man denn zur Party hin?
Alle Bewegungsverben lassen sich mit "hin" und "her" kombinieren und können dadurch eine genaue Richtung
anzeigen:
• bringen, fahren, fallen, fliegen, gehen, klettern, kommen, laufen, schauen, schwimmen, springen, ...
3
Durch eine hinzugefügte Präposition lässt sich die Richtung noch genauer bezeichnen:
• Zuerst musst du den Berg hinaufklettern und dann musst du ihn wieder herunterklettern.
• Elke kam ins Zimmer herein und ging sofort wieder hinaus.
Es gibt auch Kurzformen, die sich ebenso mit Verben kombinieren lassen:
4
Temporaladverbien
Temporaladverbien (temporale Adverbien) geben über ein zeitliches Geschehen Auskunft. Sie können
Informationen über einen Zeitpunkt, einen Zeitraum, eine Zeitdauer, zeitliche Wiederholungen, eine zeitliche
Häufigkeit etc. geben. Die verschiedenen Zeitfunktionen lassen sich durch entsprechende Fragewörter erfragen:
o anfangs, augenblicklich, bald, damals, danach, dann, demnächst, eben, endlich, gerade,
gestern, heute, heutzutage, inzwischen, jetzt, mittlerweile, nie, niemals, nun, schließlich,
• Seit wann ist Egon verliebt? - Seit vorgestern. Er hat sie beim Tanzen kennen gelernt.
o seit damals, seit eben, seit gestern, seit vorgestern, seit vorhin, schon immer
• Bis wann hat der Patient geschlafen? – Bis vorhin. Er ist erst seit fünf Minuten wach.
o bis bald, bis dann, bis eben, bis gleich, bis jetzt, bis morgen, bis später, bis übermorgen, bis ...
• Vergangenheit
o anfangs, bereits, damals, eben, einmal, früher, gestern, neulich, seither, soeben, vorgestern, vorhin
• Gegenwart
• Zukunft
1
Modaladverbien
- Sie sind dann kaum noch zu motivieren und denken nur noch ans Wochenende.
• Erweiterung
o auch, außerdem, ebenfalls, sonst
o erstens, zweitens, drittens, viertens, siebtens, ...
- Wie können Sie sich die 3:0 Niederlage Ihrer Mannschaft erklären?
- Wir waren einfach zu passiv. Außerdem haben wir den Gegner stark gemacht.
können.
- Ansonsten müssen wir uns als Aufsteiger gegen erstklassige Gegner messen.
- Sonst kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie haben gekämpft.
• Einschränkung
- Wir werden die Liga nur erhalten bleiben, wenn wir die Defensive stärken können.
- Es gibt jedoch noch Mannschaften, die weniger Punkte haben als wir.
- Zumindest sind uns schon zu Hause einige Siege gelungen.
- Wir werden jedoch nicht absteigen. Dessen bin ich mir sicher.
1
Partikeln
Partikeln sind Signalwörter, die eine gesprochene Sprache lebendiger machen. Sie wecken beim
Zuhörenden ein Interesse oder machen ihn neugierig. Ein gesprochener Text kann mit Partikeln
positiv oder negativ bewertet werden. Partikeln sind unveränderlich, nicht deklinierbar und
können nicht erfragt werden. Man unterscheidet:
• Gradpartikeln
• Fokuspartikeln
• Modalpartikeln
Gradpartikeln
Gradpartikeln stehen vor einem Adjektiv oder Adverb und geben diesem Wort eine schwache,
eine hohe oder sehr hohe Intensität.
Der Film gestern war echt klasse. Mir haben besonders die Actionszenen gefallen.
Wir mieten die Wohnung nicht. Vor allem hat uns die Gegend nicht gefallen.
Wie bitte, Sie können das nicht? Sogar mein 5-jähriger Sohn kann das.
Beim Kauf eines Handys können wir Ihnen auch einen Rabatt geben.
Der Wagen hat Totalschaden. - Wenigstens ist dir nichts passiert.
Modalpartikeln
Modalpartikeln, auch Abtönungspartikeln genannt, werden in einem Gespräch relativ häufig
benutzt. Sie geben dem Sprecher die Möglichkeit, das Gesprochene für den Zuhörenden
interessanter zu gestalten. Sie können beispielsweise das Interesse des Zuhörers wecken,
etwas einschränken, eine Aussage verstärken, den Zuhörer in Erstaunen versetzen oder aber
einen Sachverhalt zustimmen oder ablehnen. Abtönungspartikeln stehen in der Regel in der
Satzmitte, das heißt, hinter dem Verb und dem Pronomen.
o 1. Vorwurf: Hör doch auf mich. Das habe ich dir doch vorher schon gesagt!
o 2. freundliche Bitte: Komm doch einfach mal vorbei. (Komm mich besuchen.)
o 3. Unsicherheit: Du liebst mich doch noch, oder?
o 4. etwas Bekanntes: Es ist doch jedem bekannt, dass er nicht gewinnen kann.
• "eben" und "halt" drücken eine Resignation aus
o Das Leben ist nicht gerade einfach. - Ja, das ist halt so.
• "eigentlich" in Aussagesätzen drückt eine Kritik oder ein Erstaunen aus.
o Eigentlich ist er ein guter Schüler, aber diese Klausur hat er verhauen.
o Mein Mann kommt eigentlich immer zu spät.
• "mal" macht eine Fragestellung oder den Imperativ freundlicher.
o Das wird schon werden. (Das Leben geht weiter, Probleme kommen und
gehen).
o Du kannst ruhig gehen. Wir kommen ohne dich klar.
• "vielleicht" drückt eine Verärgerung aus
Pronomen, auf Deutsch "Fürwörter" genannt, sind selbständige Satzglieder, die stellvertretend für ein
Nomen oder eine Nomengruppe eingesetzt werden. In einer Aussage muss zuerst das Nomen (Bezugswort)
genannt oder bestimmt werden, bevor im zweiten Schritt das Pronomen als Stellvertreter im Satz
Verwendung finden kann.
• Hast du meinen Schlüssel gesehen? - Ich glaube, der liegt auf dem Küchentisch.
• Erich hat sich ein neues Motorrad gekauft. Es soll mehr als 250 km/h fahren können.
• Martina hat heute Geburtstag. Endlich ist sie volljährig.
Pronomen haben die Aufgabe, den jeweiligen Kasus anzuzeigen und müssen daher dekliniert werden.
Pronomen, insbesondere die Possessiv-, Demonstrativ- und Indefinitpronomen, können auch als Artikelwörter
eingesetzt werden. In diesen Fällen sind sie Nomenbegleiter und werden teilweise anders dekliniert.
Artikelwort + Nomen
Pronomen ( Nomen)
• Herbert hat keine Freundin. Sein Freund Knut sucht auch eine
• Gustav hat kein Auto. Sein Freund Simon hat leider auch keins.
• Das Mädchen isst einen Apfel. Der Junge ist auch hungrig. Er möchte auch einen.
Pronomen können sich auf einen ganzen Satz beziehen. Dies ist insbesondere bei den Relativpronomen sowie
bei den beiden Pronomen "es" und "das" der Fall.
2) Übersicht Pronomen:
1
Personalpronomen
1) Was man über Personalpronomen wissen sollte.
• Personen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, Sie, sie
In der 3. Person Singular kann das Personalpronomen zudem stellvertretend für ein Nomen stehen und zeigt dann
• Femininum: Hast du eine neue Vase? - Ja, meine Mutter hat sie mir geschenkt.
Soll die Person oder die Sache stärker hervorgehoben werden, geschieht dies mit einem betonten Pronomen.
• Hast du eine neue Bluse? - Die habe ich mir gestern gekauft.
• Hast du ein neues Kleid? - Das hat mir eine Freundin geliehen.
2) Die Personalpronomen
Man unterscheidet:
Singular Plural
3. Person
1. Person 2. Person 1. Person 2. Person 3. Person
maskulin feminin neutral
Die 2. Person Singular bezeichnet den Angesprochenen, den Zuhörenden oder den Leser. Der
Angesprochene ist in den meisten Fällen eine vertraute Person des Sprechers wie z. B. ein
Familienmitglied, ein Freund, oder ein Jugendlicher. Auch unter Arbeitskollegen wird die Du-Form immer
häufiger benutzt.
1
• 3. Person Singular: er / sie / es / man
Die 3. Person Singular bezieht sich auf eine Person oder eine Sache, über die gesprochen wird.
Dabei stehen die Personalpronomen stellvertretend für ein Nomen. Die Pronomen geben das jeweilige
Geschlecht (Genus) an. Das Pronomen "es" hat darüber hinaus noch einige andere Funktionen, die
gesondert beschrieben werden. "Man" ist ein unpersönliches Pronomen, das generelle Aussagen
tätigt.
Die 1. Person Plural bezeichnet gleichzeitig mehrere Personen inklusive des Sprechers.
Die 2. Person Plural bezieht sich gleich auf mehrere Zuhörer und entspricht dem Plural von "du".
Die 3. Person Singular bezieht sich auf Personen oder Sachen, über die gesprochen wird und entspricht
der Pluralform der 3. Person Singular.
Die Höflichkeitsform wird immer mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben und wird vor allem
dann benutzt, wenn man mit fremden Personen spricht. Es können eine oder mehrere Personen
gleichzeitig höflich angesprochen werden.
Singular Plural
Kasus 3. Person
1. Person 2. Person 1. Person 2. Person 3. Person
maskulin feminin neutral
Genitiv * meiner deiner seiner ihrer seiner unser euer ihrer / Ihrer
• Papa, liebt die Oma den Opa? - Natürlich liebt sie ihn und er liebt sie auch.
2
4) Satzstellung der Pronomen bei Verben mit Akkusativ- und Dativ-Ergänzung
• Bei zwei Nomen gilt: zuerst Dativ (der Person) und dann Akkusativ (der Sache)
• Bei Personalpronomen und Nomen gilt: zuerst Personalpronomen und dann Nomen
• Bei zwei Personalpronomen gilt: zuerst Akkusativ (der Sache) und dann Dativ (der Person)
3
Demonstrativpronomen
1) Was man über Demonstrativpronomen wissen sollte.
Demonstrativpronomen, auch hinweisende Fürwörter genannt, ordnen einer Person oder einer Sache im
Kontext eine stärkere Betonung zu und heben eine gewisse Wichtigkeit der Person oder der Sache hervor.
Demonstrativpronomen werden sprachlich stärker betont als die Artikelwörter. Zur stärkeren Betonung stehen sie
meist auf Position 1. Das Demonstrativpronomen kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter eines
Nomens auftreten. Man darf das Demonstrativpronomen als Stellvertreter eines Nomens nicht mit einem
Demonstrativartikel verwechseln, da es zum Teil anders dekliniert wird. Die wichtigsten Demonstrativpronomen
sind:
Die Demonstrativpronomen "der, die, das, ..." werden benutzt, um Wiederholungen zu vermeiden. Es kann
stellvertretend für eine Person, eine Sache oder einen ganzen Satzinhalt stehen. Demonstrativpronomen ersetzen
ein Nomen und dürfen nicht mit den bestimmten Artikeln vertauscht werden. Ihre Deklination ist teilweise
verschieden:
3. Person Singular
Kasus 3. Person Plural
maskulin feminin neutral
Nominativ der die das die
Akkusativ den die das die
Dativ dem der dem denen
Genitiv dessen deren dessen deren / derer
• Diese Demonstrativpronomen werden oft dazu gebraucht, um eine Person oder Sache stärker zu
betonten (im Gegensatz zu den Personalpronomen, die nicht betont werden!) "Betonte Pronomen"
werden meist auf Position 1 gestellt.
o Wo hast du denn das Tischchen her? - Das habe ich auf dem Flohmarkt gekauft.
o Bist du nicht mehr mit Heiko zusammen? - Dem habe ich den Laufpass gegeben.
o Wie findest du die Schuhe? - Die finde sehr hübsch, aber viel zu teuer.
o Was hältst du von Peter und Mike? - Mit denen will ich nichts zu tun haben.
o Der Chef gibt der Sekretärin den Brief.
- Der Chef gibt den der Sekretärin.
- Er gibt ihr den.
- Den gibt er ihr.
- (Vergleiche: Satzstellung Personalpronomen)
1
• " Das " in Verbindung mit dem Verb "sein" verweist auf eine Person, eine Sache oder einen Gegenstand
und wird oft zusätzlich mit den Adverbien hier, da und dort kombiniert.
o Mama, was ist das hier? - Das ist eine Taschenlampe, mein Sohn.
o Wer ist die Frau dort? - Das ist Frau Axt, unsere neue Nachbarin.
o Wem gehört die Uhr / der Hut / das Handy hier? - Das ist meine / meiner / meins.
o Wem gehören diese Bücher dort? - Das sind meine. (Plural bleibt Plural!)
• " Das " kann sich auch auf einen ganzen Satzinhalt beziehen, wobei " das " als Nominativ- oder
Akkusativergänzung stehen kann.
o Viele Leute schmeißen ihren Müll einfach auf die Straße. Das kann nicht sein.
o Frau Hansen will sich scheiden lassen. - Das habe ich auch schon gehört.
o Ich kann das Radio nicht mehr reparieren. - Das hätte ich dir gleich sagen können.
• Die beiden Genitivformen im Plural deren und derer haben verschiedene Bedeutungen. Deren weist auf
etwas hin, was zurückweist. Derer weist auf etwas hin, was vorausweist.
o Am Wochenende fahren wir mit unseren Freunden und deren Kinder zum Kölner Zoo.
o Die Zahl derer, die durch die hiesigen Prüfungen fallen, ist äußerst gering.
Wie alle Pronomen können auch "dieser, diese, ..." und "jener, jene, ..." als Nomenbegleiter oder als
Stellvertreter für ein Nomen stehen. "Dies-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus
gesehen räumlich oder zeitlich näher ist. "Jene-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus
gesehen räumlich oder zeitlich weiter entfernt ist. Werden beide Pronomen in einem Satz gebraucht, dient es
einer Unterscheidung bzw. einer Gegenüberstellung zweier Personen oder Sachen. Beide Pronomen werden gleich
dekliniert (Endungen wie bestimmter Artikel).
ebenso: jene-
• Kennst du diesen Mann auf dem Foto? - Diesen kenne ich nicht , aber jenen.
• Wie findest du die roten Schuhe? - Diese finde ich nicht schön, aber jene sind hübsch.
• Magst du noch ein Glas Wein? - Ja gern, aber nicht mehr von diesem.
Die Kurzform dies wird vor allem dann benutzt, wenn "dies" für einen ganzen Satzinhalt steht.
• Man sollte die Studiengebühren wieder abschaffen. - Dies finde ich allerdings auch.
• Warum hast du zu Ulli gesagt, dass ich dumm bin? - Dies habe ich nicht gesagt.
2
4) Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..."
Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..." bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil
entspricht dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung
der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels. Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..."
• Wenn ich denjenigen erwische, der mein Geld genommen hat, bekommt etwas zu hören.
• Diejenigen, die schon gestern anwesend waren, können jetzt mit den Übungen beginnen.
• Wir gratulieren denjenigen, die die Prüfung mit "sehr gut" bestanden haben.
Auch die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, ..." bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil
entspricht dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung
der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels. Die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, etc."
bezeichnen die Person oder die Sache, die mit einer vorher genannten Person oder Sache übereinstimmt.
• Der Mann mit Hut war schon wieder hier. Es war derselbe, der schon gestern nach Ihnen gefragt hat.
3
6) Die Demonstrativpronomen "selbst / selber"
"Selbst" und "selber" haben im Grunde genommen die gleiche Bedeutung, wobei "selbst" mehr der
Standartsprache und "selber" mehr der Umgangssprache angehören. Beide sind unveränderlich, werden
also nicht dekliniert. Sie können sich auf ein Nomen, ein Personalpronomen oder ein Reflexivpronomen
beziehen und werden hinter dem Bezugswort gestellt. "Selbst" und "selber" bezieht sich nur auf das
Bezugswort, alle anderen Personen oder Sachen werden ausgeschlossen.
4
Indefinitpronomen
1) Was man über Indefinitpronomen wissen sollte.
Indefinitpronomen, auch unbestimmte Fürwörter genannt, können in Funktion eines Artikels oder als
Stellvertreter für ein Nomen auftreten. Indefinitpronomen als Stellvertreter für ein Nomen können für eine
unbestimmte Menge einer Person oder einer Sache stehen. Die Person oder Sache ist entweder unbekannt
oder ihre Menge ist nicht näher bestimmt. Es gibt eine Vielzahl von verschiedensten Indefinitpronomen, teils
bleiben sie unverändert, teils werden sie dekliniert. Sie können entweder nur für Personen oder Sachen, für
beides oder nur im Singular oder Plural stehen. Die wichtigsten Indefinitpronomen unterscheiden wir wie folgt:
Die Indefinitpronomen man, jemand und niemand werden nur für Personen gebraucht. Diese Pronomen können
alleinig im Singular gebraucht werden, eine Pluralform für diese Pronomen existiert nicht. Die genannten
Pronomen haben folgende Deklinationsformen:
• Das unpersönliche Pronomen "man" kann für eine oder mehrere unbestimmte Personen stehen. Die
Form "man" gibt es nur im Nominativ und wird mit der 3. Person Singular dekliniert! Im Akkusativ
• Die Pronomen jemand und niemand können ebenfalls nur im Singular benutzt werden. Jemand bezieht
sich auf eine unbestimmte Person und ist geschlechtslos. Jemand kann mit "(irgend)" kombiniert
werden, wodurch die Unbestimmtheit verstärkt wird. Das Pronomen "niemand" verneint "jemand". Die
Deklinationsendungen (en) und (em) werden umgangssprachlich auch weggelassen.
o "Ist hier jemand?", fragte er vorsichtig. "Niemand", war die Antwort, die er hörte.
o Irgendjemand muss diese Arbeit tun, aber niemand findet sich dazu bereit.
o Wenn man Geld hat, ist man jemand. Wenn man kein Geld hat, ist man niemand.
o Wenn man jemanden braucht, ist niemand da.
1
3) Indefinitpronomen nur für Sachen
Die Indefinitpronomen etwas, nichts, alles und welch- werden nur für Sachen gebraucht.
• Das Indefinitpronomen "etwas" kann in Funktion eines Artikels oder Stellvertreter für ein Nomen
auftreten. Es ist unveränderlich und kann in allen vier Fällen (Kasus) stehen. "Etwas" steht
stellvertretend für eine unbestimmte Sache oder einen unbestimmten Sachverhalt. "Irgendetwas"
verstärkt die Unbestimmtheit. In der Umgangssprache wird "etwas" oft auch auf "was" verkürzt.
o Wenn jemand etwas sehr gut kann, sagt man oft: "Der kann das aus dem Effeff".
* "Etwas" hat auch eine zweite Bedeutung im Sinne von "ein wenig", "ein bisschen":
o Hast du noch etwas / ein bisschen / ein wenig Zeit für mich?
o Möchten Sie noch etwas essen? - Nein, danke. Ich möchte nichts mehr.
o Er kam rein, hat nichts gesagt und ging wieder hinaus.
• Das Indefinitpronomen welch- als Stellvertreter für ein Nomen wird nur in der Umgangssprache benutzt
und kann im Singular nur für Sachen stehen. "Welch-" hat in etwa die Bedeutung von "etwas", "ein
wenig", "ein bisschen" und "einige(s)". "Welch-" wird dekliniert: (Der Gebrauch im Plural ist auch für
Personen zulässig. Der Gebrauch des Dativs und Genitivs gilt als "unschön" und soll vermieden werden.)
2
4) Indefinitpronomen für Personen und Sachen
Folgende Indefinitpronomen können sowohl für Personen als auch für Sachen benutzt werden.
• all-
Das Indefinitpronomen "all-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein Nomen
auftreten. Es gibt eine Gesamtmenge an. "All-" wird wie folgt dekliniert:
• einige
Das Indefinitpronomen "einige" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. Es gibt eine unbestimmte Menge an, die je nachdem kleiner oder größer sein kann.
"Einige" wird wie folgt dekliniert:
o Von den Geschäftspraktiken dieser Firma hat man schon so einiges gehört.
o Scheinbar haben einige von euch den Ernst der Lage noch nicht verstanden.
o Bis morgen muss ich noch mit einigen ein ernstes Wörtchen reden.
• jede-
Das Indefinitpronomen "jede-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. Mit "jeder" werden alle Elemente einer Gruppe angesprochen, in der es keine
Ausnahmen gibt. Jeder wechselt im Plural zu "alle".
o Mein 6-jähriger Sohn gibt mir immer die Antwort: "Das weiß doch jeder."
3
• ein- / kein-
Das Indefinitpronomen "ein-" findet nur als Stellvertreter eines Nomens Anwendung. Es vertritt eine
bereits bekannte unbestimmte Person oder Sache. Die Negativform von "ein-" ist "kein-". Das Pronomen
"ein-" ändert im Plural seine Form auf "welch-", "kein" behält im Plural seine Form. "Ein-" und "kein-"
werden wie folgt dekliniert:
o Mein Freund hat ein schönes Auto. Hat deiner auch eins?
o Du hast doch noch viele Bonbons. Gibst du mir eins ab? - Nein, du bekommst keins.
o Es ist doch immer wieder dasselbe. Ist etwas wichtig, weiß keiner Bescheid.
• manch-
Das Indefinitpronomen "manch-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. "Manch-" hat etwa die Bedeutung wie "einige".
• mehrere-
Das Indefinitpronomen "mehrere-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. "Mehrere-" hat in etwa die Bedeutung wie "manch" und "einige". Dieses Pronomen
existiert nur im Plural.
Kasus Plural
Nominativ mehrere
Akkusativ mehrere
Dativ mehreren
Genitiv mehrerer
4
Reflexive Verben
Reflexive Verben verlangen ein zusätzliches Reflexivpronomen, das im Akkusativ oder im Dativ stehen kann.
Reflexiv bedeutet rückbezüglich. Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt im Satz zurück.
Das reflexive Verb "sich freuen" hat eine Nominativ- und eine reflexive Ergänzung im Akkusativ. Die
Du freust dich.
Er freut sich.
2) Die Reflexivpronomen
Das Reflexivpronomen ist abhängig vom Subjekt. Es muss immer die gleiche Person angeben, die das Subjekt
vorgibt. Für die 1. und 2. Person Singular und Plural werden die entsprechenden Formen des Personalpronomens
im Akkusativ bzw. im Dativ übernommen. Nur die 3. Person bildet eine eigene Form: "sich". Diese Form bleibt
sowohl im Dativ und Akkusativ als auch im Singular und Plural bestehen.
Reflexivpronomen
Personalpronomen
Akkusativ Dativ
du dich dir
1
3) Reflexivpronomen mit Dativ oder mit Akkusativ?
Der Gebrauch der reflexiven Verben ist nicht immer einfach. Man muss zwischen echten - und unechten
reflexiven Verben unterscheiden. Das Verb "waschen" hilft uns bei der Erklärung. Das Verb "waschen"
verlangt eine Nominativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.
Im genannten Beispiel wäscht eine Person (Subjekt = die Mutter / der Vater) eine Person oder Sache (Akkusativ
= Sohn / Auto).
Das Verb waschen kann aber auch reflexiv benutzt werden. Das geschieht, wenn sich das Reflexivpronomen auf
das Subjekt bezieht. Das Subjekt (Mutter / Vater) wäscht dann keine andere Person oder Sache, sondern sich
selbst. Das Reflexivpronomen nimmt nun die Stellung der Akkusativergänzung ein.
Wenn das Verb jedoch eine weitere Akkusativ-Ergänzung erhält, muss das Reflexivpronomen im Dativ
stehen.
Reflexive Verben, in denen das Reflexivpronomen im Akkusativ steht, haben oft zusätzlich noch eine
Präpositional-Ergänzung. Der Infinitiv lautet dann z.B. " s. freuen auf ". Diese Verbgruppe sollte man mit
2
4) Liste der echten reflexiven Verben
"Echte reflexive Verben" können nur reflexiv gebraucht werden. Die Akkusativ-Ergänzung kann also nicht mit
einer anderen Person oder Sache (Ich wasche das Kind / das Auto) getauscht werden. Die wichtigsten echten
reflexiven Verben - einige davon nur im Akkusativ, andere nur im Dativ - werden in folgender Tabelle aufgeführt:
Echte reflexive Verben haben immer ein Reflexivpronomen. Man erkennt sie daran,
• dass man das Reflexivpronomen nicht weglassen kann:
o Ich freue mich. (Falsch: Ich freue.)
• dass man nicht nach dem Reflexivpronomen fragen kann:
3
5) Liste der unechten reflexiven Verben
Die andere Gruppe der reflexiven Verben nennt man unechte reflexive Verben. Das bedeutet, dass man sie
sowohl reflexiv als auch mit einer Akkusativ-Ergänzung benutzen kann. Einige unechte reflexive Verben werden
nur im Dativ verwendet.
Verb mit Akkusativ- unechte reflexive Verben + Verb mit Akk-Erg. oder reflexiv im
Ergänzung Reflexivpronomen im Akkusativ Dativ
Die Mutter wäscht ihr Baby. Die Mutter wäscht sich. Meine Mutter wäscht mir meine Wäsche.
Ich wasche meine Wäsche
Ich wasche mich. Ute wäscht ihrem Freund die Socken.
selbst.
Warum trocknest du dir deine Hände nicht
Du trocknest das Geschirr ab. Du trocknest dich ab.
ab?
Du ärgerst mich immer. Er ärgert sich oft über seinen Chef. Reflexiv im Dativ nicht möglich
Meine Frau kann mich nicht
Du wirst dich nicht mehr ändern. Der Schneider ändert mir meine Jacke.
mehr ändern.
Die Mutter duscht die Kinder. Du duschst dich nur alle 10 Tage. Eric duscht sich nur den Oberkörper ab.
Folgende Liste enthält einige unechte reflexive Verben. Sie können sowohl reflexiv als auch mit Akkusativ-
Ergänzung benutzt werden, wie es in den zuvor gezeigten Beispielen nachzulesen ist.
