Das Osterfest
Das Osterfest wird jedes Jahr an einem anderen Datum gefeiert. Es fällt auf den ersten Sonntag nach
dem ersten Frühlingsvollmond. Der Name Ostern leitet sich wahrscheinlich aus dem altgermanischen
Wort "eastron" für Morgenröte ab. Es soll auch eine altgermanischen Lichtgöttin Ostara oder Eostra
gegeben haben. Doch dies wird von einigen Wissenschaftlern bestritten.
Eier gelten in vielen Kulturen als Symbol des Lebens. Auch bei den Pharaonen sollen bereits Eier zum
Beginn der Frühlingszeit verschenkt worden sein. Im Christentum symbolisieren sie ebenfalls das Leben
bzw. die Auferstehung Jesu. Eier durften in der Fastenzeit nicht gegessem werden, da sie als "flüssiges
Fleisch" eingeordnet wurden. Sie mussten daher durch Kochen haltbar gemacht werden. Bis zur
Osterzeit hatten sich sehr viele Eier angesammelt, die mit anderen Speisen zum Osterfest gesegnet
wurden.
Für Kinder sind an Ostern vor allem die damit verbundenen Bräuche besonders aufregend: der
Osterhase, auch bereits ein germanisches Symbol für Fruchtbarkeit, versteckt am Morgen des
Ostersonntags Eier und Schokolade im Haus oder im Garten. Meist bauen die Kinder am Vortag
Osternester aus Stroh, Zweigen oder Gras. Der Frühstückstisch wird festlich geschmückt (z.B. mit
Holzspielzeug und Schokoladeneiern und –hasen). Seit dem 17. Jahrhundert ist das Verstecken und
Suchen von Ostereiern üblich. Der Osterhase als "Eierlieferant" setzte sich in protestantischen Familien
als erstes durch.
Ostertisch mit gefärbten Eiern& Ostereiersuchen für Kinder
An den Tagen vor Ostern werden entweder Hühnereier ausgeblasen und bemalt oder auch gekochte Eier
eingefärbt. Dabei gibt es verschiedene Methoden die Eier zu bemalen oder einzufärben. Entweder
werden die Eier in Lebensmittelfarben gekocht oder heiß darin eingetaucht. Man kann Ostereier auch mit
zähflüssigen Farben marmorieren und mit Aufklebern verzieren. Außerdem werden frische, mit
Ostereiern dekorierte, Zweige aufgestellt.
Daneben existieren noch einige besondere Osterbräuche, die in verschiedenen Regionen
Deutschlands gepflegt weden: vor allem in Nord- und weiten Teilen Mitteldeutschlands werden
beispielsweise Osterfeuer entzündet oder Feuerräder aus Holz und Reisig die Hügel heruntergerollt. Der
Brauch ist vor allem in ländlichen Gegenden üblich.
Das Osterreiten gehört zu den zahlreichen Osterveranstaltungen der Sorben, die wie die Dänen in
Norddeutschland, eine ethnische Minderheit in Deutschland bilden. Bekannt sind die kunstvoll mit
Ornamenten und Frühlingssymbolen verzierten Ostereier. Die ältestete bekannte Erwähnung bunter
sorbischer Ostereier stammt aus der Zeit um 1700. Mit besonderen Kratz-, Ätz- oder auch
Wachsbatiktechniken werden die Eier verziert. Eine Besonderheit ist außerdem der Osterritt: ein
festlicher Umzug, bei dem in Frack und Zylinder gekleidete Männer auf ihren geschmückten Pferden von
der Kirche des Heimatortes zu der des Nachbarortes reiten.
Osterdekoration
Um Ostern herum wird in vielen Haushalten gebastelt und dekoriert. Vor allem in Familien mit Kindern
werden Zweige geschmückt, Eier ausgeblasen und bemalt oder auch Osterlämmer gebacken. Wie man
mit der Familie Osterdekorationen selbst effektvoll bemalen kann oder Osterlämmer aus Stoff herstellt,
kann man beispielsweise durch spezielle Osterkurse erlernen:
Schon bei den alten Griechen und Römern hatte der Hase eine besondere Bedeutung: Weil er das Tier ist, das schon
zeitig im Frühjahr Junge bekommt, wurde er zum Symbol für ein neues Leben nach der Winterzeit und damit zum Bild für
die Auferstehung. In der byzantinischen Liturgie steht der Hase für Christus: Da das Tier keine Augenlider hat, scheint es,
als schlafe es nie – dieses Bild wurde zur Parallele zu Jesus, der nicht wirklich stirbt (da er wieder aufersteht).
