4 Syntax
4 Syntax
Kerstin Schwabe
(Hubert Truckenbrodt)
WS 09/10 1
4 Syntax
4.1 Gegenstand der Syntaxtheorie
Gegenstand
Gegenstand
Syntax der Sprache, d.h. der Satzbau
o Ein uninteressierter Schüler geht nicht gern in die Bibliothek
*Ein uninteressierter Schüler nicht geht in gern die Bibliothek
o Sie tragen den Spieler verletzt aus dem Stadion
o Maria lädt ihre Freunde ein und Frank auch.
WS 09/10 2
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Gegenstand
Wortarten
Satzglieder
WS 09/10 3
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzglieder
Satzglieder
– sind ermittelbar durch die Umstellprobe und Ersatzprobe
• Umstellprobe
Hans hat morgens gern Salat gegessen
morgens hat Hans gern Salat gegessen
Salat hat Hans morgens gern gegessen
gern hat Hans morgens Salat gegessen
Salat
der frisch
Hans hat ist gegessen der frisch ist
WS 09/10 4
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzglieder
Ersatzprobe
WS 09/10 5
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzglieder
Konstituenten
– Obwohl wie Hans und Salat in die linke Satzperipherie platzierbar, sind
gegessen und Salat gegessen kein Satzglieder. Es sind aber, wie alle ins
Vorfeld platzierbare Einheiten, Konstituenten.
WS 09/10 6
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzglieder
WS 09/10 7
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
Prädikat
– Das syntaktische Prädikat wird durch das Verb gebildet. Seine syn-
taktisch-semantische lexikalischen Eigenschaften bestimmen die
Satzstruktur. Es ist deshalb obligatorisch.
Der Mann | gibt | dem Kind |einen Ball
NOM DAT AKK
SUBJ PRÄD IO DO (IO: indirektes Objekt
DO: direktes Objekt)
• geben z, y, x Argumentstruktur
THema RECipient AGens Thematische Rollen
DO IO SUBJ syntaktische Funktionen
ACC, DAT, NOM Argumentrealisierung
WS 09/10 8
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
1-stellig
schlafen, lachen, verebben, tanzen,
stimmen, …
schlafen x
NOM
Agens
SUBJ
Maria | schläft
SUBJ PRÄD
WS 09/10 9
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
WS 09/10 10
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
scheinen p,
kein Kasus Anhebungsverb;
keine θ-Rolle halbmodales Verb
–vgl. Zifonoun
• Es | scheint | dass Maria schläft. 1997:1284ff.
EXPL AUX SUBJ PRÄD
Quasiargument
WS 09/10 11
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
O-stellig
regnen
Es |regnet.
SUBJ PRÄD
Witterungsverben: regnen, blitzen, donnern, …
− Das es ist ein Pseudoargument. Es sorgt dafür, dass der Satz ein
Subjekt hat. Das Subjekt ist obligatorisch.
Regnet es?
WS 09/10 12
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
2-stellig
lesen, küssen, backen, helfen, fahren, sich freuen, wohnen …
lesen y, x
ACC NOM
Th Ag
DO, SUBJ DO: direktes Objekt
Frank | liest | ein Buch
SUBJ PRÄD DO
sich freuen y, x
PP[über] NOM
P-OBJ NOM P-OBJ:Präpositionalobjekt
Frank | freut sich | über ein Buch
SUBJ PRÄD P-Objekt
WS 09/10 13
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
gehen y, x
Ziel Ag
PP[zu] Nom
gehen, wohnen, …
Frank | geht | zu Pauline
SUBJ [Link]
helfen y, x
Beneficient Ag
DAT NOM
helfen, schaden, …
Frank | hilft | dem Mädchen
SUBJ OBJ
WS 09/10 14
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
2-stellig mit Satzeinbettung
lesen p, x
Th Ag
ACC NOM
Frank | liest | dass Maria kommt
SUBJ DO
lesen, wissen, denken, bedenken, sich interessieren, …
nachdenken p, x
Th Ag
PP[über] NOM
Frank | hat| darüber | nachgedacht | dass Maria kommt
SUBJ PRÄD P-OBJ PRÄD Satz zu P-Obj.