Bei den folgenden echten und unechten reflexiven Verben kann das Reflexivpronomen bzw. die andere Person nur
im Dativ stehen: "Etwas" steht hier stellvertretend für eine Akkusativ-Ergänzung.
sich etwas an|gewöhnen Rolf hat sich eine gewisse Faulheit angewöhnt.
sich etwas an|sehen* Wir sehen uns auch den Film an.
sich etwas leisten (können)* Wir können uns kein Auto leisten.
sich die Zähne putzen Das Kind will sich nicht die Zähne putzen.
sich die Hände waschen Ihr müsst euch noch eure Hände waschen.
4
6) Reziproke Verben
Reziproke Verben haben die Besonderheit, dass sie nur im Plural Verwendung finden. Das Reziprokpronomen
- sich kennen
- sich lieben
- sich sehen
- sich streiten
5
Relativpronomen / Relativsätze
1) Was man über Relativpronomen und Relativsätze wissen sollte.
Um Relativsätze richtig bilden zu können, muss zuerst das Relativpronomen bestimmt werden. Das
Relativpronomen wird durch zwei verschiedene Faktoren bestimmt:
• Das Bezugswort gibt den Numerus (Singular oder Plural) und den Genus (maskulin, feminin, neutral an.
o Steht das Bezugswort im Nebensatz im Dativ, so steht auch das Relativpronomen im Dativ, usw.
Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Nominativ
1
3) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Akkusativ
Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Akkusativ
• Der Tisch war sehr teuer. Mein Mann hat ihn letzte Woche gekauft.
o Der Tisch, den mein Mann letzte Woche gekauft hat, war sehr teuer.
• Die Fotos sind echt gut geworden. Ich habe sie in Paris gemacht.
o Die Fotos, die ich in Paris gemacht habe, sind echt gut geworden.
o Bezugswort = die Fotos = Plural /// Ich habe sie gemacht = Akkusativ
Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Dativ
o Bezugswort = Herr Schmal = maskulin /// Ihm gehören mehrere Häuser = Dativ
• Unsere Gäste sind zufrieden. Das Büfett hat ihnen sehr gut geschmeckt.
o Unsere Gäste, denen das Büfett sehr gut geschmeckt hat, sind zufrieden.
Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Genitiv
Vergleiche: Possessivpronomen
• Das Kind muss sofort operiert werden. Der Vater des Kindes ist nicht zu erreichen.
o Das Kind, dessen Vater nicht zu erreichen ist, muss sofort operiert werden.
o Bezugswort = das Kind = neutral /// der Vater des Kindes = Genitiv
• Das ist Herr Gans. Seine Frau hat neulich im Lotto viel Geld gewonnen.
o Das ist Herr Gans, dessen Frau neulich im Lotto viel Geld gewonnen hat.
2
6) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen nach einer Präposition
Steht das Bezugswort im Nebensatz nach einer Präposition, so bestimmt die jeweilige Präposition den Kasus
des Relativpronomens. Die Präposition steht im Relativsatz vor dem Relativpronomen.
• Endlich kommt der Zug an. Wir mussten so lange auf ihn warten.
o Endlich kommt der Zug an, auf den wir so lange warten mussten.
o Bezugswort = der Zug = maskulin /// wir warten auf den Zug = Akkusativ
• Das ist Gerda. Mit ihr habe ich gestern den ganzen Abend getanzt.
o Das ist Gerda, mit der ich gestern den ganzen Abend getanzt habe.
o Bezugswort = Gerda = feminin /// tanzen mit Gerda = Dativ
7) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Genitiv nach einer Präposition
Eine weitere Variante ist, dass das Relativpronomen zwar im Genitiv steht, aber eine Präposition den
Kasus des Nomens hinter dem Relativpronomen bestimmt. Auch in diesen Fällen steht die Präposition im
Relativsatz vor dem Relativpronomen im Genitiv.
• Erika will heiraten. Max ist seit langem in ihre Schwester verliebt.
o Erika, in deren Schwester Max seit langem verliebt ist, will heiraten.
o Bezugswort = Erika = feminin /// ihre Schwester = Possessiv = Genitiv ///
verliebt sein in die Schwester = Akkusativ
• Das ist Ihr neuer Kollege. Von seiner Tüchtigkeit sind wir alle überzeugt.
o Das ist Ihr neuer Kollege, von dessen Tüchtigkeit wir alle überzeugt sind.
o Bezugswort = Kollege = maskulin /// seiner = Possessiv = Genitiv ///
überzeugt sein von der Tüchtigkeit = Dativ
Drückt das Bezugswort etwas Räumliches oder Zeitliches aus, kann alternativ zu einer Präposition das
Relativadverb "wo" benutzt werden. Drückt das Bezugswort einen Ortswechsel aus, kann alternativ zu einer
Präposition das Relativadverb "wohin" benutzt werden.
• Lasst uns zum Baggersee fahren. Dort kann man wunderbar baden.
o Lasst uns zum Baggersee fahren, in dem man wunderbar baden kann.
o Lasst uns zum Baggersee fahren, wo man wunderbar baden kann.
• Frank studiert an der RWTH Aachen. Sein Vater hat auch dort studiert.
o Frank studiert an der RWTH Aachen, an der auch sein Vater studiert hat.
o Frank studiert an der RWTH Aachen, wo auch sein Vater studiert hat.
• Endlich haben wir im Lotto gewonnen. Jetzt sind unsere finanziellen Probleme gelöst.
o Jetzt, wo wir im Lotto gewonnen haben, sind unsere finanziellen Probleme gelöst.
• Udo will nach Südafrika fahren. Sein Freund ist auch schon dorthin gereist.
o Udo will nach Südafrika fahren, wohin sein Freund auch schon gereist ist.
3
9) Relativsätze, die sich auf ein Pronomen beziehen.
Relativsätze können auch gebildet werden, wenn das Bezugswort ein sächliches Demonstrativ- oder
Indefinitpronomen ist, wie zum Beispiel die Pronomen alles, das, dasjenige, dasselbe; etwas, manches, nichts,
vieles usw. Wenn sich das Relativpronomen auf ein Bezugswort bezieht, das selbst ein Pronomen ist, steht das
Pronomen im Hauptsatz für einen ganzen Satzinhalt. Bezieht sich das Relativpronomen auf einen ganzen
• Da ist etwas, was ich nicht verstehe. Warum willst du ihn nicht heiraten?
• Die Studenten haben so manches, was der Professor gesagt hat, nicht verstanden.
o Andere Kollegen machen bereitwillig Überstunden, was ihm wiederum sehr gefällt.
o Manch ein Kollege feiert oft krank, was der schweren Arbeit zuzuschreiben ist.
• Steht das Relativpronomen als Ergänzung nach einer Präposition, so gebraucht man "wo(r)- +
o Sie haben mir soeben das Leben gerettet, wofür ich mich sehr bei Ihnen bedanken möchte.
o Kurt schenkte Hilde zum Geburtstag einen Ring, worüber sie sich sehr freute.
o Krebs ist eine Krankheit, woran schon viele Menschen gestorben sind.
4
Pronomen
1) Was man über Pronomen wissen sollte.
Pronomen, auf Deutsch "Fürwörter" genannt, sind selbständige Satzglieder, die stellvertretend für ein
Nomen oder eine Nomengruppe eingesetzt werden. In einer Aussage muss zuerst das Nomen (Bezugswort)
genannt oder bestimmt werden, bevor im zweiten Schritt das Pronomen als Stellvertreter im Satz
Verwendung finden kann.
• Hast du meinen Schlüssel gesehen? - Ich glaube, der liegt auf dem Küchentisch.
• Erich hat sich ein neues Motorrad gekauft. Es soll mehr als 250 km/h fahren können.
• Martina hat heute Geburtstag. Endlich ist sie volljährig.
Pronomen haben die Aufgabe, den jeweiligen Kasus anzuzeigen und müssen daher dekliniert werden.
Pronomen, insbesondere die Possessiv-, Demonstrativ- und Indefinitpronomen, können auch als Artikelwörter
eingesetzt werden. In diesen Fällen sind sie Nomenbegleiter und werden teilweise anders dekliniert.
Artikelwort + Nomen
Pronomen ( Nomen)
• Herbert hat keine Freundin. Sein Freund Knut sucht auch eine
• Gustav hat kein Auto. Sein Freund Simon hat leider auch keins.
• Das Mädchen isst einen Apfel. Der Junge ist auch hungrig. Er möchte auch einen.
Pronomen können sich auf einen ganzen Satz beziehen. Dies ist insbesondere bei den Relativpronomen sowie
bei den beiden Pronomen "es" und "das" der Fall.
2) Übersicht Pronomen:
1
Personalpronomen
1) Was man über Personalpronomen wissen sollte.
• Personen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, Sie, sie
In der 3. Person Singular kann das Personalpronomen zudem stellvertretend für ein Nomen stehen und zeigt dann
• Femininum: Hast du eine neue Vase? - Ja, meine Mutter hat sie mir geschenkt.
Soll die Person oder die Sache stärker hervorgehoben werden, geschieht dies mit einem betonten Pronomen.
• Hast du eine neue Bluse? - Die habe ich mir gestern gekauft.
• Hast du ein neues Kleid? - Das hat mir eine Freundin geliehen.
2) Die Personalpronomen
Man unterscheidet:
Singular Plural
3. Person
1. Person 2. Person 1. Person 2. Person 3. Person
maskulin feminin neutral
Die 2. Person Singular bezeichnet den Angesprochenen, den Zuhörenden oder den Leser. Der
Angesprochene ist in den meisten Fällen eine vertraute Person des Sprechers wie z. B. ein
Familienmitglied, ein Freund, oder ein Jugendlicher. Auch unter Arbeitskollegen wird die Du-Form immer
häufiger benutzt.
1
• 3. Person Singular: er / sie / es / man
Die 3. Person Singular bezieht sich auf eine Person oder eine Sache, über die gesprochen wird.
Dabei stehen die Personalpronomen stellvertretend für ein Nomen. Die Pronomen geben das jeweilige
Geschlecht (Genus) an. Das Pronomen "es" hat darüber hinaus noch einige andere Funktionen, die
gesondert beschrieben werden. "Man" ist ein unpersönliches Pronomen, das generelle Aussagen
tätigt.
Die 1. Person Plural bezeichnet gleichzeitig mehrere Personen inklusive des Sprechers.
Die 2. Person Plural bezieht sich gleich auf mehrere Zuhörer und entspricht dem Plural von "du".
Die 3. Person Singular bezieht sich auf Personen oder Sachen, über die gesprochen wird und entspricht
der Pluralform der 3. Person Singular.
Die Höflichkeitsform wird immer mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben und wird vor allem
dann benutzt, wenn man mit fremden Personen spricht. Es können eine oder mehrere Personen
gleichzeitig höflich angesprochen werden.
Singular Plural
Kasus 3. Person
1. Person 2. Person 1. Person 2. Person 3. Person
maskulin feminin neutral
Genitiv * meiner deiner seiner ihrer seiner unser euer ihrer / Ihrer
• Papa, liebt die Oma den Opa? - Natürlich liebt sie ihn und er liebt sie auch.
2
4) Satzstellung der Pronomen bei Verben mit Akkusativ- und Dativ-Ergänzung
• Bei zwei Nomen gilt: zuerst Dativ (der Person) und dann Akkusativ (der Sache)
• Bei Personalpronomen und Nomen gilt: zuerst Personalpronomen und dann Nomen
• Bei zwei Personalpronomen gilt: zuerst Akkusativ (der Sache) und dann Dativ (der Person)
3
Demonstrativpronomen
1) Was man über Demonstrativpronomen wissen sollte.
Demonstrativpronomen, auch hinweisende Fürwörter genannt, ordnen einer Person oder einer Sache im
Kontext eine stärkere Betonung zu und heben eine gewisse Wichtigkeit der Person oder der Sache hervor.
Demonstrativpronomen werden sprachlich stärker betont als die Artikelwörter. Zur stärkeren Betonung stehen sie
meist auf Position 1. Das Demonstrativpronomen kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter eines
Nomens auftreten. Man darf das Demonstrativpronomen als Stellvertreter eines Nomens nicht mit einem
Demonstrativartikel verwechseln, da es zum Teil anders dekliniert wird. Die wichtigsten Demonstrativpronomen
sind:
Die Demonstrativpronomen "der, die, das, ..." werden benutzt, um Wiederholungen zu vermeiden. Es kann
stellvertretend für eine Person, eine Sache oder einen ganzen Satzinhalt stehen. Demonstrativpronomen ersetzen
ein Nomen und dürfen nicht mit den bestimmten Artikeln vertauscht werden. Ihre Deklination ist teilweise
verschieden:
3. Person Singular
Kasus 3. Person Plural
maskulin feminin neutral
Nominativ der die das die
Akkusativ den die das die
Dativ dem der dem denen
Genitiv dessen deren dessen deren / derer
• Diese Demonstrativpronomen werden oft dazu gebraucht, um eine Person oder Sache stärker zu
betonten (im Gegensatz zu den Personalpronomen, die nicht betont werden!) "Betonte Pronomen"
werden meist auf Position 1 gestellt.
o Wo hast du denn das Tischchen her? - Das habe ich auf dem Flohmarkt gekauft.
o Bist du nicht mehr mit Heiko zusammen? - Dem habe ich den Laufpass gegeben.
o Wie findest du die Schuhe? - Die finde sehr hübsch, aber viel zu teuer.
o Was hältst du von Peter und Mike? - Mit denen will ich nichts zu tun haben.
o Der Chef gibt der Sekretärin den Brief.
- Der Chef gibt den der Sekretärin.
- Er gibt ihr den.
- Den gibt er ihr.
- (Vergleiche: Satzstellung Personalpronomen)
1
• " Das " in Verbindung mit dem Verb "sein" verweist auf eine Person, eine Sache oder einen Gegenstand
und wird oft zusätzlich mit den Adverbien hier, da und dort kombiniert.
o Mama, was ist das hier? - Das ist eine Taschenlampe, mein Sohn.
o Wer ist die Frau dort? - Das ist Frau Axt, unsere neue Nachbarin.
o Wem gehört die Uhr / der Hut / das Handy hier? - Das ist meine / meiner / meins.
o Wem gehören diese Bücher dort? - Das sind meine. (Plural bleibt Plural!)
• " Das " kann sich auch auf einen ganzen Satzinhalt beziehen, wobei " das " als Nominativ- oder
Akkusativergänzung stehen kann.
o Viele Leute schmeißen ihren Müll einfach auf die Straße. Das kann nicht sein.
o Frau Hansen will sich scheiden lassen. - Das habe ich auch schon gehört.
o Ich kann das Radio nicht mehr reparieren. - Das hätte ich dir gleich sagen können.
• Die beiden Genitivformen im Plural deren und derer haben verschiedene Bedeutungen. Deren weist auf
etwas hin, was zurückweist. Derer weist auf etwas hin, was vorausweist.
o Am Wochenende fahren wir mit unseren Freunden und deren Kinder zum Kölner Zoo.
o Die Zahl derer, die durch die hiesigen Prüfungen fallen, ist äußerst gering.
Wie alle Pronomen können auch "dieser, diese, ..." und "jener, jene, ..." als Nomenbegleiter oder als
Stellvertreter für ein Nomen stehen. "Dies-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus
gesehen räumlich oder zeitlich näher ist. "Jene-" wird benutzt, wenn eine Person oder Sache vom Sprecher aus
gesehen räumlich oder zeitlich weiter entfernt ist. Werden beide Pronomen in einem Satz gebraucht, dient es
einer Unterscheidung bzw. einer Gegenüberstellung zweier Personen oder Sachen. Beide Pronomen werden gleich
dekliniert (Endungen wie bestimmter Artikel).
ebenso: jene-
• Kennst du diesen Mann auf dem Foto? - Diesen kenne ich nicht , aber jenen.
• Wie findest du die roten Schuhe? - Diese finde ich nicht schön, aber jene sind hübsch.
• Magst du noch ein Glas Wein? - Ja gern, aber nicht mehr von diesem.
Die Kurzform dies wird vor allem dann benutzt, wenn "dies" für einen ganzen Satzinhalt steht.
• Man sollte die Studiengebühren wieder abschaffen. - Dies finde ich allerdings auch.
• Warum hast du zu Ulli gesagt, dass ich dumm bin? - Dies habe ich nicht gesagt.
2
4) Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..."
Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..." bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil
entspricht dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung
der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels. Die Demonstrativpronomen "derjenige, diejenige, ..."
• Wenn ich denjenigen erwische, der mein Geld genommen hat, bekommt etwas zu hören.
• Diejenigen, die schon gestern anwesend waren, können jetzt mit den Übungen beginnen.
• Wir gratulieren denjenigen, die die Prüfung mit "sehr gut" bestanden haben.
Auch die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, ..." bestehen aus zwei Wortteilen. Der erste Wortteil
entspricht dem bestimmten Artikel und wird wie dieser dekliniert. Der zweite Wortteil entspricht der Endung
der Adjektivdeklination des bestimmten Artikels. Die Demonstrativpronomen "derselbe, dieselbe, etc."
bezeichnen die Person oder die Sache, die mit einer vorher genannten Person oder Sache übereinstimmt.
• Der Mann mit Hut war schon wieder hier. Es war derselbe, der schon gestern nach Ihnen gefragt hat.
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6) Die Demonstrativpronomen "selbst / selber"
"Selbst" und "selber" haben im Grunde genommen die gleiche Bedeutung, wobei "selbst" mehr der
Standartsprache und "selber" mehr der Umgangssprache angehören. Beide sind unveränderlich, werden
also nicht dekliniert. Sie können sich auf ein Nomen, ein Personalpronomen oder ein Reflexivpronomen
beziehen und werden hinter dem Bezugswort gestellt. "Selbst" und "selber" bezieht sich nur auf das
Bezugswort, alle anderen Personen oder Sachen werden ausgeschlossen.
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Indefinitpronomen
1) Was man über Indefinitpronomen wissen sollte.
Indefinitpronomen, auch unbestimmte Fürwörter genannt, können in Funktion eines Artikels oder als
Stellvertreter für ein Nomen auftreten. Indefinitpronomen als Stellvertreter für ein Nomen können für eine
unbestimmte Menge einer Person oder einer Sache stehen. Die Person oder Sache ist entweder unbekannt
oder ihre Menge ist nicht näher bestimmt. Es gibt eine Vielzahl von verschiedensten Indefinitpronomen, teils
bleiben sie unverändert, teils werden sie dekliniert. Sie können entweder nur für Personen oder Sachen, für
beides oder nur im Singular oder Plural stehen. Die wichtigsten Indefinitpronomen unterscheiden wir wie folgt:
Die Indefinitpronomen man, jemand und niemand werden nur für Personen gebraucht. Diese Pronomen können
alleinig im Singular gebraucht werden, eine Pluralform für diese Pronomen existiert nicht. Die genannten
Pronomen haben folgende Deklinationsformen:
• Das unpersönliche Pronomen "man" kann für eine oder mehrere unbestimmte Personen stehen. Die
Form "man" gibt es nur im Nominativ und wird mit der 3. Person Singular dekliniert! Im Akkusativ
• Die Pronomen jemand und niemand können ebenfalls nur im Singular benutzt werden. Jemand bezieht
sich auf eine unbestimmte Person und ist geschlechtslos. Jemand kann mit "(irgend)" kombiniert
werden, wodurch die Unbestimmtheit verstärkt wird. Das Pronomen "niemand" verneint "jemand". Die
Deklinationsendungen (en) und (em) werden umgangssprachlich auch weggelassen.
o "Ist hier jemand?", fragte er vorsichtig. "Niemand", war die Antwort, die er hörte.
o Irgendjemand muss diese Arbeit tun, aber niemand findet sich dazu bereit.
o Wenn man Geld hat, ist man jemand. Wenn man kein Geld hat, ist man niemand.
o Wenn man jemanden braucht, ist niemand da.
1
3) Indefinitpronomen nur für Sachen
Die Indefinitpronomen etwas, nichts, alles und welch- werden nur für Sachen gebraucht.
• Das Indefinitpronomen "etwas" kann in Funktion eines Artikels oder Stellvertreter für ein Nomen
auftreten. Es ist unveränderlich und kann in allen vier Fällen (Kasus) stehen. "Etwas" steht
stellvertretend für eine unbestimmte Sache oder einen unbestimmten Sachverhalt. "Irgendetwas"
verstärkt die Unbestimmtheit. In der Umgangssprache wird "etwas" oft auch auf "was" verkürzt.
o Wenn jemand etwas sehr gut kann, sagt man oft: "Der kann das aus dem Effeff".
* "Etwas" hat auch eine zweite Bedeutung im Sinne von "ein wenig", "ein bisschen":
o Hast du noch etwas / ein bisschen / ein wenig Zeit für mich?
o Möchten Sie noch etwas essen? - Nein, danke. Ich möchte nichts mehr.
o Er kam rein, hat nichts gesagt und ging wieder hinaus.
• Das Indefinitpronomen welch- als Stellvertreter für ein Nomen wird nur in der Umgangssprache benutzt
und kann im Singular nur für Sachen stehen. "Welch-" hat in etwa die Bedeutung von "etwas", "ein
wenig", "ein bisschen" und "einige(s)". "Welch-" wird dekliniert: (Der Gebrauch im Plural ist auch für
Personen zulässig. Der Gebrauch des Dativs und Genitivs gilt als "unschön" und soll vermieden werden.)
2
4) Indefinitpronomen für Personen und Sachen
Folgende Indefinitpronomen können sowohl für Personen als auch für Sachen benutzt werden.
• all-
Das Indefinitpronomen "all-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein Nomen
auftreten. Es gibt eine Gesamtmenge an. "All-" wird wie folgt dekliniert:
• einige
Das Indefinitpronomen "einige" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. Es gibt eine unbestimmte Menge an, die je nachdem kleiner oder größer sein kann.
"Einige" wird wie folgt dekliniert:
o Von den Geschäftspraktiken dieser Firma hat man schon so einiges gehört.
o Scheinbar haben einige von euch den Ernst der Lage noch nicht verstanden.
o Bis morgen muss ich noch mit einigen ein ernstes Wörtchen reden.
• jede-
Das Indefinitpronomen "jede-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. Mit "jeder" werden alle Elemente einer Gruppe angesprochen, in der es keine
Ausnahmen gibt. Jeder wechselt im Plural zu "alle".
o Mein 6-jähriger Sohn gibt mir immer die Antwort: "Das weiß doch jeder."
3
• ein- / kein-
Das Indefinitpronomen "ein-" findet nur als Stellvertreter eines Nomens Anwendung. Es vertritt eine
bereits bekannte unbestimmte Person oder Sache. Die Negativform von "ein-" ist "kein-". Das Pronomen
"ein-" ändert im Plural seine Form auf "welch-", "kein" behält im Plural seine Form. "Ein-" und "kein-"
werden wie folgt dekliniert:
o Mein Freund hat ein schönes Auto. Hat deiner auch eins?
o Du hast doch noch viele Bonbons. Gibst du mir eins ab? - Nein, du bekommst keins.
o Es ist doch immer wieder dasselbe. Ist etwas wichtig, weiß keiner Bescheid.
• manch-
Das Indefinitpronomen "manch-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. "Manch-" hat etwa die Bedeutung wie "einige".
• mehrere-
Das Indefinitpronomen "mehrere-" kann in Funktion eines Artikels oder als Stellvertreter für ein
Nomen auftreten. "Mehrere-" hat in etwa die Bedeutung wie "manch" und "einige". Dieses Pronomen
existiert nur im Plural.
Kasus Plural
Nominativ mehrere
Akkusativ mehrere
Dativ mehreren
Genitiv mehrerer
4
Reflexive Verben
Reflexive Verben verlangen ein zusätzliches Reflexivpronomen, das im Akkusativ oder im Dativ stehen kann.
Reflexiv bedeutet rückbezüglich. Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt im Satz zurück.
Das reflexive Verb "sich freuen" hat eine Nominativ- und eine reflexive Ergänzung im Akkusativ. Die
Du freust dich.
Er freut sich.
2) Die Reflexivpronomen
Das Reflexivpronomen ist abhängig vom Subjekt. Es muss immer die gleiche Person angeben, die das Subjekt
vorgibt. Für die 1. und 2. Person Singular und Plural werden die entsprechenden Formen des Personalpronomens
im Akkusativ bzw. im Dativ übernommen. Nur die 3. Person bildet eine eigene Form: "sich". Diese Form bleibt
sowohl im Dativ und Akkusativ als auch im Singular und Plural bestehen.
Reflexivpronomen
Personalpronomen
Akkusativ Dativ
du dich dir
1
3) Reflexivpronomen mit Dativ oder mit Akkusativ?
Der Gebrauch der reflexiven Verben ist nicht immer einfach. Man muss zwischen echten - und unechten
reflexiven Verben unterscheiden. Das Verb "waschen" hilft uns bei der Erklärung. Das Verb "waschen"
verlangt eine Nominativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.
Im genannten Beispiel wäscht eine Person (Subjekt = die Mutter / der Vater) eine Person oder Sache (Akkusativ
= Sohn / Auto).
Das Verb waschen kann aber auch reflexiv benutzt werden. Das geschieht, wenn sich das Reflexivpronomen auf
das Subjekt bezieht. Das Subjekt (Mutter / Vater) wäscht dann keine andere Person oder Sache, sondern sich
selbst. Das Reflexivpronomen nimmt nun die Stellung der Akkusativergänzung ein.
Wenn das Verb jedoch eine weitere Akkusativ-Ergänzung erhält, muss das Reflexivpronomen im Dativ
stehen.
Reflexive Verben, in denen das Reflexivpronomen im Akkusativ steht, haben oft zusätzlich noch eine
Präpositional-Ergänzung. Der Infinitiv lautet dann z.B. " s. freuen auf ". Diese Verbgruppe sollte man mit
2
4) Liste der echten reflexiven Verben
"Echte reflexive Verben" können nur reflexiv gebraucht werden. Die Akkusativ-Ergänzung kann also nicht mit
einer anderen Person oder Sache (Ich wasche das Kind / das Auto) getauscht werden. Die wichtigsten echten
reflexiven Verben - einige davon nur im Akkusativ, andere nur im Dativ - werden in folgender Tabelle aufgeführt:
Echte reflexive Verben haben immer ein Reflexivpronomen. Man erkennt sie daran,
• dass man das Reflexivpronomen nicht weglassen kann:
o Ich freue mich. (Falsch: Ich freue.)
