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Black Jack A Novel

Das Dokument beschreibt den Roman 'Black Jack' und bietet Informationen zu dessen ISBN, Dateiformaten und Downloadmöglichkeiten. Zudem enthält es Auszüge aus literarischen Werken, die sich mit Themen wie Vergänglichkeit, Reue und der Suche nach Frieden auseinandersetzen. Es wird auf die Bedeutung von Freundschaft und die Herausforderungen des Lebens eingegangen, während auch historische Figuren und deren Konflikte thematisiert werden.

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Black Jack A Novel

ISBN: 9780312945824
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.
Die Liebe wusste mich recht künstlich zu besiegen,
So bald Anacreon in meinen Zunder blies;
Ich dacht’, es zöge mich nur blos ein nettes Singen,
Und war doch in der That ein zärtliches Bezwingen 20
Der süssen Eitelkeit, die ihre Macht bewies.

Bei vielem Ärgerniss und unter allen Sorgen,


Die mir noch ziemlich jung den Abend wie den Morgen
Mit Drohung und Gefahr empfindlich zugesatzt,
Verdarb ich gleichwol nicht Gesellschaft, Scherz und Küssen;
Und manch’ vertrauter Freund wird oft noch sagen müssen,
Wie freudig ihm mein Trost die Grillen ausgeschwatzt.

Allein es ändert sich die Scene meines Lebens.


Ach Gott! wie ist es jetzt mit mir so gar vergebens!
Was seh’ ich zwischen mir und mir für Unterscheid! 30
Mein junges Feldgeschrei bringt stumme Klagelieder,
Es keimt, es gährt bereits durch alle meine Glieder
Der Same und das Gift geerbter Sterblichkeit.

Die Geister sind verraucht, die Nerven leer und trocken,


Die Luft will in der Brust, das Blut in Adern stocken,
Das Auge thränt und zieht die scharfen Strahlen ein.
Das Ohr klingt fort und für und läutet mir zu Grabe,
Und da ich überall viel Todeszeichen habe,
So zagt dabei mein Herz in ungemeiner Pein.

Nicht etwan, dass mein Fleisch, die abgelegte Bürde,


Aus Abscheu vor der Gruft zuletzt noch weibisch würde:
Dies hab ich mir vorlängst bekannt und leicht gemacht;
Nur darum, dass mein Fleisch sich in der Blüte neiget,
Und nicht der Welt vorher durch seine Früchte zeiget,
Zu was mich die Natur an dieses Licht gebracht.

Allein wer hat hier Schuld? Ich, leider, wol am meisten, 10


Ich, welchen Glück und Wahn mit süssen Träumen speisten,
Als würd’ es stets so sein und niemals anders gehn;
s ü d es stets so se u d e a s a de s ge ;
Ich, der ich so viel Zeit nicht klüger angewendet,
Gesundheit, Stärk’ und Kraft so liederlich verschwendet.
Ach GOtt, verzeih’ es doch dem redlichen Gestehn!

Nun ist auch dies wol wahr, der Himmel wird es zeugen,
Dass Neid und Unglück oft die besten Köpfe beugen,
Und dass ich wider mich gar viel aus Noth gethan.
O, hätte mich die Pflicht des Nächsten oft gerettet,
Und mancher Blutsfreund selbst mir nicht den Fall gebettet, 20
Vielleicht—jedoch genug! Ich klage niemand an.

Ich klage niemand an aus redlichem Gemüthe,


Ich wünsche mir vielmehr nach angebohrner Güte
Nur so viel Glück und Zeit, den Freunden Gut’ zu thun;
Und da es in der Welt nicht weiter möglich scheinet,
So thu’ es der für mich, vor dem mein Herze weinet,
Und lasse Neid und Groll mit mir im Grabe ruhn!

Nur mich verklag’ ich selbst vor dir, gerechter Richter.


So viel mein Scheitel Haar, so viel der Milchweg Lichter,
So viel die Erde Gras, das Weltmeer Schuppen trägt, 30
So zahlreich und so gross ist auch der Sünden Menge,
Die mich durch mich erdrückt, und immer in die Länge
Mehr Holz und Unterhalt zum letzten Feuer legt.