Bereits um Christi Geburt galt das Langohr als Sinnbild für Fruchtbarkeit, Leben und Wachstum – die gleichen Symbole,
für die auch das Ei steht, das er angeblich zu Ostern austrägt. Und noch eine Verbindung gibt es zwischen Ei und Hase:
Das Ei war, ebenso wie der Hase, steuerliche Abgabe der Bauern an ihren Grundeigentümer oder an die Kirche. Auch der
Termin, an dem die Zinsen gezahlt werden mussten, war jedes Jahr der gleiche: Ostern. Auch der Zeitpunkt des Osterfestes
führt zu Meister Lampe: Der Hase ist rund um die Welt als Mondtier bekannt und das Osterfest fällt jedes Jahr auf den
ersten Vollmond-Sonntag im Frühling. Im deutschsprachigen Raum wird der Osterhase zum ersten Mal 1682 vom
Heidelberger Arzt Georg Frank in seiner Abhandlung »De ovis paschalibus« erwähnt. In einer Übersetzung heißt es dort:
»... im Elsaß und den angrenzenden Gegenden nennt man diese Eier Haseneier auf Grund der Fabel, mit der man
Einfältigen im Geiste und Kindern weismacht, der Osterhase lege solche Eier und verstecke sie in den Gärten im Grase,
damit sie von den Kindern zum Ergötzen der lächelnden Erwachsenen desto eifriger gesucht werden«.
Übrigens, bevor sich der Osterhase in den deutschsprachigen Ländern als Eierbringer durchsetzte, brachten in einigen
Regionen ganz andere Tiere die reich verzierten und gefärbten Eier: In der Schweiz war es der Kuckuck, in Thüringen der
Storch. In Österreich, Oberbayern, Sachsen und Schleswig-Holstein schließlich kam der Hahn mit der Kiepe und im
westfälischen und hannoverschen Raum der Fuchs.
Die Weihnachtszeit: Eine Zusammenfassung
Die Vorweihnachtszeit
Weihnachten ist für die Deutschen das wichtigste Fest des Jahres, an dem die ganze Familie
zusammenkommt. Die Vorweihnachtszeit entspricht den vier Wochen vor dem heiligen Abend und
beginnt mit dem ersten Advent, dem ersten Sonntag im Dezember. Die Wohnung wird weihnachtlich mit
Tannenzweigen, Weihnachtsschmuck und Kerzen dekoriert. Auf dem Tisch wird der Adventskranz, ein
Kranz aus Tannenzweigen mit vier Kerzen, aufgestellt.
Klassisch: Der Adventskranz
An jedem Sonntag im Advent wird eine Kerze angezündet. Die Kinder bekommen
einen Adventskalender, an dem sich 24 Türen oder kleine Säckchen befinden. jeden Tag bis
Weihnachten dürfen die Kinder ein Türchen oder Säckchen öffnen. In der Adventszeit schreiben die
Kinder außerdem ihren Wunschzettel für Weihnachten.
Gemütlichkeit bei Kerzenschein: Adventszeit in Deutschland
An den Adventssonntagen findet man sich häufig zusammen, um warme Getränke (z.B. Punsch, Tee,
Kakao) zu trinken, Kekse, Lebkuchen und Stollen zu essen und um den Kindern Weihnachtsgeschichten
vorzulesen. Diesen Brauch gibt es etwas seit Beginn des 20. Jahrhunderts (mehr
zur Weihnachtsbäckerei,Vorweihnachtszeit).
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Nikolaus
Die Weihnachtszeit bietet den Kindern aber noch mehr „aufregendes“: Am Abend des 5.12. stellen die
Kinder ihre frischgeputzten Stiefel vor die Tür oder vor den Kamin und warten auf den heiligen Nikolaus,
der in der Nacht die Stiefel mit Süßigkeiten und Früchten füllt. In einigen Gegenden wird der Nikolaus
noch von Knecht Ruprecht begleitet, der mit seiner Rute unartige Kinder bestraft. mehr...
Weihnachstmärkte
Auch die traditionellen Weihnachtsmärkte öffnen mit der Adventszeit ihre Tore. An den zahlreichen
lichtgeschmückten Ständen werden Christbaumschmuck, Kerzen, Glühwein und allerlei andere
Weihnachtsspezialitäten angeboten. Weihnachts- oder Christkindlesmärkte gibt es seit dem 14.