• dass man nicht nach dem Reflexivpronomen fragen kann:
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5) Liste der unechten reflexiven Verben
Die andere Gruppe der reflexiven Verben nennt man unechte reflexive Verben. Das bedeutet, dass man sie
sowohl reflexiv als auch mit einer Akkusativ-Ergänzung benutzen kann. Einige unechte reflexive Verben werden
nur im Dativ verwendet.
Verb mit Akkusativ- unechte reflexive Verben + Verb mit Akk-Erg. oder reflexiv im
Ergänzung Reflexivpronomen im Akkusativ Dativ
Die Mutter wäscht ihr Baby. Die Mutter wäscht sich. Meine Mutter wäscht mir meine Wäsche.
Ich wasche meine Wäsche
Ich wasche mich. Ute wäscht ihrem Freund die Socken.
selbst.
Warum trocknest du dir deine Hände nicht
Du trocknest das Geschirr ab. Du trocknest dich ab.
ab?
Du ärgerst mich immer. Er ärgert sich oft über seinen Chef. Reflexiv im Dativ nicht möglich
Meine Frau kann mich nicht
Du wirst dich nicht mehr ändern. Der Schneider ändert mir meine Jacke.
mehr ändern.
Die Mutter duscht die Kinder. Du duschst dich nur alle 10 Tage. Eric duscht sich nur den Oberkörper ab.
Folgende Liste enthält einige unechte reflexive Verben. Sie können sowohl reflexiv als auch mit Akkusativ-
Ergänzung benutzt werden, wie es in den zuvor gezeigten Beispielen nachzulesen ist.
Bei den folgenden echten und unechten reflexiven Verben kann das Reflexivpronomen bzw. die andere Person nur
im Dativ stehen: "Etwas" steht hier stellvertretend für eine Akkusativ-Ergänzung.
sich etwas an|gewöhnen Rolf hat sich eine gewisse Faulheit angewöhnt.
sich etwas an|sehen* Wir sehen uns auch den Film an.
sich etwas leisten (können)* Wir können uns kein Auto leisten.
sich die Zähne putzen Das Kind will sich nicht die Zähne putzen.
sich die Hände waschen Ihr müsst euch noch eure Hände waschen.
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6) Reziproke Verben
Reziproke Verben haben die Besonderheit, dass sie nur im Plural Verwendung finden. Das Reziprokpronomen
- sich kennen
- sich lieben
- sich sehen
- sich streiten
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Relativpronomen / Relativsätze
1) Was man über Relativpronomen und Relativsätze wissen sollte.
Um Relativsätze richtig bilden zu können, muss zuerst das Relativpronomen bestimmt werden. Das
Relativpronomen wird durch zwei verschiedene Faktoren bestimmt:
• Das Bezugswort gibt den Numerus (Singular oder Plural) und den Genus (maskulin, feminin, neutral an.
o Steht das Bezugswort im Nebensatz im Dativ, so steht auch das Relativpronomen im Dativ, usw.
Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Nominativ
1
3) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Akkusativ
Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Akkusativ
• Der Tisch war sehr teuer. Mein Mann hat ihn letzte Woche gekauft.
o Der Tisch, den mein Mann letzte Woche gekauft hat, war sehr teuer.
• Die Fotos sind echt gut geworden. Ich habe sie in Paris gemacht.
o Die Fotos, die ich in Paris gemacht habe, sind echt gut geworden.
o Bezugswort = die Fotos = Plural /// Ich habe sie gemacht = Akkusativ
Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Dativ
o Bezugswort = Herr Schmal = maskulin /// Ihm gehören mehrere Häuser = Dativ
• Unsere Gäste sind zufrieden. Das Büfett hat ihnen sehr gut geschmeckt.
o Unsere Gäste, denen das Büfett sehr gut geschmeckt hat, sind zufrieden.
Bezugswort = Numerus (Singular oder Plural) und Genus (maskulin, feminin, neutral)
Bezugswort im Nebensatz = Kasus = Genitiv
Vergleiche: Possessivpronomen
• Das Kind muss sofort operiert werden. Der Vater des Kindes ist nicht zu erreichen.
o Das Kind, dessen Vater nicht zu erreichen ist, muss sofort operiert werden.
o Bezugswort = das Kind = neutral /// der Vater des Kindes = Genitiv
• Das ist Herr Gans. Seine Frau hat neulich im Lotto viel Geld gewonnen.
o Das ist Herr Gans, dessen Frau neulich im Lotto viel Geld gewonnen hat.
2
6) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen nach einer Präposition
Steht das Bezugswort im Nebensatz nach einer Präposition, so bestimmt die jeweilige Präposition den Kasus
des Relativpronomens. Die Präposition steht im Relativsatz vor dem Relativpronomen.
• Endlich kommt der Zug an. Wir mussten so lange auf ihn warten.
o Endlich kommt der Zug an, auf den wir so lange warten mussten.
o Bezugswort = der Zug = maskulin /// wir warten auf den Zug = Akkusativ
• Das ist Gerda. Mit ihr habe ich gestern den ganzen Abend getanzt.
o Das ist Gerda, mit der ich gestern den ganzen Abend getanzt habe.
o Bezugswort = Gerda = feminin /// tanzen mit Gerda = Dativ
7) Die Bildung von Relativsätzen mit Relativpronomen im Genitiv nach einer Präposition
Eine weitere Variante ist, dass das Relativpronomen zwar im Genitiv steht, aber eine Präposition den
Kasus des Nomens hinter dem Relativpronomen bestimmt. Auch in diesen Fällen steht die Präposition im
Relativsatz vor dem Relativpronomen im Genitiv.
• Erika will heiraten. Max ist seit langem in ihre Schwester verliebt.
o Erika, in deren Schwester Max seit langem verliebt ist, will heiraten.
o Bezugswort = Erika = feminin /// ihre Schwester = Possessiv = Genitiv ///
verliebt sein in die Schwester = Akkusativ
• Das ist Ihr neuer Kollege. Von seiner Tüchtigkeit sind wir alle überzeugt.
o Das ist Ihr neuer Kollege, von dessen Tüchtigkeit wir alle überzeugt sind.
o Bezugswort = Kollege = maskulin /// seiner = Possessiv = Genitiv ///
überzeugt sein von der Tüchtigkeit = Dativ
Drückt das Bezugswort etwas Räumliches oder Zeitliches aus, kann alternativ zu einer Präposition das
Relativadverb "wo" benutzt werden. Drückt das Bezugswort einen Ortswechsel aus, kann alternativ zu einer
Präposition das Relativadverb "wohin" benutzt werden.
• Lasst uns zum Baggersee fahren. Dort kann man wunderbar baden.
o Lasst uns zum Baggersee fahren, in dem man wunderbar baden kann.
o Lasst uns zum Baggersee fahren, wo man wunderbar baden kann.
• Frank studiert an der RWTH Aachen. Sein Vater hat auch dort studiert.
o Frank studiert an der RWTH Aachen, an der auch sein Vater studiert hat.
o Frank studiert an der RWTH Aachen, wo auch sein Vater studiert hat.
• Endlich haben wir im Lotto gewonnen. Jetzt sind unsere finanziellen Probleme gelöst.
o Jetzt, wo wir im Lotto gewonnen haben, sind unsere finanziellen Probleme gelöst.
• Udo will nach Südafrika fahren. Sein Freund ist auch schon dorthin gereist.
o Udo will nach Südafrika fahren, wohin sein Freund auch schon gereist ist.
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9) Relativsätze, die sich auf ein Pronomen beziehen.
Relativsätze können auch gebildet werden, wenn das Bezugswort ein sächliches Demonstrativ- oder
Indefinitpronomen ist, wie zum Beispiel die Pronomen alles, das, dasjenige, dasselbe; etwas, manches, nichts,
vieles usw. Wenn sich das Relativpronomen auf ein Bezugswort bezieht, das selbst ein Pronomen ist, steht das
Pronomen im Hauptsatz für einen ganzen Satzinhalt. Bezieht sich das Relativpronomen auf einen ganzen
• Da ist etwas, was ich nicht verstehe. Warum willst du ihn nicht heiraten?
• Die Studenten haben so manches, was der Professor gesagt hat, nicht verstanden.
o Andere Kollegen machen bereitwillig Überstunden, was ihm wiederum sehr gefällt.
o Manch ein Kollege feiert oft krank, was der schweren Arbeit zuzuschreiben ist.
• Steht das Relativpronomen als Ergänzung nach einer Präposition, so gebraucht man "wo(r)- +
o Sie haben mir soeben das Leben gerettet, wofür ich mich sehr bei Ihnen bedanken möchte.
o Kurt schenkte Hilde zum Geburtstag einen Ring, worüber sie sich sehr freute.
o Krebs ist eine Krankheit, woran schon viele Menschen gestorben sind.
4
Possessivpronomen
1) Was man über Possessivpronomen wissen sollte.
Possessivpronomen geben eine Zugehörigkeit oder einen Besitz an. Das Possessivpronomen trifft häufig als
Nomenbegleiter, in Funktion eines Artikels auf und muss entsprechend dekliniert werden.
Ja, das ist meine Uhr. Ja, die Uhr ist von mir.
Ja, die Uhr gehört mir.
Possessiv Ist das deine Uhr?
Nein, das ist nicht meine Uhr. Die Uhr ist von Paul.
Das ist Pauls Uhr. Das ist seine Uhr.
Die Form des Possessivpronomens richtet sich nach der Person, auf die es sich bezieht, der so genannten
• ein Personalpronomen:
o der Sprecher = ich = Possessivpronomen = mein
o der Angesprochene = du = Possessivpronomen = dein
o usw.
• ein Nomen:
o maskulin = der Mann / der Tisch / der Hund = er = Possessivpronomen = sein
o feminin = die Frau / die Lampe / die Katze = sie = Possessivpronomen = ihr
o neutral = das Kind / das Bett / das Pferd = es = Possessivpronomen = sein
1
Personalpronomen
Possessivpronomen Beispiel
Nominativ
In der 3. Person Singular kann die Bezugsperson, auf die sich das Possessivpronomen bezieht, ein
Personalpronomen, ein Name oder ein Nomen bzw. eine Sache sein.
Steht das Possessivpronomen anstelle eines Nomens muss es dekliniert werden. Die Deklination zeigt Kasus,
Genus und Numerus an.
2
• Die Deklination gilt für alle Possessivpronomen:
o Nominativ maskulin: meiner, deiner, seiner, ihrer, unserer, eu(e)rer, Ihrer
o Nominativ feminin / Plural: meine, deine, seine, ihre, unsere, eu(e)re, Ihre
Beispiele:
• "Mein Auto ist bis morgen in der Werkstatt. Könntest du mir heute Abend deins leihen?"
3
Pronomen „es“
1) Was man über das Pronomen „es“ wissen sollte.
Das Pronomen "es" hat viele verschiedene Funktionen. "Es" kann entweder als Pronomen für ein einzelnes Wort
(Nomen im Nominativ oder Akkusativ, Adjektiv, Partizip), für ein Satzteil oder gleich für einen ganzen Satz
stehen. In einigen Fällen muss das Pronomen "es" auf Position 1 oder 3 stehen. Manchmal ist ein Gebrauch
obligatorisch, manchmal fakultativ.
o Helga, weißt du, wo mein Handy ist? - Ich glaube, es liegt in der Küche.
• unpersönliches Subjekt
o Es tut mir Leid, dass dein Vater tot ist. = Dass dein Vater tot ist, tut mir Leid.
o Es ist nicht sicher, ob er kommen kann. = Ob er kommen kann, ist nicht sicher.
• stärkere Betonung eines Subjekts
o Heutzutage lassen sich viele scheiden. = Es lassen sich heutzutage viele scheiden.
o Leider haben viele Leute Geldprobleme. = Es haben leider viele Leute Geldprobleme.
Das "es" als Personalpronomen, muss obligatorisch benutzt werden, da es stellvertretend für ein Nomen
steht und das neutrale Geschlecht (Genus) angibt. "Es" kann nur im Nominativ oder Akkusativ stehen. Steht
"es" im Akkusativ, kann es nicht auf Position 1 stehen. Das Pronomen "es" muss dann auf Position 3 (oder
• Nominativ: Ich habe mir ein neues Hemd gekauft. Es hat 84 Euro gekostet.
1
"Es" muss obligatorisch benutzt werden, wenn es stellvertretend für ein Adjektiv oder ein Partizip steht.
Auch in diesen Fällen kann es nicht auf Position 1 stehen, sondern muss auf Position 3 (sowohl hinter dem Verb
als auch hinter dem Subjekt) stehen:
"Es" muss obligatorisch benutzt werden, wenn es stellvertretend für ein Satzteil oder einen ganzen Satz
steht. Auch in diesen Fällen kann es nicht auf Position 1 stehen, sondern muss auf Position 3 (sowohl hinter dem
Verb als auch hinter dem Subjekt) stehen:
• Mein Sohn, du hast ja schon wieder geraucht. Ich habe es dir doch verboten.
• Hast du Susi zum Geburtstag gratuliert? - Ach du lieber Gott, ich habe es ganz vergessen.
• Man müsste nochmals den Keller aufräumen. Aber ich mache es überhaupt nicht gern.
Fast alle Verben können in allen drei Personen, Singular wie Plural, gebraucht werden. Man nennt diese Verben
Einige wenige Verben können nur in der 3. Person Singular und nur mit dem unpersönlichen "es" gebraucht
werden. Ein Satz mit den Pronomen ich, du, er, sie sowie die Bildung des Plurals ist dabei nicht möglich. (Ich
regne. Du regnest. Er regnet) Zu diesen Verben gehören die "unpersönlichen Verben". "Es" übernimmt dabei
die Ersatzfunktion einer Nominativ- oder Akkusativ-Ergänzung. Das "es" ist bei unpersönlichen Verben
obligatorisch. Zu den unpersönlichen Verben gehören:
2
• Verben mit Zeitbegriffen
o Wie viel Uhr ist es jetzt? - Es ist schon spät, es ist schon 18 Uhr durch.
o Es dämmert schon. Es geht gleich die Sonne auf.
o Es war im Sommer. / Es ist gleich Feierabend. / Es ist noch früh. / etc.
• Als Akkusativobjekt auf Position 3 bei festen Redewendungen
o Viele Leute haben es immer sehr eilig.
o Er hat es im Leben weit gebracht.
o Ich meine es doch nur gut mit dir.
o Diese Aufgabe hat es in sich.
o Er hat es auf mich abgesehen.
o Im Urlaub lasse ich es mir gut gehen.
o Dadurch macht er es sich nicht leichter.
o Ich lasse es darauf ankommen.
Einige dieser Verben können sowohl persönlich als auch unpersönlich verwendet werden:
• Die Tomatensuppe schmeckt mir nicht. / Es hat mir sehr gut geschmeckt.
• Im Sommer scheint oft die Sonne. / Es hat den ganzen Tag die Sonne geschienen.
• Der Fisch stinkt. / Hier stinkt es nach Fisch.
In Nebensätzen wird "es" als Korrelat (Repräsentant) für einen Nebensatz eingesetzt. Der Gebrauch ist
allerdings fakultativ. Es gilt:
• Steht der Hauptsatz (HS) vor dem Nebensatz (NS), wird in den meisten Fällen ein "es" als Korrelat
eingesetzt. (Bei einigen Verben ist die Erstellung von "es" allerdings nicht üblich.)
• Steht der Nebensatz vor dem Hauptsatz, entfällt "es" als Korrelat.
3
Präpositionen
Präpositionen, auch Verhältniswörter genannt, gehören zu den Partikeln und sind daher in ihrer Form
unveränderlich. Der Gebrauch der Präpositionen ist nicht einfach, da sie in verschiedenster Weise auftreten
können. Daher macht eine Übersetzung einer einzelnen Präposition keinen Sinn, denn je nach Verwendungszweck
erhält sie eine völlig neue Bedeutung. Man sollte also gezielt eine Präpositionalgruppe (Präposition +
Bezugswort) übersetzen.
• Temporale Präpositionen / Fragewörter: wann, um wie viel Uhr, bis wann, seit wann ...
• Modale, kausale, finale, konzessive Präpositionen, / Fragewörter: wie, warum, wozu, ...
o sich interessieren für: Wofür interessiert sich Jochen? - Nur für Autos.
o lachen über: Worüber lachst du? - Über seinen Witz.
o leben von: Wovon lebt der Student? - Ich glaube, Von dem Geld seines Vaters.
o bereit sein zu: Wozu bist du noch nicht bereit? - Zum Heiraten.
o böse sein auf: Auf wen kannst du niemals böse sein? - Auf meine Kinder.
o fähig sein zu: Wozu ist er nicht fähig? - Zum Arbeiten.
• Nomengefüge
Eine Präposition steht niemals alleine. Bis auf sehr wenige Ausnahmen wird sie vor ein Bezugswort gestellt. Das
Bezugswort ist in der Regel ein Nomen oder Pronomen. Ist das Bezugswort ein Nomen, hat es in der Regel so
genannte Nomenbegleiter bei sich, wie z.B. Artikel und Attribute. Präposition + Nomen + eventuelle
Begleiter bilden zusammen eine neue Wortgruppe. Diese Wortgruppe nennt man auch Präpositionalgruppe.
Sie ist von der Präposition abhängig. Da die Präposition einen bestimmten Kasus vorgibt, werden das Bezugswort
1
• Präpositionen mit Akkusativ
o bis, durch, für, gegen, ohne, um
• Wechselpräpositionen
o an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen
Steht eine Präposition allein am Satzende, handelt es sich allerdings nicht um eine Präposition, sondern um ein
• Kommst du heute Abend um 22:00 Uhr ins Konzert der Toten Hosen mit?
Einige Präpositionen können mit einem bestimmten Artikel eine Verbindung eingehen, sie "verschmelzen"
ineinander. Die häufigsten Verschmelzungen sind:
Präposition Akk. / den Dativ / dem Dativ / der Akk. / das Dativ / dem
an am ans am
in im ins
auf aufs
durch durchs
für fürs
um ums
2
Präpositionen mit Akkusativ
• bis Einsatz: lokale und temporale Angaben, Zahlenangaben, auch vor Adverbien
o Der Zug fährt nur bis Aachen.
o Die Vorlesung dauert bis 17:00 Uhr.
o Ohne einen Cent in der Tasche fuhr er mit dem Fahrrad nach Italien.
o Herr Lieberknecht kommt heute Abend ohne seine Frau zum Geschäftsessen.
o Die Kirche sehen Sie bereits, wenn Sie um diese Ecke dort gehen.
o Fahren Sie um den Stau herum, dann sparen Sie viel Zeit.
• entlang* Einsatz: Parallelität * das Nomen steht vor der Präposition (inverse Struktur)
o Gestern sind wir stundenlang den Rhein entlang gegangen.
o Gehen Sie immer diesen Weg entlang. Nach 5 km erreichen Sie schon das nächste Dorf.
o Fahren Sie den Königsweg entlang bis zur zweiten Kreuzung, biegen Sie dann rechts ab.
1
Präpositionen mit Dativ
o Der Ring ist aus reinem Gold. Er stammt aus dem 12. Jahrhundert.
o Er hat sie aus Liebe geheiratet, sie ihn aus einer Laune heraus.
• mit Einsatz: Gegenteil von "ohne", Angabe eines Zusammenhangs, - einer Art und Weise, - eines Mittels
o Diese Arbeit kann man nur mit viel Geduld und Spucke schaffen.
o Zum Bahnhof müssen sie die nächste Straße nach links abbiegen.
o Seit seiner Hochzeit mit Ludwina ist Georg nicht wieder zu erkennen.
o Seit seiner Ankunft in Deutschland ist der Student auf Wohnungssuche.
o Von Montag bis Mittwoch muss ich beruflich nach Stuttgart fahren.
1
Wechselpräpositionen
1) Was man über Wechselpräpositionen wissen sollte.
Wechselpräpositionen fordern manchmal den Dativ, manchmal den Akkusativ.
• Der Akkusativ wird verlangt, wenn das Verb eine Orts- bzw. Richtungsänderung anzeigt. Das
Fragewort dazu lautet "wohin".
• Der Dativ wird verlangt, wenn das Verb eine Ergänzung mit lokaler Bedeutung hat, das nach
einem Ort fragt. Das Fragewort dazu lautet "wo".
Es gibt folgende Wechselpräpositionen:
an Peter hängt das Bild an die Wand. Jetzt hängt das Bild an der Wand.
auf Gerda legt das Buch auf den Tisch. Jetzt liegt das Buch auf dem Tisch.
hinter Guido stellt sich hinter den Stuhl. Jetzt steht Guido hinter dem Stuhl.
in Kai steckt das Geld in die Tasche. Das Geld ist jetzt in der Tasche.
neben Klaus setzt sich neben Michaela. Jetzt sitzt Klaus neben ihr.
über Er hängt die Lampe über den Tisch. Jetzt hängt sie über dem Tisch.
unter Der Hund legt sich unter den Tisch. Jetzt liegt der Hund unter dem Tisch.
vor Luis stellt sich vor das Fenster. Jetzt steht er vor dem Fenster.
zwischen Er setzt sich zwischen zwei Frauen. Jetzt sitzt er zwischen ihnen.
Der Einsatz der Wechselpräpositionen ist von bestimmten Verben abhängig. Siehe dazu folgende Links:
• Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung
• Verben mit Situativ-Ergänzung
• Verben mit Direktiv-Ergänzung
Einige Wechselpräpositionen können auch temporale Angaben anzeigen. Das Fragewort dazu lautet
"wann". Auf eine Frage mit "wann" folgt immer der Dativ.
Folgende Wechselpräpositionen zeigen temporale Angaben an:
unter Mein Mann musste unter der Woche sehr viel arbeiten.
Zwischen den Monaten April und Juni muss noch viel gearbeitet werden.
zwischen
Herr Kiesling wird zwischen drei und vier Uhr erwartet.
1
Präpositionen mit Genitiv
Es gibt sehr viele Präpositionen mit Genitiv, von denen die meisten hauptsächlich in der Verwaltungssprache
benutzt werden. Die gebräuchlichsten Präpositionen können nach ihrem Gebrauch wie folgt unterteilt werden:
• Temporale Angaben
o Außerhalb der Sprechstunden wenden Sie sich bitte an den Notdienst.
• Lokale Angaben
o Abseits der Großstädte kann man eine wunderschöne Landschaft kennen lernen.
o Der Schiedsrichter sah das Foulspiel außerhalb des Strafraums und gab daher keinen
Elfmeter.
o Die Zuschauer sahen das Foulspiel innerhalb des Strafraums und pfiffen den Schiedsrichter
aus.
o Jenseits der Gebirgskette beginnt die Sandwüste.
o Oberhalb der Stadt steht eine alte Ruine aus dem Mittelalter.
• Kausale Angaben
o Aufgrund mehrerer ihm nachgewiesenen Diebstähle erhielt der Mitarbeiter die fristlose
Kündigung.
o Infolge Trunkenheit am Steuer gab es im Beobachtungszeitraum erneut mehrere
Verkehrsunfälle mit Todesfolge.
o Kraft meines Amtes erkläre ich hiermit Herrn Johnson zu meinem Stellvertreter.
o Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren mangels Beweisen ein.
o Gegen den Vorgesetzten wird wegen des Verdachts auf Körperverletzung ermittelt.
• Konzessive Angaben
o Trotz der roten Zahlen blickt das Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft.
o Ungeachtet der aufkommenden Proteste will das Unternehmen ca. 10.000 Stellen
auslagern.
• Alternative Angaben
o Anstatt einer Haftstrafe erhielt der Angeklagte eine empfindliche Geldstrafe.
o Anstelle des Krimis wird heute Abend eine Komödie mit Steve Miller gezeigt.
1
Lokale Präpositionen
Lokale Präpositionen können eine Antwort auf die Fragen wo, wohin und woher geben. Die genannten drei
W-Fragen hängen wiederum von bestimmten Verben ab. Siehe dazu:
Auf welche W-Frage welche Präposition mit welchem Kasus möglich ist, zeigt folgende Tabelle auf:
Wechselpräpositionen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen
2) Präpositionen, die auf die Frage "wohin" eine Antwort geben können.
• bis zeigt einen Endpunkt an. Wenn der Endpunkt mit Artikel benutzt wird, wird "bis" mit einer zweiten
o Bis wohin fährt dieser Zug? - Dieser Zug fährt nur bis Dortmund.
o Können Sie mich bis zum Bahnhof mitnehmen? - Ich fahre nur bis zur Kirche.
o Wie weit ist es bis zur Post? - Bis zur Post sind es zu Fuß etwa 10 Minuten.
o Wie weit ist es bis nach Hamburg? - Bis nach Hamburg sind es circa 200 km.
o Peterle zieht es vor, durchs Fenster zu klettern, statt durch die Tür zu gehen.
o Deine Frau ist sehr neugierig. Sie schaut öfters durchs Schlüsselloch.
1
• entlang zeigt eine parallele Bewegung an und entspricht dem Verb "folgen". Entlang steht immer hinter
dem Bezugswort.
o Gehen Sie immer den Weg entlang bis zur Kreuzung. Dann gehen Sie rechts.
o Sonntags laufen wir manchmal mehrere Stunden den Fluss entlang.
o Fahren Sie die Straße entlang bis zur Ampel. Biegen Sie dann links ab.
• nach benutzt man bei einem Ortswechsel bei: Städten, Ländern ohne Artikel, Kontinenten,
• zu benutzt man bei einem Ortswechsel bei: Personen, Angaben eines Ziels, Plätzen und Ortsangaben mit
o Heute Abend bin ich bei einem Arbeitskollegen eingeladen. Kommst du mit zu ihm?
o Ich gehe zu Peter (zum Arzt, zum Bäcker, zum Chef, zum Friseur, zum Metzger, zu Dr.
