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1 2 3 Klavier Band 1 Lehrerkommentar

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EA 1001 Ehren (1.2) eB VI Klavierschule fir 2-8 Hinde Spielheft I EB 8619 Spielhett 11 EB 8620 Lehrerkommentar zu Heft] BV 298 Lehrerkommentar 2u Heft IL BV 299 BY 298 ISBN 3.7651-00989 © 1995 by Breiteopf& Harte, Wiesbaden Alle Rechte vorbehalten Sate: Dinges& Prick GmbH, Wiesbaden ‘Unnschlag tnd Uustration: Julia Ginsbach ruck: Messedeuck, Leipzig Printed in Geemany Vorwort Inhalt | I. Die Konzeption der Klavierschule Tonmaterial ... Rhythmus und Takt Notation Spielbewegungen Improvisation... Lied-Spiel Stimme Bewegung Materialien IL, .. fiir 2-8 Hinde mm, 10 u 2 B 4 5 16 0 1B 9 20 a 1 2. cca Newbee ie Uherlegungen zum Klavierunterticht in Gruppen Vorausseizungen fur Klavierunterricht in Gruppen Aktionsriuume und Spielformen im Gruppenunterricht an 2 Klavieren Spielformen im Unterrichtsraum mit 1 Klavier Wie lange kann eine Gruppe zusammenbleiben? ‘Wie entstehen Disziplinprobleme und wie kann man sie vermeiden? ... Migliche Unterrichtsformen nach dem 1. Jahr Themenbilder a8 Hereinspazietth..00.00ceeceeecceee 2D Hokus pokus . 2B Potzblitz und Donnerwetter 0... 25 Der Stra@enmusikant . 26 Nebel-Klinge .... 2B Eulen-Spiegelei .. 30 Die SuperRiesen-SchlingelSchlange 32 Das Geheimnis wird gelifet.!..... 34 Der Frosch .. 35 Gute Nacht 2... 38 Ist ein Ballin Brunn’ gefallen 39 Doppelt gehoppelt sees 4 =» aus Grofvaters Liederbuch ....... 42 Jingle Bells . 7 44 TTane der wilden Pferde ....... 46 Der Schlangenbeschworer 2.2.0... 48 Um Mitternacht 50 Die Baren-Band ....... coo fl Die Spielubr..........2.. 33 Indianertanz 54 Joggl, Beppo und der daumme August 56 IV. und zu Hause... Klavierspielen zu Hause Eltemabende, Elterngespriche . V. Anhang: Kopiervorlagen fiir Unterrichtsmaterialien zu 2 Hokus pokus .. zu 4 Der StraSenmusikant. . m 6 zu 9 Der Frosch zu 15 Tanz der wilden Pferde 2u25 _Joggl, Beppo und der dumme August 2u29 Die wunderliche Klang-Maschine Eulen-Spiegelei . . 22 Der Pausenkasper 23 Das Geheimnis der schwarzen Tasten 24 Der Ameisenhaufen ....... 25 Kommt und la8t uns tanzen, springen! 26 Taler, Taler, du mut wander 27. aus GroBvaters Liederbuch 28 Spatzensalat ........ 29 Die wunderlche Klang-Maschine . 30 Kasimir, die Marionette 31 Die Affenschaukel .... 32 Die swingenden Elefanten 33. Hupkonzert 34° Wellenmusik - 35. ZwoFinfEins 36 Kakao 37 Wir segeln ibers weite Meer Von Notenwerten und Taktarten Yon Tonhéhen und Tonnamen ... Von der Lautstirke Vom Tempo... u 12 15 16 16 "7 18 57 59 59 él 62 64 65 or 69 a B 1 7% 8 80 vu Vorwort In der langiahrigen klavierpadagogischen Arbeit mit Kindern im Gruppen- und Einzelunterricht haben wir ein Konzept entwickelt, das Inhalte und Lehrziele des Klavierunterrichts mit didaktischen und methodischen Prin- zipien der Elementaren Musikpidagogik verbindet. Mit 1 2 3 Klavier ist nun ein Unterrichtswerk entstanden, das Klavierspielen-Lehren und -Lernen aus dem ganzheitlichen Musikerleben heraus erméglicht. 