Ausbildung Zusammenfassung
Ausbildung Zusammenfassung
Herzinsuffizienz............................................................................................................................................... 12
Lunge ..................................................................................................................................................................... 14
asthma .............................................................................................................................................................. 14
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ........................................................................................... 15
Pneumonie ........................................................................................................................................................ 15
lisa prinzip ......................................................................................................................................................... 16
atmung.............................................................................................................................................................. 16
Lungenembolie ............................................................................................................................................... 17
nieren .................................................................................................................................................................... 18
Niereninsuffizienz ........................................................................................................................................... 19
Ödeme .............................................................................................................................................................. 19
Lymphödeme .................................................................................................................................................... 20
Diabetes ............................................................................................................................................................ 20
INSULIN ............................................................................................................................................................. 21
Arten von Insulin............................................................................................................................................... 22
Glukagon und Glykogen .................................................................................................................................... 22
Orale Antidiabetika ........................................................................................................................................... 23
Kurze Zusammenfassung zu OAD ..................................................................................................................... 25
Folgen von diabetes .......................................................................................................................................... 25
Injektionen ........................................................................................................................................................ 25
Bedingungen in der Pflege ................................................................................................................................ 26
Anordnungsverantwortung .............................................................................................................................. 26
Durchführungsverantwortung .......................................................................................................................... 26
Komplikationen ................................................................................................................................................. 26
1
Folgen einer falschen Injektionstechnik ........................................................................................................... 26
Hämatom (Bluterguss) ...................................................................................................................................... 26
Abszess ............................................................................................................................................................. 27
Paravasate ........................................................................................................................................................ 27
Quaddelbildung ................................................................................................................................................ 27
Injektion Arten und injektionsschema .............................................................................................................. 28
Magendarmtrakt............................................................................................................................................... 28
Verdauungsweg der nahrung ........................................................................................................................... 29
Krankheiten, die mit dem Magen-Darm-Trakt zusammenhängen ................................................................... 29
Inkontinenz ....................................................................................................................................................... 29
Intertrigo ........................................................................................................................................................... 31
DEKUBITUS ........................................................................................................................................................ 31
kontrakturen ..................................................................................................................................................... 32
haut ....................................................................................................................................................................... 32
Funktionen der Haut ......................................................................................................................................... 33
Modelle ................................................................................................................................................................. 33
Pflegeprozessmodell Fiechter & Meyer ............................................................................................................ 34
Prozess der Immobilität nach Abt-Zegelin ........................................................................................................ 35
Aktivierende Pflege ........................................................................................................................................... 36
Komunikationsmodell Schulz von Thun ............................................................................................................ 36
AEDL Pflegekonzept nach Monika Krohwinkel ................................................................................................. 37
Aktives Zuhören ................................................................................................................................................ 39
Biographiearbeit ............................................................................................................................................... 39
Salutogenetisches Modell ................................................................................................................................. 39
Beziehungsprozess nach Peplau ....................................................................................................................... 40
Systemtheorie nach Friedemann ...................................................................................................................... 40
Personenzentrierte Grundhaltung nach Rogers ............................................................................................... 41
Rückenschonendes Arbeiten ............................................................................................................................ 41
Kinästhetik ........................................................................................................................................................ 42
Reflexionsmodell nach Korthagen .................................................................................................................... 42
Belastungs-Beanspruchungsmodell .................................................................................................................. 43
Trajekt-Modell .................................................................................................................................................. 43
Kultursensible Pflege ........................................................................................................................................ 44
Stressmodell nach Lazarus ................................................................................................................................ 44
kitwood ............................................................................................................................................................. 45
Phasen traumatischer Krisen nach cullberg...................................................................................................... 46
Kommunikation ................................................................................................................................................ 46
2
komunikations modelle .................................................................................................................................... 47
Familie .............................................................................................................................................................. 48
Entwicklung von Kinder .................................................................................................................................... 48
Anleitung und Beratung .................................................................................................................................... 48
Unterschied zwischen einem Anleitungsgespräch und Beratungsgespräch .................................................... 49
ernährung ......................................................................................................................................................... 50
enterale und parenterale ernährung ................................................................................................................ 51
Bmi .................................................................................................................................................................... 51
MNA .................................................................................................................................................................. 52
Medikamente ................................................................................................................................................... 53
Schmerzen ........................................................................................................................................................ 53
Chronische & akute Schmerzen ........................................................................................................................ 54
Rechte ............................................................................................................................................................... 54
Leistungen der GKV, SGB VI & SGB XI ............................................................................................................... 56
Die Voraussetzung für alle Leistungen ist eine Einstufung in eine der drei Pflegestufen oder in den seit 2017
geltenden Pflegegrad, die durch eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen
(MDK) erfolgt. ................................................................................................................................................... 58
Unterlassungsdelikte ........................................................................................................................................ 58
Die Rechte bei einer Betreuung ........................................................................................................................ 60
Garantenstellung .............................................................................................................................................. 61
Freiheitsentziehende Maßnahmen in der Pflege (FeM) ................................................................................... 62
Ethik .................................................................................................................................................................. 63
Zentrale Prinzipien der Ethik ............................................................................................................................ 64
Pflegestandarts ................................................................................................................................................. 65
EBN ................................................................................................................................................................... 66
ICN .................................................................................................................................................................... 67
Perioperative Pflege .............................................................................................................................................. 68
Päoperative Pflege ................................................................................................................................................ 69
Ambulante OP ....................................................................................................................................................... 70
Infusionstgerapie .................................................................................................................................................. 71
KOMPLIKATIONEN ................................................................................................................................................. 72
Drainage ................................................................................................................................................................ 73
Schmerztherapie ................................................................................................................................................... 73
Recht ..................................................................................................................................................................... 76
Strafgesetzbuch ..................................................................................................................................................... 77
Aufklärung und Einwilligung ................................................................................................................................. 79
Zivilrechtliche Haftung .......................................................................................................................................... 79
3
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ............................................................................................................................. 79
Patientenrechtgesetz BGB .................................................................................................................................... 80
Kinder im Akutkrankenhaus .................................................................................................................................. 81
ONKOLOGIE ........................................................................................................................................................... 84
Definition Onkologie ......................................................................................................................................... 84
Benigne Tumore ............................................................................................................................................... 84
Maligne Tumore ............................................................................................................................................... 84
Semimaligne Tumore ........................................................................................................................................ 84
Wie entsteht ein Tumor? .................................................................................................................................. 86
Gebräuchliche Abkürzung "CA"............................................................................................................................. 87
Leitsymptome (beinahe) aller onkologischer Erkrankungen ................................................................................ 87
B-Symptomatik ...................................................................................................................................................... 87
Allgemeine Symptome .......................................................................................................................................... 87
Krebsassoziierte Fatigue ....................................................................................................................................... 87
Pflegebasismaßnahmen bei allen onkologischen Patienten unabhängig von der Erkrankung ........................ 88
Mobilisation ...................................................................................................................................................... 88
Thromboseprophylaxe ...................................................................................................................................... 88
Katheter Systeme ............................................................................................................................................. 88
Definition ZVK & Port ........................................................................................................................................ 89
Köperpflege und Infektionsprophylaxe, ........................................................................................................... 89
Pneumonieprophylaxe ...................................................................................................................................... 89
-Ernährungsmanagement ................................................................................................................................. 90
Therapieassoziierte Übelkeit ............................................................................................................................ 90
Antizipatorische Übelkeit.................................................................................................................................. 90
-Schmerzmanagement ...................................................................................................................................... 90
-Unterstützung im Rahmen von existenziellen Krisen ...................................................................................... 91
Überwachung der Vitalparameter .................................................................................................................... 91
Therapieformen ................................................................................................................................................ 91
Die Chemotherapie ........................................................................................................................................... 91
Die Strahlentherapie ......................................................................................................................................... 91
Die Operation ................................................................................................................................................... 92
Die Transplantation .......................................................................................................................................... 92
Die Immuntherapie ........................................................................................................................................... 92
Spezielle Pflegephänomene je nach Therapie+ Maßnahmen .......................................................................... 92
Was tun bei chemoinduzierter Übelkeit und Erbrechen? ................................................................................ 92
Was tun bei chemoinduzierter Haarausfall ...................................................................................................... 93
Was tun bei chemoinduzierter Haut- und Schleimhautveränderungen? ......................................................... 93
4
Orale Mukositis und Ösophagitis .......................................................................................................................... 94
Was tun bei einem Paravasat durch Zytostatika? ............................................................................................ 96
Allgemeine Nebenwirkungen im Rahmen der Bestrahlung .............................................................................. 97
Pflegerische Basismaßnahmen im Rahmen der Strahlentehrapie ................................................................... 98
Pflegerelevante Maßnahmen nach der Operativen Entfernung eines Tumors ................................................ 98
Ontologie krankheitslehre .................................................................................................................................... 99
Körperaufbau .................................................................................................................................................... 99
Zellwachstum, Differenzierung und Entartung ................................................................................................. 99
Tumore ............................................................................................................................................................. 99
tumorarten ..................................................................................................................................................... 100
Unterscheidung in Gutartige (benigne) und Bösartige (maligne) Tumoren ................................................... 100
Symptome einer bösartigen Tumorerkrankung ............................................................................................. 101
Leitsymptome ................................................................................................................................................. 101
Metastasierung ............................................................................................................................................... 102
hämatogene metastasierung .......................................................................................................................... 102
Klassifikation von Tumoren nach der TNM-Klassifikation: ............................................................................. 102
Zellentartung, Krebsentstehung begünstigende Faktoren: ............................................................................ 103
Abwehrmechanismen des Körpers ................................................................................................................. 103
Diagnostik ....................................................................................................................................................... 103
Tumormarker: ................................................................................................................................................. 104
Tumortherapie: ............................................................................................................................................... 104
Kolorektales Karzinom .................................................................................................................................... 106
Kolorektales Karzinom Symptome .................................................................................................................. 106
Kolorektales Karzinom Prognose .................................................................................................................... 107
enterostoma ................................................................................................................................................... 107
Ileostoma ........................................................................................................................................................ 107
colostoma ....................................................................................................................................................... 108
versorgungs systeme im überblick (stoma) .................................................................................................... 108
Rehabilitative Pflege ....................................................................................................................................... 109
Der Begriff Rehabilitation: Herkunft und Bedeutung ..................................................................................... 109
Ziele der Rehabilitation:.................................................................................................................................. 110
Patientengruppen: .......................................................................................................................................... 110
Formen der Rehabilitation: ............................................................................................................................. 110
Rehabilitationsleistungen ............................................................................................................................... 111
Reha Assessments .......................................................................................................................................... 111
Barthel-index .................................................................................................................................................. 111
Beispiele aus der Praxis: Beratung durch Pflegende in der Rehabilitation ..................................................... 112
5
Den Stationsablauf organisieren..................................................................................................................... 112
Ablauforientierte Funktionspflege: ................................................................................................................ 112
Bereichspflege ................................................................................................................................................ 113
Bezugspflege /Primary Nursing: ..................................................................................................................... 113
Zusammenfassung Pflegeorganisationssysteme: ........................................................................................... 114
Klientenzentrierte Prozesse: ........................................................................................................................... 114
Dienstplangestaltung ...................................................................................................................................... 114
Schichtablauf .................................................................................................................................................. 115
Informationsflussgestaltung ........................................................................................................................... 115
Teamarbeit ..................................................................................................................................................... 115
Einbindung des Pflegepersonals in die ärztliche Visite ................................................................................... 115
Umfassende Versorgung Multimorbidität Menschen .................................................................................... 115
Die Nieren ....................................................................................................................................................... 118
Anatomie der Niere ........................................................................................................................................ 118
Aufgaben die Niere ......................................................................................................................................... 119
Harnbildung .................................................................................................................................................... 120
Erkrankungen der Nieren................................................................................................................................ 121
Akutes Versagen der Niere ............................................................................................................................. 121
Dialyse bei Erkrankung der nieren .................................................................................................................. 121
Konflikt und Umgang mit Konflikten .............................................................................................................. 122
Konflikt arten .................................................................................................................................................. 123
Möglichkeiten der Konfliktlösung: .................................................................................................................. 123
Schlaganfall ..................................................................................................................................................... 125
Symptome eines Schlaganfalls:....................................................................................................................... 126
Wie verhalte ich mich im Notfall richtig? ....................................................................................................... 128
Schlaganfall-Symptome bei Kindern: .............................................................................................................. 132
6
DAS HERZ
Das Herz ist ein muskuläres Hohlorgan, das als Pumpe das Blut durch den Körper transportiert. Es besteht aus
vier Kammern: den Vorhöfen und den Herzkammern. Die Vorhöfe sammeln das sauerstoffarme Blut aus dem
Körper und leiten es in die Herzkammern weiter.
Die Herzkammern pumpen das sauerstoffreiche Blut in den Körperkreislauf und das sauerstoffarme Blut in den
Lungenkreislauf. Dabei werden die Kammern durch Herzklappen getrennt, die dafür sorgen, dass das Blut nur
in eine Richtung fließt.
Das Herz wird durch elektrische Impulse gesteuert, die vom sogenannten Sinusknoten ausgehen, der sich im
rechten Vorhof befindet.
Das Herz hat ein eigenes elektrisches System, das die Herzschläge steuert. Der Sinusknoten im rechten Vorhof
gibt elektrische Impulse aus, die die Kontraktion der Vorhöfe auslösen und dann zu den Herzkammern
weitergeleitet werden, um deren Kontraktion auszulösen. Dies sorgt für einen effizienten Blutfluss im Körper.
Sauerstoffarmes Blut aus Körper durch obere und untere Hohlvene → rechter Vorhof →Trikuspidalklappe →
rechte Herzkammer→ Pulmonal Klappe → Lungenarterie → Lunge→ Sauerstoffreiches Blut aus Lunge → linker
Vorhof→ Mitralklappe → linke Herzkammer→ Aortenklappe → Aorta → Arterien → Körper→ Venen → zurück
zum Herzen
7
KHK -KORONARE HERZKRANKHEIT
KHK steht für Koronare Herzkrankheit und ist eine Erkrankung, bei der die Herzkranzgefäße verengt oder
blockiert sind. Die Herzkranzgefäße sind die Blutgefäße, die das Herz selbst mit Sauerstoff und Nährstoffen
versorgen. Wenn diese verengt oder blockiert sind, wird das Herz nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt,
was zu Symptomen wie Brustschmerzen (Angina pectoris) führen kann. Im schlimmsten Fall kann es zu einem
Herzinfarkt kommen, wenn ein Herzkranzgefäß vollständig blockiert ist. Die häufigsten Ursachen für KHK sind
Arteriosklerose (Verkalkung der Gefäßinnenwände) und eine ungesunde Lebensweise mit Risikofaktoren wie
Rauchen, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel und Bewegungsmangel. Die Behandlung von KHK kann je
nach Schweregrad der Erkrankung medikamentös oder operativ erfolgen. Eine gesunde Lebensweise kann dazu
beitragen, das Risiko für KHK zu reduzieren.
Wenn KHK nicht behandelt wird, kann sie zu schweren Komplikationen wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder
Schlaganfällen führen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann das Risiko von Komplikationen
reduzieren.
Ein Herzinfarkt tritt auf, wenn ein Herzkranzgefäß blockiert ist und das Herzgewebe keine ausreichende Blut-
und Sauerstoffversorgung mehr erhält. Dies kann zum Absterben eines Teils des Herzmuskels führen und
erfordert sofortige medizinische Hilfe. Die Behandlung umfasst eine sofortige Wiedereröffnung des blockierten
Herzkranzgefäßes, z.B. durch eine Ballondilatation (PTCA) oder eine Stent-Implantation. Auch eine
medikamentöse Therapie und Änderungen des Lebensstils können Teil der Behandlung sein.
HERZRHYTHMUSSTÖRUNGEN
Herzrhythmusstörungen sind Abweichungen vom normalen Herzschlag und können verschiedene Ursachen
haben. Symptome sind zum Beispiel Herzrasen oder Schwindel. Behandlungsmöglichkeiten sind medikamentös,
durch Elektroschock oder Operation.
Zwei mögliche Ursachen für Herzrhythmusstörungen können Herzerkrankungen, wie beispielsweise eine
Koronare Herzkrankheit, und Elektrolytstörungen im Körper, zum Beispiel ein Kaliummangel, sein.
PAVK steht für periphere arterielle Verschlusskrankheit und bezieht sich auf eine Erkrankung, bei der es zu
einer Verengung oder Blockade der Blutgefäße in den Armen und Beinen kommt. Dies führt zu einer
reduzierten Durchblutung der Extremitäten und kann zu Schmerzen beim Gehen oder in Ruhe sowie Wunden
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an den Beinen führen. Die Hauptursache der PAVK ist eine Arteriosklerose, bei der sich Fett und Kalk in den
Gefäßwänden ablagern und diese verengen.
Die Behandlung umfasst Veränderungen des Lebensstils wie Rauchstopp, körperliche Aktivität und eine
gesunde Ernährung sowie medikamentöse Therapien oder auch eine Operation, wenn die Verengungen zu
schwerwiegenden Symptomen führen.
ARTERIOSKLEROSE
Arteriosklerose ist eine Erkrankung, bei der sich Plaque in den Arterien ablagert und diese verengt oder
blockiert. Dies kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen und wird durch eine ungesunde Lebensweise
begünstigt.
TROMBOSE
Thrombose bezieht sich auf die Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß, das die Durchblutung blockiert
und zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann.
Die häufigsten Symptome sind Schmerzen, Schwellungen und Rötungen an der betroffenen Stelle,
typischerweise im Bein oder Arm. Eine unbehandelte Thrombose kann sich lösen und zu einer Lungenembolie
führen, was lebensbedrohlich sein kann.
Risikofaktoren für Thrombose sind beispielsweise längeres Sitzen oder Liegen, Übergewicht, Rauchen,
Hormontherapie und bestimmte Erkrankungen. Die Behandlung umfasst blutverdünnende Medikamente,
Kompressionsstrümpfe und gelegentlich eine Operation.
9
KOMPRESSIONSSTRÜMPFE
Kompressionsstrümpfe üben Druck auf die Beine aus, um den Blutfluss zu verbessern, Schwellungen zu
reduzieren und das Risiko von Venenproblemen zu verringern
Kompressionsstrümpfe wirken durch das Anlegen von gleichmäßigem Druck auf die Beine. Der Druck ist am
Knöchel am höchsten und nimmt Richtung Oberschenkel ab, wodurch das Blut effektiver zum Herzen
zurückfließen kann. Dies verbessert die Durchblutung und verringert das Risiko von Blutgerinnseln oder
Venenentzündungen. Der Druck der Strümpfe sollte individuell angepasst werden, um optimalen Komfort und
Effektivität zu gewährleisten.
BLUTDRUCK
Blutdruck ist der Druck des Blutes auf die Wände der Blutgefäße, wenn es durch den Körper fließt. Er wird
durch zwei Werte ausgedrückt:
Systolischen Blutdruck, der den Druck während der Kontraktion des Herzens misst, und den
Ein zu hoher Blutdruck, auch als Hypertonie bezeichnet, kann zu einer Belastung des Herzens und einer
erhöhten Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.
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Ein zu niedriger Blutdruck, auch als Hypotonie bezeichnet, kann zu Schwindel, Benommenheit und Ohnmacht
führen. Der Blutdruck kann durch eine gesunde Lebensweise, einschließlich einer ausgewogenen Ernährung,
regelmäßiger körperlicher Aktivität und Vermeidung von Rauchen und Alkohol, kontrolliert werden.
DIE WINDKESSELFUNKTION
Die Windkesselfunktion beschreibt die Fähigkeit der Arterien, sich auszudehnen und zusammenzuziehen, um
den Blutdruck auszugleichen. Wenn das Herz Blut in die Arterien pumpt, dehnen sich die Arterien aus und
speichern einen Teil des Blutes, bevor sie sich wieder zusammenziehen und das Blut weiter durch den Körper
transportieren.
PULS
Der Puls bezieht sich auf die rhythmischen Beben der Arterien, verursacht durch die Kontraktion des Herzens
bei jedem Herzschlag. Der Puls kann an verschiedenen Stellen des Körpers gefühlt werden, wie z.B. am
Handgelenk, am Hals oder an den Fußgelenken. Der normale Ruhepuls bei Erwachsenen liegt typischerweise
zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute, kann aber je nach Alter, Fitnesslevel und Gesundheitszustand
variieren. Der Puls wird oft als Indikator für die Herzfrequenz und den allgemeinen Gesundheitszustand
verwendet. Ein unregelmäßiger oder zu schneller oder zu langsamer Puls kann auf Herzerkrankungen oder
andere medizinische Probleme hinweisen und sollte ärztlich abgeklärt werden
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HERZINSUFFIZIENZ
Herzinsuffizienz bedeutet, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut durch den Körper zu
pumpen. Dies kann aufgrund von Herzkrankheiten oder anderen Faktoren wie hohem Blutdruck oder Diabetes
auftreten. Symptome der Herzinsuffizienz können Atemnot, Müdigkeit, Schwindel und Wassereinlagerungen
im Körper sein. Die Behandlung kann Medikamente, Lebensstiländerungen oder in schweren Fällen eine
Herztransplantation umfassen. Es gibt drei Arten von Herzinsuffizienz:
Linksherzinsuffizienz
Das Blut staut sich aus dem linken Herzen zurück in die Lunge. Deshalb äußert sich eine
Bei Überschreiten eines kritischen Druckwertes in den Lungenvenen: Lungenödem: Extreme Luftnot, abhusten
von schaumigem Sekret, Rasselnde Atemgeräusche, oft auch ohne Stethoskop hörbar.
Rechtsherzinsuffizienz:
Die rechte Seite des Herzens ist mehr geschä[Link] Blut staut sich in den Hohlvenen und im übrigen venösen
System.
Es entstehen Ödeme, v.a. an den unteren Extremitäten. (Der Druck steigt in den Venen->Flüssigkeit tritt ins
Gewebe aus).
Die Ödeme entstehen im Tagesverlauf und bilden sich über Nacht wieder zurück
Bei bettlägerigen Patienten bilden sich die Ödeme am tiefsten Punkt des Körpers (Rücken, Gesäß,Flanken
“Anassrka“)
Symptome:
Beinödeme
Halsvenenstauung
Stauungsleber
Stauungsgastritis
Abdominelle Beschwerden
Appetitlosigkeit
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Globale Herzinsuffizienz: Dies ist eine Kombination aus Linksherzinsuffizienz und Rechtsherzinsuffizienz, bei der
beide Seiten des Herzens betroffen sind. Die Symptome können je nachdem, welche Seite des Herzens mehr
betroffen ist, variieren.
Kompensierte Herzinsuffizienz bedeutet, dass das Herz noch genug Blut durch den Körper pumpen kann, um
die Bedürfnisse des Körpers zu erfüllen.
Unkompensierte Herzinsuffizienz tritt auf, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, genug Blut durch den
Körper zu pumpen, um die Bedürfnisse des Körpers zu erfüllen und kann lebensbedrohlich sein.
Die Kompensation bei einer kompensierten Herzinsuffizienz kann durch verschiedene Mechanismen erfolgen,
wie z.B. durch Erhöhung der Herzfrequenz, Erweiterung der Blutgefäße oder Erhöhung der Kontraktionskraft
des Herzens
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LUNGE
Die Lunge ist ein Organ, das für den Gasaustausch verantwortlich ist. Die Lunge besteht aus zwei Hauptteilen,
den linken und rechten Lungenflügeln, die jeweils aus mehreren Lungenlappen bestehen. Jeder Lungenflügel
wird von einer Hauptbronchie versorgt, die sich in kleinere Bronchien aufteilt und schließlich in winzige
Luftbläschen, die sogenannten Alveolen, übergeht. In den Alveolen findet der Gasaustausch statt, bei dem
Sauerstoff in das Blut aufgenommen und Kohlenstoffdioxid aus dem Blut abgegeben wird.
ASTHMA
Asthma ist eine chronische Atemwegserkrankung, die durch Entzündungen und Verengungen der Atemwege
verursacht wird. Die Entzündungen führen zu einer Überempfindlichkeit der Atemwege gegenüber
verschiedenen Auslösern wie Allergenen, Infektionen oder körperlicher Anstrengung.
Wenn die Atemwege gereizt werden, verengen sie sich, was zu Atemnot, Husten und Engegefühl in der Brust
führen kann.
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Asthma kann durch Medikamente wie inhalative Kortikosteroide und Bronchodilatatoren behandelt werden,
die Entzündungen reduzieren und die Atemwege öffnen.
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine fortschreitende Erkrankung der Lungen, die durch
eine dauerhafte Verengung der Atemwege verursacht wird. Die Verengung wird durch eine Entzündung der
Atemwege und eine Schädigung des Lungengewebes durch langjähriges Rauchen oder andere Umweltfaktoren
wie Luftverschmutzung hervorgerufen. Die Symptome von COPD umfassen Atemnot, Husten und Auswurf,
insbesondere bei körperlicher Anstrengung.
Es gibt keine Heilung für COPD, aber die Behandlung kann helfen, die Symptome zu lindern und das
Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Die Behandlung umfasst Medikamente, wie Bronchodilatatoren
und Steroide, sowie Änderungen des Lebensstils, wie Rauchstopp und körperliche Aktivität. In schweren Fällen
kann auch eine Sauerstofftherapie erforderlich sein.
Pneumonie
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Pneumonie, auch als Lungenentzündung bezeichnet, ist eine Infektion oder Entzündung der Lungenbläschen
oder des Lungengewebes. Es kann durch Viren, Bakterien oder Pilze verursacht werden und führt zu
Symptomen wie Husten, Fieber, Schüttelfrost und Atembeschwerden. Pneumonie kann bei Menschen jeden
Alters auftreten, kann aber insbesondere für ältere Erwachsene, Säuglinge und Menschen mit geschwächtem
Immunsystem schwerwiegende Folgen haben. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um
Komplikationen zu vermeiden. Die Behandlung kann Antibiotika, antivirale Medikamente oder
Pilzmedikamente umfassen, abhängig von der Ursache der Infektion.
LISA PRINZIP
ATMUNG
Atmung ist der Prozess des Ein- und Ausatmens von Luft. Dabei nimmt der Körper Sauerstoff auf, der für die
Energieproduktion in den Zellen benötigt wird, und gibt Kohlendioxid ab, das als Abfallprodukt des
Stoffwechsels entsteht.
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Tachypnoe bedeutet schnelles Atmen, bei dem eine Person mehr als 20 Atemzüge pro Minute hat.
Bradypnoe bezieht sich auf eine verlangsamte Atemfrequenz, bei der eine Person langsamer atmet als normal.
Ein Beispiel wäre, wenn eine Person bei Ruhe oder geringer Aktivität weniger als 12 Atemzüge pro Minute hat.
Apnoe bezieht sich auf eine vorübergehende Abwesenheit oder Aussetzung der Atmung. Während der Apnoe-
Phase findet keine Bewegung der Brustmuskulatur oder Atembewegung statt.
LUNGENEMBOLIE
Eine Lungenembolie tritt auf, wenn ein Blutgerinnsel, das normalerweise in den Beinen oder im Beckenbereich
gebildet wird, in die Lungenarterie gelangt und diese blockiert. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung der
Lunge beeinträchtigt und es können Symptome wie plötzliche Atemnot, Brustschmerzen und Husten auftreten.
Eine Lungenembolie kann lebensbedrohlich sein und erfordert eine sofortige medizinische Behandlung, die
darauf abzielt, das Blutgerinnsel aufzulösen und die Durchblutung der Lunge wiederherzustellen.
Risikofaktoren für eine Lungenembolie sind unter anderem eine längere Bettlägerigkeit, eine kürzlich
durchgemachte Operation, eine Schwangerschaft und eine Veranlagung für Blutgerinnsel Bildung.
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NIEREN
Die Nieren sind paarige Organe, die sich auf beiden Seiten der Wirbelsäule im unteren Rückenbereich befinden.
Sie erfüllen wichtige Funktionen im Körper, indem sie Abfallprodukte und überschüssige Flüssigkeit aus dem
Blut filtern und als Urin ausscheiden. Die Nieren regulieren auch den Wasser- und Elektrolythaushalt im Körper
sowie den pH-Wert des Blutes.
Dieser Prozess wird durch Millionen kleiner Filtereinheiten in den Nieren, den sogenannten Nephronen,
erreicht. Das Blut wird in die Nieren transportiert und durchläuft dabei diese Nephronen. Hierbei wird ein Teil
des Blutplasmas in Form von Filtrat aus den kleinen Blutgefäßen in den Nephronen gefiltert.
Darüber hinaus produzieren sie Hormone, die zur Regulierung des Blutdrucks und zur Bildung roter
Blutkörperchen beitragen. Eine Erkrankung der Nieren kann zu einer Beeinträchtigung ihrer Funktionen führen
und langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit haben, wie z.B. eine Verschlechterung der Nierenfunktion,
Flüssigkeitsansammlung im Körper und Bluthochdruck.
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NIERENINSUFFIZIENZ
Niereninsuffizienz ist ein Zustand, bei dem die Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten können, um den Körper
von Abfallprodukten und überschüssiger Flüssigkeit zu befreien.