Hansen, zu einer Freundin, zu einem Freund, zu einem Mitschüler, ...)
o Wie kommt man schnell zum Bahnhof (zur Bank, zur Kasse, zur Kirche, zum Markt, zur Polizei,
zur Post, zum Rathaus, zum Schalter, zur Uni, zum Zug, ...).
o Ich fahre / gehe / komme zu der Insel (zu dem Maiball, zu der Party, zur Taufe, ...).
o Kommst du ... mit / Gehst du zum Essen (zum Baden, zum Tanzen, Fußball spielen?)
• an benutzt man für Reisen an ein Gewässer, Bewegungen mit einem natürlichen Ende
o Wir gehen / fahren an den See (an den Atlantischen Ozean, an den Fluss, ans Meer, ans
Mittelmeer, an die Mosel, an den Rhein, an die Ostsee, an den Strand ...
o Stell die Leiter an die Wand (an den Baum, ans Fenster, an die Mauer).
• auf benutzt man für öffentliche Gebäude und Plätze, ländliche Regionen, Inseln / Inselgruppen
o Ich gehe auf die Bank (auf den Bahnhof, auf den Balkon, auf den Berg, auf den Hof, auf ein
Konzert, auf den Marktplatz, auf eine Party, auf die Post, aufs Rathaus, auf den Spielplatz, auf
die Straße, auf die Terrasse).
o Am Wochenende fahren wir immer aufs Land. Die Luft ist dort viel besser.
o Wir fliegen / fahren auf die Bahamas (auf eine Insel).
2
• in benutzt man für regelmäßige oder längere Aufenthalte in einem Gebäude, Ortsangaben, Regionen,
Landschaften, Gebirge, Länder mit Artikel, Bewegung in einen geschlossenen Raum hinein,
Straßennamen
o Ich gehe in die Schule (ins Büro, in die Bücherei, ins Café, in die Disko, in die Fabrik, ins
Geschäft, ins Kino, in die Kirche, ins Krankenhaus, ins Museum, ins Restaurant, ins Theater, in
die Uni, in die Vorlesung, in den Zoo,...).
o Ich fahre in die Türkei, (in die Bundesrepublik Deutschland, in den Iran, in den Libanon, in die
Niederlande, in die Schweiz, in die USA, ...).
o Ich fahre ins Ausland (in die Alpen, in die Berge, ins Gebirge, in die Stadt, ...).
o Ich gehe ins Haus (ins Bad, ins Bett, in den Garten, ins Hotel, in den Keller, in den Park, ins
Zimmer,...).
o Fahren Sie in die Merowingerstraße hinein und suchen sich dort einen Parkplatz.
3) Präpositionen, die auf die Frage "wo" eine Antwort geben können.
• um und um ... herum zeigt etwas rund um einen Gegenstand, Platz oder Ort an.
o Um das Schloss herum wurde nach seiner Fertigstellung ein Wassergraben angelegt.
o Ab wo habt ihr die Reise gebucht? - Ab Frankfurt. Die Zugreise ist nicht inklusive.
o Bis Köln waren viele kleine Staus. Ab Köln war dann die Autobahn frei.
• bei benutzt man zur Ortsangabe bei: Angaben in der Nähe von, einem Aufenthalt bei Personen,
Arbeitsplätzen
o Die kleine Stadt Namens Garching liegt im Bundesstaat Bayern bei München.
o Bei mir zuhause war gestern der Teufel los.
o Gestern war ich beim Arzt. (beim Chef, bei dir / ihr / Ihnen, bei Peter / Petra, bei Herrn Nuss,
• gegenüber kann bei einem Nomen vor oder hinter dem Bezugswort stehen. Ist das Bezugswort ein
3
• von ... aus gibt einen Beginn eines Ausgangspunktes an.
o Von diesem Berg aus haben Sie einen wunderschönen Blick ins Tal.
o Von wo aus kann man das Meer erblicken? - Von der Düne dort aus.
• zu Haus(e) gibt den eigenen Wohnort / die eigene Wohnung oder das eigene Haus an.
o Ich fahre nicht in Urlaub. Bei mir zu Hause ist es doch am schönsten.
• außerhalb und innerhalb gibt an, ob sich etwas in oder aus einem begrenzten Raum befindet.
o Bei einem Foul außerhalb des Strafraums wird ein Freistoß gegeben.
o Bei einem Foul innerhalb des Strafraums wird ein Strafstoß gegeben.
o Wir sind an einem See (an dem Atlantischen Ozean, an einem Fluss, am Meer, am Mittelmeer,
an der Mosel, am Rhein, an der Ostsee, am Strand ...
o Die Leiter steht an der Wand (am Baum, am Fenster, an der Mauer, an der Tafel, ...).
o Wir treffen uns am Kino. (an der Bushaltestelle, an der Ecke Leopoldstraße Heinrichsallee, am
• auf benutzt man für öffentliche Gebäude und Plätze, eine ländliche Region, Inseln / Inselgruppen
o Ich bin auf der Bank (auf dem Bahnhof, auf dem Balkon, auf dem Berg, auf dem Hof, auf
einem Konzert, auf dem Marktplatz, auf einer Party, auf der Post, auf dem Rathaus, auf dem
o Wir sind auf den Bahamas (auf einer Insel, auf einer Inselgruppe).
• in benutzt man für regelmäßige oder längere Aufenthalte in einem Gebäude, Ortsangaben, Regionen,
Landschaften, Gebirge, Länder mit Artikel, Bewegung in einen geschlossenen Raum hinein,
Straßennamen
o Ich bin in der Schule (im Büro, in der Bücherei, im Café, in der Disko, in einer Fabrik, im
Geschäft, im Kino, in der Kirche, im Krankenhaus, im Museum, im Restaurant, im Theater, in
der Uni, in der Vorlesung, im Zoo,...).
o Ich bin in der Türkei (in der Bundesrepublik Deutschland, im Iran, im Libanon, in den
Niederlanden, in der Schweiz, in den USA, ...).
o Ich arbeite im Ausland (in den Alpen, in den Bergen, im Gebirge, in der Stadt, ...).
o Ich bleibe im Haus (im Bad, im Bett, im Garten, im Hotel, im Keller, im Park, im Zimmer, im
Zelt, ...).
4
4) Präpositionen, die auf die Frage "woher" eine Antwort geben können.
Die Präposition aus wird benutzt, wenn man auf eine Wo-Frage mit "in" antworten kann.
Die Präposition von wird benutzt, wenn man auf eine Wo-Frage mit "an, auf, bei, zu" antworten kann.
• aus gibt eine Herkunft oder eine Bewegung aus einem Raum (wo? = in) heraus an.
o Woher kommt der Student? - Ich glaube, er kommt aus Korea. (Belgien, China, dem Iran, den
o Ein Neugeborenes kommt aus dem Mutterleib. Aber die Nase hat es vom Vater.
o Ich komme gerade vom Strand. (vom Fluss, vom Meer, von der Donau, vom See, .)
o Er kommt soeben von der Bank. (von der Polizei, von der Post, vom Rathaus, ...)
o Wir kommen gerade vom Spielplatz. (vom Dachboden, von der Straße, von der Terrasse, ...)
o Wann kommt ihr vom Schwimmen zurück? (von der Arbeit, vom Essen, vom Fußball spielen,
Soll statt eines Aufenthaltsortes ein Ausgangspunkt einer Bewegung stärker betont werden, wird "von" benutzt.
• Komm bitte nicht so spät vom Garten zurück. Wir wollen rechtzeitig essen.
5
Temporale Präpositionen
1) Was man über temporale Präpositionen wissen sollte.
Temporale Präpositionen können eine Antwort auf die Fragewörter wann, bis wann, seit wann, von wann
bis wann, um wie viel Uhr und wie lange geben. Man unterscheidet:
• Zeitdauer
Eine Zeitdauer gibt einen Zeitraum an, der einen Anfang und ein Ende hat. Die W-Fragen dazu lauten
"bis wann", "seit wann", "von wann bis wann" oder "wie lange".
• Zeitpunkt
Ein Zeitpunkt gibt eine genaue Zeit an. Die W-Fragen dazu lauten "wann" oder "um wie viel Uhr".
wann
ungenaue Tageszeit
Akk um wie viel gegen
ungenaue Uhrzeit
Uhr
um wie viel
genaue Uhrzeit
Akk Uhr um
ungenaue Zeitangabe
wann
Datum
Tag
Dativ wann an
Tageszeit
Feiertag
wann
Dativ bei Gleichzeitigkeit Gleichzeitigkeit
wobei
Tage
Woche
Monat
Dativ wann in Jahreszeiten
Jahrhundert
zukünftiges
Zeiträume
von wann
Dativ von ... bis Beginn und Ende
bis wann
1
2) Temporale Präpositionen, die eine Zeitdauer anzeigen.
• für (+ Akkusativ) gibt einen zukünftigen Zeitraum an. W-Frage = (für) wie lange?
o Wie lange bleiben Sie in Kiel? - Ich bleibe nur für drei Tage in Kiel.
o Herr Knuttermäulchen ist gestern für zwei Wochen nach Japan geflogen.
• über (+ Akkusativ) gibt einen Zeitraum an. W-Frage = wann?
o Wir wollen übers Wochenende zu unseren Freunden nach Klagenfurt fahren.
o Über die Karnevalstage soll es laut Wetterbericht stürmisch werden.
• ab und von ... an (+ Dativ) gibt einen gegenwärtigen oder zukünftigen Zeitraum mit einem
festgelegten Beginn an. Das Ende bleibt dabei offen. W-Frage = ab wann
o Ab kommender Woche ist Herr Hansel für drei Wochen nicht mehr zu erreichen.
o Von kommendem Montag an gelten neue gesetzliche Regelungen im Erbschaftsrecht.
o Ab wann ist Frau Junkelwitsch in Urlaub? - Ab dem 14.08.
• bei (+ Dativ) gibt eine Gleichzeitigkeit an. W-Frage = wann?
o Beim Essen sollen die Kinder nicht schmatzen.
o Die Kinder müssen lernen, beim Tauchen die Luft anzuhalten.
o Erich hat seine Frau beim Wandern kennen gelernt.
• bis (zu) gibt einen Endpunkt eines Zeitraums an. (bis + Akkusativ, wenn Nomen ohne Artikel, bis zu +
Dativ, wenn Nomen mit Artikel) W-Frage = bis wann?
o Die Abschlussfeier dauerte bis zum Morgengrauen.
o Unsere Gäste wollen nur noch bis Freitag bleiben.
o Bis wann brauchst du den Wagen? - Ich brauche ihn bis einschließlich Freitag.
• seit (+ Dativ) gibt einen Zeitraum an, der in der Vergangenheit begonnen hat und bis zur Gegenwart
andauert und wahrscheinlich noch länger andauern wird. Das Verb wird stets im Präsens gebraucht! W-
Frage = seit wann? / wie lange
o Seit wann sind Sie in Deutschland? - Seit September 2006.
o Wie lange wartest du schon hier? - Seit mindestens einer halben Stunde.
o Alfons hat seit dem Tod seiner Frau große Alkoholprobleme.
• von ... bis (zu) (+ Dativ) gibt einen Zeitraum mit genauem Beginn und Ende an. W-Frage = von wann
bis wann?
o Unsere Praxis bleibt in den Sommerferien vom 12.08. bis zum 05.09. geschlossen.
o Unsere Sprechstunden sind donnerstags nur von 9:00 Uhr bis 12:30 Uhr.
o Gestern hat es von morgens bis abends geregnet.
• zwischen (+ Dativ) gibt einen Zeitraum mit Beginn und Ende an. W-Frage = wann?
o Zwischen den Monaten Mai und August hat es in diesem Jahr kaum geregnet.
o Wann kommt Ihr Mann nach Hause? - Er kommt gewöhnlich zwischen 6:00 Uhr und 7:00
Uhr nach Hause.
o Zwischen dem 05.08. und dem 08.08. bleibt die Zahnarztpraxis geschlossen.
• außerhalb (+ Genitiv) W-Frage = wann
o Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich bitte an den Notdienst.
o Außerhalb der Saison trifft man hier nur wenige Touristen an.
• innerhalb (+ Genitiv) W-Frage = wann
o Zahlen Sie bitte die Rechnung innerhalb eines Monats.
o Innerhalb von nur einer Woche verursachte der Kraftfahrer vier Unfälle.
• während (+ Genitiv) w-Frage = wann
o Das Kind sitzt während des ganzen Tages zu Hause vor dem Fernseher.
o Während des ganzen Sommers gab es hier keine Niederschläge.
2
3) Temporale Präpositionen, die einen Zeitpunkt anzeigen.
• gegen (+ Akkusativ) gibt einen ungenauen oder ungefähren Zeitpunkt an, oft ist es eine ungefähre
Uhrzeit.
o Wie viel Uhr ist es? - Ich weiß es nicht genau. Es müsste so gegen 16:00 Uhr sein.
• um (+ Akkusativ) gibt eine genaue Uhrzeit an und eine ungefähre Zeitangabe mit Jahreszahl.
o Wann kommt Vater endlich von der Reise zurück? - Am kommenden Freitag.
o Am wievielten ist Muttertag? - Muttertag ist am13.05.
o Wann ist dein Vater geboren? - Er ist am 16.11.1955 geboren.
• in (+ Dativ) gibt einen unbestimmten Zeitpunkt in einem definierten Zeitraum an. Dazu gehören
• vor (+ Dativ) gibt einen Zeitpunkt oder einen Beginn an, dessen Geschehen vor einem Ereignis passiert.
3
4) Zeitausdrücke als Angabe mit Akkusativ
Einige Zeitausdrücke können auch ohne Präposition gebraucht werden. Dabei handelt es sich um Angaben der
• Jahreszahlen
o 1988 hat meine Tochter geheiratet.
o 2002 wurde erstmals der Euro als Bargeld im Umlauf gebracht.
Verkehrsunfall verursacht.
o Meine Tochter will noch diesen Monat ihren Führerschein machen.
4
Fragewörter
Wenn "etwas" unbekannt ist, so muss man danach fragen. Man kann nach einem ganzen Satzinhalt fragen oder
nur nach einem bestimmten Satzteil. Demnach werden zwei Fragesätze unterschieden:
• In einer Entscheidungsfrage, auch Ja-/ Nein- Frage genannt, möchte die fragende Person von
seinem Gesprächspartner eine Zustimmung oder eine Ablehnung zu seiner Frage erhalten. Die Antwort
lautet entweder ja, doch oder nein. In einer Ja-/ Nein- Frage steht das Verb immer auf Position 1,
• Die Ergänzungsfrage, auch W-Frage genannt, ist eine offene Frage, das heißt, dass die fragende
Person Informationen zu einem Sachverhalt wünscht. Jede W-Frage fragt nach einem bestimmten
Zweck. So können sie nach einer Ergänzung, einem Ort, einem Zeitpunkt, einer Zeitdauer, einem Zweck
usw. fragen. In einer W-Frage steht das Fragewort immer auf Position 1, das Verb auf Position 2 und
W-Frage - Antwortsatz
1
2) Übersicht der möglichen W-Fragen
• W-Fragen, die nach Kasus und Verbergänzungen fragen.
• W-Fragen, die nach einer Handlung, einer Tätigkeit oder nach dem Verb fragen.
• W-Fragen, die nach dem Tempus fragen. Siehe auch: Adverbien und temporale Präpositionen
temporal Seit wann rauchen Sie nicht mehr? - Seit sieben Jahren.
temporal Von wann bis wann müssen Sie arbeiten? - Von 7 - 18 Uhr.
Uhrzeit Um wie viel Uhr fängt der Film an? - Um 20:15 Uhr.
2
• W-Fragen, die nach dem Ort oder einer Richtung fragen. Siehe auch: Lokale Adverbien
• W-Fragen, die nach dem Grund, der Ursache oder dem Zweck fragen. Siehe auch: Kausalsätze
• Die Interrogativartikel
Qualität Mit was für einem Auto seid ihr gefahren? - Mit einem Audi.
Qualität An was für ein Geschenk haben Sie gedacht? - An ein teures.
3
Der Kasus (die 4 Fälle)
Die verschiedenen Fälle haben die Aufgabe, verschiedene Satzglieder im Satz unterscheidbar zu machen.
Einen Satz, der ohne einen Kasus zu nennen geäußert wird, kann man nur schwer oder gar nicht
verstehen, wie folgendes Beispiel zeigt:
• Die Frau der Mann leihen die Tochter der Koch der Wagen der Bruder.
Der Kasus zeigt einem Nomen seine Funktion innerhalb eines Satzes. Das Nomen sowie seine
Nomenbegleiter oder seine Stellvertreter (Pronomen) werden in den jeweiligen Funktionen dekliniert.
Die Frau des Mannes leiht der Tochter des Kochs den Wagen des Bruders.
Der Nominativ hebt das Subjekt hervor. Das Subjekt kann jedoch nicht alleine stehen und ist von einem
Prädikat abhängig, das durch ein Verb ausgedrückt wird. Subjekt und Verb bilden zusammen eine Einheit
und zeigen Genus (maskulin, feminin, neutral) und Numerus (Singular, Plural) an. Die W-Frage lautet
"wer?" bei Personen und "was?" bei Sachen. Siehe auch:
• Verben
• Nominativ-Ergänzung
• Verbergänzung
Der Akkusativ bezeichnet ein "Objekt". Das Objekt kann eine Person oder Sache sein. Die W-Frage lautet
"wen?" bei Personen und "was?" bei Sachen. Den Akkusativ fordern (siehe folgende Seiten):
• transitive Verben
• Verben mit Akkusativ- und Direktiv-Ergänzung
• Verben mit Präpositional-Ergänzung + Akkusativ
• Präpositionen mit Akkusativ
• Wechselpräpositionen, die auf die Frage "wohin" eine Antwort geben.
• Angaben der Zeit mit Akkusativ
Der Dativ bezeichnet in den meisten Fällen eine Person, die an einem Geschehen beteiligt ist. Oft ist es ein
Empfänger einer Sache. Es gibt nur wenige Verben mit einer Dativ-Ergänzung. Diese sollte man lernen.
Die W-Frage lautet "wem?". Den Dativ fordern (siehe folgende Seiten):
• intransitive Verben
• Verben mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung
• Verben mit Situativ-Ergänzung
• Verben mit Präpositional-Ergänzung + Dativ
• Wechselpräpositionen, die auf die Frage "wo" eine Antwort geben.
• Präpositionen mit Dativ
Der Genitiv tritt in einer Nomen-Nomen-Konstruktion auf und zeigt ein Besitzverhältnis an. Die W-Frage
lautet "wessen?". Darüber hinaus gibt es Präpositionen mit Genitiv. Siehe:
• Genitivattribut
• Präpositionen mit Genitiv
1
Negation (Verneinung)
• Sind Sie Herr Peters? - Nein, der bin ich nicht. Mein Name ist Otto, Karl Otto.
• Sind Sie Herr Schulz? - Ja, ich bin Herr Schulz.
Auf eine negative Frage lautet die positive Antwort doch. Die negative Antwort bleibt unverändert.
• Steht ein Verb am Satzende, wird "nicht" vorgestellt. (trennbare Verben, Sätze mit Modalverben,
• "Nicht" wird ebenfalls vor einer Präposition gestellt. (Präpositional-, Direktiv- und Situativ-
Ergänzung)
o Warten Sie auf den Zug nach Köln? - Nein, ich warte nicht auf den Zug nach Köln.
o Liegt das Buch auf dem Tisch? - Nein, es liegt nicht auf dem Tisch.
o Fährt Herr Maisenberg nach London? - Nein, er fährt nicht nach London.
• Steht die Präposition auf Position 1, wird "nicht" nicht vorgestellt, sondern steht wie gewohnt am
Ende. "Nicht" darf nicht auf Position 1 stehen!
o Warten Sie auf den Zug nach Köln? - Nein, auf den warte ich nicht.
o Liegt das Buch auf dem Tisch? - Nein, auf dem Tisch liegt es nicht.
o Fährt Herr Maisenberg nach London? - Nein, nach London fährt er nicht.
1
3) Wortnegation mit "nicht"
Manchmal kommt es vor, dass nicht der ganze Satz negiert werden soll, sondern nur ein bestimmter Satzteil
(z.B.: Nominativ-, Akkusativ-, Dativ-Ergänzung oder Angaben). Das Negationswort "nicht" steht dann vor dem
Satzteil, das verneint werden soll. Meist wird zum negierten Satzteil mit "sondern" die Alternative angeboten.
Soll ein Satzteil negiert werden, wird "nicht sowie der negierte Satzteil" durch eine stärkere Betonung
sprachlich hervorgehoben. In diesen speziellen Fällen kann "nicht" auch auf Position 1 stehen.
"Nicht" kann auch ein Adjektiv, ein Partizip oder eine ganze Adjektivgruppe negieren. In diesen Fällen wird "nicht"
• Der älteste Sohn von den Maiers hat sich in eine nicht eheliche Minderjährige verliebt.
• Der nicht gerade sehr intelligente Hubert hat kürzlich mal wieder viel Pech gehabt.
• Lieber Peter, willst du wirklich das nicht gebügelte weiße Hemd anziehen?
• Ist das ein Auto? - Nein, das ist kein Auto, sondern ein Fahrrad.
• Ist das ein Tisch? - Nein, das ist kein Tisch, sondern eine Lampe.
• Sind das _ Tische? - Nein, das sind keine Tische, sondern _ Stühle. ( Plural !!! )
• Hat er eine Tochter? - Nein, er hat keine Tochter, sondern einen Sohn.
Steht das Zahlwort "eins" (Zahlwörter = eins, zwei, drei, ...) vor einem Nomen, wird es wie der unbestimmte
Artikel dekliniert. Das Zahlwort "eins" wird mit "nicht" negiert.
• Der reiche Herr Pumpelpumpe hat nicht eine Freundin, sondern gleich drei.
• Herbert hat nicht einen (zwei, drei, ...) Bruder (Brüder), sondern fünf.
• Herr Duddelbrubbel hat nicht ein Glas Bier getrunken, sondern elf Flaschen.
2
5) Andere Negationswörter
Auch bei den Indefinitpronomen und Adverbien gibt es bestimmte Negationswörter, denen bejahende Begriffe
• Mit "weder ... noch" können zwei ganze Sätze oder zwei parallele Satzglieder verneint werden.
o Der neue Freund von Martina ist nicht reich. Er ist auch nicht gut aussehend.
Der neue Freund von Martina ist weder reich noch (ist er) gut aussehend.
o Sebastian hat keine Arbeit. Er hat auch kein Geld.
Sebastian hat weder Arbeit noch (hat er) Geld.
o Der alte Mann kann nicht lesen. Er kann nicht schreiben.
Der alte Mann kann weder lesen noch schreiben.
• Ein Satz mit "ohne ... zu" ist subjektlos. Das Verb steht im Infinitiv am Satzende.
Auch Präpositionen können dazu eingesetzt werden, Aussagen zu verneinen: Dazu gehören:
• "ohne" + Akkusativ
o Mein Mann trinkt den Kaffee immer schwarz. Er nimmt auch keinen Zucker.
Mein Mann trinkt den Kaffee immer ohne Milch und Zucker.
o Die junge Frau sonnt sich. Sie trägt keinen Bikini.
Die junge Frau sonnt sich ohne Bikini.
3
• "außer" + Dativ
o Fast alle Studenten haben die Prüfung bestanden. Nur Heiner nicht.
Alle Studenten außer Heiner haben die Prüfung bestanden.
o Im Urlaub hatten wir nur schönes Wetter. Aber am letzten Tag nicht.
Im Urlaub hatten wir außer dem letzten Tag nur schönes Wetter.
Präfixe, auch Vorsilben genannt, und Suffixe, auch Nachsilben genannt, dienen im Wesentlichen zur Wortbildung
und werden an einen Wortstamm angefügt. Präfixe stehen vor dem Wortstamm (unsympathisch), Suffixe
dahinter (fantasielos). Einige dieser Vor- bzw. Nachsilben verneinen Begriffe. Dazu gehören:
Die Zuschauer pfiffen ihre Mannschaft nach der indiskutablen Leistung aus.
Die politische Landschaft in der Krisenregion bleibt nach wie vor sehr instabil.
Suffixe:
• anspruchslos, arbeitslos, erfolglos, ergebnislos, freudlos, hilflos, humorlos, leblos, sinnlos, sprachlos,
taktlos, verantwortungslos, ...
Nach stundenlanger Tagung brach der Vorsitzende die Sitzung ergebnislos ab.
4
Attribute
Attribute, auch Beifügungen genannt, bestimmen ein Bezugswort näher und geben ihm erweiterte
Informationen. Attribute können nicht willkürlich geäußert werden, sondern haben feste Regeln. Wenn das
Attribut links von einem Bezugswort steht, spricht man von einem Linksattribut, steht es rechts von einem
Bezugswort, spricht man von einem Rechtsattribut. Attribute können folgende Wortarten als Bezugswort näher
bestimmen:
• Pronomen
• Adverbien
• Nomen
2) Pronomen + Attribut
Attribute, die auf ein Pronomen folgen, gehören zu den Rechtsattributen, das heißt, dass sie hinter dem
Pronomen (Bezugswort) stehen. Folgende Attribute können bei Pronomen sowie Kardinalzahlen stehen:
o Welcher von deinen Freunden hat sich kürzlich das Leben genommen?
• Pronomen + Präposition
o Jemand aus dieser Gruppe muss das Geld gestohlen haben.
o Niemand aus meinem Haus will weder den Keller, noch das Treppenhaus putzen.
o Alle aus meinem Bekanntenkreis sind bereits verheiratet und haben Kinder.