Jahrhundert. Um ihre Waren auch vor Weihnachten verkaufen zu können, kamen einst Handwerker und
Zuckerbäcker auf die Idee, auf den Marktplätzen Stände mit ihren Waren zu errichten. Dieser Brauch
verbreitete sich schnell und um mehr Marktbesucher anzulocken, wurden geröstete Mandeln, Kastanien
und Nüsse angeboten. ...mehr
Anfang Dezember: Weihnachtsmärkte und Nikolaus
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Vorbereitung auf Weihnachten
Da früher die Vorweihnachtszeit eine sehr stille Zeit war, in der die Bauern auf den Feldern auf Grund des
Wetters sowie der dunklen Jahreszeit, nicht arbeiten konnten, mussten sie die Zeit irgendwie
überbrücken. Aus dieser Situation sind eine Vielzahl an Bräuchen herausgegangen, die zum Teil bis
heute, jedoch vorwiegend von den Frauen, gepflegt werden. ...mehr
Gehört zur Vorweihnachtszeit: Plätzchenbacken & Knusperhäuschen
Weihnachten
Spätestens an den Tagen vor Heiligabend wird der Christbaum (oder auch Weihnachtsbaum)
geschmückt. Die Tradition stammt etwas aus dem 17. Jahrhundert. Als Baum wird eine Tanne oder
Fichte ausgewählt, die als immergrüner Baum ein Zeichen für Leben und Hoffnung. Der Baum wird je
nach Geschmack mit Kerzen, Christbaumkugeln, Lametta oder Holzspielzeug geschmückt. Traditionell
wurde der Baum auch mit Äpfeln und Süßigkeiten behangen.
Kein Weihnachten ohne geschmückten Baum
Unter dem Christbaum wird eine Krippe aufgestellt, d.h. ein kleiner aus Holz nachgebildeter Stall, in dem
das neugeborene Jesuskind mit seinen Eltern, den Hirten und den Tieren liegt. In Deutschland ist die
Variation an Krippen sehr groß. In Kirchen werden auch große Krippen aufgebaut.
Die Weihnachtsgeschichte: Krippe (rechts eine Krippe der Augsburger Puppenkiste)
Am Heiligabend wird die Weihnachtsgeschichte vorgelesen oder aber von Kindern in der Kirche
aufgeführt. Auch wenn viele Deutsche nicht mehr regelmäßig in die Kirche gehen, gehen sie meist doch
noch an diesem einen Tag, um nach einem langen Jahr Ruhe zu finden und die weihnachtliche
Stimmung zu genießen. Meist fällt auch erst mit dem Kirchgang der Stress der vielen
Weihnachtsvorbereitungen und –einkäufe ab.
Am Abend isst man im Kreise der Familie und tauscht die Geschenke aus. Für Kinder schließt man
jedoch oft das Wohnzimmer zunächst ab und lässt sie erst hinein, wenn die Kerzen am Baum entzündet
und die Geschenke aufgebaut sind. Denn die Geschenke für die Kinder werden vom Christkind oder vom
Weihnachtsmann gebracht.
Das Christkind , also das Jesuskind, wurde im 16. Jahrhundert von Martin Luther als
Geschenkeüberbringer für die Kinder eingesetzt - als Ersatz für den heiligen Nikolaus, der früher in der
Nacht zum 6. Dezember die Geschenke überbrachte. Der Geburtstag des Jesuskindes sollte fortan der
Tag für den Austausch von Geschenken sein, da in der protestantischen Kirche die Anbetung von
Heiligen verpönt ist. Doch wie man heute sieht, haben auch die Protestanten an der Tradition des
Nikolausfestes festgehalten.
Der Weihnachtsmann ist wie Halloween ein Reimport aus Amerika, wo der durch europäische
Einwanderer eingeführte Nikolaus zum Weihnachtsmann wurde. Viele Kinder in Deutschland wissen
daher oftmals nicht mehr, dass der Nikolaus und der Weihnachtsmann eigentlich ein und dieselbe Person
sind.
Die zwei Tage nach Heiligabend (25./26.12.) sind offizielle Feiertage und werden meist für
Verwandtschaftsbesuche genutzt. Viele Deutsche nehmen sich auch die die Tage bis Silvester (31.12.)
frei und fahren z.B. in den Skiurlaub.