Akute Niereninsuffizienz tritt plötzlich auf und ist oft reversibel, während chronische Niereninsuffizienz sich
allmählich entwickelt und in der Regel irreversibel ist.
Zu den Symptomen einer Niereninsuffizienz gehören Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen,
Muskelschwäche und Krämpfe sowie Schwellungen in den Beinen und Füßen. Die Behandlung hängt von der
Ursache der Niereninsuffizienz ab und kann eine Veränderung der Ernährung, Medikamente oder sogar eine
Dialyse oder Nierentransplantation umfassen.
ÖDEME
Ödeme sind Schwellungen, die durch eine Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe verursacht werden. Sie
können an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten, aber sind häufig in den Beinen, Füßen und Knöcheln zu
sehen. Ödeme können durch verschiedene Ursachen wie Herz- oder Nierenerkrankungen, Verletzungen oder
Schwangerschaft verursacht werden. Symptome können Schmerzen, Engegefühl, Steifheit und eingeschränkte
Beweglichkeit umfassen. Die Behandlung hängt von der Ursache des Ödems ab und kann von einer
Veränderung der Ernährung bis hin zur Einnahme von Medikamenten (Diuretika, Antikoagulanzien) oder sogar
einer Operation reichen.
Es gibt verschiedene Arten von Ödemen, je nachdem, wo im Körper sie auftreten und was ihre Ursache ist. Hier
sind einige Beispiele:
1. Periphere Ödeme: Schwellungen, die in den Beinen, Füßen oder Knöcheln auftreten und durch
Veränderungen im Blutkreislauf oder in den Venen verursacht werden können.
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2. Lungenödem: eine Schwellung in den Lungen, die durch eine Überlastung des Herzens, eine
Lungenerkrankung oder eine Verletzung verursacht werden kann und zu Atemnot führen kann.
3. Hirnödem: eine Schwellung im Gehirn, die durch Verletzungen, Infektionen oder andere Ursachen
verursacht werden kann und zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Bewusstseinsstörungen führen kann.
4. Angioödem: eine Schwellung in den Schleimhäuten, wie in Gesicht, Lippen oder Hals, die durch
allergische Reaktionen oder Medikamente ausgelöst werden kann.
5. Ödem bei Nierenversagen: eine Schwellung, die durch eine Nierenerkrankung oder -funktionsstörung
verursacht wird und in verschiedenen Teilen des Körpers auftreten kann.
6. Ödem bei Herzinsuffizienz: eine Schwellung, die durch eine Herzinsuffizienz verursacht wird und oft in
den Beinen, Füßen oder Knöcheln auftritt.
LYMPHÖDEME
Lymphödeme sind Schwellungen, die durch eine Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe verursacht
werden. Das Lymphsystem ist ein wichtiger Teil des Immunsystems, das überschüssige Flüssigkeit und
Abfallprodukte aus dem Körper transportiert. Wenn das Lymphsystem jedoch gestört ist oder nicht richtig
funktioniert, kann es zu einer Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe kommen, was zu Schwellungen
führt.
DIABETES
Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die den Stoffwechsel des Körpers betrifft. Der Stoffwechsel ist der
Prozess, bei dem unser Körper Nahrung in Energie umwandelt. Bei Diabetes wird der Stoffwechsel von
Kohlenhydraten gestört, insbesondere von Glukose, einem Zucker, der aus Kohlenhydraten stammt und als
Hauptenergiequelle für den Körper dient.
Typ 1 Diabetes tritt meist in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter auf und entsteht, wenn das
körpereigene Immunsystem die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Dadurch
kann der Körper nicht mehr ausreichend Insulin produzieren, was zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt.
Typ 2 Diabetes tritt normalerweise im mittleren oder späteren Erwachsenenalter auf und ist häufig mit
Übergewicht und Bewegungsmangel verbunden. Bei Typ 2 Diabetes produziert der Körper zunächst noch
Insulin, aber die Zellen sprechen darauf nicht mehr ausreichend an, so dass der Blutzuckerspiegel ebenfalls
ansteigt.
Es gibt noch einige weitere Arten von Diabetes, die jedoch seltener sind:
• Schwangerschaftsdiabetes: Diese Art von Diabetes tritt während der Schwangerschaft auf und
verschwindet in der Regel nach der Entbindung.
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• LADA (Latent Autoimmune Diabetes in Adults): Diese Form von Diabetes ist eine Mischung aus Typ 1
und Typ 2 Diabetes und tritt normalerweise im Erwachsenenalter auf.
• Mody (Maturity-Onset Diabetes of the Young): Diese seltene Form von Diabetes tritt in der Regel vor
dem 25. Lebensjahr auf und ist auf genetische Mutationen zurückzuführen.
• Sekundärer Diabetes: Diabetes, der durch andere Erkrankungen oder Medikamente verursacht wird,
wird als sekundärer Diabetes bezeichnet.
Therapie
Typ 1 Diabetes: Insulintherapie ist die Standardbehandlung bei Typ 1 Diabetes. Insulin wird entweder über
Spritzen oder über Insulinpumpen verabreicht, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren.
Typ 2 Diabetes: Bei Typ 2 Diabetes kann eine Kombination aus gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung
und Medikamenten wie oralen Antidiabetika oder Insulin erforderlich sein.
INSULIN
Insulin ist ein Hormon, das von den Betazellen in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Seine Hauptaufgabe
besteht darin, den Blutzuckerspiegel zu senken, indem es dem Körper signalisiert, dass Glukose (Zucker) aus
dem Blut in die Zellen transportiert werden soll, um als Energiequelle genutzt zu werden.
Es gibt verschiedene Arten von Insulin, die sich hauptsächlich in ihrer Wirkdauer und Wirkgeschwindigkeit
unterscheiden:
Kurzwirksames Insulin: Wird unmittelbar vor einer Mahlzeit injiziert, um den Anstieg des Blutzuckerspiegels
nach dem Essen zu kontrollieren. Es beginnt innerhalb von 15 Minuten zu wirken und erreicht nach etwa 1-2
Stunden seine maximale Wirkung.
Langwirksames Insulin: Wird einmal täglich injiziert und sorgt für eine konstante Insulinversorgung über einen
längeren Zeitraum. Es beginnt langsamer zu wirken, erreicht jedoch nach einigen Stunden seine maximale
Wirkung und hält bis zu 24 Stunden an.
Mischinsulin: Besteht aus einer Kombination von kurz- und langwirksamen Insulinen und wird in der Regel vor
einer Mahlzeit injiziert. Es ermöglicht eine schnelle Senkung des Blutzuckerspiegels nach dem Essen und sorgt
für eine langfristige Stabilisierung über den Tag hinweg.
Die Zahlenkombination hinter Mischinsulin zeigt immer das Mischverhältnis in % an von Normal und
Verfögerungsinsulin!! z.B. 30/70 heißt 30%Normal- und 70% Verzögerungsinsulin
Es gibt verschiedene Arten von Insulintherapien, die je nach Bedarf und Typ des Diabetes eingesetzt werden
können. Hier sind einige der gängigsten Arten:
• Konventionelle Insulintherapie: Hierbei werden nur zwei Injektionen von Humaninsulin pro Tag
verabreicht, um den Blutzucker zu regulieren. Die Dosis wird anhand von Mahlzeiten und
Blutzuckerwerten berechnet. Diese Therapie ist einfach, aber nicht sehr präzise.
• Intensivierte Insulintherapie: Hierbei wird eine Kombination aus kurz wirksamen Insulinanaloga und
lang wirksamen Insulinanaloga verwendet, um den Blutzucker zu regulieren. Kurz wirksames Insulin
wird vor den Mahlzeiten verabreicht und lang wirksames Insulin wird einmal täglich injiziert. Die Dosis
wird individuell angepasst, um eine bessere Kontrolle des Blutzuckers zu erreichen.
• Kontinuierliche subkutane Insulininfusion: Hierbei wird eine Insulinpumpe verwendet, um eine
kontinuierliche Infusion von schnell wirkendem Insulin durch einen Katheter unter der Haut zu
gewährleisten. Die Dosis wird anhand von Mahlzeiten und Blutzuckerwerten individuell angepasst, um
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einen stabilen Blutzuckerspiegel zu erreichen. Die Insulinpumpe bietet eine höhere Flexibilität und
präzisere Kontrolle, erfordert aber eine sorgfältige Überwachung und Wartung des Geräts.
Es gibt zwei Arten von Insulin, die zur Behandlung von Diabetes verwendet werden:
Humaninsulin: Humaninsulin wird aus menschlichem Insulin hergestellt und ist dem körpereigenen Insulin sehr
ähnlich. Es gibt zwei Arten von Humaninsulin: kurz wirksames Insulin, das vor oder nach den Mahlzeiten
verwendet wird, und lang wirksames Insulin, das einmal täglich injiziert wird.
Insulinanaloga: Insulinanaloga sind künstlich hergestellte Insuline, die dem körpereigenen Insulin ähneln, aber
durch kleine chemische Veränderungen im Insulinmolekül eine längere oder schnellere Wirkung aufweisen. Es
gibt verschiedene Arten von Insulinanaloga, die für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, wie zum Beispiel
schnell wirkende Insulinanaloga für die Mahlzeitenregulierung oder lang wirkende Insulinanaloga für eine
kontinuierliche Insulinversorgung.
Glukagon ist ein Hormon, das von den Alpha-Zellen in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Es wirkt als
Gegenspieler des Insulins und erhöht den Blutzuckerspiegel, indem es die Freisetzung von Glukose aus der
Leber stimuliert.
Glykogen ist eine Form von Kohlenhydraten, die in Leber und Muskeln als Energiereserve gespeichert wird. Bei
Bedarf kann Glykogen in Glukose umgewandelt werden, um Energie bereitzustellen. Die Umwandlung von
Glykogen in Glukose wird durch Hormone wie Glukagon und Adrenalin stimuliert.
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ORALE ANTIDIABETIKA
Orale Antidiabetika sind Medikamente, die zur Behandlung von Diabetes eingesetzt werden. Im Gegensatz zur
Insulintherapie werden sie in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen und wirken durch verschiedene
Mechanismen im Körper. Es gibt zwei Hauptkategorien von OADs: nichtinsulinotrope OADs und insulinotrope
OADs.
Nichtinsulinotrope OADs wirken auf verschiedene Arten, um den Blutzucker zu senken. Einige reduzieren die
Glukoseproduktion in der Leber, andere verbessern die Insulinwirkung im Körper und wieder andere verzögern
die Aufnahme von Glukose aus dem Darm.
Insulinotrope OADs hingegen fördern direkt die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse. Sie helfen
dem Körper, mehr Insulin zu produzieren, um den Blutzucker zu senken.
Sulfonylharnstoffe wie Glibenclamid fördern die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse und senken
dadurch den Blutzuckerspiegel. Sie werden in der Regel kurz vor einer Mahlzeit eingenommen.
Biguanide wie Metformin verbessern die Insulinwirkung im Körper, reduzieren die Glukoseproduktion in der
Leber und verzögern die Aufnahme von Glukose aus dem Darm. Sie werden normalerweise zu den Mahlzeiten
oder direkt danach eingenommen.
Glinide fördern ebenfalls die Insulinausschüttung, aber im Gegensatz zu Sulfonylharnstoffen wirken sie
schneller und kürzer. Sie werden normalerweise kurz vor den Mahlzeiten eingenommen.
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Alpha-Glucosidasehemmer wie Acarbose verzögern die Aufnahme von Kohlenhydraten aus dem Darm, indem
sie bestimmte Enzyme blockieren. Sie werden normalerweise zu Beginn einer Mahlzeit eingenommen.
Glitazone verbessern die Insulinempfindlichkeit im Körper und reduzieren die Glukoseproduktion in der Leber.
Sie werden normalerweise einmal täglich eingenommen, unabhängig von Mahlzeiten.
Gliptine erhöhen die Wirkung eines natürlichen Hormons namens GLP-1, das die Insulinproduktion und die
Blutzuckerkontrolle verbessert. Sie werden normalerweise einmal täglich vor oder nach einer Mahlzeit
eingenommen.
Einnahmezeitpunkt bei OAD besonders ist wichtig, da die Wirkung zu oder nach der Mahlzeit einsetzen soll, je
nach Wirkmechanismus, ob Insulin freigesetzt werden soll oder nicht
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Kurze Zusammenfassung zu OAD
Die oralen Antidiabetika lassen sich in zwei Gruppen einteilen: die insulinotropen und die nicht-insulinotropen
OADs.
Zu den insulinotropen OADs gehören Glinide, Sulfonylharnstoffe und Gliptine. Sie steigern entweder die
Insulinfreisetzung oder erhöhen die Wirkung des Insulins im Körper. Sulfonylharnstoffe und Glinide werden vor
der Mahlzeit eingenommen, während Gliptine unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden können.
Zu den nicht-insulinotropen OADs gehören Metformin, Acarbose und Glitazone. Metformin hemmt die Glucose
Neubildung in der Leber und verbessert die Insulinwirkung im Körper. Es wird nach der Mahlzeit eingenommen.
Acarbose hemmt das Enzym alpha-Glucosidase und verlangsamt so die Kohlenhydratspaltung. Es wird vor dem
Essen eingenommen. Glitazone erhöhen die Insulinsensitivität und werden meist einmal täglich eingenommen.
Metformin ist das Mittel der ersten Wahl unter den OAD.
Es besteht die Gefahr einer Hypoglykämie, wenn der Patient nicht nach der Einnahme von Sulfonylharnstoffen
isst. Deshalb sollte der Patient immer Traubenzucker bei sich haben, um diese kritische Situation zu beheben.
Sulfonylharnstoffe eignen sich nicht für adipöse Diabetiker, da sie oft schon zu viel Insulin produzieren.
Es gibt auch Arzneimittel, die mit OAD in Wechselwirkung treten können, wie zum Beispiel Diuretika, Beta-
Blocker, Cortison und Schilddrüsenhormone. Es ist wichtig, dass der Arzt oder Apotheker über alle
eingenommenen Medikamente informiert wird, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.
Diabetes kann zu einer Reihe von Folgeerkrankungen führen, die insbesondere bei unzureichender Kontrolle
des Blutzuckerspiegels häufiger auftreten. Zu den häufigsten Folgeerkrankungen gehören:
Neuropathie: Schädigung der Nerven, die zu Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schmerzen in den Füßen und
Händen führen kann.
Retinopathie: Schädigung der Netzhaut des Auges, die das Sehvermögen beeinträchtigen kann.
Nephropathie: Schädigung der Nieren, die zur Beeinträchtigung ihrer Funktion führen kann, bis hin zum
Nierenversagen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Diabetes kann das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, arterielle
Verschlusskrankheit und Bluthochdruck erhöhen.
Fußkomplikationen: Diabetes kann zu schlechter Durchblutung und schlechter Wundheilung führen, was zu
Fußgeschwüren und möglicherweise Amputationen führen kann.
Infektionen: Diabetes kann das Immunsystem beeinträchtigen, was das Risiko für Infektionen erhöht,
insbesondere Haut- und Harnwegsinfektionen.
INJEKTIONEN
Vorteile
• Schneller Wirkungseintritt
• Kein Wirkstoffverlust
• Exakte Dosierung möglich
• Wirkungseintritt und Wirkungsdauer können gesteuert werden
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• Unabhängig vom Gesundheitszustand des Patienten (z.B. bei Bewusstlosigkeit, Patienten mit
Schluckproblemen)
• Einverständnis
• Arztanordnung
• Durchführung Pflegefachkraft
• Medikament kennen und Injektionstechnik beherrschen
• Es dürfen keine Gründe vorliegen, die die Injektion infrage stellen oder verbieten z.B.
Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder Unverträglichkeiten des Medikamentes
Anordnungsverantwortung
• Arzt ist verantwortlich für die Anordnung einer Injektion, deren Wirkungen und Nebenwirkungen
• Durchführung der Injektion kann an Pflegekräfte delegiert werden
• Arzt muss sich persönlich überzeugen, dass die Pflegekraft die nötige Qualifikation besitzt
• Durchführungsverantwortung
DURCHFÜHRUNGSVERANTWORTUNG
KOMPLIKATIONEN
Unverträglichkeitsreaktionen
Allergische Reaktionen (bei parenteraler Verabreichung ausgeprägt)
• Schmerzen
• Hämatome
• Nervenverletzungen
• Gefäß- und Gewebeschäden (Parasavate)
• Entzündungen und Infektionen (Spritzenabszess)
HÄMATOM (BLUTERGUSS)
Eine Ansammlung von Blut im Gewebe, die durch eine Verletzung von Blutgefäßen verursacht wird.
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ABSZESS
Eine Ansammlung von Eiter im Gewebe, die durch eine Infektion verursacht wird.
Symptome
Schwellung
Schmerzen
Rötung
Überwärmung
Entstehung
Einbringen von Bakterien infolge mangelnder Hygiene bei der Injektion
durch immunologische Gewebereaktionen auf injizierte Stoffe
PARAVASATE
sind unerwünschte Einsickerungen von Flüssigkeit in umliegendes Gewebe, die auftreten können, wenn eine
intravenöse Infusion oder Injektion versehentlich außerhalb der Blutgefäße landet.
Symptome: Schmerzen, Schwellung, Rötung, Verhärtung, Flüssigkeitsansammlung, Eingeschränkte
Beweglichkeit, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Blasenbildung, Infektion,Gewebenekrose
QUADDELBILDUNG
Ursachen
infolge eines Antigen-Kontakts (z. B. Insektenstich), Injektion eines Lokalanästhetikums in die Haut.
Entstehung
entstehen durch die Freisetzung von Histamin und/oder Serotonin
die freigesetzten Gewebshormone steigern die Kapillarpermeabilität und
verursachen so ein Ödem in der Lederhaut (Corium)
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INJEKTION ARTEN UND INJEKTIONSSCHEMA
MAGENDARMTRAKT
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VERDAUUNGSWEG DER NAHRUNG
Gastritis: Entzündung der Magenschleimhaut, die zu Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen kann.
Magengeschwür: schmerzhafte Läsionen in der Magenschleimhaut, die oft durch eine Infektion mit dem
Bakterium Helicobacter pylori oder durch langfristigen Schmerzmittelkonsum verursacht werden.
Reizdarmsyndrom: eine Funktionsstörung des Darms, die zu Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall und
Blähungen führen kann.
Colitis ulcerosa: eine weitere chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die zu Durchfall, Bauchschmerzen und
Gewichtsverlust führen kann.
Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): eine Erkrankung, bei der Magensäure in die Speiseröhre
zurückfließt und Sodbrennen, sauren Geschmack im Mund und Schluckbeschwerden verursachen kann.
Magenkrebs: eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung, bei der sich Krebszellen im Magen bilden können.
INKONTINENZ
Inkontinenz bedeutet, dass man die Kontrolle über die Blasen- oder Darmfunktion verliert und unwillkürlich
Urin oder Stuhl abgibt. Es gibt verschiedene Formen von Inkontinenz:
• Belastungsinkontinenz: Urinabgang bei körperlicher Belastung wie Husten, Niesen oder Lachen.
• Dranginkontinenz: plötzlicher und starker Harndrang, der nicht unterdrückt werden kann.
• Überlaufinkontinenz: Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren, was zu Überlauf und
unkontrolliertem Urinabgang führen kann.
• Funktionelle Inkontinenz: Unfähigkeit, auf die Toilette zu gehen, aufgrund körperlicher oder kognitiver
Beeinträchtigung.
• Mischinkontinenz bezieht sich auf eine Kombination aus Stressinkontinenz und Dranginkontinenz. Bei
Stressinkontinenz kommt es zu unkontrolliertem Harnverlust bei körperlicher Belastung, wie z.B. beim
Husten, Niesen oder Heben schwerer Gegenstände. Bei Dranginkontinenz besteht ein plötzlicher,
intensiver Harndrang, der schwer zu kontrollieren ist, und es kann zu unfreiwilligem Urinabgang
kommen.
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• Reflexinkontinenz tritt auf, wenn die normale Kontrolle der Blasenentleerung gestört ist. Dies kann
durch eine Schädigung des Nervensystems, wie z.B. bei Rückenmarksverletzungen oder
neurologischen Erkrankungen, verursacht werden. Bei Reflexinkontinenz entleert sich die Blase
reflexartig, ohne dass die betroffene Person den Harndrang spürt oder kontrollieren kann.
Kontinenz Profile
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INTERTRIGO
Intertrigo ist eine entzündliche Hauterkrankung, die in Hautfalten auftritt, wie z.B. in der Leistengegend, unter
den Brüsten oder zwischen den Zehen. Die Erkrankung tritt auf, wenn Feuchtigkeit in den Hautfalten
eingeschlossen wird und Reibung und Irritation verursacht.
Typische Symptome von Intertrigo sind Rötung, Schmerzen, Juckreiz und Ausschlag in den betroffenen
Hautfalten.
Die Prophylaxe von Intertrigo besteht darin, die betroffenen Bereiche sauber und trocken zu halten, indem
man regelmäßig duscht oder badet, die betroffenen Bereiche trocken tupft, atmungsaktive Kleidung trägt und
hautschützende Cremes oder Puder aufträgt. Wenn Symptome auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen, um
eine geeignete Behandlung zu erhalten, um Komplikationen zu vermeiden.
DEKUBITUS
Dekubitus ist eine Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes, die durch Druck entsteht, wenn
ein Körperbereich über einen längeren Zeitraum ununterbrochen auf einer harten Oberfläche ruht. Der Druck
verhindert die Durchblutung und führt zu Gewebenekrose (Absterben von Gewebe), was zu offenen Wunden
und Infektionen führen kann.
Es gibt vier Stadien von Dekubitus, die je nach Schweregrad der Haut- und Gewebeschädigung unterschieden
werden:
Stadium 1: Die Haut ist gerötet und es kommt zu Schmerzen, aber es gibt noch keine offenen Wunden oder
Geschwüre.
Stadium 2: Die Haut ist oberflächlich geschädigt und es bilden sich Blasen oder offene Wunden.
Stadium 3: Die Schädigung des Gewebes reicht bis in die Unterhautschicht und es bildet sich eine
Kraterbildung.
Stadium 4: Die Schädigung des Gewebes betrifft Muskeln, Sehnen oder Knochen und es bildet sich eine tiefe
Kraterbildung.
Die Prophylaxe von Dekubitus ist entscheidend, um das Risiko einer Schädigung der Haut und des Gewebes zu
minimieren. Hier sind einige wichtige Prophylaxen:
• Regelmäßige Positionierung: Personen, die sich nicht selbstständig bewegen können, sollten
regelmäßig umpositioniert werden, um Druckstellen zu vermeiden.
• Druckentlastung: Unterstützung durch spezielle Kissen, Matratzen oder Betten, die den Druck auf
gefährdete Bereiche des Körpers reduzieren.
• Hautpflege: Regelmäßiges Reinigen und Pflegen der Haut, um sie sauber und geschmeidig zu halten.
• Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind wichtig, um das
Gewebe gesund zu halten.
• Schulung und Training: Patienten, Angehörige und Pflegepersonal sollten über die Bedeutung der
Prophylaxe von Dekubitus und die richtige Pflege und Positionierung informiert werden.
• Früherkennung: Aufmerksamkeit auf Anzeichen von Rötungen oder Veränderungen der Haut, um
frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.
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KONTRAKTUREN
Kontrakturen sind verkürzter Sehnen, Muskeln und Bändern, die bei fehlender oder unzureichender Bewegung
auftreten kann. Sie führen zu einer Einschränkung der Beweglichkeit eines Gelenks oder einer Extremität und
können zu Schmerzen und Funktionsverlust führen.
1. Die erste Phase ist die reversible Phase, in der sich der Muskel durch Stretching und Bewegung wieder
lösen lässt.
2. In der zweiten Phase, der irreversiblen Phase, beginnt der Muskel, sich dauerhaft zu verkürzen und die
Beweglichkeit des Gelenks oder der Extremität wird eingeschränkt.
3. In der dritten Phase, der Deformitätsphase, kann es zu einer dauerhaften Verformung des Gelenks
oder der Extremität kommen.
Prophylaxen sind Maßnahmen zur Vorbeugung von Kontrakturen. Sie umfassen regelmäßige Bewegung,
passive Bewegungen durch eine andere Person, und die Verwendung von Hilfsmitteln, um die
Beweglichkeit zu erhalten. Eine frühzeitige und angemessene Prophylaxe kann das Auftreten von
Kontrakturen verhindern oder deren Entwicklung verlangsamen und so die Funktionsfähigkeit des Gelenks
oder der Extremität erhalten.
HAUT
Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und erfüllt wichtige Funktionen wie Schutz,
Sinneswahrnehmung, Wärmeregulation und Immunabwehr. Sie besteht aus drei Schichten:
Epidermis: Die Epidermis ist die äußerste Schicht der Haut und besteht aus mehreren Schichten von
Flachzellen. Sie bildet eine Barriere gegenüber Umwelteinflüssen und schützt den Körper vor Verletzungen und
Infektionen.
Dermis: Die Dermis ist die mittlere Schicht der Haut und besteht aus Bindegewebe, Nerven, Blutgefäßen und
Haarfollikeln. Sie enthält auch Kollagen und Elastin, die der Haut Festigkeit und Elastizität verleihen.
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Subkutis: Die Subkutis ist die unterste Schicht der Haut und besteht aus Fettgewebe und Bindegewebe. Sie
speichert Energie, reguliert die Körpertemperatur und dient als Polsterung und Stoßdämpfer.
• Talgdrüsen: Talgdrüsen produzieren Talg, ein öliges Sekret, das die Haut geschmeidig hält und vor
Austrocknung schützt. Talg hat auch antibakterielle Eigenschaften und hilft, die Haut vor Infektionen
zu schützen.
• Schweißdrüsen: Schweißdrüsen produzieren Schweiß, der die Körpertemperatur reguliert und
Schadstoffe aus dem Körper ausschwemmt. Schweiß enthält auch Salze und andere Chemikalien, die
dazu beitragen, die Haut gesund zu halten.
• Blutgefäße: Blutgefäße versorgen die Haut mit Sauerstoff und Nährstoffen und tragen zur Abwehr von
Infektionen bei. Sie regulieren auch die Körpertemperatur, indem sie das Blut bei Bedarf durch die
Haut leiten.
• Fettzellen: Fettzellen speichern Energie und helfen, die Körpertemperatur zu regulieren. Sie bieten
auch Polsterung und Schutz vor Verletzungen und unterstützen die Elastizität der Haut.
Zusammen bilden diese Schichten die Haut, die eine Vielzahl von Funktionen erfüllt, darunter:
• Schutz: Die Haut schützt den Körper vor schädlichen Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung, Bakterien,
Viren und Chemikalien.
• Sinneswahrnehmung: Die Haut enthält zahlreiche Nervenenden, die Berührungs-, Temperatur-,
Druck- und Schmerzreize wahrnehmen.
• Wärmeregulation: Die Haut reguliert die Körpertemperatur durch Schwitzen, Blutgefäßkontraktionen
und -erweiterungen.
• Immunabwehr: Die Haut ist Teil des Immunsystems und schützt den Körper vor Infektionen.
• Vitamin-D-Synthese: Die Haut produziert Vitamin D durch Einwirkung von UV-Strahlung.
MODELLE
Pflegemodelle sind theoretische Konzepte, die beschreiben, wie Pflege organisiert und durchgeführt werden
sollte, um die bestmögliche Versorgung und Unterstützung für Patienten oder Klienten zu gewährleisten.
Pflegemodelle legen fest, welche Faktoren bei der Pflege berücksichtigt werden müssen und welche Ziele
angestrebt werden sollten.
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Generell sollen Pflegemodelle dazu beitragen, eine hohe Qualität der Pflege zu gewährleisten und eine
einheitliche Herangehensweise sicherzustellen.
Das Pflegeprozessmodell nach Fiechter & Meyer ist ein Konzept für die strukturierte Pflegeplanung und -
dokumentation. Es besteht aus fünf Phasen:
1. Informationssammlung: Hier wird der Zustand des Patienten/Klienten erhoben, indem Daten über
seine Gesundheit, Lebensumstände, soziales Umfeld, Medikation usw. gesammelt werden.
2. Erkennen von Problemen: Auf Basis der gesammelten Informationen werden die individuellen
Probleme und Bedürfnisse des Patienten/Klienten identifiziert.
3. Festlegung von Pflegezielen: Es werden Ziele für die Pflege festgelegt, die auf die individuellen
Bedürfnisse und Ressourcen des Patienten/Klienten abgestimmt sind.
4. Planung der Pflegemaßnahmen : Es wird ein konkreter Pflegeplan entwickelt, der beschreibt, welche
Pflegemaßnahmen wann und von wem durchgeführt werden sollen, um die Ziele zu erreichen.
5. Durchführung der Pflege und
6. Evaluation: Der Pflegeplan wird umgesetzt und regelmäßig überprüft, ob die Ziele erreicht wurden.
Falls nicht, werden die Maßnahmen angepasst.
Pflegeprobleme:
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Sie sollten in Bezug auf die Pflegeziele formuliert werden, um sicherzustellen, dass die
Pflegemaßnahmen auf die Bedürfnisse des Patienten/Klienten abgestimmt sind.
