0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
56 Ansichten2 Seiten

Prometheus

Das Dokument behandelt die literarische Bewegung Sturm und Drang, die im späten 18. Jahrhundert entstand und sich durch die Wertschätzung des Genies auszeichnete. Es analysiert Goethes Werk 'Prometheus', in dem das lyrische Ich als Rebell gegen Zeus auftritt und die Themen Selbstbestimmung und Freiheit betont. Die Hymne kritisiert die Götter und preist den Menschen, was die zeitlose Relevanz von Goethes Botschaft unterstreicht.

Hochgeladen von

Eszter Magyar
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen
0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
56 Ansichten2 Seiten

Prometheus

Das Dokument behandelt die literarische Bewegung Sturm und Drang, die im späten 18. Jahrhundert entstand und sich durch die Wertschätzung des Genies auszeichnete. Es analysiert Goethes Werk 'Prometheus', in dem das lyrische Ich als Rebell gegen Zeus auftritt und die Themen Selbstbestimmung und Freiheit betont. Die Hymne kritisiert die Götter und preist den Menschen, was die zeitlose Relevanz von Goethes Botschaft unterstreicht.

Hochgeladen von

Eszter Magyar
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen

Johann Wolfgang von Goethe-Prometheus

Ich werde meine mündliche Antwort zunächst mit einem Grundwissen über Sturm und Drang einleiten
und dann ein Hauptwerk aus dieser Zeit, Prometheus, analysieren.

Sturm und Drang ist die Bezeichnung für eine wichtige Phase der deutschen literarischen Aufklärung,
einer geistigen Bewegung, die sich vor allem im späten 18. Der Name leitet sich vom Titel von Friedrich
Maximilian Klingers Drama Wirrwarr von 1776 ab. Da die an der Bewegung beteiligten jungen Dichter
und Schriftsteller sich durch eine hohe Wertschätzung des Genies auszeichneten, wird die Epoche
auch als "Zeitalter des Genies" bezeichnet. Die führenden Persönlichkeiten, der Philosoph Johann
Gottfried Herder und der Dichter Johann Wolfgang von Goethe trafen sich im Jahre 1770 in Straßburg.
Hier wurde ein Dichterkreis gegründet. Im Jahre 1772 erschien ihre literarische Zeitung: Frankfurter
gelehrte Anzeigen. Ihre Vertreter wandten sich nicht nur gegen den rationalistischen Kanon der
französischen Klassik und der frühaufklärerischen Literatur, sondern auch gegen den starren
Rationalismus und das oberflächliche Menschenbild der Aufklärung - und schlossen sich zugleich der
sentimentalen und vorromantischen Seite der Aufklärung an, die die "unnatürliche"
Gesellschaftsordnung mit ihren geordneten Grenzen, starren Konventionen und einer fremden Moral
scharf kritisierte. Sie waren deutlich von Rousseau beeinflusst, der glaubte, dass der Mensch nur in
seinem natürlichen Zustand glücklich ist. Ein weiteres Vorbild war William Shakespeare, der mit den
früheren Regeln der Literatur brach. Sie galten als Genies. Mit anderen Worten: Sie waren frei, sie
kannten keine Regeln und sie waren begabt. Auch sie schöpften ihre Themen aus der Natur. Es
entstanden auch neue Gattungen, wie das Drama, die Hymne, die Ballade, das Liebesgedicht und der
Briefroman.

Als nächstes werde ich Prometheus analysieren. Im Mittelpunkt des 1773 geschriebenen Werks steht
Prometheus (das lyrische Ich), ein Rebell gegen Zeus und sein Vertrauen in die eigene Kraft, die er als
das Ideal des Sturm und Drang oder des Genies ansieht. Prometheus ist eine Figur aus der
griechischen Mythologie, die ein Titan (Götter, die von Zeus gestürtzt wurden) und zugleich der
Wohltäter der Menschheit ist. Er lehnte sich gegen Zeus auf, der das Feuer für sich behalten wollte.
Doch Prometheus gab ihn den Menschen zurück. Dafür fesselte ihn Zeus an einen Felsen im Kaukasus,
wo der Adler seine Leber fraß, die aber jede Nacht nachwuchs. Schließlich befreit ihn Herakles von
dieser Qual.