Das Ärgste wäre noch, mich hier vor dir zu schämen:


Hier steh’ ich, grosser Gott! du magst die Rechnung nehmen.
Ich hör’, obgleich bestürtzt, das Urtheil mit Geduld.
Wie hab’ ich nicht in mich so lang und grob gestürmet
Und Fluch auf Fluch gehäuft und Last auf Last gethürmet!
Schlag, wirf mich, tödte mich! Es ist verdiente Schuld.

Dein Zorn brennt nicht so sehr die bösen Sodomskinder,


Die Hölle scheint noch kalt und plaget viel gelinder,
Als mich die Qual und Reu, die in der Seelen schmerzt.
Ist’s möglich, ach, so gib, du ewiges Geschicke,
Mir auch jetzund für Blut ein Theil der Zeit zurücke
Mir auch jetzund für Blut ein Theil der Zeit zurücke,
Mit der sein Selbstbetrug sein zeitlich Wohl verscherzt!

Wie besser wollt’ ich jetzt das theure Kleinod schätzen! 10


Wie ruhig sollte sich hernach mein Alter setzen
Und, wenn denn meine Pflicht der Welt genug gedient,
Mit Fried’ und Freudigkeit und als im Rosengarten,
Den Tod und auf den Tod den Nachruf still erwarten:
Ich sei als wie ein Baum nach vieler Frucht vergrünt.

Mein Gott, es ist geschehn, mehr kann ich nun nicht sagen,
Stimmt deine Vorsicht bei, so setze meinen Tagen
(Hiskias weint in mir) nur wenig Stufen zu.
Ich will den kurzen Rest in tausend Sorgen theilen,
Durch That und Besserung das Zeugniss zu ereilen, 20
Dass ich anjetzo nicht mit Heucheln Busse thu’.

Der Ernst macht alles gut; was hin ist, sei vergessen,
Kein Kraut ist ja so welk, man weiss noch Saft zu pressen,
Der, kommt gleich jenes um, den Kranken Heil gewährt.
Manasses mehrt zuletzt die Anzahl frommer Fürsten,
Und Saul kan nicht so stark nach Blut und Unschuld dürsten,
Als eifrig und geschickt hernach sein Geist bekehrt.

Ist deiner Ordnung ja mein längres Ziel zuwider,


So rette, treuer Gott, doch alle meine Brüder,
Die voller Irrthum sind und noch an Jahren blühn, 30
Und lass sich ihren Geist an meinen Thränen spiegeln,
Eh’ Ohnmacht, Schwäch’ und Zeit die Gnadenthür verriegeln,
Damit sie mehr Gewinn von ihrem Pfunde ziehn.

Von nun an will ich mich dir gänzlich überlassen


Und um den letzten Sturm den stärksten Anker fassen
Den uns auf Golgatha der Christen Hoffnung reicht.
Dein Wort, dein Sohn, dein Geist befriedigt mein Gewissen
Und lehrt mich hier getrost der Jugend Fehler büssen,
Bis ihrer Strafen Schmerz mit Wärm, und Athem weicht.
Komm nun und wie du willst, die Erbschuld abzufodern;
Der Leib, das schwere Kleid, mag reissen und vermodern,
Weil dies Verwesen ihn mit neuer Klarheit schmückt.
Ich will ihm zum Voraus mit freudenreichem Sehnen
Auf Gräbern nach und nach den Schimmer angewöhnen,
In welchem ihn hinfort kein eitler Traum mehr drückt.

O sanfte Lagerstatt, o seliges Gefilde! 10


Du trägst, du zeigest mir das Paradies im Bilde,
Ich steh’ ich weiss nicht wie, recht innerlich gerührt.
Wie sanfte wird sich hier Neid, Gram und Angst verschlafen,
Bis einst der grosse Tag die Böcke von den Schafen,
Die in die Marter jagt, und die zur Freude führt.

Mein Schatz, Immanuel, mein Heiland, meine Liebe!


Verleih’, doch, dass ich mich in deinem Wandel übe,
Verdirb mir alle Kost, die nach der Erde schmeckt;
Verbittre mir die Welt durch deines Kreuzes Frieden,
Vertreib, was mich und dich durch mein Versehn geschieden, 20
Und hüll’ in dein Verdienst, was Zorn und Rache weckt.