Aktuelle Probleme werden nach P-E-S-R formuliert
P-Problem
E-Ethologie (Ursache)
S-Symptome
R- Ressourcen
Potenzielle Probleme werden nach P-RF-S
P-probleme
RF- Risikofaktoren
Pflegeziele:
Sie sollten auf die individuellen Bedürfnisse und Ressourcen des Patienten/Klienten abgestimmt sein.
Sie sollten konkret beschreiben, was erreicht werden soll (z.B. "Verbesserung der Mobilität").
Sie sollten messbar sein, damit man später überprüfen kann, ob sie erreicht wurden (z.B. "Erhöhung
der Gehstrecke um 20% innerhalb von vier Wochen").
Sie sollten realistisch sein und innerhalb des zeitlichen Rahmens erreichbar sein.
Pflegemaßnahmen:
Sie sollten spezifisch beschreiben, was getan werden soll, um das Pflegeproblem zu lösen und das
Pflegeziel zu erreichen.
Sie sollten präzise und detailliert sein, um sicherzustellen, dass sie von jedem Pflegepersonal
durchgeführt werden können.
Sie sollten auf die individuellen Bedürfnisse und Ressourcen des Patienten/Klienten abgestimmt sein.
Sie sollten klar definiert sein, wer die Maßnahmen durchführt und wann sie durchgeführt werden
müssen.
Maßnahmen werden anhand der „W“ Fragen formuliert: Wer? (wer macht das?) , Was (was wird
gemacht), Wie? (wie wird das gemacht?), Wann? (wann wird das gemacht) Wie oft? (wie oft wird das
gemacht) Wo? (wo wird diese Maßnahme gemacht)
Der Prozess der Immobilität nach Abt-Zegelin beschreibt die verschiedenen Stufen, die ein Patient/Klient
durchlaufen kann, wenn er aufgrund von Bettlägerigkeit oder eingeschränkter Mobilität immobilitätsgefährdet
ist.
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Als bettlägerig gelten Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt im Bett oder einer anderen Liegemöglichkeit
verbringen und auf fremde Hilfe angewiesen sind, um sich aus dem Bett zu begeben.
Das Modell besteht aus 5 Phasen:
[Link]: Instabilität
In dieser Phase ist die Person unsicher beim Gehen und schränkt ihre Bewegung aus Angst vor einem Unfall ein,
was die Beweglichkeit weiter einschränkt.
[Link]: Ereignis
In dieser Phase tritt ein einschneidendes Ereignis wie ein Sturz auf, das die Beweglichkeit weiter reduziert und
die Person dazu bringt, im Bett zu bleiben.
AKTIVIERENDE PFLEGE
Aktivierende Pflege ist eine Methode der Pflege, die darauf abzielt, die Selbstständigkeit und Aktivität von
Patienten zu fördern. Ziel ist es, die Eigenverantwortung der Patienten zu stärken und sie zu ermutigen, an
ihrer Genesung aktiv mitzuwirken.
• Mobilisation: Hierzu gehören Maßnahmen wie das Aufstehen und Gehen mit Unterstützung von
Pflegekräften oder Gehhilfen.
• Förderung von Bewegung: Bewegungsübungen, wie aktives Bewegen von Armen und Beinen, können
helfen, Muskelkraft und Gleichgewicht zu verbessern.
• Selbstständigkeit fördern: Patienten werden ermutigt, so viele Aktivitäten wie möglich selbstständig
durchzuführen, z.B. beim An- und Auskleiden, bei der Körperpflege oder bei der Nahrungsaufnahme.
• Sturzprophylaxe: Um das Sturzrisiko zu senken, werden Maßnahmen wie das Anbringen von
Haltegriffen oder das Aufstellen von Gehhilfen ergriffen.
• Psychosoziale Unterstützung: Patienten werden ermutigt, sich aktiv an sozialen Aktivitäten zu
beteiligen, z.B. durch Gespräche oder Spiele.
• Aktivitätsplanung: Gemeinsam mit dem Patienten wird ein individueller Aktivitätsplan erstellt, der
darauf abzielt, eine sinnvolle Tagesstruktur zu schaffen und den Patienten zu motivieren.
Aktivierende Pflege kann dazu beitragen, den Gesundheitszustand von Patienten zu verbessern und ihre
Genesung zu fördern. Es ist wichtig, dass die Pflegekräfte die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Patienten
berücksichtigen und eine individuelle Pflegeplanung erstellen.
Das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun beschreibt, wie wir in der zwischenmenschlichen
Kommunikation Botschaften senden und empfangen. Es basiert auf der Annahme, dass jede Nachricht mehrere
Bedeutungsebenen hat, die unterschiedlich interpretiert werden können.
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Das Modell unterscheidet vier Aspekte einer Nachricht:
Das Modell geht davon aus, dass jeder dieser Aspekte einen Einfluss auf die Interpretation der Nachricht hat.
So kann z.B. ein Satz wie "Ich bin nicht sauer" auf der Sach- und Beziehungsebene unterschiedliche
Bedeutungen haben. Wenn die Beziehung zwischen Sender und Empfänger angespannt ist, könnte der
Empfänger die Aussage als Ironie interpretieren.
Das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun kann helfen, Missverständnisse in der Kommunikation zu
vermeiden und eine klare und effektive Kommunikation zu fördern. Es ist wichtig, auf alle Aspekte einer.
Nachricht zu achten und gegebenenfalls Rückfragen zu stellen, um sicherzustellen, dass die Nachricht richtig
verstanden wurde.
Das AEDL Pflegekonzept nach Monika Krohwinkel ist ein Modell zur strukturierten Planung und Durchführung
von Pflegemaßnahmen. AEDL steht für "Aktivitäten und existentielle Erfahrungen des Lebens" und umfasst 13
Bereiche wie z.B. Ernährung, Körperpflege oder soziale Kontakte.
Das Konzept basiert darauf, dass jeder Mensch individuelle Bedürfnisse und Fähigkeiten hat, die in der Pflege
berücksichtigt werden müssen. Die Pflegekräfte sollen demnach nicht nur die körperlichen Bedürfnisse des
Patienten erfüllen, sondern auch dessen psychischen und sozialen Bedürfnisse berücksichtigen.
Das Konzept geht von einem ganzheitlichen Pflegeansatz aus und hat zum Ziel, dem Patienten größtmögliche
Selbstständigkeit zu ermöglichen. Die Pflegekräfte sollen dem Patienten dabei helfen, seine vorhandenen
Fähigkeiten zu nutzen und zu verbessern, um seine Selbstständigkeit zu fördern.
In der Praxis bedeutet dies, dass die Pflegekräfte gemeinsam mit dem Patienten und gegebenenfalls seinen
Angehörigen individuelle Pflegeziele und Maßnahmen erarbeiten und umsetzen. Dabei soll der Patient aktiv in
den Pflegeprozess einbezogen werden, um seine Motivation und Eigenverantwortung zu fördern.
1. Kommunizieren können
sich der Umgebung bewusst sein, die Umgebung wahrnehmen und verstehen, sich verbal und nonverbal
mitteilen und wahrnehmen können, verstehen und erkennen, fühlen, Orientierung, Wahrnehmungsfähigkeit,
Ausdruck von Gefühlen, Gestik, emotionale Bedürfnisse,Sprache, Schreiben, Mimik, Sehen, Hören (auch
jeweilige Hilfsmittel)
Prophylaxe: Isolationsprophylaxe
6. Ausscheiden können
Urin, Stuhl, Obstipation, Diarrhoe, kontinent, inkontinent, Toilettentraining
Prophylaxe: Obstipations-, Infektions-, Intertrigo-, Cystitis-, Dehydratationsprophylaxe
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AKTIVES ZUHÖREN
Aktives Zuhören (nach Carl R. Rogers) bedeutet, dass man wirklich versucht, den anderen zu verstehen und
sich auf ihn zu konzentrieren. Dafür gibt es verschiedene Techniken:
• Paraphrasieren: Die Aussage des anderen mit eigenen Worten zusammenfassen, um sicherzustellen,
dass man sie richtig verstanden hat.
• Verbalisieren: Die Gefühle des anderen wiedergeben, um zu zeigen, dass man mitfühlt und versteht,
wie er sich fühlt.
• Nachfragen: Nochmals nachfragen, um Missverständnisse zu klären und sicherzustellen, dass beide
dasselbe meinen.
• Zusammenfassen: Am Ende das Gesagte noch einmal kurz zusammenfassen, um sicherzugehen, dass
nichts Wichtiges übersehen wurde.
• Unklarheiten klären: Wenn etwas nicht klar ist, nachfragen, um Verwirrung zu vermeiden.
BIOGRAPHIEARBEIT
Biographiearbeit in der Pflege bezieht sich auf die systematische Sammlung von Informationen über das Leben
eines Pflegebedürftigen. Diese Informationen werden genutzt, um die Persönlichkeit und das individuelle
Leben des Pflegebedürftigen besser zu verstehen. Dadurch können Pflegekräfte eine auf die Bedürfnisse und
Vorlieben des Pflegebedürftigen abgestimmte Pflege und Betreuung ermöglichen.
Durch die Biographiearbeit können Pflegekräfte wichtige Informationen über die Vergangenheit, Interessen,
Gewohnheiten, Vorlieben, Hobbys, Beruf und sozialen Kontakte des Pflegebedürftigen sammeln. Diese
Informationen können genutzt werden, um eine Beziehung aufzubauen und eine individualisierte Pflege und
Betreuung zu gestalten.
Biographiearbeit kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden, z.B. durch Interviews mit dem
Pflegebedürftigen oder Angehörigen, durch die Nutzung von Erinnerungsstücken wie Fotos oder Tagebüchern,
durch Biographie-Seminare oder Gruppengespräche mit anderen Pflegebedürftigen.
Durch die Biographiearbeit in der Pflege können Pflegekräfte nicht nur eine auf den Pflegebedürftigen
abgestimmte Pflege und Betreuung anbieten, sondern auch das Wohlbefinden und die Lebensqualität des
Pflegebedürftigen verbessern.
SALUTOGENETISCHES MODELL
Das salutogenetische Modell ist ein Konzept aus der Gesundheitspsychologie, das sich auf die Entstehung und
Erhaltung von Gesundheit fokussiert. Es wurde von Aaron Antonovsky entwickelt und basiert auf der Annahme,
dass Gesundheit mehr ist als nur das Fehlen von Krankheit.
Das Modell geht davon aus, dass jeder Mensch über eine bestimmte Widerstandsfähigkeit (Resilienz) verfügt,
die ihm dabei hilft, gesund zu bleiben. Diese Widerstandsfähigkeit wird durch drei zentrale Faktoren
beeinflusst:
• Kohärenzgefühl (sense of coherence): Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Sinnhaftigkeit, das
den Menschen hilft, schwierige Situationen besser zu bewältigen.
• Bewältigungsstrategien (coping): Die Fähigkeit, mit Belastungen und Stress umzugehen.
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• Ressourcen (resources): Die Unterstützung und Hilfe, die ein Mensch aus seinem sozialen Umfeld
erhält.
Das salutogenetische Modell legt also den Fokus auf die Stärkung von Ressourcen und Resilienz, um
Gesundheit zu fördern. Es ist insbesondere in der Prävention und Gesundheitsförderung von Bedeutung und
kann dazu beitragen, Krankheiten vorzubeugen und die Lebensqualität zu verbessern.
Der Beziehungsprozess nach Peplau bezieht sich auf das Modell der zwischenmenschlichen Beziehung zwischen
Pflegekraft und Patient. Dieses Modell wurde von der amerikanischen Pflegepsychologin Hildegard Peplau
entwickelt und besteht aus vier Phasen:
1. Orientierungsphase: In dieser Phase lernt die Pflegekraft den Patienten kennen und gewinnt
Informationen über seine Bedürfnisse und Vorstellungen. Der Patient lernt die Pflegekraft ebenfalls
kennen und gewinnt Vertrauen in sie.
2. Identifikationsphase: In dieser Phase identifiziert die Pflegekraft gemeinsam mit dem Patienten seine
Probleme und Bedürfnisse. Die Pflegekraft unterstützt den Patienten dabei, diese zu verstehen und
Lösungen zu finden.
3. Expansionsphase: In dieser Phase entwickeln die Pflegekraft und der Patient eine enge Beziehung
zueinander. Die Pflegekraft unterstützt den Patienten dabei, seine Stärken und Fähigkeiten zu
erkennen und zu nutzen.
4. Abschlussphase: In dieser Phase wird die Beziehung zwischen Pflegekraft und Patient beendet. Die
Pflegekraft unterstützt den Patienten dabei, seine Fortschritte zu reflektieren und sich auf eine
eigenständige Lebensweise vorzubereiten.
Das Modell des Beziehungsprozesses nach Peplau betont die Bedeutung von gegenseitigem Respekt, Vertrauen
und Empathie in der Pflege. Es fördert die Zusammenarbeit zwischen Pflegekraft und Patient und unterstützt
die Patienten dabei, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu verbessern.
Die Systemtheorie nach Friedemann ist ein Ansatz, der sich mit der Analyse und Gestaltung von Systemen
befasst. Ein System wird dabei als eine Gesamtheit von Elementen verstanden, die in einer bestimmten Weise
miteinander interagieren und eine bestimmte Funktion erfüllen.
Friedemann betont, dass ein System nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern immer in seiner Umwelt
eingebettet ist. Es gibt also immer Wechselwirkungen zwischen dem System und seiner Umgebung.
Ein weiteres zentrales Konzept der Systemtheorie nach Friedemann ist das Feedback. Feedback bezeichnet die
Rückkopplung von Informationen, die ein System erhält, um seine Handlungen und Prozesse zu steuern und zu
verbessern. Positive Rückkopplung verstärkt bestimmte Prozesse, während negative Rückkopplung regulierend
auf das System einwirkt.
Die Systemtheorie nach Friedemann hat Anwendungsbereiche in verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise
der Organisationsentwicklung, der Technik oder der Ökologie. Ziel ist es, komplexe Systeme besser verstehen
und steuern zu können.
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PERSONENZEN TRIERTE GRUNDHALTUNG NACH ROGERS
Die personenzentrierte Grundhaltung nach Carl Rogers ist eine therapeutische Methode, die darauf abzielt, die
Selbstwahrnehmung und Selbstakzeptanz eines Individuums zu fördern. Dabei geht es darum, dem Klienten
eine unterstützende Umgebung zu bieten, in der er sich selbst besser verstehen und sich weiterentwickeln
kann.
Rogers betont, dass jeder Mensch eine angeborene Tendenz zur Selbstverwirklichung hat und dass das
Individuum die Ressourcen und Lösungen für seine Probleme in sich selbst trägt. Die Rolle des Therapeuten
besteht darin, dem Klienten eine bedingungslose positive Wertschätzung entgegenzubringen und ihm dabei zu
helfen, seine eigenen Empfindungen und Bedürfnisse auszudrücken.
Zentrale Konzepte der personenzentrierten Grundhaltung sind Empathie, Kongruenz und bedingungslose
positive Wertschätzung. Empathie bedeutet, sich in die Perspektive des Klienten zu versetzen und seine
Empfindungen nachzuvollziehen. Kongruenz bezeichnet die Fähigkeit des Therapeuten, sich authentisch und
ehrlich zu zeigen und eine Verbindung auf Augenhöhe aufzubauen. Bedingungslose positive Wertschätzung
bedeutet, dass der Klient bedingungslos akzeptiert wird und dass der Therapeut ihm eine positive
Grundeinstellung entgegenbringt.
Die personenzentrierte Grundhaltung nach Rogers wird nicht nur in der Therapie, sondern auch in anderen
Bereichen wie der Pädagogik oder der Beratung angewendet. Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihr
volles Potenzial zu entfalten und ein erfülltes Leben zu führen.
Vokabular:
• Kongruenz bedeutet, dass man sich selbst ehrlich zeigt und seine eigenen Gefühle, Gedanken und
Reaktionen offen kommuniziert, ohne sie zu verbergen oder zu verfälschen. Man handelt authentisch
und echt.
• Empathie bedeutet, dass man sich in die Lage des anderen einfühlen kann und versucht, seine Gefühle
und Perspektive zu verstehen. Man zeigt Verständnis und Mitgefühl.
• Akzeptanz bzw. Wertschätzung bedeutet, dass man den anderen so akzeptiert, wie er ist, und seine
Meinungen, Gefühle und Erfahrungen respektiert. Man zeigt Anerkennung und Wertigkeit für die
Person.
Diese drei Prinzipien - Kongruenz, Empathie und Akzeptanz - sind wichtige Grundlagen in der
zwischenmenschlichen Kommunikation und im Umgang miteinander, um Vertrauen und eine positive
Beziehung aufzubauen.
RÜCKENSCHONENDES ARBEITEN
Rückenschonendes Arbeiten bedeutet, bei der Ausübung von Berufen und Tätigkeiten darauf zu achten, dass
der Rücken und die Wirbelsäule möglichst geschont werden. Ziel ist es, Rückenbeschwerden und -
erkrankungen vorzubeugen und die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten.
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• Richtiges Heben und Tragen: Beim Heben und Tragen von Lasten sollte auf eine rückenschonende
Technik geachtet werden. Dazu gehört beispielsweise das Anheben aus den Knien und das Vermeiden
von Drehbewegungen.
• Ausreichend Bewegung: Regelmäßige Bewegung, wie beispielsweise gezielte Rückenübungen oder
Spaziergänge in den Pausen, kann dazu beitragen, Verspannungen und Rückenbeschwerden zu
vermeiden.
• Stressmanagement: Stress kann sich negativ auf den Rücken auswirken. Daher ist es wichtig,
Stressfaktoren zu erkennen und Maßnahmen zur Stressbewältigung zu ergreifen.
KINÄSTHETIK
Kinästhetik ist ein Konzept, das sich mit der Wahrnehmung, dem Verständnis und der Kontrolle von
Bewegungen beschäftigt. Ziel ist es, die körperliche Wahrnehmung und die Bewegungskontrolle zu verbessern
und dadurch die Selbstständigkeit, das Wohlbefinden und die Lebensqualität zu steigern.
In der Pflege wird Kinästhetik eingesetzt, um pflegebedürftige Menschen dabei zu unterstützen, ihre
Bewegungen besser wahrzunehmen und kontrollieren zu können. Durch gezielte Bewegungsangebote und -
übungen soll die Körperwahrnehmung verbessert und die Selbstständigkeit gefördert werden.
Ein wichtiger Aspekt der Kinästhetik ist die Wahrnehmung von Druck, Zug und Widerstand. Durch eine gezielte
Körperhaltung und Bewegung können Pflegekräfte so arbeiten, dass sie den Bewegungen der
pflegebedürftigen Person entgegenwirken und gleichzeitig ihre Bewegungsfreiheit erhalten.
Das Reflektionsmodell nach Korthagen ist ein Konzept der pädagogischen Praxis, das zur Reflexion und
Professionalisierung von Lehrern und anderen pädagogischen Fachkräften beitragen soll.
1. Situation beschreiben: Hierbei geht es darum, eine konkrete Situation zu beschreiben, die reflektiert
werden soll.
2. Gefühle ausdrücken: In diesem Schritt sollen die eigenen Gefühle und Emotionen in der Situation
benannt werden.
3. Überlegungen und Bewertungen reflektieren: Hierbei geht es darum, die eigenen Überlegungen und
Bewertungen zu der Situation zu reflektieren.
4. Alternativen überlegen: In diesem Schritt werden alternative Handlungsoptionen in der Situation
entwickelt und reflektiert.
5. Neues Handeln planen: Abschließend soll ein neues Handlungskonzept entwickelt werden, das auf den
Erkenntnissen und Reflexionen der vorherigen Schritte basiert.
Das Reflektionsmodell nach Korthagen soll dazu beitragen, pädagogische Fachkräfte dabei zu unterstützen, ihre
Handlungskompetenz zu verbessern und ihre pädagogische Arbeit professioneller zu gestalten. Durch die
Reflexion von konkreten Situationen und die Entwicklung von Handlungsalternativen kann eine kontinuierliche
Verbesserung der pädagogischen Arbeit erreicht werden.
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BELASTUNGS-BEANSPRUCHUNGSMODELL
Das Belastungs-Beanspruchungs-Modell ist ein Konzept aus der Arbeitspsychologie und beschäftigt sich mit
dem Zusammenhang zwischen Belastungen und Beanspruchungen von Arbeitstätigkeiten.
Das Modell geht davon aus, dass die Belastungen, die auf eine Person in der Arbeit einwirken (z.B. hohe
körperliche Anforderungen, Zeitdruck, Lärm), zu einer Beanspruchung führen, die sich in körperlichen und
psychischen Reaktionen äußert (z.B. Stress, Erschöpfung, Krankheit).
Das Modell unterscheidet zwischen externen und internen Belastungen. Externe Belastungen sind die
Bedingungen, die von außen auf die Person einwirken, wie z.B. hohe Arbeitsintensität oder Lärm. Interne
Belastungen sind die individuellen Bedingungen der Person, wie z.B. das Alter oder die körperliche Verfassung.
Um die Beanspruchung zu reduzieren, können Maßnahmen auf beiden Ebenen ergriffen werden. Auf der
externen Ebene können beispielsweise Arbeitsbedingungen angepasst oder ergonomische Hilfsmittel
bereitgestellt werden. Auf der internen Ebene können Maßnahmen zur Förderung der körperlichen und
psychischen Gesundheit ergriffen werden, wie z.B. Sport oder Entspannungsübungen.
Das Belastungs-Beanspruchungs-Modell soll dazu beitragen, eine gesunde Arbeitsumgebung zu schaffen und
die Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit der Arbeitnehmer zu steiger
TRAJEKT-MODELL
Das Trajekt-Modell wird auch in der Pflege angewendet und bezieht sich auf die Begleitung und Förderung von
Patienten in schwierigen Lebenslagen, insbesondere im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen.
Das Modell geht davon aus, dass die Lebensgeschichte eines Patienten wie eine Reise verläuft, die
verschiedene Stationen und Phasen durchläuft. Diese Stationen können mit Hilfe des Modells in
unterschiedliche Trajektorien eingeteilt werden.
Das Ziel des Trajekt-Modells in der Pflege ist es, Patienten zu helfen, eine positive Entwicklung zu durchlaufen,
indem ihre individuelle Lebensgeschichte und damit verbundene Herausforderungen besser verstanden
werden. Dadurch sollen Patienten in ihrer Selbstbestimmung und Autonomie gestärkt werden und ihre
Lebensqualität verbessert werden.
Der Pflegeprozess innerhalb des Trajekt-Modells berücksichtigt diese Grundsätze. Er wird ni fünf Phasen
eingeteilt:
• Assessment des Patienten in seiner Familie, Festsetzen von Zielen mit einer hervorgehobenen
Bedeutung der "caregiver", Feststellen von Problemen und der Ziele bei der
Pflegeintervention (=>pflegerische Behandlungsmaßnahmen).
• Einschätzung der Bedingungen, die die Behandlung beeinflussen (Umstände, die das
Erreichen der Ziele fördern/behindern).
• Definition des Interventionsschwerpunktes (Wünsche und Möglichkeiten mi Hinblick auf das
weitere Leben mit der Krankheit).
• Pflegeintervention muss immer aktuell und flexibel erfolgen. Die Pflegeperson muss merken,
ob sich die Situation des Patienten geändert hat und diese Veränderungen den Prozess
anpassen.
• Evaluation der Effektivität von Pflegeinterventionen. Das bedeutet: Die Pflegeperson
überwacht die Behandlungsstrategie aus Sicht des Patienten und passt sie dem aktuellen
Krankheitsstand an.
•
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Im Trajekt-Modell werden acht Stadien des Krankheitsverlaufes beschrieben.
KULTURSENSIBLE PFLEGE
Kultursensible Pflege ist eine Herangehensweise in der Pflege, die sich darauf konzentriert, die kulturellen
Unterschiede und Bedürfnisse von Patienten zu berücksichtigen und zu respektieren.
Das Ziel der kultursensiblen Pflege ist es, eine Pflege anzubieten, die individuell auf die Bedürfnisse und
kulturellen Hintergründe jedes Patienten zugeschnitten ist. Dazu gehört auch, die kulturellen Unterschiede zu
verstehen und zu respektieren, um so eine vertrauensvolle und respektvolle Beziehung zwischen Pflegekraft
und Patient aufzubauen.
Um eine kultursensible Pflege anzubieten, müssen Pflegekräfte sich über die kulturellen Unterschiede und
Bedürfnisse ihrer Patienten informieren und darauf achten, dass ihre Pflege und Betreuung entsprechend
angepasst wird. Das kann beispielsweise die Kommunikation, die Ernährung oder die religiösen Praktiken
betreffen.
Die kultursensible Pflege soll dazu beitragen, dass Patienten sich besser verstanden und wahrgenommen
fühlen und dadurch eine bessere Versorgung und Behandlung erhalten.
Das Stressmodell nach Lazarus beschreibt, wie Menschen Stress wahrnehmen und bewältigen. Es geht davon
aus, dass die Wahrnehmung eines Stressors von der Bewertung der Situation und den vorhandenen
Ressourcen abhängt. Das Modell betont die Bedeutung von sozialen Ressourcen für die Bewältigung von Stress.
Primäre und sekundäre Bewertung sind Teil des Stressmodells nach Lazarus und beschreiben den Prozess, wie
Menschen Stress wahrnehmen und bewerten.
Primäre Bewertung beschreibt die erste Einschätzung einer Situation, ob sie als bedrohlich oder
herausfordernd empfunden wird. Diese Bewertung kann Auswirkungen auf die emotionalen Reaktionen und
die Wahl der Bewältigungsstrategien haben.
Sekundäre Bewertung bezieht sich auf die Bewertung der eigenen Ressourcen, um mit der Situation
umzugehen. Hierbei wird beurteilt, ob man über genügend Ressourcen verfügt, um den Stressor zu bewältigen.
Falls nicht, können weitere emotionale Reaktionen folgen und die Wahl der Bewältigungsstrategien
beeinflussen.
Problemorientierte Bewältigung bezieht sich auf Handlungsstrategien, die darauf abzielen, den Stressor direkt
anzugehen und eine Lösung zu finden, um den Stressor zu reduzieren.
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Emotionsorientierte Bewältigung bezieht sich auf Strategien, die darauf abzielen, die emotionalen Belastungen
zu reduzieren, die durch den Stressor hervorgerufen werden, ohne jedoch direkt den Stressor zu verändern.
Insgesamt kann eine Kombination aus primärer und sekundärer Bewältigung sowie problemorientierter und
emotionsorientierter Bewältigung helfen, den Umgang mit Stressoren zu erleichtern.
KITWOOD
Der von dem britischen Psychologen Tom Kitwood (1995) entwickelte Ansatz der person-zentrierten Pflege
stellt die Einzigartigkeit der Person in den Mittelpunkt. Der Erhalt und die Stärkung des Personseins ist sein
oberstes Ziel in der Betreuung von Menschen mit Demenz. Die aus diesem Konzept resultierende Grundhaltung
gegenüber Menschen mit Demenz und die positive Arbeit/Beziehung mit der Person bilden die Basis.
Kitwood stellt die Hypothese auf, dass eine person-zentrierte Pflege den Prozess einer Demenzerkrankung
positiv beeinflussen kann (Kitwood, T. 2000). Nach Kitwood stellt der Erhalt des Personseins das oberste Ziel
einer qualitativ hochwertigen Demenzpflege dar. Eine Grundvoraussetzung dafür ist die Befriedigung von
seelischen Bedürfnissen von Menschen mit Demenz, da "ein Mensch ohne (deren) Befriedigung nicht einmal
minimal als Person funktionieren kann." (Kitwood, T. 2000)
Wojnar (2001) beschreibt, dass „nur dann eine gute Betreuung verwirklicht werden kann, wenn es gelingt, die
innere Welt des Kranken, d. h. ihre Wahrnehmung, das Erleben und die Denkvorgänge zu verstehen und in den
Mittelpunkt aller Bemühungen zu stellen.“
Gute Demenzpflege beinhaltet nach Kitwood einen Remenzprozess, der die Wiederherstellung personaler
Funktionen unterstützt und dabei grundlegende Bedürfnisse wie Halt und Trost, Nähe und Geborgenheit sowie
soziale Verbundenheit stärkt und dabei Beschäftigung und Identitätsarbeit ermöglicht. Unter die
demenzspezifischen Bedürfnisse fasst er eine Gruppe von Bedürfnissen, die sich nicht klar voneinander trennen
lassen, zum Beispiel die Bedürfnisse nach Liebe, Trost, Sicherheit, Einbeziehung, Beschäftigung und Identität.
#Diese Bedürfnisse sind unterschiedlich stark ausgeprägt, ihre Befriedigung ermöglicht es dem demenziell
veränderten Menschen, sich als Person wahrzunehmen und positive Gefühle (sich wertvoll und geschätzt zu
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fühlen) zu erleben (Kitwood, T. 2000). Pflegequalität in der Betreuung von Menschen mit Demenz hängt primär
von der Qualität der Pflegebeziehung und der Interaktionsfähigkeit des Pflegepersonals ab.
Das Cullberg-Modell beschreibt vier Phasen, die Menschen durchlaufen, die eine traumatische Krise erleben:
1. Schockphase: in der die Person den traumatischen Vorfall nicht richtig verarbeiten kann und sich in
einem Zustand der Verwirrung und Desorientierung befindet.