123 Klavier setzt sich aus zwei Spielheften und je einem Lehrerkommentar zusammen. Die Klavierschule hat sich im Grappen- und im Einzclunterricht bewahet und ist fir Kinder im Grundschulalter (6-10 Jahre) gedacht. Der vorliegende Lehrerkommentar fiihrt mit den Leitgedanken der Konzeption in Bezug auf Tonmaterial, Rhythmus und Takt, Notation, Spielbewegungen, Improvisation u.a. in das Lehrwerk ein. Anschlieffend be- leuchten wir die Unterrichtsform Gruppenunterricht aus pidagogischer, organisatorischer und methodischer Sicht. Als Hauptteil folgen Themenbilder mit einer detaillierten didaktischen und methodischen Beschreibung der einzelnen Lieder und Stiicke fiir den Klavierunterricht in Gruppen. Gedanken dber das Klavierspielen zu Hause schliefen den Lehrerkommentar ab. Die Spielhefte enthalten charakteristische Lieder und Sticke, die durch die Vielfalt an Skalen (Dur, Moll, Kir- chentonarten, Ganztonleiter, Chromatik, BluesTonleiter..) die Ohren flr ein breites musikalisches Spektrum {ffnen. Sie bestehen aus leicht erfa&baren musikalischen Strukturen und werden fast immer ohne Noten ein- gefithrt. Notenlesen ist daher zunichst ein (Wieder)Erkennen von musikalischen Zusammenhingen Klavierspielen mit / 2 3 Klavier ist von Begin an ein klangliches Erlebnis ~ schon in den ersten Themen wird mit 2wei Handen und mit Melodie und (Bordun-)Begleitung gespielt. Die Melodie bewegt sich dabei immer in ciner Lage, die dem natiirlichen Umfang der Kinderstimme entspricht. Mit zahlreichen Liedern und Stiicken sind Improvisationsaufgaben verbunden, die zum Spielen mit musikalischen Elementen anregen. Spielanwei- sungen sind so formuliert, da die Kinder sie alleine verstehen und umsetzen kénnen. Rr die kritische und anregende Durchsicht des Manuskripts in der Erarbeitungsphase danken wir unseren Kol- leginnen und Kollegen der Musikschulen Grinstadt und Lampertheim, augerdem Martin Bauer, Dr. Andreas Dodt, Irina Madirazza, Hariolf Maier, Patricia Schmid (alle Heidelberg), Prof. Barbara Fry und Prof. Thomas Ungar (Stuttgart), Hervé Laclau (Detmold), Wolfgang Mialler-Steinbach (Frankenthal), Ursula Roller (Erbach), Michael Salb (Niimberg), Jutta und Heino Schwarting (Freiburg), Prof. Maria Seeliger (Mannheim) und Mat- thias Woschler (Worth). Heidelberg, Frihjahr 1995 wudia Ehrenpreis Ulrike Wohlwender I. Die Konzeption der Klavierschule Im folgenden soll nun der didaktische rote Faden, der in 1 2.3 Klavier eingewoben ist, sichtbar werden. Die Sy- stematik des didaktischen Aufbaus wird in einzelnen Aspekten ausfilhtlich dargestellt. 1.1, Tonmaterial Das Tonmaterial wird zuniichst von den Klavierspezifischen Gegebenheiten der Tastenanordnung her bestimmt: ~ ganzer Tonraum: schwarze und weifte Tasten (Hercinspaziert!, Hokus pokus rechte Seite) ‘Tongruppen: - schwarze Zwillingstasten (Hokus pokus linke Seite) schwarze Drillingstasten (Der SiraSenmusikant linke Seite) ~ Pentatonik: schwarze Zwillings- und Drillingstasten (Der SiraBenmusikant rechte Seite) ~ Ganztonleiter: schwarze und weie Drillingstasten (c, d,¢, fis, gis, as) (NebelKlange) Die Einfiihrung der traditionellen Notation baut auf dem Prinzip der Spiegelbildlichkeit des Notensystems auf, Voriibergehend wird daher der Spielraum auf die weien Tasten im Fiinftonraum um c' eingeschrinkt (Eulen- Spiegelei, Die Super-Riesen-Schlingel Schlange, Das Gebcinanis wird geliiet, Der Frosch, Gute Nachi) Danach spielen jeweils beide Hinde in den Finfionriumen verschiedener Skalen auf weien Tasten (Dur, Moll, Kirchentonarten): ~ Cdr (st en Ballin Brun’ gefllen, Doppelt gehoppelt, Jingle Bell) = d-moll (Tanz der wilden Pferde, Indianertanz) ~ e-phrygisch (Der Schlangenbeschavdres,Jogel, Beppo und der dumme August) Flydisch (Um Mitternacht) ~G-dur (Die Baren-Band, Die Spielubr) Mit der Einfiihrung der Versetzungszeichen