Dirndlbluse
Eine Bluse, die unter das Dirndl, ein typisch bayerisches/österreichisches Kleid angezogen
wird. Sie ist mit kleinen Flügelärmeln und einem langen V-Ausschnitt sehr modern.
Schwierigkeitsgrad
Wenn du schon einmal etwas kleines genäht hast, versuch dich gerne an dem
Kleidungsstück!
1. Materialien
Für alle Nähprojekte benötigt ihr eine gewisse Grundausstattung. Diese besteht in der
Regel aus einer Nähmaschine, passendem Garn in der Farbe des Stoffs, einer Schere zum
Zuschneiden des Stoffs, einer Fadenschere und Schneiderkreide. Alle weiteren,
besonderen Zutaten für dieses Projekt sind im folgenden gelistet:
● 60 cm Oberstoff (Stoffbreite 140 cm)
● Gummiband (ca. 1,3 cm Breite)
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2. Schnittteile
Abkürzung Schnittteil Anzahl Material Bemerkung
RT Rückteil 1 Oberstoff im Bruch zuschneiden (siehe
VT Vorderteil 2 Oberstoff die Schablone beim zweiten
Zuschnitt wenden, um zwei
gespiegelt Teile (links und rechts) zu
erhalten.
Beleg Beleg 2 Oberstoff die Schablone beim zweiten
Zuschnitt wenden, um zwei
gespiegelt Teile (links und rechts) zu
erhalten.
Ärmel Ärmel 2 Oberstoff die Schablone beim zweiten
Zuschnitt wenden, um zwei
gespiegelt Teile (links und rechts) zu
erhalten.
Kragen Kragen 1 Oberstoff -
2.1 Bruch
Etwas im Bruch zuschneiden bedeutet, den Stoff zu falten. Die Kante, an der der Stoff
gefaltet ist, nennt sich auch “Bruchkante”. Hier wird das Schnittteil “am Bruch”
ausgeschnitten. Faltet man den Stoff auseinander, hat man so ein “ganzes” Schnittteil. Hier
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z.B ein Rückenteil, das im Bruch zugeschnitten wird. Dadurch ist garantiert, dass das
Schnittteil symmetrisch ist, und ihr müsst weniger Schnittmuster ausschneiden ;)
Der Bruch ist parallel zum Fadenlauf.
2.2 Gespiegelte Schnittteile
Bei einem typischen Vorderteil z.B wird ein linker und ein rechter Ärmel benötigt. Dafür ist
es wichtig, vor dem zweiten Zuschnitt das Schnittpapier zu wenden, damit die Schnittteile
am Ende korrekt aussehen.
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Wahlweise kann das Schnittteil auch auf den gefalteten Stoff gelegt werden. So wird
sichergestellt, dass die Schnittteile beide identisch ausgeschnitten werden und man sich
einen Arbeitsschritt spart.
3. Stoffwahl
Generell bist du bei der Wahl des Stoffes recht frei. Das ist ja auch das Schöne daran,
wenn man sich sein Kleidungsstück selbst näht. Da sich die Stoffe aber in der Stärke,
Elastizität, Steifheit und vielen weiteren Eigenschaften unterscheiden, sind hier ein paar
Stoffe, mit denen das Kleidungsstück besonders gut funktioniert:
● alle nicht-elastischen Stoffe wie z.B
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● Baumwolle
● Viskose
4. Größentabelle
Bevor du dich für eine Größe entscheidet, überprüfe bitte die Hauptmaße aus der Tabelle:
5. Vorbereitung
5.1 Druck des Schnittmusters
Nachdem du dich für eine Größe des Schnittmusters entschieden hast, kannst du es mit
deinem normalen Drucker daheim auf A4 ausdrucken. Beachte bitte dabei, dass die Datei
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nicht skaliert wird, sondern dass bei Größe 100% eingetragen ist.
Drucke am besten zuerst die erste Seite des Schnittmusters. Kontrolliere hier mit einem
Lineal, ob die Zentimetereinheit unten passt.
Schneide die Linien überall dort ab, wo das Scheren-Icon abgebildet ist (meistens nur
oben und links). Klebe die Seiten anschließend zusammen, zur Orientierung findest du auf
der ersten Seite des Schnittmusters eine Übersicht. Schneide anschließend die einzelnen
Schnittmusterteile aus.
5.2 Schnitt der einzelnen Teile
Nachdem du dich für einen Stoff entschieden hast,
1. Wasche den Stoff. Verwende dieselbe Temperatur, bei der du das fertige
Kleidungsstück waschen möchtest. Auf dem Stoff ist meistens auch eine
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Waschtemperatur angegeben. Wäscht du den Stoff nicht vor dem Zuschnitt, kann
es sein, dass dein Kleidungsstück beim ersten Waschgang eingeht und zu klein
wird.
2. Bügel den Stoff. Sind beim Zuschnitt noch Falten im Stoff, verfälscht dies das
Ergebnis.
3. Lege den Stoff glatt am Boden oder auf einem großen Tisch aus.
4. Verteile anschließend die Schnittmusterteile laut dem Legeplan auf den Stoff. Die
lange Linie auf dem Schnittteil gibt den Fadenlauf an. Dieser ist immer parallel zur
Webkante auf deinem Stoff.
5. Dann schneide alle Teile aus. Dort, wo du eine solche Markierung siehst, musst du
die Stelle ebenfalls kennzeichnen. Das kannst du entweder mit Schneiderkreide
machen. Achte aber darauf, dass die Markierung nicht einfach weggewischt
werden kann. Die andere Möglichkeit ist, hier mit der Schere einen kleinen Schnitt
zu machen. Nur ca. 50% der Nahtzugabe, auf keinen Fall in die Naht hinein. Mit
dieser Methode kannst du sicher sein, dass die Markierung so lange erhalten
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bleibt, bis du sie brauchst.
6. Sonstiges
Wenn du noch keine Näherfahrung mitbringst, macht das nichts! Jede|r hat mal klein
angefangen, und ich versuche die Schritte so ausführlich wie möglich zu erklären! Anbei
noch ein paar Tipps für den Näheinstieg.
6.1 Nähmaschine
Nimm dir Zeit, dich mit deiner Nähmaschine auseinanderzusetzen. Wie wird der Faden
richtig eingefädelt? Informationen dazu findest du in der Bedienungsanleitung und
bestimmt auch auf YouTube. Nähe anschließend immer vor jedem Projekt mit dem
passenden Garn eine Testnaht! Hier ist auch auf die passende Nadel zu achten:
1. Für elastische Stoffe immer eine Jerseynadel verwenden!
2. Die meisten anderen Stoffe können mit einer Universalnadel genäht werden. Hier
nur auf die Dicke achten:
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3. Für dickere Stoffe auch eine größere Nadelstärke, für dünne eine feinere. Die Nadel
kann sonst entweder leicht brechen oder Risse in feine Stoffe reißen.
6.2 Verriegeln
Damit der Faden nicht locker wird, wird zu Beginn und am Ende jeder Naht “verriegelt”.
Nähe dazu zwei Stiche vor und dann mit dem Rückwärtsgang deiner Maschine wieder
zwei Stiche nach hinten. Somit ist der Faden ausreichend gesichert und du kannst die
Enden einfach abschneiden.
Das wars! Ich wünsche dir ganz viel Erfolg beim Nähen! Über Feedback freue ich mich
immer, gerne auf Social Media oder per Mail an info@[Link].
Besonders freue ich mich auch immer über Bilder von deinem fertigen Projekt!