abhängen, folgen, nachdenken, spekulieren, sich interessieren,
übereinstimmen, …
WS 09/10 15
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
Korrelate
es-Korrelat
Frank |hat |es |behauptet | dass Maria kommt
SUBJ PRÄD OBJ PRÄD Satz in Extraposition
obligatorisch: angehen, aufgeben, …
fakultativ: fast alle
da-Korrelat
Frank | denkt | darüber | nach | dass Maria kommt
SUBJ PRÄD P-OBJ PRÄD Satz in Extraposition
obligatorisch: nachdenken, …
fakultativ: spekulieren, zweifeln, …
WS 09/10 16
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
3-stellig
geben z, y, x
Th RecipientAg
ACC DAT NOM
Frank | gibt | Maria | ein Buch
SUBJ PRÄD IO DO
bringen z, y, x
PP[zu] ACC NOM
Pauline | bringt | ihr Buch | zu Frank
SUBJ PRÄD DO [Link].
vergleichen z, y, x
PP[mit] ACC NOM
Frank |vergleicht | Schinken | mit Salami
SUBJ PRÄD DO P-OBJ
bringen, vergleichen, zeigen, …
WS 09/10 17
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
lehren p, y, x
Th Rec Ag
ACC ACC NOM
Frank | lehrt | Pauline| dass Verben dreistellig sein können
SUBJ PRÄD OBJ OBJ
fragen, lehren, angehen, …
WS 09/10 18
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
gratulieren p, y, x
Th Rec Ag
PP[zu] DAT NOM
Frank | hat | Pauline | dazu | gratuliert| dass sie Geburtstag hat
SUBJ PRÄD OBJ P-OBJ PRÄD Satz zu PP (dazu)
abraten, beipflichten, danken, drohen, gratulieren …
vergleichen q, p, x
? Th Ag
PP[mit] ACC NOM
Frank | hat | wie Jung zurückgetreten ist | damit | verglichen |wie
Scharping zurückgetreten ist.
vergleichen, rechtfertigen, vergelten, abtun, …
WS 09/10 19
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
• ansehen P p x
PP[als] ACC NOM
PRÄD-C OBJ SUBJ
PRÄD-C: prädikatives Komplement (siehe §Prädikative)
WS 09/10 20
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
Infinitivkomplemente
Fast alle finiten Komplementsätze können durch einen Infinitivsatz ausgedrückt werden
• Frank verspricht Pauline, mit ihr ins Kino zu gehen.
• Frank verspricht Pauline, dass er mit ihr ins Kino geht
optional: versprechen, …
obligatorisch: sich weigern, …
verboten: hören, …
Infinite Objektsätze
Subjektkontrolle
Frank verspricht Pauline, _ mit ihr ins Kino zu gehen
Objektkontrolle
Frank erlaubt Pauline, _ mit Greta ins Kino zu gehen.
Infinite Subjektsätze
Weihnachten zu feiern ist manchmal anstrengend
WS 09/10 21
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
Nominalisierungskomplemente
Bestimmte Matrixprädikate erlauben die Einbettung von
Nominalisierungen
WS 09/10 22
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
WS 09/10 23
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
• bringen
z y x
ACC DAT NOM
z y x
PP[zu] ACC DAT
WS 09/10 24
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
geben z, y, x
ACC DAT NOM
Frank gibt Maria ein Buch
z, x
ACC NOM
Frank gibt ein Buch
irren p, r x
PP[in] [Link] uns
Frank irrt sich darin, dass Maria kommt
p, x
Der Autor irrt darin, dass die Pflegeversicherung durch die Steuern
finanziert wird.
WS 09/10 25
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
intransitive Verben
Verben, bei denen kein Objekt ausgedrückt ist
• schlafen, lachen, …
Frank schläft.
• lesen, essen, …
Frank isst.
• sich irren, …
transitive Verben
Verben, bei denen ein direktes Objekt (DO) realisiert ist.
• lesen, essen, geben, …
Frank isst einen Apfel
Frank gibt ein Buch
WS 09/10 26
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
ditransitive Verben
Verben, bei denen ein DO und ein indirektes Objekt (IO) realisiert ist
• geben, mitteilen, …
Frank gibt Maria ein Buch
WS 09/10 27
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
Finitheit
– Durch die finite Form des Prädikats wird die temporale und modale
Verankerung des bezeichneten Sachverhalts im Kontext angezeigt.