kommen wieder die schwarzen Tasten und damit weitere Tonarten. hinzu: ~ Chromatik (Der Pausenkasper, Der Ameisenhaufen) = Ddur (Kommt und laft uns tanzen, springen!, Spatzensalat,Taler, Tier, ..) ~ Blues-Tonleiter auf c (Die swingenden Elefanten) Darliberhinaus liegen einigen Stticken verschiedene zwei, drei-, vier- oder mehrstimmiige Zusammenklinge 2u- grunde: = Kleine Sekunden (Der Pansentasper) = Dur-/Moll-Dreiklinge (Wellenmasit) stimmiige Akkorde (Kakao) Cluster (Um Mitternacht, Hupkonzeri) In zwei Stiicken ist das Tonmaterial auf die Spielbewegung 2ugeschnitten: Zweitonbindung (Kasimir, die Marionette) = Dreitonbindung (Die Affinschaukel) Mit dem Klangstiick Die wunderliche Klangmaschine méchten. wir daran erinnem, da das Klavier 88 Tasten hat 12. Rhythmus und Takt Die ersten Rhythmen werden in Verbindung mit Sprechversen cingefihhrt. In Hokus pokus werden zunichst nur [7 kombiniert. In Der StraBermusikant setzen sich die Rhythmen dann schon aus J, und J zusam- men. Dariberhinaus werden sie zum Grundschlag ( J) in Beziehung gesetzt. Die Koordination von Rhythmus und Grundschlag wird also von Anfang an entwickelt und ist auch spater nochmals Schwerpunkt (Tanz der wilden Pferde, Die wunderliche Klangmaschine), Da die Sprache eine wichtige Stiitze des rhythmischen Ablaufs ist, verwenden wir vor allem Lieder, d.h. die Me- lodien sind mit einem Text unterlegt, der zum Spiclen gesungen witd. Daneben tragen Rhythmussprache und Klanggesten von Anfang an ganz wesentlich zur Entwicklung von Rhyth- musgefthl und chythmischer Sicherheit bei Unter Klanggesten versteht man das Klatschen, Patschen, Stampfen, Schnipsen, Schnalzen mit den sogenann- ten Kérperinstrumenten (Hinde, FiiRe, Finger, Zunge, ..). In unseren Themenbildern spielt vor allem das Pat- schen (ein Fachterminus aus der Elementaren Musikerziehung: mit wechselnden Hinden auf die Oberschenkel schlagen) eine wichtige Rolle. Damit lassen sich simtliche rhythmische Aufgaben vorweg eratbeiten, insbeson- dere auch die Koordination von rechter und linker Hand .., Die Rhythmussprache (nach Zoltin Kodily) ordnet den einzelnen Notenwerten bzw. Tondauern bestimmte Sitben uJ J). J id oo tae ha” aa Biaiaia Dadurch wird die chythmische Struktur von Sprechtexten und Liedem verdeutlicht, 2Bye 2 J1ANL 2 | (Der StraRenmusitant) In Der Pausenkasper fihren wir als weitere Stufe der zeitlichen Gliederung die Zahlzeiten ein. Besondere Auf: metksamkeit schenken wir dabei auch den Pausen. Wir schlagen vor, fiir die Notenwerte Formulierungen zu verwenden, die das Notenbild und die Tondauer im Verhiltnis zum Grandschlag beschreiben: ,Noten mit dunklem Notenkopf und Hals (,) dauern einen Schlag*, Noten mit hellem Notenkopf und Hals (4) dauern 2 Schlige*, ,2 Noten mit dunklen Notenképfen, deren Halse mit einem Balken verbunden sind (, J), dauern zusammen 1 Schlag, d.h. der Grundschlag wird unter- tcilt*. Die iblichen Bezeichnungen ,Viertel-/Achtelnote, .. sollten dann spater anhand der 4/4-Takt-Ubersicht cingefihre werden (s. Von Notewwerton und Taktartn, Spielheft S. 58), da sie sich aus dieser Taktartableiten, Die ersten Sprechverse, Lieder und Spielsticke stehen im 4/4-Takt. Spater folgen einige Sticke in anderen Takt- arten, 4/4., 3/4- und 6/8-Takt konnen im Spielheft S. 58/59 direkt miteinander verglichen werden. 