2. Reaktionsphase/Einwirkphase: versucht die Person, mit der Krise umzugehen, indem sie ihre Gefühle
ausdrückt und sich damit auseinandersetzt.
3. Bearbeitung: beginnt die Person, die Krise zu akzeptieren und zu verstehen, was passiert ist. Sie
entwickelt Strategien, um mit den Auswirkungen der Krise umzugehen und sich zu erholen.
4. Neuorientierung/erholungsphase: beinhaltet die vollständige Integration der Krise in das Leben der
Person. Sie kann ihre Erfahrungen nutzen, um daraus zu lernen und ihr Leben auf neue Weise zu
gestalten.
Das Cullberg-Modell ist eine Orientierungshilfe für die professionelle Unterstützung von Menschen, die eine
traumatische Krise erlebt haben. Es zeigt, dass die Verarbeitung von Traumata Zeit braucht und in mehreren
Phasen erfolgt.
KOMMUNIKATION
Unter Kommunikation verstehst du den Austausch von Informationen mithilfe von Sprache oder Zeichen
zwischen einem Sender und einem oder mehreren Empfängern.
Es gibt verschiedene Arten der Kommunikation, darunter mündliche, schriftliche, nonverbale, visuelle, digitale
und interkulturelle Kommunikation.
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Synchrone Kommunikation bedeutet, dass die Kommunikation in Echtzeit erfolgt, d. h. alle Beteiligten sind
gleichzeitig aktiv und können sofort aufeinander reagieren. Beispiele dafür sind Gespräche oder Videochats.
Asynchron Kommunikation bedeutet, dass die Kommunikation nicht in Echtzeit erfolgt, d. h. die Beteiligten
senden und empfangen Nachrichten zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Beispiele dafür sind E-Mails oder
Textnachrichten, bei denen die Antwort des Empfängers nicht sofort erwartet wird.
KOMUNIKATIONS MODELLE
1. Das Eisberg-Modell:
Das Eisberg-Modell vergleicht die Kommunikation mit einem Eisberg, bei dem nur ein kleiner Teil, die
sprachliche Botschaft, sichtbar ist, während die Mehrheit unterhalb der Wasseroberfläche liegt und aus der
emotionalen Bedeutung und den impliziten Informationen besteht. Zum Beispiel kann eine Person, die sagt
"Ich bin in Ordnung", tatsächlich traurig oder verärgert sein und diese Emotionen unter der Oberfläche
verbergen.
2. Das Sender-Empfänger-Modell:
Dieses Modell beschreibt die Übertragung von Informationen von einem Sender zu einem Empfänger. Ein
Beispiel wäre eine Person, die eine E-Mail an einen Kollegen sendet, in der sie Informationen über ein
bevorstehendes Treffen teilt. Der Kollege empfängt die Nachricht und versteht die Informationen, die der
Sender mitteilen möchte.
Dieses Modell beschreibt, dass jede Nachricht vier Aspekte hat: Sachinformation, Selbstoffenbarung,
Beziehungsebene und Appell. Zum Beispiel könnte ein Chef zu einem Mitarbeiter sagen: "Dein Bericht ist
unvollständig" (Sachinformation). Der Mitarbeiter könnte die Aussage jedoch als Kritik an seiner Arbeit
verstehen (Beziehungsebene) und sich dadurch verletzt fühlen (Selbstoffenbarung). Der Appell könnte sein,
dass der Chef möchte, dass der Mitarbeiter den Bericht vollständig macht.
Dieses Modell besagt, dass es unmöglich ist, nicht zu kommunizieren, da jede Handlung oder jeder Ausdruck
eine Bedeutung hat. Zum Beispiel könnte eine Person, die versucht, einem Gespräch aus dem Weg zu gehen,
immer noch kommunizieren, dass sie nicht interessiert ist, indem sie die Augen abwendet oder das Gespräch
auf eine andere Person lenkt.
5. NLP-Modell:
Beschreibt, wie Sprache und Verhaltensmuster unser Erleben und Handeln beeinflussen. Ein Beispiel für das
NLP-Modell ist die Verwendung von positiver Sprache, um das Selbstvertrauen zu stärken. Wenn eine Person
sich selbst sagt: "Ich kann das schaffen", anstatt sich zu sagen: "Ich kann das nicht", kann dies ihr Verhalten und
Handeln positiv beeinflussen.
6. Transaktionsanalyse:
Beschreibt, wie Individuen miteinander kommunizieren und interagieren. Ein Beispiel für die
Transaktionsanalyse ist, wenn ein Vorgesetzter einen Mitarbeiter kritisiert und dieser mit "Ja, Chef" antwortet.
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In diesem Fall interagieren sie in der "Eltern-Kind"-Ebene, was bedeuten kann, dass der Mitarbeiter sich
unterwürfig und der Chef sich autoritär verhält.
Unterschiedliche Arten der Kommunikation, die sich auf Verhalten und Einstellungen auswirken können. Dazu
gehören "Placating", "Blaming", "Computing" und "Leveling". Beispiele: "Placating" (nachgeben, um
unangenehme Situationen zu vermeiden), "Blaming" (andere für eigene Fehler verantwortlich machen),
"Computing" (nur sachliche Informationen liefern, ohne auf Gefühle und Beziehungen einzugehen) und
"Leveling" (konstruktive, ehrliche Kommunikation, um gemeinsam eine Lösung zu finden).
Diese Punkte können auch dazu beitragen, eine erfolgreiche Kommunikation zu erreichen.
• Rücksicht auf individuelle Gefühle: Berücksichtigen Sie die individuellen Gefühle des Empfängers und
gehen Sie darauf ein. Zeigen Sie Verständnis und Empathie.
• Nonverbale Kommunikation beachten: Achten Sie auf die nonverbalen Signale des Empfängers, wie
Körpersprache, Mimik und Tonfall. Diese können wichtige Hinweise darauf geben, wie die Botschaft
wahrgenommen wird.
• Eigeninterpretationen bestätigen lassen: Stellen Sie sicher, dass der Empfänger die Botschaft richtig
verstanden hat, indem Sie nachfragen und die Interpretation des Empfängers bestätigen.
• Freiraum geben: Geben Sie dem Empfänger Raum, um Fragen zu stellen oder Bedenken zu äußern.
Dies zeigt, dass Sie offen für eine ehrliche und konstruktive Kommunikation sind.
FAMILIE
Eine Anleitung in der Pflege ist eine schriftliche oder mündliche Erklärung, wie eine bestimmte Aufgabe oder
Pflegehandlung durchgeführt werden sollte. Diese kann von einer Pflegefachkraft oder einem erfahrenen
Pflegehelfer gegeben werden und dient dazu, dem Pflegebedürftigen oder dessen Angehörigen zu helfen, eine
Pflegehandlung korrekt und sicher durchzuführen.
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Eine Beratung in der Pflege ist ein Gespräch zwischen einer Pflegefachkraft und einem Pflegebedürftigen oder
dessen Angehörigen. Ziel der Beratung ist es, individuelle Lösungen und Unterstützungsmöglichkeiten zu
finden, die den Bedürfnissen und Wünschen des Pflegebedürftigen entsprechen. Die Beratung kann
beispielsweise Themen wie Wohnraumanpassung, Hilfsmittelversorgung oder Unterstützung bei der
Organisation der Pflege umfassen.
Der Anleitungsprozess
Ein Anleitungsgespräch zielt darauf ab, eine bestimmte Pflegehandlung zu erklären und sicherzustellen, dass
der Pflegeempfänger diese korrekt durchführen kann. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung von
praktischen Fähigkeiten.
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Ein Beratungsgespräch dient hingegen dazu, individuelle Lösungen und Unterstützungsmöglichkeiten für den
Pflegebedürftigen zu finden. Es geht dabei um die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und Wünsche
des Pflegebedürftigen und um die Klärung von Fragen und Unsicherheiten rund um das Thema Pflege.
Der Unterschied zwischen Anleitungsgespräch und Beratungsgespräch besteht also darin, dass bei einem
Anleitungsgespräch eine konkrete Pflegehandlung im Vordergrund steht, während bei einem
Beratungsgespräch eher die Bedürfnisse und Wünsche des Pflegebedürftigen im Mittelpunkt stehen.
ERNÄHRUNG
Beim Essen und Trinken gibt es bestimmte Hilfsmittel, die die Autonomie des Betroffenen weitestgehend
erhalten können. Dazu gehören spezielle Teller und Bestecke sowie Trinkhilfen die den Trink und Essvorgang
erleichtern kann.
1. Beispiele:
2. Teller mit Randerhöhung
3. Ess-Schale
4. Warmhalte Teller
5. Grip-Besteck
6. Queens Besteck (gebogenes Besteck)
7. Kombibesteck (für Menschen die nur eine Hand/Arm benutzen können
8. Rillenbecher
9. Trinkbecherset mit Deckel
10. "Thumps-Up" Becher (sehr leicht, für Menschen mit geringer Greifkraft)
11. Novo Cup (auslaufsicherer Becher für Menschen die liegen geeignet
12. Strohhalm mit Rückflußstop)
13. Becherhalter
14. Schnabeltasse (mit- oder ohne Deckel)
In der Pflege gibt es verschiedene Arten von Ernährungswegen, die je nach den Bedürfnissen und
Gesundheitszuständen der betroffenen Person angewendet werden können. Hier sind einige Beispiele:
• Normalkost: Diese Art der Ernährung beinhaltet eine ausgewogene und abwechslungsreiche
Ernährung, die den allgemeinen Ernährungsbedürfnissen einer Person entspricht.
• Spezialkost: Spezialkost wird angewendet, wenn eine Person aufgrund einer bestimmten Erkrankung
oder eines Gesundheitszustands spezielle Nährstoffbedürfnisse hat. Zum Beispiel kann eine Diät mit
niedrigem Natriumgehalt empfohlen werden, wenn eine Person an Bluthochdruck leidet.
• Künstliche Ernährung: Künstliche Ernährung wird angewendet, wenn eine Person nicht in der Lage ist,
auf natürliche Weise zu essen oder zu trinken. Dies kann durch eine Magensonde oder intravenöse
(IV) Ernährung erfolgen.
• PEG-Ernährung: PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie) Ernährung wird angewendet, wenn
eine Person dauerhaft nicht in der Lage ist, auf natürliche Weise zu essen oder zu trinken und eine
Magensonde benötigt.
• Vegetarische Ernährung: Eine vegetarische Ernährung schließt Fleisch, Fisch und Geflügel aus und
beinhaltet hauptsächlich pflanzliche Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte.
• Vegane Ernährung: Eine vegane Ernährung schließt alle tierischen Produkte aus, einschließlich Fleisch,
Fisch, Milchprodukte, Eier und Honig.
Es ist wichtig, dass die Ernährungswahl auf die individuellen Bedürfnisse der betroffenen Person abgestimmt
wird und unter der Aufsicht eines Ernährungsberaters oder Arztes erfolgt
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ENTERALE UND PARENTERALE ERNÄHRUNG
Enterale Ernährung bezieht sich auf die Verabreichung von Nahrung über den Verdauungstrakt, z.B. durch orale
Aufnahme oder über eine Magensonde oder PEG-Sonde. Dabei werden Nährstoffe in Form von Flüssigkeiten
oder Nahrungsergänzungsmitteln direkt in den Verdauungstrakt gegeben.
Im Gegensatz dazu bezieht sich die parenterale Ernährung auf die Verabreichung von Nährstoffen direkt in den
Blutkreislauf, z.B. durch intravenöse Infusionen. Dies wird normalerweise verwendet, wenn eine Person nicht in
der Lage ist, Nahrung über den Verdauungstrakt aufzunehmen oder wenn der Verdauungstrakt nicht richtig
funktioniert.
Beide Arten der Ernährung können notwendig sein, um den Körper mit ausreichenden Nährstoffen zu
versorgen, insbesondere bei Krankheit oder nach einer Operation, wenn die normale Nahrungsaufnahme
beeinträchtigt ist.
BMI
BMI steht für Body-Mass-Index und ist eine einfache Methode, um das Verhältnis von Körpergröße zu
Körpergewicht zu berechnen. Es wird berechnet, indem das Gewicht einer Person in Kilogramm durch das
Quadrat ihrer Körpergröße in Metern dividiert wird.
Der BMI wird oft als Indikator für das Körpergewicht verwendet. Ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 gilt als
normal, während ein BMI zwischen 25 und 29,9 als übergewichtig und ein BMI von 30 oder höher als adipös
(stark übergewichtig) angesehen wird. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der BMI nur eine grobe
Schätzung des Körpergewichts und der Körperzusammensetzung ist und nicht die individuellen Unterschiede in
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Körperbau, Knochenmasse und Muskelmasse berücksichtigt.
MNA
"MNA" steht für "Mini Nutritional Assessment" und ist ein spezielles Ernährungsassessment-Tool, das häufig in
der Pflege eingesetzt wird. Das MNA wurde entwickelt, um den Ernährungszustand von älteren Erwachsenen
zu bewerten und besteht aus 18 Fragen zu verschiedenen Aspekten der Ernährung und des
Gesundheitszustands.
Das MNA umfasst Fragen zur Ernährungsgeschichte, wie z.B. Appetit, Nahrungsaufnahme und Gewichtsverlust,
sowie Fragen zur Mobilität, Körperzusammensetzung und kognitiven Funktion. Es werden auch körperliche
Untersuchungen durchgeführt, wie z.B. Messung von Körpergewicht, Körpergröße, Body-Mass-Index (BMI),
Muskelmasse und Hautfaltendicke.
Basierend auf den Antworten und Ergebnissen wird der Ernährungszustand des Patienten als gut, gefährdet
oder schlecht eingestuft und Empfehlungen für Diäten und Ergänzungen gegeben. Das MNA ist ein effektives
Tool zur Identifizierung von Mangelernährung und zur Planung der Behandlung und Pflege von Patienten.
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MEDIKAMENTE
SCHMERZEN
Schmerzen sind unangenehme Empfindungen, die durch Schädigungen im Körper oder durch Störungen im
Nervensystem ausgelöst werden können. Es gibt verschiedene Arten von Schmerzen, die sich in ihrer Ursache
und ihren Symptomen unterscheiden können.
1) Somatische Schmerzen: Diese Schmerzen treten aufgrund von Verletzungen oder Schädigungen im
Gewebe oder Knochen auf. Sie werden oft als scharf, stechend oder brennend beschrieben und
können durch Bewegung oder Berührung verstärkt werden.
2) Viscerale Schmerzen: Diese Schmerzen treten aufgrund von Störungen oder Schädigungen der inneren
Organe auf. Sie werden oft als dumpf oder krampfartig beschrieben und können von Übelkeit oder
Erbrechen begleitet sein.
3) Neuropathische Schmerzen: Diese Schmerzen werden durch Störungen im Nervensystem verursacht
und können als brennend, kribbelnd oder taub beschrieben werden.
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4) Referred Schmerzen: Diese Schmerzen treten an einer Stelle auf, die nicht unbedingt der Ort der
Schädigung ist. Zum Beispiel können Schmerzen im Arm aufgrund von Schäden an der Schulter
auftreten.
Die Behandlung von Schmerzen kann je nach Ursache und Art der Schmerzen variieren und kann eine
Kombination aus Medikamenten, physikalischen Therapien, Verhaltensänderungen und anderen Ansätzen
umfassen.
Chronische Schmerzen sind Schmerzen, die länger als 3 bis 6 Monate andauern. Sie können durch eine Vielzahl
von Ursachen wie Verletzungen, Entzündungen oder Erkrankungen wie Arthritis oder Fibromyalgie verursacht
werden. Chronische Schmerzen können oft schwer zu behandeln sein und beeinträchtigen oft das tägliche
Leben der Betroffenen.
Akute Schmerzen hingegen treten plötzlich auf und dauern normalerweise nur für eine begrenzte Zeit, oft für
Stunden oder Tage. Sie können durch Verletzungen, Entzündungen, Infektionen oder medizinische Verfahren
wie Operationen verursacht werden. Akute Schmerzen können oft mit Schmerzmitteln oder anderen
Behandlungen gelindert werden und heilen normalerweise innerhalb kurzer Zeit ab.
Es ist wichtig zu beachten, dass Schmerzempfindungen individuell unterschiedlich sein können und dass die
Schwere und Dauer von Schmerzen auch von Person zu Person unterschiedlich sein kann.
RECHTE
Pflege relevant. Hier sind weitere wichtige Begriffe, Paragrafen und Gesetze in der Pflege:
• Pflegeprozess: Der Pflegeprozess ist ein strukturierter Ansatz zur Pflegeplanung und -durchführung,
der aus fünf Schritten besteht: Beurteilung, Diagnose, Planung, Durchführung und Bewertung.
• Patientenrechte: Die Patientenrechte umfassen eine Reihe von Rechten, die Patienten in Bezug auf
ihre Gesundheitsversorgung und Behandlung haben. Dazu gehören unter anderem das Recht auf
Selbstbestimmung, das Recht auf umfassende Informationen über ihre Behandlung und das Recht auf
Privatsphäre.
-> Die Patientenrechte sind im Sozialgesetzbuch (SGB) V, § 2 Abs. 1 und § 27 Abs. 1 verankert.
• Pflegekammer: Eine Pflegekammer ist eine berufsständische Organisation für Pflegekräfte. Sie vertritt
die Interessen von Pflegekräften und fördert die Qualität der Pflege.
-> Die Pflegekammer ist in Deutschland nicht bundesweit verpflichtend. In einigen Bundesländern gibt es
jedoch Pflegekammern, die auf der Grundlage landesrechtlicher Regelungen gegründet wurden.
-> Die Patientenverfügung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), § 1901a, § 1901b und § 1904 verankert.
• Berufsgesetze: Berufsgesetze regeln die Ausübung des Pflegeberufs und enthalten Vorschriften zur
Berufszulassung, Ausbildung und Pflichten von Pflegekräften.
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-> Das Berufsgesetz für Pflegefachpersonen (Pflegeberufegesetz – PflBG) regelt in Deutschland seit dem 1.
Januar 2020 die Ausbildung, Zulassung und Tätigkeit von Pflegekräften.
• SGB V: Das Sozialgesetzbuch V ist ein deutsches Gesetz, das die Krankenversicherung regelt. Es enthält
Bestimmungen zur Leistungserbringung, Kostenübernahme und Organisation von
Gesundheitsdienstleistungen.
-> Das Sozialgesetzbuch (SGB) V ist die Grundlage für das deutsche Krankenversicherungssystem und regelt
unter anderem den Leistungskatalog, die Finanzierung und die Organisation von Gesundheitsdienstleistungen.
• Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO): Die DSGVO ist eine EU-Verordnung, die den Schutz
personenbezogener Daten regelt. Sie ist auch in der Pflege wichtig, da Patientendaten vertraulich
behandelt werden müssen.
-> Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelt den Schutz personenbezogener Daten in der
Europäischen Union und ist auch in der
• Aufklärungspflicht: Die Aufklärungspflicht ist die Pflicht des Arztes oder des Pflegepersonals, den
Patienten über die Art, den Umfang, die Durchführung und die Risiken einer medizinischen
Behandlung aufzuklären.
• Hygiene: Hygiene bezieht sich auf Maßnahmen, die ergriffen werden, um Infektionen und Krankheiten
zu vermeiden. In der Pflege ist dies besonders wichtig, da Patienten oft ein geschwächtes
Immunsystem haben.
-> Die Hygienevorschriften sind im Infektionsschutzgesetz (IfSG) und in der Verordnung zur Verhütung
übertragbarer Krankheiten (Hygiene-Verordnung) verankert.
-> Eine Berufshaftpflichtversicherung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber in der Regel von
Arbeitgebern empfohlen oder verlangt.
-> Die Medikamentenverordnung ist im Arzneimittelgesetz (AMG) geregelt und wird in der Pflege oft durch
Pflegeleitlinien ergänzt.
• Arbeitszeitgesetz: Das Arbeitszeitgesetz regelt die Arbeitszeit von Arbeitnehmern und schützt sie vor
Überarbeitung.
-> Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) gilt für alle Arbeitnehmer und regelt unter anderem die Höchstarbeitszeit,
Pausenzeiten und Ruhezeiten.
• Berufsordnung: Eine Berufsordnung ist eine Satzung oder eine Verordnung, die die Berufsausübung
und die ethischen Standards für einen bestimmten Beruf regelt.
-> Die Berufsordnung für Pflegefachpersonen ist in den jeweiligen Landespflegekammergesetzen geregelt und
enthält unter anderem Verhaltensregeln, Berufspflichten und ethische Grundsätze für Pflegekräfte.
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• Gewaltprävention: Gewaltprävention bezieht sich auf die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen,
um Gewalt in der Pflege zu verhindern und zu bekämpfen.
-> Gewaltprävention ist in der Pflege durch verschiedene Vorschriften wie das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz
(PpSG) und die Qualitätsprüfungs-Richtlinien geregelt.
-> Qualitätsmanagement ist in der Pflege durch verschiedene Vorschriften wie das Pflege-
Qualitätssicherungsgesetz (PQsG) und die Qualitätsprüfungs-Richtlinien geregelt.
-> Die PpUGV ist in der Pflege relevant, da sie sicherstellen soll, dass ausreichend qualifiziertes Personal für
eine angemessene Versorgung erhalten und die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals reduziert wird.
-> In der Pflege sind Pflegekräfte oft körperlich belastet und können einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt
sein, weshalb die Berufsgenossenschaft in der Pflege relevant ist.
Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und das Sozialgesetzbuch VI (SGB VI) können in der Pflege
verschiedene Leistungen übernehmen. Hier sind einige Beispiele:
GKV:
• Ambulante und stationäre Krankenpflege: Die GKV übernimmt die Kosten für die Behandlung und
Versorgung von Patienten in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.
• Häusliche Krankenpflege: Wenn ein Patient zuhause gepflegt wird, kann die GKV die Kosten für eine
ambulante Pflegekraft oder einen Pflegedienst übernehmen.
• Medizinische Hilfsmittel: Die GKV kann die Kosten für medizinische Hilfsmittel wie Rollstühle,
Hörgeräte oder Inkontinenzprodukte übernehmen.
• Vorsorgeuntersuchungen: Die GKV übernimmt die Kosten für verschiedene Vorsorgeuntersuchungen,
zum Beispiel für Krebsvorsorge oder Früherkennungsuntersuchungen.
• Rehabilitation: Die GKV kann die Kosten für eine medizinische Rehabilitation oder
Anschlussheilbehandlung übernehmen.
Voraussetzungen:
Für die Leistungen der GKV müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, zum Beispiel eine ärztliche
Verordnung oder eine entsprechende Diagnose. Zudem kann es sein, dass Zuzahlungen oder
Selbstbeteiligungen vom Patienten geleistet werden müssen.
SGB VI:
• Unterstützung bei häuslicher Pflege: Die Rentenversicherung kann durch Beratung und finanzielle
Hilfen bei der häuslichen Pflege unterstützen.
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• Teilhabe am Arbeitsleben: Wenn ein Pflegebedürftiger weiterhin berufstätig sein möchte, kann die
Rentenversicherung durch verschiedene Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben unterstützen.
• Stationäre Rehabilitation: Wenn eine Rehabilitation in einer stationären Einrichtung notwendig ist,
kann die Rentenversicherung die Kosten übernehmen.
Voraussetzungen:
Auch hier müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, um die Leistungen in Anspruch nehmen zu können.
Zum Beispiel muss eine Pflegebedürftigkeit festgestellt sein, oder es muss eine ärztliche Verordnung vorliegen.
Zudem können auch hier Zuzahlungen oder Selbstbeteiligungen vom Patienten geleistet werden müssen.
Die Feststellung der Pflegebedürftigkeit erfolgt in der Regel durch eine Begutachtung durch den Medizinischen
Dienst der Krankenkassen (MDK). Dabei werden verschiedene Kriterien wie zum Beispiel die Selbstständigkeit
bei Alltagsaktivitäten, die Mobilität oder die kognitive Fähigkeiten bewertet. Anhand dieser Bewertung wird
dann festgelegt, ob eine Person pflegebedürftig ist und in welche Pflegestufe sie eingestuft wird. Diese
Einstufung entscheidet darüber, welche Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden
können.
Der Prozess der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit durch den Medizinischen Dienst der
Krankenkassen (MDK) verläuft in folgenden Schritten:
• Antragstellung: Die Antragstellung erfolgt in der Regel durch die pflegebedürftige Person oder durch
Angehörige bei der Pflegekasse.
• Terminvereinbarung: Die Pflegekasse vereinbart einen Termin mit dem MDK zur Begutachtung.
• Begutachtung: Der MDK besucht die pflegebedürftige Person zu Hause oder im Pflegeheim und führt
die Begutachtung durch. Dabei werden verschiedene Kriterien wie Selbstständigkeit bei
Alltagsaktivitäten, Mobilität oder kognitive Fähigkeiten bewertet.
• Gutachten: Der MDK erstellt ein Gutachten, in dem die Pflegebedürftigkeit festgestellt und die
Pflegestufe festgelegt wird.
• Entscheidung: Die Pflegekasse entscheidet auf Basis des Gutachtens, welche Leistungen der
Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden können.
• Widerspruch: Falls die pflegebedürftige Person mit der Entscheidung nicht einverstanden ist, kann sie
Widerspruch einlegen und gegebenenfalls Klage einreichen.
Die SGB XI (Sozialgesetzbuch XI) regelt die Leistungen der Pflegeversicherung und umfasst folgende
Leistungen:
• Pflegegeld: Eine finanzielle Unterstützung, die an pflegende Angehörige gezahlt wird, die eine
pflegebedürftige Person zu Hause versorgen. Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson nicht
erwerbsmäßig tätig ist und die Pflegebedürftigkeit mindestens in Pflegestufe 2 eingestuft ist
• Sachleistungen: Hierbei werden Pflegedienste beauftragt, die Leistungen wie Grundpflege oder
hauswirtschaftliche Versorgung erbringen. Voraussetzung ist ebenfalls eine Einstufung in mindestens
Pflegestufe 2.
• Kombinationsleistungen: Hierbei kann die pflegebedürftige Person sowohl Pflegegeld als auch
Sachleistungen in Anspruch nehmen.
• Tages- und Nachtpflege: Eine teilstationäre Pflegeform, bei der die pflegebedürftige Person tagsüber
in einer Einrichtung betreut wird und nachts zu Hause ist.
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• Kurzzeitpflege: Eine vorübergehende stationäre Pflegeform, die zum Beispiel nach einem
Krankenhausaufenthalt oder bei Abwesenheit der Pflegeperson genutzt werden kann.
• Verhinderungspflege: Eine zeitlich begrenzte Ersatzpflege, die die Pflegeperson entlastet, wenn sie
durch Krankheit oder Urlaub ausfällt.
DIE VORAUSSETZUNG FÜR ALLE LEISTUNGEN IST EINE EINSTUFUNG IN EINE DER DREI
PFLEGESTUFEN ODER IN DEN SEIT 2017 GELTENDEN PFLEGEGRAD, DIE DURCH EINE
BEGUTACHTUNG DURCH DEN MEDIZINISCHEN DIENST DER KRANKENKASSEN (MDK) ERFOLGT.
2) DerBewohner/Patientistdamiteinverstanden,dassdiePflegekraftdieMaßnahme durchführt.
Sinnvoll ist eine schriftliche Verordnung. Wenn telefonisch angeordnet wird durch den Arzt, sollte eine Zeugin/
ein Zeuge mithören und die Verordnung bestätigen. Geht das nicht: die vorgelesen und genehmigt Praxis!
5) DieausführendePflegekraftistausreichendqualifiziert.
Unterschieden wird hier zwischen formeller und materieller Qualifikation. Formelle Qualifikation: Welche
Ausbildung hat die Pflegekraft?
6) DieausführendePflegekraftistzuderÜbernahmebereit.
7) DelegationanAuszubildende
Auf Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege dürfen „zum Zweck der Ausbildung“ ärztliche
Aufgaben nur übertragen werden, wenn die Ausführung zunächst „unter Aufsicht“ (=Anwesenheit) des Arztes
oder (bei einfachen Verrichtungen) einer besonders instruierten Pflegekraft“ erfolgt und später (im 2. oder 3.
Ausbildungsjahr) regelmäßig überprüft wird.
Dabei ist sicherzustellen, dass die jeweils angewandte Technik theoretisch beherrscht wird, die Injektionen nur
zum Zwecke der Ausbildung vorgenommen werden und die individuellen Fähigkeiten des Schülers
berücksichtigt werden.
Bei unproblematischen s.c. Injektionen wird man nach entsprechender Unterweisung und Bewährung am Ende
der Ausbildung die Anwesenheit des Ausbilders nicht mehr verlangen müssen.
UNTERLASSUNGSDELIKTE
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Unterlassungsdelikte sind Straftat, bei denen das strafbare Verhalten in der Nichtvornahme einer Handlung
besteht.
Strafbar kann nicht nur eine Handlung (Tun), sondern auch ein Unterlassen sein. Allerdings wird Unterlassen
nur dann bestraft, wenn der Unterlassende eine rechtliche Pflicht zum Handeln hatte.