Soll ja mein jäher Fall den Körper niederstürzen,


So lass mir Zeit und Schmerz auf deiner Brust verkürzen
Und nimm den freien Geist mit Arm und Mitleid auf!
Wem irgend noch von mir ein Ärgerniss geblieben,
Dem sei der Spruch ans Herz wie mir an Sarg, geschrieben:
Oft ist ein guter Tod der beste Lebenslauf.

2.
STUDENTENLIED.
Brüder, lasst uns lustig sein,
Weil der Frühling währet,
Und der Jugend Sonnenschein 30
Unser Laub verkläret;
Grab und Bahre warten nicht:
Wer die Rosen jetzo bricht,
Dem ist der Kranz bescheret.

Unsers Leben schnelle Flucht


Leidet keinen Zügel,
Und des Schicksals Eifersucht
Macht ihr stetig Flügel;
Zeit und Jahre fliehn davon,
Und vielleichte schnitzt man schon
An unsers Grabes Riegel. 10

Wo sind diese? Sagt es mir,


Die vor wenig Jahren
Eben also, gleich wie wir,
Jung und fröhlich waren?
Ihre Leiber deckt der Sand,
Sie sind in ein ander Land
Aus dieser Welt gefahren.

Wer nach unsern Vätern forscht,


Mag den Kirchhof fragen;
Ihr Gebein, so längst vermorscht, 20
Wird ihm Antwort sagen.
Kann uns doch der Himmel bald,
Eh die Morgenglocke schallt,
In unsre Gräber tragen.

Unterdessen seid vergnügt,


Lasst den Himmel walten,
Trinkt, bis euch das Bier besiegt,
Nach Manier der Alten.
ac a e de te
Fort! Mir wässert schon das Maul,
Und, ihr andern, seid nicht faul, 30
Die Mode zu erhalten.

Dieses Gläschen bring ich dir,


Dass die Liebste lebe
Und der Nachwelt bald von dir
Einen Abriss gebe!
Setzt ihr andern gleichfalls an,
Und wenn dieses ist gethan,
So lebt der edle Rebe!
JOHANN CHRISTOPH GOTTSCHED.
[Scherer D. 371, E. 374.]

Geboren 1700 zu Judithenkirch bei Königsberg, und daselbst erzogen,


flüchtete er später nach Leipzig, wo er seit 1730 Professor extraordinarius,
seit 1734 Ordinarius war. Starb 1766. Er stiftete die deutsche Gesellschaft,
gab die Zeitschrift ‘Die vernünftigen Tadlerinnen’ heraus (1725), die er seit
1727 unter dem Titel ‘Der Biedermann’ fortsetzte. Er bekämpfte den
Lohensteinischen Geschmack und vertrat den ‘französischen Classicismus’.
Sein bedeutendstes theoretisches Werk ist der ‘Versuch einer kritischen
Dichtkunst’ 1730. Er setzte sich mit der Schauspielertruppe der Frau
Neuber in Verbindung, liess durch sie 1737 den Harlekin von der Bühne
vertreiben, sorgte durch zahlreiche Übersetzungen und Bearbeitungen für
ein neues Bühnenrepertoire: seine ‘Deutsche Schaubühne’ erschien 1740–
1745. Von seinen eigenen Dichtungen ist hauptsächlich das Trauerspiel
‘Der sterbende Cato’ (1732) zu nennen. Ferner schrieb er eine ‘Redekunst’
(1728); eine ‘Deutsche Sprachkunst’ (1748), ein ‘Handlexicon der schönen
Wissenschaften und freien Künste’ (1760). Gottsched übte hauptsächlich
in den Jahren 1730–1740 eine Art literarischer Dictatur aus. 1739
überwarf er sich mit seiner ‘Deutschen Gesellschaft,’ 1740 begann der
Streit mit den Zürichern, namentlich Bodmer und Breitinger. 1741 wurde
er von der Neuberin unter dem Namen ‘Tadler’ auf die Bühne gebracht.
Seitdem verfiel er immer mehr dem Spott des Publicums und wurde eine
lächerliche Persönlichkeit.

1.
AUS DEM TRAUERSPIELE : CATO.

Der dritte Auftritt.


