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DER LETZTE
Es ist ein später Nachmittag. Die Sonne geht bald unter. Der italienische Dampfer
«Venezia» liegt im Hafen von Genua. In einer Stunde fährt er nach Neapel ab.
Die Passagiere kommen mit einem Autobus aus der Stadt. Sie steigen aus und holen
ihre Koffer aus dem Autobus. Einige Passagiere bringen noch ihre Bekannten mit und
sprechen mit ihnen vor der Abfahrt.
Die Matrosen lassen die Schiffstreppe herunter. Die Passagiere verabschieden sich
von ihren Bekannten und steigen auf das Schiff. Die Schiffsoffiziere begrüßen ihre
Gäste und zeigen ihnen ihre Kabinen.
Bald sind alle Passagiere an Bord. Aus dem Lautsprecher tönt die Stimme: «An
unsere Fahrgäste! Bitte kommen Sie alle an Bord. Wir fahren in zehn Minuten ab!»
Die letzten Freunde und Bekannten verlassen das Schiff. Noch einmal rufen sie Grüße
hinauf: «Glückliche Fahrt! Auf Wiedersehen!» Dann winken sie noch lange ihren
Freunden und Bekannten an Bord zu.
Plötzlich heult die Sirene. Sie heult sehr laut und lange. Die Kinder halten sich die
Ohren zu. Alles ist zur Abfahrt bereit. Die Hafenarbeiter laufen an die Taue. Aber sie
lösen sie nicht, sie erwarten die Befehle des Kapitäns.
In diesem Augenblick bemerken einige Passagiere ganz fern einejl Radfahrer. Er
fährt angestrengt die Straße zum Dampfer entlang. «Ist das ein Fahrgast? Erreicht er
noch das Schiff?», raten die Fahrgäste an BordJ
Die Sirene heult wieder. Alle schauen auf den Radfahrer. Er fährt au«
aller Kraft. Wartet das Schiff so lange? Schafft es der Mann? Viele rufeil
aufgeregt: «Schneller, schneller! Noch schneller!» l
Genau in der letzten Sekunde kommt der Radfahrer an. Er spring«
vom Rad herunter, läuft die Treppe hinauf, steht an Deck und ruft«
«Abfahren!» Das ist der Kapitän des Schiffes.