1.3. Notation Notation dient zunachst einmal als Gedichtnisstitze, um Strukturen wiederzuerkennen, die vorher beim Zuhisren und Nachspielen entdeckt und bewu@t gemacht wurden. Die erste Beschifiigung mit dem Notentext findet dabei immer abseits vom Klavier, in einem Sitzkrcis (s. LK = Lehrerkommentar S. 12 f) stat. Spiter wird der Notentext auch in zunehmendem Mafe zur Erarbeitungsgrundlage. Hierbei bleibt es wesentlich, da ne- ben dem Lesen von absoluten Tonhéhen und ~dauern gleichberechtigt das bewute Erfassen von relativen Struk- turen und musikalischen Zusammenhangen weiterentwickelt wird. Auf diese Weise kann flieBendes Klavier: Spielen erreicht und das stockende Aneinanderreihen von Einzelténen verhindert werden. Kleine Portionen sind beim Notenlesen eine wesentliche Hilfe. 1- bis 2-aktige rhythmische, melodische und harmonische Bausteine (RB, MB, s. Anhang) und 2- bis 4taktige Abschnitte in Kinderliedern und Spielstticken begrenzen die Aufgaben und erméglichen damit Konzentration und schnellen Lemnerfolg, In den ersten Themen wechseln sich traditionelle und graphische Notation ab, Durch traditionelle Notation ist anfangs nut cin Parameter einer musikalischen Gestaltung festgelegt, entweder der Rhythmus (Hokus pokus, Der SiraSenmsitant) oder die Tonhohe (Elen-Spiegelet, Die SuperRiesen-Scbling: Schlangé), Dadurch ist es méglich, den notiert vorgegebenen Parameter konzenttiert und differenziert zu era beiten und die Grundlagen fir das Erfassen des komplexen Notentextes mit Rhythmus- und Tonhohen-Nota- tion (ab Der Frosch) zu schaffen. Durch graphische Notation ist neben dem Tonhohenverlauf vor allem auch der zeitliche Verlauf festgelegt. Da- bei werden in beiden Parameter relative Strukturen gelesen. (Poizblite und Donnerwette, Nebel-Klang). Mit der Einfishrung des Notensystems beginnt die Orienticrung am c', dem ersten absolut festgelegten Tom (Ex- len Spiegelei, Die Super Riesen-Schlingel-Schlange). Die leicht iberschaubaren Strukturen innethalb des Finfton- raums um c' werden vom ' aus relativ gelesen: aufwarts/abwats, parallel/in Gegenbewegung, in Ton-Schrit- tenv/in Ton-Springen. Dabei werden alle Noten iiber dem ,Spiegel-c* (vorerst) der rechten Hand, die Noten un- ter dem ,Spiegel-c* der linken Hand 2ugeordnet, Mit den Notenschliisseln werden die Schlisselnoten fund und die fund g-Linie als weitere wichtige Orientierungshilfen eingefithrt (Die Super-Riesen-Schlingel-Schlange), Danach werden auch alle anderen Noten, die im Schlangenlied vorkommen, absolut festgelegt, d.h. vom ySpie~ gel-c* aus auf: bew. abwarts bis zu den Schlisselnoten benannt (Das Gebeimnis wird geliftt) { In dem Moment, in dem die linke Hand in die c-Lage rickt und damit beide Hinde im gleichen Fanftonraum spielen, erweitert sich der Tonraum im unteren Notensystem bis zum c (lst ein Ballin Brunn’ gfallen). Mit der parallelen Verschiebung der beiden Hinde erweitert sich nun auch der Tonraum im oberen Notensy- stem, so da auch hier bald das ¢" erreicht wird (Um Mitternacht). Die ,c-Zwischenriume* im ,2. Zwischenraum yon auen* sind leicht zu merken und von nun an wichtige Ausgangspunkte fir relatives und absolutes Lesen ‘yon Tonhohen, Ziel mau8 immer eine Verflechtung von relative und absolutem Lesen sein, Dem relativen Erfassen von Struk- turen muff sets die Orientierung an absoluten Tonhohen vorausgehen. (s. Ubersicht im Spielheft S. 60 Vow Ton ‘oben und Tonnamen), Dynamik wird erstmals in Der Frosch bewufit eingesetzt und in diesem Thema von den Kinder eigenstindig festgelegt. Tempobezeichnungen