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Eine Besonderheit – die Erzgebirgische Weihnacht
Hinter diesem Begriff verbirgt sich kein spezielles Brauchtum, sondern wunderschöne Handwerkskunst
für das Weihnachtsfest. Im 17. Jahrhundert haben sich Schnitzer und Drechsler dem Kunsthandwerk
zugewandt und daraus entwickelte sich in Sachsen, Thüringen sowie im Erzgebirge diese einzigartige
Holzschnitzkunst. Die bekanntesten Holzschnitzereien sind die reich dekorierten Deckenleuchter,
Lichterbögen, Lichterengel und Lichterpyramiden. Letztere bestehen aus einem Turm mit mehreren
Stockwerken, an denen Kerzen angebracht sind. Durch die aufsteigende Wärme der Kerzen beginnt sich
die Pyramide zu drehen. Weltbekannt sind natürlich auch die Räuchermännchen und Nussknacker.
Räuchermännchen
Karneval
Die Karnevalszeit beginnt in den meisten Karnevalshochburgen am 11. November um 11:11 Uhr eines
jeden Jahres, die tatsächlichen Feierlichkeiten beginnen aber meist erst im Februar des Folgejahres in
der Woche vor der österlichen Fastenzeit. Karneval ist damit ein typisches Beispiel für die
Verschmelzung alter germanisch-keltischer Bräuche mit christlichen Feiertagen.
In Deutschland gibt es zwei deutlich verschiedene Formen des Karnevals: auf der einen Seite die
schwäbisch-alemannische Fasnacht, die sich noch stark an mittelalerliche Bräuche und Überlieferungen
hält und mit den altüberlieferten Figuren und Holzmasken sehr schön anzuschauen ist und auf der
anderen Seite den eher pompösen und fröhlichen rheinischen Karneval. Der rheinische Karneval
entstand in seiner jetzigen Form im 19. Jahrhundert. Der damalige Karneval, der dem schwäbisch-
alemannischen noch glich, wurde reformiert, um dem teilweise damals recht rauhen Karnevalstreiben in
den Straßen Kölns ein Ende zu setzen und die Oberschicht wieder für den Karnval zu gewinnen. Im
rheinischen Karneval sind außerdem durch die Uniformen noch deutlich Spuren der französischen und
preußischen Besetzungszeit erkennbar. Man machte sich über die Besetzer lustig, indem man in
Uniformen und mit Blumen im Gewehrlauf durch die Straßen marschierte. Heute verläuft die Kulturgrenze
zwischen Fasnacht und der rheinischen Karnevalsform in etwa an der Mainlinie.
Umzüge mit geschmückten Wagen, von denen Süßigkeiten und Blumen geworfen werden und an denen
tausende verkleideter Narren teilnehmen, finden in der Karnvalswoche z.B. in Köln, Düsseldorf und Mainz
am Montag (Rosenmontag) statt, in kleineren Städten oder Städten im Süden (Würzburg) und Osten
Deutschlands (Leipzig, Wasungen) auch am Wochenende oder am Dienstag (Veilchendienstag). Es gibt
in vielen Städten Kinderumzüge, die meist ebenfalls am Wochenende stattfinden.
In der Nacht zu Mittwoch um Punkt Mitternacht endet der Karneval und es gibt an vielen Orten die
Tradition eine Strohpuppe symbolisch für alle Laster der karnevalistischen Tage zu verbrennen. Mit dem
Aschermittwoch, beginnt die vierzigtägige Fastenzeit bis Ostern. In der katholischen Kirche wird den
Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet, das sie an ihre Vergänglichkeit erinnern soll. Im Alltag
wird das Fasten nur noch selten praktiziert.
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Stadt und Leben
Wissen und Umwelt
Die „fünfte Jahreszeit“: Karneval, Fastnacht, Fasching
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Frühling, Sommer, Herbst und Winter – klar, das sind die vier Jahreszeiten. Für viele Deutsche spielt aber eine weitere, fünfte, eine
ganz besondere Rolle.
Im Februar feiern sie die „Fastnacht“ (in Südwestdeutschland), den „Fasching“ (in Bayern, Sachsen und Thüringen) oder den „Karneval“ (im
Rheinland). In den verschiedenen Namen zeigt sich eine Quelle für diese Tradition. In der Fast-Nacht, am Tag vor Beginn der früher sehr
strengen Fastenzeit in der katholischen Kirche durften die Gläubigen noch einmal ordentlich feiern.