• echten Unterlassungsdelikte
• unechten Unterlassungsdelikte (§ 13 Strafgesetzbuch, StGB)
Sie werden durch ein bloßes Unterlassen einer vom Gesetz geforderten Tätigkeit begangen.
Beispiele sind:
• das "sich nicht Entfernen" beim Hausfriedensbruch (§ 123 Absatz 1 Alternative 3 StGB)
• die Nichtanzeige geplanter Verbrechen (§ 138 StGB)
• die unterlassene Hilfeleistung (§ 323c StGB)
• das Nichterfüllen von Buchführungs- und Bilanzierungspflichten für bestimmte Personen
"Unechte" Unterlassungsdelikte liegen vor, wenn der Täter auf Grund seiner besonderen Aufsichtspflichten
(= Obhutspflichten) eine Garantenstellung hat. Er muss Schaden von der Person vermeiden und wird
bestraft, wenn er solche Schädigungen nicht verhindert. Nichthandeln wird bestraft, weil man Handeln
müssen hätte.
Jede Straftat kann damit grundsätzlich auch durch Unterlassen begangen werden, soweit zusätzliche
Voraussetzungen vorliegen.
• Gesetz (z. B. § 1353 des Bürgerlichen Gesetzbuches, wonach Ehegatten verpflichtet sind, Leibes- und
Lebensgefahren voneinander abzuwenden)
• der (vertraglichen) Übernahme der Gewähr für ein Rechtsgut (z. B. Arztbehandlung von Kranken,
Bademeister für Badegäste, Pflegekräfte für die Bewohner)
• enger persönlicher Verbundenheit (z. B. Verwandte in gerader Linie)
• einer Lebens- und Gefahrengemeinschaft (Bergsteiger,
• Expeditionsteilnehmer)
• pflichtwidrigem gefahrbegründendem Vorverhalten, so genannte "Ingerenz" (z. B. Ausheben einer
Baugrube)
• der Verantwortlichkeit für besondere Gefahrenquellen (Fahrzeughalter, Hauseigentümer)
Ein Beispielsfall für ein unechtes Unterlassungsdelikt ist der Fall einer Mutter, die ihren Säugling absichtlich
verhungern lässt. Sie hätte aus ihrer besonderen Stellung gegenüber dem Kind die Pflicht gehabt, es zu füttern.
Es stellt sich die Frage, wie die Mutter zu bestrafen ist. Zwar ist die fahrlässige Tötung strafbar (§ 222 StGB), die
Mutter handelte jedoch vorsätzlich. Aufgrund § 13 StGB wird das Unterlassen einem Tun gleichgestellt. Die
Mutter wird also so bestraft, als hätte sie das Kind durch eine entsprechende Handlung getötet, obwohl sie
"nichts getan" hat.
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Strafbarkeit der Mutter: Tötung durch Unterlassen ( §§ 212, 13 StGB) Unechte Unterlassungsdelikte sind
allerdings nur strafbar, wenn:
War dem Täter die gebotene Handlung nicht zuzumuten, kann dies zu einer fehlenden Schuld des Täters
führen, so dass er straffrei bleibt.
• Volljährigkeit
• Psychische Erkrankung oder geistige, seelische oder körperliche Behinderung
• Unfähigkeit zur Erledigung der eigenen (rechtlichen) Angelegenheiten
• Andere Hilfen sind nicht ausreichend (Nachbarn, Familie, Sozialer Dienst o.a.)
• Es gibt keine Vorsorgevollmacht.
• Alle Angelegenheiten (Ausnahme, nur wenn keine Restfähigkeiten mehr vorhanden sind; hat zur
Folge, dass der Betreute das Wahlrecht verliert)
• Vermögenssorge
• Wohnungsangelegenheiten
• Gesundheitssorge
• Aufenthaltsbestimmung
• Vertretung gegenüber Behörden
5. Genehmigungsbedürftige Entscheidungen des Betreuers (hier ist die Zustimmung des Betreuungsgerichts
notwendig)
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• Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung
• Unterbringungsähnliche freiheitsbeschränkende Maßnahmen (Fixierung etc.)
• Gesundheitsbedrohliche bzw. lebensbedrohliche Untersuchungen des Gesundheitszustandes
• Vermögensverfügungen ab ca. 2.500 Euro
• Kündigung von Mietverhältnissen
GARANTENSTELLUNG
Die Garantenstellung ist ein Begriff aus dem Strafrecht (§ 13 StGB). Es handelt sich dabei um die Pflicht einer
Person, dafür einzustehen, dass ein bestimmter tatbestandlicher Erfolg (z.B. Körperverletzung) nicht eintritt.
Tut sie das nicht, macht sie sich strafbar wegen Unterlassen (Nichtstun).
Beispiel:
Eine Pflegekraft hat die Garantenstellung, eine Körperverletzung an einem Patienten zu verhindern, indem sie
angemessene Maßnahmen ergreift, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Wenn die Pflegekraft gewalttätiges
Verhalten von anderen Patienten oder Mitarbeitern bemerkt und nicht einschreitet oder entsprechende
Vorkehrungen trifft, könnte sie strafrechtlich belangt werden, da sie ihre Garantenpflicht zur Verhinderung von
Körperverletzung verletzt hat.
Einfach erklärt:
Garantenstellung bedeutet, dass jemand die Verantwortung hat, auf etwas oder jemanden aufzupassen und
sicherzustellen, dass nichts Schlechtes passiert.
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Wer kann eine solche Jeder Mensch der Jeder der einwilligungsfähig Jeder der
Vollmacht schreiben? Geschäftsfähig ist (18 Jahre ist. Einwilligungsfähigkeit ist einwilligungsfähig ist. Die
alt und geistig die Fähigkeit Art, Umfang Fähigkeit Art, Umfang und
Welche Fähigkeiten
zurechnungsfähig). und Auswirkung der Auswirkung der
muss der Mensch
Maßnahme einzuschätzen Maßnahme einzuschätzen
haben?
und zu genehmigen und zu genehmigen.
Was wird in dieser Wer soll mein Wie möchte ich behandelt Wer soll mein Betreuer
Vollmacht geregelt? Bevollmächtigter sein. werden, wenn ich mich nicht werden, wenn ich einen
Was steht drin? mehr äußern [Link] soll brauche.
In welchen Bereichen
bevollmächtige ich der Bevollmächtigte oder Ich bekomme einen
(Vermögensangelegenheiten, der Betreuer hier beachten. Betreuer, wenn ich keine
Zum Beispiel PEG bei Vollmacht geschrieben
Gesundheitsfürsorge...)Was
habe.
soll der Bevollmächtigte hier Demenz im letzten Stadium
beachten.
Welche Bedeutung Die PK weiß an wen sie sich Die PK weiß welche Die PK weiß, wer zum
hat diese Vollmacht wenden kann, wenn der Behandlung der Patient Betreuer ernannt werden
für die Pflegekraft? Bewohner nicht mehr wünscht und welche er nicht soll, wenn der Bewohner
einwilligungsfähig ist. möchte und kann und muss nicht mehr mit seinen
sich schützend vor den Angelegenheiten selber
Patienten stellen. klar kommt. Die PK oder
die PDL sollte dann eine
Betreuung veranlassen bei
Gericht.
Welche Vorteile hat Es ist günstiger als eine Alle Betroffenen wissen wie Kontrolle des Betreuers
es, wenn man für sich [Link] der Patient behandelt durch das Gericht.
diese Vollmacht Bevollmächtigte muss nicht werden möchte.
macht?
vom Richter ernannt werden.
Er kann sofort loslegen,
wenn der Vollmachtgeber
ausfällt.
Welche Nachteile Kaum Kontrolle durch Ich kann beim Schreiben Kosten entstehen, die der
gibt es, wenn man öffentliche Stellen (Gericht). einer Vollmacht noch nicht Betreute zahlen muss.
diese Vollmacht hat? wirklich wissen, was ich
möchte, wenn ich die
Krankheit wirklich habe.
Was sind FeM in der Pflege? Wer erlaubt FeMs? Welche Welche Alternativen gibt es,
Pflegeprobleme mit denen man FeM
machen FeMs beim vermeiden kann?
Bewohner?
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Fixierung durch mechanische Der Bewohner kann bei Erhöhtes Risiko für Einsatz bei von Schutzhosen
Vorrichtungen(Bettgitter, vorliegender medizinische und HüftprotektorenEinsatz
Gurte, Feststellen von Einwilligungsfähigkeit in Komplikationen wie von geteilten Bettgittern
eine FeM einwilligen. Infektionen,
Therapie- bzw. Stecktischen) Einsatz von
Dekubitus,
Bettalarmsystemen,
Kontrakturen,
Pneumonien
Einsperren des Bewohners Einwilligungsfähigkeit: Gefährdung durch Bettsensoren, absenkbare
im Zimmer, auf der Station, Der Bewohner versteht unzureichende Betten
in der Einrichtung, die Maßnahme und was Fixierung
kompliziert sie für ihn bedeutet.
Schließmechanismen, wie
Trickschlösser oder zu hoch
angebrachte Türgriffe,
Drehkaufe.
Chemische Fixierung durch Bei fehlender Verstärkung von Verbesserung der
Medikamente, wenn sie Einwilligungsfähigkeit Angst- und pharmakologischen Therapie
verabreicht werden um den kann der Arzt für 24 Unruhezuständen (Medikamente werden
Bewohner an der Stunden FeMs
überprüft auf
Fortbewegung zu hindern. anordnen, wenn eine
akute erhebliche Gefahr Wechselwirkungen und
vorhanden ist und es Notwendigkeit)Physiotherapie,
keine andere Alternative z.B. gezieltes Muskel- oder
gibt. Balancetraining (Krankenkasse
(Rechtfertigungsgrund: finanziert dies evtl.)
Notstand)
Sonstige Vorkehrungen wie Bei fehlender Unerwünschte Musiktherapie,
das Feststellen des Einwilligungsfähigkeit Wechselwirkungen Bewegungstherapie
Rollstuhls, das Zurückhalten kann der Richter FeMs bei der chemischen Verwendung von
durch das Personal, anordnen, wenn eine Fixierung mit Personensuchsystemen
Wegnahme von dauerhafte erhebliche anderen
Fortbewegungsmöglichkeiten Gefahr vorhanden ist Medikamenten (oft
und es keine andere multimorbide
Alternative gibt. Bewohner)
Insgesamt steigt die Fortbildung des Personals
Sturzgefahr durch
fehlende Bewegung
und den Einsatz von
Medikamenten
ETHIK
Ethik befasst sich mit der Untersuchung von moralischen Fragen wie z.B. der Rolle von Tugenden wie
Ehrlichkeit, Verantwortlichkeit, Empathie und Mitgefühl bei der Entscheidungsfindung. Sie untersucht auch
verschiedene ethische Theorien, die helfen können, moralische Entscheidungen zu treffen, wie beispielsweise
Utilitarismus, Deontologie und Tugendethik.
Ethik in der Pflege bezieht sich auf die moralischen Standards und Werte, die bei der Pflege von Patienten und
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der Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle spielen. Es geht darum, sicherzustellen,
dass die Bedürfnisse und Rechte der Patienten respektiert werden und dass sie in ihrer Behandlung würdevoll
behandelt werden.
Einige der wichtigsten ethischen Prinzipien in der Pflege umfassen:
• Autonomie: Das Prinzip der Autonomie betont die Bedeutung der Selbstbestimmung und der Freiheit
bei der Entscheidungsfindung in Bezug auf die Gesundheitsversorgung.
• Nicht-Malefizenz: Das Prinzip der Nicht-Malefizenz besagt, dass Pflegekräfte und Ärzte ihre Patienten
nicht schädigen oder ihnen Leid zufügen dürfen.
• Wohltätigkeit: Das Prinzip der Wohltätigkeit besagt, dass Pflegekräfte und Ärzte alles tun sollten, um
das Wohlergehen und die Gesundheit ihrer Patienten zu fördern.
• Gerechtigkeit: Das Prinzip der Gerechtigkeit betont die Bedeutung von Fairness und Gleichheit bei der
Verteilung von medizinischer Versorgung und Ressourcen.
Pflegekräfte müssen diese ethischen Prinzipien bei der Behandlung ihrer Patienten berücksichtigen und
sicherstellen, dass ihre Entscheidungen und Handlungen auf moralischen und ethischen Werten basieren.
Wenn Sie ein ethisches Dilemma lösen möchten, können Sie folgende Schritte befolgen:
• Identifizieren Sie das Problem und die zugrunde liegenden Werte und Prinzipien.
• Sammeln Sie alle relevanten Informationen.
• Entwickeln Sie eine Liste von möglichen Handlungsoptionen, die auf den zugrunde liegenden
ethischen Prinzipien basieren.
• Überprüfen Sie die möglichen Konsequenzen jeder Handlungsoption.
• Treffen Sie eine Entscheidung, die mit Ihren ethischen Prinzipien und Werten übereinstimmt.
• Handeln Sie entsprechend.
In manchen Fällen gibt es keine "richtige" Lösung für ein ethisches Dilemma. In solchen Situationen sollten Sie
eine Entscheidung treffen, die auf Ihrem moralischen Kompass basiert und gut durchdacht ist.
1) Utilitarismus: Das Prinzip des größten Glücks besagt, dass man Handlungen auswählen sollte, die das
größte Glück für die meisten Menschen bringen.
2) Deontologie: Die Pflichtethik besagt, dass man Handlungen wählen sollte, die der moralischen Pflicht
entsprechen, unabhängig von den Folgen.
3) Tugendethik: Die Tugendethik konzentriert sich auf die Entwicklung von tugendhaften Eigenschaften
wie Mut, Bescheidenheit und Gerechtigkeit und wie sie in moralischen Entscheidungen angewendet
werden können.
4) Gerechtigkeit: Das Prinzip der Gerechtigkeit betont die Bedeutung von Fairness und Gleichheit und
wie diese Werte in moralischen Entscheidungen und Handlungen angewendet werden können.
5) Autonomie: Das Prinzip der Autonomie betont die Bedeutung von Selbstbestimmung und Freiheit bei
der Entscheidungsfindung.
Diese Prinzipien dienen als Leitfaden für die Moral und helfen dabei, Entscheidungen zu treffen, die auf Werten
und Prinzipien basieren, die als ethisch und moralisch akzeptabel angesehen werden.
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PFLEGESTANDARTS
Die Expertenstandards sind Leitlinien, die in der Pflegepraxis verwendet werden, um die Qualität der Pflege zu
verbessern. Hier ist eine kurze und einfache Erklärung für jeden der genannten Expertenstandards:
- Maßnahmen zur Vermeidung von Druckgeschwüren (Dekubitus) bei bettlägerigen oder immobilisierten
Patienten.
- Strukturierte Planung und Organisation der Entlassung von Patienten, um eine kontinuierliche und
koordinierte Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt sicherzustellen.
- Angemessene Beurteilung, Behandlung und Überwachung von Schmerzen bei Patienten, um deren Leiden
zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
- Maßnahmen zur Vorbeugung von Stürzen bei älteren oder sturzgefährdeten Personen, um Verletzungen zu
verhindern.
- Unterstützung von Maßnahmen zur Erhaltung und Wiedererlangung der Blasenkontrolle bei Patienten mit
Harninkontinenz.
- Fachgerechte Versorgung und Behandlung von langfristigen Wunden, um die Heilung zu fördern und
Komplikationen zu vermeiden.
7. Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege:
- Maßnahmen zur Sicherstellung einer ausreichenden Ernährung bei Patienten, die Schwierigkeiten mit der
Nahrungsaufnahme haben, um ihre Gesundheit und das Wohlbefinden zu verbessern.
- Unterstützung einer natürlichen, nicht-medikamentösen Geburt und Förderung des Wohlbefindens von
Mutter und Kind während des Geburtsprozesses.
- Maßnahmen zur Erhaltung und Steigerung der körperlichen Beweglichkeit von Patienten, um ihre
Selbstständigkeit und Lebensqualität zu verbessern.
- Aufbau und Pflege einer einfühlsamen, respektvollen und unterstützenden Beziehung zu demenzkranken
Menschen, um deren Wohlbefinden und Lebensqualität zu fördern.
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- Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Mundgesundheit von Patienten, einschließlich
Mundhygiene, Pflege der Zähne und des Zahnfleischs.
EBN
EBN steht für evidenzbasierte Pflege und ist ein Ansatz, bei dem pflegerische Entscheidungen und
Interventionen auf dem besten verfügbaren wissenschaftlichen Beweis basieren. Es bezieht sich auf die
Anwendung aktueller Forschungsergebnisse, klinischer Studien und anderer evidenzbasierter Informationen
auf die Pflegepraxis.
Das Ziel der EBN besteht darin, die Qualität der Pflege zu verbessern, indem Pflegefachkräfte evidenzbasierte
Richtlinien und bewährte Verfahren in ihrer täglichen Arbeit anwenden. Anstatt sich ausschließlich auf
Erfahrung oder Meinungen zu verlassen, werden Entscheidungen aufgrund solider Forschungsergebnisse und
des besten verfügbaren Wissens getroffen.
EBN beinhaltet die sorgfältige Beurteilung der verfügbaren Evidenz, um ihre Relevanz und Anwendbarkeit auf
individuelle Patienten und klinische Situationen zu bestimmen. Es berücksichtigt auch die Bedürfnisse und
Präferenzen der Patienten, um eine individualisierte Pflege anzubieten.
Durch die Implementierung von EBN können Pflegefachkräfte sicherere, effektivere und effizientere
Pflegepraktiken anbieten, die auf solider Evidenz basieren. Es fördert auch eine kontinuierliche berufliche
Weiterentwicklung, da Pflegefachkräfte ständig auf dem neuesten Stand der Forschung bleiben und ihre Praxis
entsprechend aktualisieren müssen.
1. Verbesserte Patientenversorgung: EBN trägt dazu bei, dass Pflegepraktiken auf dem neuesten Stand
der Forschung sind und dadurch die Versorgung der Patienten verbessert wird.
2. Geringeres Risiko von Fehlern: Durch die Anwendung evidenzbasierter Richtlinien und Verfahren
können potenzielle Fehler reduziert werden.
3. Effizienzsteigerung: EBN unterstützt die effiziente Nutzung von Ressourcen und kann zu
Kosteneinsparungen führen.
4. Bessere Entscheidungsgrundlage: EBN liefert Pflegefachkräften evidenzbasierte Informationen, um
fundierte Entscheidungen in Bezug auf die Pflege zu treffen.
5. Höhere Patientensicherheit: Durch die Anwendung von EBN können potenzielle Risiken und
Komplikationen minimiert werden, was zu einer erhöhten Sicherheit der Patienten führt.
6. Standardisierung der Pflegepraxis: EBN fördert die Standardisierung von Pflegeinterventionen, was die
klinische Konsistenz und Qualität verbessert.
7. Förderung des Lernens: EBN ermutigt Pflegefachkräfte dazu, sich kontinuierlich mit der aktuellen
Forschung und evidenzbasierten Praktiken auseinanderzusetzen, was zu einer kontinuierlichen
fachlichen Weiterentwicklung führt.
8. Patientenzentrierte Pflege: EBN berücksichtigt die Bedürfnisse, Präferenzen und Werte der Patienten,
um eine individualisierte und patientenzentrierte Pflege zu gewährleisten.
9. Zusammenarbeit im Team: EBN fördert die Zusammenarbeit zwischen Pflegefachkräften, Ärzten und
anderen Gesundheitsdienstleistern, um die Qualität der Pflege zu verbessern.
10. Förderung der Forschung: EBN trägt zur Weiterentwicklung des pflegewissenschaftlichen Wissens bei
und fördert die Durchführung neuer Forschungsstudien.
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Nachteile von Evidenzbasierter Pflege (EBN):
1. Begrenzte externe Validität: Die Ergebnisse aus Studien und Forschung können möglicherweise nicht
immer auf alle klinischen Situationen und Patientenpopulationen übertragen werden.
2. Zeitliche Herausforderungen: Das Durchführen von Literaturrecherchen, das Bewerten der Evidenz
und das Anwenden von EBN erfordern zusätzlichen Zeitaufwand, der in der klinischen Praxis begrenzt
sein kann.
3. Mangelnde Verfügbarkeit von Evidenz: Es gibt möglicherweise nicht immer ausreichende Evidenz oder
Forschungsergebnisse zu bestimmten pflegerischen Interventionen oder Fragen.
4. Komplexität der Forschungsmethodik: Das Verständnis und die Anwendung von Forschungsmethoden
und Statistik erfordern spezifisches Wissen und Schulung, das nicht alle Pflegefachkräfte besitzen.
5. Widerstand gegen Veränderungen: Die Einführung von evidenzbasierten Praktiken kann auf
Widerstand treffen, insbesondere wenn diese von etablierten Traditionen oder Routinen abweichen.
6. Einschränkung der individuellen Pflege: EBN kann dazu führen, dass individuelle klinische Erfahrungen
und Expertise weniger berücksichtigt werden, was zu einer möglichen Einschränkung der
personalisierten Pflege führen könnte.
7. Kosten für Fortbildung und Schulung: Die Weiterbildung des Pflegepersonals in Bezug auf EBN kann
mit zusätzlichen Kosten für Schulungen und Fortbildungen verbunden sein.
8. Begrenzte Verfügbarkeit von Ressourcen: Es kann eine begrenzte Verfügbarkeit von Zugang zu
evidenzbasierter Literatur, Datenbanken und Fachexperten geben, insbesondere in bestimmten
Regionen oder Einrichtungen.
9. Potenzielle Verzögerung bei der Umsetzung: Es kann eine zeitliche Verzögerung zwischen der
Veröffentlichung neuer evidenzbasierter Informationen und ihrer tatsächlichen Umsetzung in die
klinische Praxis geben.
10. Berücksichtigung von individuellen Unterschieden: EBN kann dazu neigen, die Unterschiede zwischen
den einzelnen Patienten zu vernachlässigen, da sie auf aggregierten Daten und Durchschnittswerten
basiert.
ICN
Der ICN (International Council of Nurses) ist eine weltweite Organisation, die sich für die Belange der
Pflegeberufe auf internationaler Ebene einsetzt. Der ICN fördert die Zusammenarbeit zwischen
Pflegeverbänden aus verschiedenen Ländern, unterstützt die berufliche Weiterentwicklung von
Pflegefachkräften und setzt sich für die Anerkennung und Wertschätzung der Pflege als eigenständige Disziplin
ein. Der ICN veröffentlicht Leitlinien und Empfehlungen zur Verbesserung der Pflegepraxis, setzt ethische
Standards und vertritt die Interessen der Pflegeberufe gegenüber internationalen Organisationen und
Entscheidungsträgern. Insgesamt ist der ICN eine wichtige Organisation, die sich weltweit für die Stärkung und
Förderung der Pflege einsetzt.
1. Förderung der Interessen der Pflegeberufe: Der ICN setzt sich dafür ein, die Interessen der
Pflegefachkräfte weltweit zu vertreten und ihre Bedürfnisse anzuerkennen.
2. Verbesserung der Pflegepraxis: Der ICN entwickelt und fördert evidenzbasierte Leitlinien, Standards
und bewährte Verfahren, um die Qualität der Pflegepraxis zu verbessern und sicherzustellen, dass die
Patientenversorgung den höchsten Standards entspricht.
3. Förderung der beruflichen Weiterentwicklung: Der ICN unterstützt die berufliche Weiterentwicklung
von Pflegefachkräften, indem er Bildungsprogramme, Schulungen und Konferenzen anbietet, um ihre
Fähigkeiten und Kenntnisse zu erweitern.
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4. Stärkung der Pflegeberufe: Der ICN setzt sich für die Anerkennung und Wertschätzung der Pflege als
eigenständige und unverzichtbare Berufsgruppe im Gesundheitswesen ein. Er fördert die Stärkung der
Rolle der Pflegefachkräfte und ihre Beteiligung an Entscheidungsprozessen.
5. Förderung der globalen Gesundheit: Der ICN arbeitet daran, die Gesundheit der Menschen weltweit zu
verbessern, indem er sich für die Förderung von Gesundheitsprogrammen, die Prävention von
Krankheiten und den Zugang zu qualitativ hochwertiger Pflege und Gesundheitsversorgung einsetzt.
6. Förderung der Zusammenarbeit: Der ICN fördert den Austausch, die Zusammenarbeit und die
Vernetzung zwischen Pflegeverbänden, Regierungen, internationalen Organisationen und anderen
Akteuren im Gesundheitswesen, um gemeinsam die Gesundheitsversorgung zu verbessern.
7. Förderung der Gleichstellung: Der ICN setzt sich für die Förderung der Gleichstellung in der Pflege ein,
einschließlich der Geschlechtergerechtigkeit, der Anerkennung der Vielfalt innerhalb des Berufsstands
und der Beseitigung von Diskriminierung.
1. Diese Ziele dienen dazu, die Pflegepraxis zu verbessern, die Rechte und Bedürfnisse der
Pflegefachkräfte zu fördern und die globale Gesundheit voranzutreiben. Der ICN spielt eine wichtige
Rolle bei der Vertretung und Stärkung der Pflegeberufe auf internationaler Ebene.
Neben den oben genannten Zielen gibt es weitere wichtige Aspekte im Zusammenhang mit dem International
Council of Nurses (ICN):
2. Ethik und Professionalität: Der ICN legt großen Wert auf ethische Grundsätze in der Pflegepraxis. Er fördert
die Einhaltung ethischer Standards, den Schutz der Rechte der Patienten und die Förderung einer
professionellen und verantwortungsvollen Pflege.
3. Forschung und Evidenz: Der ICN unterstützt die Förderung von Forschung in der Pflege, um das Wissen und
die Evidenzbasis für die Pflegepraxis weiter auszubauen. Die Integration von Forschungsergebnissen in die
Praxis trägt zur kontinuierlichen Verbesserung der Pflege bei.
4. Advocacy und politische Einflussnahme: Der ICN engagiert sich aktiv in der Advocacy-Arbeit, um die
Interessen der Pflegeberufe auf politischer Ebene zu vertreten. Er setzt sich für die Schaffung von politischen
Rahmenbedingungen ein, die die Pflegepraxis unterstützen und verbessern.
5. Kapazitätsentwicklung: Der ICN unterstützt Länder und Organisationen bei der Stärkung der
Pflegekapazitäten, insbesondere in ressourcenbeschränkten Regionen. Dies umfasst die Unterstützung bei der
Ausbildung von Pflegefachkräften, dem Aufbau von Pflegesystemen und der Verbesserung der
Arbeitsbedingungen.
6. Krisenbewältigung und Notfallvorsorge: Der ICN spielt eine wichtige Rolle bei der Reaktion auf globale
Gesundheitskrisen und Naturkatastrophen. Er unterstützt die Pflegefachkräfte in Krisensituationen und fördert
die Vorbereitung und Notfallvorsorge im Bereich der Pflege.
PERIOPERATIVE PFLEGE
• Perioperative Pflege: Die perioperative Pflege umfasst die präoperative, intraoperative und
postoperative Versorgung der Patienten. Pflegende unterstützen vor der Operation bei der
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Vorbereitung, Überwachung während des Eingriffs und betreuen die Patienten nach der Operation,
einschließlich Schmerzmanagement und Mobilisierung.
• Operation: Eine Operation ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die körperliche Integrität des
Patienten verletzt wird. Operationen können ambulant oder stationär durchgeführt werden.
• Ambulante OP: Ambulante Operationen sind solche, bei denen der Patient am selben Tag entlassen
wird. Dies reduziert das Risiko von Wundinfektionen und belastet den Patienten weniger. Die Erholung
kann zu Hause stattfinden.
• Elektive Operationen: Elektive Operationen sind geplante Eingriffe, die nicht dringend erforderlich sind
und bewusst ausgewählt werden. Sie werden aufgrund von medizinischer Notwendigkeit oder aus
anderen Gründen durchgeführt.
• Notfalloperation: Eine Notfalloperation ist ein ungeplanter und dringlicher Eingriff, der unmittelbar
durchgeführt werden muss, um das Leben des Patienten zu retten.
• Voruntersuchung: Die präoperative Beurteilung beinhaltet eine umfassende Untersuchung des
Gesundheitszustands und anderer Faktoren vor der Operation, um das Komplikationsrisiko während
des Eingriffs zu reduzieren. Dies umfasst Anamnese, körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen,
Röntgenthorax und EKG. Die Voruntersuchungen variieren je nach Alter, Gesundheitszustand und Art
der Operation.
PÄOPERATIVE PFLEGE
• Die präoperative Pflege umfasst alle pflegerischen Tätigkeiten und Handlungen, die vor einer
Operation durchgeführt werden. Das Ziel besteht darin, den Patienten optimal auf die geplante
Operation vorzubereiten und mögliche Risiken und Komplikationen nach Möglichkeit auszuschließen.
• In der präoperativen Phase erfolgt die Patientenaufnahme, bei der alle relevanten Informationen über
den Patienten erfasst werden. Dazu gehören die Anamnese, die Patientenkurve, die
Einverständniserklärung für die Operation und die Narkose sowie das Anästhesieprotokoll mit der
Prämedikation Anordnung. Außerdem wird eine präoperative Checkliste gemäß den
Krankenhausstandards erstellt, und es werden Informationen durch Pflegevisiten und
Aufnahmegespräche gesammelt.