Cato. Cæsar.
Cäsar.
Nun Cato, endlich ist der Wunsch mir eingetroffen,
Dass ich einmal mit dir vertraulich sprechen kann. 10
Ich biethe Welschland[1179] itzt in dir den Frieden an.
Komm, schleuss ihn selbst mit mir, und mach der Noth ein Ende!
Das hartbedrängte Rom sieht bloss auf unsre Hände;
Versammle deinen Rath, und schaff auf diesen Tag,
Dass jedermann die Frucht der Eintracht erndten mag.
Die ganze Bürgerschaft verbanne Hass und Rache;
Indem ich dich, nebst mir, zum Bürgermeister mache.

Cato.

Wie frech und unverschämt trägst du mir solches an,


Da mir nur Volk und Rath die Würde geben kann?
Denkst du die Tugend denn mit Lastern zu ermüden? 10
Wir suchen bloss nach Recht und Billigkeit den Frieden!
Regiert ein einzig Haupt das grosse Rom allein,
So wollen wir mit Ernst daraus verbannet seyn.
Ja, Cæsar, weg von hier mit Königen und Ketten!
Der Römer Überrest will noch die Freyheit retten;
Und lässt sich das nicht thun, so sind wir doch nicht dein.
Der Africanersand soll unsre Freystadt seyn:
Hier hab ich selber schon ein Grab für mich erlesen.
Drum, Cäsar, lass uns Rom, wie es vorhin gewesen!
Komm ohne Kriegesvolk, komm ohne Waffen hin, 20
Komm so, wie ich mich da zu zeigen Willens bin:
Alsdann so wird man sehn, wer endlich von uns beyden
Noch den Triumph erlangt, und welcher Rom muss meiden.

Cäsar.
Was hab ich denn gethan? Der Deutschen tapfres Blut
Verehrt durch meinen Dienst der Römer Heldenmuth.
Die Meere waren mir kein Hinderniss im Siegen,
Ich bin den Ocean der Britten überstiegen;
Und doch versaget mir der ungerechte Rath,
Weil mich Pompejus hasst, ein schlechtes Consulat? 30
Man will mein tapfres Schwerdt im Frieden kraftlos machen,
Man giebt mir Aufruhr schuld; und was mein Schweiss, mein
Wachen,
Mein eignes Blut verdient, das Bürgermeisteramt,
Fällt meinen Feinden zu? Das, das hat mich entflammt!
Halb rasend fieng ich an der Römer Feind zu werden,
Vergebens waffnet sich der ganze Kreis der Erden;
Ich schlug ihn doch, und nahm den Rest zu Gnaden an,
Nachdem ich ihn besiegt: was hab ich nun gethan?

Cato.

Aus Rachgier, Cäsar, ward das Schwerdt von dir gezücket,


Da nun Pompejens Fall den Zorn bereits ersticket:
Warum behältst du noch die oberste Gewalt?
Daraus erhällt ja klar, dass man dich billig schalt.
Tyrannen schmücken stets ihr Thun mit List und Ränken: 10
Die Worte sind oft gut; die That lehrt was sie denken.
Man gab dir mit Bedacht kein römisch Consulat;
Du warest viel zu gross und mächtig für den Staat.
Und wozu war dir wohl das Vaterland verbunden?
Du hattest als ein Held viel Länder überwunden;
Rom hatte triumphirt: Doch das war deine Pflicht.
Ein Bürger dient dem Staat, der Staat dem Bürger nicht.
Die Schuld ist offenbar; der Vorwand ist vergebens.
Den Grachus, wie du weist, beraubte man des Lebens;
Du hast noch mehr verwirkt!
Cäsar.

Wo will der Eifer hin? 20


Vergesst ihr denn, dass ich ein Überwinder bin,
Und dass die Römer mich um Gnade bitten müssen?

Cato.

Wer voller Unschuld ist, will nichts von Gnade wissen.