1
3) Attribute + Adjektive oder Partizipien
Attribute, die bei einem Adjektiv stehen, gehören zu den Linksattributen, das heißt, dass sie vor dem
Bezugswort stehen. Während das Adjektiv selbst als Linksattribut vor einem Nomen stehen kann und dekliniert
werden muss, bleibt das Linksattribut des Adjektivs in diesen Fällen unverändert. Folgende Attribute können bei
Adjektiven stehen:
4) Adverbien + Attribute
Es kann sich bei den Attributen, die bei einem Adverb stehen, sowohl um ein Linksattribut als auch um ein
Rechtsattribut handeln, das heißt, dass sie vor oder nach dem Bezugswort stehen können. Folgende Attribute
können bei Adverbien stehen:
2
5) Nomen + Attribute
Es kann sich bei den Attributen, die bei einem Nomen stehen, sowohl um ein Linksattribut als auch um
ein Rechtsattribut handeln, das heißt, dass sie vor oder nach dem Bezugswort stehen können. Folgende
Attribute können bei Nomen stehen:
• Adjektive und Partizipien als Attribute + Nomen (Linksattribut, Adjektiv wird dekliniert)
o Herr Knickeldackel hat sich ein neues Auto gekauft.
o Frau Pickeldeckel schenkt ihrer hübschen Tochter ihre alte Goldkette.
o Das kleine Kind will die heiße Suppe nicht essen.
• Nomen + Nomen als Attribut (Genitivattribut, Links- oder Rechtsattribut)
o Peters Auto muss in die Werkstatt.
o Das Auto der Köchin hat einen Motorschaden.
o Die Reifen Ihres Autos haben kaum noch Profil.
• Nomen + Adverb als Attribut (Rechtsattribut)
o Der Mann dort hinten soll ein Verhältnis mit Frau Suppendorn haben.
o Die Frau links daneben hat vorigen Monat die Scheidung eingereicht.
o Die junge Frau da drüben hat anscheinend unserem Chef den Kopf verdreht.
• Nomen + Präposition als Attribut (Rechtsattribut)
o Die Katze auf dem Sofa heißt Mutsch.
o Der Kater am Fenster ist schon sieben Jahre alt.
o Der große Hund unter dem Tisch mag die beiden Katzen nicht.
• Nomen + Apposition als Attribut (Rechtsattribut, steht im gleichen Kasus, wie das Bezugswort)
o Der Matrose, ein wirklich netter junger Mann, fährt schon seit 3 Jahren zur See.
o Petra liebt ihr Pferd, eine 4-jährige Stute.
o Herr Holz hilft oft dem Fräulein Hinterhalt, seiner sehr hübschen Nachbarin.
o Die Frau an seiner Seite kommt aus Tabay, einem venezolanischem Dorf.
• Nomen + Infinitivsatz als Attribut (Rechtsattribut)
o Ihr Wunsch, einen reichen Mann zu heiraten, ging leider nicht in Erfüllung.
o Unsere Bitte, schnell geholfen zu werden, wurde nicht nachgekommen.
o Das Risiko, enttarnt zu werden, musste der Spion auf sich nehmen.
• Nomen + Relativsatz als Attribut (Rechtsattribut)
o Das Wochenendhaus, das wir über die Feiertage mieten wollten, ist belegt.
o Die Betten, in denen wir geschlafen haben, waren sehr unbequem.
o Alles, was teuer ist, muss nicht unbedingt gut sein.
3
Satzbau
1) Was man über den Satzbau wissen sollte.
Ein Satz kann aus vielen einzelnen Wörtern bestehen. Diese Wörter können aber nicht beliebig irgendwo im Satz
stehen. Sie werden geordnet und in Satzgliedern zusammengefasst. Ein Satzglied kann also durchaus aus
mehreren Wörtern bestehen, den so genannten Wortgruppen. Die einzelnen Satzglieder wiederum haben in
einem Satz feste Regeln. Es werden drei Satzglieder unterschieden:
Um einen vollständigen Satz bilden zu können, braucht man mindestens zwei Satzglieder:
Subjekt + Prädikat
Subjekt Prädikat
2) Ergänzungen
Das Herzstück eines jeden Satzes bildet das Prädikat. Das Prädikat wird im Satz durch ein Verb vertreten. Das
Verb kann jedoch nicht alleine stehen und benötigt mindestens einen Begleiter, das so genannte Subjekt. Das
Subjekt ist eine Nominativ-Ergänzung. Die Nominativ-Ergänzung wird durch das Verb bestimmt und ist
eine notwendige Erweiterung des Verbs. Eine notwendige Ergänzung kann also nicht weggelassen werden,
sonst ist der Satz unvollständig. Ein Verb kann auch weitere (notwendige) Ergänzungen haben. Welche
anderen Ergänzungen, auch Objekte genannt, in einem Satz benötigt werden, wird jeweils vom Verb bestimmt.
Bei weiteren (notwendigen) Ergänzungen gilt:
1
Demnach kann ein Verb auch zwei oder drei Objekte (Akkusativ- + Dativ-, Akkusativ- + Direktiv-Ergänzung) oder
eine Ergänzung beginnend mit einer Präposition (Situativ-, Direktiv-, Präpositional-Ergänzung) verlangen. Nicht
alle Ergänzungen sind obligatorische Satzglieder. Gelegentlich können sie auch weggelassen werden.
Aussagesätze werden mit einem Punkt abgeschlossen. Der erste Buchstabe eines jeden neuen Satzes wird
stets mit großem Buchstaben geschrieben.
3) Angaben
Das Verb gibt vor, welche Ergänzungen zu gebrauchen sind. Ergänzungen sind zum größten Teil obligatorisch,
sie müssen in einem Satz gebraucht werden. Neben den Ergänzungen gibt es so genannte Angaben. Angaben
werden nicht durch das Verb bestimmt. Angaben sind fakultativ und sind für einen Satz nicht notwendige
Satzglieder. Bei den Angaben handelt es sich um freie Satzglieder, die einem Satz weitere Informationen
geben können. Diese Angaben lassen sich unter anderem mit den W-Fragen "wann, warum, wozu, wie und wo"
erfragen. Je nach Fragewort lassen sich die unterschiedlichsten Angaben unterscheiden. Die wichtigsten sind:
• Angaben sind nicht notwendige Satzglieder und werden nicht vom Verb bestimmt.
• Angaben geben freiwillige, weiterführende Informationen zu einem Satzinhalt.
• Angaben lassen sich mit bestimmten Fragewörtern erfragen: wann, warum, wozu, wie, wo.
• Die Beantwortung einer Angabe erfolgt meist entweder durch Adverbien (temporal, modal, lokal, ...)
oder durch eine Präpositionalgruppe (temporal, modal, lokal, ...).
• Obwohl der Gebrauch der Angaben in einem Satzgefüge frei ist, gibt es im Satzbau bestimmte Regeln,
die man beachten sollte. Siehe dazu: Stellung der Angaben im Satz
2
4) Das Prädikat
Das Prädikat steht im Mittelpunkt eines jeden Satzes. Das Prädikat wird durch ein Verb ausgedrückt. Das
Während die Ergänzungen und Angaben in einem Satz unterschiedliche Positionen einnehmen können, hat das
Prädikat feste Positionen, die eingehalten werden müssen. Die Stellung des Prädikats ist auch von der Satzart
In einem Aussagesatz, der häufigsten Satzart, belegt das Prädikat immer Position 2. Die Nominativ-
Ergänzung ist fest mit dem Verb verbunden und steht daher meist auf Position 1, kann aber auch auf Position 3
oder 4 stehen.
Das Verb kann sich wie alle Wortarten zu einer Verbgruppe vereinen. Man spricht dann von einem mehrteiligen
Prädikat. Mehrteilige Prädikate werden beispielsweise dazu gebraucht, um das Perfekt oder das Passiv zu
bilden. Andere Verben bestehen aus zwei Teilen, bilden eine Gruppe mit einem anderen Verb, beispielsweise
In all diesen genannten Fällen steht die Personalform auf Position 2. Die Personalform, das konjugierte Verb,
zeigt die Zeitform sowie die Person an. Die übrigen Prädikatsteile (Infinitive oder Partizipien) werden ans
Satzende gestellt. Das Subjekt steht wie beschrieben auf Position 1 oder 3.
3
5) Satzglieder
• Prädikat (obligatorisch)
• Ergänzungen (zum größten Teil obligatorisch)
• Angaben (fakultativ)
Die wichtigste Position im Satz belegt das Prädikat, das durch ein Verb ausgedrückt wird. Das Prädikat belegt in
einem Aussagesatz immer die Position 2. Das Subjekt steht unmittelbar neben dem Verb, entweder davor
oder dahinter (Position 1 oder 3). Alle anderen Angaben oder Ergänzungen können in ihren Positionen variieren.
Steht das Subjekt auf Position 1, ist insbesondere bei den Ergänzungen eine relativ feste Position vorgegeben.
Position 1 wird oft für die wichtigste Information eines Satzes vergeben. In vielen Fällen ist es das Subjekt
selbst. Um einen Text fließender zu gestalten werden oft satzverknüpfende Adverbien auf Position 1 gestellt.
Angaben oder Ergänzungen auf Position 1 vermitteln beim Leser / Zuhörenden eine erhöhte Aufmerksamkeit.
Die Aussage erhält durch die Umstellung eine gewisse Wichtigkeit im Kontext. Aus diesem Grund wird die Antwort
auf eine Ergänzungsfrage (wann, wo, was, etc.) meist auf Position 1 gelegt.
Wird Position 1 anderweitig vergeben, verschiebt sich das Subjekt im Aussagesatz von Position 1 auf Position 3 *.
* Handelt es sich um ein längeres Subjekt (Nomengruppe), können kleinere Wörter, wie z.B. die kurzen
Pronomen, Adverbien, etc., vorgezogen werden. Die Nomengruppe als Subjekt belegt dann Position 4.
6) Wortgruppen
Wir wissen bereits, dass man drei Satzglieder unterscheidet: Prädikat, Ergänzungen und Angaben. Ein
einzelner Satz kann aus mehreren Satzgliedern bestehen. Das Verb "warten" hat beispielsweise 2 Ergänzungen
(Nominativ- + Präpositional-Ergänzung):
4
Diese Aussage könnte man jetzt noch um 2 weitere Angaben erweitern (temporal, lokal).
Unser Satz besteht nun aus einem Prädikat, 2 Ergänzungen und 2 Angaben. Prädikat, Subjekt und temporale
Angabe bestehen im gezeigten Beispiel aus jeweils einem Wort. Wortgruppen entstehen, wenn mehrere Wörter
einem Satzglied zugeordnet werden. Die lokale Angabe sowie die Präpositional-Ergänzung besteht beispielsweise
aus drei Wörtern: einer Präposition, einem Nomenbegleiter (Artikel) und einem Nomen. Zusammen bilden sie
aber nur ein Satzglied. Ein Nomen steht zum Beispiel selten allein. Es wird von einem Artikel begleitet und kann
darüber hinaus Links- und Rechtsattribute mitführen, sodass ein Satzglied aus mehreren Wörtern, manchmal
sogar inklusive eines Nebensatzes (Relativsatz), bestehen kann, wie folgendes Beispiel aufzeigt:
Mutter die Namen Mick und Muck erhalten haben, zur Welt gebracht hatte,
auf den mal wieder zu spät gekommenen Schnellzug, in dem ihr geliebter
Mittelfeld Peter gesessen hatte, den sie vor zwei Jahren während eines geschäftlichen
Ergänzung
Aufenthalts in der Kaiserstadt Aachen bei einem Glas Hefeweißen in einem
Restaurant am Marktplatz vor dem alten Rathaus kennen gelernt hatte,
Im gezeigten Beispiel führen alle Wörter der zuvor genannten Satzglieder so genannte Attribute bei sich.
Attribute geben einem Bezugswort erweiterte Informationen. Sie können rechts oder links vom Bezugswort
• Nomengruppe
• Verbgruppe
• Präpositionalgruppe
• Adjektivgruppe
• Pronomengruppe
• Adverbialgruppe
• Partizipialkonstruktionen
5
7) Satzarten
Im Deutschen gibt es verschiedene Satzarten. Eine Unterscheidung der Satzarten ist notwendig, weil die
Stellung des Prädikats je nach Satzart variiert. Folgende Satzarten werden unterschieden:
• Aussagesätze
• Fragesätze
• Aufforderungssätze (Imperativ)
• Wunschsätze
• Hauptsätze
• Nebensätze
• Infinitivsätze
• Infinitivkonstruktionen
6
Satzarten
1) Was man über Satzarten wissen sollte.
Im Deutschen gibt es verschiedene Satzarten. Eine Unterscheidung der Satzarten ist notwendig, weil die Stellung
des Prädikats je nach Satzart variiert. Folgende Satzarten werden unterschieden:
• Aussagesätze
• Fragesätze
• Aufforderungssätze (Imperativ)
• Wunschsätze
• Hauptsätze
• Nebensätze
• Infinitivsätze
• Infinitivkonstruktionen
2) Aussagesätze
Ein Aussagesatz ist die Satzart, die am häufigsten vorkommt. Aussagesätze enden stets mit einem Punkt. Das
konjugierte Verb steht immer auf Position 2. Wenn das Verb aus zwei Teilen besteht (trennbare Verben)
oder eine Verbindung mit anderen Verben eingeht (Modalverben, Perfekt, Passiv, ...) werden die restlichen
Prädikatsteile ans Satzende gestellt (Subjekt auf Position 1 oder 3 ist rot markiert):
1
3) Fragesätze
• In einer Entscheidungsfrage, auch Ja- / Nein- Frage genannt, möchte die fragende Person von
seinem Gesprächspartner eine Zustimmung oder eine Ablehnung zu seiner Frage erhalten. Eine
Entscheidungsfrage wird mit einem Fragezeichen abgeschlossen. In einer Ja- / Nein- Frage steht das
Verb immer auf Position 1, das Subjekt auf Position 2. Weitere Prädikatsteile werden wie gehabt ans
Satzende gestellt.
Der Antwortsatz auf eine Ja- / Nein- Frage entspricht einem Aussagesatz. Vergleiche auch:
• Negation
• Entscheidungsfragen
• Die Ergänzungsfrage, auch W-Frage genannt, ist eine offene Frage, das heißt, dass die fragende
Person Informationen zu einem Sachverhalt wünscht. In einer W-Frage steht das Fragewort immer auf
Position 1, das Verb auf Position 2 und das Subjekt auf Position 3. Weitere Prädikatsteile werden
2
4) Aufforderungssätze
In einem Aufforderungssatz (Imperativ) wird der Gesprächspartner dazu aufgefordert, etwas Bestimmtes zu
tun. Das konjugierte Verb steht wie bei einer Ja- / Nein- Frage auf Position 1. Die Imperativformen haben
besondere Konjugationsformen. Das Subjekt entfällt in der 2. Person, Singular wie Plural! Ein
Aufforderungssatz endet mit einem Punkt oder mit einem Ausrufezeichen. Wird ein Ausrufezeichen gesetzt,
erhält die Aufforderung einen stärkeren Nachdruck.
Ein Aufforderungssatz kann auch in der Form eines Aussagesatzes geäußert werden. Die Aufforderung erhält
dadurch eine noch stärkere Befehlsform. Wird die Befehlsform benutzt, wird schneller und lauter gesprochen. Der
Hauptsätze ( HS ) und Nebensätze ( NS ) unterscheiden sich in erster Linie durch die Stellung des
konjugierten Verbs. In einem Hauptsatz steht das konjugierte Verb entweder auf Position 1 (Ja-/ Nein-
Frage und Imperativ) oder auf Position 2 (Aussagesätze und W-Fragen). Anderweitige Prädikatsteile
In einem Nebensatz wird das konjugierte Verb (im Hauptsatz = Position 2) ans Satzende gestellt, also auch
hinter anderweitigen Prädikatsteilen. Das Subjekt wird direkt hinter die Konjunktion gestellt, die den
Nebensatz einleitet. Alle anderen Satzglieder bleiben unverändert und entsprechen den Satzgliedern eines
Hauptsatzes. Nebensätze können nicht für sich allein stehen, sondern sind einem Hauptsatz untergeordnet. Sie
sind von ihm in gewisser Weise abhängig. Nebensätze werden durch bestimmte einleitende Wörter
bestimmte einleitende Wörter (= Konjunktionen: dass, nachdem, ob, weil, ...) mit dem Hauptsatz verknüpft.
3
Nebensatz
6) Infinitivsätze
Eine Sonderform bilden die Infinitivsätze. Infinitivsätze sind subjektlose Nebensätze, in denen das Verb im
Infinitiv mit dem Zusatz " zu " ans Satzende gestellt wird. Nur bestimmte Verben im Hauptsatz können einen
Infinitivsatz einleiten. Hauptsatz und Infinitivsatz sollten mit einem Komma getrennt werden, ist aber
insbesondere bei kurzen Infinitivsätzen (bei nur einer Ergänzung + Infinitiv) fakultativ.
4
7) Infinitivkonstruktionen
Eine ähnliche Form wie die Infinitivsätze bilden die Infinitivkonstruktionen. Infinitivkonstruktionen sind
ebenfalls subjektlose Nebensätze, werden jedoch mit einer Konjunktion eingeleitet. Hauptsatz und
Infinitivkonstruktion werden mit einem Komma getrennt.
Infinitivkonstruktion
Hauptsatz Pos. 1 Pos. 2 Mittelfeld Satzende
Jochen geht in die Kneipe, anstatt sich auf die Prüfung vorzubereiten.
8) Wunschsätze
Wunschsätze zeigen das Gegenteil des Indikativs an. In Wunschsätzen steht das Verb im Konjunktiv II.
Wunschsätze werden mit einem Ausrufezeichen abgeschlossen. Es gibt zwei Satzarten, mit denen man einen
Wunschsatz äußern kann:
5
Konjunktionen
1) Was man über Konjunktionen wissen sollte.
Konjunktionen, auch Bindewörter genannt, haben die Aufgabe, Wörter, Wortgruppen, Satzglieder oder gleich
ganze Sätze miteinander zu verbinden. Am häufigsten treten Konjunktionen bei Satzverbindungen auf. Je nach
Satzverbindung (HS + HS, HS + NS) verhalten sie sich unterschiedlich. Daher werden zwei Arten von
Konjunktionen unterschieden:
• Mehrteilige Konjunktionen
Nebenordnende Konjunktionen haben die Aufgabe, gleichrangige Sätze (HS + HS, NS + NS), Satzglieder,
Wortgruppen oder einzelne Wörter zu verbinden. Verbinden sie Hauptsätze, so steht die Konjunktion immer auf
Position 0:
Konjunktion 2. Hauptsatz
1. Hauptsatz
Position 0 Subjekt Verb Satzende
Iris ist schon 44, aber (Iris) (ist) noch sehr attraktiv.
• Beide Hauptsätze bleiben in ihrer Satzstruktur unverändert. Es gelten die bekannten Regeln: Subjekt,
Prädikat, Objekt.
• Der 1. Hauptsatz wird bei den Konjunktionen "aber" "denn" und "sondern" mit einem Komma
abgeschlossen. Bei "und" und "oder" wird kein Komma gesetzt.
• Ist das Verb und / oder das Subjekt im 2. Hauptsatz gleich, können sie im zweiten Satz weggelassen
werden. In den Beispielen sind sie mit einer Klammer (...) gekennzeichnet. (Diese Regel gilt nicht für die
Konjunktion "denn".)
• Die Konjunktionen "und" und "oder" können ebenso Nebensätze verbinden. Die Regeln der
Nebensätze bleiben bestehen (Verb am Satzende).
o Ich liebe dich, weil du gut aussiehst und (weil du) sehr viel Geld hast.
o Ich ärgere mich, dass du oft zu spät kommst und (dass du) so viel Geld ausgibst.
• Ebenso können die Konjunktionen "und", "aber", "sondern" und "oder" Satzglieder, Wortgruppen,
einzelne Wörter oder gar Wortteile verbinden.
o Martin und ich wollen am Wochenende mit dem Fahrrad nach Monschau fahren.
o Trinken Sie den Kaffee mit oder ohne Zucker? - Ohne Zucker, aber mit Milch.
o Wollen Sie ein- oder aussteigen?
o Liebst du mich oder Hans? - Dich und ihn liebe ich nicht, sondern ich liebe nur Fritzchen.
1
Konjunktionen beinhalten bestimmte Information:
Funktion HS 1 Konjunktion HS 2
Gegensatz,
Ich liebe ihn, aber ich werde ihn nicht heiraten.
Einschränkung
Grund Ich kündige, denn ich habe einen besseren Job gefunden.
Widerspruch,
Stefan war das nicht, sondern Udo hat das kaputt gemacht.
Korrektur
Unterordnende Konjunktionen haben die Aufgabe, einen Hauptsatz mit einem Nebensatz zu verbinden. In
Nebensätzen werden weitere Informationen zu bestimmten Wörtern, Wortgruppen oder Satzgliedern im
Hauptsatz gegeben. Ein Nebensatz wird stets mit einer unterordnenden Konjunktion eingeleitet (dass, weil, ...). In
Nebensätzen wird das konjugierte Verb ans Satzende gestellt. HS und NS werden mit einem Komma
voneinander getrennt. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Nebensätze zu bilden. Dementsprechend groß ist die
Zahl der möglichen unterordnenden Konjunktionen. Einige ausgewählte Beispiele dazu:
Nebensatz
Hauptsatz Position 1 Position 2 Mittelfeld Satzende
Sie war erst 16, als sie ihr erstes Baby bekommen hat.
4) Doppelkonjunktionen
doppelte
sowohl ... als auch Bernd war sowohl in der Schweiz als auch in Österreich.
Aufzählung
doppelte Negation weder ... noch Aber er war weder in Bern noch in Wien.
Alternative entweder ... oder Jan möchte entweder nach Italien oder nach Spanien fahren.
Gegensatz zwar ... aber In der Schweiz ist es zwar schön, aber auch sehr teuer.
2
Satzverbindende Adverbien
1) Was man über satzverbindende Adverbien wissen sollte.
Satzverbindende Adverbien haben wie die nebenordnenden Konjunktionen (Position 0) die Aufgabe, eine
Beziehung (temporal, lokal, kausal, etc.) zwischen zwei Hauptsätzen herzustellen. Gleichzeitig leiten sie den
zweiten Hauptsatz ein. Die beiden Hauptsätze werden entweder durch ein Komma oder durch einen Punkt
voneinander getrennt. Satzverbindende Adverbien werden gewöhnlich auf Position 1 gestellt, können jedoch
auch auf Position 3 oder 4 (seltener) stehen. Beispiele:
Soll das satzverbindende Adverb nicht auf Position 1 stehen, wird es hinter dem Subjekt und dem Verb auf
Position 3 gestellt. Werden im Satz weitere Pronomen gebraucht, so werden diese auf Position 3 gestellt, das
satzverbindende Adverb verschiebt sich dann auf Position 4.
2) Kausale Adverbien
Kausale Adverbien geben einen Grund an. Die entsprechenden Fragewörter lauten:
Warum; Weshalb; Weswegen; Wieso; Aus welchem Grund:
3) Konzessive Adverbien
Konzessive Adverbien geben eine Einschränkung oder einen Gegengrund einer vorausgegangenen Aussage
an.
• Martina liebt Lukas über alles, trotzdem will sie ihn nicht heiraten.
• Der Vater hat dem Sohn das Rauchen verboten, dennoch raucht der Sohn heimlich.
• Bernhard ist ein grandioser Fußballer. Allerdings ist er im Training stets lauffaul.
1
4) Finales Adverb
Das finale Adverb "dafür" gibt einen Zweck oder eine Absicht an. Das entsprechende Fragewort lautet
"Wozu?":
- Ich möchte einen Nagel in die Wand hauen. Dafür brauche ich einen Hammer.
• Wozu brauchen Sie einen Kredit?
- Ich möchte mir ein neues Auto kaufen. Dafür brauche ich noch etwas Geld.
5) Konditionales Adverb
Das konditionale Adverb "dann" gibt eine Bedingung an, die erfüllt sein muss, damit eine Aussage realisiert
werden kann.
• Sie wollen arbeiten? Dann nehmen Sie den Besen hier und kehren die Straße.
- Geben Sie mir 100 Euro dafür? Dann mache ich das auch.
• Du willst von Beruf Sportler werden? Dann solltest du mehr trainieren.
6) Konsekutive Adverbien
• Das Kind hat seine Eltern belogen, folglich bekommt es eine Strafe.
• Der Motor des Autos hat viel zu wenig Öl. Infolgedessen ist er kaputt gegangen.
• Der Schüler macht keine Hausaufgaben. Demnach hat er mit Konsequenzen zu rechnen.
• Das Motorrad blieb plötzlich stehen. Also war er gezwungen, es zu schieben.
• Das junge Paar erwartet ihr erstes Baby. Insofern wird sich ihr Leben bald stark ändern.
7) Modales Adverb
Das modale Adverb "so" fragt nach der Art und Weise. Das entsprechende Fragewort lautet "Wie?":
- Werde Sportler und mache täglich drei Stunden Sport. So habe ich es auch geschafft.
2
8) Lokale Adverbien
Lokale Adverbien geben Auskunft über eine Lage oder Richtung. Die entsprechenden Fragewörter lauten
• Torsten ist mit seiner Familie auf Sylt. Da wollen wir nächstes Jahr auch hin.
• Am Samstag fahren wir nach Monschau. Die Schmidts wollen auch dorthin fahren.
9) Temporale Adverbien
Temporale Adverbien geben Auskunft über ein zeitliches Geschehen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten,
temporale Adverbien einzusetzen. Vergleiche dazu: Temporale Adverbien. Die entsprechenden Fragewörter
lauten "Wann?, Wie lange?, Wie oft?, Ab wann?, Bis wann? und Seit wann?":
• Zuerst machst du deine Hausaufgaben. Dann darfst du mit deinen Freunden spielen.
• Natürlich darfst du mit deinen Freunden spielen. Aber vorher räumst du dein Zimmer auf.
• Um 12 Uhr geht Gerd in die Mensa. Danach hat er eine Vorlesung.
• Bernd wechselt die Reifen. Anschließend will er sein Auto noch waschen.
3
Angaben
1) Was man über Angaben wissen sollte.
Im Gegensatz zu den Ergänzungen, die zum größten Teil obligatorisch sind, sind Angaben fakultativ und für
einen Satz nicht notwendige Satzglieder. Angaben geben einem Satz weitere freiwillige Informationen. Diese
Informationen können sich beispielsweise auf temporale (wann?), örtliche (wo) und kausale (warum?) Umstände
eines Geschehens beziehen. Wie gesehen, lassen sich diese Umstände mit bestimmten W-Fragen erfragen.
