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4 Syntax

Das Dokument behandelt die Grundlagen der Syntax, insbesondere den Satzbau und die Struktur von Sätzen. Es werden syntaktische Grundbegriffe wie Wortarten, Satzglieder und Prädikate erläutert, sowie deren Funktionen und die Regeln, die der Satzstruktur zugrunde liegen. Zudem werden verschiedene Typen von Prädikaten und deren Argumentstrukturen vorgestellt.

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Das Dokument behandelt die Grundlagen der Syntax, insbesondere den Satzbau und die Struktur von Sätzen. Es werden syntaktische Grundbegriffe wie Wortarten, Satzglieder und Prädikate erläutert, sowie deren Funktionen und die Regeln, die der Satzstruktur zugrunde liegen. Zudem werden verschiedene Typen von Prädikaten und deren Argumentstrukturen vorgestellt.

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4 Syntax

Kerstin Schwabe
(Hubert Truckenbrodt)

WS 09/10 1
4 Syntax
4.1 Gegenstand der Syntaxtheorie
Gegenstand

 Gegenstand
Syntax der Sprache, d.h. der Satzbau
o Ein uninteressierter Schüler geht nicht gern in die Bibliothek
*Ein uninteressierter Schüler nicht geht in gern die Bibliothek
o Sie tragen den Spieler verletzt aus dem Stadion
o Maria lädt ihre Freunde ein und Frank auch.

− Aus welchen Bestandteilen besteht ein Satz


− Wie sind diese Bestandteile kategorisiert
− Welchen Regeln folgt die Struktur

WS 09/10 2
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Gegenstand

 Wortarten
 Satzglieder

WS 09/10 3
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzglieder

 Satzglieder
– sind ermittelbar durch die Umstellprobe und Ersatzprobe
• Umstellprobe
Hans hat morgens gern Salat gegessen
morgens hat Hans gern Salat gegessen
Salat hat Hans morgens gern gegessen
gern hat Hans morgens Salat gegessen
Salat
der frisch
Hans hat ist gegessen der frisch ist

Vorfeld Mittelfeld Nachfeld


linke Satzklammer rechte Satzklammer

WS 09/10 4
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzglieder

 Ersatzprobe

Hans hat morgens gern Salat gegessen

das Kind heute mit den


mit der hat sein Ei gegessen
Fingern
Schleife
wer hat wann womit was gegessen

WS 09/10 5
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzglieder

 Konstituenten
– Obwohl wie Hans und Salat in die linke Satzperipherie platzierbar, sind
gegessen und Salat gegessen kein Satzglieder. Es sind aber, wie alle ins
Vorfeld platzierbare Einheiten, Konstituenten.

Hans hat morgens gern Salat gegessen

Salat hat Hans morgens gern gegessen

gegessen hat Hans morgens gern Salat gegessen

Salat gegessen hat Hans morgens gern

WS 09/10 6
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzglieder

• Satzglieder erfüllen eine bestimmte Funktion: Subjekt, Prädikat, Objekt,


Adverbialbestimmung.

Hans hat morgens gern Salat gegessen


Subjekt Prädikat [Link] [Link] Objekt Prädikat
– obligatorische Satzglieder:
Prädikat, Subjekt, nicht weglassbare Objekte und bestimmte
Adverbialbestimmungen, bestimmte Prädikative
– fakultative Satzglieder: bestimmte Adverbialbestimmungen,
bestimmte Prädikative
• Das Prädikat ohne seinen finiten Teil ist gewissermaßen ein Satzglied.
Sein finiter Teil kann aus syntaktischen Gründen nicht in das Vorfeld
gehen.

WS 09/10 7
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 Prädikat
– Das syntaktische Prädikat wird durch das Verb gebildet. Seine syn-
taktisch-semantische lexikalischen Eigenschaften bestimmen die
Satzstruktur. Es ist deshalb obligatorisch.
Der Mann | gibt | dem Kind |einen Ball
NOM DAT AKK
SUBJ PRÄD IO DO (IO: indirektes Objekt
DO: direktes Objekt)
• geben z, y, x Argumentstruktur
THema RECipient AGens Thematische Rollen
DO IO SUBJ syntaktische Funktionen
ACC, DAT, NOM Argumentrealisierung

WS 09/10 8
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 1-stellig
schlafen, lachen, verebben, tanzen,
stimmen, …

schlafen x
NOM
Agens
SUBJ

Maria | schläft
SUBJ PRÄD

WS 09/10 9
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 1-stelling mit Satzeinbettung


stimmen p
Thema
SUBJ
Dass Maria schläft | stimmt
SUBJ PRÄD

Es | stimmt | dass Maria schläft.