Aus einem Tag wurden mehrere, dann eine Woche und heute wird die Karneval-Saison schon am 11.11. um 11 Uhr 11 eröffnet. Das ist ein
wichtiges Datum für den bürgerlichen „Karneval“. Auch dieses Wort hat einen Bezug zur Fastenzeit. Eine Erklärung leitet es vom
lateinischen „carne vale“ ab, was soviel wie „Tschüs, Fleisch!“ bedeutet.
Die Saison beginnt im November, die meisten öffentlichen Aktivitäten finden aber an den „tollen Tagen“ vom „schmutzigen Donnerstag“ bis
„Faschingsdienstag“ statt.
Vor allem Jugendliche verkleiden sich und feiern – mit Freunden zu Hause, auf der Straße, oder auf einem Maskenball. Der Straßenkarneval
in Köln verwandelt das Zentrum der Stadt in eine riesige Open-Air-Disco.
Andere stehen am Straßenrand, wenn der Karnevalszug durch die Straßen der Stadt führt. Wieder andere schauen sich das bunte Treiben
nur zu Hause am Fernseher an oder feiern Karneval gar nicht. Rund 30 Prozent der Deutschen sind „Karnevalsmuffel“, d.h. ihnen ist der
Karneval egal oder sie finden ihn sogar schrecklich.
Wie feiert man Karneval in Deutschland?
Wie sieht der Karnevalszug aus?
Wer organisiert das alles?
Die Narren
Wer tanzt denn da?
Das Prinzenpaar
Warum beginnt die Karnevalsaison genau am 11.11.?
Wer spricht denn da?
Was essen die?
Karnevalslieder
Am Aschermittwoch ist alles vorbei ...
Wie feiert man Karneval in Deutschland?
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Vor allem Jugendliche verkleiden sich und feiern – mit Freunden zu Hause, auf der Straße, oder auf einem Maskenball. Der Straßenkarneval
in Köln verwandelt das Zentrum der Stadt in eine riesige Open-Air-Disco.
Andere stehen am Straßenrand, wenn der Karnevalszug durch die Straßen der Stadt führt. Wieder andere schauen sich das bunte Treiben
nur zu Hause am Fernseher an oder feiern Karneval gar nicht. Rund 30 Prozent der Deutschen sind „Karnevalsmuffel“, d.h. ihnen ist der
Karneval egal oder sie finden ihn sogar schrecklich.
Natalie (16) findet Fasching jedenfalls cool.
Wie sieht der Karnevalszug aus?
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Viele Zuschauer kommen zu den Karnevals-Umzügen, die prächtige Wagen und gigantische Figuren aus Pappmaché zeigen und sich oft
über Politiker lustig machen. Mit dem Bau der Wagen wird manchmal schon im Oktober begonnen, für die größten braucht man 25.000
Arbeitsstunden. Jedes Jahr steht der Umzug unter einem anderen Motto. 2010 ist das in Köln „En Kölle jebütz“ („Küsschen in Köln“), in
Mannheim „Trotz Krise – mer lasse uns die Fasnacht net vermiese“ („wir lassen uns den Fasching nicht verderben“) . Die großen
Karnevalszüge werden live im Fernsehen übertragen.
Die Karnevalisten werfen den Zuschauern Süßigkeiten und Blumen zu. Der größte Umzug Deutschlands in Köln dauert über drei Stunden.
8.000„Jecken“, davon 2.000 Frauen, ca. 350 Reiter, 85 Musikkapellen und fast 200 Wagen nehmen teil.
Wer auf dem Wagen fahren darf, verrät uns Herr Barth.
Wer organisiert das alles?
In fast allen deutschen Städten gibt es Karnevalsvereine oder Karnevalsgesellschaften. 4800 sind Mitglied im „Bund Deutscher Karneval“.
Die Karnevalsvereine organisieren die Karnevalszüge und Karnevalssitzungen wie auf dem Bild. Für sie ist das ganze Jahr über Saison und
der Karneval nicht nur Spaß, sondern auch harte Arbeit.
Die Karnevalsarbeit.
Die Narren
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Der Narr ist die Symbolfigur für den Karneval. „Narren“ (im Rheinland: „Jecken“) nennt man alle Leute, die Karneval feiern, die „närrischen
Tage“ die Karnevalstage selbst. Als Narr darf man auch verrückte Dinge tun, in Verkleidung ein ganz Anderer sein – im Karneval gelten die
„normalen“ Regeln und Gesetze nicht. Schon früher durfte ein Narr selbst einem König auch unbequeme Dinge sagen und ein deutsches
Sprichwort weiß „Kinder und Narren sagen die Wahrheit.“
Wer tanzt denn da?