Das Werk ist ein lyrischer Monolog, in dem er sich in vorwurfsvollen Worten an Gott, den Vater,
wendet. Die Schrift enthält zwei Zeitebenen: Die Verse 1, 2 und 7 sind in der Gegenwart angesiedelt,
während die Verse 3-6 in der Vergangenheit spielen. Das Thema der ersten beiden Strophen ist die
Empörung und Verachtung der Götter. Das lyrische Ich wendet sich in einem imperativen Modus an
Gott und duzte ihn. Er grenzt die göttliche ("dein Himmel") und die menschliche ("meine Erde") Sphäre
voneinander ab. Zeus hingegen ist ein verspielter Junge, der unbedeutende Aufgaben für die
Menschheit erledigt. Pometheus hingegen versorgt die Menschen mit Feuer, Kohle und Pferden. Die
Worte "Glut" und "Feuer" haben eine metaphorische Bedeutung und symbolisieren Energie. In der
dritten Strophe erinnert sich das lyrische Ich an eine Phase aus der eigenen Kindheit, in der es ratlos
war. Damals hat es vergeblich auf die Hilfe eines Gottes gehofft. Es wird hier über die Sphäre über der
Sonne gesprochen, einen Ort also, der als Symbol für den Himmel und damit den Wohnort der Götter
steht. In der vierten Strophe wird dann deutlich, dass die Götter den Hilferuf des lyrischen Ich nicht
erhört haben, auch als es etliche Male in Notsituationen geriet. Zu diesen Notsituationen zählt das
lyrische Ich etwa den Angriff der Titanen auf die Menschheit und ihren Versklavungsversuch, gegen
den sich die Menschheit mit ihrem Mut (= "heilig glühend Herz" V. 33) erfolgreich wehren konnte. Das
Glühen des Herzens symbolisiert Kraft, Gefühlstiefe und Vitalität.Den Göttern wird vorgeworfen, dass
sie während der Krise den Menschen nicht beistanden und stattdessen einfach geschlafen haben. In
der letzten Strophe offenbart das lyrische Ich seine eigene Identität: ein Wesen, das Menschen nach
seinem Ebenbild erschafft. Es will die Menschen so erschaffen, dass sie zu etwas Positivem, wie
Freude, und etwas Negativem, wie Leid, fähig sind. Aber sie dürfen Zeus nicht respektieren. Mögen
seine Geschöpfe diejenigen sein, die wie er leiden, weinen, sich freuen und fröhlich sind.

Es ist ohne Reim und mit unterschiedlichen Zeilenlängen. Sturm und Drang-Gedichte zeichnen sich
durch Unregelmäßigkeit aus. Man beachte auch das Enjambement (Zeilenumbruch), das bedeutet,
dass die Enden von Satz und Strophe nicht zusammenfallen. Auch Neologismen kommen in dem Werk
vor, indem der Dichter neue Wörter wie “Blütenträume” und “Rettungsdank” kreiert. Ellipsen, bei
denen ein Teil eines Wortes oder eines Satzes ausgelassen wird, wie z. B. "Ich dich ehren? Wofür?" Es
gibt auch Ellisionen, bei denen ein Buchstabe in einem Wort fehlt ("stehn").

Die Gattung des Gedichts ist die Hymne, was ein Lobgesang ist, aber Prometheus preist nicht die
Götter, sondern den Menschen, den Schöpfer. Es kann aber auch eine Anti-Hymne sein, denn die
Götter werden mithilfe der Vorwürfen und Spott kritisiert.

Das Thema ist typisch für die damalige Zeit: Prometheus ist das Ideal des Sturm und Drang, da er sich
der Autorität widersetzt und seinem eigenen Willen folgt, was ihn zu einem originellen Genie macht.
Der Grundgedanke, dass der freie Wille und die Selbstbestimmung äußerst wichtig sind, ist auch heute
noch sehr aktuell. Es scheint einfacher zu sein, den Anweisungen eines anderen blind zu folgen. Doch
um unser eigenes Potenzial zu verwirklichen, müssen wir unseren eigenen Gefühlen und unserem
eigenen moralischen Kompass vertrauen. Goethes Aufruf zur Freiheit ist daher zeitlos.

Das könnte Ihnen auch gefallen