Gedichtinterpretation: Die Dämmerung
von Alfred Lichtenstein
ALFRED LICHTENSTEIN
Die Dämmerung
Ein dicker Junge spielt mit einem Teich.
Der Wind hat sich in einem Baum gefangen.
Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich,
Als wäre ihm die Schminke ausgegangen.
Auf lange Krücken schief herabgebückt
Und schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme.
Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt.
Ein Pferdchen stolpert über eine Dame.
An einem Fenster klebt ein fetter Mann.
Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.
Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an.
Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.
EINLEITUNG
• Aussage des Gedichts, äußere Form und sprachliche Gestaltung (2 Stilmittel
mit Erklärung); = Hauptteil Teil 1
• Zugehörigkeit zum Expressionismus (2 Merkmale mit Erklärung) = Hauptteil
Teil 2
• Ihre begründete Meinung zu diesem Gedicht oder zur Lyrik des
Expressionismus allgemein.- Hauptteil Teil 3
SCHLUSS
Einleitung+Redemittel + Hauptteil ( alle Aufgaben- 3!!!)+Schluss
Struktur einer möglichen Lösung
Einleitung- Titel, Autor, Erscheinungsjahr, Epoche, Thema
Das Gedicht Die Dämmerung wurde 1913 von Alfred Lichtenstein verfasst und ist
dem literarischen Expressionismus zuzuordnen. Es behandelt die düstere,
verstörende Stimmung eines nahenden Abends, in dem das Innenleben des
lyrischen Ichs mit der bedrohlichen äußeren Welt zu verschmelzen scheint. Das
Gedicht thematisiert Gefühle von Angst, Isolation und existenzieller Unsicherheit –
typische Themen des Expressionismus.
In einem ersten Schritt werde ich mich mit der Aussage des Gedichts, der
äußeren Form und der sprachlichen Gestaltung auseinandersetzen.
Hauptteil
Teil 1 - Aussage des Gedichts, äußere Form und sprachliche Gestaltung (2
Stilmittel mit Erklärung);
Aussage des Gedichts:
Das Gedicht drückt die emotionale Verunsicherung und Entfremdung des modernen
Menschen aus. Die beschriebene Dämmerung steht symbolisch für den Übergang in
eine unheimliche, chaotische Welt…..
Des Weiteren gilt es, der äußeren Form Aufmerksamkeit zu schenken.
Äußere Form:
Das Gedicht besteht aus vier Strophen zu jeweils vier Versen. Es weist kein
regelmäßiges Reimschema auf. Diese Formlosigkeit unterstreicht die innere Unruhe
und Orientierungslosigkeit des lyrischen Ichs.
Nachdem ich nun die äußere Form analysiert habe, möchte ich die sprachliche
Gestaltung unter die Lupe nehmen.
Sprachliche Gestaltung:
(Zwei/drei)Stilfigur nennen und das Beispiel aus dem Text anführen: Stilfigur
im Kontext ihrer Bedeutung für das Gedicht erklären - Verknüpfung - eine
weitere Stilfigur nennen und das Beispiel aus dem Text anführen: Stilfigur im
Kontext ihrer Bedeutung für das Gedicht erklären
Ein auffälliges Stilmittel ist die Personifikation: „Die Häuser kauern sich ängstlich
zusammen.“- Bsp.: Durch diese Vermenschlichung wird die Atmosphäre des
Gedichts düster, bedrohlich und verunsichernd – es ist, als würde die ganze Welt
(selbst unbelebte Objekte wie Häuser) unter der unheimlichen Wirkung der
Dämmerung leiden. Die Personifikation ist hier nicht nur ein sprachliches Mittel,
sondern trägt zur Stimmung und Interpretation des Gedichts wesentlich bei. Sie
macht deutlich, dass nicht nur die Menschen, sondern selbst die Umgebung sich dem
Gefühl der Angst und Bedrohung nicht entziehen kann. Dadurch wird eine
kollektive, allgemeine Verunsicherung dargestellt – typisch für den
expressionistischen Stil Lichtensteins.
Ein weiteres Stilmittel ist die Metapher: „Ein Irrsinn läuft auf allen Dächern.“ Bsp.-
Diese verstärkt das Bild einer bedrohlichen Welt. Die Metapher vermittelt das
Gefühl, dass die ganze Stadt oder Welt vom Irrsinn befallen ist – eine verrückte,
unkontrollierbare, bedrohliche Atmosphäre herrscht. Diese Metapher trägt
entscheidend zur expressionistischen Weltwahrnehmung bei: Die Welt erscheint
zerrissen, verrückt, unheimlich. / Es ist, als wäre eine unsichtbare Gefahr oder ein
mentaler Zusammenbruch über die Stadt gekommen. / Die Metapher intensiviert
die verstörende Stimmung des Gedichts – ganz im Sinne des Expressionismus, der
oft das Innere Erleben, die Verzweiflung und das Chaos der Moderne in drastischen
Bildern zeigt.