Frank spielt mit Pauline.
Frank wird mit Pauline spielen.
– Das Verb kann durch ein Modalverb modalisiert werden. Das
Modalverb besitzt dann die Finitheitseigenschaften.
Frank darf mit Pauline spielen
Frank soll mit Pauline spielen
− Durch die Finitheit wird die Kongruenz mit dem Subjekt angezeigt.
Pauline spielt
Pauline und Oskar spielen.
WS 09/10 28
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
einfache Prädikate
Hans liest ein Buch.
Hans hat ein Buch gelesen.
Ein Buch wird gelesen.
morpho-syntaktisch komplexe Prädikate
inkorporierende Verbstrukturen
Hans fährt Auto.
Hans isst sich satt.
Hans geht laufen.
Hans macht blau
Hans saugt Staub
29
WS 09/10
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikat
Partikelverben
Hans schreibt einen Gedanken auf.
Funktionsverbgefüge
Wir geben ihnen Nachricht
Verben mit notwendigen Infinitiven
Hans lernt Maria kennen.
*Hans lernt Maria.
Aber:
Hans sieht Maria kommen.
Hans sieht Maria.
WS 09/10 30
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikativ
Prädikative
Kopula + Prädikativ
Die Kopula befähigt ein nicht verbales Prädikativ dazu, als Satzprädikat
zu fungieren. Es stellt den syntaktisch den Bezug zwischen Prädikativ
und Subjekt her.
• Kopula + Nomen (Nominalphrase)
Hans ist Lehrer.
Hans wird Lehrer.
Hans bleibt ein engagierter Lehrer.
• Kopula + Adjektiv (Adjektivphrase)
Hans ist intelligent.
Emilia ist Pauline ähnlich
• Kopula +Präpositionalphrase
Hans ist aus Berlin
31
WS 09/10
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Prädikativ
WS 09/10 32
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Subjekt
Subjekt
– Nominalphrasen im Nominativ, Subjekt-Verb-Kongruenz
Hans kommt.
Die Kinder weinen
− Sätze
Dass zwei mal zwei vier ist, ist wahr.
Es stimmt nicht, dass schönes Wetter ist.
– Das Subjekt ist in der Regel obligatorisch
– Das Subjekt kann fehlen
• beim Imperativ
– Bleib stehen!
– Bleibt stehen!
– Aber: Bleiben Sie stehen!
• bei unpersönlichen Verben (unpersönliches Subjekt)
WS 09/10
33
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Subjekt
• Subjektlose Sätze
− Passiv bei bestimmten intransitiven Verben
Hier wird getanzt.
Es wird hier getanzt. (es für Vorfeldbesetzung, kein Subjekt-es)
*Wird es hier getanzt?
− Passiv bei zweistelligen Verben mit Dativobjekt
Ihm wird geholfen
Es wurde ihm geholfen (es für Vorfeldbesetzung)
*Wurde es ihm geholfen
− Tanzen und helfen sind keine unpersönlichen Verben, das Subjekt
kann aufgrund der Passivierung der Verben fehlen.
WS 09/10 35
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Subjekt
Subjektsatz
Dass seine Tasche hier liegt, heißt, dass Hans bald kommt.
Dass Hans kommt, gefällt mir.
Ob Hans kommt, ist zweifelhaft.
Es ist fraglich, wen er zuerst gesehen hat.
Ob Maria fährt, hängt davon ab, wer mitreist.
Einen Politiker zu kennen kann von Vorteil sein.
Sich regen bringt Segen
WS 09/10 36
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Objekt
Objekt
Direkte Objekte, indirekte Objekte
Komplemente mit strukturellen Kasus
• direktes Objekt
lesen y, x
ACC NOM
DO SUBJ transitiv
Hans | liest | ein Buch
SUBJ DO
• indirektes Objekt ditransitiv
geben z, y, x
ACC DAT NOM
DO IO SUBJ
Frank | gibt | Maria | ein Buch
WS 09/10 37
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Objekt
WS 09/10 38
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Objekt
Objektsatz (Komplementsatz)
• Hans glaubt (es/daran), dass Maria kommt.