SUBJ PRÄD Satzkorrelat zu es (befindet sich in Extraposition
bzw. im Nachfeld)
Stimmt | es | dass Maria schläft?
PRÄD SUBJ Satzkorrelat in Extraposition (Nachfeld)

WS 09/10 10
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
scheinen p,
kein Kasus Anhebungsverb;
keine θ-Rolle halbmodales Verb
–vgl. Zifonoun
• Es | scheint | dass Maria schläft. 1997:1284ff.
EXPL AUX SUBJ PRÄD

Quasiargument

• Pauline und Maria | scheinen | _ zu schlafen


SUBJ PRÄD ?
• Es |scheint | richtig | dass Maria schläft.
SUBJ AUX PRÄD SUBJ
Korrelat zum Subjektsatz

WS 09/10 11
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 O-stellig
regnen
Es |regnet.
SUBJ PRÄD
Witterungsverben: regnen, blitzen, donnern, …

− Das es ist ein Pseudoargument. Es sorgt dafür, dass der Satz ein
Subjekt hat. Das Subjekt ist obligatorisch.

Regnet es?

WS 09/10 12
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 2-stellig
lesen, küssen, backen, helfen, fahren, sich freuen, wohnen …
lesen y, x
ACC NOM
Th Ag
DO, SUBJ DO: direktes Objekt
Frank | liest | ein Buch
SUBJ PRÄD DO
sich freuen y, x
PP[über] NOM
P-OBJ NOM P-OBJ:Präpositionalobjekt
Frank | freut sich | über ein Buch
SUBJ PRÄD P-Objekt
WS 09/10 13
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

gehen y, x
Ziel Ag
PP[zu] Nom
gehen, wohnen, …
Frank | geht | zu Pauline
SUBJ [Link]
helfen y, x
Beneficient Ag
DAT NOM
helfen, schaden, …
Frank | hilft | dem Mädchen
SUBJ OBJ

WS 09/10 14
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
 2-stellig mit Satzeinbettung
lesen p, x
Th Ag
ACC NOM
Frank | liest | dass Maria kommt
SUBJ DO
lesen, wissen, denken, bedenken, sich interessieren, …

nachdenken p, x
Th Ag
PP[über] NOM
Frank | hat| darüber | nachgedacht | dass Maria kommt
SUBJ PRÄD P-OBJ PRÄD Satz zu P-Obj.
abhängen, folgen, nachdenken, spekulieren, sich interessieren,
übereinstimmen, …

WS 09/10 15
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 Korrelate
es-Korrelat
Frank |hat |es |behauptet | dass Maria kommt
SUBJ PRÄD OBJ PRÄD Satz in Extraposition
obligatorisch: angehen, aufgeben, …
fakultativ: fast alle

da-Korrelat
Frank | denkt | darüber | nach | dass Maria kommt
SUBJ PRÄD P-OBJ PRÄD Satz in Extraposition
obligatorisch: nachdenken, …
fakultativ: spekulieren, zweifeln, …

WS 09/10 16
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
 3-stellig
geben z, y, x
Th RecipientAg
ACC DAT NOM
Frank | gibt | Maria | ein Buch
SUBJ PRÄD IO DO
bringen z, y, x
PP[zu] ACC NOM
Pauline | bringt | ihr Buch | zu Frank
SUBJ PRÄD DO [Link].
vergleichen z, y, x
PP[mit] ACC NOM
Frank |vergleicht | Schinken | mit Salami
SUBJ PRÄD DO P-OBJ
bringen, vergleichen, zeigen, …

WS 09/10 17
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 3-stellig mit Satzeinbettung


mitteilen p, y, x
Th Rec Ag
ACC DAT NOM
Frank | teilt | Pauline | dass Maria kommt | mit
SUBJ PRÄD IO DO PRÄD
mitteilen, erzählen, anvertrauen, versprechen, verbieten, …

lehren p, y, x
Th Rec Ag
ACC ACC NOM
Frank | lehrt | Pauline| dass Verben dreistellig sein können
SUBJ PRÄD OBJ OBJ
fragen, lehren, angehen, …

WS 09/10 18
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

gratulieren p, y, x
Th Rec Ag
PP[zu] DAT NOM
Frank | hat | Pauline | dazu | gratuliert| dass sie Geburtstag hat
SUBJ PRÄD OBJ P-OBJ PRÄD Satz zu PP (dazu)
abraten, beipflichten, danken, drohen, gratulieren …

vergleichen q, p, x
? Th Ag
PP[mit] ACC NOM
Frank | hat | wie Jung zurückgetreten ist | damit | verglichen |wie
Scharping zurückgetreten ist.
vergleichen, rechtfertigen, vergelten, abtun, …