• Temporale Angaben
• Kausale Angaben
• Modale Angaben
• Lokale Angaben
Angaben werden oft auf Position 1 gestellt, das Subjekt verschiebt sich dann auf Position 3. Durch die Umstellung
wird eine Aussage für einen Zuhörenden interessanter gestaltet. Als Faustformel gilt: Die wichtigste
Information im Satz sollte auf Position 1 stehen. Als die wichtigste Information im Satz gilt entweder ein
satzverbindendes Adverb oder die Antwort auf eine zuvor gestellte W-Frage:
Angaben werden in den meisten Fällen entweder mit einem Adverb oder mit einer Präpositionalgruppe
beantwortet.
1
2) Mehrere Angaben im Satz
Wie gesehen, kann eine Angabe auf Position 1 gestellt werden. Sollen in einem Satz mehrere Angaben
getätigt werden, kann (wenn gewünscht) eine der Angaben auf Position 1 stehen, alle weiteren Angaben stehen
im Mittelfeld. Bei mehreren Angaben im Mittelfeld, sollte dabei eine bestimmte Reihenfolge beachtet werden. Die
Angaben werden nach der alphabetischen Reihenfolge der W-Fragen festgelegt:
Mittelfeld / Angaben
• Temporale Angaben können entweder mit einem temporalen Adverb oder mit einer temporalen
Präposition beantwortet werden. Siehe auch temporale Fragewörter sowie temporale Nebensätze.
• Kausale Angaben werden mit einer Präposition (wegen; aus; aufgrund; vor) eingeleitet. Vergleiche
auch kausale Fragewörter, die nach dem Grund fragen sowie kausale Sätze.
• Konzessive Angaben werden mit einer Präposition (trotz; ungeachtet) eingeleitet. Vergleiche auch
konzessive Sätze.
• Konditionale Angaben werden mit einer Präposition (bei; mit; ohne) eingeleitet. Vergleiche auch
Konditionalsätze.
• Modale Angaben können entweder mit einem Adjektiv / Adverb oder mit einer Präposition (mit;
durch) beantwortet werden. Vergleiche auch modale Fragewörter sowie Modalsätze.
• Lokale Angaben können entweder mit einem Adverb oder mit einer Präposition beantwortet werden.
Vergleiche auch lokale Fragewörter.
* Lokale Angaben dürfen nicht mit Verben mit bestimmten Ergänzungen (Situativ-, Akkusativ- und
Direktiv- sowie Direktiv-Ergänzung) verwechselt werden, die ebenfalls auf die Fragen "wo", "wohin"
und "woher" eine Antwort geben.
Vergleiche dazu:
Claudia geht heute trotz des schlechten Wetters lange im Park spazieren.
Ralf will jetzt aus Langeweile mit Karin ins Kino gehen.
Willi darf nun wegen seiner Zahnschmerzen vorzeitig nach Hause gehen.
Siglinde hat eben wegen ihres kranken Kindes bitterlich im Bett geweint.
2
3) Mehrere Angaben + Ergänzungen im Mittelfeld
Wie bereits bekannt, steht auf Position 1 oft die wichtigste Information eines Satzes. Dies ist oft das Subjekt,
kann aber auch eine andere Ergänzung (Dativ-, Akkusativ-, Situativ-, ...), ein satzverbindendes Adverb oder
eine Angabe sein. Position 2 wird durch das Prädikat belegt. Das Satzende wird meist mit einem weiteren
Prädikatsteil abgeschlossen. Somit sind wichtige Positionen im Satz belegt. Unser Satzgerüst sieht nun
folgendermaßen aus:
Alle weiteren Satzinformationen, sowohl Angaben als auch weitere Verbergänzungen (Dativ- + Akkusativ-
Ergänzung, ...), müssen daher im Mittelfeld stehen, also zwischen den beiden Prädikatsteilen und dem
dazugehörenden Subjekt, sofern dieses auf Position 3 rutscht. Unsere beiden Satzgerüste sehen nun
folgendermaßen aus:
Alle Kinder haben gestern in der Holzhütte auf den Luftmatratzen geschlafen.
Gestern haben alle Kinder in der Holzhütte auf den Luftmatratzen geschlafen.
Stehen im Mittelfeld sowohl Ergänzungen als auch Angaben, unterliegen diese selbstverständlich einer
bestimmten Ordnung:
Mittelfeld
bestimmte unbestimmte
Angaben Negation andere Ergänzungen
Ergänzungen Ergänzungen
• Bestimmte Ergänzungen
Dazu gehören:
o alle Personalpronomen im Nominativ (falls nicht Position 1), Akkusativ und Dativ
Pronomen stehen im Allgemeinen direkt hinter dem konjugierten Verb auf Position 3.
Werden mehrere Personalpronomen gebraucht, gilt: zuerst Nominativ, dann
Akkusativ am Ende Dativ.
Zur Stellung der Dativ- und Akkusativ-Ergänzung im Allgemeinen siehe unter: Verben
mit Dativ- und Akkusativ-Ergänzung.
Personalpronomen werden in der Regel immer vor dem Nomen gestellt.
o Reflexivpronomen
o Eigennamen und Nomen mit bestimmten Artikel
o Nomen mit Possessivartikel
• Angaben wie weiter oben erklärt.
3
• Unbestimmte Ergänzungen Dazu gehören:
o Nomen mit Nullartikel (ohne Eigennamen = best. Ergänzung)
• Andere Ergänzungen
Dazu gehören:
Mittelfeld
Satzanfang Satzende
best. Erg. Angaben unbest. Erg. Negation andere Erg.
4
Nebensätze
1) Was man über Nebensätze wissen sollte.
Hauptsätze ( HS ) und Nebensätze ( NS ) unterscheiden sich in erster Linie durch die Satzstellung des
konjugierten Verbs. In einem Hauptsatz steht das konjugierte Verb entweder auf Position 1 (Ja-/ Nein-
Fragen und Imperativ) oder auf Position 2 (Aussagesätze und W-Fragen. Anderweitige Prädikatsteile
werden im Infinitiv oder im Partizip II ans Satzende gestellt. In einem Nebensatz wird das konjugierte Verb
(im Hauptsatz = Position 2) ans Satzende gestellt, also auch hinter anderweitigen Prädikatsteilen. Alle anderen
Satzglieder bleiben unverändert und entsprechen den Satzgliedern eines Hauptsatzes. Nebensätze können nicht
für sich allein stehen, sondern sind einem Hauptsatz untergeordnet. Sie sind von ihm in gewisser Weise abhängig.
Nebensätze werden durch bestimmte einleitende Wörter (= Konjunktionen: dass, nachdem, ob, weil, ...) mit
dem Hauptsatz verknüpft. Die beiden Sätze werden mit einem "Komma" voneinander getrennt.
Nebensatz
• Steht der NS vor dem HS, steht der NS auf Position 1 des Hauptsatzes.
• Das konjugierte Verb des HS steht wie gewohnt auf Position 2.
• Das konjugierte Verb des NS schließt den NS ab, sodass sich beide Verben (Verb NS, Verb HS)
berühren.
• In einem Nebensatz steht das Subjekt sofort hinter der Konjunktion.
1
2) Mehrere Prädikatsteile im Nebensatz
Dieser Grundsatz bleibt auch dann bestehen, wenn das Verb aus mehreren Prädikatsteilen besteht,
2
3) Ausnahmen
Bestimmte Konstruktionen verlangen im Perfekt das Hilfsverb "haben" + 2 Infinitive. Dies ist der Fall bei:
• Perfekt + Modalverb
• Plusquamperfekt + Modalverb
• Passiv + Perfekt + Modalverb (= 4 Verben)
• Passiv + Plusquamperfekt + Modalverb (= 4 Verben)
• Die Verben "hören", "sehen" und "lassen" werden im Perfekt / Plusquamperfekt ebenfalls wie die
Modalverben mit 2 Infinitiven gebildet.
Stehen die genannten Konstruktionen in einem Nebensatz, so steht das konjugierte Hilfsverb vor den
Infinitiven.
3
4) Übersicht Nebensätze
• Ergänzungssätze
o Indirekte Fragesätze
o Infinitivkonstruktionen mit "um ... zu"; ohne ...zu" und anstatt ... "zu".
• Nebensätze
o Kausalsätze
o Konzessivsätze
o Finalsätze
o Konditionalsätze
o Konsekutivsätze
o Modalsätze
o Temporalsätze
Temporale Nebensätze mit "wenn" und "als"
Temporale Nebensätze mit "während"
Temporale Nebensätze mit "bevor"
• Konjunktiv II
o Ratschläge geben
o Wunschsätze
o Irreale Bedingungssätze
o Irreale Vergleichssätze
• Relativsätze
4
Kausalsätze
1) Was man über Kausalsätze wissen sollte.
Kausalsätze geben einen Grund oder eine Ursache an. Die entsprechenden Fragewörter lauten: Warum;
Weshalb; Weswegen; Wieso; Aus welchem Grund. Ein kausaler Nebensatz wird mit der Konjunktion " weil "
oder " da " eingeleitet.
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
Ich konnte den Rasen nicht mähen, weil der Rasenmäher kaputt gegangen ist.
Ich bin heute nicht in die Schule gegangen, weil ich starke Kopfschmerzen hatte.
Sie freut sich so, weil sie eine wichtige Prüfung bestanden hat.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
Da der Rasenmäher kaputt gegangen ist, konnte ich den Rasen nicht mähen.
Da ich starke Kopfschmerzen hatte, bin ich heute nicht in die Schule gegangen.
Da es vor dem großen Hund Angst hat, weint das kleine Mädchen.
Da sie eine wichtige Prüfung bestanden hat, freut sie sich so.
Nebensätze, die mit " weil " eingeleitet werden, können ausnahmsweise auch alleine (ohne HS) stehen,
wenn die Situation (= W-Frage) deutlich ist.
Weshalb kommst du nicht mit ins Kino? Weil ich zurzeit pleite bin. (=kein Geld haben)
Wieso läuft Gustav ihr immer hinterher? Weil er in sie total verknallt ist.
Die Konjunktion " da " ist gleichbedeutend mit "weil". "Da" wird aber häufiger benutzt, wenn der NS vor dem
HS steht. Oft ist dabei die Handlung, über die gesprochen wird, bereits bekannt.
• Da das Wetter heute viel schlechter als vorhergesagt ist, grillen wir nicht.
• Da mein Auto kaputt ist, kann ich heute nicht in die Stadt fahren, um Getränke zu kaufen.
• Da ich nächste Woche einen schwierigen Test schreibe, muss ich jetzt sehr viel lernen.
1
2) Nominalisierung
Eine kausale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "wegen", "aufgrund", "aus" und "vor":
Ich konnte den Rasen wegen des kaputt gegangenen Rasenmähers nicht mähen.
Aufgrund starker Kopfschmerzen bin ich heute nicht in die Schule gegangen.
Aus Angst vor dem großen Hund weint das kleine Mädchen.
3) Kausale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:
o "Denn" steht immer auf Position 0. Zwischen den beiden Hauptsätzen steht ein Komma. "Denn"
gehört zu den nebenordnenden Konjunktionen.
o "Nämlich" steht immer auf Position 3. Zwischen den beiden Hauptsätzen steht ein Punkt.
o "Deshalb, darum, deswegen" und "daher" stehen entweder auf Position 1 oder 3 und
verlangen eine inverse Struktur der beiden Hauptsätze!!!
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 0 Position 1 Verb Mittelfeld / Ende
Heute geht Karl nicht zur Arbeit, denn er ist sehr krank.
Heute geht Karl nicht zur Arbeit. Er ist nämlich sehr krank.
Karl ist sehr krank, deshalb geht er heute nicht zur Arbeit.
2
verbal / nominal
HS / NS Karl geht heute nicht zur Arbeit, weil er sehr krank ist.
4) Übersicht
verbal nominal
3
Konzessivsätze
1) Was man über Konzessivsätze wissen sollte.
Konzessivsätze geben einen Gegengrund (Vergleiche: kausal = Grund), eine Einschränkung oder eine
Einräumung an. Der Nebensatz formuliert eine Bedingung, der Hauptsatz eine Folge, die aber nicht oder
anders als erwartet eintritt (= nicht logische Folge).
• Weil sie Peter über alles liebt, will sie ihn heiraten. (kausal = Grund = logische Folge)
• Obwohl sie Peter über alles liebt, will sie ihn nicht heiraten. (konzessiv = Gegengrund, nicht logische Folge)
Ein konzessiver Nebensatz wird mit der Konjunktion " obwohl " oder " obgleich " ("obschon" = veraltet)
eingeleitet.
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
Der Musiker bekommt keine neuen Auftritte angeboten, obwohl er weltweit sehr berühmt ist.
Der 8-jährige Tim kann noch nicht rechnen, obgleich er schon zwei Jahre die Schule besucht.
Der Student ist durch die Prüfung gefallen, obgleich er sich wochenlang darauf vorbereitet hat.
Der Mann fährt mit dem Auto nach Hause, obwohl er sehr viel Alkohol getrunken hat.
Der Angestellte geht heute arbeiten, obgleich er sehr stark erkältet ist.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
Obgleich der Schauspieler weltweit berühmt ist, bekommt er keine neuen Rollen angeboten.
Obschon Tim schon zwei Jahre die Schule besucht, kann er immer noch nicht rechnen.
Obgleich der Mann sehr viel Alkohol getrunken hat, fährt er mit dem Auto nach Hause.
Obgleich der Angestellte sehr stark erkältet ist, geht er heute arbeiten.
2) Nominalisierung
Eine konzessive Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "trotz" und "ungeachtet" (beide + Genitiv):
Trotz seiner weltweiten Berühmtheit bekommt der Schauspieler keine neuen Rollen angeboten.
Trotz deines zweijährigen Schulbesuchs kann Tim immer noch nicht rechnen.
Der Mann fährt ungeachtet seines enormen Alkoholkonsums mit dem Auto nach Hause.
1
3) Konzessive Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:
Konzessive Adverbien stehen entweder auf Position 1 oder 3. Die beiden Hauptsätze werden mit einem
Punkt voneinander getrennt:
o Die konzessiven Adverbien "trotzdem, dennoch" und "allerdings" verlangen eine inverse
Struktur der beiden Hauptsätze!!!
o "zwar ... aber" (keine inverse Struktur!!!) ist eine Doppelkonjunktion und stellt ebenfalls
eine Verbindung zwischen zwei Hauptsätzen her. Die Konjunktionen "zwar" kann sowohl auf
Position 1 als auch auf Position 3 stehen, die Konjunktionen "aber" auf Position O oder auf
Position 3 (oder Pos. 4, sofern andere Pronomen hinter dem Verb gestellt werden.) Gleiche
Satzglieder (Verb oder Subjekt) werden in der Regel weggelassen.
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Pos. 0 Pos. 1 Verb Pos. 3 Mittelfeld / Ende
Karl geht zwar zur Arbeit, (er) ist aber stark erkältet.
verbal / nominal
4) Übersicht
verbal nominal
2
Finalsätze
1) Was man über Finalsätze wissen sollte.
Finalsätze geben eine Absicht, einen Zweck oder ein Ziel an. Die entsprechenden Fragewörter lauten:
Wozu?; Zu welchem Zweck?; Mit welcher Absicht?. Es gibt zwei Möglichkeiten, Finalsätze auszudrücken:
• Infinitivkonstruktion
Ist das Subjekt im Beziehungssatz (=Hauptsatz) mit dem Nebensatz identisch, wird die Konjunktion "
um ... zu " benutzt. In der Infinitivkonstruktion entfällt das Subjekt. Der Infinitiv steht oft am Ende des
Satzes, kann aber auch im Mittelfeld oder am Satzanfang stehen. " Um " leitet die Infinitivkonstruktion
ein, " zu + Infinitiv " schließt den Satz ab. Beide Sätze sollten mit einem Komma voneinander getrennt
werden.
o Die Modalverben "möchten", "sollen" und "wollen" haben eine finale Bedeutung und können
daher nicht in einem Finalsatz stehen. Sie werden gegen das Modalverb "können" eingetauscht.
"Können" kann aber auch weggelassen werden, ohne das sich die finale Bedeutung ändert.
• Nebensatz
Ist das Subjekt im Beziehungssatz (=Hauptsatz) nicht mit dem Nebensatz identisch, muss die
Konjunktion "damit" benutzt werden. Es folgt ein Nebensatz (mit Subjekt). Ein Finalsatz mit "damit"
kann immer gebildet werden, auch wenn die Subjekte identisch sind. Finalsätze stehen gewöhnlich hinter
dem HS, können aber auch vorgestellt werden. HS und NS werden mit einem Komma voneinander
getrennt.
1
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
Man sollte neue Straßen bauen, damit der Verkehr schneller fließen kann.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
Damit der Verkehr schneller fließen kann, sollte man neue Straßen bauen.
2) Nominalisierung
Eine finale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: " zu ", " für ", und " zwecks ":
• Die Präposition zwecks verlangt den Genitiv, zu den Dativ und für den Akkusativ.
2
3) Finale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
• Verbalstil
• Nominalstil = Hauptsatz.
Die beiden finalen Adverbien lauten "dazu" und "dafür". Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3 und verlangen
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Pos. 1 Verb Mittelfeld / Ende
Es sollen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dafür baut man neue Fabriken.
Der Verkehr soll schneller fließen. Man sollte dafür neue Straßen bauen.
Die Modalverben "möchten", "sollen" und "wollen" haben eine finale Bedeutung und können daher nicht in einem
Finalsatz (Infinitivsatz oder NS + damit) stehen. Anders verhält es sich, wenn ein satzverbindendes Adverb
zwei Hauptsätze miteinander verbindet. In diesen Fällen gilt diese Regel nicht.
4) Übersicht
verbal nominal
3
Adversativsätze
1) Was man über Adversativsätze wissen sollte.
Adversativsätze geben einen Gegensatz oder eine Einschränkung an. Die mögliche Konjunktion lautet:
während:
Hauptsatz Nebensatz
Seine Frau ist sehr fleißig, während er selbst sehr faul ist.
Petra ist ziemlich klein, während ihre Kinder sehr groß sind.
Helmut ist der geborene Pessimist, während sein Bruder alles optimistisch sieht.
Elke ist ständig draußen, während ihr großer Bruder nur zu Hause am Computer sitzt.
2) Nominalisierung
Eine adversative Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "entgegen" (+ Dativ / Sachen) oder "im Gegensatz zu" (+ Dativ / Personen):
Entgegen der allgemeingültigen Meinung ist das für mich kein Problem.
3) Adversative Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
1
Hauptsatz 1 Hauptsatz 2
Rosemari ist (zwar) bildhübsch, aber (sie) (ist) nicht besonders intelligent.
4) Übersicht
verbal nominal
aber (Pos. 0 / 3)
2
Modalsätze
1) Was man über Modalsätze wissen sollte.
Modalsätze geben Auskunft über die Art und Weise, wie / wodurch / auf welche Art oder auf welche Weise
etwas passiert. Die möglichen Konjunktionen lauten indem und dadurch, dass...:
Man kann das Herz einer Frau erobern, indem man ihr täglich Komplimente macht.
Man kann ihr Herz dadurch erobern, dass man ihre Neugier weckt.
Man kann deren Herz erobern, indem man sie auf Händen trägt.
2) Nominalisierung
Eine modale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "durch" (+ Akkusativ), "unter" (+ Akkusativ), "mit" (+ Dativ) und "mittels" (+
Genitiv).
Vielleicht kann man das Herz einer schönen Frau durch tägliche Komplimente erobern.
Mit dem Wecken ihrer Neugier kann man bestimmt ihr Herz erobern.
Durch das Tragen auf Händen wird man es unter Umständen erobern können.
3) Modale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:
Die möglichen Adverbien lauten "dabei", "dadurch", "damit" und "so". Sie stehen entweder auf Position 1 oder
3. Diese Adverbien fordern eine inverse Struktur.
Hauptsatz 1 Hauptsatz 2
Man sollte ihr täglich Komplimente machen. Dadurch könnte man ihr Herz vielleicht erobern.
Man sollte ihre Neugier wecken. Damit könnte man es unter Umständen erobern.
Man sollte sie auf Händen tragen. So könnte man es vielleicht auch erobern.
1
3) Übersicht
verbal nominal
dadurch
durch (+ Akk)
damit
indem (HS + NS) unter (+ Akk)
damit
dadurch, dass (HS + NS) mit (+ Dat)
so
mittels (+ Gen)
Position 1 oder 3 (HS + HS / invers)
4) Fehlende Begleitumstände
Modalsätze können einen fehlenden Begleitumstand zu einem vorgestellten Aussagesatz angeben und können
Übersicht
verbal nominal
Konjunktionen Präpositionen
2
5) Alternative Begleitumstände
Modalsätze können einen alternativen Begleitumstand zu einem vorgestellten Aussagesatz angeben und
zeigen eine Alternative oder eine andere Möglichkeit auf.
o Die Hausfrau müsste eigentlich aufstehen. Sie zieht es aber vor, im Bett liegen zu bleiben.
Die Hausfrau bleibt im Bett liegen, anstatt dass sie aufsteht.
Die Hausfrau bleibt im Bett liegen, statt aufzustehen.
Die Hausfrau müsste eigentlich aufstehen. Stattdessen bleibt sie im Bett liegen.
o Heikes Freund sollte Wein kaufen. Er kaufte aber nur Zigaretten und Bier.
Anstatt dass Heikes Freund Wein kaufte, kaufte er nur Zigaretten und Bier.
Anstatt Wein zu kaufen, kaufte er nur Zigaretten und Bier.
Heikes Freund sollte Wein kaufen. Stattdessen kaufte er nur Zigaretten und Bier.
Statt Wein kaufte Heikes Freund nur Zigaretten und Bier.
Übersicht
verbal nominal
6) Vergleichssätze
Modalsätze können zwei Personen, zwei Sachen oder zwei Aussagen miteinander vergleichen. Ein Vergleichssatz
kann ausdrücken:
• a) Gleichheit
• b) Ungleichheit
• c) Proportionales Verhältnis
o Gleichheit
3
o Ungleichheit
o Proportionales Verhältnis
4
Konditionalsätze
1) Was man über Konditionalsätze wissen sollte.
Konditionalsätze geben eine Bedingung an. Die entsprechenden Fragewörter lauten: "Wann" und "Unter
welcher Bedingung":
Ein Bedingungssatz (= Konditionalsatz) ist ein Nebensatz, der mit "falls", "sofern", oder "wenn" eingeleitet wird
(Fragewort = "wann", Konjunktion = "wenn" / Vokalwechsel a - e beachten!). Der Nebensatz formuliert die
Bedingung, die erfüllt sein muss, damit die Folge, die im Hauptsatz angegeben wird, realisiert werden kann.
Bedingungssätze können nicht in der Vergangenheit stehen!
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
Meine Mitarbeiter werden gelobt, falls sie sich besonders für die Firma eingesetzt haben.
Man könne erst über Lohnerhöhungen wenn sich die Produktivität in unserem Unternehmen
nachdenken, verbessert hat.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
Die Konjunktion "wenn" kann auch weggelassen werden. In diesem Fall steht das konjugierte Verb auf
Position 1:
1
2) Nominalisierung
Eine konditionale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "bei" (+Dativ), "mit" (+ Dativ), "durch" (+ Akkusativ), "ohne" (+ Akkusativ),
Bei Entwendung von Betriebseigentum werden die entsprechenden Mitarbeiter fristlos entlassen.
Bei besonderem Einsatz für die Firma werden die Mitarbeiter selbstverständlich gelobt.
Im Falle einer Verbesserung der Produktivität in unserem Unternehmen könne man über
Lohnerhöhungen nachdenken.
Ohne eine Verbesserung der Produktivität in unserem Unternehmen könne man nicht über
Lohnerhöhungen nachdenken.
3) Konditionale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Die beiden konditionalen Adverbien lauten "sonst" und "andernfalls". Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3.
Hauptsatz 1 Hauptsatz 2
nicht stehlen!)
D
2
4) Übersicht
verbal nominal
bei (+ Dativ)
mit (+ Dativ)
wenn (HS + NS / NS + HS) andernfalls (HS + HS)
durch (+ Akkusativ)
falls (HS + NS / NS + HS) sonst (HS + HS)
ohne (+ Akkusativ)
sofern (HS + NS / NS + HS) alle Adverbien Position 1 oder 3 (+ Negation)
im Falle (+ Genitiv)
3
Konsekutivsätze
1) Was man über Konsekutivsätze wissen sollte.
Konsekutivsätze geben eine Folge an, die sich aus einer vorangegangenen Handlung ergibt. Daher muss der
Hauptsatz, in dem die Aussage steht, immer zuerst stehen. Hinter dem HS folgt der NS (=Konsekutivsatz). Die
* (Laut der neuen Rechtschreibreform von 2006 sind beide Schreibweisen erlaubt: so dass oder sodass)
Die Konjunktion "so dass" leitet einen NS ein. "So" kann aber auch vor einem Adjektiv im HS stehen, dann
genügt "dass" als Nebensatz einleitende Konjunktion.
2) Nominalisierung
Eine konsekutive Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "infolge" (+ Genitiv) oder "infolge von" (+ Dativ):
3) Konsekutive Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
1
Die möglichen Adverbien lauten "also", "daher", "darum", "deshalb", "deswegen", "folglich" und
"infolgedessen". Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3. Diese Adverbien haben keine inverse Struktur, weil
Hauptsatz 1 Hauptsatz 2
Der Sommer war viel zu heiß. Infolgedessen starben viele ältere Menschen.
Der Sommer war sehr trocken. Daher trockneten Viele Flüsse und Seen aus.
4) Übersicht
verbal nominal
also
daher
darum
sodass (HS + NS) deshalb infolge (+ Genitiv)
so + Adj., dass (HS + NS) deswegen infolge von (+ Dativ)
folglich
infolgedessen
alle Adverbien Position 1 oder 3 (HS + HS)
2
Temporalsätze
1) Was man über Temporalsätze wissen sollte.