Denk, Cäsar, denk einmal an deine Grausamkeit.
Und wünsche dir vielmehr, dass die Vergessenheit
Den unerhörten Stolz, der dich bethört, begrabe.
Auch Sylla, den ich oft darum gepriesen habe,
Entsagte von sich selbst der Herrschaft und Gewalt,
Und fand auch in der That der Römer Gnade bald. 30
Dem Beyspiel folge nach. So wird dir dein Verbrechen
Vielleicht auch noch geschenkt. Ich selbst will für dich sprechen!
Wie nun? Du schweigest hier? O Rom! O Vaterland!
Hast du dem Barbar nicht viel gutes zugewandt?
Und er bestimmt dir stets ein grösser Ungelücke.
Die Götter zeigen uns viel Zorn erfüllte Blicke;
Rom streitet mit sich selbst: die Mutter hasst den Sohn,
Der Legionen Zahl spricht ihren Brüdern Hohn,
Man sieht der Römer Blut auf Römer Hände spritzen,
Die Helden, welche sonst Gesetz und Rechte schützen,
Ersticken die Natur, und schänden ihr Gebot:
Die Väter streben nur nach ihrer Kinder Tod, 10
Die Kinder suchen nichts als ihrer Väter Leichen,
Die Mütter sind bemüht dem Jammer zu entweichen,
Und stürzen sich zuvor in beyder blosses Schwerdt.
Die Herrschaft, Cäsar, ists, was deine Brust begehrt!

2.
ÜBER DEN HANSWURST IN DER KOMÖDIE.
Kleine Geister, die keine Einsicht in die Moral besitzen und das
ungereimte Wesen in den menschlichen Handlungen weder
wahrnehmen noch satyrisch vorstellen können, haben, anstatt das
Lächerliche in den Sachen zu suchen, dasselbe in närrischen
Kleidungen, {20} Worten und Gebärden zu finden gemeinet. Daher
haben Harlekin und Skaramutz die Hauptpersonen ihrer Lustspiele
werden müssen. Diese müssen durch bunte Wämser, wunderliche
Posituren und garstige Fratzen den Pöbel zum Gelächter reizen. Von
diesem allem haben die Alten nichts gewusst; und es gehört mit
unter die phantastischen Erfindungen der Italiener, die jemand in der
Vorrede zu einer französischen Komödie: ‘Harlequin aux Champs
Elisées’ verspottet hat. Terenz hat seine Komödien ohne eine lustige
Person lächerlich genug zu machen gewusst: das neue französische
Theater hat gleichfalls bisher keinen Harlekin nöthig {30} gehabt, die
Zuschauer zu belustigen; obgleich Molière darin ein böses Exempel
gegeben hatte. Destouches und einige andere nämlich haben sich
gar wohl ohne diese phantastische Person behelfen können; und ein
Poet setzt sich wirklich in Verdacht, als verstände er sein Handwerk,
d. i. die Satire, nicht, wenn er ohne die Beihilfe eines unflätigen
Possenreissers nichts Lustiges auf die Schaubühne bringen kann.
Boileau hat diese schmutzigen Zoten seinen Schülern ernstlich
untersagt und den Molière selbst nicht geschont, der sich auch oft
dem Pöbel in diesem Stücke bequemt hatte.
Hieraus ist nun leicht zu schliessen, was von dem Théatre italien
und Théatre de la Foire, wo lauter abgeschmacktes Zeug vorkömmt,
für ein Werks zu machen sei, darüber ein Kluger entweder gar nicht
lacht, oder sich doch schämt, gelacht zu haben; {10} ingleichen was
von allen deutschen Narren zu halten sei, sie mögen nun von alter
Erfindung sein, wie Hanswurst oder Pickelhering, dessen sich Weise
noch immer bedient hat, oder auch von neuer Art, wie der
sogenannte Peter, oder Crispin, oder wie sie sonst heissen mögen.
Eben die Gründe, die wider jene streiten, sind auch allen diesen
Geschöpfen einer unordentlichen Einbildungskraft zuwider, die kein
Muster in der Natur haben.
ALBRECHT VON HALLER.
[Scherer D. 372, E. 377.]