WS 09/10 19
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

• ansehen P p x
PP[als] ACC NOM
PRÄD-C OBJ SUBJ
PRÄD-C: prädikatives Komplement (siehe §Prädikative)

Frank | sieht | dass Pauline schläft | als richtig | an


Frank | sieht | die Vermutung | als richtig |an
SUBJ PRÄD DO PRÄD-C PRÄD

transitive Verben mit Komplementen, die Prädikative sind:


ansehen, halten für, betrachten, …

WS 09/10 20
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
 Infinitivkomplemente
Fast alle finiten Komplementsätze können durch einen Infinitivsatz ausgedrückt werden
• Frank verspricht Pauline, mit ihr ins Kino zu gehen.
• Frank verspricht Pauline, dass er mit ihr ins Kino geht
optional: versprechen, …
obligatorisch: sich weigern, …
verboten: hören, …
 Infinite Objektsätze
Subjektkontrolle
Frank verspricht Pauline, _ mit ihr ins Kino zu gehen
Objektkontrolle
Frank erlaubt Pauline, _ mit Greta ins Kino zu gehen.

 Infinite Subjektsätze
Weihnachten zu feiern ist manchmal anstrengend

WS 09/10 21
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 Nominalisierungskomplemente
Bestimmte Matrixprädikate erlauben die Einbettung von
Nominalisierungen

Frank bedauert die Zerstörung der Brücke


(Frank bedauert, dass die Brücke zerstört wurde)
Maria freut sich über das Kommen von Pauline
*Frank vertraut ihr die Vertreibung der Flüchtlinge an
*Maria behauptet die Niederschlagung des Aufstandes

WS 09/10 22
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 Prädikate mit multiplen Argumentstrukturen


 drohen
p y x
PP[mit] DAT NOM
Frank droht Max damit, dass er keinen Spaß versteht
P y
NOM DAT
Frank droht, dass Max keinen Spaß versteht
P
Frank droht krank zu werden

WS 09/10 23
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

• bringen
z y x
ACC DAT NOM

Frank | bringt | Maria | ein Buch


SUBJ PRÄD IO DO

z y x
PP[zu] ACC DAT

Frank | bringt | ein Buch | zu Maria


SUBJ PRÄD DO [Link].

WS 09/10 24
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 geben z, y, x
ACC DAT NOM
Frank gibt Maria ein Buch
z, x
ACC NOM
Frank gibt ein Buch
 irren p, r x
PP[in] [Link] uns
Frank irrt sich darin, dass Maria kommt
p, x
Der Autor irrt darin, dass die Pflegeversicherung durch die Steuern
finanziert wird.

WS 09/10 25
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 intransitive Verben
Verben, bei denen kein Objekt ausgedrückt ist
• schlafen, lachen, …
Frank schläft.
• lesen, essen, …
Frank isst.
• sich irren, …
 transitive Verben
Verben, bei denen ein direktes Objekt (DO) realisiert ist.
• lesen, essen, geben, …
Frank isst einen Apfel
Frank gibt ein Buch

WS 09/10 26
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 ditransitive Verben
Verben, bei denen ein DO und ein indirektes Objekt (IO) realisiert ist
• geben, mitteilen, …
Frank gibt Maria ein Buch

WS 09/10 27
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 Finitheit
– Durch die finite Form des Prädikats wird die temporale und modale
Verankerung des bezeichneten Sachverhalts im Kontext angezeigt.
Frank spielt mit Pauline.
Frank wird mit Pauline spielen.
– Das Verb kann durch ein Modalverb modalisiert werden. Das
Modalverb besitzt dann die Finitheitseigenschaften.
Frank darf mit Pauline spielen
Frank soll mit Pauline spielen
− Durch die Finitheit wird die Kongruenz mit dem Subjekt angezeigt.
Pauline spielt
Pauline und Oskar spielen.

WS 09/10 28
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 einfache Prädikate
Hans liest ein Buch.
Hans hat ein Buch gelesen.
Ein Buch wird gelesen.
 morpho-syntaktisch komplexe Prädikate
 inkorporierende Verbstrukturen
Hans fährt Auto.
Hans isst sich satt.
Hans geht laufen.
Hans macht blau
Hans saugt Staub

29
WS 09/10
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat

 Partikelverben
Hans schreibt einen Gedanken auf.
 Funktionsverbgefüge
Wir geben ihnen Nachricht
 Verben mit notwendigen Infinitiven
Hans lernt Maria kennen.
*Hans lernt Maria.
Aber:
Hans sieht Maria kommen.
Hans sieht Maria.