• Die Informationssammlung während der Pflegevisite beinhaltet eine genaue Beschreibung der
Pflegebedürftigkeit des Patienten. Hierbei werden körperliche Aspekte wie Schmerzen,
Dekubitusrisiko, Thromboserisiko und Sturzrisiko sowie geistige Aspekte wie kognitive Leistungen und
Delir berücksichtigt. Auch der funktionelle Status des Patienten, zum Beispiel seine Fähigkeit zur
Selbstversorgung, wird erfasst.
• Das Aufnahmegespräch ist ein wichtiger Bestandteil der präoperativen Pflege. Dabei werden der
Patient befragt, beobachtet und gegebenenfalls körperlich untersucht. Auch Angehörige und
Bezugspersonen können einbezogen werden. Formulare wie Checklisten und Assessmentinstrumente
werden häufig verwendet, um pflegerelevante Informationen im Gespräch mit dem Patienten zu
sammeln.
• Eine ruhige Atmosphäre und der Respekt vor der Vertraulichkeit und Intimität des Patienten sind bei
der Informationssammlung von großer Bedeutung. Die Wahrung der Vertraulichkeit, die Beachtung
der Privatsphäre, respektvolles Sprechen und die Vermeidung von Störungen sind wichtige Aspekte,
um eine offene und vertrauensvolle Kommunikation zu ermöglichen.
• Die Pflegeanamnese dient dazu, den Ausgangszustand des Patienten, seine aktuellen Bedürfnisse,
Einschränkungen und Fähigkeiten zu erfassen. Sie unterstützt bei der Planung des Trainings der
postoperativen Fähigkeiten, um eine schnellere Erholung des Patienten zu fördern.
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• Die postoperativen Fähigkeiten und Techniken werden bereits in der präoperativen Phase geübt. Das
Ziel besteht darin, Angst zu reduzieren, die Erholung des Patienten zu beschleunigen und
postoperative Komplikationen wie Thrombose, Pneumonie, Stürze und Schmerzen zu vermeiden oder
zu verringern. Dazu gehören Maßnahmen wie Mobilisation, Thromboseprophylaxe, Atemtraining und
Essen und Trinken in Rückenlage. Der Einsatz von Hilfsmitteln wie Klingeln, Fernbedienungen und
Gehhilfen wird ebenfalls trainiert.
• Die präoperative Vorbereitung des Magen-Darm-Traktes ist abhängig von der Art der Operation. Bei
einigen Operationen kann eine Nahrungskarenz erforderlich sein, um das Risiko einer Aspiration
während der Narkose zu minimieren. In anderen Fällen kann eine spezielle Darmreinigung notwendig
sein, um den Darm zu entleeren und die Vorbereitung des Operationsgebiets zu erleichtern.
• Am Tag der Operation umfasst die präoperative Pflege Maßnahmen wie Nahrungskarenz,
Körperreinigung, Hygiene, Rasur und die Verabreichung von präoperativen Medikamenten wie
Antibiotika oder Beruhigungsmitteln. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass der Patient optimal
auf die bevorstehende Operation vorbereitet ist und mögliche Infektionen oder Komplikationen
minimiert werden.
• Eine Checkliste wird häufig verwendet, um sicherzustellen, dass alle erforderlichen präoperativen
Pflegemaßnahmen ergriffen wurden. Diese Checkliste umfasst alle relevanten Punkte wie die
Vorbereitung des Patienten, die Dokumentation, die Aufklärung und die Durchführung der
präoperativen Pflege. Sie dient als Hilfsmittel, um eine systematische und vollständige Durchführung
aller notwendigen Schritte sicherzustellen und mögliche Fehler zu minimieren.
AMBULANTE OP
o Blutverdünner wie Marcumar, Clopidogrel und Plavix vor der OP absetzen oder auf Heparin
umstellen
o Andere Blutverdünner (z.B. Aspirin) nach Rücksprache mit dem Operateur einnehmen
o Am OP-Tag nüchtern bleiben (6 Stunden vorher nichts essen, rauchen oder trinken), 2
Stunden vorher Wasser trinken
o Anmeldung im LOZ-Operationszentrum im 1. OG
o Mitbringen: Unterarm-Gehstützen, weite Kleidung, festes Schuhwerk, Behältnis für
Zahnersatz und Hygieneartikel
Am OP-tag
70
o Am 1. Tag nach der OP zur Wundkontrolle kommen
o Fäden nach 14 Tagen entfernen lassen
o Kein Wasser auf die Wunde gelangen lassen
INFUSIONSTGERAPIE
• Intravenöse Infusionstherapie ermöglicht eine präzise und kontrollierte Verabreichung von
Medikamenten im gesamten Körper. Sie kann kontinuierlich (z.B. 2 Liter über 24 Stunden),
intermittierend (z.B. 50 ml über 1 Stunde) oder als Bolus (direkte Verabreichung durch eine
Spritze) erfolgen, abhängig von der Art des Medikaments, dem Zustand des Patienten und der
gewünschten Wirkung.
• Bei der Vorbereitung der Infusionstherapie ist es empfohlen, wenn möglich, eine Verdünnung
durchzuführen oder nachzuspülen. Die Bolus-Verabreichung erfordert in der Regel keine
Verdünnung, während bei der Verdünnung/Kurzinfusion das Arzneimittel mit einer
Infusionslösung (z.B. 50-100 ml NaCl) verdünnt wird oder bereits in dieser Darreichungsform
vorliegt. Bei der kontinuierlichen Verabreichung wird das Arzneimittel in größeren intravenösen
Lösungen (z.B. 500-1000 ml) verdünnt und kontinuierlich verabreicht.
• Für die periphere venöse Verweilkanüle (pVK) können folgende Venen als Punktionsstellen
verwendet werden:
Vena cephalica (oberflächliche Kopfvene): Diese Vene verläuft entlang der seitlichen Seite des Arms bis zum
Ellenbogen.
Vena basilica (oberflächliche Basalvene): Diese Vene verläuft entlang der medialen Seite des Arms bis zum
Ellenbogen.
Vena mediana cubiti (mittlere Ellenbogenvene): Diese Vene befindet sich am inneren Bereich des Ellenbogens.
• Für einen zentralen Venenkatheter (ZVK) werden größere Venen im Bereich des Brustraums
oder Halses genutzt. Hier sind einige Beispiele für Punktionsstellen:
Vena subclavia (Unterschlüsselbeinvene): Diese Vene verläuft unter dem Schlüsselbein und führt zum Eintritt in
den oberen Teil der Vena cava superior.
71
Vena jugularis interna (innere Jugularvene): Diese Vene befindet sich im Bereich des Halses und mündet in die
Vena cava superior.
Vena femoralis (Oberschenkelvene): In einigen Fällen kann die Vena femoralis als Punktionsstelle für einen ZVK
verwendet werden, insbesondere wenn die anderen Optionen nicht verfügbar oder kontraindiziert sind.
• Pneumonie ist eine Infektion oder Entzündung des Lungengewebes. Sie wird durch
Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze verursacht und führt zu Symptomen wie Fieber,
Husten, Brustschmerzen und Atemnot. Die Diagnose erfolgt durch Anamnese, körperliche
Untersuchung und Bildgebung. Die Behandlung umfasst die Verabreichung von geeigneten
Medikamenten, Ruhe und Symptomlinderung. Eine rechtzeitige Erkennung und angemessene
Behandlung sind wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.
• Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers bei Entzündungen, die die Abwehrmechanismen
beschleunigt und das Wachstum von Erregern hemmt. Mikroorganismen oder deren Toxine sind
verantwortlich für die Temperaturerhöhung bei Infektionen, wie z.B. bei septischem Fieber, das
mit Schüttelfrost und Temperaturen bis zu 40°C einhergeht.
• Tachykardie bezeichnet einen Anstieg der Herzfrequenz um 8-12 Schläge pro Minute pro 1°C
Temperaturanstieg.
• Hypotonie tritt aufgrund der Erweiterung der Blutgefäße bei warmen Temperaturen auf und führt
zu einem Blutdruckabfall.
KOMPLIKATIONEN
• Paravasat: Ein Paravasat tritt auf, wenn Flüssigkeit bei einer Injektion oder Infusion in das umgebende
Gewebe gelangt, anstatt direkt in das Gefäß. Zur Vorbeugung sollten der Zugang kontrolliert und die
Applikation überwacht werden.
• Hämatom: Ein Hämatom ist eine Ansammlung von Blut außerhalb der Blutgefäße im umliegenden
Gewebe. Es kann durch erneute manuelle Kompression kontrolliert werden. Hämatome können
schmerzhaft sein und erfordern gegebenenfalls angemessene Schmerzmittel.
• Phlebitis: Bei einer Phlebitis handelt es sich um eine Entzündung einer Vene, die während oder nach
einer Infusion auftreten kann. Ursachen können unzureichende Desinfektion, lange Liegedauer des
Verweilkatheters oder reizende Infusionen oder Medikamente sein. Die Entfernung des
Venenkatheters und kühlende Maßnahmen sind häufig erforderlich, während bakterielle Infektionen
mit Antibiotika behandelt werden.
• Blutgerinnsel: Ein Blutgerinnsel (Thrombus) kann sich innerhalb eines Blutgefäßes bilden. Eine
Thrombophlebitis ist eine Entzündung oberflächlicher Venen mit der Bildung von Thrombosen.
Maßnahmen umfassen die Entfernung des Venenkatheters, Kühlung, medikamentöse Behandlung,
Antibiotika bei bakteriellen Infektionen, Kompressionstherapie und Bewegung.
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• Gasembolie: Eine Gasembolie tritt auf, wenn sich Gasansammlungen in den Gefäßen bilden und zu
Verengungen oder Verschlüssen führen. Luftembolien können lebensbedrohlich sein, insbesondere
wenn größere Gasvolumina in der rechten Herzkammer auftreten.
• Infektion: Eine Infektion tritt auf, wenn sich eine Person mit Krankheitserregern infiziert. Eine Sepsis ist
eine schwerwiegende Infektion, bei der sich Krankheitserreger im Körper über die Blutbahn
ausbreiten.
• Überdosierung: Eine Überdosierung tritt auf, wenn eine größere Menge eines Arzneistoffs oder einer
Substanz verabreicht wird, als therapeutisch notwendig oder verträglich ist.
• Gift: Ein Gift ist eine Substanz, die einem Lebewesen Schaden zufügen kann, indem sie den
Stoffwechsel negativ beeinflusst und potenziell zum Tod führen kann.
DRAINAGE
• Eine Drainage ist eine medizinische Vorrichtung, die verwendet wird, um Flüssigkeiten oder Gase aus
einem bestimmten Bereich des Körpers abzuleiten. Sie wird verwendet, um unerwünschte
Ansammlungen von Flüssigkeit oder Luft zu entfernen und den Heilungsprozess zu unterstützen.
Schwerkraftdrainagen: Diese Drainagen funktionieren ohne Sogwirkung und nutzen stattdessen die
Schwerkraft, um Flüssigkeiten abfließen zu lassen. Ein Beispiel dafür ist die Robinson-Drainage.
Penrose-Drain: Dies ist eine spezielle Form der Kapillardrainage, bei der ein weicher, gummiartiger
Schlauch locker um die Wunde gelegt wird, um den Abfluss von Wundsekret zu ermöglichen.
SCHMERZTHERAPIE
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1. Wie werden Analgetika prinzipiell eingeteilt?
Analgetika werden in nichtopioide Analgetika und opioide Analgetika (schwache und starke Opioide) eingeteilt
3. Nennen Sie drei wichtige Dinge, die im Umgang mit Fentanyl-Pflastern beachtet werden müssen.
• Schmerzpflaster auf eine glatte Hautstelle am Oberkörper oder Oberarm kleben
• ausgewählte Hautstelle (unrasiert, unverletzt) vor dem Aufkleben mit sauberem Wasser reinigen und gut
abtrocknen. Etwaige Haare können mit einer Schere vorsichtig abgeschnitten werden
• bei Bedarf muss ein neues Pflaster an einer anderen Hautstelle aufgeklebt werden
• Auf der betreffenden Hautstelle frühestens nach einer Woche ein neues Pflaster aufkleben
• Pflaster ordnungsgemäß entsorgen (für Kinder unzugänglich!)
• Wärmflaschen, heiße Whirlpools/ heißes Duschen und Saunen vermeiden denn durch Wärme kann mehr
Fentanyl vom Pflaster in den Körper gelangen
5. Was sind Koanalgetika? Nennen Sie zwei Gründe warum Koanalgetika eingesetzt werden.
Arzneimittel, die gemeinsam mit einem Analgetikum verabreicht werden. Sie dienen zur Unterstützung der
Analgesie z.B. bei neuropathischem Schmerz (z.B. trizyklische Antidepressiva, Antikonvulsiva,
Muskelrelaxanzien), oder zur Behandlung der Nebenwirkungen der Analgetika (z.B. Antiemetika, Laxantien).
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6. Erklären Sie, warum es bei der Therapie mit Opioiden oftmals zu einer Obstipation kommt.
Auch in unserem Darm befinden sich Opioidrezeptoren. Es kommt zu einer verzögerten Magenentleerung. Die
Ursache ist die Bindung der Opioide an periphere Rezeptoren im Darm. Infolgedessen kommt es zur Hemmung
der Bewegungen der Längs- und Ringmuskulatur und zu einer verstärkten Absorption von Flüssigkeit im Darm
.
7. Streichen Sie das jeweils falsche Wort in der Textreihe:
Die Heparin Gabe zur postoperativen Thromboseprophylaxe erfolgt oftmals INTRAVENÖS / SUBKUTAN
Antikoagulanzien SENKEN / ERHÖHEN die Gerinnungsfähigkeit des Blutes, indem sie die Gerinnungsfaktoren im
Blutplasma beeinflussen
Die Großzahl der nicht Opioiden Analgetika greift in die Synthese von GLUCOCORTICOIDEN /
PROSTAGLANDINEN ein
Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) sind eine Gruppe von Medikamenten, die sowohl SCHMERZLINDERND /
BERUHIGEND, ENTZÜNDUNGSAKTIVIEREND / ENTZÜNDUNGSHEMMEND und fiebersenkend wirken
Ein Fentanyl-Pflaster sollte UNBEDINGT / NICHT vor Ablauf von 48h abgenommen und durch ein neues ersetzt
werden, weil es sonst vermehrt zu Nebenwirkungen kommen kann
1. Saure antipyretische-antiphlogistische Analgetika: Medikamente, die Schmerzen lindern, Fieber senken und
Entzündungen hemmen. Beispiele: Aspirin, Ibuprofen.
2. Nichtsaure antipyretische Analgetika: Medikamente, die Fieber senken, aber keine starke
entzündungshemmende Wirkung haben. Beispiel: Paracetamol.
RECHT
Zusammenfassung:
1. Begehen durch Unterlassen: Eine Straftat kann auch begangen werden, indem man etwas unterlässt und
nicht aktiv handelt.
2. Straftat durch Aktive Tathandlung: Die meisten Straftaten erfordern eine aktive Handlung, aber es gibt auch
Straftaten, die durch Unterlassen begangen werden können.
3. Strafbarkeit durch Unterlassen: Es ist möglich, für Straftaten strafrechtlich verantwortlich zu sein, indem man
etwas unterlässt.
4. Echte Unterlassungsdelikte: Es gibt bestimmte Straftatbestände, bei denen das Unterlassen an sich strafbar
ist, wie Hausfriedensbruch, Nichtanzeige geplanter Straftaten und unterlassene Hilfeleistung.
5. Unechtes Unterlassungsdelikt: Wenn jemand rechtlich dafür verantwortlich ist, dass ein Erfolg (wie
Körperverletzung oder Totschlag) nicht eintritt, kann das Unterlassen der Verwirklichung des gesetzlichen
Tatbestandes strafbar sein.
6. Garantenstellung: Es gibt verschiedene Arten von Garantenstellungen, die eine besondere Verpflichtung
gegenüber anderen Menschen begründen, wie gesetzliche Beziehungen (Ehegatten, Eltern und Kinder),
Verträge, besondere Vertrauensverhältnisse und vorangegangenes gefährliches Tun.
7. Pflichtenkollision: Eine Pflichtenkollision tritt auf, wenn eine Person mehreren Handlungspflichten
nachkommen muss, aber nur eine davon erfüllen kann. Wenn eine Pflichtenkollision besteht, handelt jemand
nicht rechtswidrig, wenn er der höheren oder einer gleichrangigen Pflicht nachkommt.
__________________________________________________________________________________
Prüfung eines Straftatbestandes (z.B. Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Nötigung) besteht aus folgenden
Schritten:
1) Tatbestandsmäßigkeit:
a) Objektiver Tatbestand: Überprüfen, ob die im Gesetz festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind. Hierbei wird
zwischen Straftaten durch aktive Handlung und Straftaten durch Unterlassen unterschieden.
- Echte Unterlassungsdelikte (Strafbarkeit durch Unterlassen): Überprüfen, ob das Unterlassen einer Handlung,
die zum Tatbestand einer Straftat gehört, strafbar ist. Beispiel: § 323c StGB (Unterlassene Hilfeleistung).
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- Unechtes Unterlassungsdelikt: Überprüfen, ob eine besondere Garantenstellung besteht, die eine
strafrechtliche Verantwortlichkeit für das Unterlassen begründet. Beispiel: § 13 StGB (Begehen durch
Unterlassen).
b) Subjektiver Tatbestand: Überprüfen, ob der Täter vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat.
2) Rechtswidrigkeit:
Überprüfen, ob die Tat rechtswidrig ist. Prüfung von Rechtsfertigungsgründen wie Einwilligung des Opfers,
Notwehr/Nothilfe, Pflichtenkollision oder Notstand.
3) Schuld:
Überprüfen, ob dem Täter die Tat persönlich vorwerfbar ist oder ob er möglicherweise schuldunfähig ist.
- Einwilligung des Opfers: Überprüfen, ob das Opfer informiert war, die Tragweite der Einwilligung verstanden
hat und die Einwilligung freiwillig erteilt hat.
- Pflichtenkollision: Überprüfen, ob eine Person in einer Situation ist, in der sie mehreren Handlungspflichten
nachkommen muss, aber nur eine erfüllen kann.
- Notstand: Überprüfen, ob eine Situation vorliegt, in der eine strafbare Handlung erforderlich ist, um eine
Gefahr für das Leben oder andere schützenswerte Rechtsgüter abzuwenden.
Bei der Schuldprüfung wird überprüft, ob dem Täter die Tat persönlich vorwerfbar ist oder ob er aufgrund von
z.B. geistiger Krankheit schuldunfähig ist.
STRAFGESETZBUCH
Wenn jemand einen Erfolg, der eine Straftat darstellt, nicht verhindert, kann er nur dann strafbar sein, wenn er
dafür rechtlich verantwortlich ist und das Unterlassen einem aktiven Tun entspricht.
§ 32 Notwehr:
Wenn eine Person handelt, um sich oder andere vor einem gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff zu schützen,
handelt sie nicht rechtswidrig.
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Es ist strafbar, fremde Geheimnisse wie persönliche oder geschäftliche Geheimnisse ohne Berechtigung
preiszugeben. Ärzte und andere Angehörige bestimmter Berufe dürfen Geheimnisse mit ihren beruflichen
Gehilfen teilen.
§ 212 Totschlag:
Wer einen Menschen tötet, ohne ein Mörder zu sein, wird als Totschläger bestraft. In besonders schweren
Fällen kann eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden.
§ 211 Mord:
Mörder, die aus bestimmten niedrigen Beweggründen oder mit bestimmten Methoden handeln oder um
andere Straftaten zu ermöglichen oder zu verdecken, werden mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
§ 221 Aussetzung:
Wer jemanden in eine hilflose Lage versetzt oder im Stich lässt, obwohl er ihn in Obhut hat oder ihm helfen
sollte, und ihn dadurch in Lebensgefahr oder schwerer Gesundheitsschädigung aussetzt, wird bestraft.
§ 223 Körperverletzung:
Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder ihre Gesundheit schädigt, wird bestraft. Der Versuch ist
ebenfalls strafbar.
Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird bestraft.
§ 239 Freiheitsberaubung:
Wer eine Person einsperrt oder anderweitig ihrer Freiheit beraubt, wird bestraft. Der Versuch ist strafbar.
§ 240 Nötigung:
Wer jemanden rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung,
Duldung oder Unterlassung zwingt, wird bestraft.
§ 242 Diebstahl:
Wer eine fremde bewegliche Sache mit der Absicht wegnimmt, sie sich oder einem anderen rechtswidrig
anzueignen, wird bestraft. Der Versuch ist strafbar.
§ 267 Urkundenfälschung:
Wer gefälschte oder verfälschte Urkunden herstellt oder verwendet, um im Rechtsverkehr zu täuschen, wird
bestraft. Der Versuch ist strafbar.
Wer bei Unglücksfällen oder in Notlagen nicht hilft oder Personen behindert, die anderen helfen wollen, wird
bestraft.
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AUFKLÄRUNG UND EINWILLIGUNG
Aufklärung und Einwilligung sind wichtige Konzepte im medizinischen und rechtlichen Kontext.
Aufklärung bezieht sich auf den Prozess, in dem eine Person angemessen und verständlich über bestimmte
Informationen, Risiken, mögliche Folgen und Alternativen einer medizinischen Behandlung oder eines Eingriffs
informiert wird. Ziel der Aufklärung ist es, sicherzustellen, dass die betroffene Person die erforderlichen
Informationen hat, um eine fundierte Entscheidung über ihre eigene Gesundheit treffen zu können.
Einwilligung bezieht sich auf die freiwillige Zustimmung einer Person zu einer medizinischen Behandlung oder
einem Eingriff, nachdem sie angemessen über die relevanten Informationen aufgeklärt wurde. Die Einwilligung
stellt sicher, dass die Person bewusst und freiwillig in den medizinischen Prozess einwilligt und ihre
Zustimmung zur Durchführung des Eingriffs oder der Behandlung gibt.
Die Aufklärung und Einwilligung werden normalerweise vom behandelnden Arzt oder medizinischem
Fachpersonal durchgeführt. Es ist ihre Verantwortung, die relevanten Informationen bereitzustellen, Fragen zu
beantworten und sicherzustellen, dass die betroffene Person die Informationen verstanden hat. Der Zeitpunkt
und die Art und Weise der Aufklärung und Einwilligung können je nach Land, medizinischer Praxis und
spezifischer Situation variieren. In der Regel erfolgt die Aufklärung vor der Durchführung der medizinischen
Maßnahme, um der Person genügend Zeit zur Entscheidungsfindung zu geben. Die Einwilligung kann schriftlich
oder mündlich erfolgen, abhängig von den jeweiligen rechtlichen Anforderungen und dem Umfang der
medizinischen Behandlung.
ZIVILRECHTLICHE HAFTUNG
BÜRGERLICHES GESETZBUCH (BGB)
Zivilrechtliche Haftung: Die rechtliche Verantwortung einer Person, Schadensersatz zu leisten, wenn sie das
Rechtsgut (Leben, Körper, Eigentum, etc.) einer anderen Person vorsätzlich oder fahrlässig widerrechtlich
verletzt.
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): Das BGB ist das deutsche Gesetzbuch, das die Rechtsbeziehungen zwischen
Privatpersonen regelt.
§ 249 BGB - Art und Umfang des Schadensersatzes: Eine Person, die zum Schadensersatz verpflichtet ist, muss
den Zustand wiederherstellen, der bestehen würde, wenn der schadensverursachende Vorfall nicht
eingetreten wäre. Alternativ kann der Geschädigte anstelle der Herstellung den erforderlichen Geldbetrag
verlangen, um den entstandenen Schaden zu ersetzen.
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§ 253 BGB - Immaterieller Schaden: Ein Schaden, der kein Vermögensschaden ist, kann nur in den gesetzlich
festgelegten Fällen durch eine Geldentschädigung ausgeglichen werden. Bei Verletzungen des Körpers, der
Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung kann eine angemessene Entschädigung in Geld
für den nicht-vermögensbezogenen Schaden gefordert werden.
§ 276 BGB - Verantwortlichkeit des Schuldners: Der Schuldner haftet für Vorsatz und Fahrlässigkeit, es sei denn,
es ist eine strengere oder mildere Haftung vereinbart oder aus dem Inhalt des Schuldverhältnisses abzuleiten.
Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt vernachlässigt.
§ 278 BGB - Verantwortlichkeit des Schuldners für Dritte: Der Schuldner haftet in gleichem Umfang für das
Verschulden seines gesetzlichen Vertreters und der Personen, die er zur Erfüllung seiner Verbindlichkeit
einsetzt, wie für eigenes Verschulden.
§ 421 BGB - Gesamtschuldner: Wenn mehrere Personen gemeinsam für eine Leistung verantwortlich sind
(Gesamtschuldner), kann der Gläubiger nach Belieben die gesamte Leistung oder einen Teil davon von jedem
Schuldner fordern. Alle Schuldner bleiben bis zur vollständigen Leistungserbringung verpflichtet.
§ 823 BGB - Schadensersatzpflicht: Eine Person, die vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die
Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder andere Rechte einer anderen Person widerrechtlich verletzt, ist
verpflichtet, den entstandenen Schaden zu ersetzen.
PATIENTENRECHTGESETZ BGB
Der Behandlungsvertrag verpflichtet den Behandelnden zur Durchführung der versprochenen medizinischen
Behandlung und den Patienten zur Zahlung der vereinbarten Vergütung. Die Behandlung muss den allgemein
anerkannten fachlichen Standards entsprechen.
Im Behandlungsverhältnis gelten die Vorschriften über das Dienstverhältnis, sofern in diesem Untertitel nichts
anderes bestimmt ist.
Behandelnder und Patient sollten bei der Durchführung der Behandlung zusammenarbeiten. Der Behandelnde
ist verpflichtet, dem Patienten verständlich alle relevanten Informationen zur Behandlung zu Beginn und
gegebenenfalls während des Verlaufs mitzuteilen. Wenn erkennbare Umstände auf einen Behandlungsfehler
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hinweisen, muss der Behandelnde den Patienten informieren. Die Information kann im Straf- oder
Bußgeldverfahren nur mit Zustimmung des Behandelnden verwendet werden.
Vor einer medizinischen Maßnahme muss der Behandelnde die Einwilligung des Patienten einholen. Falls der
Patient nicht einwilligungsfähig ist, muss die Einwilligung eines hierzu Berechtigten eingeholt werden. Die
Einwilligung kann formlos widerrufen werden. Vor der Einwilligung muss der Patient über alle relevanten
Umstände informiert werden.
Der Behandelnde ist verpflichtet, den Patienten über alle wesentlichen Umstände aufzuklären, die für die
Einwilligung relevant sind. Dazu gehören Art, Umfang, Durchführung, Folgen, Risiken, Notwendigkeit,
Dringlichkeit, Eignung und Erfolgsaussichten der Maßnahme. Es muss auch auf Alternativen hingewiesen
werden. Die Aufklärung muss rechtzeitig und verständlich sein. Der Patient hat Anspruch auf Abschriften der
unterzeichneten Unterlagen.
Der Behandelnde muss eine Patientenakte führen, in der alle relevanten Maßnahmen und Ergebnisse aus
fachlicher Sicht aufgezeichnet werden. Die Patientenakte muss für zehn Jahre aufbewahrt werden.
Der Patient hat das Recht, auf Verlangen Einsicht in seine Patientenakte zu erhalten, es sei denn, es gibt
erhebliche therapeutische Gründe oder Rechte Dritter stehen dem entgegen. Der Patient kann auch
elektronische Abschriften verlangen und muss die entstandenen Kosten erstatten. Bei Todesfällen haben die
Erben und nächsten Angehörigen des Patienten ähnliche Rechte.
Unter bestimmten Bedingungen wird vermutet, dass bei einem Behandlungs- oder Aufklärungsfehler die
Pflichtverletzung ursächlich für den eingetretenen Schaden war. Diese Vermutung kann widerlegt werden.
KINDER IM AKUTKRANKENHAUS
- Ein internationaler Dachverband, der sich für das Wohl von Kindern im Krankenhaus und anderen
Gesundheitseinrichtungen einsetzt.
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- Anerkennung und Unterstützung der Rechte des Kindes gemäß der UN-Konvention über die Rechte des
Kindes.
- Forderung nach Berücksichtigung des Kindeswohls, Recht auf Gesundheit und Entwicklung.
- Die Charta dient als Grundlage für gesetzliche Vorgaben und Richtlinien im Gesundheitswesen.
- Eltern haben das Recht und die Pflicht zur elterlichen Sorge für ihr minderjähriges Kind.
- Eltern sollten bei der Pflege und Erziehung die wachsende Fähigkeit und das Bedürfnis des Kindes zu
selbständigem Handeln berücksichtigen.
Einwilligungsfähige Minderjährige:
- Minderjährige können in eine Behandlung einwilligen, wenn sie die Bedeutung und Tragweite des Eingriffs
verstehen.
- Es gibt keine festgelegte Altersgrenze, sondern es kommt auf die Einsichtsfähigkeit an.
- In der Praxis sind Minderjährige unter 14 Jahren in der Regel nicht einwilligungsfähig, über 16 Jahren
einwilligungsfähig.