Geboren 1708 zu Bern, studierte in Tübingen und Leyden


Naturwissenschaften, reiste dann in Deutschland, England und Frankreich
und ward 1729 practischer Arzt in Bern. 1736 gieng er als Professor nach
Göttingen, und 1753 als Amman nach Bern zurück. Er starb 1777. Als
Gelehrter, Kritiker und Dichter gleich angesehen. Seine wichtigsten
Gedichte fallen in die Jahre 1725–1736; die erste Sammlung ‘Versuch
schweizerischer Gedichte’ erschien 1732. Seine Gedichte wurden
herausgegeben von Hirzel (Frauenfeld 1882) und die Tagebücher seiner
Reisen von demselben (Leipzig 1883). Im Alter verfasste er politische
Romane.

1.
TRAUER -ODE , BEIM ABSTERBEN SEINER GELIEBTEN MARIANE.
Soll ich von deinem Tode singen?
O Mariane! welch ein Lied,
Wann Seufzer mit den Worten ringen 20
Und ein Begriff den andern flieht!
Die Lust, die ich an dir empfunden,
Vergrössert jetzund meine Noth;
Ich öffne meines Herzens Wunden
Und fühle nochmals deinen Tod.

Doch meine Liebe war zu heftig,


Und du verdienst sie allzuwohl,
Dein Bild bleibt in mir viel zu kräftig,
Als dass ich von dir schweigen soll.
Es wird, im Ausdruck meiner Liebe,
Mir etwas meines Glückes neu, 10
Als wann von dir mir etwas bliebe,
Ein zärtlich Abbild unsrer Treu!

Nicht Reden, die der Witz gebieret,


Nicht Dichter-Klagen fang ich an;
Nur Seufzer, die ein Herz verlieret,
Wann es sein Leid nicht fassen kann.
Ja, meine Seele will ich schildern,
Von Lieb und Traurigkeit verwirrt,
Wie sie, ergötzt an Trauer-Bildern,
In Kummer-Labyrinthen irrt! 20

Ich seh dich noch, wie du erblasstest,


Wie ich verzweiflend zu dir trat,
Wie du die letzten Kräfte fasstest,
Um noch ein Wort, das ich erbat.
O Seele, voll der reinsten Triebe,
Wie ängstig warst du für mein Leid!
Dein letztes Wort war Huld und Liebe,
Dein letztes thun Gelassenheit.
Wo flieh ich hin? in diesen Thoren
Hat jeder Ort, was mich erschreckt! 30
Das Haus hier, wo ich dich verloren;
Der Tempel dort, der dich bedeckt;
Hier Kinder — ach! mein Blut muss lodern
Beim zarten Abdruck deiner Zier,
Wann sie dich stammelnd von mir fodern;
Wo flieh ich hin? ach! gern zu dir!

O soll mein Herz nicht um dich weinen?


Hier ist kein Freund dir nah als ich.
Wer riss dich aus dem Schooss der deinen?
Du liessest sie und wähltest mich.
Dein Vaterland, dein Recht zum Glücke,
Das dein Verdienst und Blut dir gab,
Die sinds, wovon ich dich entrücke;
Wohin zu eilen? in dein Grab!

Dort in den bittern Abschieds-Stunden,


Wie deine Schwester an dir hieng, 10
Wie, mit dem Land gemach verschwunden,
Sie unserm letzten Blick entgieng;
Sprachst du zu mir mit holder Güte,
Die mit gelassner Wehmuth stritt:
‘Ich geh mit ruhigem Gemüthe,
Was fehlt mir? Haller kömmt ja mit.’

Wie kann ich ohne Thränen denken


An jenen Tag, der dich mir gab!
Noch jetzt mischt Lust sich mit dem kränken,
Entzückung löst mit Wehmuth ab. 20
Wie zärtlich war dein Herz im lieben,
Das Schönheit, Stand und Gut vergass,
Und mich allein nach meinen Trieben
Und nicht nach meinem Glücke mass.

Wie bald verliessest du die Jugend


Wie bald verliessest du die Jugend
Und flohst die Welt, um mein zu sein;
Du miedst den Weg gemeiner Tugend
Und warest schön für mich allein.
Dein Herz hieng ganz an meinem Herzen
Und sorgte nicht für dein Geschick; 30
Voll Angst bei meinem kleinsten Schmerzen,
Entzückt auf einen frohen Blick.