WS 09/10 30
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikativ

 Prädikative
 Kopula + Prädikativ
Die Kopula befähigt ein nicht verbales Prädikativ dazu, als Satzprädikat
zu fungieren. Es stellt den syntaktisch den Bezug zwischen Prädikativ
und Subjekt her.
• Kopula + Nomen (Nominalphrase)
Hans ist Lehrer.
Hans wird Lehrer.
Hans bleibt ein engagierter Lehrer.
• Kopula + Adjektiv (Adjektivphrase)
Hans ist intelligent.
Emilia ist Pauline ähnlich
• Kopula +Präpositionalphrase
Hans ist aus Berlin

31
WS 09/10
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikativ

 Prädikative bei transitiven Verben (valenznotwendige Prädikative)


objektbezogen
nennen P y x
NP-ACC ACC NOM
Sie | nannten | ihn | einen Dummkopf
SUBJ PRÄD DO PRÄD-C (prädikatives Komplement)
ADJ ACC NOM
Man |nennt | sie | liebenswert
halten P y x
PP[für+ADJ] ACC NOM
Man |hält |sie |für klug
PP[für+Nomen] ACC NOM
Man |hält |ihn | für einen Schauspieler

WS 09/10 32
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Subjekt

 Subjekt
– Nominalphrasen im Nominativ, Subjekt-Verb-Kongruenz
Hans kommt.
Die Kinder weinen
− Sätze
Dass zwei mal zwei vier ist, ist wahr.
Es stimmt nicht, dass schönes Wetter ist.
– Das Subjekt ist in der Regel obligatorisch
– Das Subjekt kann fehlen
• beim Imperativ
– Bleib stehen!
– Bleibt stehen!
– Aber: Bleiben Sie stehen!
• bei unpersönlichen Verben (unpersönliches Subjekt)

WS 09/10
33
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Subjekt

• unpersönliches Subjekt – Subjekt es


regnen
Es | regnet
Regnet | es?
Das es ist ein Pseudoargument, es ist ein syntaktisches Subjekt, aber kein
semantisches.
frieren x
ACC
Mich | friert (es)
Es | friert |mich
Gestern fror es uns ziemlich
Fror es dich gestern?
egal x
DAT
Mir ist (es) egal, ob es kälter wird
WS 09/10 34
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Subjekt

• Subjektlose Sätze
− Passiv bei bestimmten intransitiven Verben
Hier wird getanzt.
Es wird hier getanzt. (es für Vorfeldbesetzung, kein Subjekt-es)
*Wird es hier getanzt?
− Passiv bei zweistelligen Verben mit Dativobjekt
Ihm wird geholfen
Es wurde ihm geholfen (es für Vorfeldbesetzung)
*Wurde es ihm geholfen
− Tanzen und helfen sind keine unpersönlichen Verben, das Subjekt
kann aufgrund der Passivierung der Verben fehlen.

WS 09/10 35
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Subjekt

 Subjektsatz
Dass seine Tasche hier liegt, heißt, dass Hans bald kommt.
Dass Hans kommt, gefällt mir.
Ob Hans kommt, ist zweifelhaft.
Es ist fraglich, wen er zuerst gesehen hat.
Ob Maria fährt, hängt davon ab, wer mitreist.
Einen Politiker zu kennen kann von Vorteil sein.
Sich regen bringt Segen

WS 09/10 36
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Objekt

 Objekt
 Direkte Objekte, indirekte Objekte
Komplemente mit strukturellen Kasus
• direktes Objekt
lesen y, x
ACC NOM
DO SUBJ transitiv
Hans | liest | ein Buch
SUBJ DO
• indirektes Objekt ditransitiv
geben z, y, x
ACC DAT NOM
DO IO SUBJ
Frank | gibt | Maria | ein Buch

WS 09/10 37
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Objekt

 Objekte mit nicht-strukturellen Kasus


Objekte mit obliquen Kasus
• helfen y, x
DAT NOM
Der Junge hilft dem Mädchen
• gedenken y, x
GEN NOM
Sie gedenken seiner Heldentaten.
• erinnern y, x
PP[an] NOM
Sie erinnern an die letzten Frühlingstage.

WS 09/10 38
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Objekt

 Objektsatz (Komplementsatz)
• Hans glaubt (es/daran), dass Maria kommt.
• Maria bedauert (es), dass Hans verloren hat.
• Hans fragt (danach), ob Maria kommt.
• Hans fragt (danach), wer kommt.
• Daraus, dass schlechtes Wetter ist, folgt, dass wir nicht
spazieren gehen.
• Frank überzeugt Maria davon nicht nach Paris zu
fahren.

