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German 13 Fall

Das Dokument beschreibt die inneren Konflikte und Ängste des Protagonisten Nathaniel, der von Kindheitserinnerungen und dem unheimlichen Einfluss des alten Coppelius geprägt ist. Während eines Ausflugs mit seiner Braut Clara wird Nathaniel von Wahnsinn ergriffen und versucht, sie in die Tiefe zu stürzen, was zu seinem eigenen tödlichen Sturz führt. Die Erzählung thematisiert die Verbindung zwischen inneren Dämonen und der äußeren Realität.

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Das Dokument beschreibt die inneren Konflikte und Ängste des Protagonisten Nathaniel, der von Kindheitserinnerungen und dem unheimlichen Einfluss des alten Coppelius geprägt ist. Während eines Ausflugs mit seiner Braut Clara wird Nathaniel von Wahnsinn ergriffen und versucht, sie in die Tiefe zu stürzen, was zu seinem eigenen tödlichen Sturz führt. Die Erzählung thematisiert die Verbindung zwischen inneren Dämonen und der äußeren Realität.

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Geradeheraus will ich es Dir nur gestehen, daß, wie ich meine, alles Entsetzliche und

Schreckliche, wovon Du sprichst, nur in Deinem Innern vorging, die wahre wirkliche Außenwelt
aber daran wohl wenig teilhatte. Natürlich verknüpfte sich nun in Deinem kindischen Gemüt der
schreckliche Sandmann aus dem Ammenmärchen mit dem alten Coppelius, der Dir, glaubtest Du
auch nicht an den Sandmann, ein gespenstischer, Kindern vorzüglich gefährlicher, Unhold blieb.
Das unheimliche Treiben mit Deinem Vater zur Nachtzeit war wohl nichts anders, als daß beide
insgeheim alchymistische Versuche machten, womit die Mutter nicht zufrieden sein konnte, da
gewiß viel Geld unnütz verschleudert und obendrein, wie es immer mit solchen Laboranten der
Fall sein soll, des Vaters Gemüt ganz von dem trügerischen Drange nach hoher Weisheit erfüllt,
der Familie abwendig gemacht wurde. Der Vater hat wohl gewiß durch eigne Unvorsichtigkeit
seinen Tod herbeigeführt, und Coppelius ist nicht schuld daran: Glaubst Du, daß ich den
erfahrnen Nachbar Apotheker gestern frug, ob wohl bei chemischen Versuchen eine solche
augenblicklich tötende Explosion möglich sei? Der sagte: "Ei allerdings" und beschrieb mir nach
seiner Art gar weitläufig und umständlich, wie das zugehen könne, und nannte dabei so viel
sonderbar klingende Namen, die ich gar nicht zu behalten vermochte. – Nun wirst Du wohl
unwillig werden über Deine Clara, Du wirst sagen: "In dies kalte Gemüt dringt kein Strahl des
Geheimnisvollen, das den Menschen oft mit unsichtbaren Armen umfaßt; sie erschaut nur die
bunte Oberfläche der Welt und freut sich, wie das kindische Kind über die goldgleißende Frucht,
in deren Innern tödliches Gift verborgen."
[E. T. A. Hoffmann, Der Sandmann, 253 words]

Aus langer, schwerer Krankheit erwacht, scheint Nathaniel endlich genesen. Er gedenkt seine
wiedergefundene Braut zu heiraten. Sie ziehen beide eines Tages durch die Stadt, auf deren
Markt der hohe Ratsturm seinen Riesenschatten wirft. Das Mädchen schlägt ihrem Bräutigam
vor, auf den Turm zu steigen, während der das Paar begleitende Bruder der Braut unten
verbleibt. Oben zieht eine merkwürdige Erscheinung von etwas, was sich auf der Straße
heranbewegt, die Aufmerksamkeit Claras auf sich. Nathaniel betrachtet dasselbe Ding durch
Coppolas Perspektiv, das er in seiner Tasche findet, wird neuerlich vom Wahnsinn ergriffen und
mit den Worten: Holzpüppchen dreh' dich, will er das Mädchen in die Tiefe schleudern. Der
durch ihr Geschrei herbeigeholte Bruder rettet sie und eilt mit ihr herab. Oben läuft der Rasende
mit dem Ausruf herum: Feuerkreis dreh' dich, dessen Herkunft wir ja verstehen. Unter den
Menschen, die sich unten ansammeln, ragt der Advokat Coppelius hervor, der plötzlich wieder
erschienen ist. Wir dürfen annehmen, daß es der Anblick seiner Annäherung war, der den
Wahnsinn bei Nathaniel zum Ausbruch brachte. Man will hinauf, um sich des Rasenden zu
bemächtigen, aber Coppelius lacht: "wartet nur, der kommt schon herunter von selbst." Nathaniel
bleibt plötzlich stehen, wird den Coppelius gewahr und stürzt sich mit dem gellenden Schrei:
"Ja! Schöne Auge – Schöne Auge" über das Geländer herab. Sowie er mit zerschmettertem Kopf
auf dem Straßenpflaster liegt, ist der Sandmann im Gewühl verschwunden.
[Sigmund Freud, Das Unheimliche, 228 words]

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