- Bei mittleren und schweren Eingriffen ist ein ausführliches Aufklärungsgespräch erforderlich und die
Zustimmung beider Elternteile oder zumindest eine telefonische Nachfrage.
Begleitperson:
Transplantationsgesetz:
82
- Zustimmung zur Organspende und Widerspruchsalter abhängig von Alter und Reife des Minderjährigen
83
ONKOLOGIE
DEFINITION ONKOLOGIE
Die Onkologie ist die Wissenschaft, die sich mit Krebserkrankungen befasst. Sie ist ein Teil der inneren
Medizin und ihre Aufgabe ist die Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von malignen
Erkrankungen.
• Benigne
• Maligne
• Semimaligne
BENIGNE TUMORE
• -Benigne = gutartig
• -Langsames Wachstum
• -Expansives Wachstum
• -Infiltrieren kein umliegendes Gewebe
• -Zellen sind differenziert
• -Bilden keine Metastasen
• -Können im Verlauf maligne entarten
MALIGNE TUMORE
-Maligne= bösartig
• Unkontrollierte Zellproliferation
• Invasives und destruktives Wachstum
• Metastasenbildung
• Gestörte Zelldifferenzierung
• Apoptose gestört
SEMIMALIGNE TUMORE
• Selten Metastasenbildung
84
85
WIE ENTSTEHT EIN TUMOR?
Mögliche Ursachen:
• Erbliche Disposition
• Mikroorganismen
Onkologie z.B.:
• -Gynäkologie
• -Viszeralchirurgie
• -Neurologie
• -Hämatologie
• -Urologie
• -Dermatologie
• -Spezielle kinderonkologische Fachzentren
• -USW.
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GEBRÄUCHLICHE ABKÜRZUNG "CA"
Ein Karzinom lateinisch "Carcinoma " beschreibt eine Krebserkrankung und wird häufig als Abkürzung am Ende
der jeweiligen Krebserkrankung angefügt. z.B.
• Rektum - CA
• Lungen - CA
• Blasen - CA
Tumorerkrankungen äußern sich meist lange Zeit nur durch diffuse Beschwerden, sodass viel Zeit bis zur
Diagnose und Therapiebeginn verstreicht.
B-SYMPTOMATIK
Der Buchstabe "B" in dem Begriff "B-Symptomatik" erklärt sich aus den beiden Zusätzen "A" bzw. "B" wobei A
für "allgemeinsymptomfrei" steht, während B auf das Vorliegen von Allgemeinsymptomen hinweist. Im
Deutschen kann der Begriff auch für "Begleit-Symptomatik" stehen.
• Subfibril /Fieber
• Nachtschweiß
• Gewichtsabnahme
ALLGEMEINE SYMPTOME
Diese Symptome variieren je nach der Grunderkrankung und treten nicht unbedingt bei allen onkologischen
Patienten auf.
• -Schmerzen -Hautveränderungen
• -Ausscheidungsprobleme -Auffällige Blässe
• -Ödembildung -Leistungsabfall
• -Infektanfälligkeit -Blutungsneigung
• -Lymphknotenschwellung -Ernährungsprobleme
• -Husten und Heiserkeit / blutiger Auswurf -Schwellung/ Verhärtung an Organen o. dem Gewebe
KREBSASSOZIIERTE FATIGUE
• Auch Tumorerschöpfung genannt
• 80-100% der onkologisch Erkrankten in unterschiedlichem Maße betroffen
• Ein sehr komplexes Beschwerdebild
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• Körperlich, emotional und/oder kognitiv
• Geht über das normale Maß des "Einfach- erschöpft- seins" hinaus
• Fatigue = Mindestens 6 der in der Abb. dargestellten Symptome liegen vor
• Mobilisation
• Schmerzmanagment
• Pneumonieprophylaxe
• Körperpflege-Infektionsprophylaxe
• Unterstützung bei existenziellen Kriesen
• Ernährungsmanagment
• Maßnahme gegen Fatigue
• Thromboseprophylaxe
• Überwachung von Vitalparameter
MOBILISATION
Vorsicht! Erhöhte Frakturen Gefährdung und Instabilität > wegen Eventueller Knochenmetastasen.
• Mit der Mobilisation Kraftverlust und Muskel Abbau wird entgegen gewirkt.#
• Ist eine massnahme gegen fatigue.
THROMBOSEPROPHYLAXE
KATHETER SYSTEME
Im Rahmen der onkologischen Behandlung erhalten Patienten zentralvenöse Zugänge (ZVK & Port)
Diese sorgen dafür, dass z.B. eine Chemotherapie sicher infundiert werden kann
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DEFINITION ZVK & PORT
Zentralvenöser Katheter (ZVK, auch zentraler Venenkatheter, Cava-Katheter): Kunststoffkatheter, der mittels
Punktion direkt unmittelbar vor die Einmündung des rechten Vorhofs vorgeschoben wird.
Venöses Portsystem: Unter der Haut implantierte Portkammer (Reservoir) und daran angeschlossener
zentralvenöser Katheter, der in der Vena cava (Hohlvene) liegt. Das Portsystem befindet sich also komplett im
Körperinneren.
PNEUMONIEPROPHYLAXE
• Atemtrainer /Atemtraining
• Ventilationsfördernde Pflegemaßnahmen
• inhalationsgaben nach AVO
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-ERNÄHRUNGSMANAGEMENT
THERAPIEASSOZIIERTE ÜBELKEIT
Prophylaktische Gabe von Antiemetika nach AVO eine der wichtigsten Maßnahmen!
3 Formen:
ANTIZIPATORISCHE ÜBELKEIT
-SCHMERZMANAGEMENT
Diffus = ohne klare Konturen; nicht klar und geordnet, zerstreut; unscharf, schwer abgrenzbar
90
-UNTERSTÜTZUNG IM RAHMEN VON EXISTENZIELLEN KRISEN
Eine Krise, die die gesamte eigene Existenz bedroht! Psychisch und physisch!
Fakten: Die meisten onkologischen Patienten benötigen eine engmaschige Überwachung ihrer
Vitalzeichen.
Auf Grund Ihrer Erkrankung und der Therapien sind onkologische Patienten häufiger von Infekten,
THERAPIEFORMEN
• Maligne Tumore nur durch die "Schulmedizin" vollständig heilbar
• Verschiedene Ansätze für die Therapie
• Je nach Erkrankung eine Kombination unterschiedlicher Therapieformen
DIE CHEMOTHERAPIE
DIE STRAHLENTHERAPIE
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DIE OPERATION
DIE TRANSPLANTATION
DIE IMMUNTHERAPIE
• Beispiel: "Car-T-Zell-Therapie"
• Genetisch veränderte T-Zellen des Erkrankten
• Nach der genetischen Veränderung Rückgabe an den Patienten
• Die modifizierten T-Zellen zerstören nun ausschließlich die Krebszellen, auf die sie "programmiert"
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• -Animation zur Ablenkung (z.B. Spiele mit der Familie spielen, Spazieren gehen etc.)
Pflegerische Basismaßnahmen
• Ernährungsmanagement
• Therapieassoziierte Übelkeit
Die Patienten müssen von Anfang an darüber informiert sein, dass die Haare im Rahmen der Therapie ausfallen
können
• Weiche Haarbürste
• Mildes Shampoo
• Nicht Föhnen, Dauerwellen machen oder färben
• Bei büschelweisem Haarausfall anbieten die Patienten beim Abrasieren der übrigen Haare zu unterstützen
• Nach vollständigem Haarverlust Schutz und Pflege der Kopfhaut (Kälte und Hitze meiden)
• Beratung über die Möglichkeit den Haarausfall optisch verdecken › Perücken
Hand-Fuß- Syndrom: (eine Veränderung der Hautoberfläche der Handinnenflächen und der Fußsohlen, die
sehr schmerzhaft sein kann)
• Stark fettende Hautcremes in der Nacht Baumwollhandschuhe drüberziehen und Baumwollsocken, die
nicht einschnüren
• Vermeidung mechanischer Belastung soweit möglich
• Kühlen!
• Analgesie nach AVO
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Schädigung der Darmschleimhaut mit Durchfällen
Generelle Hautpflege
Definition: Eine Mukositis ist eine Schleimhautentzündung. Hier konkret die Mundschleimhaut und die
Speiseröhrenschleimhaut betreffend.
Sie kann sehr schmerzhaft sein und die Lebensqualität massiv beeinträchtigen.
-Mehrmals tägliche Mundspülungen mit H20, Salbeitee oder nach Anordnung z.B. Caphosol (desinfizierend
und pflegend)
• -Weiche Zahnbürste
• -Milde Zahnpasta
• -Mundwasser ohne Alkohol
• -Keine Zahnseide oder Munddusche
• -Lippenpflege mit fetthaltigen Pflegestiften
1-Erhöhte Infektionsgefahr
2-Erhöhte Blutungsneigung
3-Hoher Transfusionsbedarf!
*Diese Komplikationen treten meist bei der Behandlung von Blutkrebspatienten auf und sind dann sowohl
chemoinduziert als auch durch die Grunderkrankung
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WAS TUN BEI EINEM PARAVASAT DURCH ZYTOSTATIKA?
Definition:
• Ein Austritt des Tumortherapeutikums aus einem Gefäß in das umliegende Gewebe
• Versehentliches injizieren direkt in das Gewebe von dafür nicht geeigneten Zytostatika
• Grad der Schädigung hängt von der Art des Therapeutikums ab (Vgl. "Chrashcard")
Wichtig!!!
Als Auszubildende informieren sie sofort eine examinierte Pflegekraft! Sie dürfen ohne spezielle Schulungen
nicht mit Chemotherapien agieren!
Schädigungstypen:
[Link] (Vesicans)
[Link] (Irritans)
-Werden oft von einer Schwellung begleitet, klingt oft tagelang nicht ab
Allgemeine Maßnahmen
-Allgemeine Nebenwirkungen
-Pflegerische Basismaßnahmen
[Link]
• -Müdigkeit
• -Schwindel
• -Appetitlosigkeit
• -Übelkeit und Erbrechen
[Link] Nebenwirkungen
97
[Link]ätfolgen
Grundsätzlich bei allen Krebsoperationen: "So umfangreich wie nötig, so wenig wie möglich!"
98
• -Versorgung von ggf. angelegten Stomata (Tracheostoma, Urostoma, Colostoma) und
Drainagesystemen (Easy-Flow, Redon)
ONTOLOGIE KRANKHEITSLEHRE
KÖRPERAUFBAU
Ein Organismus besteht aus Organen (innere Organe, Muskeln, Haut, Knochen, etc.), die wiederum aus
Geweben (z.B., Bindegewebe, Muskelgewebe, Nervengewebe, etc.) aufgebaut sind. Gewebe werden in
Abschluss-, Stütz- und Funktionsgewebe (Parenchym) unterteilt. Diese bestehen aus Zellen, die von
Zellmembranen umgeben sind und Zellorganellen enthalten. Der Zellkern enthält Erbsubstanz, Mitochondrien
sorgen für Energiebereitstellung, der Golgi-Apparat speichert Enzyme und Sekrete, das endoplasmatische
Reticulum ist ein Kanalisationssystem, und Ribosomen sind für die Proteinsynthese verantwortlich.
TUMORE
- Definition: Ein Tumor ist eine Geschwulst, die durch unphysiologische Substanz oder Zellvermehrung
entsteht; eine Schwellung. (Zur Erinnerung: Ulcus = Geschwür: Substanz- oder Gewebsdefekt, der mehr als eine
Schicht betrifft.)
- Es kommt zur Bildung eines Tumors, wenn die Kontakthemmung zwischen den Zellen verloren geht oder das
Gewebe entartet ist (siehe oben).
99
Wichtige Begriffe:
• Metastase: Eine Tochtergeschwulst, die sich von einem primären Tumor an einem anderen Ort im
Körper gebildet hat.
TUMORARTEN
Gutartig Bösartig
Drüsengewebe Adenom Karzinom
Haut, Schleimhäute Papillom Plattenepithelkarzinom
(z.B. in Speiseröhre –Rauchen, Alkoholabusus)
andere Gewebe -om -sarkom
Muskeln Myom Myosarkom
Bindegewebe Fibrom Fibrosarkom
Knochengewebe Osteom Osteosarkom
Nervengewebe Neurinom Neurosarkom
Knorpelgewebe Chondrom Chondrosarkom
Fettgewebe Lipom Liposarkom
Lymphgewebe Lymphom malignes Lymphom
• Größenzunahme:
- Gutartige: Meist langsam
- Bösartige: Meist rasch
• Abgrenzung:
- Gutartige: Meist scharf abgrenzbar
- Bösartige: Unscharf oder nicht abgrenzbar, keine "Rücksicht" auf Organgrenzen
100
• Verschieblichkeit:
- Gutartige: Gegen Umgebung gut verschieblich
- Bösartige: Oft unverschieblich, mit Nachbargewebe verbacken
• Funktion:
- Gutartige: Oft noch erhalten, z.B. Sekretion
- Bösartige: Meist ausgefallen
• Histologie:
- Gutartige: Gewebe und einzelne Zellen reif und differenziert, wenige und
typische Mitosen, expansives Wachstum, intakte Basalmembran
- Bösartige: Zell- und Gewebsdifferenzierung verringert (Anaplasie), zahlreiche
und pathologische Mitosen, infiltrierendes (= invasives) Wachstum mit
Zerstörung der Nachbargewebe
• Metastasierung:
- Gutartige: Nein
- Bösartige: Ja, vor allem lymphogen und hämatogen
• Auswirkungen auf den Organismus:
- Gutartige: Außer lokalen Wirkungen nur gering
- Bösartige: In Spätstadien stark, z.B. Tumorkachexie, Anämie
• Gefährlichkeit:
- Gutartige: Meist Heilung durch Behandlung
- Bösartige: Ohne Behandlung fast immer tödlich; bei Behandlung
unterschiedliche Prognose
1. Grundlose Gewichtsabnahme
2. Nachtschweiß
4. Subfebrile Temperatur
Differentialdiagnose*: Tuberkulose
(Die Differentialdiagnose ist ein Prozess, bei dem verschiedene Krankheiten mit ähnlichen Symptomen verglichen werden, um die genaue Ursache zu
identifizieren.)
Weitere symptome :
• Schmerzen
• Anämie
• Langanhaltender Husten (über 3 Wochen)
• Anhaltende Appetitlosigkeit
• Neue Abneigung gegen Fleisch bei Magenkarzinom
101
METASTASIERUNG
Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden sich, wenn einzelne Tumorzellen sich vom Haupttumor ablösen,
weitertransportiert werden und sich dort, wo sie hängen bleiben, ansiedeln, teilen und eine neue Geschwulst
bilden.
Metastasierungsarten:
HÄMATOGENE METASTASIERUNG
Grading:
• Das Grading gibt an, wie gut entwickelt (differenziert) ein Tumor ist. Je ähnlicher die Zellen dem
Ursprungsgewebe sind, desto besser ist die Prognose für den/die Patient*in im Vergleich zu
entarteten Zellen. Die Skala reicht von G1 (weniger bösartig) bis G4 (sehr bösartig).
102
R-Klassifikation:
• Die R-Klassifikation erfolgt nach der Operation und zeigt an, wie vollständig ein Tumor entfernt
werden konnte. R0 steht für vollständige Entfernung, R2 für unvollständige Entfernung, und RX
bedeutet, dass dies nicht genau beurteilt, werden kann.
• Nicht heilende Wunden, wiederholte Verletzungen derselben Stelle (Entartung von Narbengewebe).
• Medikamente, z.B. Chemotherapeutika, viele Immunsuppressiva.
• Externe Hormongaben.
• Bestimmte Viren, z.B. Humane Papillomviren (HPV) – gutartig in der Haut, bösartig im Genitalbereich;
Hepatitis B/C Viren.
• Geschwächtes Immunsystem, z.B. durch schlechte Ernährung, Mangelernährung, Rauchen,
Alkoholkonsum, Schlafmangel, physischen und psychischen Stress, Bewegungsmangel, zu wenig
frische Luft und fehlende soziale Kontakte.
• Krebszellen entstehen ständig. Idealerweise werden sie vom Abwehrsystem erkannt, zerstört und
abgebaut.
• Reparatur defekter DNA während der Zellteilung durch Enzyme; Abbau defekter DNA.
• Genetisch programmierter Zelltod: Dies ist ein vorprogrammierter Mechanismus, bei dem Zellen, die
Schäden oder Mutationen aufweisen, sich selbst eliminieren, um die Integrität des Gewebes
aufrechtzuerhalten.
DIAGNOSTIK
• Anamnese.
• Körperliche Untersuchung (IPPAF).
• Blutuntersuchung.
• Bildgebende Verfahren: Röntgen, CT (Computertomografie), MRT (Magnetresonanztomografie),
PET (Positronenemissionstomografie - radioaktive Glucose häuft sich in stoffwechselaktiven
Krebszellen an), Ultraschall.
• Biopsie: Untersuchung von Gewebeproben.
103
TUMORMARKER:
Definition:
Substanzen im Blut oder Urin, die bei Gesunden entweder nicht vorhanden oder nur in minimalen Mengen
nachweisbar sind. Diese werden produziert durch:
• Tumoren selbst,
• Körperzellen, die durch den Tumor beeinflusst werden,
• Tumoren, die Hormondrüsen veranlassen, überschüssige Hormone zu produzieren.
Anwendung:
Sie finden Anwendung bei der Differenzialdiagnose und Verlaufskontrolle, jedoch nicht zur Vorsorge, da ihre
Aussage zu ungenau ist.
TUMORTHERAPIE:
Chirurgische Maßnahmen:
Bestrahlung:
Medikamentöse Therapie:
• Schädigen oder hemmen alle sich schnell teilenden Zellen, einschließlich nicht nur Krebszellen,
sondern auch Haarwurzeln, Schleimhautzellen, Knochenmarkszellen und Keimzellen.
Folgen:
Hinweise:
• Zytostatika sind hochgiftig. Äußerste Vorsicht bei der Handhabung, nur durch geschultes Fachpersonal
an ausgewiesenen Plätzen. Infusion über Port. Substanzen dürfen nicht mit Gewebe in Berührung
kommen, sondern müssen direkt in den Blutfluss verabreicht werden. Die Verabreichung erfolgt in
Zyklen mit Pausen.
Hormontherapie:
• Bei Tumoren der Geschlechtsorgane, z.B. beim Mammakarzinom, wird Tamoxifen als Antihormon
eingesetzt.
104
Immuntherapien:
Zielgerichtete Therapien:
Naturheilkundliche Therapien:
Oft begleitend, zur Stärkung des Immunsystems und zur Abmilderung von Therapiefolgen;
Beispiele sind:
Psychotherapie:
Häufige Krebsarten:
• Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom).
• Brustkrebs (Mammakarzinom).
• Darmkrebs (Kolonkarzinom, Rektumkarzinom).
• Hautkrebs (Basaliom, Malignes Melanom).
• Hirntumor.
• Leukämie.
• Lungenkrebs (Bronchialkarzinom, Lungenkarzinom).
• Magenkrebs (Magenschleimhautkarzinom).
• Nierenzellkarzinom.
• Non-Hodgkin-Lymphome.
• Prostatakarzinom.
105
KOLOREKTALES KARZINOM
Definition:
Ein bösartiger Tumor im Darm, der bei den meisten Betroffenen aus den Drüsenzellen der Schleimhaut
entsteht, die das Darminnere auskleidet. Es handelt sich um die häufigste Krebsart im Darm, die im Dickdarm
(Kolon) oder im Enddarm (Rektum) entstehen kann.
• Dick- und Enddarmtumoren gehören zu den sogenannten soliden Tumoren. Diese Krebsarten gehen
von Zellen eines einzelnen Organs aus und wachsen häufig zunächst an einem Ort. Im weiteren Verlauf
der Erkrankung können sie sich jedoch im Körper verbreiten und Metastasen bilden.
• Oft dauert es viele Jahre oder Jahrzehnte, bis sich dieser Krebs entwickelt.
• Ein Darmtumor entsteht in der Regel aus gutartigen Vorstufen (Adenome), kleinen Wucherungen der
Darmschleimhaut, sogenannte Polypen, die oft harmlos bleiben.
• Nur ein Teil davon entwickelt sich über einen längeren Zeitraum in mehreren Schritten zu einem
bösartigen Tumor, der sich auch in tiefere Gewebeschichten ausbreitet.
• Veränderte Stuhlgewohnheiten.
• Bauchschmerzen.
• Blut im Stuhl (auch bei anderen Darmerkrankungen).
106
Halten solche Probleme länger an, sollten Betroffene auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.
Komplikation: Ileus (Darmverschluss).
• Wird Darmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Heilungsaussichten gut.
• Auch einige Menschen mit einem örtlich fortgeschrittenen Tumor haben Aussicht auf Heilung.
• Bei Bildung von Metastasen in entfernten Organen ist die Prognose schlechter. Eine Heilung ist jedoch
selbst dann nicht ganz ausgeschlossen.
ENTEROSTOMA
Enterostoma sind künstliche Ausgänge für den Dünndarm oder Dickdarm. Ein Synonym für Enterostoma ist
"anus praeter". Diese können entweder dauerhaft oder vorübergehend angelegt sein.
Die beiden häufigsten Arten von Enterostoma sind das Ileostoma, das den Dünndarm betrifft, und das
Colostoma, das den Dickdarm betrifft.
ILEOSTOMA
107
COLOSTOMA
Beim Colostoma gibt es unterschiedliche Ansatzpunkte. Bei einer endständigen Colostomie wurde der
Schließmuskel, das Rektum und ein dem Erkrankungsausmaß entsprechender Teil des unteren Dickdarms
entfernt.
Ein Colostoma musste nur leicht erhöht angelegt werden. Der Stuhlgang ist je nach genauer Lage meist
genauso wie vor der Stomaanlage, oft eher breiig bis fest.
Mittels Irrigation (Spülung des Dickdarms zur Kontrolle des Stuhlgangs) können Patienten 24-48 Stunden
stuhlgangfrei sein.
Einteilige Systeme:
108
Zweiteilige Systeme:
Außer Ileostoma und Colostoma gibt es auch andere Arten von Stomas, darunter:
• Urostoma: Hier wird ein künstlicher Ausgang für den Harntrakt geschaffen. Dies erfolgt, wenn die
Blase entfernt oder umgangen werden muss.
• Ileum-Conduit: Ähnlich wie ein Urostoma, wird jedoch aus dem Dünndarm ein künstlicher
Harnableitungsweg geschaffen.
• Jejunostoma: Hier wird ein künstlicher Ausgang für den Jejunum (Zwölffingerdarm) geschaffen.
• Mucous Fistula: Eine Fistel, die aus einem verbleibenden Darmabschnitt herausgeführt wird, um
Schleim abzuleiten.
REHABILITATIVE PFLEGE
Der Begriff "Rehabilitation" entstammt dem Lateinischen, wobei "re" für "wieder" und "habilitare" für "fähig
machen" steht. Er bezieht sich auf die Wiederherstellung, Wiedererlangung oder Wiederaneignung von
Fähigkeiten oder Zuständen.
Dieser Begriff gewann im 20. Jahrhundert in der Medizin und Sozialpolitik an Bedeutung und hat in den letzten
30-40 Jahren auch in der pflegerischen Versorgung an Gewicht gewonnen.
Rehabilitation umfasst sämtliche Anstrengungen und Maßnahmen zur Wiedereingliederung von Menschen mit
Behinderungen und chronischen Erkrankungen in den Alltag, den Beruf und die Gesellschaft. Es berücksichtigt
dabei die Lebensbereiche eines Betroffenen und dessen Umwelt, die durch die Krankheit beeinflusst sind.
109
ZIELE DER REHABILITATION:
PATIENTENGRUPPEN:
110
REHABILITATIONSLEISTUNGEN
REHA ASSESSMENTS
BARTHEL-INDEX
111
BEISPIELE AUS DER PRAXIS: BERATUNG DURCH PFLEGENDE IN DER REHABILITATION
Der Beratungsanteil in der rehabilitativen Pflege hat einen hohen Stellenwert und erfordert fachliche und
soziale Kompetenz. Die Autorinnen, tätig in verschiedenen Rehabilitationskliniken, illustrieren anhand von drei
Beispielen ihre beratende Rolle.
Professionelles Pflegehandeln beinhaltet einen beträchtlichen Anteil an Beratung, was seit der Änderung des
Krankenpflegegesetzes 2003 anerkannt ist. Gemäß § 3 KrPflG soll die Pflegeausbildung die Fähigkeit zur
Beratung, Anleitung und Unterstützung von Patienten und ihren Angehörigen in der Auseinandersetzung mit
Gesundheit und Krankheit vermitteln.
Beratung setzt hohe Anforderungen an den Berater, insbesondere soziale Kompetenz. Erfolgreiche Beratung
erfordert Echtheit, Empathie, positive Wertschätzung und klare Kommunikation.
Die Praxisbeispiele verdeutlichen die Bedeutung der Beratung in verschiedenen Situationen. Beratung in der
Pflege zielt darauf ab, vorhandene Ressourcen zu entdecken, zu fördern und aufeinander zu beziehen. Dabei
spielen Information, Anleitung und aufmerksames Zuhören eine entscheidende Rolle.
Die Pflegeberatung in der Rehabilitation hat den Auftrag, Patienten für den Alltag oder die Rückkehr zur Arbeit
zu befähigen und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Es ist wichtig, die Beratungstätigkeit
anzuerkennen, zu dokumentieren und als integralen Bestandteil professionellen Pflegehandelns zu betrachten.
Die Arbeitsorganisation hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Pflege als Beruf. Pflegefachkräfte, die in
Gesundheitseinrichtungen angestellt sind, operieren innerhalb von Organisationsstrukturen, die ihren täglichen
Arbeitsablauf prägen. Die äußeren Rahmenbedingungen, wie Arbeitsrecht, Tarifverträge und Richtlinien,
beeinflussen die Arbeitsorganisation. Diese Faktoren wiederum gestalten die Dienstpläne und den
Schichtablauf. Unter die Rahmenbedingungen fallen beispielsweise Arbeitszeiten, Pausenregelungen, Jugend-
und Mutterschutzgesetze sowie Vorgaben zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Das Pflegesystem, als Teil der Pflegeorganisation, bezieht sich auf die inhaltliche und arbeitsorganisatorische
Strukturierung einer Pflege- oder Organisationseinheit. Es gibt drei Hauptarten der Pflegeorganisation:
ABLAUFORIENTIERTE FUNKTIONSPFLEGE:
Funktionspflege, auch als funktionelles Pflegesystem oder Stationspflege bekannt, ist eine tätigkeitsorientierte
Herangehensweise an die Arbeitsorganisation. Komplexe Pflegeaufgaben werden in Einzelschritte oder
Tätigkeiten unterteilt und verschiedenen Pflegefachkräften zugewiesen. Dies ermöglicht eine
aufgabenbezogene Arbeitsverteilung. Funktionspflege zeichnet sich durch klare hierarchische Strukturen aus
und bietet Vorteile wie eine höhere Effektivität bei einzelnen Tätigkeiten sowie Kosten- und Zeitersparnis.
Dennoch kann sie zu Unterteilung und Entfremdung führen.
112
Vorteile:
Nachteile:
BEREICHSPFLEGE
Bei der Bereichspflege übernimmt eine Pflegefachkraft schichtbezogen die Verantwortung für eine klar
definierte Gruppe von Pflegeempfängern. Im Vergleich zur Funktionspflege ist die Fragmentierung des
Pflegeprozesses weniger extrem. Bereichspflege ermöglicht einen umfassenderen Informationsaustausch,
größeren Handlungs- und Entscheidungsspielraum für die Pflegefachkraft und fördert die Zufriedenheit.
Allerdings können sich Probleme bei unzureichender Organisation ergeben, und die Kosten sind höher.
Vorteile:
• Umfassenderer Informationsaustausch.
• Großer Handlungs- und Entscheidungsspielraum.
• Intensiver Kontakt zwischen Pflegeempfänger und Pflegefachkraft.
Nachteile:
Hier erfolgt die Arbeitsverteilung dienstplanunabhängig durch die Zuteilung einer bestimmten Anzahl von
Pflegeempfängern zu einer Pflegefachkraft. Diese Zuordnung bleibt über einen längeren Zeitraum bestehen,
idealerweise von der Aufnahme bis zur Entlassung. Bezugspflege ist ganzheitlich ausgerichtet und umfasst die
gesamte Pflegeplanung, -durchführung und -evaluation. Sie ermöglicht eine direkte Beziehung zwischen
Pflegebedürftigen, ihren Bezugspersonen und der Pflegefachkraft. Obwohl die Bezugspflege viele Vorteile
bietet, wie den Aufbau einer starken Beziehung und die Zufriedenheit des Pflegebedürftigen, geht sie mit
höherem Stress, Kosten und zeitlichem Aufwand einher.
Vorteile:
113
Nachteile:
ZUSAMMENFASSUNG PFLEGEORGANISATIONSSYSTEME:
- Bereichspflege: Schichtbezogene Verantwortung für eine Gruppe von Pflegeempfängern mit umfassenderem
Informationsaustausch.