39
WS 09/10
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Primäre, sekundäre, obligatorische, fakultative Satzglieder

 primäre, sekundäre, obligatorische, fakultative Satzglieder


 primäre Satzglieder
sind von der Verbbedeutung abhängig (Helbig & Buscha 2005)
• Subjekt
• Objekt
• Adverbialbestimmung
• Prädikativ
 sekundäre Satzglieder
hängen nicht von der Verbbedeutung ab
• freie Adverbialbestimmungen
• freier Dativ
• freie sekundäre Prädikationen/Prädikat

WS 09/10 40
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Primäre, sekundäre, obligatorische, fakultative Satzglieder

 obligatorische Satzglieder
Satzglieder, die von der Verbbedeutung abhängen, also primäre
Satzglieder und die nicht weglassbar sind.
− Subjekt
außer Imperativ
− Obligatorische Objekte
Frank kennt das Buch
Frank weiß, dass Maria kommt
− Obligatorische Adverbialbestimmung
Frank befindet sich im Theater
− Obligatorische Prädikative
Frank hält diesen Vorschlag für eine Dummheit

WS 09/10 41
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Primäre, sekundäre, obligatorische, fakultative Satzglieder

 fakultative Satzglieder
Satzglieder, die von der Verbbedeutung abhängen, also primäre
Satzglieder und die weglassbar sind.
− Fakultative Objekte
Frank liest das Buch
Frank freut sich darüber, dass Maria kommt
− Fakultative valenznotwendige Adverbialbestimmung
Frank fährt ins Theater
− Fakultative valenznotwendige Prädikative
Frank betrachtet diesen Vorschlag als eine Dummheit

WS 09/10 42
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Adverbialbestimmungen

 Adverbialbestimmungen
 frei (sekundäres Satzglied)
Hans arbeitet (gern)
 obligatorisch (primäres Satzglied)
Das Unglück ereignete sich in der Kavalierstraße.
Hans wohnt in Berlin.
Hans befindet sich in Berlin.
 fakultativ (primäres Satzglied)
Hans fährt (nach Berlin).

WS 09/10 43
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Adverbialbestimmungen

 Realisierungen von Adverbialbestimmungen


 Adverbialphrasen
Hans arbeitet sehr gern.
 Präpositionalphrasen
Hans arbeitet mit Vergnügen.
 Nominalphrasen
Hans las den ganzen Tag.
Hans kam eines schönen Tages.
 Adjektivphrasen
Hans arbeitet fleißig.
 Adverbialsätze
Frank geht, weil er nach Hause muss

WS 09/10 44
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Adverbialbestimmungen

 semantische Klassen von Adverbialbestimmungen


 Modalbestimmung
Hans arbeitet gern/mit Vergnügen/fleißig/wobei er singt, ….
 Lokal
 Kausal
 Temporal
 Konditional
Hans würde nicht arbeiten, hätte er genug Geld.
 Konzessiv
Hans arbeitet, obwohl er krank ist.
 Konsekutiv
 Final
 Satzadverbial
Frank ist leider krank geworden

45
WS 09/10
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Bezugsdomänen von sekundären Satzgliedern

 Bezugsdomänen von sekundären Satzgliedern


 Satzbezug
 Adverbialbestimmungen
 Freier Dativ (=sekundäre Satzglieder)
– Dativus commodi
Der Pförtner öffnet der Frau die Tür.
– Dativus incommodi
Der Schlüssel fiel dem Jungen ins Wasser.
 Satzgliedbezug
 Possessiver Dativ
 Sekundäre Prädikate

WS 09/10 46
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Bezugsdomänen von sekundären Satzgliedern

 Satzgliedbezug
 Possessiver Dativ
Dem Kranken tat der Magen weh.
Der Magen des Kranken tat weh.
Der Arzt operiert dem Kranken den Magen.
Der Arzt operiert den Magen des Kranken.
Hans sieht ihr in die Augen.
Hans sieht in ihre Augen.
 Sekundäre Prädikate

WS 09/10 47
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Sekundäre Prädikate

 Sekundäre Prädikate (Prädikative Attribute)


 Subjektbezug
Hans schreibt krank den Brief.
 Objektbezug
Hans traf Maria in einer komischen Aufmachung.
Hans begrüßte Maria in einer komischen Aufmachung.
• Resultatives Sekundäres Prädikat zum Objekt
Hans pflegte Maria gesund.
− sekundäre Prädikate können sein:
• Frank traf Maria in einer komischen Aufmachung. PP
• Frank streicht den Zaun blau Adj
• Er streicht den Zaun so an adverbiale Proform

WS 09/10 48
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Sekundäre Prädikate