Temporale Aussagen sind stets freiwillige Angaben und sind für einen Satz nicht notwendige Satzglieder.
Grundsätzlich können temporale Angaben auf folgender Weise ausgedrückt werden:
• Temporale Adverbien
• Temporale Präpositionen
• Zeitausdrücke als Angabe im Akkusativ
• Temporale Nebensätze
Temporalsätze sind Nebensätze und werden stets mit einer Konjunktion eingeleitet. Es gibt
verschiedene Konjunktionen, die einen Temporalsatz einleiten können. Sie geben Informationen über den
Beginn, das Ende und die Dauer eines Geschehens und ob etwas gleichzeitig oder ungleichzeitig passiert:
• Gleichzeitigkeit
o Temporale Nebensätze mit "wenn" und "als"
o Temporale Nebensätze mit "während"
o Temporale Nebensätze mit "seitdem"
o Temporale Nebensätze mit "solange"
o Temporale Nebensätze mit "bis"
• Ungleichzeitigkeit
o Temporale Nebensätze mit "bevor"
o Temporale Nebensätze mit "nachdem"
o Temporale Nebensätze mit "sobald"
1
Temporalsätze mit „wenn“ und „als“
1) Was man über Temporalsätze mit „wenn“ und „als“ wissen sollte.
Temporalsätze mit "wenn" und "als" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen zu einem Zeitpunkt aus.
Das passende Fragewort lautet "Wann"? Die Konjunktion "wenn" benutzt man für eine gleichzeitige Handlung in
der Zukunft und in der Gegenwart sowie für eine wiederholte Handlung in der Vergangenheit. Die Konjunktion
"als" wird nur für eine einmalige Handlung in der Vergangenheit benutzt.
(immer) wenn;
Gegenwart wann? mehrmalige Handlungen
(jedes Mal) wenn
(immer) wenn;
Vergangenheit wann? mehrmalige Handlungen
(jedes Mal) wenn
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
Das Kind ist (immer) glücklich, wenn die Oma zu Besuch kommt.
Simons Eltern sind gestorben, als er noch ein kleiner Junge war.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
(Immer) wenn die Oma zu Besuch kommt, ist das Kind glücklich.
Wenn das Mädchen Liebeskummer hatte, hat es (jedes Mal) bitterlich geweint.
Als Simon noch ein kleiner Junge war, sind seine Eltern gestorben.
1
2) Nominalisierung
Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauten: "an", "bei", "in" und "mit":
3) Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz:
Alternativ können die temporalen Adverbien "damals" oder "da" verwendet werden. Sie werden allerdings nur in
der Vergangenheit benutzt und stehen meist auf Position 1, seltener auf Position 3. Sie verlangen eine inverse
Struktur.
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2
Simon war noch ein kleiner Junge. Da sind seine Eltern gestorben.
verbal / nominal
NS / HS Als Simon noch ein kleiner junge war, sind seine Eltern gestorben.
HS / NS Simons Eltern sind gestorben, als er noch ein kleiner Junge war.
4) Übersicht
verbal nominal
2
Temporalsätze mit „während“ und „solange“
1) Was man über Temporalsätze mit „während“ und „solange“ wissen sollte.
Temporalsätze mit "während" und "solange" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen zu einem
Zeitpunkt aus. Dabei laufen zwei Vorgänge parallel zueinander. Beide Konjunktionen können in allen Zeiten
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
Die Hausfrau stopft die Socken, während ihr Mann sich die Fußballübertragung ansieht.
Jochen hat fünf Flaschen Bier getrunken, während er in der Badewanne gesessen hat.
Die Hausfrau bringt die Küche in Ordnung, während die Kinder ihre Hausaufgaben machen.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
Solange der Mann sich die Fußballübertragung ansieht, stopft die Hausfrau die Socken.
Während Jochen in der Badewanne gesessen hat, hat er fünf Flaschen Bier getrunken.
Solange die Kinder ihre Hausaufgaben machen, bringt die Mutter die Küche in Ordnung.
2) Nominalisierung
Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
1
3) Temporale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Alternativ können die temporalen Adverbien "währenddessen" oder "solange" verwendet werden. Eine inverse
Struktur ist nicht zwingend notwendig, da beide Handlungen parallel verlaufen. Meist stehen diese Adverbien auf
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2
verbal / nominal
4) Übersicht
verbal nominal
2
Temporalsätze mit „bevor“ und „ehe“
1) Was man über Temporalsätze mit „bevor“ und „ehe“ wissen sollte.
Temporalsätze mit "bevor" und "ehe" drücken eine Ungleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Die Handlung
des Hauptsatzes tritt dabei zuerst ein, die Handlung des Nebensatzes folgt nach dem Hauptsatz. Beide Verben,
sowohl der HS als auch der NS, haben bei diesen Konjunktionen das gleiche Tempus.
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
Hugo überlegte noch kurz, bevor er sie das erste Mal küsste.
Das Kind muss seine Hausaufgaben machen, ehe es mit seinen Freunden spielen darf.
Doris las das Buch aus, bevor sie sich schlafen legte.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
Bevor Hugo sie das erste Mal küsste, überlegte er noch kurz.
Bevor das Kind mit seinen Freunden spielen darf, muss es seine Hausaufgaben machen.
Ehe Doris sich schlafen legte, las sie das Buch aus.
2) Nominalisierung
Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
Wasch dir vor dem Hinsetzen (an den Tisch) deine Hände.
Das Kind muss vor dem Spielen mit seinen Freunden seine Hausaufgaben machen.
1
3) Temporale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Alternativ können die temporalen Adverbien "davor", "vorher" oder "zuvor" verwendet werden. Diese
Adverbien verlangen eine inverse Struktur. Sie können auf Position 1 oder 3 gestellt werden.
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Pos. 1 Verb Mittelfeld / Ende Verb 2
Du möchtest dich an den Tisch setzen? Wasch dir vorher deine Hände.
Hugo küsste sie das erste Mal. Zuvor überlegte er jedoch noch kurz.
Das Kind darf mit seinen Freunden spielen. Davor muss es aber seine Hausaufgaben machen.
Doris legte sich endlich schlafen. Vorher las sie allerdings das Buch noch aus.
verbal / nominal
HS / NS Du sollst dir deine Hände waschen, bevor du dich an den Tisch setzt.
4) Übersicht
verbal nominal
Position 1 oder 3
2
Temporalsätze mit „nachdem“
1) Was man über Temporalsätze mit „nachdem“ wissen sollte.
Temporalsätze mit "nachdem" drücken eine Ungleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Die Handlung des
Nebensatzes tritt dabei zuerst ein, die Handlung des Hauptsatzes folgt nach dem Nebensatz (invers zu der
Konjunktion bevor). Das Verb des Nebensatzes steht dabei eine Zeitstufe vor dem Verb des Hauptsatzes. Es gilt:
Hauptsatz + Nebensatz
Zukunft + Vergangenheit*
Gegenwart + Vergangenheit*
Vergangenheit* + Plusquamperfekt
*Vergangenheit: Sowohl das Präsens als auch das Präteritum bilden die gleiche Zeitstufe! Der Unterschied liegt
alleinig in ihrer Verwendung. Vergleiche: Präteritum, Perfekt sowie Plusquamperfekt.
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
Du setzt dich erst an den Tisch, nachdem du dir deine Hände gewaschen hast.
Hugo küsste sie das erste Mal, nachdem er kurz überlegt hatte.
Das Kind darf mit seinen Freunden spielen, nachdem es seine Hausaufgaben gemacht hat.
Doris legte sich schlafen, nachdem sie das Buch ausgelesen hatte.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
Nachdem du dir deine Hände gewaschen hast, kannst du dich an den Tisch setzen.
Nachdem Hugo kurz überlegt hatte, küsste er sie das erste Mal.
Nachdem das Kind seine Hausaufgaben gemacht hat, darf es mit seinen Freunden spielen.
Nachdem Doris das Buch ausgelesen hatte, legte sie sich schlafen.
2) Nominalisierung
Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion formuliert werden. Die
passende Präposition lautet: "nach":
Das Kind darf nach den Hausaufgaben mit seinen Freunden spielen.
1
3) Temporale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
• Nominalstil = Hauptsatz.
Alternativ können die temporalen Adverbien "anschließend", "danach", "dann" oder "daraufhin" verwendet
werden. Diese Adverbien verlangen eine inverse Struktur. Meist werden sie auf Position 1 gestellt. Position 3 ist
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2
Zuerst wäschst du dir deine Hände. Dann darfst du dich an den Tisch setzen.
Zuerst überlegte Hugo kurz. Daraufhin küsste er sie das erste Mal.
Erst muss das Kind seine Hausaufgaben machen. Danach darf es mit seinen Freunden spielen.
Doris las zuerst das Buch aus. Daraufhin legte sie sich schlafen.
verbal / nominal
NS / HS Nachdem du dir die Hände gewaschen hast, setz dich bitte an den Tisch.
HS / NS Du kannst dich an den Tisch setzen, nachdem du dir die Hände gewaschen hast.
4) Übersicht
verbal nominal
Position 1 (oder 3)
2
Temporalsätze mit „seitdem“
1) Was man über Temporalsätze mit „seitdem“ wissen sollte.
Temporalsätze mit "seitdem" oder "seit" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Die Handlung
des Nebensatzes beginnt in der Vergangenheit und dauert bis zur Gegenwart. Der Hauptsatz steht im Präsens.
Das Fragewort lautet "Seit wann?" (oder "Wie lange?").
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
Ich liebe sie, seit wir uns das erste Mal begegnet sind.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
Seitdem wir uns das erste Mal begegnet sind, liebe ich Susanne.
2) Nominalisierung
Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
1
3) Temporale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Alternativ können die temporalen Adverbien "seitdem" oder "seither" verwendet werden. Diese Adverbien
verlangen eine inverse Struktur. Sie werden auf Position 1 oder 3 gestellt.
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Pos. 1 Verb Mittelfeld Verb 2
Ich bin Susanne das erst Mal auf einer Party begegnet. Seither liebe ich sie.
Wir haben uns am 04.04.02 verlobt. Seitdem arbeite ich auch in dieser Firma.
Anfang April hatte ich einen schweren Arbeitsunfall. Ich muss seither im Krankenhaus liegen.
verbal / nominal
NS / HS Seitdem ich ihr das erste Mal begegnet bin, liebe ich sie.
HS / NS Ich liebe sie, seitdem ich ihr das erste Mal begegnet bin.
4) Übersicht
verbal nominal
2
Temporalsätze mit „sobald“
1) Was man über Temporalsätze mit „sobald“ wissen sollte.
Temporalsätze mit "sobald" und "sowie" drücken eine Ungleichzeitigkeit zweier Handlungen aus und
beschreiben eine unmittelbare Abfolge zweier Handlungen. Das Fragewort lautet "Wann?". Die Handlung des
Nebensatzes ist beendet, bevor die Handlung des Hauptsatzes beginnt. Das Verb des Nebensatzes steht dabei
eine Zeitstufe vor dem Verb des Hauptsatzes. Es gilt:
Hauptsatz + Nebensatz
Zukunft + Vergangenheit*
Gegenwart + Vergangenheit*
Vergangenheit* + Plusquamperfekt
*Vergangenheit: Sowohl das Präsens als auch das Präteritum bilden die gleiche Zeitstufe! Der Unterschied liegt
alleinig in ihrer Verwendung. Vergleiche: Präteritum, Perfekt sowie Plusquamperfekt.
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
Ich komme nach Hause, sobald ich mit der Arbeit fertig geworden bin.
Ich mähe den Rasen, sobald ich den Wagen gewaschen habe.
Ich bin nach Deutschland gekommen, sowie der Krieg ausgebrochen war.
Der Eigentümer wurde benachrichtigt, sobald man den Schaden festgestellt hatte.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
Sobald ich mit der Arbeit fertig geworden bin, komme ich nach Hause.
Sobald ich den Wagen gewaschen habe, mähe ich den Rasen.
Sobald der Krieg ausgebrochen war, bin ich nach Deutschland gekommen.
Sowie man den Schaden festgestellt hatte, wurde der Eigentümer benachrichtigt.
2) Nominalisierung
Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passenden Präpositionen lauteten: "gleich nach" oder "sofort nach":
1
• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.
• Die Präpositionen "nach" und "gleich nach" verlangen den Dativ.
3) Temporale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Eine zeitliche Abfolge kann mit den temporalen Adverbien "zuerst", "erst", "anschließend" oder "dann" in
Kombination mit "sofort" oder "gleich" wiedergegeben werden. Die Adverbien werden auf Position 1 oder 3
gestellt.
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2
Zuerst wasche ich den Wagen. Anschließend mähe ich gleich den Rasen.
Der Schaden wurde festgestellt. Sofort danach wurde der Eigentümer benachrichtigt.
verbal / nominal
4) Übersicht
verbal nominal
2
Temporalsätze mit „solange“
1) Was man über Temporalsätze mit „solange“ wissen sollte.
Temporalsätze mit "solange" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Das Ende der Handlung ist
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
zurückkehren?
Die Inselbewohner dürfen nicht mehr in ihr Dorf zurückkehren, solange der Vulkan aktiv ist.
Das Kind muss still sitzen bleiben, solange der Frisör seine Haare schneidet.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
Solange der Vulkan aktiv ist, dürfen die Bewohner nicht in ihr Dorf zurückkehren.
Solange der Frisör die Haare schneidet, muss das Kind still sitzen bleiben.
Solange die Autobahn gesperrt bleibt, müssen wir im Stau stehen bleiben.
2) Nominalisierung
Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
Die Inselbewohner dürfen während der Vulkanaktivitäten nicht in ihr Dorf zurückkehren.
1
3) Temporale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
Eine temporale Aussage kann mit dem temporalen Adverb "solange" wiedergegeben werden. Es wird auf Position
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Pos. 1 Verb Mittelfeld Verb 2
Der Vulkan ist noch aktiv. Solange dürfen die Bewohner nicht zurückkehren.
Der Frisör schneidet die Haare des Kindes. Es muss solange still sitzen bleiben.
Die Autobahn ist nach dem Unfall noch gesperrt. Solange müssen die Autofahrer im Stau stehen bleiben.
Der Winter bleibt bis März. Solange bleibt auch der Schnee liegen.
verbal / nominal
4) Übersicht
verbal nominal
2
Temporalsätze mit „bis“
1) Was man über Temporalsätze mit „bis“ wissen sollte.
Temporalsätze mit "bis" drücken eine Gleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Der Hauptsatz gibt eine
laufende Handlung an. Der Nebensatz gibt ein zweites Geschehen an und definiert zeitgleich einen Endpunkt
beider Handlungen. Das Fragewort lautet "Bis wann?".
Hauptsatz + Nebensatz
Hauptsatz Nebensatz
Seine Eltern haben ihn finanziell unterstützt, bis er seine Doktorarbeit geschrieben hat.
Kinder sollen bei ihren Eltern wohnen, bis sie finanziell unabhängig sind.
Nebensatz + Hauptsatz
Nebensatz Hauptsatz
Bis Hans seine Doktorarbeit geschrieben hat, haben ihn seine Eltern finanziell unterstützt.
Bis die Kinder finanziell unabhängig sind, sollen sie bei ihren Eltern wohnen.
2) Nominalisierung
Eine temporale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die
passende Präposition lautetet: "bis zu":
Die Eltern von Hans haben ihn bis zu seiner Doktorarbeit finanziell unterstützt.
Bis zur finanziellen Unabhängigkeit sollen die Kinder bei ihren Eltern wohnen.
Bis zum Ende der Badesaison hat das Freibad bis 20:00 Uhr geöffnet.
1
3) Temporale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze verknüpfen können.
• Nominalstil = Hauptsatz.
Eine temporale Aussage kann mit dem temporalen Adverb "bis dahin" wiedergegeben werden. Es wird
auf Position 1 oder 3 gestellt. Das Adverb verlangt eine inverse Satzstruktur.
Hauptsatz 2
Hauptsatz 1
Position 1 Verb Mittelfeld Verb 2
verbal / nominal
4) Übersicht
verbal nominal
2
Liste unregelmäßiger Verben
Gebrauchsanweisung:
o Das Verb "geben" hat eine Nominativ-Ergänzung, eine Dativ- und eine Akkusativ-Ergänzung.
• schreiben (Dat) Akk = Meine Brieffreundin hat (mir) einen Brief geschrieben.
o Eine Klammer (Dat) kann wegfallen. Das gilt ebenso für (Akk / Inf. / Situativ-Erg.)
• befehlen Dat Akk / Inf. = Er befiehlt es mir. / Er befiehlt mir, die Tür zuzumachen.
o Das Verb "befehlen" hat entweder eine Akkusativ-Ergänzung oder eine Infinitiv-Ergänzung.
D
1
Infinitiv + Ergänzung 3. Person Präsens 3. Person Präteritum Hilfsverb + Partizip II
ein|dringen in + Akk dringt ... ein drang ... ein ist eingedrungen
2
Infinitiv + Ergänzung 3. Person Präsens 3. Person Präteritum Hilfsverb + Partizip II
3
Infinitiv + Ergänzung 3. Person Präsens 3. Person Präteritum Hilfsverb + Partizip II
4
Infinitiv + Ergänzung 3. Person Präsens 3. Person Präteritum Hilfsverb + Partizip II
5
Liste Kasusergänzungen der Verben
Gebrauchsanweisung:
etw ab|bauen Der Konzern will im nächsten Jahr 15.000 Stellen abbauen.
jdn (etw) ab|hören Die Mutter hörte ihre Tochter (die Vokabeln) ab.
jdm etw ab|kaufen Hermann kauft seinem Nachbarn sein Fahrrad ab.
etw ab|laden Der LKW-Fahrer hat die gebrachte Ware bereits abgeladen.
jdm etw ab|nehmen Nico hat mir meine neue Kappe abgenommen.
jdm etw ab|schlagen Sie konnte ihrer Tochter den Wunsch nicht abschlagen.
etw ab|schreiben (von) Der Schüler schreibt die Lösung(von der Tafel) ab.
jdm etw ab|verlangen Herr Niemand hat seinen Arbeitern zu viel abverlangt.
jdm etw an|bieten Man hat ihr eine sehr gut bezahlte Stelle angeboten.
(jdm) etw an|drohen Der Halbstarke hat (dem kleinen Jungen) Schläge angedroht.
jdn / etw an|fahren Eine Autofahrerin hat gestern einen großen Hund angefahren.
1
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2
s. etw an|gewöhnen Mein Mann hat sich eine gewisse Faulheit angewöhnt.
jdn an|klagen Der Geschäftsführer hat den Mitarbeiter wegen Diebstahls angeklagt.
jdn an|lächeln Die junge Frau hat den Pizzabäcker sehr freundlich angelächelt.
etw an|nehmen Könnten Sie bitte dieses Paket für Frau H. annehmen?
s. jdn / etw an|sehen Siehst du dir heute auch den Film im ZDF an?
jdm etw an|vertrauen Man kann ihr einfach kein Geheimnis anvertrauen.
jdm auf|fallen Die Neue ist mir noch gar nicht aufgefallen.
jdn auf|fordern zu Der Politiker fordert die Regierung zum Handeln auf.
jdn auf|halten (bei) Warum hältst du mich immer bei meiner Arbeit auf?
(jdm) etw auf|machen Torsten, könntest du (mir) bitte die Tür aufmachen?
etw auf|räumen Warum sollen wir jeden Tag unser Zimmer aufräumen?
etw aus|geben (für) Im Urlaub muss man immer viel Geld ausgeben.
etw aus|machen Machen Sie bitte sofort die laute Musik aus.
s. etw aus|ziehen Das kleine Kind kann sich schon alleine den Pullover ausziehen.
jdm etw beantworten Ich werde Ihnen diese Frage nicht beantworten.
jdm etw bei|bringen Der Vater hat seinen Kindern absolut nichts beigebracht.
jdm berichten von Die Journalistin berichtete uns von der Katastrophe.
jdm etw bieten Die Karibik bietet den Touristen idyllische Strände.
jdm etw borgen Warum hast du ihm das Geld nicht geborgt?
jdn / etw brauchen Ich könnte heute Abend deine Hilfe brauchen.
jdm etw bringen Tanja, könntest du mir mal bitte die Bohrmaschine bringen?
2
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2
jdm dienen Der Diener dient der Familie schon seit 30 Jahren.
jdm drohen Sie wollen mir vor all diesen Leuten drohen?
jdm ein|fallen Diese Idee ist mir gestern auf der Zugfahrt eingefallen.
etw ein|kaufen Heute muss ich Obst für meine kranke Nachbarin einkaufen.
jdn ein|laden Wir haben auch unsere Nachbarn zum Fest eingeladen.
jdn / etw empfangen Warum werden die Gäste von euch so unfreundlich empfangen?
jdm etw empfehlen Dieses Restaurant kann ich euch wärmstens empfehlen.
jdm entfallen Mir ist das deutsche Wort für "love" entfallen.
jdn entlassen Die Firma plant, dieses Jahr noch 1.000 Arbeitnehmer zu entlassen.
jdm etw erlauben Der Vater erlaubte der Tochter ihre geplante Reise nicht.
jdm etw erschweren Warum soll ich mir mein Leben unnötig erschweren?
jdn fassen Zum Glück konnte der Terrier das Kind nicht fassen.
jdm folgen Der Spion konnte dem Geschäftsmann nicht mehr folgen.
3
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2
jdm etw geben Der junge Mann wollte dem Mädchen einen Kuss geben.
jdm gehorchen Kinder, warum gehorcht ihr eurer Mutter nicht mehr?
jdm gehören Wem gehört der heiße Schlitten vor der Tür?
jdm etw gestehen Mein Schatz, ich muss dir etwas gestehen.
jdm etw glauben Ich kann ihm seine Geschichte einfach nicht glauben.
jdm etw holen Dora, kannst du mir bitte meine Pantoffeln holen?
(jdm) etw kaufen Ewald hat seiner Angebeteten einen Porsche gekauft.
jdm etw leihen Der Wirt hat einem Stammkunden tausend Euro geliehen.
jdn / etw lieben Seine Frau liebt ihn schon seit Jahren nicht mehr.
(jdm) etw liefern Können Sie (uns) die Ware bis Montag liefern?
jdn + jdn nennen Alle Schüler nennen ihren Klassenlehrer Mr. Dativ.
4
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2
jdm etw sagen Mein Freund, sagst du mir auch die ganze Wahrheit?
jdm etw schenken Die Großmutter hat ihren Enkelkindern viel Geld geschenkt.
jdn / etw stören Warum muss Jonas immer den Unterricht stören?
jdm trauen Trau dem Kerl bloß nicht über den Weg!
jdn / etw überholen Der Sprinter überholte mich leider kurz vor dem Ziel.
überzeugen
jdn überzeugen Hast du deine Frau davon
können?
jdn / etw unterbrechen Ihr könnt die laufende Maschine nicht unterbrechen.
jdn / etw unterstützen Die Eltern haben ihre Kinder bei ihren Plänen unterstützt.
jdm etw verbieten Der Vater verbietet seinem Sohn das Rauchen.
etw verlangen von Die Bank verlangt vom Kunden eine Bürgschaft.
jdm etw verraten Katrin hat mir ihr größtes Geheimnis verraten.
(jdm) etw vor|schlagen Ursula hat (mir) eine Reise in die Türkei vorgeschlagen.
jdm jdn vor|stellen Johannes, darf ich dir die bezaubernde Jennifer vorstellen.
5
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2
etw wiederholen Leider müssen wir das Experiment noch mal wiederholen.
jdm etw zeigen Soll ich Ihnen den Weg zur Post zeigen?
jdm zu|hören Mein Sohn will mir einfach nicht mehr zuhören.
jdm etw zu|trauen Die Eltern trauen ihrem Sohn den Schulabschluss zu.
6
Liste Präpositional-Ergänzungen
Gebrauchsanweisung:
etw an|fangen mit + Dat Der Rentner kann mit seiner Freizeit nichts anfangen.
jdn an|sehen als + Akk Die Angestellten sehen Herrn A. nicht als Respektperson an.
antworten auf + Akk Warum antworten Sie nicht auf meine Fragen?
arbeiten als + Nom Herr Meier hat früher als angelernter Maurer gearbeitet.
arbeiten bei + Dat Mein Neffe arbeitet bei der Telekom in Hamburg.
s. ärgern über + Akk Ständig ärgert sich mein Chef über die Banken.
auf|hören mit + Dat Wann hörst du endlich mit deiner Nörgelei auf?
auf|passen auf + Akk Pass ja gut auf deine kleine Schwester auf.
s. auf|regen über + Akk Warum regst du dich immer über alles auf?
s. bedanken bei + Dat Wir müssen uns bei Herrn Gruls bedanken.
s. bedanken für + Akk Wir müssen uns bei ihm für seine Hilfe bedanken.
beginnen mit + Dat Nach dem Essen könnten wir mit dem Aufräumen beginnen.
s. beklagen bei + Dat Dein Nachbar hat sich beim Hausmeister beklagt.
s. beklagen über + Akk Die alte Dame hat sich über Ihren Hund beklagt.
s. beschweren bei + Dat Der Sohn hat sich bei seiner Mutter beschwert.
s. beschweren über + Akk Der Sohn hat sich bei ihr über seinen Vater beschwert.
s. bewerben um + Akk Florian hat sich um die Stelle als Buchhalter beworben.
1
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2
jdn bringen zu + Dat Dieser Mann bringt mich noch zum Wahnsinn.
jdm danken für + Akk Der Fremde dankt mir für meine Hilfe.
s. einigen mit + Dat Worauf habt ihr euch mit dem Vorstand geeinigt?
jdn ein|laden zu + Dat Warum hat Sebastian uns nicht zu seiner Party eingeladen?
s. ekeln vor + Dat Meine Frau ekelt sich so sehr vor Regenwürmern.
s. erholen von + Dat Jetzt muss ich mich von den Strapazen erholen.
s. erinnern an + Akk An ihn kann ich mich leider nicht mehr erinnern.
s. erkundigen bei + Dat Ihr solltet euch direkt beim Hersteller erkundigen.
s. erkundigen nach + Dat Die Touristen haben sich bei uns nach dem Weg erkundigt.
s. ernähren von + Dat Weshalb ernährt ihr euch nur von Körnern?
fliehen vor + Dat Die Tiere müssen vor dem hungrigen Wolfsrudel fliehen.
fragen nach + Dat Herr Reichert hat schon mehrmals nach Ihnen gefragt.
s. freuen auf + Akk Die Schulkinder freuen sich schon auf die Schulferien.
s. freuen über + Akk Die Kinder haben sich über die vielen Geschenke gefreut.
s. fürchten vor + Dat Warum fürchten Sie sich vor einem Gewitter?
gelten als + Nom Der neue Dozent gilt als hervorragender Pädagoge.
s. gewöhnen an + Akk Ich kann mich nicht an das kalte Wetter gewöhnen.
handeln von + Dat Wovon handelt der neue Film von Stefan Spielberg?