• Maria bedauert (es), dass Hans verloren hat.
• Hans fragt (danach), ob Maria kommt.
• Hans fragt (danach), wer kommt.
• Daraus, dass schlechtes Wetter ist, folgt, dass wir nicht
spazieren gehen.
• Frank überzeugt Maria davon nicht nach Paris zu
fahren.
39
WS 09/10
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Primäre, sekundäre, obligatorische, fakultative Satzglieder
WS 09/10 40
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Primäre, sekundäre, obligatorische, fakultative Satzglieder
obligatorische Satzglieder
Satzglieder, die von der Verbbedeutung abhängen, also primäre
Satzglieder und die nicht weglassbar sind.
− Subjekt
außer Imperativ
− Obligatorische Objekte
Frank kennt das Buch
Frank weiß, dass Maria kommt
− Obligatorische Adverbialbestimmung
Frank befindet sich im Theater
− Obligatorische Prädikative
Frank hält diesen Vorschlag für eine Dummheit
WS 09/10 41
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Primäre, sekundäre, obligatorische, fakultative Satzglieder
fakultative Satzglieder
Satzglieder, die von der Verbbedeutung abhängen, also primäre
Satzglieder und die weglassbar sind.
− Fakultative Objekte
Frank liest das Buch
Frank freut sich darüber, dass Maria kommt
− Fakultative valenznotwendige Adverbialbestimmung
Frank fährt ins Theater
− Fakultative valenznotwendige Prädikative
Frank betrachtet diesen Vorschlag als eine Dummheit
WS 09/10 42
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Adverbialbestimmungen
Adverbialbestimmungen
frei (sekundäres Satzglied)
Hans arbeitet (gern)
obligatorisch (primäres Satzglied)
Das Unglück ereignete sich in der Kavalierstraße.
Hans wohnt in Berlin.
Hans befindet sich in Berlin.
fakultativ (primäres Satzglied)
Hans fährt (nach Berlin).
WS 09/10 43
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Adverbialbestimmungen
WS 09/10 44
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Adverbialbestimmungen
45
WS 09/10
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Bezugsdomänen von sekundären Satzgliedern
WS 09/10 46
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Bezugsdomänen von sekundären Satzgliedern
Satzgliedbezug
Possessiver Dativ
Dem Kranken tat der Magen weh.
Der Magen des Kranken tat weh.
Der Arzt operiert dem Kranken den Magen.
Der Arzt operiert den Magen des Kranken.
Hans sieht ihr in die Augen.
Hans sieht in ihre Augen.
Sekundäre Prädikate
WS 09/10 47
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Sekundäre Prädikate
WS 09/10 48
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Sekundäre Prädikate
WS 09/10 49
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Sekundäre Prädikate
WS 09/10 50
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Zusammenfassung
Satzglieder
primäre sekundäre
(valenznotwendig) (nicht valenznotwendig)
valenznotw. [Link].
Satzbezug Satzgliedbezug
Prädikative
Subjekt
Objekt
possessiver
Dativ
Objekt- Subjekt-
Bezug Bezug
WS 09/10 51
52
so/derart
Adverb
adjunct
Komplement von
Preposition
Content clause (cc)
Subordinierter Satz
Zusammenfassung Sätze
Nomen
Adjective
Subj, Obj
Satz
WS 09/10
Verb
Adjunktsatz
Supplementsatz
Relativsatz
-cc
Komparativ satz
Exklamativ
Hauptsatz
Imperativ
Interrogativ
Deklarativ
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzgliedteile
Satzgliedteile
Gliedteile sind Teile komplexer Satzglieder
Attribut zu Nominalphrase (NP)
• Adjektivisches Attribut
[NP der [AP nach Berlin fahrende] Kollege] hat angerufen.
• Relativsatz
Hans kennt [NP die Frau [Satz die in Ungarn war] ]
• Komplement eines regierenden Nomens
[DP Ein Bezug [PP auf Ungarn] ] ist nicht zutreffend.