Sie | tragen | ihn | verletzt | aus dem Stadion


SUBJ PRÄD DO [Link]ÄD [Link]
Sie tragen ihn aus dem Stadion und er ist verletzt.
Sie | tragen | ihn | entsetzt | aus dem Stadion
SUBJ PRÄD DO [Link]ÄD [Link]
Sie tragen ihn aus dem Stadion und sie sind entsetzt
Frank | sieht | Maria | kommen
SUBJ PRÄD DO [Link]ÄD
Frank sieht Maria und wie sie kommt.
‘Reine’ Infinitivprädikative sind nur bei Wahrnehmungsverben möglich

WS 09/10 49
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Sekundäre Prädikate

 Unterscheidung sekundäre Prädikate von


 Modalbestimmungen
Man trug ihn verletzt vom Sportplatz.
Er war verletzt
Man trug ihn schnell vom Sportplatz.
*Er war schnell.
Man trug ihn mit bitterböser Miene vom Sportplatz.
 Objektsprädikativen
Er sieht seine Freundin verärgert.
Sie ist verärgert.
Er nennt seine Freundin verärgert.
*Sie ist verärgert.

WS 09/10 50
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Zusammenfassung

Satzglieder

primäre sekundäre
(valenznotwendig) (nicht valenznotwendig)
valenznotw. [Link].

Satzbezug Satzgliedbezug
Prädikative
Subjekt

Objekt

freie [Link]. Sekundäres Prädikat


freier Dativ

possessiver
Dativ
Objekt- Subjekt-
Bezug Bezug

WS 09/10 51
52

so/derart
Adverb
adjunct
Komplement von

Preposition
Content clause (cc)
Subordinierter Satz
Zusammenfassung Sätze

Nomen
Adjective

Subj, Obj
Satz

WS 09/10
Verb
Adjunktsatz
Supplementsatz
Relativsatz
-cc
Komparativ satz
Exklamativ
Hauptsatz
Imperativ
Interrogativ
Deklarativ
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzgliedteile

 Satzgliedteile
Gliedteile sind Teile komplexer Satzglieder
 Attribut zu Nominalphrase (NP)
• Adjektivisches Attribut
[NP der [AP nach Berlin fahrende] Kollege] hat angerufen.
• Relativsatz
Hans kennt [NP die Frau [Satz die in Ungarn war] ]
• Komplement eines regierenden Nomens
[DP Ein Bezug [PP auf Ungarn] ] ist nicht zutreffend.
 Vergleichsglied eines Adjektivs
Hans fährt [AP schnell [PP wie ein Blitz] ]

WS 09/10 53
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzgliedteile

 valenzbedingte und freie Gliedteile


 valenzbedingt
[DP Ein Bezug [PP auf Ungarn] ] ist nicht zutreffend
Hans fährt [AP schnell [PP wie ein Blitz] ] i
 freie
[NP der [AP nach Berlin fahrende] Kollege] hat angerufen
Hans kennt [NP die Frau [Satz die in Ungarn war] ]

WS 09/10 54
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzgliedteile

 Unterschied Satzglied – Gliedteil


Satzglieder können ihre Position im Satz verändern, Gliedteile nicht.

[AdvP Gerade] | hat [NP der [AdjP nach Berlin fahrende] Hans] angerufen.
[NP Der nach Berlin fahrende Hans] | hat gerade angerufen.
*[AdjP Nach Berlin fahrende] hat gerade [NP der _ Hans] angerufen

plötzlich überfiel ihn [NP einer [NP jener Gedanken]] , die sich ….
*[NP jener Gedanken] überfiel ihn plötzlich [NP einer _ ]
Hans | fährt [AdjP schnell [PP wie ein Blitz] ]
[AdjP Schnell wie ein Blitz] | fährt Hans
*[PP Wie ein Blitz] | fährt Hans [AdjP schnell _]

WS 09/10 55
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute

 Attribute
 valenznotwendig
die Tochter der Baronin
die Zerstörung Berlins und Leipzigs
die Leitung durch Hans
im Gedenken an die teure Verstorbene
die Reise nach Argentinien
 frei
der gestrige Tag
das kleine Kind
die Musik von Mozart

WS 09/10 56
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute

 freie Attribute
Freie Attribute sind, semantisch gesehen, Prädikationen. Sie können auch
als Prädikate (im Relativsatz: Kopula+Adjektiv) umformuliert werden
der gestrige Tag
der Tag, der gestern war, ...
das kleine Kind
das Kind, das klein ist,
die Musik von Mozart
die Musik, die von Mozart ist, ...