Ein nie am eiteln fester Wille,


Der sich nach Gottes Fügung bog;
Vergnüglichkeit und sanfte Stille,
Die weder Glück noch Leid bewog;
Ein Vorbild kluger Zucht an Kindern,
Ein ohne Blindheit zartes Herz;
Ein Herz, gemacht mein Leid zu mindern,
War meine Lust und ist mein Schmerz.

Ach! herzlich hab ich dich geliebet,


Weit mehr als ich dir kund gemacht,
Mehr als die Welt mir Glauben giebet,
Mehr als ich selbst vorhin gedacht.
Wie oft, wann ich dich innigst küsste,
Erzitterte mein Herz und sprach: 10
‘Wie? wann ich sie verlassen müsste!’
Und heimlich folgten Thränen nach.

Ja, mein Betrübniss soll noch währen,


Wann schon die Zeit die Thränen hemmt;
Das Herz kennt andre Arten Zähren,
Als die die Wangen überschwemmt.
Die erste Liebe meiner Jugend,
Ein innig Denkmal deiner Huld,
Und die Verehrung deiner Tugend
Sind meines Herzens stäte Schuld. 20

Im dicksten Wald, bei finstern Buchen,


Wo niemand meine Klagen hört,
Will ich dein holdes Bildniss suchen,
Wo niemand mein Gedächtniss stört.
Ich will dich sehen, wie du giengest,
Wie traurig, wann ich Abschied nahm!
Wie zärtlich, wann du mich umfiengest,
Wie freudig, wann ich wiederkam!

Auch in des Himmels tiefer Ferne


Will ich im dunkeln nach dir sehn 30
Und forschen, weiter als die Sterne,
Die unter deinen Füssen drehn.
Dort wird an dir die Unschuld glänzen
Vom Licht verklärter Wissenschaft;
Dort schwingt sich aus den alten Gränzen
Der Seele neu entbundne Kraft!

Dort lernst du Gottes Licht gewöhnen,


Sein Rath wird Seligkeit für dich;
Du mischest mit der Engel Tönen
Dein Lied und ein Gebet für mich.
Du lernst den Nutzen meines leidens,
Gott schlägt des Schicksals Buch dir auf;
Dort steht die Absicht unsers scheidens
Und mein bestimmter Lebenslauf.

Vollkommenste! die ich auf Erden


So stark und doch nicht gnug geliebt! 10
Wie liebens-würdig wirst du werden,
Nun dich ein himmlisch Licht umgiebt.
Mich überfällt ein brünstigs hoffen,
O! sprich zu meinem Wunsch nicht nein!
O! halt die Arme für mich offen!
Ich eile, ewig dein zu sein!
2.
AUS DEN ALPEN.
Wenn Titans erster Strahl der Gipfel Schnee vergüldet
Und sein verklärter Blick die Nebel unterdrückt,
So wird, was die Natur am prächtigsten gebildet, 20
Mit immer neuer Lust von einem Berg erblickt;
Durch den zerfahrnen Dunst von einer dünnen Wolke
Eröffnet sich zugleich der Schauplatz einer Welt,
Ein weiter Aufenthalt von mehr als einem Volke
Zeigt alles auf einmal, was sein Bezirk enthält;
Ein sanfter Schwindel schliesst die allzuschwachen Augen,
Die den zu breiten Kreis nicht durchzustrahlen taugen.

Ein angenehm Gemisch von Bergen, Fels und Seen


Fällt nach und nach erbleicht, doch deutlich, ins Gesicht,
Die blaue Ferne schliesst ein Kranz beglänzter Höhen, 30
Worauf ein schwarzer Wald die letzten Strahlen bricht;
Bald zeigt ein nah Gebürg die sanft erhobnen Hügel,
Wovon ein laut Geblöck im Thale widerhallt;
Bald scheint ein breiter See ein Meilen langer Spiegel,
Auf dessen glatter Flut ein zitternd Feuer wallt;
Bald aber öffnet sich ein Strich von grünen Thälern,
Die, hin und her gekrümmt, sich im entfernen schmälern.