Vergleichsglied eines Adjektivs
Hans fährt [AP schnell [PP wie ein Blitz] ]
WS 09/10 53
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzgliedteile
WS 09/10 54
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Satzgliedteile
[AdvP Gerade] | hat [NP der [AdjP nach Berlin fahrende] Hans] angerufen.
[NP Der nach Berlin fahrende Hans] | hat gerade angerufen.
*[AdjP Nach Berlin fahrende] hat gerade [NP der _ Hans] angerufen
plötzlich überfiel ihn [NP einer [NP jener Gedanken]] , die sich ….
*[NP jener Gedanken] überfiel ihn plötzlich [NP einer _ ]
Hans | fährt [AdjP schnell [PP wie ein Blitz] ]
[AdjP Schnell wie ein Blitz] | fährt Hans
*[PP Wie ein Blitz] | fährt Hans [AdjP schnell _]
WS 09/10 55
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute
Attribute
valenznotwendig
die Tochter der Baronin
die Zerstörung Berlins und Leipzigs
die Leitung durch Hans
im Gedenken an die teure Verstorbene
die Reise nach Argentinien
frei
der gestrige Tag
das kleine Kind
die Musik von Mozart
WS 09/10 56
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute
freie Attribute
Freie Attribute sind, semantisch gesehen, Prädikationen. Sie können auch
als Prädikate (im Relativsatz: Kopula+Adjektiv) umformuliert werden
der gestrige Tag
der Tag, der gestern war, ...
das kleine Kind
das Kind, das klein ist,
die Musik von Mozart
die Musik, die von Mozart ist, ...
WS 09/10 57
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute
Attributive Phrasentypen
Adjektivphrasen
das kleine Kind ... (das Kind ist klein)
das dringende Projekt ... (das Projekt ist dringend)
Partizip Präsens
das lesende Kind ... (das Kind liest)
die laufende Nase ... (die Nase läuft)
Partizip Perfekt
der bewunderte Hans (Hans ist bewundert)
das geöffnete Fenster (das Fenster ist geöffnet)
die gereifte Frucht
die gekochte Suppe
WS 09/10 58
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute
WS 09/10 59
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute
nur Präpositionalphrasen
die Teilnahme am Wettkampf
die Ansprache an das Volk
die Evakuierung wegen des Sturms
ein Glas Wein für 4€.
der Brunnen vor dem Tore
Adverbialphrasen
Die Feier gestern war sehr schön.
Der Mann dort sieht komisch aus.
Infinitiv
die Hoffnung (darauf), mit ihr ein gemeinsames Projekt zu bearbeiten, …
die Überraschung (darüber), eine Million gewonnen zu haben ...
Relativsätze
Maria hat ein Haus gekauft, das ziemlich teuer war.
WS 09/10 60
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute
WS 09/10 61
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute
WS 09/10 62
4 Syntax
4.2 Syntaktische Grundbegriffe in der Traditionellen G
Attribute
Koordinative Verbindung
Hans bewohnt ein kleines, dunkles Zimmer
Hans bewohnt ein Zimmer, das dunkel und klein ist.
Hans bewohnt ein Zimmer, das klein und dunkel ist.
⇒ nicht restriktiv
aber:
Hans bewohnt ein kleines dunkles Zimmer
Hans bewohnt ein dunkles Zimmer, das klein ist
⇒ ist restriktiv
Hans kennt die Straßen Berlins, Hamburgs und Münchens.
Hans kennt die Straßen Hamburgs, Münchens und Berlins
⇒ nicht restriktiv
WS 09/10 63
4 Syntax
4.3 Der deutsche Satzbau in der Traditionellen G
Das Topologische Modell
(Kernsatz)
Verbzweit
das Buch
dem das
hat F das neu gegeben
Kind neu ist
ist
was hat F d.K. gegeben
dem Verberst
rechte Satzklammer
linke Satzklammer
(Spannsatz)
F das Buch
Verbletzt
/ob Kind hat
dem gegeben
was F
Kind hat
WS 09/10 64
4 Syntax
4.3 Der deutsche Satzbau in der Traditionellen G
Das Topologische Modell
WS 09/10 65
4 Syntax
4.3 Der deutsche Satzbau in der Traditionellen G
Das Topologische Modell
das
dann hat er ihm gegeben
Buch
dem
dann hat er es gegeben
Kind
WS 09/10 66
Übungen
4 Syntax
• Analysieren Sie die folgenden Sätze. Bestimmen Sie die Satzglieder und die
Satzgliedteile des Matrixsatzes und der Nebensätze! Nutzen Sie zur Darstellung die
unten angegebene Tabelle! (Markieren Sie komplexe Satzglieder durch die
geschwungene Klammer.) Geben Sie, wenn nötig, bei Attributen das Bezugswort
an.