vgl. die Zerstörung Berlins


???die Zerstörung, die von Berlin war

WS 09/10 57
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute

 Attributive Phrasentypen
 Adjektivphrasen
das kleine Kind ... (das Kind ist klein)
das dringende Projekt ... (das Projekt ist dringend)
 Partizip Präsens
das lesende Kind ... (das Kind liest)
die laufende Nase ... (die Nase läuft)
 Partizip Perfekt
der bewunderte Hans (Hans ist bewundert)
das geöffnete Fenster (das Fenster ist geöffnet)
die gereifte Frucht
die gekochte Suppe

WS 09/10 58
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute

 Nomen bzw. Präpositionalphrasen


die Mutter Marias/Marias Mutter – die Mutter von Maria
die Zerstörung Berlins/?Berlins Zerstörung – die Zerstörung von Berlin
das Bild Mozarts/Mozarts Bild – das Bild von Mozart
die Herstellung echten Goldes/? – die Herstellung von Gold
der Bau moderner Kraftwerke/? – der Bau von Kraftwerken
die Sinfonie Brahms(ens)/Brahms(ens) Sinfonie – die S. von Brahms
die Flasche Wein/eine Flasche guten Weines – eine Fl. mit gutem W.
unter der Leitung des Chefdirigenten – ?unter des CD Leitung
*die Ansprache des Volkes – die Ansprache an das Volk
die Erzählung der Kinder – die Erzählung von Kindern
*die Erzählung der Kinder - die Erzählung über Kinder

WS 09/10 59
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute

 nur Präpositionalphrasen
die Teilnahme am Wettkampf
die Ansprache an das Volk
die Evakuierung wegen des Sturms
ein Glas Wein für 4€.
der Brunnen vor dem Tore
 Adverbialphrasen
Die Feier gestern war sehr schön.
Der Mann dort sieht komisch aus.
 Infinitiv
die Hoffnung (darauf), mit ihr ein gemeinsames Projekt zu bearbeiten, …
die Überraschung (darüber), eine Million gewonnen zu haben ...
 Relativsätze
Maria hat ein Haus gekauft, das ziemlich teuer war.

WS 09/10 60
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute

 restriktive und nicht restriktive Attribute


 restriktiv
Ich erinnere mich an die Novelle, die er in Paris geschrieben hat (und
nicht an die, die er in London geschrieben hat)
 nicht restriktiv
Sie haben ein Haus gekauft, das übrigens ziemlich teuer war.

WS 09/10 61
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute

 Verbindung von Attributen


 Subordinative Verbindung
Hans liest ein interessantes kanadisches Buch.
Hans liest ein kanadisches Buch, das interessant ist
*Hans liest ein Buch, das aus Kanada und interessant ist.
⇒ ist restriktiv

WS 09/10 62
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute

 Koordinative Verbindung
Hans bewohnt ein kleines, dunkles Zimmer
Hans bewohnt ein Zimmer, das dunkel und klein ist.
Hans bewohnt ein Zimmer, das klein und dunkel ist.
⇒ nicht restriktiv
aber:
Hans bewohnt ein kleines dunkles Zimmer
Hans bewohnt ein dunkles Zimmer, das klein ist
⇒ ist restriktiv
Hans kennt die Straßen Berlins, Hamburgs und Münchens.
Hans kennt die Straßen Hamburgs, Münchens und Berlins
⇒ nicht restriktiv

WS 09/10 63
4 Syntax
4.3 Der deutsche Satzbau in der Traditionellen G
Das Topologische Modell

Vorfeld Mittelfeld Nachfeld


dem
Frank hat das Buch gegeben
Kind

(Kernsatz)
Verbzweit
das Buch
dem das
hat F das neu gegeben
Kind neu ist
ist
was hat F d.K. gegeben
dem Verberst

rechte Satzklammer
linke Satzklammer

hat F das Buch gegeben (Stirnsatz)


Kind
dass dem gegeben

(Spannsatz)
F das Buch

Verbletzt
/ob Kind hat
dem gegeben
was F
Kind hat

WS 09/10 64
4 Syntax
4.3 Der deutsche Satzbau in der Traditionellen G
Das Topologische Modell

 Stellung der Komplemente (Argumente) im Mittelfeld

der dem das


dann hat gegeben
Lehrer Kind Buch

SUBJ > IO > DO

der das DEM


dann hat gegeben
Lehrer Buch KIND

SUBJ > DO > IO

− Die Veränderung der Wortstellung ist nur in bestimmten Kontexten


moeglich.