Teil 2 - Zugehörigkeit zum Expressionismus: Zugehörigkeit zum
Expressionismus (2 Merkmale mit Erklärung)
In einem weiteren Schritt beziehe ich mich auf Zugehörigkeit des Gedichts
zum Expressionismus.
2.1. Erstes Merkmal nennen und ausführlich erklären
Erstes Merkmal: Darstellung von inneren Zuständen. Die
äußere Welt spiegelt innere Ängste wider.
Bsp. Der Expressionismus richtet den Blick nicht auf eine objektive Wirklichkeit,
sondern auf das subjektive Erleben. In „Die Dämmerung“ wird die Stadt nicht
realistisch, sondern als bedrohlich und unheimlich dargestellt – eine Welt voller
Angst, Irrsinn und Verzweiflung. Die Stadtlandschaft wird zum Spiegel seelischer
Zustände – typisch für den expressionistischen Stil.
Überleitung bzw. Verknüpfung: Nach der Nennung und der ausführlichen
Erklärung des ersten Merkmals, werde ich nun auf ein zweites Bezug
nehmen.
➢Zweites Merkmal: Großstadtkritik und Zivilisationsangst/ Thema: Stadt
als Gefahr.
Die moderne Stadt erscheint als Ort der Bedrohung und Entfremdung. Die
Großstadt ist im Expressionismus oft ein Symbol für Entfremdung, Isolation und
Wahnsinn In Lichtensteins Gedicht herrscht kein Fortschrittsoptimismus, sondern
eine düstere, beängstigende Stimmung. Die Welt wirkt chaotisch und krank, der
Mensch verloren in der Masse und im Lärm der Stadt. Das Motiv des „Irrsinns auf
den Dächern“ kann als Bild für den Verlust von Orientierung und geistiger
Gesundheit in der modernen Welt gelesen werden.
Überleitung bzw. Verknüpfung: Nach der Nennung und der
ausführlichen Erklärung des zweiten Merkmals, werde ich
nun auf einen dritten Bezug nehmen.
Drittes Merkmal Verzerrung der Realität durch drastische Bilder.
Die expressive Bildsprache steht im Zentrum der
expressionistischen Lyrik.
Die expressive Bildsprache steht im Zentrum der expressionistischen Lyrik. Der
Expressionismus nutzt extreme, oft erschreckende Bilder, um emotionale Zustände
auszudrücken. In „Die Dämmerung“ wird die Realität nicht nüchtern dargestellt, sondern
verfremdet und übersteigert:
z. B. „Ein Irrsinn läuft auf allen Dächern“ oder „Die Häuser kauern sich ängstlich
zusammen.“ Solche Bilder sind nicht realistisch, sondern sollen verunsichern,
erschüttern und innere Spannungen sichtbar machen. Die Sprache ist dabei dicht,
aufgeladen und eindringlich – sie spricht nicht den Verstand, sondern das Gefühl an.
Durch diese Bildsprache entsteht eine verstörende, albtraumhafte Atmosphäre, die
den Zerfall der Ordnung spiegelt.
Nachdem ich bewiesen habe, dass das vorliegende Gedicht zum
Expressionismus gehört, werde ich nun meine eigene Meinung zum
Text darlegen und begründen.
Teil 3 – Eigene Meinung- Ihre begründete Meinung zu diesem Gedicht
oder zur Lyrik des Expressionismus allgemein.
!! eigene Meinung darlegen und ausführlich begründen (… weil, … mit Bezug zum
Text/zur Lyrik allgemein)- Mehr schreiben! Ausfuhrlich erklaren!!
Ich finde das Gedicht sehr eindrucksvoll, weil es auf poetische Weise existenzielle
Ängste darstellt, die auch heute noch aktuell sind. Besonders beeindruckend ist die
dichte, düstere Bildsprache. Die expressionistische Lyrik gefällt mir generell, da
sie Gefühle nicht beschönigt, sondern mit drastischen Mitteln ausdrückt.
!!Erweitern!
Schluss - Schlussfolgerung für die gesamte Interpretation(!!! Die eigene
Meinung ist ein Unterpunkt des Hauptteils und ist somit kein Schluss für
den gesamten Aufsatz.)
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Alfred Lichtensteins Die Dämmerung ein
typisches expressionistisches Gedicht ist. Es besticht durch freie Form, intensive
Bildsprache und das Thema der inneren Zerrissenheit und bleibt auch heute
relevant.