werden im Spatzensalat eingefiihrt und aus dem Vergleich zweier Tempi ent- wickelt. Nach ihrer Einfihrang sind sowohl Dynamik- als auch Tempobezeichnungen immer vorgegeben. Die Vortragsbezeichnungen sind im Spielheft auf S. 61 (Von der Lautstarke) und S. 62 (Vom Tempo) zusammengefakt Fingersitze sind sparsam cingetragen, um sicherzugehen, da Noten(-strukturen) und nicht etwa Zahlen gele- sen werden. Sie geben zu Beginn der Stiicke die Lage der Hinde an und stehen ansonsten nur bei einer Verin- derung der Handposition Da Notenschreiben 2u einem bewuteren Notenlesen beitrigt, sind in einigen Stiicken Noten und Verset- zungszeichen weggelassen worden, die von den Kinder erginzt werden sollen (Die Super-Riesen-Schlingel- Schlange, Das Gebeimnis wird geliftet, Doppelt geboppel, Jingle Bells, Das Gebeimnis der schanarzen Tasten, Der Ameisen- ‘axfen, Kommt und lat uns tanzen, springen!, Wellenmasit). Dariberhinaus konnen die Lieder... aus Grofvaters Lie derbuch aufgeschrieben werden. 14. Spielbewegungen In 123 Klavier wird von Anfang an mit beiden Hinden gleichzeitig gespielt. Die dafir erforderliche Koordina- tion der linken und rechten Hand (meist Grundschlag und Rhythmus) wird zunachst mit Patschen (s. LK S. 6) vorbereitet und dann auf die schwarzen Zwillings- und Drillingstasten, also auf grifftechnisch einfache Klinge Ubertragen (Hokus pokus, Der Strfenmusikant) Der Anschlag mit einzelnen Fingem wird eingeftihrt, indem diese Zusammenklinge zu Klangfolgen aufgelost werden. Zunichst spielen die mittleren Finger (Hokus pokus, Der SiraRenmusikant, Nebel-Klange), danach werden auch die Daumen und die 5. Finger mit einbezogen. Die Finger beider Hande spielen dabei (fast immer) gleich- zeitig, entweder spiegelbildlich (Hokus pokus, Die Super Riesen-Schlingel-Schlange, Gute Nacht T 7/8, Ist ein Ball in Bruin’ gfalen) oder parallel (Hokus pokus, Ist ein Ball in Brunn’ gejaller). Vorstellungshilfen fir die Arbeit an der Finger- und Handhaltung sind im Themenbild Gute Nacht beschrieben. Dic bewulite Differenzierung im Anschlag erfolgt mit der Festlegung der Dynamik (ab Der Frosch) und mit der Erarbeitung der beiden grundlegenden Anschlagsarten legato (Gute Nacht) und staccato (Der Scblangenbeschaod- rer) In Der Schlangenbeschwworer wird der staccato-Anschlag aus dem Unterarm dann auch sogleich dem legato- Fingerspiel gegeniibergestellt. Ein crster Schritt zur Unabhingigkeit von rechter und linker Hand ist die gegensitzliche Artikulation. Zunichst spiclt eine Hand staccato und die andere Hand hilt lange Téne aus (Um Miiternachi), Danach spielt die rH. le- gato, wihrend die LH. staccato anschlagt (Indianertanz). Nachdem die Finger durch das Spielen in den verschiedenen Finftonriumen an Tastsicherheit gewonnen ha ben, kommen neue Fingeraktivititen hinzu. Abspreizen des Daumens (Die Spielubr), Daumenuntersatz (Der Ameisenbanfen), Obergreifen eines Fingers (Spatzensalat, Die secingenden Elefanten) und Tonwiedetholung mit Fine sgerwechsel (Tal, Tar, ..)erweitern den Tonraum um jeweils einen Ton, Das Fallen und Heben des Handgelenks wird anhand der Zweitonbindungen in Kasimin, die Marionette einge- fihrt. Da wir diese elementaze pianistische Spielbewegung fir besonders wichtig halten, beschreiben wir im LK S. 70 fausfihrlich einen moglichen Erarbeitungsweg. Daran anschlieRend wird die Spielbewegung auf die Drei- tonbindung ibertragen (Die Affenschauke). Dreistimmige