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Auch die Garde und das Tanzmariechen sind traditionelle Figuren im Karneval. Ihre Kostüme erinnern an Uniformen aus dem
[Link]. Anders als Soldaten, tragen die Gardetänzerinnen aber kurze Röcke.
Natalie beschreibt ihr eigenes Kostüm.
Die Gardetänzerinnen trainieren das ganze Jahr über. Ihr Tanz ist auch ein offizieller Sport und jedes Jahr gibt es DeutscheMeisterschaften.
Saskia über den Gardetanz.
Das Prinzenpaar
In vielen Städten ist im Karneval ein Prinz an der Regierung, meist zusammen mit einer Prinzessin, in Köln in einem „Dreigestirn“ von Prinz,
Bauer und Jungfrau.
Das Amt ist eine große Ehre, bedeutet aber auch hohe Kosten. Meist wird es deshalb von Sponsoren unterstützt. Während der
Karnevalszeit sind Prinz und Prinzessin Personen des öffentlichen Lebens. Sie bekommenzahlreiche Einladungen, nicht nur zu
Karnevalsveranstaltungen.
Das Prinzenpaar wird jedes Jahr neu gewählt und am 11.11. der Öffentlichkeit vorgestellt. Meist wechseln sich die einzelnen
Karnevalsgesellschaften ab.
Gardeprinzessin als Repräsentant.
In vielen Städten gibt der Bürgermeister dem Prinzenpaar einen großen Schlüssel. Es ist der Schlüssel zum Rathaus und symbolisiert, dass
nun die Narren die Macht haben. In Frankfurt legen die Karnevalisten die Oberbürgermeisterin sogar in Ketten.
Warum beginnt die Karnevalsaison genau am 11.11.?
Die Zahl 11 hat im Karneval eine ganz besondere Bedeutung.
11 Personen, der „Elferrat“, leiten eine Karnevalssitzung. Diese Sitzungen und die Karnevalsumzüge beginnen 11 Minuten nach einer vollen
Stunde. Viele Karnevalsvereine haben eine 11 in ihrem Wappen.
Dafür gibt es viele Erklärungen. Z.B. gilt die Elf in der christlichen Religion als Zahl der Maßlosigkeit, der Sünde, sogar als teuflische Zahl.
Und in der 11 steht 1 neben 1, wie auch im Karneval alle Menschen gleich sind.
Wer spricht denn da?
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Die „Bütt“ steht auf einer Karnevalsbühne und von ihr aus werden die Karnevalsreden gehalten. Diese Reden sind meistens gereimtund in
einem der vielen deutschen Dialekte geschrieben. Auch das Wort „Bütt“ ist Kölner Dialekt. Die Büttenredner kritisieren in lustigem Ton
Politiker, Prominente und menschliche Schwächen.
Was essen die?
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Kräppel (oder Krapfen oder Berliner) sind eine typische Spezialität für Karneval. Der süße Teig wird in Fett ausgebacken und ist mit
Marmelade gefüllt.
Karnevalslieder
Für den Karneval werden spezielle Lieder komponiert. Sänger und Publikum singen sie gemeinsam auf den Karnevalsitzungen, dabei wird
„geschunkelt“. Was das ist? Das kann man nur zeigen, nicht erklären. Schaut den Video-Clip von einer solchen Sitzung an und beobachtet
die Bühne und das Publikum. Jupp Schmitz singt dort das bekannte Karnevalslied „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“. Zum Mitsingen gibt
es hier den Liedtext.
Video-Clip Aschermittwoch auf YouTube
Heute beteiligen sich auch Pop- und Rockgruppen am Karneval und bringen neue Rhythmen und Melodien ein.
Am Aschermittwoch ist alles vorbei ...
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In der Nacht zu Mittwoch um Punkt Mitternacht endet der Karneval und an vielen Orten wird in dieser Nacht eine Strohpuppe verbrannt.
Verbrannt wird damit symbolisch vielleicht der Winter, vielleicht aber auch ein Schuldiger dafür, dass man im Karneval so viel Geld
ausgegeben hat.
Am Aschermittwoch lassen sich gläubige Katholiken ein Asche-Kreuz auf die Stirn malen und zeigen damit, dass sie sich ihrer Sünden
bewusst sind. Viele Karnevalsgesellschaften schließen am Aschermittwoch die Karnevalssaison mit einem Heringsessen ab.