a) Dass Maria nach Paris fahren wird, kann man daraus schließen, dass sie ihre
Koffer gepackt hat.
b) Maria wusste möglicherweise, dass Hans das Buch rezensieren würde, das
sie schrieb, nachdem sie ein Buch von ihm rezensiert hatte.
c) Nach München flog Hans möglicherweise, weil Maria nach Paris flog.
d) Mit lautem Getöse brach der Turm zusammen, den Maria zuvor mit viel
Sorgfalt gebaut hatte.
e) Maria glaubte ohne Zweifel, dass Hans im letzten Jahr das Buch schreiben
würde, vor dem ihn bis dahin viele Kollegen mit großem Nachdruck gewarnt
hatten.
WS 09/10 67
Übungen
4 Syntax
f) Der Pförtner öffnete der Frau die Tür, die er sehr verehrte.
g) Hans pflegte die kranke Mutter gesund.
h) Die Mutter brachte das Kind gebadet ins Bett.
i) Geradezu unerträglich ist es, dass die S-Bahn, von der von der DB-Leitung
immer wieder behauptet wird, sie sei zuverlässig, eine derartige
Verspätung hat, dass viele Reisende zu spät zur Arbeit kommen.
j) Wer hätte bei einer solch glücklichen Fügung darüber mäkeln mögen,
dass der Boom am Bosporus eine Bauwut befördert hatte, die nun
präsentierte, was zu vermeiden sie immer wieder beteuert hatte:
Ferienarchitektur à la Espana. (Wolf, Grigoleit)
k) Wer sich so benimmt, dass er den Direktor, den wir ja alle schätzen,
verärgert, sollte sich zusammennehmen,
l) Sie haben gut gearbeitet, aber nicht immer sorgfältig.
m) Frank hat heute Maria getroffen und gestern Marie.
WS 09/10 68
Übungen
4 Syntax
Satz Matrixsatz NS 1 NS 2
dass
Maria Subj.
nach NS 1/ [Link].
Paris dir. Obj [Link].
fahren Präd.
wird,
kann Präd-Mod
man Subj.
daraus NS 2- Kor
schließen, Präd
dass Subj.
sie
ihre dir. Obj.
Koffer NS 2/
gepackt ind. Objekt Präd.
hat
WS 09/10 69
Übungen
4 Syntax
• Bestimmen Sie in den folgenden Sätzen die Struktur Attribute! Geben Sie
dabei an,
– ob es sich um freie oder valenzbedingte Attribute handelt,
– ob es sich bei den Gliedteilen eines gegebenen mehrgliedrigen Attributs
um Attributverbindungen oder Erweiterungen handelt,
– welcher Art die Attributverbindung ist und
– ob eine gegebene Attributerweiterung frei oder valenzbedingt ist
WS 09/10
70
3-4 Übungen
WS 09/10 71
3-4 Übungen
DP
das Det
um AP PP
sein Attrr1 Obj.
Essen NP N1
bangende frei A
Kind N1
WS 09/10 72
Übungen
4 Syntax
DP
die D
Belagerung N1
NP
Moskaus DP
Attr1 N1 [Link].
WS 09/10 73
Übungen
4 Syntax
nach P
dem Det
über AP Attr5 N2 frei
zehn DP
Jahre Attr N1 N2
frei 4
dauernden
A
unter P
schwierigsten AP PP
Bedingungen DP NP Attr3 N1 NP Attr6 N3 frei
erfolgten frei N3
A
Aufbau
N1
der
Hofkirche DP
Attr1 N1
durch [Link].
die PP P
sächsische
Landesregierung Attr2 N1 DP D
[Link]. Attr7 N4
NP
N4
74
WS 09/10