Dort senkt ein kahler Berg die glatten Wände nieder,


Den ein verjährtes Eis dem Himmel gleich gethürmt,
Sein frostiger Krystall schickt alle Strahlen wieder,
Den die gestiegne Hitz im Krebs umsonst bestürmt.
Nicht fern vom Eise streckt, voll Futter-reicher Weide, 10
Ein fruchtbares Gebürg den breiten Rücken her;
Sein sanfter Abhang glänzt von reifendem Getreide,
Und seine Hügel sind von hundert Heerden schwer.
Den nahen Gegenstand von unterschiednen Zonen
Trennt nur ein enges Thal, wo kühle Schatten wohnen.

Hier zeigt ein steiler Berg die Mauer-gleichen Spitzen,


Ein Wald-Strom eilt hindurch und stürzet Fall auf Fall.
Der dick beschäumte Fluss dringt durch der Felsen Ritzen
Der dick beschäumte Fluss dringt durch der Felsen Ritzen
Und schiesst mit gäher Kraft weit über ihren Wall.
Das dünne Wasser theilt des tiefen Falles Eile, 20
In der verdickten Luft schwebt ein bewegtes Grau,
Ein Regenbogen strahlt durch die zerstäubten Theile
Und das entfernte Thal trinkt ein beständigs Thau.
Ein Wandrer sieht erstaunt im Himmel Ströme fliessen,
Die aus den Wolken fliehn und sich in Wolken giessen.

Doch wer den edlern Sinn, den Kunst und Weisheit schärfen,
Durchs weite Reich der Welt empor zur Wahrheit schwingt,
Der wird an keinen Ort gelehrte Blicke werfen,
Wo nicht ein Wunder ihn zum stehn und forschen zwingt.
Macht durch der Weisheit Licht die Gruft der Erde heiter, 30
Die Silber-Blumen trägt und Gold den Bächen schenkt;
Durchsucht den holden Bau der buntgeschmückten Kräuter,
Die ein verliebter West mit frühen Perlen tränkt:
Ihr werdet alles schön und doch verschieden finden
Und den zu reichen Schatz stäts graben, nie ergründen!
FRIEDRICH VON HAGEDORN.
[Scherer D. 374, E. 379.]

Geboren 1708 zu Hamburg, studierte die Rechte, gieng 1729 als


Privatsecretär des dänischen Gesandten nach London und lebte später in
Hamburg als Secretär beim Englischen Court. Starb 1754. Seine erste
Gedichtsammlung erschien 1729; sein ‘Versuch in poetischen Fabeln und
Erzählungen’ 1738. Seine sämmtlichen Werke, Lehrgedichte, Fabeln und
Erzählungen, Oden und Lieder enthaltend, erschienen zuerst Hamburg,
1756. Neue Gesammtausgabe von Eschenburg (Hamburg 1800).
Neudruck des ‘Versuchs einiger Gedichte’ durch Sauer (Heilbronn 1883).

1.
DER MAY.
Der Nachtigall reizende Lieder
Ertönen und locken schon wieder
Die fröhlichsten Stunden ins Jahr.
Nun singet die steigende Lerche:
Nun klappern die reisenden Störche,
Nun schwatzet der gaukelnde Staar.
Wie munter sind Schäfer und Heerde,
Wie lieblich beblümt sich die Erde!
Wie lebhaft ist itzo die Welt! 10
Die Tauben verdoppeln die Küsse,
Der Entrich besuchet die Flüsse,
Der lustige Sperling sein Feld.
Wie gleichet doch Zephyr der Floren!
Sie haben sich weislich erkohren,
Sie wählten den Wechsel zur Pflicht.
Er flattert um Sprossen und Garben;
Sie liebet unzählige Farben;
Und Eifersucht trennet sie nicht.
Nun heben sich Binsen und Keime, 20
Nun kleiden die Blätter die Bäume,
Nun schwindet des Winters Gestalt;
Nun rauschen lebendige Quellen
Und tränken mit spielenden Wellen
Die Triften, den Anger, den Wald.
Wie buhlerisch, wie so gelinde
Erwärmen die westlichen Winde
Das Ufer, den Hügel, die Gruft!
Die jugendlich scherzende Liebe
Empfindet die Reizung der Triebe,
Empfindet die schmeichelnde Luft.
Nun stellt sich die Dorfschaft in Reihen,
Nun rufen euch eure Schallmeyen,
Ihr stampfenden Tänzer! hervor.
Ihr springet auf grünender Wiese, 10
Der Bauerknecht hebet die Liese,

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