Akkorde werden erstmals bei der Begleitung der Lieder ... aus Grofivaters Liederbuch (S. 65) gegrif- fen. Dafiir wird der bekannten Bordun-Begleitung mit Quinte und Sexte ein Ton hinzugefiigt. Lagenwechsel innerhalb eines Stiickes (Die Affenschaukel, Hupkonzert, Wir segeln ters weite Meet) erweitem den Tonraum und fordern die Griffsicherheit. Ein Sonderfall ist hierbei die Wellenmusik , in der durch das Ubergrei- fen der Hinde ein weiter Klangraum erschlossen wird, Das bewugite Formen von klavierspezifischen Spielbewegungen bzw. Finger- und Handhaltung sollte sehr be- hutsam vor sich gehen. Eine zu friihe Differenzierung lést u.U. Spannungen aus und hemmt den Spielflu8. In manchen Themenbildern werden Spielbewegungen zunachst bewut isoliert von Spielsticken und Liedern entwickelt (Gute Nacht, Kasimir, die Marionette). Als Geschicklichkeitsspiele verpackt, mit Hilfe von Materialien und in Verbindung mit bildhaften Assoziationen hat das Finden der spieltechnischen Méglichkeiten sowohl im Sitekreis als auch am Klavier seinen eigenen Reiz. Oftmals werden Spielbewegungen auch vorab auf einem festen, stabilen Untergrund erarbeitet, bevor sie auf die flexible Basis ,Tasten* ibertragen werden, da sie auf diese Weise leichter kontrollierbar und korrigierbar sind: auf dem Knie (Unterarm und Handgelenk liegen auf dem Oberschenkel auf, Fingerkuppen auf dem Knie) ~ auf dem Klavierdeckel (Handgelenk liegt auf, Fingerkuppen beriihren die Messingkante des Scharniers) ~ auf der Leiste vor den Tasten Die Entwicklung einer dkonomischen und sinnvollen Spieltechnik braucht stindige Wiederholung und konti- nuierliche Kontrolle, Wesentlich ist dabei das (gegenseitige) Beobachten und Zuhéren, das den Zusammenhang zwischen Anschlag und Klangergebnis bewufft macht. Literatur ~ Lili Kroeber-Asche/Guido Waldmann, Newe Wege am Klavier, Wolfenbiittel 1979, daraus: S. 8/9 und Anhang $. 124-129 ~ Siegrid Lehmstedt, ABC der Pianist, Weimar 1985 ~ Klaus Runze, 2 Hainde~ 12 Tasten, Mainz 1971 — Klaus Wolters, Orientierungsmodell Klavier - Unterstue, Regensburg. 1975, daraus: Orientierungsmodell 2: Spiel mit Tasten (besonders B6.), Orientierungsmodell 5: Klaviertechnische Methodik im Bereich der Unterstufe; Fingeriibungen L5. Improvisation In 1.23 Klavier sind tber die Halfte aller Sticke mit Spicl-Aufgaben verbunden, die einen mehr oder weniger begrenzten Freiraum lassen. Der Spielraum, der den Kinder zur Verftigung steht, reicht von Verklanglichen (feciem Spiclen) tiber Rhythmus- und Melodie-Improvisation (selbstindiges Kombinieren von Rhythmen bzw. ‘Ténen, ..) bis zum Spielen mit musikalischen Elementen und Bausteinen (Koordinieren, Kombinieren, Vari- ieren, ..) Meistens sind diese Aufgaben als feste Bestandteile in der Gesamtgestaltung eingeplant und fiir die Kinder aus den Spielanweisungen und aus den Tastenbildem bzw. aus dem Notentext ersichtlich, Beim Verklanglichen eines vorgegebenen Themas spielen die Kinder frei und spontan ohne Festlegung von Tonmaterial, Rhythmus, Tonhohenverlauf, Lautstirke, Form, ... (Hereinspaziert!, Hokus pokus rechte Seite, Potz- Hitz und Donnerivetter-Weiterfihrung, Nebel-Klange S. 15 rechts, Joggl, Beppo und der dumme August T 7/8). Nach dieser kreativen Phase (aus der Klangvorstellung heraus spielen, Ideen sammeln, ..) werden in den meisten Fal- len dic cigenen Ideen gemeinsam iiberarbeitet und differenziert Beim Verklanglichen einer graphischen Vorlage sind mit