Der Attributsatz.
Der Attributsatz erfüllt im Satzgefüge die Funktion eines Attributs und steht in
der Regel unmittelbar nach dem Bezugswort, z.B. Der Roman, den ich lese, ist
interessant. Der Attributsatz vertritt ein Attribut, d.h. er bestimmt ein Substantiv,
Pronomen bzw. Zahlwort des Hauptsatzes näher und antwortet auf die Fragen was
für ein? welcher? Nach der Art der Verbindung mit dem Hauptsatz sind die
Attributsätze meist Relativsätze. Sie werden durch die Relativpronomen der, welcher
und durch die Relativadverbien wo, wohin, warum, wie, womit eingeleitet.
Die häufigsten Bindemittel sind die Relativpronomen der, die, das, die in
verschiedenen Kasus stehen können. Das Geschlecht und die Zahl des Pronomens
hängen vom Bezugswort ab, der Kasus von der syntaktischen Funktion des
Pronomens im Nebensatz.
Die Form des Relativpronomens ist mit dem bestimmten Artikel identisch,
außer den vollen Formen im Genitiv dessen, deren und im Dativ Plural denen.
m n f Pl
Nom. der das die die
Gen. dessen dessen deren deren
Dat. dem dem der denen
Akk. den das die die
Anmerkung: Das Relativpronomen beeinflußt nicht die Deklination des
nachstehenden Adjektivs:
Der Student, dessen glänzende Diplomarbeit wir jetzt besprechen, hatte immer gute
Leistungen.
Die Studentin, von deren pädagogischem Talent wir gesprochen haben, wird an
unserem Institut arbeiten.
Ihrer Stellung im Satzgefüge nach sind die Attributsätze Nach- oder Zwischensätze.
Wenn sich der Attributsatz auf etwas, manches, vieles, nichts, alles, auf
Ordnungszahlwörter oder substantivierte Adjektive (meist im Superlativ) bezieht, so
wird er in der Regel durch das Relativpronomen was eingeleitet.
z.B. Er erzählte uns alles, was er in Paris gesehen hatte.
Das erste, was wir erblickten, war der Kulturpalast.
Verrat, das ist das Furchbarste, was es gibt.
Die konjunktionalen Attributsätze werden durch die Konjunktionen dass, ob,
als, wenn, da, als ob, als wenn u.a. eingeleitet.
Die Konjunktionen dass und ob leiten oft Attributsätze ein, die sich auf ein
vom Verb abgeleitetes Substantiv beziehen.
z.B. Deine Hoffnung, dass durch uns deine Rettung kommen werde, ist
vergeblich.
Die konjunktionslosen Attributsätze werden selten gebraucht, sie bringen meist
die indirekte Rede zum Ausdruck.
z.B. Sie kam auf den Gedanken, man könnte die Arbeit besser planen.
Relativsätze (Attributsätze)
1. Relativsätze (RS) sind Nebensätze, die von einem Substantiv abhängen. Sie geben
Erklärungen zu diesem Substantiv. Ohne diese Erklärungen ist ein Satz oft
unverständlich,
z. B.: Der Schritt, den deine Freunde unternommen haben, ist sehr
gefährlich.
2. RS stehen im allgemeinen direkt hinter dem Substantiv und werden durch die
Relativpronomen «der», «die», «das», «die»(pl.) eingeleitet.
Das Relativpronomen «welcher, -e, -es,-e» wird selten gebraucht.
3. RS können in:
a) Hauptsätze, z.B.: Der Polizist fragt den Passanten, der den Unfall
gesehen hat, nach seiner Meinung.
b) Nebensätze, z.B.: Der Polizist vermutet, dass der Passant, der den
Unfall gesehen hat, vor Gericht nicht aussagen will.
c) Infinitivkonstruktionen, z.B.: Der Polizist hofft, den Passanten, der
den Unfall gesehen hat, wieder zu erkennen.
d) in andere RS eingefügt werden, z.B.: Der Polizist verfolgt den Mann,
der den Unfall, bei dem ein Kind verletzt worden ist, gesehen hat.
Oder einfacher: Der Polizist verfolgt den Mann, der den Unfall gesehen
hat, bei dem ein Kind verletzt worden ist.
4. Das Relativpronomen richtet sich im Geschlecht (=Genus m / f / n) und Zahl (sg /
pl) nach dem Substantiv, von dem es abhängt, und in seinem Kasus (=Fall) nach
der Struktur des Relativsatzes,
z.B.:
Der Rock (Nom. m,sg), den (Akk. m,sg) ich gekauft habe, gefällt mir gut.
Die Bluse (Nom. f,sg), die (Akk. f,sg) ich gekauft habe, gefällt mir gut.
Das Kleid (Nom. n,sg), das (Akk. n, sg) ich gekauft habe, gefällt mir gut.
Die Kleider (Nom.pl.), die ( Akk.pl.) ich gekauft habe, gefallen mir gut.
Deklination der Relativpronomen
m f n Pl.
Nom. der die das die
Gen. dessen deren dessen deren
Dat. dem der dem denen
Akk. den die das die
Relativsätze (RS) mit dem Relativpronomen im Genitiv:
Sg. m.- Der Turm, dessen Fundamente morsch sind, soll abgerissen
werden.