2
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2
jdm helfen bei + Dat Mama, kannst du mir bei den Hausaufgaben helfen?
hoffen auf + Akk Seit Wochen hoffen die Bauern auf besseres Wetter.
s. informieren über + Akk Zuerst solltet ihr euch über euer Urlaubsland informieren.
s. interessieren für + Akk Unsere Tochter interessiert sich neuerdings für Motorräder.
kämpfen für + Akk Die Opposition will für mehr soziale Gerechtigkeit kämpfen.
kämpfen um + Akk Ich liebe sie. Ich werde wie ein Löwe um sie kämpfen.
s. kümmern um + Akk Die Kinder müssen sich um ihre kranke Mutter kümmern.
lachen über + Akk Warum lacht ihr über den alten kranken Bettler?
leben von + Dat Er arbeitet nie. Lebt er vom Geld seiner Frau?
leiden unter + Dat Sabine hat sehr unter ihrem strengen Vater gelitten.
nach|denken über + Akk Ich muss über deinen Vorschlag zuerst einmal nachdenken.
passen zu + Dat Dein neues Kleid passt aber nicht zu deiner roten Frisur.
rechnen mit + Dat Im Frühling muss man täglich mit Regengüssen rechnen.
riechen nach + Dat Wonach riecht es hier eigentlich? Etwa nach Gas?
schießen auf + Akk Die Soldaten schießen auf alles, was sich bewegt.
schimpfen mit + Dat Edmund, schimpf doch nicht immer mit deinem Sohn!
schmecken nach + Dat Warum schmeckt der Kuchen eigentlich nach Seife?
s. sehnen nach + Dat Wie sehne ich mich nach meiner Familie.
s. sorgen um + Akk Die Eltern sorgen sich um ihre erst 14-jährige Tochter.
spielen mit + Dat Der große Bruder will nicht mit seiner kleineren Schwester spielen.
spielen um + Akk Man sollte beim Pokern nicht um Haus und Hof spielen.
sprechen über + Akk Worüber will denn unser Klassenlehrer mit uns sprechen?
stimmen gegen + Akk Auf jeden Fall stimme ich gegen die jetzige Koalition.
s. streiten mit + Dat Warum müsst ihr euch immer mit den streiten?
3
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Verb 2
Nachbarskindern
telefonieren mit + Dat Mit wem hast du die ganze Zeit telefoniert?
träumen von + Dat Die Familie träumt von einem eigenen Haus im Grünen.
jdn überzeugen von + Dat Konntest du deinen Mann von der Reise überzeugen?
s. verabreden mit + Dat Mit ihr möchte ich mich gerne mal verabreden.
etw verlangen von + Dat Deine Frau verlangt sehr viel von dir.
s. verlassen auf + Akk Auf dich kann man sich wenigstens verlassen.
sich verlieben in + Akk Dein Sohn hat sich in meine Tochter verliebt.
verstoßen gegen + Akk Der Autofahrer hat gegen die Verkehrsregeln verstoßen.
s. vertragen mit + Dat Unsere Kinder vertragen sich prima mit ihren Neffen.
s. vor|bereiten auf + Akk Die Studenten müssen sich auf eine schwere Prüfung vorbereiten.
jdn warnen vor + Dat Niemand hat ihn vor den großen Gefahren gewarnt.
zu|gehen auf + Akk Der Junge kann schlecht auf fremde Kinder zugehen.
4
Liste Adjektive mit Präpositionen
Prädikative Verwendung des Adjektivs
Bei der prädikativen Verwendung des Adjektivs steht das Adjektiv hinter dem Nomen. In diesem Fall
wird es nicht dekliniert. Es bleibt unverändert, weil das Adjektiv Teil des Prädikats ist. Dies ist immer der
Fall, wenn das Adjektiv mit den Verben bleiben, sein oder werden benutzt wird.
• Er ist groß. Sie ist hübsch. Das Haus ist alt. Der Mann ist krank. ...
• Er bleibt groß. Sie bleibt hübsch. Das Haus bleibt alt. Der Mann bleibt krank. ...
• Er wird groß. Sie wird hübsch. Das Haus wird alt. Der Mann wird krank. ...
Folgende Liste zeigt einige Adjektive mit Anwendungshinweisen auf, die darüber hinaus noch eine
Präpositional-Ergänzung bei sich führen:
abhängig von + Dat Der Student ist noch vom Geld seiner Eltern abhängig.
angenehm für + Akk Das heiße Wetter war für die Hotelgäste nicht besonders angenehm.
angesehen bei + Dat Herr Schwamm ist bei seinen Mitarbeitern sehr angesehen.
angewiesen auf + Akk Der Rentner ist schon seit drei Jahren auf fremde Hilfe angewiesen.
ärgerlich auf + Akk Warum bist du auf deinen Sohn so maßlos ärgerlich?
befreundet mit + Dat Die Peters sind mit dem Schlagersänger eng befreundet.
begeistert von + Dat Wir waren von diesem Spiel total begeistert.
bekannt für + Akk Reinhard ist überall für seine dummen Sprüche bekannt.
beliebt bei + Dat Herr Riedlewitz bleibt bei allen Schülern sehr beliebt.
bereit zu + Dat Der alte Mann ist jetzt zum Sterben bereit.
beschäftigt mit + Dat Der Mechaniker ist mit der Reparatur einer Maschine beschäftigt.
beunruhigt über + Akk Sind Sie auch über den Klimawandel beunruhigt?
blass vor + Dat Die junge Frau ist vor lauter Angst blass geworden.
jdm. dankbar für + Akk Für deine Hilfe bin ich dir überaus dankbar.
eifersüchtig auf + Akk Unser großer Sohn ist auf das Baby unheimlich eifersüchtig
einverstanden mit + Dat Mit dem Ergebnis sind die meisten Mitarbeiter nicht einverstanden.
entscheidend für + Akk Der Elfmeter war für die Niederlage entscheidend.
entsetzt über + Akk Wir waren alle über seine üblen Worte entsetzt.
enttäuscht von + Dat Das Unternehmen ist von dem bisherigen Geschäftsverlauf enttäuscht.
erfreut über + Akk Über das Ergebnis sind wir mehr als erfreut.
erstaunt über + Akk Die Zuschauer sind über das gute Spiel ihrer Mannschaft erstaunt.
freundlich zu + Dat Dein neuer Freund ist wirklich zu all deinen Freunden freundlich.
1
Infinitiv Position 1 Verb 1 Mittelfeld Adjektiv
froh über + Akk Ich bin über deine bestandene Prüfung sehr froh.
geeignet für + Akk Für diese Arbeiten ist der neue Mitarbeiter wirklich nicht geeignet.
gespannt auf + Akk Ich bin auf Toms neue Freundin richtig gespannt.
gewöhnt an + Akk Die Tiere sind an die extreme Hitze nicht gewöhnt.
glücklich über + Akk Der Trainer ist über den Punktgewinn beim BVB sehr glücklich.
müde von + Dat Die Bergsteiger sind vom vielen Klettern sehr müde.
neidisch auf + Akk Meine Freundinnen sind auf meinen neuen Freund neidisch.
offen für + Akk Ich bin wie immer für alles Neue offen.
stolz auf + Akk Wir alle sind auf eure Leistungen stolz.
überzeugt von + Dat Das ganze Team ist von dem Erfolg dieser Produktion überzeugt.
unabhängig von + Dat Jetzt ist Tom endlich vom Geld seines Vaters unabhängig.
unangenehm für + Akk Das ist für alle Beteiligten sehr unangenehm.
unbeliebt bei + Dat Der Personaldirektor ist bei den Mitarbeitern sehr unbeliebt.
unerfahren in + Dat Die 28-jährige Frau ist in Sachen Männern noch sehr unerfahren.
ungeeignet für + Akk Die Putzfrau war einfach für alle Arbeiten ungeeignet.
unzufrieden mit + Dat Das Präsidium ist mit der jetzigen Situation völlig unzufrieden.
verärgert über + Akk Der Vorstand ist sehr über den Vertragsbruch verärgert.
verheiratet mit + Dat Herr Maurer ist mit einer sehr hübschen Frau verheiratet.
wichtig für + Akk Dieser Abschluss ist für deine berufliche Zukunft sehr wichtig.
wütend auf + Akk Herr Schulz ist auf seinen Kollegen sehr wütend.
zufrieden mit + Dat Mit dem Ergebnis können wir alle sehr zufrieden sein.
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Leseverstehen zum Präteritum
Früher war alles anders
Ergänzen Sie die Verben. Beachten Sie die entsprechenden Zeitformen. Verben im Infinitiv
01 Heute ........... wir in einer schönen technologisierten Zeit. Früher .......... leben, müssen
02 man ohne die moderne Technik ............... . Damals .......... man zu Fuß zur auskommen, gehen
03 Schule oder zum Arbeitsplatz. Einige unserer Eltern .............. einen müssen
04 Fußmarsch von mehr als einer Stunde ....................., und das auf dem Hin- zurücklegen
05 und Rückweg. Heute .......... man sich bequem ins Auto und ............ sich im setzen, ärgern
06 Stau über andere Verkehrsteilnehmer. Unsere Kinder ............... mit dem Bus fahren
07 zur Schule. Nicht selten .............. ihre Eltern sie mit dem Auto zur Schule bringen
08 und ............. sie auch wieder ...... . Damals ............ sich die Kinder nach der abholen, treffen
09 Schule auf dem Bolzplatz, ............. Fußball, .............. in den Wald, spielen, gehen,
10 ..................... die höchsten Bäume hoch oder ................ im Herbst den klettern, klauen
11 Bauern seine Äpfel. Die Kinder von heute .............. meist in ihrem Zimmer sitzen, beschäftigen
12 und .................... sich alleine mit ihren Computerspielen. Damals .................. verlassen
13 die Kinder frühmorgens das Haus und ........ erst wieder ........, als es draußen heimkommen, sein
14 dunkel ...... . Beim Spielen ............ das Alter der Kinder keine Rolle. Groß spielen, spielen
15 und Klein ................... gemeinsam und .................. aufeinander ........ . aufpassen
16 Abends ................... sie erledigt nach Hause, ....... zusammen mit der Familie kommen, essen
17 Abendbrot und ......... anschließend todmüde ins Bett. Heutzutage ................ fallen, schreien,
18 die Kinder nach Fastfood, .............. sich Hamburger, Tiefkühlpizzen oder hineinstopfen
19 Pommes ................ . Anschließend .............. sie mit der Fernbedienung das zappen
20 Fernsehprogramm rauf und runter und ......... sich den Abend mit einer Tüte lassen
21 Chips und einer Tafel Schokolade versüßen. Oft ................ sie sehr spät ins gehen
22 Bett, denn viele von ihnen ................ unter Einschlafstörungen. leiden
22 Heutzutage ................. unsere Kinder ein eigenes Zimmer, einen eigenen haben
23 Fernseher, Nintendos, W-Box, Videos, Laptops, Internet und oft keine
24 Geschwister. Früher ............. die Kinder viele Geschwister und ´ne Menge haben
25 Freunde in der Nachbarschaft. Sie ............ einfach hinaus auf die Straße und gehen, treffen
26 ........... sich, ....................... direkt zu denen nach Hause und ................... oder marschieren, klingeln
27 ............ einfach direkt durch die offenen Türen ins Haus. Heute .............. man gehen, plappern,
28 stundenlang mit dem Handy oder man ................... im Internet. Treffen ......... kommunizieren, tun
29 man sich nur selten. Verabredungen .................... auf die kommende Woche werden
30 verlegt, um sie dann wieder per Mail abzusagen. Heutzutage ............... Ärzte klagen
31 über Übergewicht bei Jugendlichen, ...................... reihenweise Brillen und verordnen,
32 Medikamente, ..................... bei Kindern Sprach- und Bewegungsstörungen behandeln
33 sowie Schlafstörungen und psychische Erkrankungen. Früher ........ dagegen sein
34 ein Arztbesuch nur bei Mumms, Röteln oder Windpocken notwendig.
35 Früher ......... die meisten Kinder einen strengen Vater, eine liebevolle Mutter haben
36 und viele Geschwister. Die Familie ............. groß. Großeltern sowie Tanten, sein, wohnen
37 Onkel, Neffen und Nichten ............ in der Nähe. Sie .......... und ............. sich. streiten, lieben
38 Heutzutage ............ viele Kinder alleine ..... . Ihre Eltern haben sich .............., aufwachsen, trennen
39 Geschwister .............. es nicht. Die Oma ............im Altenheim, Verwandte in geben, wohnen
40 anderen Städten und meistens ..... niemand Zeit. Früher ..... eben alles anders. haben, sein
426 Wörter
1
1) Aufgaben zum Leseverstehen
Stimmen die folgenden Aussagen mit dem Text überein? Kreuzen Sie an.
richtig falsch
01 Unsere Eltern fuhren mit dem Auto zur Arbeit. ........ ........
02 Im Stau ärgert man andere Verkehrsteilnehmer. ........ ........
03 Alle Kinder gingen zu Fuß zur Schule. ........ ........
04 Nach der Schule spielen die Kinder auf dem Bolzplatz. ........ ........
05 Viele Kinder beschäftigen sich mit Computerspielen. ........ ........
06 Viele Kinder aßen Fastfood und Tiefkühlpizzen. ........ ........
07 Viele Kinder essen eine Tüte Chips, wenn sie fernsehen. ........ ........
08 Die Kinder waren fast nie alleine. ........ ........
09 Früher war man nur selten beim Arzt. ........ ........
10 Die Verwandten kümmern sich um die Kinder. ........ ........
Bsp. Einige unserer Eltern mussten auf dem Weg zur Arbeit einen großen Fußmarsch zurücklegen.
11 Im Straßenverkehr ärgert man sich oft über andere ................................... .
12 Damals spielten die Kinder auf dem ............................ Fußball.
13 Viele Kinder legten sich ............................ ins Bett.
14 Viele Kinder naschen abends vor dem Fernseher .............................................................. .
15 Viele Kinder haben heute keine .............................. .
16 Heutzutage ......................... man mit dem Handy oder ................................... im Internet.
17 Viele Kinder essen zu viel. Sie haben ............................. .
18 Drei typische Kinderkrankheiten sind .......................................................
19 Die meisten Verwandten wohnten früher ........................................... .
20 Heutzutage wohnen ältere Menschen in einem ........................................ .
Aufgabe 3)
Bilden Sie die Vergangenheitsformen folgender Verben in der 3. Person Singular:
2
Früher war alles anders
Verben
01 Heute leben wir in einer schönen technologisierten Zeit. Früher musste leben, müssen
02 man ohne die moderne Technik auskommen. Damals ging man zu Fuß zur auskommen, gehen
03 Schule oder zum Arbeitsplatz. Einige unserer Eltern mussten einen müssen
04 Fußmarsch von mehr als einer Stunde zurücklegen, und das auf dem Hin- zurücklegen
05 und Rückweg. Heute setzt man sich bequem ins Auto und ärgert sich im setzen, ärgern
06 Stau über andere Verkehrsteilnehmer. Unsere Kinder fahren mit dem Bus fahren
07 zur Schule. Nicht selten bringen ihre Eltern sie mit dem Auto zur Schule und bringen, abholen
08 holen sie auch wieder ab. Damals trafen sich die Kinder nach der Schule auf treffen, spielen
09 dem Bolzplatz, spielten Fußball, gingen in den Wald, kletterten die höchsten gehen, klettern,
10 Bäume hoch oder klauten im Herbst den Bauern seine Äpfel. Die Kinder von klauen, sitzen
11 heute sitzen meist in ihrem Zimmer und beschäftigen sich alleine mit ihren beschäftigen
12 Computerspielen. Damals verließen die Kinder frühmorgens das Haus und verlassen
13 kamen erst wieder heim, als es draußen dunkel war. Beim Spielen spielte das heimkommen, sein
14 Alter der Kinder keine Rolle. Groß und Klein spielten gemeinsam und spielen, spielen
15 passten aufeinander auf. Abends kamen sie erledigt nach Hause, aßen aufpassen, kommen
16 zusammen mit der Familie Abendbrot und fielen anschließend todmüde ins essen, fallen
17 Bett. Heutzutage schreien die Kinder nach Fastfood, stopfen sich schreien, stopfen
18 Hamburger, Tiefkühlpizzen oder Pommes hinein. Anschließend zappen sie zappen
19 mit der Fernbedienung das Fernsehprogramm rauf und runter und lassen sich lassen
20 den Abend mit einer Tüte Chips und einer Tafel Schokolade versüßen. Oft
21 gehen sie sehr spät ins Bett, denn viele von ihnen leiden unter gehen, leiden
22 Einschlafstörungen.
22 Heutzutage haben unsere Kinder ein eigenes Zimmer, einen eigenen haben
23 Fernseher, Nintendos, W-Box, Videos, Laptops, Internet und oft keine
24 Geschwister. Früher hatten die Kinder viele Geschwister und ´ne Menge haben
25 Freunde in der Nachbarschaft. Sie gingen einfach hinaus auf die Straße und gehen, treffen
26 trafen sich, marschierten direkt zu denen nach Hause und klingelten oder marschieren, klingeln
27 gingen einfach direkt durch die offenen Türen ins Haus. Heute plappert man gehen, plappern,
28 stundenlang mit dem Handy oder man kommuniziert im Internet. Treffen tut kommunizieren, tun
29 man sich nur selten. Verabredungen werden auf die kommende Woche werden
30 verlegt um sie dann wieder per Mail abzusagen. Heutzutage klagen Ärzte klagen
31 über Übergewicht bei Jugendlichen, verordnen reihenweise Brillen und verordnen,
32 Medikamente, behandeln bei Kindern Sprach- und Bewegungsstörungen behandeln
33 sowie Schlafstörungen und psychische Erkrankungen. Früher war dagegen sein
34 ein Arztbesuch nur bei Mumms, Röteln oder Windpocken notwendig.
35 Früher hatten die meisten Kinder einen strengen Vater, eine liebevolle Mutter haben
36 und viele Geschwister. Die Familie war groß. Großeltern sowie Tanten, sein, wohnen
37 Onkel, Neffen und Nichten wohnten in der Nähe. Sie stritten und liebten streiten, lieben
38 sich. Heutzutage wachsen viele Kinder alleine auf. Ihre Eltern haben sich aufwachsen, haben
39 getrennt, Geschwister gibt es nicht. Die Oma wohnt im Altenheim, geben, wohnen
40 Verwandte in anderen Städten und meistens hat niemand Zeit. Früher war haben, sein
eben alles anders.
426 Wörter
3
1) Aufgaben zum Leseverstehen Lösungen
Stimmen die folgenden Aussagen mit dem Text überein? Kreuzen Sie an.
richtig falsch
01 Unsere Eltern fuhren mit dem Auto zur Arbeit. X
02 Im Stau ärgert man andere Verkehrsteilnehmer. X
03 Alle Kinder gingen zu Fuß zur Schule. X
04 Nach der Schule spielen die Kinder auf dem Bolzplatz. X
05 Viele Kinder beschäftigen sich mit Computerspielen. X
06 Viele Kinder aßen Fastfood und Tiefkühlpizzen. X
07 Viele Kinder essen eine Tüte Chips, wenn sie fernsehen. X
08 Die Kinder waren fast nie alleine. X
09 Früher war man nur selten beim Arzt. X
10 Die Verwandten kümmern sich um die Kinder. X
Bsp. Einige unserer Eltern mussten auf dem Weg zur Arbeit einen großen Fußmarsch zurücklegen.
11 Im Straßenverkehr ärgert man sich oft über andere Verkehrsteilnehmer.
12 Damals spielten die Kinder auf dem Bolzplatz Fußball.
13 Viele Kinder legten sich todmüde ins Bett.
14 Viele Kinder naschen abends vor dem Fernseher eine Tüte Chips und eine Tafel Schokolade.
15 Viele Kinder haben heute keine Geschwister.
16 Heutzutage plappert man mit dem Handy oder kommuniziert im Internet.
17 Viele Kinder essen zu viel. Sie haben Übergewicht.
18 Drei typische Kinderkrankheiten sind Mumms, Röteln und Windpocken.
19 Die meisten Verwandten wohnten früher in der Nähe.
20 Heutzutage wohnen ältere Menschen in einem Altenheim.
Aufgabe 3)
Bilden Sie die Vergangenheitsformen folgender Verben in der 3. Person Singular:
Infinitiv Präteritum Perfekt
4
Weiterführende Literatur:
5
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Mehr als achtzig Prozent der japanischen higkeit, einen Stock fest in der Hand zu hal- 50
Teenager nutzen ihr Handy nicht zum Telefo- ten, mit Messer und Gabel zu essen oder Golf
nieren, sondern nur noch für Kurznachrichten, zu spielen, haben wir erst dank des Daumens.
so genannte SMS, wie kürzlich eine Umfrage „Ohne ihn ist die Hand bestenfalls eine Zange,
5 eines Telefonkonzerns ergab. Die Tokioter die nicht richtig schließt“ stellt John Napier
Soziologin Mimi Ito hatte festgestellt, dass die fest. Der präzise Umgang mit Waffen und 55
Jugendlichen selbst dann lieber kleine Texte Werkzeug wäre uns ohne den Daumen nie
mit dem Mobiltelefon verschicken, wenn sie möglich gewesen; nur durch dieses evolutio-
zu Hause vor dem Rechner sitzen und eigent- näre Meisterwerk konnten wir zu erfolgrei-
10 lich mailen könnten. Ihre Erklärung: „Die sind chen Jägern und Kriegern werden. Der römi-
mit dem Daumen einfach schneller, als auf der sche Feldherr Julius Cäsar wusste genau, wa- 60
Tastatur.“ TV-Sender veranstalten sogar rum er seinen Feinden vor der Entlassung aus
schon Wettbewerbe; die Besten schaffen hun- der Gefangenschaft beide Daumen abhacken
dert Wörter pro Minute. ließ ...
15 In der Fachwelt heißen die jungen SMS- Der Grund, weshalb sich unser Daumen im
Junkies „oya yubi sedai“ – frei übersetzt „Ge- Laufe der Entwicklungsgeschichte des Men- 65
neration Daumen“. Man fand heraus, dass schen selbständig machte, ist bis heute aller-
Angehörige dieser Gruppe wesentlich dickere dings ungeklärt. Fest steht, dass sich nicht nur
Daumen besitzen als Heranwachsende ohne eine Veränderung der Hand vollzog, sondern
20 Handy. Sie benutzen den ersten Finger der auch eine Weiterentwicklung im Gehirn: Es
Hand sogar, um an der Tür zu klingeln, sich wuchs explosionsartig an, von gut 700 auf bis 70
an der Nase zu reiben – oder als Zeigefinger. zu 1400 Gramm. Die Steuerung der Hand
Einige Forscher sehen darin sogar den Be- beansprucht – neben der das Gesichts – den
weis, dass die technische Entwicklung beim größten Teil der motorischen und sensiblen
25 Menschen Entwicklungen bewirkt, für die Gehirnmasse. Für den Daumen wiederum
früher viele Generationen nötig gewesen wä- steht davon von allen Fingern die meiste Steu- 75
ren. Eine Übertreibung? Oder ist der Daumen erungskapazität zur Verfügung.
tatsächlich der „Superfinger“ des Informati- Wird er aber im Handyzeitalter so wichtig,
onszeitalters, wie die Londoner Tageszeitung dass unsere Kindeskinder nur noch mit dicken
30 Observer schwärmte? Daumen zur Welt kommen? Wohl kaum, denn
Es wäre nicht das erste Mal, dass sich eine selbst bei zwanzig Jahre langem Training 80
Anpassung des Daumens an eine neue Tech- würden die Gene für einen kräftigeren Dau-
nik vollzöge – mit einigem Profit für uns men nicht an die nächste Generation vererbt;
Menschen. Der Evolutionsforscher John Na- und Evolution heißt, dass sich die Gene ver-
35 pier schrieb, dass wir uns nicht zuletzt dank ändern. Die Natur unterstützt solche Mutatio-
dieses Fingers „von den übrigen Primaten“ nen nur, wenn sie sich als vorteilhaft für das 85
unterscheiden. Vor gut zwei Millionen Jahren Überleben einer Art erweisen – und danach
tauchten die ersten Werkzeuge aus Knochen sieht es bei der Handynutzung nicht aus.
und Stein auf. In der selben Zeit, das zeigen Statt dessen sehen sich Ärzte zunehmend
40 Fossilienfunde, emanzipierte sich der Daumen mit Menschen konfrontiert, die über Entzün-
von den übrigen Fingern: Er wurde länger und dungen an der Hand klagen. Und auch den 90
die Muskeln zeigten massive Veränderungen. Intellekt scheint der Einsatz des Superfingers
Der Mensch konnte den Daumen fortab unab- nicht gerade zu befördern: In einer Umfrage,
hängig von allen anderen Fingern bewegen wieder in Japan erhoben, äußerte jeder Vierte,
45 und mit der Daumenspitze alle anderen Fin- der Gebrauch von Handy und Computer habe
gerkuppen berühren; nach Auskunft eines seine Handschrift verschlechtert – und mehr 95
Handchirurgen eine Entwicklung, die „in der als die Hälfte der Befragten gab zu, dass sie
Natur ohne Beispiel ist“. deshalb bereits einige Schriftzeichen verges-
Es mag uns banal erscheinen, doch die Fä- sen hätten.
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