- Bezugspflege /Primary Nursing: Ganzheitlich ausgerichtet, Pflegefachkraft übernimmt dauerhaft die Pflege
eines oder mehrerer Betroffener.
KLIENTENZENTRIERTE PROZESSE:
Im Gesundheitswesen vollzieht sich ein Wandel von der früheren Funktionszentrierung hin zur
Klientenzentrierung. Dabei sollen die Bedürfnisse und Interessen des Klienten im Mittelpunkt stehen.
Allgemeine Maßnahmen zur Förderung klientenzentrierter Prozesse umfassen die Aufnahme durch vorher
festgelegte Bezugspersonen, dezentrale Zimmer- und Bettenplanung, gemeinsame Terminplanung und
individuelles Entlassungs- und Verlegungsmanagement.
Vorteile:
Nachteile:
DIENSTPLANGESTALTUNG
Ein gut gestalteter Dienstplan berücksichtigt arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zur Nacht- und
Schichtarbeit, minimiert aufeinanderfolgende Nachtdienste, plant ausreichend Freizeit nach Nachtzyklen und
ermöglicht Mitarbeiterbeteiligung bei der Dienstplangestaltung.
114
SCHICHTABLAUF
Der Schichtablauf beschreibt den tagesbezogenen Ablauf auf einer Station oder in einer ambulanten
Einrichtung. Er beinhaltet wichtige und eilige Aufgaben, Kennzeichnung von delegierbaren Aufgaben,
wiederkehrende Ereignisse und Aktivitäten sowie Informationen zu Besuchszeiten, Pausenregelungen,
Visitenzeiten und Dokumentationszeitfenstern.
INFORMATIONSFLUSSGESTALTUNG:
TEAMARBEIT
Teamarbeit in der Pflege umfasst intradisziplinäre (innerhalb der Berufsgruppe), interdisziplinäre (zwischen
verschiedenen Berufsgruppen) und sektorenübergreifende Zusammenarbeit. Klare Strukturen, transparente
Kommunikation und eine positive Kommunikationskultur sind entscheidend für eine erfolgreiche Teamarbeit.
Intraprofessionelle Teamarbeit bezieht sich auf die Zusammenarbeit innerhalb der Pflege, während
interdisziplinäre Teamarbeit die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen umfasst.
Die Pflegefachpersonen begleiten die ärztliche Visite, wobei die Einbindung eine aktive Teilnahme am
diagnostischen und therapeutischen Prozess bedeutet.
Diese Kürzung gibt einen Überblick über die Organisationsstrukturen, Pflegesysteme, klientenzentrierte
Prozesse, Dienstplangestaltung, Schichtablauf, Informationsflussgestaltung, Teamarbeit und die Einbindung des
Pflegepersonals in ärztliche Visiten im Pflegekontext.
Definition Multimorbidität
Wenn ein Patient gleichzeitig mehrere Krankheiten hat, bezeichnet man das als Multimorbidität (lat.
„morbidus“ = krank
Risiko
Multimorbidität tritt meist im Alter auf, da das Risiko, mehrfach zu erkranken, mit zunehmendem
Alter [Link] gibt es auch Fälle bei jungen Menschen , die darunter leiden.
115
● Hypertonie (Bluthochdruck)
● Lipidstoffwechselstörungen (Fettstoffwechselstörungen)
● chronische Rückenschmerzen
● Gelenkarthrose
● Diabetes mellitus
● Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)/Hypothyreose
(Schilddrüsenunterfunktion)
● Koronare Herzkrankheit
● Herzrhythmusstörungen
● Asthma/ chronisch obstruktive Lungenerkrankungen
● Varikosis (Krampfadern)
● Osteoporose
● Tumorerkrankungen
● Depression
● Gicht
116
Nicht nur die Krankheiten selbst, sondern auch die dagegen angewendeten medizinischen Maßnahmen
können eine negative Wirkung auf eine Begleiterkrankung haben oder sogar zu einer anderen Krankheit
führen. Man spricht von Neben- bzw. Wechselwirkungen. So gibt es z. B. Medikamente, die Magengeschwüre
auslösen können. Manche Diuretika gehen mit Elektrolytverlusten einher, die gefährliche
Herzrhythmusstörungen auslösen können. Psychopharmaka können zu Stürzen infolge von Schwindel oder
Bewusstseinsstörungen führen. Die Liste ist endlos.
• Prioritäten setzen: welche Probleme einen Patienten am meisten belasten durch einem Pflegeplanung
• Behandlungsoptionen abwägen: Mitunter muss auch eine medizinische Behandlung zugunsten einer
anderen abgebrochen werden.
• Gesamtkonzept entwickeln: Das behandelnde Team sollte nicht nur die pflegerischen und
medizinischen, sondern auch alle psychotherapeutischen und rehabilitativen Maßnahmen sorgfältig
gegeneinander abwägen und schließlich – unter Berücksichtigung der Fähigkeiten und Wünsche des
Patienten – ein Gesamtkonzept aus der optimalen Kombination der verschiedenen Maßnahmen
entwickeln
• Case-Manager einsetzen: Um für einen multimorbiden Patienten alle Maßnahmen bestmöglich
aufeinander abzustimmen, ist es ratsam. Dieser Case-Manager kann z. B. eine erfahrene Pflegeperson
sein. Er sollte alle Visiten und Konzile begleiten und darauf achten, dass das entwickelte
Gesamtkonzept von allen Beteiligten eingehalten wird oder ggf. an neue Anforderungen angepasst
wird.
• Problem der Polypharmazie berücksichtigen: Die meisten multimorbiden Patienten bekommen
dauerhaft eine große Anzahl Medikamente verschrieben. Ab 3–6 verschiedenen Wirkstoffen spricht
man von Polypharmazie, eine genaue Definition gibt es nicht.
• Auf gute Patientenbeobachtung achten: Um die tatsächliche Wirkung der Gesamttherapie
multimorbider Patienten sachlich beurteilen zu können, ist eine kompetente Patientenbeobachtung
wesentlich
117
DIE NIEREN
Die Nieren sind zwei paarig angelegte Organe, die sich beiderseits der Wirbelsäule etwa in Höhe der unteren
Rippen befinden.
Jede gesunde Niere ist, je nach Körpergröße des Menschen, etwa 9 bis 12 cm lang, etwa 4 bis 6 cm breit und
etwa 3 bis knapp 5 cm dick. Zusammen wiegen die beiden Nieren nur ca. 300 g – 400 g .
Das Gewebe, welches die eigentlichen „Filter“ der Niere bildet, wird Nierenrinde genannt. Dort befinden sich
die sogenannten Nephrone – in jeder Niere gibt es etwa eine Million davon. Hier wird in einem ersten Schritt
der Primärharn gebildet. Dieser enthält neben Substanzen, die für die Ausscheidung gedacht sind, auch Stoffe
wie Zuckermoleküle oder Elektrolyt-Salze, die im nächsten Schritt wieder zurückgewonnen werden. Zu den
Nephronen gehören auch die Nierenkanälchen, die den gebildeten Primärharn abtransportieren und über
Sammelrohre in das kelchförmige Nierenmark ableiten
118
Die eigentlichen „Filter“ der Niere sind die Nephrone. Sie bestehen aus:
Das Nephron ist die funktionale Einheit der Niere und spielt eine Schlüsselrolle in ihrer Funktion. Jede Niere
enthält etwa eine Million Nephronen
. Jedes Nephron besteht aus dem Nierenkörperchen (Glomerulus) und einem feinen Rohr (Tubulussystem). Das
Nierenkörperchen filtert das Blut, während das Tubulussystem den Filtrat aufbereitet und dabei Wasser und
Nährstoffe wieder zurückgewinnt.
Die Hauptaufgabe der Niere ist die Harnproduktion. Darüber reguliert sie den Wasser- und Elektrolyt- und
Säure-Basen-Haushalt und reinigt und entgiftet den Körper.
1. Die Nieren sind die Klärwerke des Körpers: Sie produzieren den Urin und scheiden damit Abfallstoffe
wie den Harnstoff aus, die mi Körper entstehen oder über die Nahrung aufgenommen wurden.
Harnstoff entsteht beim Abbau von Eiweißen. Außerdem kann der Körper über den Urin Medikamente, Drogen
oder Gifte entsorgen.
2. Die Nieren regulieren den Flüssigkeitshaushalt, indem sie entweder Wasser zurückhalten oder vermehrt
mit dem Urin ausscheiden.
Wenn sie Wasser zurückhalten, gelangt mehr Flüssigkeit in die Blutgefäße. Dadurch nimmt die Blutmenge zu
und der Blutdruck steigt.
Scheiden die Nieren mehr Wasser aus, nimmt die Blutmenge ab und der Blutdruck sinkt.
Außerdem bilden bestimmte Zellen in den Nieren das Eiweiß Renin. Es besitzt eine hormonähnliche Wirkung,
die den Blutdruck ansteigen lässt.
119
3. Herstellung von wichtigen Hormonen Calcitriol und Erythropoetin:
Hormon Calcitriol: Ist die aktive Form von Vitamin D und reguliert unter anderem die Kalziummenge im Körper.
Die Nieren spielen jedoch eine wichtige Rolle bei der Aufnahme, dem Transport und der Speicherung
verschiedener Nährstoffe wie Vitamin D.
(Vitamin D wird in der Leber und den Nieren in seine aktive Form umgewandelt, um die Aufnahme von Calcium
und Phosphat aus dem Darm zu unterstützen).
Hormon Erythropoetin wird bei Sauerstoffmangel aus dem Nierengewebe freigesetzt und fördert die Bildung
roter Blutkörperchen.
HARNBILDUNG
Harnbildung beschreibt den Prozess, bei dem die Niere das Blut reinigt und aus den unerwünschten Produkten
Urin bildet.
• Resorption bedeutet die Aufnahme von Stoffen aus dem Primärharn in das umgebende Nierengewebe: Die
Substanzen bleiben im Körper.
• Sekretion bedeutet die Abgabe aus dem umgebenden Nie-rengewebe in den Primärharn: Die Substanzen
werden mit dem Urin ausgeschieden.
120
Wenn die Nierenfunktion gestört ist, bleiben Schadstoffe im Organismus und sowohl der Säure-Basen-Haushalt
als auch der Wasserhaushalt gerät aus dem Gleichgewicht. Ist die Funktion der Nieren nur leicht oder
mittelgradig eingeschränkt, bleibt das von Betroffenen zunächst sogar oft unbemerkt. Wichtig zu wissen ist,
dass auch die dauerhafte Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln die Nieren schädigen kann: Die
Wirkstoffe Ibuprofen, Acetylsalicylsäure und Diclofenac gehören zu den sogenannten nichtsteroidalen
Antirheumatika (NSAR), die Gewebshormone hemmen, welche die Regulation der Nierenfunktion beeinflussen.
• Niereninsuffizienz: Bei der Niereninsuffizienz handelt es sich um ein Versagen der Nieren, das in zwei
Formen auftreten kann - die akute und die chronische Niereninsuffizienz. Bei der akuten
Niereninsuffizienz versagen die Nieren plötzlich, was dazu führt, dass sie Abfall- und Giftstoffe nicht
mehr ausreichend ausscheiden können. Bei der chronischen Niereninsuffizienz verschlechtert sich die
Nierenfunktion langsam über Monate oder Jahre. Symptome sind unter anderem Müdigkeit,
geschwollene Beine und Füße, Juckreiz und Übelkeit.
• Glomerulonephritis: Dies ist eine Gruppe von Krankheiten, die die Glomeruli schädigen - die winzigen
Filter in den Nieren, die das Blut von Abfallprodukten und überschüssiger Flüssigkeit befreien.
Symptome können Bluthochdruck, dunkler oder schaumiger Urin und Schwellungen im Gesicht,
Bauch, Füßen und Händen umfassen.
• Nierenzellkarzinom: Dies ist die häufigste Form von Nierenkrebs bei Erwachsenen, die aus den Zellen
des Nierenparenchyms hervorgeht. Zu den Symptomen zählen Blut im Urin, ein spürbarer Tumor im
Bauchbereich, eine unerklärliche Gewichtsabnahme und anhaltende Schmerzen im unteren
Rückenbereich.
• Nierensteine: Nierensteine sind feste Ablagerungen, die sich in den Nieren bilden können. Sie können
weitaus schmerzhafter sein als andere Nierenerkrankungen. Einige der Symptome können starke,
krampfartige Schmerzen im unteren Rücken oder in der Seite, Übelkeit und Blut im Urin sein.
Im Gegensatz zur chronischen Form der Niereninsuffizienz erlischt die Nierenfunktion bei einem akuten
Nierenversagen innerhalb vom maximal zwei Tagen. Bei dieser Form der Erkrankung fällt die
Entgiftungsleistung der Nieren unter einen bestimmten Grenzwert. Je nach Auslöser des akuten
Nierenversagens besteht die Chance, dass es geheilt werden kann. Es ist allerdings auch möglich, dass an dem
Organ ein bleibender Schaden entsteht. Ein solches akutes Versagen der Nieren kann nicht nur aufgrund einer
Nierenerkrankung, sondern auch als Folge verschiedener anderer Grunderkrankungen auftreten.
121
Ist die Nierenfunktion vollständig zum Erliegen
gekommen, ist dies ohne Therapie tödlich. Neben
Medikamenten im Anfangsstadium einer chronischen
Niereninsuffizienz kann in weiterer Folge daher die
Dialyse zur Lebensrettung bzw. zur Lebenserhaltung
zum Einsatz kommen. Dialyse wird im Volksmund als
Blutwäsche bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein
maschinelles Verfahren, bei dem mit einem
bestimmten Blutwaschgerät das Blut gereinigt und
von Giftstoffen, harnpflichtigen Stoffen und
überflüssigem Wasser gereinigt wird. Patientinnen
und Patienten, die auf eine Dialyse angewiesen sind,
müssen zeit ihres Lebens mehrmals wöchentlich für
jeweils bis zu acht Stunden zur Dialyse.
Nierentransplantation
Neben der Dialyse kann auch eine Transplantation
der Niere zum Einsatz kommen. Da eine einzige Niere im Körper ausreichend ist, um die wichtigen Funktionen
aufrecht zu erhalten, kann im Gegensatz zu anderen Organen eine Niere auch von einem lebenden
Organspender stammen und transplantiert werden. Damit das Immunsystem die fremde Niere nicht abstößt,
müssen Betroffene nach einer Transplantation täglich sogenannte Immunsuppressiva einnehmen. Wenn durch
die Medikamente sichergestellt wird, dass der Körper das Organ dauerhaft annimmt, kann eine
Nierentransplantation für Patientinnen und Patienten eine hohe Lebensqualität versprechen.
122
KONFLIKT ARTEN
•Intrapersoneller-Konflikt:
•Konflikte innerhalb der Person mit sich selbst
•Wenn der Mensch mit sich selbst, mit seiner Situation oder Leistung nicht zufrieden ist.
•IntrapersonellerKonfliktführtoft zuinterpersonellem Konflikt.
•Interpersonale-Konflikt:
•Konflikte zwischen 2 oder
Konflikte zwischen 2 oder mehreren Personen z.B. innerhalb der Pflegeeinrichtung, Familie, usw...
Flucht:
• Es gibt keinen Konflikt – das Verleugnen von Problemen ist auch eine Art Flucht.
Nachteil:
• Der Nachteil der Flucht als Konfliktlösung ist, dass ein Lernprozess ausbleibt.
Vernichtung:
• Der Vorteil des Vernichtungskampfes ist die endgültige Lösung des Konflikts. Der Nachteil ist auch hier
der Verlust der Alternative als Entwicklungsmöglichkeit.
Delegation:
• Das Problem wird an eine dritte Person oder Instanz delegiert, zum Beispiel an PDL oder Gericht.
• Der Vorteil der Konfliktlösung durch Delegation ist, dass erstmals das Schema von Sieg und Niederlage
überwunden wird und so etwas wie Objektivität, Sachlichkeit und Kompetenz ermöglicht wird. Der
Nachteil ist, dass die Identifikation mit der Lösung schwindet und den Parteien die Konfliktkompetenz
entzogen wird.
Kompromiss:
• Beide Seiten verzichten auf einen Teil ihrer Forderungen, um zu einer Lösung zu kommen.
• Der Vorteil ist, dass es eine Einigung ist, der Nachteil, dass es eben nur eine Teileinigung ist. Der
typische Kompromiss ist der gerichtliche Vergleich. Man sagt auch, dass ein Kompromiss erst dann gut
ist, wenn beide Parteien damit unzufrieden sind. Oft bleibt der größte Teil des Konflikts aber ungelöst
(fauler Kompromiss).
123
Konsens:
Vorteile:
• Die einzige Konfliktlösungsstrategie, die keine Verlierer produziert und gleichzeitig ein gutes
Sachergebnis liefert, ist nach Gerhard Schwarz die „Einigung“. Diese Strategie erfordert von den
Beteiligten den höchsten Reifegrad und gegebenenfalls auch ein hohes Maß an Kreativität. Denn auch
hier steht am Anfang zunächst ein Konflikt. Allerdings sind die beiden Parteien in diesem Konflikt in
der Lage, die Ursachen des Konflikts zu realisieren und zu analysieren.
124
SCHLAGANFALL
Definition: Sammelbegriff für Durchblutungsstörungen des Gehirns (zerebrale Ischämie) und Hirnblutungen mit
dem gemeinsamen klinischen Merkmal plötzlicher (schlagartiger) neurologischer Ausfälle.
• Höheres Lebensalter
• Männliches Geschlecht
• Bewegungsmangel
• Übergewicht
• Hypercholesterinämie
• Rauchen
• Starker Alkoholkonsum
• Diabetes Mellitus
• Arterielle Hypertonie
• Diverse Herzerkrankungen (z.B. Vorhofflimmern)
• Arteriosklerose
Ein möglicherweise lebensbedrohlicher Notfall liegt vor. Daher ist es besonders wichtig, einen Schlaganfall zu
erkennen. Selbst wenn Symptome nach einigen Minuten wieder vollständig abklingen, handelt es sich um
einen Notfall, da die Gefahr eines weiteren Schlaganfalls mit bleibenden Folgen hoch ist.
Allgemein:
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Symptomatik ist abhängig von der jeweils betroffenen Hirnregion, da viele Aufgaben des Gehirns von
festgelegten Orten gesteuert werden. Daher sind die Symptome vielfältig.
Symptome werden von den Betroffenen oft selbst nicht oder nur sehr eingeschränkt wahrgenommen.
"Rechtshirnige" Schlaganfälle führen zu linksseitigen Symptomen und umgekehrt. Aufgrund der Kreuzung der
Pyramidenbahn ist bei einem Verschluss einer rechten Arterie die linke Körperseite betroffen, und umgekehrt.
• Kopfschmerzen
• Sehstörungen
• Schwindel oder Gangunsicherheit
• Sprach- und Sprechstörungen
• Lähmung einer Körperhälfte
• Lähmung (Parese bis Plegie) und/oder Gefühlsstörungen (Parästhesien), meist Taubheit
• Kraftlosigkeit einer Hand, eines Arms, eines Beines oder einer ganzen Körperseite
• Taubheit oder Kribbeln, im Gesicht oder einer anderen Körperregion meist einseitig
• Auch ein plötzlich nach unten hängender Mundwinkel (Fazialisparese) ist ein sehr wichtiges Anzeichen
• Hemiparese: Restaktivität in der Muskulatur vorhanden
• Hemiplegie: vollständige Lähmung
Sehstörungen:
- Plötzliche, vorübergehende Erblindung auf einem Auge, medizinisch "Amaurosis fugax" genannt
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- Doppelbilder, d.h. man sieht zwei Bilder eines einzigen Gegenstands
- Verschwommensehen, wenn die räumliche Orientierung gestört ist oder man danebengreift
- Gesichtsfeld-Einschränkung, wenn man Personen oder Gegenstände auf einer Seite nicht sieht
Kopfschmerzen:
• Plötzlich auftretende, starke Kopfschmerzen können Symptome einer Hirnblutung oder einer
Hirnvenenverstopfung, sog. Sinusthrombose sein.
• Stärkste Kopfschmerzen können Anzeichen einer Blutung aus einer Gefäßmissbildung sein, einem
sogenannten Aneurysma.
• Häufig sind Kopfschmerzen begleitet von: Starker Übelkeit oder Erbrechen, Bewusstseinsstörungen,
Verwirrtheit, Halbseitenlähmung
Vorboten / Warnsymptome:
Voraussetzung: von einer TIA spricht man, wenn sich die Beschwerden innerhalb einer Stunde vollständig
zurückgebildet haben und in der MRT keine strukturellen Gehirnschäden nachweisbar sind. Die symptome
können bis 24 stunden anhalten.
Eine Merkhilfe für einen Test zur Prüfung, ob ein Schlaganfall vorliegt, kommt aus dem anglo-amerikanischen
Sprachraum. „Fast“ bedeutet auf Deutsch: schnell. Die Buchstaben stehen für:
Im Deutschen kann sich die Regel auch mit dem Spruch „Gib Gas“ (Gesicht/Arm/Sprache) merken.
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Geht ein Schlaganfall immer mit FAST-Symptomen einher?
Nicht jeder Schlaganfall-Patient hat Symptome, die sich mit dem FAST-Test erkennen lassen.
In einer Studie aus den USA wurde herausgefunden, dass rund 14 Prozent der Schlaganfall-Patienten bei der
Vorstellung in der Klinik keine FAST-Symptome aufwiesen und umgekehrt auch wenige Patienten FAST-
Symptome zeigten, obwohl sie keinen Schlaganfall hatten.
Da bei dem eigentlichen FAST-Test auch nicht alle möglichen Schlaganfall-Symptome getestet werden können
und auch trotz unauffälligem FAST-Test ein Schlaganfall vorliegen kann, wurde zur Erweiterung der BEFAST-
Test entwickelt.
B-Balance
E-Eyes
Der Kreuzgriff:
Zuerst wird der FAST-Test wie gewohnt durchgeführt. Zusätzlich werden dann die Extremitäten noch genauer
auf motorische Defizite untersucht.
Durchführung: Der Prüfende reicht dem Patienten beide Hände –die eigenen werden dabei überkreuzt –und
fordert ihn auf, beide Hände jeweils so stark wie möglich zu drücken.
Bewertung: Wenn hier im Seitenvergleich Kraftunterschiede auffallen, kann das für einen Schlaganfall
sprechen. Denn eine neu aufgetretene Kraftdifferenz spricht für eine Lähmung der entsprechenden
Muskulatur.
Achtung! Gerade im Bereich der Pflege von dementen oder anderweitig motorisch eingeschränkten Patienten
(z.B. bei Morbus Parkinson) gilt es besonders wachsam zu bleiben!
Bei bereits vorhandener Krankheit sollten die am wenigsten von der Krankheit betroffenen Symptome geprüft
werden (z.B. durch die Pupillenkontrolle).
• Wenn Sie einen Schlaganfall bei einem Mitmenschen vermuten, gehen Sie wie folgt vor:
• Fahren Sie den Betroffenen nicht selbst zum Arzt oder in ein Krankenhaus. Rufen Sie stattdessen
unverzüglich den Notruf unter der Nummer 112 an.
• Schildern Sie möglichst präzise den Notfall. Hat die Person Sprach- oder Sprechstörungen? Ist ein Arm
gelähmt? Was genau fällt Ihnen auf? Je genauer die Angaben sind, desto besser ist der Rettungsarzt
vor Ort vorbereitet. Jede Minute zählt, Time is Brain.
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• Bleiben Sie bei der betroffenen Person, bis Hilfe eintrifft. Versuchen Sie, der Person mit einer ruhigen
Stimme Mut zu machen, z.B. “Der Rettungsarzt kommt in ein paar Minuten, mach dir keine Sorgen, er
wird dir helfen”.
• Lockern Sie enge Kleidung.
• Achten Sie darauf, dass die Atemwege frei sind, indem Sie beispielsweise einen Schal entfernen oder
den obersten Knopf lösen.
• Geben Sie der Person nichts zu Essen oder zu Trinken. Sie könnte sich verschlucken oder gar ersticken.
• Geben Sie der Person keine Medikamente.
• Ist die Person bei Bewusstsein, lagern Sie den Oberkörper leicht erhöht (30°-Lagerung) und stützen Sie
sie seitlich.
• Falls die Person bewusstlos wird oder ist, bringen Sie sie in eine stabile Seitenlage.
• Kontrollieren Sie die Atmung bei einer bewusstlosen Person. Wenn die Atmung aussetzt, beginnen Sie
mit einer Herzdruckmassage.
Optimale Lagerung:
Die richtige Lagerung eines wachen Patienten mit Verdacht auf einen Schlaganfall:
Erklärung: Die Oberkörperhochlagerung dient dem Schutz des Gehirns und der Atemerleichterung. Sitzt der
Patient zu gerade und würde seitlich nicht gestützt werden (oder steht oder läuft der Patient), könnte durch
das Versagen der Haltemuskulatur ein Sturz die Folge sein.
Keine Bedarfs-Medikamente:
Dem Patienten mit Verdacht auf einen Schlaganfall dürfen keine Medikamente jeglicher Art, vor allem keine
Herz- und Blutdruckmedikation, verabreicht werden.
Erklärung: Aufgrund der zerebralen Minderperfusion bei Vorliegen eines Schlaganfalls reagiert der Körper mit
der Anhebung des Blutdrucks, um das Gewebe ausreichend mit Blut zu versorgen. Würden blutdrucksenkende
Medikamente verabreicht werden, würde die Durchblutung und dadurch die Sauerstoffversorgung des Gehirns
sinken, was die Ausprägung des Schlaganfalls verschlimmern würde.
Im weiteren Verlauf:
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Komplikationen bei einem Schlaganfall:
• Hirnödem, Hirndruckerhöhung.
• Alle Folgen einer Immobilität.
• Stürze und daraus resultierende Verletzungen.
• Bei Blasenstörungen Inkontinenz, Harnwegsinfektionen.
• Bei Schluckstörungen Aspiration, Mangelernährung.
• (Schwere) bleibende Behinderung.
• Psychische Veränderungen, Depression, kognitive Defizite.
• Rezidivschlaganfall.
• Epileptische Anfälle.
Das Ziel der Schlaganfall-Akuttherapie ist es, so viele Nervenzellen wie möglich vor dem Absterben zu
bewahren. Je länger bei einer Ischämie die Mangeldurchblutung besteht, desto mehr Gewebe geht unter,
letztendlich alle Zellen in dem vom verschlossenen Gefäß versorgten Teil des Gehirns.
Daraus ergibt sich, dass die Chance, einen Patienten erfolgreich zu behandeln, umso größer ist, je schneller es
gelingt, die Blutversorgung des Gehirns zu normalisieren: Time is Brain.
Ziel der spezifischen Maßnahmen in der Akuttherapie ist die möglichst schnelle und umfangreiche
Rekanalisierung (Wiederöffnung) von Gefäßverschlüssen.
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• Schnellstmöglicher Therapiebeginn wesentlich – die „Door-to-Needle“-Zeit sollte maximal 60 Minuten
betragen.
• Therapie empfohlen bis 4,5 Stunden nach Symptombeginn ohne Altersbegrenzung.
• Schwerwiegendste Komplikation: intrazerebrale Blutung (Risiko bis 5%).
2. Mechanische Thrombektomie:
Sekundärprävention:
Innerhalb weniger Tage sollte auch mit der ursachenorientierten Sekundärprävention begonnen werden:
• Für die Prognose nach einem Schlaganfall sind das Ausmaß und der Ort der Schädigung des Gehirns,
zudem vorbestehende Beeinträchtigungen und das Alter des Betroffenen entscheidend.
• Zerstörte Teile des Gehirns können zwar nicht “nachwachsen”, unser Gehirn ist aber in der Lage, durch
Ausbildung neuer Verknüpfungen zwischen Nervenzellen verloren gegangene Funktionen
wiederzuerlangen (“Plastizität”). Dies ist ein langwieriger Prozess: “Hirn braucht Zeit”.
• Dieser Prozess kann durch gezielte Übungstherapie beschleunigt und optimiert werden, idealerweise
im Rahmen einer umfassenden und ausdauernden Rehabilitation.
Charakteristische Körperhaltung nach einem Schlaganfall mit spastischer Hemiparese bei mangelnder oder
fehlender Rehabilitation.
• Fazialisparese: Gesichtslähmung
• Arm gebeugt
• Finger gebeugt: Fingerbeugung
• Plantarflexion: Fußspitzengang
• Zirkumduktion: kreisförmige Bewegung
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SCHLAGANFALL-SYMPTOME BEI KINDERN:
Auch Kinder und Jugendliche können einen Schlaganfall bekommen. Etwa 300 bis 500 Kinder erleiden pro Jahr
in Deutschland einen Schlaganfall. Die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher, denn ein Schlaganfall wird bei
Kindern häufig nicht erkannt. Es fehlt das Bewusstsein, dass auch Kinder einen Schlaganfall erleiden können.
Problematisch ist, dass diese oft erst Monate später erkannt werden, wenn sich das Baby beispielsweise in
seiner Entwicklung verzögert zeigt oder den Eltern auffällt, dass sich das Kind nicht drehen kann, beim Krabbeln
eine Körperseite weniger benutzt als die andere oder nur eine Hand zum Greifen eingesetzt wird.
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