der relativen Festlegung von zeitlichem Verlauf, Ton- hohenverlauf, Dynamik und Form die meisten Parameter ziemlich genau vorgegeben. In Nebel-Klnge ist auch das Tonmaterial festgelegt — in Poteblitz und Dornereetter und Die wunderlche Klangymaschine ist es frei, Fiir Melodie-Improvisationen ist das Tonmaterial so stark eingegrenzt, daft alle verbleibenden Méglichkeiten gut klingen ... (Hokus pokuslinke Seite, Der StraSenmusikant linke Seite, ZavoFityfEins). Im Spielen mit musikalischen Elementen werden festgelegte rhythmische oder rhythmisch-melodische Bau- steine, Melodien, Bordun-Begleitungen, ... mitcinander kombiniert. Da diese Kombinationen und Variationen nicht notiert werden, sind hier das musikalische Vorstellungsvermégen und die Unabhingigkeit der beiden Hinde ganz besonders gefordert (Der Strafenmusikant, Tanz der wilden Pferde, Der Schlangenbeschwérer, Die Baren- Band, Der Pausenkasper, Komnmt und laft uns tanzen springen. Die Themenbilder zeigen, wie das freie Spiel dardiberhinaus bei der Erarbeitung eines Stiickes eingesetzt werden kann: ~ als Einstimmung in ein Thema: - Verklanglichung ohne jegliche Festlegung (Potzblit und Donnerwetter, Gute Nacht, Um Mitternacht, Wellenmusik) + Rhythmus-Improvisation auf Trommeln (Jndianertanz) und am Klavier (Hupkonzert) ~ als Einfiihrung wesentlicher musikalischer Elemente eines Stiickes: - Melodie-Improvisation mit vorgegebenem Tonmaterial und mit vorgegebenem Rhythmus (Dic Spielubr) baw. ohne Rhythmus-Vorgabe (Der Schlangenbescnw6rer, Die swingenden Elefanten) + Spielen mit vorgegebenen graphischen Bausteinen (Die sounderliche Klangmaschine) Mit Verklanglichungen, Rhythmus- und Melodie-Improvisationen und im Spielen mit musikalischen Elemen: ten erarbeiten sich die Kinder ein BewuBtsein fiir musikalische Elemente, Bausteine und Ausdracksmittel und damit die Basis fir einen eigenen musikalischen Gestaitungswillen. Literatur ~ Anselm Ernst, Lebren und Lemnen im Instrumentalunterricht, Mainz 1991, daraus: Improvisation (S. 50/51) = Matthias Schwabe, Schluckauf, Kassel 1992 ~ Herbert Wiedemann, impulses Klavierspiel, Regensburg 1988 = Klaus Wolters, Orienticrumgsmodell Klavier ~ Unterstuf, Regensburg 1975, daraus: Orienticrungsmodell 4: Elementare Improvisation (S. 44~54) 1.6. Lied-Spiel ‘Aus der Familie, dem Kindergarten, dem Freundeskreis und der MFE/MGA-Gruppe bringt jedes Kind seinen Lied-Schatz mit. Es hat also schon ein Repertoire an Musik, das es bisher mit der Stimme, vielleicht auch in Be- wegung und mit Klanggesten gestaltet hat und das nun auch am Klavier gepflegt und erweitert werden sollte. 123 Klavier enthilt sowohl neue Lieder als auch traditionelle Kinder- und Volkslieder. Sie werden aufgrund un- terschiedlicher inhaltlicher Schwerpunkte entweder mit Notation oder ganz ohne Notation erarbeitet. Unter- schieden werden ~ Lieder, deren Melodie, Text und Begleitung (fast) vollstindig notiert ist. Die linke Hand spiele hierbei eine einfache Bordunbegleitung (Ist ein Ballin Brunn’ gefallen, Doppelt geboppelt, Jingle Bells.) ~ diese ele- mentare, grfftechnisch giinstige und Klangvolle Begleitform wird dann auch thythmisch veriindert (Tanz der wilden Pfirde) und mit Terzen bereichert (Baren-Band). eine 2. Stimme, z.B. in Gegenbewegung, im Kanon, terzversetzt, .. (Ist ein Ball... Komont sand loft uns .. Barew-Band, Tiler, Tale.) ~ Lieder, die mit einem Bild (.. aus GroSeaters Liederbuch) dargestellt