WS 09/10 65
4 Syntax
4.3 Der deutsche Satzbau in der Traditionellen G
Das Topologische Modell

 Stellung der Pronomina


der dem das
dann hat gegeben
Lehrer Kind Buch

das
dann hat er ihm gegeben
Buch

dem
dann hat er es gegeben
Kind

dann hat er es ihm gegeben

er hat es ihm dann gegeben

WS 09/10 66
Übungen
4 Syntax

• Analysieren Sie die folgenden Sätze. Bestimmen Sie die Satzglieder und die
Satzgliedteile des Matrixsatzes und der Nebensätze! Nutzen Sie zur Darstellung die
unten angegebene Tabelle! (Markieren Sie komplexe Satzglieder durch die
geschwungene Klammer.) Geben Sie, wenn nötig, bei Attributen das Bezugswort
an.
a) Dass Maria nach Paris fahren wird, kann man daraus schließen, dass sie ihre
Koffer gepackt hat.
b) Maria wusste möglicherweise, dass Hans das Buch rezensieren würde, das
sie schrieb, nachdem sie ein Buch von ihm rezensiert hatte.
c) Nach München flog Hans möglicherweise, weil Maria nach Paris flog.
d) Mit lautem Getöse brach der Turm zusammen, den Maria zuvor mit viel
Sorgfalt gebaut hatte.
e) Maria glaubte ohne Zweifel, dass Hans im letzten Jahr das Buch schreiben
würde, vor dem ihn bis dahin viele Kollegen mit großem Nachdruck gewarnt
hatten.

WS 09/10 67
Übungen
4 Syntax

f) Der Pförtner öffnete der Frau die Tür, die er sehr verehrte.
g) Hans pflegte die kranke Mutter gesund.
h) Die Mutter brachte das Kind gebadet ins Bett.
i) Geradezu unerträglich ist es, dass die S-Bahn, von der von der DB-Leitung
immer wieder behauptet wird, sie sei zuverlässig, eine derartige
Verspätung hat, dass viele Reisende zu spät zur Arbeit kommen.
j) Wer hätte bei einer solch glücklichen Fügung darüber mäkeln mögen,
dass der Boom am Bosporus eine Bauwut befördert hatte, die nun
präsentierte, was zu vermeiden sie immer wieder beteuert hatte:
Ferienarchitektur à la Espana. (Wolf, Grigoleit)
k) Wer sich so benimmt, dass er den Direktor, den wir ja alle schätzen,
verärgert, sollte sich zusammennehmen,
l) Sie haben gut gearbeitet, aber nicht immer sorgfältig.
m) Frank hat heute Maria getroffen und gestern Marie.

WS 09/10 68
Übungen
4 Syntax

Satz Matrixsatz NS 1 NS 2

dass
Maria Subj.
nach NS 1/ [Link].
Paris dir. Obj [Link].
fahren Präd.
wird,
kann Präd-Mod
man Subj.
daraus NS 2- Kor
schließen, Präd
dass Subj.
sie
ihre dir. Obj.
Koffer NS 2/
gepackt ind. Objekt Präd.
hat

WS 09/10 69
Übungen
4 Syntax

• Bestimmen Sie in den folgenden Sätzen die Struktur Attribute! Geben Sie
dabei an,
– ob es sich um freie oder valenzbedingte Attribute handelt,
– ob es sich bei den Gliedteilen eines gegebenen mehrgliedrigen Attributs
um Attributverbindungen oder Erweiterungen handelt,
– welcher Art die Attributverbindung ist und
– ob eine gegebene Attributerweiterung frei oder valenzbedingt ist

(1) das um sein Essen bangende Kind


(2) die Belagerung Moskaus
(3) nach dem über zehn Jahre dauernden unter schwierigsten
Bedingungen erfolgten Wiederaufbau der Hofkirche durch die
sächsische Landesregierung
(4) die Reise nach Japan
(5) Peters Rede

WS 09/10
70
3-4 Übungen

(5) die Regierungen Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands


...
(6) ein großartiges, spannendes Buch
(7) ein Buch des Autors von X
(8) der um Rat fragende Student
(9) der wegen seiner Wärmeigenschaften beliebte Winterstiefel ...

WS 09/10 71
3-4 Übungen

DP
das Det
um AP PP
sein Attrr1 Obj.
Essen NP N1
bangende frei A
Kind N1

WS 09/10 72
Übungen
4 Syntax

DP
die D
Belagerung N1
NP
Moskaus DP
Attr1 N1 [Link].

WS 09/10 73
Übungen
4 Syntax
nach P
dem Det
über AP Attr5 N2 frei
zehn DP
Jahre Attr N1 N2
frei 4
dauernden
A
unter P
schwierigsten AP PP
Bedingungen DP NP Attr3 N1 NP Attr6 N3 frei
erfolgten frei N3
A
Aufbau
N1
der
Hofkirche DP
Attr1 N1
durch [Link].
die PP P
sächsische
Landesregierung Attr2 N1 DP D
[Link]. Attr7 N4
NP
N4
74
WS 09/10

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