sind. Ihre Melodie ist nicht notiert und da- her rein nach Gehér zu erarbeiten. Als Begleitbausteine fir die I. und V. Stufe stehen zunichst Quinte und Sexte (Bordun), spiter die entsprechenden Dreiklinge (1, V*) zur Auswahl. Es bictet sich an, die Lieder zu transponieren, sie in andere Lagen zu verschieben*, Die Kinder leren dabei spielerisch, ihre Tonvorstellung zu tiberpriifen und zu festigen und sich in benachbarten Tonarten zurechtzu- finden. Literatur Eberhard Werdin, Musicieren-Improvisieren-Variieren, Rodenkirchen 1973 ~ Klaus Wolters, Orientierungsmodell Klavier ~ Unterstufe, Regensburg 1975, daraus: Orientierungsmodell 3: freies Liedspiel (S. 29-43) 17. Stimme Die Stimme ist das wesentlichste Ausdrucksmittel des Menschen und sein ureigenstes Musikinstrament. 1.23 Klavier verbindet Sprechen und Singen mit Klavierspielen = mit Sprechversen, Rhythmussprache, Liedtexten, ~ mit Lieder, die singbar sind, da sie mit cinem Tonumfang von c' bis d" dem Umfang der Kinderstimme ge- recht werden, ~ durch Melodiesingen mit Tonnamen (c, d, ¢,f, .. -Verbindung von Noten-Lesen und Ton-Vorstellung) Durch das stindige Einbeziehen der Stimme erleben die Kinder Sprechen und Singen als selbstverstindlichen und natirlichen Teil des Musizierens und Klavierspielens. Dariberhinaus lemen sie, sauber zu intonieren und ihr Ohr und ihr musikalisches Empfinden 2u verfeinern. 1.8. Bewegung Kinder haben ein nattirliches Bewegungsbediirfnis und brauchen daher auch im Klavierunterricht Bewegungs- spielraum. In 123 Klavier spielen daher Bewegungsphasen und Ortswechsel (s. LK S. 12 f Aktionsritume) eine ganz we- sentliche Rolle: In Bewegungsphasen wird Musik in Bewegung erlebt, d.h. = Der ganzkérperliche musikalische Ein- und Ausdruck wird vor die Darstellung am Klavier gesetzt (z.B. Baren- Band). ~ Binzelne Parameter werden ganz- baw. teilkérperlich erlebt, z.B. Metrum, Tempo, Rhythmus, Tonhéhenver- lauf,.. (2.B. Super-Riesen-Schlingel-Schlange). ~ Differenzierte Spiclbewegungen werden aus grdReren, teils darstellenden Bewegungen entwickelt (2.B. Ealen- Spiegelei, Kasimir, die Marionette) Ortswechsel gliedern den Stundenverlauf, sie ~ sorgen fir auerliche Abwechslung Die begrenzte Ausdauer der Kinder wird akzeptiert Kurzzeitige Entspannung (Luft holen, Atempausen) macht neue Konzentration méglich Stérende Ablenkung, z.B. .Dazwischen-Klimpern", ,Quatschmachen', .. wird verhindert, da die relativ kur- zen Phasen das Konzentrationsvermégen der Kinder nicht dberstrapazieren. ~ bieten inhaltliche Abwechslung: Bestimmte Orte stchen fir bestimmte Spicl- und Lernphasen und haben teilweise sogar Signalwirkung fir bestimmte Inhalte und Erarbeitungswege. Ein Thema wird von verschiedenen Seiten angepackt (hérend, schend, in Bewegung, fihlend ..). 1.9. Materialien In 1.23 Klavier werden auf vielen Lemwegen Materialien eingesetzt: = Requisiten, die die Kinder in ihrer Erlebniswelt abholen, Inhalte greifbar und mit verschiedenen Sinnen (Fihlen, Tasten, Bewegen, Sehen, Héren) erlebbar machen - es hingt vom Alter und von der Verspieltheit der Kinder ab, inwieweit diese Materialien verwendet werden = Kartchen mit RB, MB, Bildern,.. (5. Anhang), die die Konzentration auf einzelne musikalische Elemente len- ken und den Spielcharakter der verschiedenen Spielformen verstirken — diese Materialien sollten unabhangig ‘vom Alter der Kinder eingesetzt werden. 10

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